Bob Dylan: Blowing In The Wind

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Keine Stimme, das Gitarrenspiel eher Mittelmaß – aber ein Weltstar und Literaturnobelpreisträger. Die Stärken dieses Klassikers liegen vor allem in der Ohrwurm-Melodie, die es in viele Lagerfeuer-Gesangbücher geschafft hat. Und natürlich in den Lyrics, die von unübertrefflicher Dichte sind. Allgemeinverständlich und doch tief. Es ist ein Anti-Kriegs-Lied („Yes, and how many times must the cannonballs fly/ Before they’re forever banned?“), aber eben nicht nur. Z.B. bekommt auch die Freiheit ihren Auftritt: „And how many years can some people exist/ Before they’re allowed to be free?“ Doppelt frustrierend, dass sich seit dem Erscheinungsjahr das Lieds (1963!) nicht wirklich etwas geändert hat. Wahrscheinlich wird eher noch ein Berg durch Erosion eingeebnet sein, bevor Menschen einander nicht mehr in Kriegen töten.

Showing 2 comments
  • Freiherr
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    * Keine Stimme, das Gitarrenspiel eher Mittelmaß * ? – ein hartes und nicht gerechtfertigtes Urteil , auch ein überhebliches aus einer überheblichen Position einer vermeintlich *besseren* Musik ?

    DIESE seine Stimme und DIESES sein Gitarrenspiel und SEIN Munharmonika-Spiel –

    waren GENAU SO diese MAGIE die er authentisch damit schuf – einzigartig, unverwechselbar.

    Diese Magie hat einen in den Bann gezogen, auch ohne kaum den Text zu verstehen, damals,

    bei mir mit ca. 11 Jahren, damals.

    Maßstäbe wie Weltstar oder nicht, Preisträger oder nicht, Ohrwurmigkeit oder nicht –

    sind hier nicht angemessen !

     

     

     

     

     

     

     

     

  • Volker
    Antworten
    1963 – weia

    Da war ich sieben Jahre alt.
    Einen Fernseher hatten wir nicht, Röhrenradio röhrte Operetten. Mutter spielte Harmonium, unseren Wellensittich nannten wir Bubi, und aus Sparsamkeit wurde einmal pro Woche gebadet.
    ++ Nase rümpft ++
    Weiden trauerten, Krieg war vorbei, aber Trümmer konnte man noch begucken.

    Heute bin ich etwas älter, Fernseher abgeschafft, aus Radio quillt üble Propaganda, mein Oberstübchen beherbergt einen Vogel ohne Namen, und aus Gründen solidarischer Sparsamkeit werde ich mich von meinem Warmduscher-Dasein verabschieden.
    Gut – ab und zu kann kein Verbrechen sein.
    ++ Nase rümpft ++

    Sie möchten sicherlich nicht wissen, wie ich meine Korkenzieherweide an einem Teelicht-Lagerfeuer beklampfe.
    Sicherlich wollen Sie auch nicht wissen, ob ich als Kaltduscher kalte Füße bekomme.
    Ja oder nein?

    Sagen Sie später nicht, von nix gewusst zu haben.

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