Boris Reitschuster: Die Fehler des Westens im Umgang mit Russland

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Viele kennen Boris Reitschuster als „Corona-Rebellen“. Von denen, die ihn dadurch schätzen gelernt haben, sind etliche jetzt beleidigt, weil er nicht – wie es sich gehört hätte – Putin verteidigt und somit vermeitlich auf die Linie „des Mainstreams“ eingeschwenkt ist. Man muss die Sache aber m.E. differenzierter sehen. Reitschuster ist ein ausgewiesener Russland-Experte, der 13 Jahre im Land lebte, mit einer Russin verheiratet ist und noch immer sehr viele Bekannte und Informanten dort hat. Aufgrund seines letzten Putin-kritischen Buchs „Putins Demokratur“ musste Reitschuster quasi aus dem Land fliehen. Reitschuster ist politisch eher „bürgerlich“-liberal ausgerichtet und neigt dazu, den „freien Westen“ zu idealisieren. Dies bedeutet jedoch nicht, dass seine Kritik am verfilzten, korrupten, autoritären „System Putin“ falsch sein muss, sie ist gut belegt. In diesem Video distanziert sich der Journalist zwar vom Angriff Russlands auf die Ukraine, greift aber auch den Westen wegen vergangener Fehler an. Besonders nimmt er dabei den so genannten Putsch gegen Jelzin aufs Korn. Ein Freund dieses vom Westen häufig idealisierten Präsidenten ist Reitschuster jedoch nicht. Auch der Turbokapitalismus bekommt sein Fett ab.

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  • gerhardus lang
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    Reitschuster sieht den eigentlichen Grund jeder Gewaltausübung nicht: die unendliche Verfilzung von Staat, Kultur und Wirtschaft in einen undurchsichtigen Knäuel von Gegebenheiten, die nur durch die Entflechtung der drei Gebiete von Kultur (Geistesleben), Wirtschaft und Rechtswesen verwirklicht werden kann. Rudolf Steiner hat dazu die Idee von der Dreigliederung des sozialen Organismus in die Welt gesetzt. Ehe diese Idee nicht verstanden und verwirklicht wird, werden die Kriege aller gegen alle immer schrecklichere Ausmaße annehmen. Macht kann nicht durch Gegenmacht zum Verschwinden gebracht werden, sondern nur durch Gliederung der Macht, wie wir sie ansatzweise schon im Rechtssystem durch die Gewaltenteilung anstreben, gegen die allerdings ständig verstoßen wird. Das findet sich schon bei Platon im Gastmal, wo die ungegliederten Einheits-Menschen in zwei Geschlechter aufgeteilt wurden, weil sie den Göttern bedrohlich wurden. Gerhardus Lang, Bad Boll
  • Zielharmoniker
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    Zitat: „Von denen, die ihn dadurch schätzen gelernt haben, sind etliche jetzt beleidigt, weil er nicht – wie es sich gehört hätte – Putin verteidigt und somit vermeitlich auf die Linie „des Mainstreams“ eingeschwenkt ist.“ Diesen Satz halte ich für , um es vorsichtig zu sagen, unzutreffend. Vielleicht geht das noch,  als ironische Überzeichnung,  als Polemik … aber sonst? Ich bin, wie viele andere nicht „beleidigt“, enttäuscht, das könnte man sagen, ja, das schon, aber vor allem: ratlos , ja fassungslos, dass Herr Reitschuster so in das  Kriegshorn bläst, und ernsthaft meint, mit Waffen ließe sich Frieden sichern, und ausgerechnet Deutschland müsste da nun ganz schnell noch mehr Waffen liefern, in diese Region; dass er nicht hinter die Kulissen schaut, und die wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen erkennt, und benennt,  und zwar auf beiden Seiten (!) , und die wahren Gründe , für diesen Krieg.   Ich habe auch nicht erwartet, dass er „Putin verteidigt“ Nein, ganz im Gegenteil, Kritik ist da  höchst angebracht. Aber ich  staune, ja ich bin traurig, zu sehen, wie NATO-konform, wie militaristisch  Herr Reitschuster argumentiert, und seine Gastautoren, ich las dort in einem Artikel kürzlich einen verächtlichen Artikel über die Friedensbewegung in den 1980er Jahren, gegen die Pershing-2-Stationierung, es war unerträglich! Die „Verdienste“ von Biden Senior und Junior, die Korruption im Zusammenhang mit der Ukraine und ihrem Marionetten-Präsidenten, die gesamte , jahrelange Vorgeschichte des Krieges,  darüber hätte ich mir Berichte gewünscht von Herrn Reitschuster, oder mal einen Blick auf den Krieg im Zusammenhang mit gewissen WEF-Verbindungen und -Interessen… Tom-Oliver  Regenauer hat dazu hier auf HDS kürzlich einen exzellenten  Artikel veröfffentlicht. Soviel Klarsicht kann man von Herrn Reitschuster wohl nicht erwarten, dazu befindet er sich eventuell doch noch zu sehr in einer „Focus“-geprägten,  konservativen Gedankenwelt, ich unterstelle ihm gar nichts Böses, ich wünsche ihm nur das Beste, aber seinem Portal bleibe ich fern, dazu ist mir meine Zeit zu schade, denn das, was er da seit beginn des Ukraine-Kriegs  abliefert, das ist m. E. nicht der Journalismus, den er sich selbt mal auf die Fahnen geschrieben hat, das ist leider nicht „Ohne Ideologie“  und „ohne Haltung“, eher  im Gegenteil, leider. Ich sag’s nochmal: es gibt in keine „gerechten Kriege“, Kriege sind unmenschlich, barbarisch, immer. Und geführt werden sie wegen Geld und Macht, und ihm Interesse von menschen, die selbt im Hintergrund stehen und  von dem Gemetzel profitieren.  Ich mache da nicht  mit, ich werde niemanden hassen und auf niemanden schießen, ich kann nur an alle Mitmenschen appellieren, denkt für Euch selbst, lasst Euch nicht instrumentalisieren und manipulieren, schaltet den Fernseher aus, und denk´t daran: wir sind EINE Menschenfamilie, und es geht nicht um „links oder rechts“, oder  es geht, wie so oft, ganz schlicht um „Oben gegen Unten“.Könnte man nicht erwarten dass „wir“ etwas gelernt haben, aus den Kriegen der Vergangenheit?? (Afghanistan, Libyen, Irak …)? Und, huch,  wie seltsam, was für ein Zufall,  dass die „grüne“ Agenda, inklusive  Benzinpreiserhöhung und Ausstieg aus den „fossilen Energieträgern“  nun so ra“sch umgesetzt werden kann, und allen gerechtfertigt erscheint, nicht wahr? „Es schadet ja Putin“, darauf scheint es ja jetzt besonders anzukommen. Tut mir leid, mein Unverständnis, für solche Gedankengänge, liegt wohl daran, dass man versucht hat, mir einige Jahrzente lang humanistische Werte zu vermitteln, und ich habe das ernst genommen, ich kann nicht anders, ich muss mich bei all dem  Hass und der Kriegsrethorik , auch hier in unserem LAnd,  angewidert abwenden, ich kann nicht mehr, nach 2 Jahren Schwindel, Angstmacherei und Heuchelei, ich habe genug davon.-
    • Mensch ohne Welt
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      Ich bin ebenso fassungslos. Was bedeuten denn Waffenlieferungen? Die militärische Übermacht Russlands werden sie nicht brechen, der Krieg wird in die Länge gezogen, das bedeutet, viele Tote und Zerstörung. Manchmal kommt es mir vor, als wäre genau das gewollt, möglichst viele vor allem junge Männer sterben zu lassen, …oder warum richtet man sich in Deutschland darauf ein dass die Mütter mit ihren Kindern auf immer hierbleiben werden? Weil es kein Zuhause mehr geben wird, wohin sie zurückkehren könnten?

      Jeder Krieg ist ein Verbrechen. Die Waffen nieder!

       

  • heike
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    Genau, Putin wollte keine Nato-Osterweiterung und den Ausverkauf seines Landes an den Westen stoppen, weswegen er ja den gierigen Westen ein Dorn im Auge ist.

    Dieser amerikanische Eroberungskapitalismus wendet seit seiner Entstehung immer das gleiche Prinzip an: Twist säen unter den jeweiligen Bevölkerungsteilen und dann mit überlegener Waffengewalt die Macht über diese Gebiete und ihre Rohstoffe an sich reißen.

    Doch diese Wahrheit dürfen die Völker der Welt nicht erkennen, dann wäre es nämlich aus mit dem auf Lug, Trug und Kriegen beruhenden Welteinfluss Amerikas und seiner Vasallen, und die Völker der Erde könnten sich gleichberechtigt entwickeln.

     

     

     

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