Das sechste Massensterben: Aufruf zum Widerstand

 In DER BESONDERE HINWEIS

Gefährdete Art: der „kleine Panda“

„Der Mensch kann nicht ungestraft weitergegen die Grundgesetze der Natur oder der Wissenschaft verstoßen. Wenn wir unseren bisherigen Weg fortsetzen, ist die Zukunft für unsere Spezies düster.“ Am 26. Oktober 2018 veröffentlichte der britische Guardian folgende Erklärung von 94 zum Teil hochrangigen Akademikern unterschiedlicher Fachrichtungen – letztlich ein Aufruf zum zivilen Ungehorsam!

Wir, die Unterzeichner, vertreten verschiedene akademische Disziplinen, und die hier geäußerten Ansichten sind die der Unterzeichner und nicht die ihrer Organisationen. Auch wenn unsere akademischen Perspektiven und unsere Expertise unterschiedlich sein mögen, sind wir uns in einem Punkt einig: Wir werden das Versagen von dieser oder einer anderen Regierung, robuste und dringende Maßnahmen angesichts der sich verschärfenden ökologischen Krise zu ergreifen, nicht tolerieren. Die Wissenschaft ist klar, die Fakten sind unbestreitbar, und es ist für uns unvorstellbar, dass unsere Kinder und Enkelkinder die schreckliche Last einer beispiellosen Katastrophe tragen müssen, die wir selbst verursacht haben.

Wir befinden uns inmitten des sechsten Massensterbens, wobei jeden Tag etwa 200 Arten aussterben. Der Mensch kann nicht ungestraft weitergegen die Grundgesetze der Natur oder der Wissenschaft verstoßen. Wenn wir unseren bisherigen Weg fortsetzen, ist die Zukunft für unsere Spezies düster.

Unsere Regierung ist mitschuldig daran, das Vorsorgeprinzip zu ignorieren und nicht anzuerkennen, dass unendliches Wirtschaftswachstum auf einem Planeten bei endlichen Ressourcen nicht möglich ist. Stattdessen fördert die Regierung unverantwortlich zügellosen Konsumismus und marktwirtschaftlichen Fundamentalismus und lässt zu, dass die Treibhausgasemissionen steigen. Der Earth Overshoot Day (das Datum, an dem der Mensch mehr Ressourcen aus der Natur verbraucht hat, als der Planet im ganzen Jahr erneuern kann) fällt jedes Jahr immer früher (1. August 2018) an.

Wenn eine Regierung vorsätzlich ihre Verantwortung, ihre Bürger vor Schaden zu schützen und die Zukunft für kommende Generationen zu sichern, aufgibt, ist sie ihrer wichtigsten Pflicht zur Führung nicht nachgekommen. Der „Gesellschaftsvertrag“ ist gebrochen worden, und deshalb ist es nicht nur unser Recht, sondern auch unsere moralische Pflicht, die Untätigkeit und die flagrante Pflichtvernachlässigung der Regierung zu umgehen und zu rebellieren, um das Leben selbst zu verteidigen.

Deshalb erklären wir unsere Unterstützung für die Extinction Rebellion, die am 31. Oktober 2018 beginnt (deutsche Facebook-Gruppe HIER). Wir stehen voll und ganz hinter den Forderungen an die Regierung, ihren Bürgern die harte Wahrheit zu sagen. Wir fordern eine Bürgerversammlung, die auf der Grundlage der vorliegenden Erkenntnisse und im Einklang mit dem Vorsorgeprinzip mit Wissenschaftlern zusammenarbeitet, um dringend einen glaubwürdigen Plan für eine rasche vollständige Dekarbonisierung der Wirtschaft zu entwickeln.

Liste der UnterzeichnerInnen und weitere Beiträge zu ökologischen Fragen hier:

https://www.ökoligenta.de/2018/12/18/aufruf-zum-widerstand/

Anzeige von 6 kommentaren
  • Imago
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    Was oben geschrieben steht, ist gewiß ausgesprochen begrüßenswert, aber leider eigentlich doch – längst schon überfällig!!!

    Weiter unten dazu noch ein sehenswertes Video (ein teilweise schon geradezu sarkastischer Vortrag zur Umweltproblematik von Harald Lesch mit dem Titel „Das Kapitalozän“), hier nun der Link dazu:

    https://www.youtube.com/watch?v=6wLlWWp8Vcg

     

    P.S.: Wir stehen nun unmittelbar vor der Aufgabe uns weltweit mit ganz klar entschiedenem nicht nachlassendem Nachdruck, aber auch friedlich, ruhig und gelassen (!!!!!) gegen die inzwischen ungeheuere rücksichtslose Dummheit und Verantwortungslosigkeit zu wehren, mit der ein Großteil der Menschheit bis heute angeleitet durch eine Vielzahl verantwortungsloser Politiker, rücksichtsloser Großkapitalisten und viele offenbar noch immer gewissenlos arbeitende Medien noch immer unseren gesamten Lebensraum & damit auch sich (selbst wie auch gegenseitig) ausbeutet und mit all dem uns und unsere Zukunft immer mehr zerstört! – Das ist gewiß eine schwere Aufgabe, aber sie ist – wenn wir uns (siehe die Hervorhebungen oben) klug verhalten – noch immer durchaus zu lösen und am Ende werden wir auch wirklich stolz sein können, dies dann tatsächlich geschafft zu haben. – Noch ist Winterzeit, eine Zeit der inneren Einkehr, der Ruhe und der Erholung; – zu Beginn des Frühjahrs aber sollten wir – mit so vielen Menschen wie möglich – und so kraftvoll und so überlegt wie noch nie – starten!)

    Zu den oben sehr wichtigen Stichworten friedlich, ruhig und gelassen möchte ich noch mit Folgendem zum Nachdenken anregen:

    VORSICHT!

    Wer sich lauthals entrüstet,

    rüstet meistens auf,

    und nicht etwa

    ab.

    Chaos, (Bürger)-Krieg und noch mehr Leid

    waren dann bisher schon allzuoft die Folge!

    Bewußt

    unbeirrbare

    in sich gekehrte

    stille Entschlossenheit

    ist weitaus kräfteschonender

    und sorgt – auf Dauer wohl auch

    für eine WEITAUS BESSERE Wirkung.

  • Es gibt nichts Gutes, ...
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    Volksbegehren Artenvielfalt

    Wir brauchen 1 Million Stimmen zur Rettung der Artenvielfalt in Bayern!

    Jeder einzelne muss das Volksbegehren Artenvielfalt unterstützen. Jetzt stehen wir vor der zweiten und größten Herausforderung: 10% der bayerischen Wählerinnen und Wähler müssen sich zwischen dem 31. Januar und dem 13. Februar 2019 in den Rathäusern eintragen. Das sind knapp 1 Million Menschen! Dafür brauchen wir viele aktive Unterstützer und starke lokale Aktionsbündnisse!
    Mooshummel an einer Blüte mit dem Logo des Volksbegehrens drauf: 31.1. bis 13.02. eintragen. Volksbegehren Artenvielfalt jetzt | © Monika Graf © Monika Graf Nicht nur Bienen, sondern unsere gesamte Artenvielfalt in Bayern ist stark bedroht (Foto: Mooshummel)

    Dramatisches Artensterben

    In Bayern verschwinden immer mehr Tier- und Pflanzenarten, das ist wissenschaftlich belegt. Wir sind Zeuge des größten Artensterbens seit dem Verschwinden der Dinosaurier. Diese Entwicklung müssen wir stoppen. Es geht dabei auch um unser Überleben: Wenn es keine Bienen und Hummeln mehr gibt, wer bestäubt dann unser Obst und Gemüse?

    • 54% aller Bienen sind bedroht oder bereits ausgestorben!
    • 73% aller Tagfalter sind verschwunden!
    • über 75% aller Fluginsekten sind nicht mehr da!
    • in Bayern leben nur noch halb so viele Vögel wie vor 30 Jahren!

    Was können wir tun?

    Jeder einzelne muss das Volksbegehren Artenvielfalt unterstützen. Die erste Hürde ist bereits überwunden: Knapp 100.000 Menschen haben in der 1. Zulassungsphase für das Volksbegehren unterschrieben. Jetzt stehen wir vor der zweiten und größten Herausforderung:

    10% der bayerischen Wählerinnen und Wähler müssen sich zwischen dem 31. Januar und dem 13. Februar 2019 in den Rathäusern eintragen. Das sind knapp 1 Million Menschen!

    Dafür brauchen wir viele aktive Unterstützer und starke lokale Aktionsbündnisse!

    Die einmalige historische Chance

    Bitte tragen Sie sich gleich Ihr Rathaus-Date in Ihren Kalender ein! In den Rathäusern und anderen amtlichen Eintragungsstätten sind die Listen ausgelegt.

    Wichtig: Gültigen Ausweis mitnehmen! Es dauert nur 2 Minuten, aber Sie retten das Leben bedrohter Arten. Nicht nur die Bienen!

    Das neue Naturschutzgesetz – eine Lebensversicherung für die Artenvielfalt

    Feldlerche schaut frontal in die Kamera und hat ein größeres Insekt im Schnabel | © Peter Lindel © Peter Lindel Gerade Wiesenvögel wie die Feldlerche – Vogel des Jahres 2019 – haben es immer schwerer

    • eine bayernweite Vernetzung von Lebensräumen für Tiere schaffen
    • Hecken, Bäume, kleine Gewässer in der Landwirtschaft erhalten
    • Blühende Randstreifen an allen Bächen und Gräben
    • die ökologische Landwirtschaft massiv ausbauen
    • 10% aller Wiesen in Blühwiesen umwandeln
    • alle staatlichen Flächen pestizidfrei bewirtschaften
    • Naturschutz als Teil der Ausbildung von Land- und Forstwirten

    Der Artenschutz und die Unterstützung der bäuerlichen Landwirtschaft sind eng miteinander verbunden. Beide Seiten – Natur und Bauern – müssen gewinnen. Landwirte müssen fair bezahlt werden, damit sie sich überhaupt noch um die Natur kümmern können.

    Jetzt besteht die Chance Regelungen für den Artenschutz im bayerischen Naturschutzgesetz zu verankern. 2 Minuten Ihrer Zeit retten die Artenvielfalt!

    Mehr dazu unter
    http://www.volksbegehren-artenvielfalt.de
    http://www.facebook.com/VolksbegehrenArtenvielfalt
    #volksbegehrenartenvielfalt #rettetdiebienen

  • CDU_behindert_Umweltschutz
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    Solche Angriffe auf die Zivilgesellschaft kennt man in der EU bisher nur aus Ungarn oder Polen: Die CDU geht jetzt massiv gegen die Deutsche Umwelthilfe vor. Der CDU-Parteitag hat im Dezember beschlossen, dass sie eine Streichung der öffentlichen Mittel für die Umwelthilfe erreichen will. Außerdem will die CDU dem Verein die Gemeinnützigkeit und ihr Klagerecht aberkennen. Klar ist: Die CDU will eine NGO, die sich mutig mit der Autolobby anlegt, mundtot machen.

    Die CDU geht eindeutig zu weit: In Deutschland entscheiden aus guten Gründen die Finanzämter über die Gemeinnützigkeit von Vereinen. Nicht die Parteien! Auch gegen Attac wurde eine ähnliche Strategie gefahren. Man muss nicht alle Methoden der Umwelthilfe unterstützen, aber wir müssen uns gegen diese Versuche, die kritische Zivilgesellschaft kaltzustellen, wehren!

    Die Deutsche Umwelthilfe setzt das Recht auf saubere Luft dort durch, wo die Politik versagt. Seit 13 Jahren hat die Umwelthilfe zahlreiche einzelne Gerichtsverfahren zur Luftreinhaltung gewonnen! Das Ziel der CDU ist durchsichtig: Für die Autolobby will sie eine kritische NGO handlungsunfähig machen. Das dürfen wir nicht hinnehmen! Gerade kritische Organisationen werden als Gegengewicht zu finanzstarken Wirtschaftslobbys dringend gebraucht.

    Bitte unterschreibt diesen Appell an die CDU und ihre Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer: Stoppen Sie Ihre Kampagne gegen die Deutsche Umwelthilfe! Es ist nicht die Aufgabe von Parteien, über die Gemeinnützigkeit von Vereinen zu urteilen!

    P.S: Wie viele Organisationen der Zivilgesellschaft das betrifft, zeigt das Bündnis „Rechtssicherheit für politische Willensbildung“, die zu Recht fordert, dass es einen sicheren rechtlichen Rahmen für das politische Engagement der Zivilgesellschaft braucht: https://www.zivilgesellschaft-ist-gemeinnuetzig.de/die-allianz/

  • Naturfreundin
    Antworten

    Die Menschheit verbraucht jährlich 70 Prozent mehr natürliche Ressourcen, als die Erde zeitgleich erneuern kann (Living Planet Report 2018). Die Bestände von mehr als 4000 untersuchten Wirbeltierarten sind seit 1970 um 60 Prozent zurückgegangen. Besonders stark geschrumpft – um 89 Prozent – sind die Bestände von Säugetieren, Vögeln, Fischen, Amphibien und Reptilien in Süd- und Zentralamerika. „Deutschland hat am erschütternden Rückgang der biologischen Vielfalt weltweit maßgeblich Anteil. Für unseren Lebensstil fallen in Südamerika, Afrika oder Asien Bäume, verschmutzen Flüsse, schwinden Tierbestände oder sterben Arten ganz aus“, sagt Jörg-Andreas Krüger, Geschäftsleiter Naturschutz beim WWF Deutschland.

    Der WWF fordert daher EU-weite Nachhaltigkeitskriterien für importierte Agrar- und Mineralrohstoffe und einen internationalen Waldfonds mit mindestens 100 Millionen Euro Jahresbudget.

    wwf.de/lpr:

    Angesicht der globalen Herausforderungen muss die Europäische Union in den kommenden fünf Jahren all ihre Kraft in die Verwirklichung eines sozialen und ökologisch-nachhaltigen Europas investieren. Nur auf diese Weise wird die EU in Zeiten von globalem Wettbewerb und distributiven Veränderungen ihre soziale Stabilität und Sicherheit dauerhaft aufrechterhalten können. Dabei ist Umwelt- und Naturschutz kein Luxusthema, wie jüngst von einigen politischen Kräften behauptet, sondern zutiefst mit den Themen soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit verbunden

    Die Europäische Union benötigt:

    • eine Innovations- und Investitionsoffensive in nachhaltige Wirtschaftsformen, um den ökologischen Fußabdruck der EU zu verringern
    • eine konsequente Dekarbonisierung des Verkehrs und der Industrie
    • eine ökologisch und soziale Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik
    • eine kohärente Umsetzung der EU-Natur- und Artenschutzgesetze
    • institutionelle Reformen, um den Stellenwert von Nachhaltigkeits- und Klimaschutzpolitik in der EU aufzuwerten.

    Ziel ist es, deutlich weniger Energie, Ressourcen und Flächen zu verbrauchen und unsere natürlichen Lebensgrundlagen hier und weltweit zu erhalten.“

  • Regenwald schützen
    Antworten
    Unter http://www.regenwald.org kann man eine Petition zum Erhalt des Amazonasregenwaldes und indigener Schutzgebiete unterschreiben:

    „Die Regierung ist nur für kurze Zeit im Amt. Wir Indigene sind dagegen für immer da“, erklärt Leila Rocha vom Volk der Guarani Kaiowa. Mit solchen Leitsprüchen protestieren die brasilianischen Ureinwohner vor dem Parlament in der Hauptstadt Brasilia. Mit offenen Schreiben wenden sie sich an die Regierung des südamerikanischen Landes.

    Präsident Bolsonaro hat angekündigt, dass seine Regierung nicht einen einzigen Zentimeter Land den Ureinwohnern zuerkennen werde. Stattdessen will er die Naturschutzgebiete und den Amazonasregenwald für die Agrar- und Bergbauindustrie öffnen.

    Die Verwaltung der indigenen Territorien wurde dem Landwirtschaftsministerium unterstellt. Als Agrarministerin ernannte er Teresa Cristina. Sie übernimmt das Amt vom Soja-Milliardär Blairo Maggi, dem weltweit größten Sojaproduzenten aus dem Bundesstaat Mato Grosso.

    Bereits in den Monaten vor der Amtsübernahme Bolsonaros sind die Rodungsraten in Brasilien drastisch in die Höhe geschnellt. Zwischen August und November wurden 287 km2 Wald abgeholzt, eine Steigerung um über 400%. Auf Mato Grosso entfielen dabei allein 175 km2, 85% davon illegal.

    Schon seit Jahren kämpfen die brasilianischen Indigenen gegen von der Agrar- und Bergbauindustrie vorangetriebene Verfassungs- und Gesetzesänderungen. Dazu gehört der Antrag PEC 215, der es dem Parlament ermöglichen soll, die staatlichen Natur- und indigenen Schutzgebiete aufzuheben. Schon mehrmals konnten die Ureinwohner PEC 215 stoppen. Sie besetzten den Kongress in Brasilia, ihre Demos verhinderten die Debatte im Parlament.“

    • Imago
      Antworten
      Danke für den Hinweis auf die obengenannte Petition. Ich habe sie ebenso unterschrieben, wie auch weitere Petitionen auf dieser Seite, die dem Schutz des Regenwaldes dienen und ichhoffe, daß auch noch viele andere Leser hier dies tun werden.

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