Das Spalter-Narrativ

 in FEATURED, Gesundheit/Psyche, Politik

Bis tief in Familien hinein bewirkt die Corona-Frage eine wachsende Entfremdung — von Politik und Medien wird dies bewusst in Kauf genommen. Schwere Folgen für Gemeinschaften und Familien ergeben sich immer dann, wenn einer Gesellschaft ein bestimmtes Narrativ auf Biegen und Brechen von oben verordnet wird. Wenn der Keil der Spaltung von einer autoritär agierenden Politik, im Schulterschluss mit öffentlichen Medien, in die Gesellschaft „hineingerammt“ wird, entstehen mitunter Verletzungen bis tief in familiäre und Freundschaftsbeziehungen hinein. Diese sind oftmals nur schwer zu behandeln oder gar zu heilen. Anlass für die Autorin, diesen Text zu schreiben, war ihr Mitgefühl für jene Menschen, die eine kritische Haltung zum verordneten Narrativ einnehmen. Viele von ihnen geben sich redliche Mühe, die gegen sie erhobenen Vorwürfe ihrer erwachsenen Kinder zu entkräften und scheitern damit regelmäßig. Hanne Hilse

In meinem Umfeld gibt es einige Menschen, die immer wieder das Gespräch mit ihren Kindern oder auch engen Freunden suchen, um sich zu erklären. Und oft verstricken sie sich in Rechtfertigungen, lassen sich in die Enge treiben und verzweifeln über den nicht mehr entspannten Kontakt und das Fehlen einer einstmals liebevollen und von Respekt getragenen Beziehung.

Besonders verstörend erleben sie und ich ein Phänomen, das wir auch bei Demonstrationen immer wieder beobachten. Nämlich die Nicht-Bereitschaft der „anderen Seite“, sich auf Argumente einzulassen, das Abtauchen, das Verweigern des Dialogs. Wie oft schon wurden und werden auch Gegendemonstranten immer wieder zum Dialog eingeladen, was meines Wissens nur einmal halb und einmal nur sehr destruktiv funktioniert hatte. Es gab dabei einfach keine Bereitschaft zum respektvollen Gespräch, zum Zuhören, zum Austausch von Erfahrungen und so weiter. Es schien nie um Argumente zu gehen, und so erscheint es oftmals auch im privaten Gesprächsversuch. Mir kommt dann das Bild der drei Affen in den Sinn: nichts hören, nichts sehen, nicht sprechen.

Das war damals bei der Errichtung des faschistischen Regimes in Deutschland durch Hitler und seine Helfershelfer ebenso zu beobachten wie auch beim Installieren autoritärer Regime in anderen Teilen der Welt.

Im Schicksalsjahr 2020 erleben wir etwas Ähnliches. Ein Virus wird benutzt, um weltweit Freiheitsrechte zu beschneiden und auch abzuschaffen, und die Spaltung in sich Fügende und Kritiker geht durch alle gesellschaftlichen Gruppen und Schichten. Und sie geht ebenso durch die Familien und Generationen. Jeder von uns wurde und wird im Zuge dieser sich rasant ausbreitenden Entwicklung in der einen oder anderen Weise davon betroffen.

Die öffentliche Berichterstattung wird von Alarmismus regiert, und die Menschen sind in einer permanenten, den Alltag tangierenden Weise herausgefordert, Stellung zu beziehen: Maske an, Maske aus, darf man noch Geburtstag feiern und wie, muss ich Angst haben vor Menschen, die keine Maske tragen, sind Querdenker gefährliche Rechtsextreme, darf ich noch die Oma besuchen, sollte ich Verständnis haben für Menschen, die sagen, sie bekämen keine Luft unter der Maske, gibt es wirklich so viele an Covid-19 Erkrankte oder haben die nur die Grippe, ist der PCR-Test eine verlässliche Methode, warum werden alle Kritiker so bekämpft, brauchen wir eine Impfung und so weiter und so weiter.

Sehr viele Menschen fühlen sich anscheinend von so vielen Fragen völlig überfordert und gehen lieber den vermeintlich sicheren Weg, indem sie in allem der Regierung und den Ansagen in TV und Tageszeitung Folge leisten. „Es ist halt kompliziert und die Virologen, die die Regierung beraten, werden schon nichts Falsches tun.“ Also folgen sie der Herde, sicher manches Mal auch gegen ihr eigenes Bauchgefühl, das ihnen sagt: Hier stimmt etwas nicht.

Viele von uns begannen irgendwann, manche früher, manche später, auf ihr Bauchgefühl zu hören und fingen an, eigenständig zu recherchieren, die kritischen Stimmen aus der Ärzteschaft wahrzunehmen, sich in vielen unterschiedlichen alternativen Medien zu informieren und Fragen zu stellen.

Manche von uns wurden zu wahren Experten auf medizinischem sowie auf psychologischem Gebiet, in Statistik und Mathematik, in Lerntheorien und Manipulationstechniken und vielem mehr. Wir hörten Hunderten von Fachleuten in ebenso vielen Videos der Freien Medien zu, wir lasen mindestens ebenso viele Artikel, wir erkannten Zusammenhänge, wir tauschten uns aus, wir beobachteten das weltweite Agieren, und wir nahmen im Laufe der Zeit wahr, wie mit Kritikern umgegangen wurde. Wir erkannten, dass abweichende Meinungen nicht erwünscht waren — und nach wie vor nicht sind —, dass Kritiker aus der Ärzteschaft, der Politik und dem Journalismus verfolgt, diffamiert, beleidigt, ihre Videos gelöscht und ihre Webseiten blockiert wurden.

Wir fragten uns kopfschüttelnd, was mit den ansonsten durchaus kritisch daherkommenden Kulturschaffenden passiert ist. Die Fragen nahmen gar kein Ende. Wieso gab es auf einmal so viele, die vorher gesund und munter waren, dann aber plötzlich und überraschend verstarben, gerade als sie begonnen hatten, sich öffentlich kritisch zu einigen der Regierungsmaßnahmen zu äußern? Wir fragten uns, warum das Stehen auf öffentlichen Plätzen mit unserem demokratischen Grundgesetz in der Hand plötzlich eine Straftat sein sollte. Und wir gingen auf die Straßen und forderten das Einhalten der Grundrechte und sahen uns konfrontiert mit Vorwürfen, dass dort — angeblich oder tatsächlich — auch Menschen mit rechter Gesinnung neben uns stehen würden.

Meine eigene erste Antwort auf einen derartigen Vorwurf war der Satz: „Eine Wahrheit wird nicht zur Lüge, bloß weil die ‚Falschen‘ sie beklatschen.“ Und ich fragte reihum, ob ich nicht demonstrieren dürfe, wenn Menschen, deren Meinungen bei anderen Themen vielleicht von meiner abweichen, auch für dieses Ziel oder gegen diese Maßnahmen demonstrieren. Darauf bekam ich keine Anworten, wie auf so vieles nicht.

Inzwischen hatte ich aber längst begriffen, dass hier nur ein Ablenkungsmanöver stattfand und nach wie vor stattfindet, um sich nicht mit inhaltlicher Kritik auseinanderzusetzen. Menschen werden als „rechts“ oder als „Corona-Leugner“ oder als Antisemiten oder wer weiß was diffamiert, damit man sich mit der Kritik, die sie vortragen, nicht beschäftigen muss. Das ist ebenso dumm wie offensichtlich!

Die Widersprüche von Maßnahmenkritiken zum Mainstream-Narrativ wurden immer offensichtlicher und hielten also Einzug in die engsten Beziehungen. Viele von uns machten die schmerzhafte Erfahrung, von guten Freunden oder Familienmitgliedern nicht mehr verstanden zu werden. Menschen, die uns schon lange kannten, die uns lieb und teuer waren und sind, wandten sich plötzlich ab, stellten uns in eine Reihe mit angeblichen oder tatsächlichen „Nazis“, ohne dafür wirklich stichhaltige Argumente vorzubringen.

Und vor allem, ohne sich damit zu beschäftigen, wieso denn Tausende von Menschen täglich weltweit auf die Straßen gehen gegen die Errichtung von Zwangsregimen, die die Meinungsfreiheit aushebeln, die mit Gewalt gegen friedliche Bürger vorgehen, deren Existenz gerade im großen Stil zerstört wird. Ohne zu verstehen, wieso sich Hunderte von Ärzten und Anwälten organisiert haben, um für die Wahrheit einzustehen, für Bürgerrechte und Wahlfreiheit über medizinische Behandlungen. Nichts! „Ihr marschiert mit Nazis!“ Das muss reichen, um uns mundtot zu machen. Das ist nicht nur äußerst billig, es ist an Dummheit nicht zu überbieten.

Ich habe inzwischen in meinem Umfeld mit dem Abtauchen und den Nicht-Reaktionen Frieden geschlossen. Aber es schmerzt mich dann doch, wenn ich bei sehr guten Freunden erlebe, dass sie unter der Abwendung oder den Angriffen ihrer Kinder derart leiden. Diese Kinder verstehen ja oft nicht, dass sie im „Spiel der Regierenden“ gefangen sind, wenn sie ihren Eltern vorwerfen, gemeinsame Sache mit „Rechten“ zu machen. Sie verstehen nicht, dass das Prinzip „Teile und herrsche“ schon immer eine Strategie der Machthaber war, um sich Gefolgschaft zu sichern. Sie sehen nicht, auf welche Ablenkungsmanöver sie hereinfallen. Und es tut mir so leid, wenn Freunde sich auf diese Ebene der Rechtfertigungen begeben, statt sich solchen Fragen zu stellen wie zum Beispiel:

* Was bedeutet für dich „rechts“?

* Wenn Menschen für ihre Freiheitsrechte, für Meinungsvielfalt und für Dialog auf die Straße gehen, findest du, dass das „rechts“ ist?

* Von wem werden gerade die Grundrechte beschnitten und warum?

* Gibt es dafür tatsächlich gravierende Gründe?

* Wie hoch ist die Sterblichkeit bei diesem Virus tatsächlich?

Es gäbe ja eine Menge Fragen, die man den Menschen stellen kann, die einfach nur beklagen, dass man zusammen mit sogenannten echten oder vermeintlichen Rechten demonstriert.

Wir haben unseren Kindern im Idealfall sowohl Wurzeln als auch Flügel gegeben, mit denen sie hinfliegen können, wohin sie wollen. Und wenn sie bei diesem uns alle betreffenden existenziellen Thema eine andere Richtung einschlagen als wir selbst, dann sollten wir auch das akzeptieren können.

Umgekehrt bedeutet das aber auch, dass wir Respekt erwarten können für unsere eigene Haltung: Wenn du, mein Sohn, meine Tochter, mir in diesem Punkt nicht folgen willst oder kannst, dann ist das okay so. Und du, mein Sohn, meine Tochter, musst akzeptieren, dass ich dir in deiner Haltung ebenso nicht folgen kann oder will. Und auch das sollte okay sein.

Das bedeutet nicht, dass wir uns weniger lieb haben, es bedeutet lediglich, dass wir ein bestimmtes Thema anders einschätzen und andere Schlüsse daraus ziehen. Wir sollten natürlich offen bleiben für Fragen, uns aber aus fruchtlosen Kämpfen heraushalten. Respekt auf beiden Seiten ist hier gefordert.

Ich verstehe inzwischen, warum so viele Menschen lieber mit der Masse schwimmen und sich regierungskonform verhalten. Es ist bequemer so. Man macht sich nicht angreifbar.

Und vor allem, und das ist vielleicht das Wichtigste: Man vermeidet es, sich damit zu befassen, was eventuell wirklich hinter allem stecken könnte. Weil diese Erforschung, diese Auseinandersetzung und ein daraus erfolgendes mögliches Begreifen das gesamte Weltbild erschüttern oder gar zum Einsturz bringen könnte. Ich habe die Vermutung, dass auch das bei einigen Menschen dahintersteckt, dass sie andere Sichtweisen des Geschehens so vehement ablehnen und bekämpfen müssen.

Sie schützen sich vor den Erkenntnissen, die zu ihnen kommen könnten. Gerade die Menschen, die eine diffuse Ahnung verspüren, ihre innere Stimme aber abtöten müssen, weil sie sich den Dingen, derer sie gewahr werden könnten, nicht gewachsen fühlen. Vielleicht braucht es noch etwas mehr Zeit, noch etwas mehr und deutlicher von der Fratze des Totalitarismus zu sehen, noch etwas mehr und deutlicher den wirtschaftlichen Ruin zu erfahren, bis manche Menschen beginnen, zu verstehen …

 

Dieses Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.

Dank an den Rubikon, www.rubikon.news, wo dieser Artikel zuerst erschienen ist.

Showing 3 comments
  • Avatar
    Freiherr von Anarch
    Antworten
    Beim ersten ‚lockdown‘ war ja noch eine gewisse Lässigkeit zu spüren, man hat Witze auch gemacht und auch darüber gelacht, trotzalledem und auch geschimpft über die Frechheit uns wegsperren zu wollen, denen da oben den Vogel gezeigt – Solidarität deswegen untereinander. Ich rede von der ‚ganz normalen Otto-Normal-Gesellschaft.‘

    Nun aber ist das anders – agressiv und giftig die Leute untereinander, bouncer am Eingang der Lebensmittelläden und drinnen in der Vorhalle, wie Wachsoldaten postiert und ständig scharfe Ermahnungen aussprechend, Drohungen.

    Die Kunden sind sehr gereizt, giften sich selbst untereinander an, beschimpfen sich gegenseitig wegen nix und wieder nix.

    Und kommt es zu einer Auseinandersetzung mit einem dieser Security-Trottel, dann kommen Beschimpfungen aus der ‚Schlange‘ nicht etwa gegen den Trottel, sondern gegen dich.

    Wegen meinem roten Che-Guevara-Schal auf der Nase und dem großen Button am Herz ‚Umarmbar ‚ bin ich sofort als Schädling ausgemacht und man verfolgt nenau jede meiner Bewegungen und findet ständig einen ‚Grund‘ mich zurechtweisen zu wollen…

    Naja – ich bin schon einer der kontert und auch mal deutlichere Worte rauslässt ( schleich di du depp ) ist aber nun wirklich eine Gratwanderung zwischen Hausverbot und Polizei oder weiterhin einkaufen zu können.

    All das hat man also schon erreicht, die Vergiftung innerhalb der Gesellschaft und das komplette Wegducken unter diesen faschistischen Zwangsmaßnahmen. Noch ein paar Monate und dann hat sich das eingefressen, der Abstand zum Anderen dann ’normal‘ und auch das Mißtrauen gegen Jeden.

    Genau das ist politisch-verbrecherisch gewollt, auch deshalb nun dieser wiederholte lockdown.

    Dann ist der Umbau gelungen wie sie es von Anfang an vorhatten.

    Den Zeitpunkt des energischen erfolgreichen Widerstandes hat man verpasst, wiedermal – verschlafen wiedermal – und wenn nun der seidene und schon sehr dünne justiziäre Faden reisst, dann Gute Nacht Freiheit, Gerechtigkeit, Rechtsstaat, Aus, Vorbei !

    Nun muss ich ernsthaft darüber nachdenken mich zu *********

    und kann ein finaler Akt der Verteidigung meiner Freiheit sein.

    libertad o muerte !

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

  • Avatar
    A.K.
    Antworten
    https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2020/12/15/die_isolation_der_alten_pflege_in_zeiten_der_corona_dlf_20201215_1915_55cc6e9a.mp3

    Wo haben die „Linken“ „Grünen“ „Christen“ …. eigentlich ihr Herz gelassen?

    Isolation ist Folter.

     

  • Avatar
    Juergen W
    Antworten
    Ja, Frau Hilse: „Teile und herrsche“ ist hier wohl die Essenz. Das funktioniert leider. Die Deppen regieren sich gerade in einen Rausch! Geht trotzdem nicht gut – auch wenn der Zeitpunkt für erfolgreichen Widerstand verpasst ist. Das regelt sich von alleine, kann natürlich länger dauern, wird aber auch schreckliche Konsequenzen für die Eliten haben. So etwas bleibt einfach nie ungestraft.

    Ja, die Kommunikation im näheren Umfeld ist eine Katastrophe, auch bei mir. Sagte KenJebsen „Propaganda macht happy“? Genau das erlebe ich in meinem Umfeld auch. Trotzdem distanziere ich mich inhaltlich, und zwar klar und unmissverständlich. Ja, es führt auch zu Brüchen, aber im Allgemeinen lasse ich meine Türen für mir nahestehende Menschen zeitlebens auf. Die Macht der Angst-Propaganda macht auch aus den kritischsten Zeitgenossen brave Untertanen. Daran ist derzeit nichts zu ändern. Scheiß drauf.

    Die kleinen Polizei-Panzer zu Nikolaus sind meines Erachtens eine Provokation erster Güte. Kritiker der Corona-Maßnahmen sollten daher, meiner Meinung nach, den gewaltfreien Weg weiter gehen und diese Provokation ignorieren, denn genau das wird den „Dicken“ am meisten ärgern. Die Typen wollen Stress.

    Bis zur BTW werden noch so einige verborgene Details des NeoFaschismus auftauchen, z.B. die Privatisierung von ARD/ZDF oder die Abschaffung des Beamtentums, der Gewerkschaften, Kirchen(?) und des kompletten Einzelhandels etc., etc. Das Tempo und die dystopische Kreativität der Eliten ist so enorm hirnrissig, dass analog dazu auch viele handwerkliche Fehler passieren werden. Denn guckt sie euch an! Können diese Gartenzwerge irgendetwas ausser quatschen und strafen? Die können leider gar nichts, leider, leider!

    Zum Schluss: Ihr lieben, lieben Deutschen, ihr seid 2020 vielen, ganz, ganz vielen Blendern hinterher gelaufen und habt es komplett versaut, Beethoven und Hölderlin angemessen zu würdigen. Das verzeihe ich euch nie! Also, es sind nicht nur die ganz großen Eliten, auch das gesamte Bildungsbürgertum hat komplett versagt, denn die zwei genannten werden bleiben bis der Herrgott für uns Menschen das Licht auslöscht, final.

Kommentar schreiben:

Start typing and press Enter to search