Der Corona-Virus setzt Griechenland immer stärker zu. Aber auch bei uns war der Wurm drin.

 in FEATURED, GRIECHENLAND, Holdger Platta, Über diese Seite

211. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ Manchmal ziehen kleinere Irrtümer größere Fehleinschätzungen nach sich. Davon ist heute vor allem zu berichten, und diese Feststellung betrifft zum ersten Mal auch unsere Hilfsaktion. Deswegen heute vor allem ein Bericht über uns, über die Organisation unseres Hilfsengagements von unseren bundesdeutschen Arbeitsplätzen aus. Schon jetzt sei gesagt: mit einem überaus guten Ergebnis, was die Möglichkeiten für unsere Arbeit für die notleidenden Menschen in Griechenland betrifft. Mit einem Versprechen allerdings auch, das sich auf unsere zukünftige Arbeit für die hilfsbedürftigen Menschen in Griechenland bezieht. Holdger Platta

Liebe HdS-Leserinnen und liebe HdS-Leser,

ausnahmsweise heute einmal ein Bericht zu unserer GriechInnenhilfe ganz anderer Art: es wird ausschließlich um unsere Spendenaktion selber gehen – freilich mit einer ganzen Reihe positiver Nachrichten.

Zur Situation in Griechenland nur folgende zwei allgemeine Bemerkungen vorweg:

„Selbstverständlich“ ist Griechenland von der Corona-Krise noch stärker betroffen als die meisten anderen, als die begüterten Länder auf unserem Kontinent. Vom kaputten Gesundheitssystem in Griechenland muss dabei wahrlich nicht erneut die Rede sein, auch nicht von den verheerenden Zuständen in den Flüchtlingslagern, die irgendwelche Schutzmaßnahmen vor der Virus-Ansteckung unmöglich machen. Präzise Angaben zur Anzahl der Erkrankten in Griechenland liegen mir nicht vor, schon gar nicht über irgendwelche Anstiegsziffern, keine Angaben auch zu Test- und Behandlungsmöglichkeiten, zur Anzahl von Intensivbetten, von Schutzmasken, Schutzkleidung, zur Anzahl der Toten oder auch bereits Genesenen. Griechenland ist auch ein Katastrophenland, was den Kenntnisstand über das Ausmaß der Katastrophe in Griechenland betrifft.

Die zweite Vorabmitteilung vorweg: „Selbstverständlich“ hat auch die griechische Regierung inzwischen mit einer Vielzahl von Erlassen und Verboten reagiert, die der weiteren Verbreitung des Corona-Virus entgegenwirken soll. Vieles entspricht dem, was auch im stillgelegten Deutschland mittlerweile zur Alltagserfahrung geworden ist. Schließung von Cafés, Restaurants und Hotels, von Museen, Theatern, Konzertsälen, Verbot öffentlicher Versammlungen, von Veranstaltungen jedweder Art: das alles hat auch unser Land inzwischen mehr oder minder zum Erliegen gebracht. Mit einem Wort – und ich sprach das ja bereits in der letzten Woche an: Tourismus, eine der Haupteinnahmequellen für Griechenland, fällt in diesem Jahr wahrscheinlich nahezu vollständig aus. Die Katastrophenbekämpfung ist selber zur Katastrophenursache geworden. Und trifft auf Großteile der Bevölkerung, die bereits vorher ökonomisch und sozial in der Katastrophe zu leben hatten.

Schließlich wurde in Griechenland nahezu vollständig auch eine Ausgangssperre über die Bevölkerung verhängt. Wer sein Haus oder seine Wohnung verlässt, hat eine Bescheinigung mit sich zu führen – mindestens das –, der kontrollierende Polizeibeamte den Namen und die Adresse des Bürgers entnehmen können, der draußen angetroffen wird, den Grund seines Aufenthalts draußen an der frischen Luft, und das alles mit Datum, Uhrzeit und Unterschrift versehen. In Griechenland ist mittlerweile auch permanente Polizeistunde angesagt, zu jeder Tages- und Nachtzeit! Neben der Corona-Katastrophe, neben der Katastrophe der Katastrophenbekämpfung, neben der Katastrophe, die vorher schon in Griechenland sozial und ökonomisch für Millionen von Menschen existierte, also Katastrophe Nummer vier: ein nahezu völliger Freiheitsentzug. Es herrscht also viel Unruhe in Griechenland, Unruhen allerdings gibt es auch in Griechenland nicht. Das griechische Volk ist – wie bei uns – ein überaus gehorsames und artiges Volk.

Ich weiß: ein fast zynisch zu nennender Kontrast daher, dass wir – die OrganisatorInnen der GriechInnenhilfe – ausgerechnet bei uns, bei unserer Hilfsaktion, mit einigen sehr guten Nachrichten aufwarten können. Aber der Reihe nach, wie stets:

Zuallererst, der Vorwoche, die uns ein Null-Ergebnis beschert hatte beim Spendeneingang, ist eine Woche gefolgt, die uns einen enormen Anstieg der Hilfszuwendungen beschert hat: insgesamt 8 Helfer und Helferinnen unter Euch überwiesen 825,- Euro an uns. Erleichterten Herzens danke ich allen UnterstützerInnen sehr – was sicherlich auch für meine MitarbeiterInnen im Organisationsteam gilt. Nein, aufgeben müssen wir also nicht.

Das bedeutet zum zweiten, dass wir endlich an Evi und Tassos Chatzatoglou jene 1.000,- Euro nachüberweisen können – vor allem für die armen Familien auf Andros – , einen Betrag, den wir vor gut vier Wochen noch nicht an unsere Helfer in Graz zu überweisen vermochten (siehe dazu meinen 206. Bericht!).

Mir ist – ich sage es offen! – ein großer, großer Stein vom Herzen gefallen. Und ich kann nur hoffen, daß sich ein solcher Fall von Finanznot nicht wiederholen wird.

Womit ich auch bei der dritten guten Nachricht bin, die unsere Spendenaktion betrifft – bei einer Nachricht, die zusätzlich Anlass zur Hoffnung gibt, zur Hoffnung, dass der erstmalige Fall, Menschen nicht mehr helfen zu können, denen wir ohne jede Unterbrechung über nunmehr fast fünf Jahre hinweg bis zu jenem Datum vor vier Wochen kontinuierlich und zuverlässig immer wieder erneut helfen konnten, ein einmalige Sache bleiben wird.

Aus Gründen, die mit unserer GriechInnenhilfe unmittelbar gar nichts zu tun hatten, inspizierten wir Vorstandsleute von der IHW – der „Initiative für eine humane Welt“, des Trägervereins von GriechInnenhilfe und HdS – während der letzten vierzehn Tage aufs sorgfältigste die Finanzsituation bei unserem Verein insgesamt. Keine Angst (dieses vorweg!): nirgendwo sind irgendwelche Gelder „verlorengegangen“, schon gar nicht Gelder „abgeflossen“ für Zwecke, die mit unseren Vereinszielen gar nichts zu tun gehabt hätten – egal, in welchem Bereich unserer Tätigkeiten! –, aber, sachlich begründet durch den Personalwechsel bei uns im Amt des Kassenwarts – niemand trug an diesen Übermittlungsfehlern die Schuld –, sind Gelder zum Teil falsch „geparkt“ und falsch zugeordnet worden bei uns, zum Teil auch falsch „interpretiert“ (leider halten sich nicht alle SpenderInnen an unsere dringende Bitten, ihre Spenden für unsere Hilfsaktion stets mit dem Stichwort „GriechInnenhilfe“ zu versehen). Lange Rede, kurzer Sinn:

Statt eines erheblich niedrigeren Betrages, den wir bislang in unseren Spendentabellen für die GriechInnenhilfe aufgelistet hatten, beträgt der Gesamtbetrag, der uns derzeit für unser Engagement in Griechenland zur Verfügung steht, 2.895,73 Euro. Das erlaubt uns, die oben erwähnte sofortige Überweisung der 1.000,- Euro an unsere GriechInnenhelfer vor Ort, an  Evi und Tassos Chatzatoglou. Das sichert uns aber auch einen Reservebetrag von 1.895,73 Euro für weitere Hilfen in nächster Zeit. Ich bin sehr froh, Euch dieses heute mitteilen zu können! Und verbinde das, gleichsam rückwirkend, mit einem großen Dank auch an die Spenderinnen und Spender, die bereits in der Vergangenheit für eine sichere Finanzierung unserer Hilfsaktionen zu sorgen wussten. In Zukunft aber, das ist klar, werden wir häufiger Zwischenkontrollen ansetzen, um nicht wiederum irgendwelchen Fehleinschätzungen aufzusitzen. Irrtümer unterlaufen uns allen. Schlimm wäre nur, sie öffentlich nicht korrigieren zu wollen. Das gilt, im übrigen, für alle Bereiche unseres Lebens, und das bleibt, selbstverständlich, auch die Maxime für die GriechInnenhilfe, das bleibt selbstverständlich auch die Maxime für uns!

Und damit, wieder einmal, zu meinem Aufruf zu Spenden für unsere Hilfsaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“. Also:

Wer uns Gelder für unsere Hilfe für Menschen in Griechenland zukommen lassen will, der überweise uns diese bitte unter dem Stichwort „GriechInnenhilfe“  auf das Konto:

Inhaber: IHW

IBAN: DE16 2605 0001 0056 0154 49

BIC: NOLADE21GOE

Wer eine Spendenbescheinigung benötigt – ab 201,- Euro erforderlich –, wende sich bitte an unseren Kassenwart Henry Royeck, entweder unter der Postanschrift Sültebecksbreite 14, 37075 Göttingen, oder unter der Mailadresse henryroyeck@web.de.

Und wer, wie gesagt, noch etwas mehr tun will: auch unser gemeinnütziger Verein, die „Initiative für eine humane Welt (IHW) e.V.“, ist immer wieder erneut auf neue Hilfsgelder angewiesen, zur finanziellen Absicherung unserer Arbeit ganz generell. Diese Spenden bitte dann an dasselbe Konto, wie oben angegeben, jedoch mit dem Stichwort „GR-IHW“ versehen. Es sei wiederholt: wir würden uns riesig auch über diese Unterstützung freuen.

Mit herzlichen Grüßen wie stets

Euer Holdger Platta

 

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