Die Anstalt: 25 Jahre Bahnreform

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Die wichtigsten Vokabeln bei der Deutschen Bahn sind ja „heute“ und „ursprünglich“. Da niemand mehr ernsthaft von der Bahn erwartet, pünktlich zu sein, müssen die Lautsprecher-Durchsagenden Hochleistungen erbringen: „Ursprüngliche Abfahrt: 8:25. Heute mit ca. 47 Minuten Verspätung und geänderter Wagenreihenfolge.“ Uthoff und von Wagner liefern eine glänzend recherchierte und pointiert vorgebrachte kleine Geschichte unserer Bahn-Misere – die Geschichte einer großen Verarsche auf Kosten der gequälten Kunden.

Anzeige von 4 kommentaren
  • Rüdiger
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    Das war eine klasse Sendung, die auch mit Blick auf Stuttgart 21 und die verantworlich Verantwortunglosen traurig gestimmt hat. Das macht sehr nachdenklich mit Blick auf den Zustand der Gesellschaft, und leider auch mit dem Ausblick auf die Zukunft.

    Doch eine kleine positive Stimme zur Bahn: In der Reha in der tiefsten Provinz erreichte mich die Todesnachricht eines nahe stehenden Menschen aus der Familie. Nun galt es, zur Trauerfeier per Regionalbahn und dann ICE – also mehrere Umsteigehaltestellen – zur Trauerfeier und dann Abends auch wieder zurück zu fahren. JEDER Zug war auf die Minute pünktlich, kein Streß mit den Anschlusszügen. Das war toll! Also: auch mal das positive anmerken!

     

  • Piranha
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    Bei meinen regelmäßig wiederkehrenden Fahrten nach Stuttgart bin ich wegen Komplettausfällen zweimal in der tiefsten pfälzischen Provinz gelandet, sollte von dort eine Stunde später einen Anschluss zum nächstgrößeren Bahnhof bekommen, der dann aber auch 30 min. (bzw. 45 min.) Verspätung hatte … jedenfalls war ich am Ende ca. drei Stunden später als geplant am Zielort, konnte in einem Fall die Eintrittskarte für eine abendliche Veranstaltung wegwerfen…

    In allen anderen Fällen waren 5 – 10-minütige Verspätungen  für mich kein Problem, allerdings für eine Bekannte aus meiner Stadt, die nur die Hälfte mit mir fuhr, dann aber hätte umsteigen müssen – sie hat den Anschluss verpasst, der Zug war schon weg 🙁

    Mehdorn im Interview im Oktober 2010:

    Mehdorn: Es ist ein grundsätzliches Problem, dass es der Bahn an Akzeptanz fehlt. Jeder weiß, noch mehr Lkw auf der Straße gehen nicht, das Auto ist nicht die Lösung aller Mobilitätsprobleme. Trotzdem spart der Bund ausgerechnet bei der Schiene. Überall in der Welt werden neue Strecken gebaut, nur nicht bei uns. Dabei sind der Bedarf und die Erwartung an die Bahn groß.

    Das Interview führte Carsten Brönstrup. Zuerst erschienen im Tagesspiegel https://www.zeit.de/wirtschaft/2010-10/mehdorn-bahn-stuttgart-21/seite-3

    Bei künftig 8 statt 16 Gleisen wird das bestimmt klappen.

    Mehdorn: wo der seine Finger hinlegt, geht es unweigerlich schief, ob die blödsinnige Kapitalprivatisierung der DB, ob S21, ob BER oder air Berlin. Wer dann noch eine Flachzange wie Pofalla…

    Jetzt also solls Richard Lutz richten, der schon lange im Vorstand der Bahn sitzt und für Finanzen & Controlling zuständig war.

    Das wird doch wieder nichts.

    • Peter Boettel
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      Ja, Mehdorn hat noch alle Firmen, bei denen er war, an die Wand gefahren, aber hinterher eine Abfindung kassiert, von der wir eine Weile gut leben könnten. Ebenso wird es dann mit Lutz und Pofalla sein. Dieses Geld wäre besser bei der Infrastruktur der Bahn, oder beim normalen Personal, angelegt.

      Ich hatte in meinem Leserbrief vom 07.01.2019 folgende Vorschläge unterbreitet, die sich mit den Inhalten der Sendung der Anstalt, voll decken:

      „1. den Verkauf von Unternehmen wie der DB Arriva plc., da es nicht Aufgabe der DB ist, in weiteren 14 europäischen Ländern tätig zu werden, wobei es auch hier zu spektakulären Missgriffen (Einsatz von ausrangierten übergroßen Bussen in La Valetta mit anschließendem Verkauf dieser Busse zu einem symbolischen Minibetrag) gekommen ist, wenn sie nicht in der Lage ist, im Inland einen Bahnbetrieb ordnungsgemäß durchzuführen;

      2. die Rückführung der Deutschen Bahn in das Sondervermögen des Bundes mit Auflösung sämtlicher ca. 30 (!) Tochterunternehmen samt hochdotierten Vorständen und Aufsichtsräten, die z.T. ohne Wissen voneinander und z.T. gegeneinander agieren und somit wertvolle Gelder verschlingen, ohne dass sie es vermögen, die Deutsche Bahn wieder attraktiv zu machen, wie es in anderen Ländern selbstverständlich ist, wobei anstelle der zahlreichen Vorstände als Versorgungsposten abgehalfterter Politiker die Einstellung des benötigten Bedienungspersonals wie z.B. Lokführer wesentlich notwendiger ist;

      3. die überfällige Einstellung des Wahnsinnsprojekts Stuttgart 21, das im Laufe der Jahre trotz vielfacher Warnungen von Fachleuten immer mehr zusätzliche Milliarden Euro verschlingt, die in einem funktionierenden Bahnbetrieb geeigneter angelegt werden können. Hierzu sei auf die zahlreichen Initiativen, Berechnungen, Montagsdemos, insbesondere die Initiative „Ausstieg jetzt“ unter https://www.stuttgart21-ausstieg-jetzt.de/ mit prominenten Unterstützern wie dem Journalisten Dr. Franz Alt, dem Ingenieur Klaus Gebhard, der Abg. Sabine Leidig, dem Rechtsanwalt Dr. Eisenhart von Loeper, dem früheren Abg. Albrecht Müller oder dem Schauspieler Walter Sittler u.a. hingewiesen.“

      Für mich ist die Anstalt die beste Fernsehsendung, die es zurzeit gibt, da sie wie kaum anderswo Missstände in unserer Republik aufdeckt.

      • Piranha
        Antworten
        Ja, und alle Beiträge werden m.W. doppelt geprüft auf Wahrheitsgehalt und juristisch.

        Mehrfach angemahnt hatte ich beim ZDF dass, vergleichbar mit der heuteshow, sowohl die Anstalt als auch Mann,Sieber in der täglichen Mediathekübersicht erscheint (beworben wird). Bei so vielen Sendungen erscheinen dort die 596sten Wiederholungen, aber zeitaktuelle brisante Themen wollen die Sendemacher wohl nicht. Darf nunmal nicht sein, dass sich allzu viele Menschen Gedanken um wichtige Themen machen und ihre Schlussfolgerungen daraus ziehen. Jedenfalls bekomme ich nie aussagekräftige Antworten, es sei denn, ich hätte ein technisches Problem; da sind sie vorbildlich flott.

        Kabarett- und Satiresendungen darf man inzwischen auch bei der ARD-Mediathek erfolglos suchen, denn diese hat sich extrem verarmt (in Neusprech: verschlankt). Was übrig blieb, darauf kann ich locker verzichten; der „Komiker vom Niederrhein“ blieb dort übrig; den will ich mir nicht antun.

        Sämtliche Sendungen aus den Regionalsendern sind in der ARD-Mediathek verschwunden, seit der BR die Geschäftsführung inne hat. Das heißt, eigentlich gibt es den „Allgemeinen Rundfunk Deutschland“ nicht mehr (?).

        Was solls, jeder wird seine  Lieblingssendungen kennen und wissen, wo er sie abrufen kann. Heute habe ich bspw. Pufpaff’s Happy Hour, Nr. 49 in der 3sat Mediathek gesehen:  http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=78556

        Lieben Gruß,

        P.

         

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