Die antastbare Würde

 in FEATURED, Gesundheit/Psyche, Politik (Inland)

Manchmal ist das „Heilmittel“ schlimmer als die Krankheit. Mit Verweis auf den Schutz vor Corona müssen vor allem ältere Menschen und Menschen mit Behinderung derzeit unter unmenschlichsten Bedingungen leben. Ihnen wird von autoritär auftretenden Heimleitungen oft noch das letzte Bisschen Freiheit genommen, das ihnen in Anbetracht der Einschränkungen, mit denen sie leben müssen, geblieben ist. De-facto-Kasernierung, Besuchs- und Berührungsverbote treffen diejenigen am härtesten, die auf körperliche Formen der Kommunikation besonders angewiesen sind und denen man die „Notwendigkeit“ solcher Maßnahmen mit Worten oft nur schwer nahebringen kann. Die Folge sind Depressionen, Verzweiflung und der ob unwiederbringliche Verlust von Fähigkeiten, die erst mühsam erlernt werden mussten. Es ist höchste Zeit, dass diesem entwürdigenden Skandal, der sich in unserem nächsten Lebensumfeld abspielt, ein Ende bereitet wird. Theresa Krämer

Die junge Autorin Theresa Krämer ist Heilerziehungspflegerin und arbeitet mit geistig behinderten Menschen. 2015 und 2016 war sie ehrenamtlich in einer Notunterkunft für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge tätig, 2017 und 2018 dann in Flüchtlingscamps auf Lesbos und in Malskasa bei Athen. Sie ging auch in den Libanon, um in einer Schule für geistig behinderte Flüchtlingskinder zu arbeiten.

 

Ist es wirklich eine mitfühlende Schutzmaßnahme, wenn bestimmte Menschen pauschal als Risikogruppe abgestempelt und in totale Isolation verbannt werden? Oder verfehlen diese getroffenen Maßnahmen wirkliche Menschenwürde und Empathie nicht doch um Längen? Ist der Interpretations- und Handlungsspielraum der ausführenden Zuständigen nicht viel zu groß – vor allem im Hinblick auf betreute oder pflegebedürftige Menschen in Heimen, die ihre Stimme nicht selbst erheben können?

Nach allem, was ich tagtäglich erlebe, bin ich nicht mehr sicher, ob nicht diese Maßnahmen langfristig gesehen eine größere Gefahr für das Leben dieser Menschen darstellt als das Covid-19-Virus selbst. Denn Menschen, die aufgrund verschiedener Beeinträchtigungen oder mangels fehlender Lobby dem System quasi schutzlos ausgeliefert sind, hatten in der Vergangenheit ohnehin schon mit den Folgen des kapitalistischen, auf Privatisierung fixierten Systems zu kämpfen. Ich glaube, die Konsequenzen wie Personalmangel müssen hier nicht genauer erläutert werden.

Nun aber kommt erschwerend hinzu, dass die Maßnahmen, die zur Corona-Bekämpfung getroffen wurden, alte, behinderte, kranke und hilfsbedürftige Menschen komplett entmündigen, sie ihrer Würde und des Werts ihres Lebens berauben. Das Betretungsverbot ist wohl das verheerendste Übel, das die Herren und Damen Politiker den Betroffenen antun konnten. Plötzlich wird jeglicher Kontakt zu Angehörigen, also zu den wichtigsten Menschen im Leben eines Pflegebedürftigen, strikt untersagt. Eine liebevolle Umarmung, ein Kuss, ein sanftes Über-den-Kopf-Streicheln werden zur Todesgefahr erklärt. Was dies für sterbende Menschen bedeutet, ist unfassbar grausam. Zum Glück werden diese Zustände immer mehr nach außen getragen, und es regt sich ein immer stärkerer Widerstand.

Bei von Menschen mit Behinderung ist dies leider noch wenig der Fall. Wie soll denn jemand, für den der Begriff „Virus“ völlig abstrakt ist, der sich also kein klares Bild von dieser unsichtbaren, an jeder Ecke lauernden Gefahr machen kann, diese unmenschlichen Maßnahmen je verstehen und vor allem ohne Blessuren überstehen können? Jemand, der, um die komplexen Zusammenhänge unserer gesellschaftlich erschaffenen Welt zu begreifen und in ihr Fuß fassen zu können, immer eine begleitende, liebevolle Hand an seiner Seite hatte, wird von einem Moment zum anderen sich selbst und seinem Schicksal überlassen. Er gleicht einem im Meer treibenden, brüchigen Schiff, für das kein sicherer Hafen in Sicht zu sein scheint. Ja, er wird wie ein Aussätziger behandelt und von allen, ja wirklich allen gemieden.

Denn selbst Pflegekräfte unterliegen der Anweisung, den Mindestabstand einzuhalten – abgesehen von wirklich unabdingbar nötigen Handlungen wie beispielsweise Körperhygiene oder medizinischen Maßnahmen. Diese Regelung klammert die seelischen Bedürfnisse völlig aus. So verlieren die Menschen die Wärme ihrer engsten Bezugspersonen. Auch die Pflegekräfte müssen abwägen, ob sie die Regeln umgehen und die Betreuten tröstend in die Arme nehmen oder die Regeln konform und pflichtbewusst einhalten wollen. Denn „niemand möchte sich ausmalen, durch das eigene Fehlverhalten Schuld an der Erkrankung oder gar dem Tod eines Betreuten zu sein“, wie es wortwörtlich von meiner Vorgesetzten formuliert wurde, und ich denke, dies ist kein Einzelfall.

Es geht hier nicht nur um eine liebevolle Umarmung, die durch die Maßnahmen verhindert wird; es geht vor allem auch darum, dass für demente und schwerstbehinderte Menschen Körperkontakt von größter Bedeutung und oftmals der einzige Weg ist, um mit Mitmenschen zu kommunizieren und Kontakt aufzunehmen. Um Bedürfnisse zu äußern und den anderen Menschen zu verstehen. Um eine Welt, in der man sich zwar physisch befindet, in der man sich innerlich aber oft verloren und haltlos fühlt, begreifen und erleben zu können.

Sich selbst zu spüren, aber auch die Umwelt wahrzunehmen, setzt bei Dementen und Schwerstbehinderten häufig Berührungen verschiedenster Art voraus. Noch dazu sind Menschen, die nicht auf die herkömmliche, verbale Art kommunizieren auf die Mimik, den Gesichtsausdruck ihres Gegenübers angewiesen, um ihn ganz verstehen zu können. Dies wird durch die Atemmaske extrem erschwert. Und auch die Schutzausrüstung vermittelt den Betreuten ein Gefühl als hätten sie die Pest. Wahrscheinlich wird dadurch auch eine Art Pest durchlebt, aber eine seelische, emotionale.

Das Vertraute, das Erleben und Begreifen, die emotionale Sicherheit und Geborgenheit werden ihnen durch diese Maßnahmen genommen. Um den seelischen Schaden pro forma zu lindern, wird nun Skype zur Rettung empfohlen. Es mag vielleicht ein kleiner Trost sein, Familienmitglieder über den Bildschirm sehen und mit ihnen sprechen zu können, aber genau dies wird zum Problem für Menschen, die sich nicht verbal äußern können, sondern auf den engen Kontakt durch Berührungen angewiesen sind.

Auch für so manchen 85-Jährigen wird diese Art der Kommunikation keine Lösung darstellen. Zumal diese Generation mit der neuartigen Technik nicht vertraut ist und oftmals sogar eine Abneigung gegenüber solchen Medien besteht. Außerdem kann es sein, dass es im direkten Umfeld auch gar niemanden gibt, der Skype ebenfalls verwendet. Betreute Menschen werden Inhaftierte ihres eigenen Zuhauses, während gleichzeitig die Betreuer jeden Tag herein und wieder herausmarschieren und nach Schichtende nach Hause zu ihrer Familie, ihren Partnern fahren.

Während nun auch Herr Söder und seine Gesinnungsgenossen über Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen sprechen, werden behinderte, alte und pflegebedürftige Menschen nicht einmal am Rande einer dieser hochtrabenden Rede erwähnt. Wieso auch? Sie sind ja nicht systemrelevant, eher eine unnütze Last. Deshalb scheint es, dass diese Menschen aus den Augen und dem Bewusstsein der Gesellschaft verbannt werden sollen. Mittlerweile wird der Weg zurück in die Normalität für die Mehrheit geebnet; gleichzeitig aber werden Menschen in Heimen teilweise noch stärker ihrer Freiheit und Selbständigkeit beraubt als es die allgemeingültigen Ausgangsbeschränkungen vorgeben. Denn der Handlungs- und Interpretationsspielraum in Bezug auf diese Beschränkungen liegt im Ermessen der Heimleitungen.

Es gibt in Einrichtungen durchaus ganz wunderbare Leiterinnen und Leiter, denen die ihnen anvertrauten Menschen am Herzen liegen; aber es gibt auch jene, die vielleicht aus Angst, im Fall einer Corona-Infektion zur Verantwortung gezogen zu werden oder aus Gründen der Außenwirkung – ein Nachbar könnte sich echauffieren – ein noch strammeres Regiment führen. Dies hat zur Folge, dass sich betreute Menschen nicht mehr im eigenen Garten aufhalten, nicht mehr allein spazieren gehen, nicht mehr in Ortschaften gehen, nicht einkaufen und auch kein Geld am Bankomaten abheben dürfen. Gegen diese unmenschlichen Verbote sind Betroffene meist machtlos. Alte Menschen – „alt“ wird hierbei nicht einmal genau definiert – gelten pauschal als Risikogruppe. Auch Menschen mit Behinderung werden grundsätzlich als gefährdet eingestuft – als würde eine Behinderung automatisch mit einer Erkrankung einhergehen. Die, die solche Regeln aufstellen, können sich zu ihrer Rechtfertigung stets auf den Schutz der Risikopatienten berufen.

Für viele von uns mag es schwer vorstellbar oder gar lächerlich erscheinen, dass es für manche Menschen ein großer Fortschritt sein kann, allein und ohne Hilfe beim Bäcker um die Ecke eine Butterbreze zu kaufen. Dass diese scheinbar banale Fähigkeit für jemanden eine Freiheit von unermesslicher Bedeutung sein kann. Ebenso wichtig ist es, sich diese Fähigkeiten und Freiheiten im Alter noch erhalten zu können. Das Selbstvertrauen und die Selbstliebe werden durch solche Kompetenzen unermesslich gestärkt – wie auch durch viele für uns unwichtige und selbstverständliche Dinge.

Was von Menschen mit Behinderung oft in einem Jahre langen Prozess Schritt für Schritt erlernt werden muss – und was sich alte Menschen unter Mühen zu bewahren versuchen –, wird ihnen nun durch die unter Berufung auf Corona verhängten Regelungen genommen. Eine wichtige Errungenschaft wird in ihrem Kern zerstört – mit  gravierenden Folgen für behinderte und ältere Menschen. Denn sie verlieren dadurch eine für sich gewonnene bzw. bewahrte Freiheit, die sie nur ganz, ganz schwer wieder zurückerlangen können. Im schlimmsten Fall nie wieder. Das bedeutet, dass diesen Menschen ein großer Teil der Würde genommen wird, die ihr Leben bis jetzt ausgemacht hat. Dass sie ihre Selbständigkeit und Selbstbestimmung, das Vertrauen in sich und wichtige Freiheiten verlieren. Sie sind somit in der Folge noch mehr auf andere Menschen angewiesen und dem System ausgeliefert.

Empathische, wirkungsvolle und schützende Alternativen zu den bisher geltenden Maßnahmen werden bewusst außen vor gelassen bzw. im Keim erstickt. All die geltenden angeblichen Schutzmaßnahmen haben auch nicht annäherungsweise mehr etwas mit mitfühlendem Handeln zu tun. Sie erinnern fatal an die Ideologie einer Zeit, in der Menschen in wertvolles und unwertes Leben aufgeteilt wurden und die niemals wiederkehren darf.

Wir müssen nun bedingungslos zusammenstehen und Menschen, die ihre Stimme nicht erheben dürfen oder können, eine starke Stimme verleihen. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht wieder dem Denunziantentum Raum geben in unserer Gesellschaft. Denn sonst können sich solche unmenschlichen Maßnahmen der Politiker und gar Ansichten wie die des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer in unserer Gesellschaft etablieren. Früher oder später könnte dann jeder von uns diesen menschenunwürdigen Methoden zum Opfer fallen.

Die Welt und unser gesellschaftliches Miteinander können wir nur retten, wenn jüngere Menschen nicht die Augen vor den Interessen der älteren verschließen. Und wenn gleichzeitig ältere Menschen den Klimawandel nicht außer Acht lassen, der die Zukunft der Jüngeren entscheidende mitbestimmen wird. Denn um weiterhin auf „unserer“ Erde leben zu können, und das in einer liebevollen, freien und selbstbestimmten Gemeinschaft, müssen alle ausnahmslos miteinbezogen werden. Nur dann kann und wird uns die Wende hin zu einer besseren Welt gelingen – einer Welt, in der jeder in Würde leben darf und niemand einsam vor sich hin vegetieren muss.

Showing 9 comments
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    Dr. Katrin Korb
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    Frau Dr. Katrin Korbs beeindruckende Rede – voll und ganz hat sie recht !

    https://www.youtube.com/watch?v=Fv3ndDtergk&feature=youtu.be

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    Die Psyche
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    Break Isolation!

    Diesen Aufruf halte ich für sehr wichtig für alle Menschen, die in Alters- und Pflegeheimen, in Einrichtungen für Demente und Einrichtungen für Behinderte leben. Erweitert würde ich die Forderung gerne für alle stationären Einrichtungen für psychisch Kranke sehen. Soziale Isolation (Besuchsverbot) und die Einschränkung der Bewegungsfreiheit auf das Klinikgelände können genau das Gegenteil vom Gesunden der Seele fördern. Ein Klinikaufenthalt kann sich über Monate hinziehen, die Psyche kann gesunden, oder auch zerbrechen in der Zeit. Das hängt vom Patienten als auch von den äußeren Rahmenbedingungen ab.

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    Gesa
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    Herzlichen Dank!

    Der Gedanke an all die alten einsamen Menschen (und beziehungslosen, geschockten Kinder) treibt mir die Tränen in die Augen!

    Die Welt, die wir uns geschaffen haben, tötet die Seele! Die Gesellschaft in der wir leben, tötet die Seele, schon vor Corona- Virus- Zeiten. Das Leben, heruntergebrochen auf Arbeit und Konsum, in Zahlen und Geldwert ausgedrückt, tötet unsere Seele!

    Schlimme Zeiten, in denen wir leben, wie halten wir das alles aus??

    Ich bin seit zehn Jahren im zivilen Ungehorsam gegen Ausrottung, Ausbeutung und Unterdrückung von Umwelt, Tier und Mensch, Konsumverweigerin – es geht täglich schlimmer, ist mein Eindruck!

    Artikel wie dieser oder auch die schönen von Götz Eisenberg helfen leider auch nur bedingt, nur für den Moment, vielleicht ist das schon wichtig.

    Hilflos,

    herzliche Grüße,

    Gesa

     

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    Volker
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    Reden wir von gewinnorientierten Altenheimen und Pflegeeinrichtungen, dann wird klar, dass es betriebswirtschaftlich geführte Betriebe sind, sonst nix. Gutbetuchte Senioren leisten sich den Luxus optimaler Betreuung, während die meisten Alten in Pflegestufen und Kostenfaktoren eingeteilt werden, unter Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Interessen der Krankenkassen.

    Wobei Nichtbetuchte, nach betriebswirtschaftlicher Logik, gerade so viel Kosten verursachen! dürfen, um Gewinnspannen zu garantieren.

    Krankenkassen kündigen schon an, Zusatzbeiträge könnten sich verdoppeln, weil… ja weil was?

     

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      Freiherr von Anarch
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      Richtig Volker !

      Wir sind eine Masse verwertbareren Staatsbesitzes, wenn dann nix mehr rauszuholen ist, aus dem Sklaven, dann wird er billigst entsorgt.

      Wer schlau ist oder es irgendwie schafft, bis zum Tod eben nicht in ein ‚Heim‘ zu kommen, hat noch Glück gehabt, kann wenigstens in gewisser Freiheit noch sterben und lebt wohl auch länger, sogar ‚würdevoller‘ dann.

      Wenn ich in einem Heim wäre – kann ja jederzeit passieren dass man uns dazu zwingt, entmündigt z.B – und man würde mich daran hindern wollen nach draussen zu gehen wann immer ich wollte –

      ich würde mir den Weg frei schiessen, wäre es auch die letzte glorreiche Befreiungstat ever. Nach Doc Holliday bin ich übrigens ( auch im Alter ) immer noch der Zweitschnellste mit dem Colt.

      Wer in ein Heim kommt, wird entmündigt, entrechtet und man soll möglichst schnell abkratzen damit dieser Platz wieder frei wird, aus Profitgründen freilich.

       

       

       

       

       

       

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    Marla
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    Danke…..

    Vor Corona war die Zahl, wes fehlten 25 000  Pflegerinnen…. Ich Frage mich seitdem: was läuft da jetzt hinter den geschlossenen Mauern? Denn eins wird ja auch komplett ausgeblendet: die soziale Kontrolle! Niemand kriegt mehr Gewalt, Vernachlässigung und ‚Mord‘ mit! (Nein, es gibt tolle PflegerInnen!! Aber das aber ist auch da!!!

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    Marla
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    Es ärgert mich sowieso, dass mich das Gefühl nicht verlässt, dass all jene die am lautesten Solidarität und social distancing schreien im Grunde Egoisten sind! Sie wollen geschützt werden, sie wollen dass um sich herum ungeschützte den Alltag erledigen, sie wollen behütet leben und der Rest ist ihnen egal!

     

    Die Gruppe der Kinder geht mir auch besonders nahe! Wer erlebt hat, wie Kinder begeistert ihre Lauf-Tobe-Kletterwerkzeuge benutzen sobald sie lernen zu laufen, dem müsste es eng ums Herz werden!

     

    Wieso verdammt interessieren wir uns so wenig für die Note Anderer und nennen das gefaked Solidarität, Empathie und Miteinander????

    Hätten Solidarität Schreier nicht sagen können: wir haben eine Loft Wohnung, da haben unsere Kinder Platz zum Spielen, aber die ohne Spielraum dürfen auf den Spielplatz? Hätte man nicht sagen können: es gibt individuellere Möglichkeiten?

     

    Warum musste das Pferd von hinten aufgezäumt werden und wird jetzt wieder von hinten falsch entzäumt?

    Autohäuser offen, Familienzentrum geschlossen!!!

     

    Und all jenen die davon träumen, dass es eine tolle Zeit nach Corona geben könnte, möchte ich ans Herz legen, sich endlich mal historisch zu bilden! Und dann aufmerksam das Gekratze der Lobbyisten, der Reichen, der Gierigen, der Unsolidarischen zu lauschen!

    (Und den Kulturlern sei ins Buch geschrieben: hätte CoronaStillstand nicht ne geniale Möglichkeit geboten in den eigenen Reihen aufzuräumen? Hier gibt es die reichen Künstler, die reichenInvestoren, die am ‚Kunst im öffentlichen Raum‘ gut verdienenden….und seit Jahren den immer größeren Spalt zu jenen, die kaum leben können….. Wie zu Feudalzeiten!)

    (Das Gleiche gilt auch für Medien!)

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    Wikart
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    Der Kampf um Würde, um Selbstbestimmung war schon vor Corona da! Wir (meine Frau und ich – beide Rollstuhlfahrer – junge alte – Baujahr 53/54) haben den Eindruck, die UN – BRK ist eine Bekämpfungsverordnung, d.h. da wird definiert, was abzulehnen, zu verweigern ist.

    Zwei Beispiele: 1. Aussage einer leitenden Mitarbeiterin des Rechtsamtes – Gesetze (von Grundgesetz über Menschenrechte, Behindertenrechte, Sozialrecht) sind nur  Ideen des Gesetzgebers, aus den heraus keine Ansprüche hergeleitet, beantragt und begründet werden können und dürfen.

    2. Die notwendigen Nachchteilsausgleiche deren meine Frau bedarf um selbstbestimmt Teilhaben zu können, wurden von einem Richter abgelehnt mit der Begründung, ich sei für die Versorgung meiner Frau verantwortlich. Damit hat dieser Richter meine Frau in Hausarrest gesperrt, denn Einkaufen, Frisör, Optiker (neue Brille) und alles weitere, das zu Teilhabe gehört, Bekleidung etc. ist versagt!

    Schöne Grüsse vom Obersalzberg!

    Das wir angeblich Behinderten nicht mehr existieren, ist schon länger der Fall. Die aktuellen Verordnungen zeigen dies. Einkaufswagenpflicht – zwei Hände am Rolli – die dritte am Einkaufswagen, da ist doch was falsch?

    Noch ein Kalauer zum Schluss – ein Gutachter schrieb, Rollstuhlfahrer dürfen sich 2000 Meter im Aussenbereich selbstständig bewegen, dies sei ausreichend um alles zu erledigen, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen!

    Wir haben uns noch nie um Grenzen gekümmert, wir leben unser Leben, machen unser Ding – nur, wer kann das, doch nur wenige! Uns hat man aus der Wohnung geprügelt, meine Frau zwangssediert und in die Psych gesteckt, zum Wohnen einen Baucontainer 11m² zugeteilt – ohne Dusche, wir haben uns nicht unterkriegen lassen, uns eingerichtet, einen Garten angelegt, nur – wer kann das? Und genau darauf baut die Obrigkeit, auf wehr- hilf- und arglos!

    Ein Blick ins Grundgesetz zeigt was wirklich los ist – Art. 20 GG – pro forma geht die Staatsgewalt vom Volk aus – wird dann per Simmabgabe in einer Urne versenkt. Dann wird die Staatsgewalt von der drei Scheinheiligkeit Judikative, Exekutive und Legislative ohne Kontrolle ausgeübt (Richter sind unabhängig).

    Widerstand ist nur erlaubt, wenn dieses Machtschema bestritten wird, d.h. Widerstand zu Machterhaltung und Sicherung. Also nix Volkssouveränität sondern Obrigkeitsstaat also Diktatur!

    Ein anarchischer Widerständler

    G. W.

     

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    Unrecht
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    Respekt Wikart ! – auch deiner Frau !

    Ich kann mir ‚in etwa‘ vorstellen wieviel Unrecht ihr einzustecken gezwungen ward und dauert an.

    Da bekommt man dann den Durchblick durch dieses Unrechtssystem, kennt es wie seine Hosentaschen.

    Ein lebenslanger harter Kampf gegen täglich zu erleidendes Unrecht – trotzdem noch oder gerade deshalb widerständig.

    Kraft und Mut – von hier aus.

     

     

     

     

     

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