Die Kapitulation des Geistes

 In FEATURED, Kultur, Politik (Inland)

In den vergangenen Krisen hat sich die Kunst von der Macht Fesseln anlegen lassen und bleibt somit den Beweis ihrer Notwendigkeit schuldig. „Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit“, sagte Friedrich Schiller. Fehlt die Freiheit, erstickt jede Kreativität. Übrig bleibt nur Gefälligkeitskunst, ausgeführt von schreibenden, komponierenden oder malenden Höflingen. Ihrer Natur nach sprengt Kunst den Rahmen des Vorgegebenen, um durch Imagination neue Denk- und Bewusstseinsräume zu erschließen. Gerade in der Coronakrise haben sich viele Kreative jedoch von inszenierten Shitstorms, Auftrittsverboten und Videosperrungen durch YouTube ihren Schneid abkaufen lassen. In der Folge reden sie sich nun selber ein, freiwillig zu wollen, was sie wollen sollen. Nicht umsonst wirkt heutiges Kunstschaffen deshalb gemessen an alten Meistern kleinwüchsig. Ein Aufstand der Künstler könnte auch dabei mithelfen, dass die ganze Gesellschaft ihre Fesseln abwirft, die ihr von Machtkartellen angelegt wurde. Gerald Ehegartner

 

Der amerikanische Schriftsteller Henry Miller formulierte trefflich in seinem Werk „Die Unmoral der Moral“:

„Die Moral ist für Sklaven geschaffen, für Wesen ohne Geist.“

Und weiter:

„Es versteht sich, dass die Leute, die bestrebt sind, den Status quo aufrecht zu erhalten, von allen die unmoralischsten sind. Für sie besteht die schwerste Sünde darin, die bestehende Ordnung anzuzweifeln. Indessen hat jeder große Denker, jeder große Künstler, jeder große religiöse Meister nie etwas anderes getan.“

Die großen schöpferischen Seelen sind Rebellen des Geistes, sie sind Bilderstürmer, die Etabliertes hinwegfegen und den Weg frei machen für eine neue Welt. Diese Poeten des Lebens tanzen Kindern gleich über die Schienen eines bereits ausgelegten Lebens.

Jiddu Krishnamurti erklärte mit prägnant poetischen Worten: „Die Wahrheit ist ein pfadloses Land.“ Der Künstler als Rebell und Randgänger ist im Idealfall einer, der sich von der Masse entbindet und sich mit dem Geist des Lebens verbindet. In seiner Seele trägt er eine Unabhängigkeitserklärung vom Massenbewusstsein.

So erkundet er als unbeirrbarer Individualist neue Welten, während die überwiegende Mehrzahl der Menschen ihrem Herdentrieb folgt. Derweil die Künstlerseele tanzt, marschiert die Herde der Unbewussten in ihren Uniformen auf dem Asphalt von Zwang und Einfalt. Worte, die Nietzsche zugeschrieben werden, kommen mir in den Sinn: „Die Tanzenden wurden für verrückt gehalten von denjenigen, die die Musik nicht hören konnten.“ Die Tanzenden spüren den Pulsschlag und hören die Symphonie des Lebens, ge-horchen aber nicht dem Lärm der Welt. Ihr Ungehorsam ist wie das Licht der Sonne von einer anderen Welt.

Der Visionär, Poet und Maler William Blake war der Meinung, dass sich nur dann jemand als Christ bezeichnen dürfe, wenn er schöpferisch sei. Die Kunst sei dazu da, alle Trennungen zu überwinden und das Universum wieder zu vereinigen.

Eine der trennenden Kräfte nannte er Urizen, welcher als göttliche Figur den Menschen mit Gesetzen und Moralvorschriften quält und dessen kreatives Feuer beinahe zum Erlöschen bringt. Er zerstört mit seiner verurteilenden Kraft des Menschen Imaginationsfähigkeit, während er von seinem Stolz getrieben als Heuchler endet. Der wahre Christ aber ist ein Künstler, dessen rebellischer Geist gegen Urizen aufbegehrt und der neue, visionäre Wege geht. Er befreit den Menschen von der Funktionalität des Materialismus und erweckt in ihm die Gabe des Geistes jenseits der fünf Sinne. Sein Symbol ist der Baum des Lebens.

Wo sind die ungehorsamen Künstler mit Herz?

Und so frage ich mich in Anbetracht der letzten Jahre: Wo waren und sind die wahren Künstler? Wo sind sie, diese freiheitsliebenden Piraten der offenen See, die mit dem unbezähmbaren Wind des Geistes segeln? Wo findet man noch Menschen von einem rebellischen Schlag wie Thoreau, Miller, Goethe, Schiller, Nietzsche, Blake, Camus, Yeats, Woolf, Theodorakis, Neruda, Beuys, Hundertwasser, Handke, Sölle, Trojanow und so weiter?

Blake hatte Urizens Gegenspieler Orc genannt, ein Anagramm des Wortes cor, das lateinisch Herz, Seele und Geist bedeutet. Orc steht zusätzlich für den Revolutionär und Dichter. Waren die letzten Jahre jedoch nicht gerade von vermeintlichen Künstlern gezeichnet, die uns hinab in Urizens Kerker der Moral zwingen wollten, anstatt uns in unser Herz zu führen?

Ich sehe vor mir eine gehorsame Schar an Intellektuellen, Philosophen und Künstlern, die vorwiegend dem Staat und international forcierten Narrativen dienen. Sie predigen den einen wahren und alternativlosen Weg der Solidarität und scheinbaren Toleranz. Freiheit prangern sie als Egoismus an, Gehorsam nennen sie Reife.

Seit wenigen Jahren schiebt eine unheilige Allianz von Großkonzernen, Oligarchen, Staaten, Geheimdiensten, Medien, Intellektuellen und so weiter ein goldenes Narrativ nach dem anderen in das Bewusstsein des modernen und säkularisierten Menschen. Die top-down mit Milliarden orchestrierten Narrativ-Bewegungen werden zum Teil auch noch als Graswurzelbewegungen geframt und gefeiert. Mittendrin: Künstlerinnen und Künstler, die die goldenen Kälber kritiklos anpreisen und umtanzen.

Wahre Künstler statt Künstler als Ware

Doch wahre Künstler sind wie Wildgänse, die als geistvolle Vagabunden die Lüfte der Freiheit durchschneiden. Künstler jedoch, die am Trog des Staates gefüttert werden, laufen Gefahr, zu Hausgänsen zu mutieren, die im Gänsemarsch das Lied ihres Herrn schnattern.

Der jährliche Überflug der Wildgänse lässt sie kurz unruhig werden. Während die Wildgänse in V-Formation gen Süden ziehen, beginnen auch die Hausgänse vor Sehnsucht kurz ihre Flügel zu schwingen. Doch diese sind gestutzt, ihre Muskeln sind schwach. Hausgänse sind nun mal als Futter für ihren Herrn gedacht. Und so beneiden, bewundern, vergöttern und verurteilen sie meist ihre freien Schwestern und Brüder, um dann weiter um ihr gesichertes Futter zu betteln. „Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit“, schrieb Marie von Ebner-Eschenbach.

Warum konnten so viele Künstler nicht erkennen, dass die Corona-Pandemie zu einem Kult avancierte, dem besonders die Kinder, Jugendlichen und Ältesten geopfert wurden? Sehen sie nicht die immensen Folgeschäden des virologischen Tunnelblicks, der sich aus der Angst vor dem Tode speiste?

Natürlich braucht es einen differenzierten Schutz der Risikogruppen, aber wo versteckte sich die Empathie der Kunstschaffenden für unsere Schutzbefohlenen?

Wollte wirklich niemandem auffallen, dass der neue Kult bloß die religiösen Gewänder ablegte, um sich in wissenschaftliche zu kleiden? Im Kern ist dieser entwürdigende und vorgeblich rettende Kult nicht neu, er hat sich nur in das Gewand der Zeit gehüllt. Das Desinfektionsmittel wurde zum neuen Weihwasser, die Quarantäne zur neuen Buße, der Gemeindearzt löste den Dorfpfarrer ab, die neuen Sünden sind die Viren, die Testung die ehemalige Beichte, die Corona-Impfung ist nun die moderne Taufe in den neuen, rettenden Kult. Und die Maske das sichtbare Symbol der neuen Wissenschaftsreligion.

Der Mensch fühlt sich abermals sündig, gebrochen und bedroht. Die neuen Eingeweihten, die Virologen, wissen und weisen als Einzige den Weg. Die ehemaligen Häretiker, Heiden, Ketzer, Andersgläubigen und Gottesleugner werden nun als Querdenker, Aluhutträger, Verschwörungstheoretiker, Schwurbler und Coronaleugner bezeichnet. Diese Abtrünnigen werden nunmehr durch die heilige Glaubenskongregation der Faktenchecker mit der wahren Lehre konfrontiert und gegebenenfalls aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Dem alten und neuen Kult gemein ist der allumfassende Wahrheitsanspruch. Tatsächlich kümmern sich noch in dieser Übergangszeit Sektenbeauftragte um verlorene Seelen. Meinungsbildung und freie Meinungsäußerung, einst Juwelen in einer offenen Gesellschaft, gelten im Angesicht von multiplen Krisen als gefährlich.

Eine Expertokratie liefert nicht diskutierbare Fakten. Moderne, gewaltlose Pädagogik weicht einer scheinbar notwendigen und einst verfemten Angstpädagogik. In einem allgemeinen Kriegsrausch gegen Feindbilder wie ein Virus, Russland, biologistisch reduzierte Geschlechterrollen und menschengemachte Klimaerwärmung bleibt eben nur mehr ein top-down-Notfall-Kriegsplan, dem sich alle unterzuordnen haben, um keine Zeit zu verlieren. Demokratie war der Luxus einer an Krisen armen Epoche.

Nun herrschen Zahlen, Tabellen und Daten, die den Blick auf den Menschen selbst versperren. Lange Zeit fungierte in diesem Sinne das Covid-19-Dashboard der Johns Hopkins University als das goldene Brett vor dem Kopf, welches die verängstigten Menschen in das sprichwörtliche Kaninchen vor der Schlange verwandelte.

Ich erinnere mich nur allzu gut an eine Expertin für Verschwörungsmythen, die, von einem Kamerateam begleitet, neben Demonstrierenden wie neben einem obskuren indigenen Stamm hergelaufen war und über diese im Stil einer aufgeregt-narzisstischen Verhaltensforscherin berichtete. Des Zusehers Wahrnehmung sollte eingenordet werden, er selbst hat wieder brav und angepasst zu sein. Die neue Wissenschaftskirche des Transhumanismus braucht eben Funktionsroboter. Auch Schafe benötigen ein Update.

Das neue Böse und moralische Upgradings

Wer sich in den Reigen der Maßnahmenkritiker einreihte, spürte heftigen Gegenwind. Galt früher der Häretiker als mit dem Teufel im Bunde und als abgrundtief böse, so gilt nun der Verschwörungstheoretiker als mit dem Geist des großen, dunklen Führers verbunden und als politisch rechts.

Nicht wenige Künstler stimmten in den Chor der selbsternannten Guten ein. Persönliche moralische Upgradings zum ultimativen Bessersein im Vergleich zu den Sündern gelten immer noch als besonders verführerisch. Mutlos zu schweigen oder mit einer Portion Gratismut die neuen Sündenböcke öffentlich an den Pranger zu stellen war und ist gesellschaftstauglich. Ein Seitenblicke-Event, eine Talkshow, ein Fest mit Adabeis oder ein asoziales Medium — und schon outet man sich gefahrlos. Der Applaus scheint sicher.

Während man sich als inklusiv wahrnimmt, die Menschenrechte und deren Diskriminierungsverbote vermeintlich hochhält, schließt man Menschen aufgrund ihres Impfstatus aus.

Der Titel der Shakespeareschen Komödie „Wie es euch gefällt“ mag einem in den Sinn kommen und zugleich deren Narr Touchstone mit den Worten: „Der Narr hält sich für weise, aber der Weise weiß, dass er ein Narr ist.“

Künstler wie Michael Niavarani, der Demonstrierende als „Pfosten“ bezeichnete, oder Hubert von Goisern, in dessen Wahrnehmung der Lift der Ungeimpften „nicht bis ganz nach oben geht“, begrüßten die beiden österreichischen Sonderwege der beschlossenen Impfpflicht und des weltweit einzigartigen „Lockdown für Ungeimpfte“, der über 11 Wochen dauerte und vielen in der Weihnachtszeit „Dunkel ins Licht“ brachte. Es mutete verstörend an, dass der damalige Bundeskanzler und verschiedene Kunstschaffende bei der beinahe gleich klingenden Aktion von menschlicher Wärme, Inklusion und Toleranz in die Kameras sprachen.

Diskriminierungsverbote, diskriminierende Stimmen und selbstgefällige Täuschung

Seit 2021 ist jedem offenen Herzen und klaren Geist bewusst: Wir müssen die Diskriminierungsverbote um den Impfstatus erweitern! Die politische, religiöse und ideologische Aufladung der persönlichen Impfentscheidung, welche zumindest durch die ethische Richtlinie des Nürnberger Kodex geschützt gewesen wäre, war unsinnig und diente bloß dazu, Druck aufzubauen, welcher in eine Spaltung der Gesellschaft mündete.

Exemplarisch seien in diesem Zusammenhang zwei von nicht wenigen urteilenden „Künstlerstimmen“ genannt: Die deutsche „Staatskomikerin“ Sarah Bosetti verglich zum Beispiel Ungeimpfte mit einem unnötigen und lästigen Blinddarm der Gesellschaft, der sich rechts unten befände. Der österreichische Journalist und Polit-Autor Robert Misik formulierte es in einem Tweet folgendermaßen:

„Solche ‚Menschen‘ (Misik verwendet hier bewusst die Anführungsstriche, Anm.) wird man nicht mehr in die Gesellschaft der Normalen (!) integrieren können. Man wird sich überlegen müssen, wie man die Gesellschaft künftig vor diesen Subjekten schützen kann. Massnahmenvollzug etc., darf da keine Denktabus geben.“

Es war gelungen, die heterogene Gruppe der Kritiker mit dem Ungeist der Normopathie zur Gänze zu entmenschlichen und sich trotzdem dabei gut zu fühlen.Wenn Hass und Häme sich als moralische Instanz der royalen Bühne des Hofnarren bemächtigen, dann ist meist auch Böhmermann nicht weit.

Es ist gut, gut zu sein. Es ist jedoch schlecht, um jeden Preis zu den Guten gehören zu wollen. „Selbstgefällige Täuschung“ nannte dieses Verhalten der deutsch-amerikanische Poet des Undergrounds Charles Bukowski. Die exklusive Verwendung des Begriffes „normal“, auch in Bezug auf jene „Neue Normalität“, die dem „Great Reset“ als Initiative des Weltwirtschaftsforums folgen soll, ist äußerst bedenklich. George Bernard Shaw meinte einmal: „Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.“

Es hätte eigentlich bald klar sein können, dass die Mehrzahl der Kritiker und Ungeimpften nicht bloß einem billigen, pubertären Freiheitsgefühl folgten, einer infantilen Naturromantisierung frönten oder gar als rechtsradikal verortet werden konnten.

Die boshaft-pointierte Aufforderung einer charmanten Wiener Kultautorin zu einem Shitstorm der ganz besonderen Art, nämlich „den Nippies in die Klangschalen zu scheißen“, ist in dieser Hinsicht jedoch Sargnagel für einen differenzierteren Blick auf eine heterogene Gruppe. Die in einer Perseidennacht erwachte Einsicht des Autors von „Schlafes Bruder“, Robert Schneider, doch jene wieder wertzuschätzen, die sich nicht der Deutungshoheit eines Regierungs- oder Medienkonsenses unterordnen und dem Mainstream folgen, mag zwar weniger fäkal-humoristisch sein, dafür aber wohl hilfreicher.

Narrativ-Kritik internationaler Künstler, Rechtsframing, Vegetarier und Transhumanismus

Es fanden und finden sich eben auch national und international agierende Künstler, die das Spiel der Spaltung nicht mitspielen wollten.

„Gitarrengott“ Eric Clapton outete trotz massiver Kritik seine schwere Impfnebenwirkung, Blues-Legende Van Morrison reihte sich in das Konzert der Häretiker ein und komponierte alleine und mit Clapton maßnahmenkritische Songs. Der britische Musiker Roger Waters, Mitbegründer der Rock-Gruppe Pink Floyd, sowie der preisgekrönte amerikanische Dramatiker und Satiriker C. J. Hopkins können ein Lied davon singen, wie sich ihre kritische und provokative Haltung zu den gängigen Narrativen insbesondere im „besten Deutschland aller Zeiten“ zu einem Kriminalfall entwickelte.

Im ersten Fall ermittelte die Berliner Polizei wegen „Verdachts auf Volksverhetzung“, im zweiten verhängte ein Berliner Gericht wegen eines Posts mit dem Cover von „The Rise of the New Normal Reich“ eine Geldstrafe.

Es ist natürlich dringlich, nationalem und aus der rechten Ecke kommendem Faschismus eine Abfuhr zu erteilen. Wir dürfen jedoch nicht auf einem Auge blind werden und einen von links angetäuschten, sich international entwickelnden Faschismus beziehungsweise Totalitarismus beklatschen, wenn dieser als Philanthrop gekleidet die Bühne betritt.

Faschismus bleibt Faschismus, auch wenn er sich im bescheidenen Kopfstand übt.

Der Schweizer Journalist François Bondy zitierte den italienischen Schriftsteller Ignazio Silone mit jenen Worten, die er bei einem Treffen im Jahr 1944 gesprochen haben soll:

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‚Ich bin der Faschismus!‘ Nein, er wird sagen: ‚Ich bin der Antifaschismus!‘“

Wenn politisch rechts bedeutet, dass Unterschiede und Merkmale bei Menschen nicht nur wahrgenommen, sondern zugleich auch klassifiziert, bewertet und hierarchisch geordnet werden, dann ist das Vorgehen gegenüber der Gruppe der Ungeimpften und Maßnahmenkritiker wohl als politisch rechts einzuordnen.

Es ist erstaunlich, wie inflationär die Social-Engineering-Strategie des Rechtsframings angewandt wird, während parallel die Verharmlosung von rechtem Gedankengut angeprangert wird. So könnten Vegetarier kinderleicht als Nazis und Rechtsextreme geframt werden, denn der „dunkle Messias“, wie der geniale amerikanische und germanophile Autor Thomas Wolfe Hitler nannte, war Vegetarier. Zu allem Übel findet sich auch noch der Begriff „Arier“ im Ausdruck Veget-arier. Trotz alledem bleibt diese Ernährungsweise natürlich in vielerlei Hinsicht eine gesunde Wahl.

Es ist übrigens bemerkenswert, wie wenig Wissen über Social-Engineering- Techniken in intellektuellen Kreisen vorhanden ist.

Die politisch Linke, die aktuell den Technokratie-Teppich Richtung Transhumanismus ausrollt, war schon seit geraumer Zeit — ähnlich wie das Christentum — von einer säkularen Heilslehre zu einer äußerlichen Morallehre erstarrt. Heilslehren, die meist noch „bottom up“ funktionieren, verkehren und reduzieren sich im Laufe der Zeit allzu gerne in eine geistlose Morallehre mit „Top-down-Struktur“.

Dogmen, Anspruch auf Wahrheit, Ausschluss Andersdenkender, Political Correctness, Cancel Culture, Sittenwächter, Sprachregelungen, Humorverlust und so weiter sind Zeichen dieser gegenwärtigen Entwicklung hin zur Neo-Linken. Schauspieler, Komiker und Monty Python-Star John Cleese warnte vor einem orwellschen Albtraum, wenn politische Korrektheit jegliche Form von Humor an den Rand des Aussterbens bringt. Helge Schneider spricht von einer „Kastration der Kultur“. Es verwundert nicht, wenn ein bisher unbekannter Liedermacher wie Oliver Anthony mit seinem Song „Rich Men North of Richmond“, der mit den Worten „Ich habe meine Seele verkauft“ beginnt, einen Überraschungshit landete.

Es überrascht auch nicht der sofortige Versuch eines Rechts-Labelings. Nina Simone, die amerikanische Jazz- und Bluessängerin sowie Bürgerrechtsaktivistin, formulierte es so: „An artist’s duty, as far as I’m concerned, is to reflect the times.”

Uncoole Linke und linke Kritik am Establishment

Die politisch Linke scheint, wie eben schon zuvor das organisierte Christentum, den Kontakt zu den Menschen verloren zu haben, die Grenzen von links und rechts verblassen immer mehr. Johnny Rotten, der Frontman der legendären Punkband „Sex Pistols“, der Shakespeare einmal als Urvater des Punk bezeichnete, meinte etwa:

„Ich hätte nie gedacht, dass ich den Tag erleben würde, an dem die Rechten die Coolen sind, die dem Establishment den Mittelfinger zeigen, und die Linken die wehleidigen, selbstgerechten Trottel, die alle beschimpfen.“

Linke Elitenkritik ist selten geworden, Kritik am Establishment gilt als verdächtig bis gar antisemitisch.

Eine jedoch außergewöhnliche und wortgewaltige Kritik an den Corona-Maßnahmen stammt von einem linken Autorenkollektiv aus Frankreich. Bemerkenswert ist nicht nur der großartige Inhalt des „Konspirationistischen Manifests“, sondern auch der Umstand, dass die Autoren aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollten. „Wir werden siegen, weil wir tiefgründiger sind“, ist auf der Rückseite des Buches zu lesen.

Das Manifeste conspirationniste erschien im angesehenen Verlagshaus „Éditions du Seuil“ und wurde von der französischen Presse eilfertig dem „Unsichtbaren Komitee“ zugeschrieben. Anfangs getraute sich kein einziger deutscher Verleger das Buch, das in Frankreich wie eine geistige Bombe einschlug, zu veröffentlichen. Nachdem ein ebenfalls anonymes Autorenkollektiv rund um das Berliner Lokal Laidak das Werk übersetzt hatte, findet es sich nun auch in einer Neuübersetzung am regulären Buchmarkt. Die bewusste Wahl der Anonymität spricht Bände über das aktuelle Klima der Angst und Diffamierung.

Gefallene Künstler und Engel

Viele Künstlerinnen und Künstler verloren ihre Anstellungen und erlebten eine Vertreibung aus der Gesellschaft, wenn sie sich der neuartigen Impfung nicht unterziehen wollten oder zu maßnahmenkritisch waren. Der Ausschluss aus Bands, Chören, Orchestern, Ensembles, Vernissagen, Filmsets und so weiter, die Kündigung von Verträgen, Auftritten und Engagements sowie die Ächtung in jener Welt, die zuvor noch Heimat war, setzte und setzt psychisch wie finanziell diesen mutigen Individualisten zu. Narrative offen infrage zu stellen, kann äußerst schmerzhaft werden.

Auch Rock-Legende Alice Cooper kann ein Lied davon singen, verlor er doch vor kurzem seinen Werbevertrag mit einer Kosmetikfirma, nachdem er sich kritisch zu Transoperationen von Kindern ausgesprochen hatte. Mittlerweile scheint auch Kritik am orwellschen Neusprech „Waffen schaffen Frieden“ unerwünscht. Die ehemals grünen Hoffnungsträger mutierten in den letzten Jahren zum kriegsbegeisterten Hofnarren-Kollektiv des dunklen Königs, das jedoch nicht in die Anonymität flüchten musste. Wenn dunkle Narren regieren, dann wird aus einem lichten Palast unweigerlich ein morbider Zirkus voll dressiertem und eingesperrtem Leben.

Wer trotz aller Kritik an Putin für Friedensverhandlungen einsteht, wird mittlerweile vom deutschen Kanzler höchstpersönlich als „gefallener Engel aus der Hölle“ etikettiert. Nach Framings wie „Lumpenpazifist“ und „Friedensschwurbler“ eine inhaltlich-sprachliche Entgleisung, die ihresgleichen sucht. Der Kanzler arbeitete hier mit einer metaphysisch aufgeladenen Aburteilung, die somit auch für die Initiatoren und Unterzeichner des „Manifest(s) für Frieden“ gilt. Diese von der Publizistin Alice Schwarzer und der Politikerin Sahra Wagenknecht initiierte Petition wurde unter anderem von Reinhard Mey, Eugen Drewermann, Rainer Mausfeld, Peter Brandt, Margot Käßmann, Franz Alt, Jürgen Todenhöfer und Günter Verheugen unterzeichnet. Auch einige Künstler finden sich darunter.

In der religiös-poetischen Umdeutung des Dichters William Blake sind diese Revolutionäre tatsächlich Dämonen, denn für Blake sind die Feuer der Hölle Flammen der befreienden Inspiration. Die „Teufel“ sind damit zu originellen Denkern geworden, im Grunde genommen zu Revolutionären, die für die Orthodoxie der angepassten, selbsternannten und moralisierenden Engel immer ein Störfaktor waren und sind.

Heuchelei und fehlende Rebellen

Insgesamt jedoch ist es erstaunlich, wie wenige Künstler aktiv für Friedensverhandlungen im Ukraine-Russland-Krieg eintreten. Musiker zu Benefiz-Konzerten für die Ukraine zu bewegen, war und ist einfach. Man kann Gutes tun, der Applaus ist gesichert und der Feind ist klar. Wann jedoch fanden Konzerte für den Irak, für Afghanistan und Jemen statt?

Alleine im Irak starben aufgrund des völkerrechtswidrigen und auf Lügen aufgebauten Krieges — und Krieg ist immer auch die Lüge selbst — eine halbe bis eine Million Menschen. Aufgrund von US-Sanktionen waren zuvor schon eine halbe Million irakischer Kinder gestorben. Für die damalige Außenministerin Albright war es ein Preis, der es wert war, gezahlt zu werden.

Ich erinnere mich an Konstantin Wecker, der 2003, wenige Wochen vor dem Einmarsch amerikanischer und britischer Truppen in Bagdad, ein Friedenskonzert gab. Wo finden sich außerdem all die Intellektuellen, Journalisten und Künstler, die für Julian Assange offen eintreten? Man gibt sich zurecht schockiert über die weiteren 10 Jahre Haft des russischen Oppositionspolitikers Nawalny, nimmt aber achselzuckend die Inhaftierung von Assange hin, der seit 2019 in Englands Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh laut ehemaligem UNO-Sonderberichterstatter Nils Melzer weißer Folter ausgesetzt ist.

Ihm, der seit 2012 seine Freiheit verloren hat, drohen bei Auslieferung an die USA 175 Jahre Haft. Sein Vergehen: Er zeigte das wahre Gesicht von US-Kriegen, die aufgehübscht und ästhetisiert in den Wohnzimmern westlicher Konsumenten gelandet waren. Übrigens: Kurz bevor König Charles III. pompös seine Krönung feierte, schrieb ihm Assange einen inhaltlich und stilistisch herausragenden Einladungsbrief, gespickt mit Ironie und ungebrochenem Rebellentum. „Der Brief an seine Majestät“ endet sarkastisch mit „Euer ergebenster Untertan“.

Der Künstler — ein spiritueller Anarchist?

Wo findet sich der Künstler Sehnsucht nach einer herrschaftsfreien Welt? Warum brechen nur so wenige Richtung Utopia auf, sondern verweilen lieber in der Sicherheit alter, verschmutzter Häfen? Ist der Künstler nicht ein spiritueller Anarchist, ein Poet des Lebens?

Ist es nicht die Vielfalt der Gedankensamen, die der Einfalt angelieferter Samen aus Denkfabriken Einhalt gebietet, welche letztendlich eine Mono-Kultur kreieren? „Wo alle dasselbe denken, wird nicht viel gedacht“, bekundete einst der deutsche Komiker Karl Valentin.

Inspirationen für die Künstlerseele

Die Künstlerseele hätte dem überragenden Philosophen und Denker Giorgio Agamben lauschen können, der den virologischen Tunnelblick und den permanenten Ausnahmezustand so trefflich analysierte. Die Psychologen Mattias Desmet und Ariane Bilheran seien hier auch genannt. Der bedeutende Kulturphilosoph und Occupy-Aktivist Charles Eisenstein sowie die alternative Nobelpreisträgerin Vandana Shiva verbalisierten klar, dass hinter den Maßnahmen und Narrativen eine Umverteilung von Macht und Geld stattfindet. Shiva spricht ganz im Sinne der großen indigenen Stimme eines John Trudell vom Raubbau am ganzheitlichen Menschen selbst.

Warum hörten so wenige auf Nobelpreisträger wie Luc Montagnier, Michael Levitt oder PCR-Entwickler und zugleich -Relativierer Kary Mullis? Prominente Kritik an der neuen Impfung kommt auch von Robert Malone, dem maßgeblichen Entwickler der mRNA-Technologie, sowie vom früheren Pfizer-Vizepräsidenten Michael Yeadon.

Es hätte aber gereicht, die Aussagen der Pfizer-Managerin Janine Small bei ihrer Anhörung im EU-Parlament wahrzunehmen. Sie erklärte, dass Pfizer mit der Geschwindigkeit der Wissenschaft arbeiten musste und der Impfstoff nie darauf getestet wurde, ob er Übertragungen verhindere. Alleine mit dieser Aussage bricht das Kartenhaus „Impfen ist Nächstenliebe“, „Impfen aus Solidarität“ in sich zusammen. Die direkt und indirekt erzwungene solidarische Impfung von Kindern und Jugendlichen war und ist somit eine moderne Schutzgelderpressung, mit der so manche einen enormen Reibach machten.

Die Welt steht Kopf

Sehen denn so wenige, dass aktuell die großen Werte Gesundheit, Frieden, Toleranz und Naturschutz gekapert wurden, um uns in ein dystopisches Freiluftgefängnis zu führen, das eine Stärkung maskuliner Plutokratie anstatt der Selbstbestimmung vorsieht.

„The Great Reset“ des Kissinger-Jünglings Klaus Schwab ist das Gegenteil von „Great Respect“ und sein weiteres Buch „Das große Narrativ“ versucht, eine zentralisierende, technokratische Love-Story zu promoten. Narrative erklären und geben Antworten, die Poesie liebt die Freiheit und stellt Fragen.

David Graeber, der bedeutendste Anthropologe unserer Zeit sowie Occupy-Aktivist, erzählte kurz vor seinem überraschenden Tod eine neue, poetische Geschichte der Menschheit und verweist dabei auf die faszinierenden Stimmen der Indigenen und einiger demokratisch organisierter Piratengruppen, deren Visionen vom Westen gekapert wurden und weit in die Zukunft weisen. Sein Werk ist poetisch-anarchistisch, ganz im Gegensatz zur datengetriebenen Predictive-Silicon-Valley-Erzählung des Militärhistorikers und Schwab-Lieblings Harari.

Warum merken so viele nicht, dass wir in Richtung Technokratur, Transhumanismus und transnationalem Überwachungsstaat marschieren, dass wir Gefahr laufen, in einer geräusch- und gesichtslosen „Privat-public-Diktatur“ ohne poetisch-lebendige Freiräume aufzuwachen?

Die Sehnsucht nach dem Geniekult des deutschen „Sturm und Drang“

Werden wir wieder zu Poeten des Lebens! Gerade Deutschland, das so anfällig für wahnhafte Kulte scheint, bräuchte dringend wieder seine „Sturm und Drang-Epoche“, die über Neo-Feudalismus und moralinsaure Pseudoaufklärungsrhetorik hinausweist und ihren eigenen Genius feiert. Schon Madame Germaine de Staël urteilte zu Lebzeiten Schillers, Goethes und Humboldts, „dass sie (die Deutschen) die größte Gedankenkühnheit mit dem untertänigsten Charakter vereinen”.

Poetischer Genius und Humor

Nehmen wir uns an den wenigen mutigen Künstlern ein Beispiel, die ihren poetischen Genius nicht verloren haben und die zugunsten einer echten Anarchie der Plutokratie abgeschworen haben. Sind Künstler im Kern nicht spirituelle Anarchisten, die mit der Arche der Imagination der materiellen Sintflut entkommen, während die Technokraten das eiskalte Meer des Transhumanismus titanisch befahren? Wurzelt der wahre Künstler nicht in der Freiheit des formlosen Geistes jenseits von gemachten Ideologien aller Art? Der Künstler arbeitet zwar an und mit der Materie. Nur, er ist nicht von dieser Welt.

„Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit, und von der Notwendigkeit der Geister, nicht von der Notdurft der Materie, will sie ihre Vorschrift empfangen“, mahnte Friedrich von Schiller. Um es mit den Wortbildern des Philosophen Byung-Chul Han auszudrücken: Folgen wir nicht der sich stetig anpassenden, neoliberalen Psychopolitik der Schlange, die eine verlockend schöne, neue Welt verspricht — sowie auch nicht der schlichten, orwellschen Biopolitik des Maulwurfs. Wir gehen neue, gewaltfreie Wege der Herzlichkeit und des Humors, so wie John Lennon dies skizzierte:

„Wenn es so weit kommt, dass du Gewalt anwenden musst, dann spielst du schon das Spiel des Systems mit. Das Establishment wird dich irritieren wollen, es zupft dich am Bart, es schnippt dir ins Gesicht, damit du kämpfst. Denn, wenn du einmal gewalttätig geworden bist, dann wissen sie, wie sie mit dir umgehen müssen. Das Einzige, womit sie nicht umgehen können, ist Gewaltlosigkeit und Humor.“

Utopia, Poesie und die Rettung des Menschseins

Möge der Künstler von seinem inneren Kind inspiriert sein und dieses schützen, wie er auch die Kinder da draußen schützt. Und wehe dem, der das Licht der Kinder gewaltsam stiehlt. Lassen wir uns nicht mehr täuschen und stehen wir auf für unsere Kinder und die Lebendigkeit des Lebens! Mögen manche blenden, wir aber leuchten! Wie viele werden das nächste Mal ihre Stimme erheben, wenn erneut für einen Kult das Glück der Kinder geopfert werden sollte? Werden wir dann mehr als diesmal sein?

„Jeder Mensch ist ein Künstler“, postulierte Joseph Beuys. Was unterscheidet einen Künstler von einem Sklaven? Der Künstler folgt niemandem mehr außerhalb, er folgt dem, was ihn von innen inspiriert.

Er kennt den Unterschied von Manipulation und Inspiration. Und so arbeiten wir täglich an unseren Kunstwerken. Vielleicht ist das größte jenes, ganz Mensch zu werden in einer liebenden Gesellschaft.

Piraten, Visionäre, heilige Narren, Indigene, Künstler, Staunende und Poeten aller Art — setzen wir die Segel unseres Narrenschiffes Richtung Utopia! Um es mit den Worten Oscar Wildes auszudrücken: „Eine Weltkarte, in der das Land Utopia nicht verzeichnet ist, verdient keine Beachtung, denn sie lässt die Küste aus, wo die Menschheit ewig landen wird.“

Auf die Poesie und die Rettung des Menschseins! Und ein großes Dankeschön an alle bekannten und weniger bekannten Künstlerinnen und Künstler, die den Mut hatten, dem Licht ihrer Seele anstatt dem dumpfen Herdentrieb zu folgen. Das Leben selbst applaudiert euch!

Quellen und Anmerkungen

Henry Miller. Von der Moral der Unmoral. Rowohlt Verlag
William Blake. Die Hochzeit von Himmel und Hölle. Edition Tramontane
Gerald Ehegartner. Das heilige Sakrament der Corona-Impfung
David Graeber. Anfänge — eine neue Geschichte der Menschheit. Klett-Cotta
Ignazio Silone, https://de.wikipedia.org/wiki/Ignazio_Silone
Anonym. Das konspirationistische Manifest. Sodenkamp&Lenz
Germaine de Stael. Aus: Zwischen Gott und Teufel. Das Frankreichbild deutscher Schriftsteller im Exil. Von Thomas Lange, Goethe Universität Frankfurt
Julian Assange. Ein Brief an seine Majestät https://www.nachdenkseiten.de/?p=97372
Robert Misik, https://twitter.com/misik/status/1553132639191764994
Michael Niavarani, https://kurier.at/kultur/fendrich-ueber-impfdebatte-gibt-es-ein-recht-auf-dummheit/401816092
Mattias Desmet. Die Psychologie des Totalitarismus. Europa Verlag
Klaus Schwab. Covid-19: The Great Reset. World Economic Forum
Klaus Schwab. The Great Narrative. World Economic Forum
Schiller Friedrich, Deutsches Textarchiv
Robert Schneider. Da ist noch etwas, liebe Republik. Kronen Zeitung
John Lennon. Aus: Feuer ins Herz — Wie ich lernte, mit der Angst zu tanzen. Kamphausen V.
Vandana Shiva. Eine Erde für alle. Verlag Neue Erde
John Trudell, https://www.johntrudell.com/biography

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