Die Macht des Einzelnen

 In FEATURED, Politik

Überwinden wir den Glauben, als Einzelne sowieso nichts verändern zu können. Wir leben in spannenden Zeiten, denn noch nie zuvor hat das Leben auf der Erde so eine Erschütterung erfahren wie heute. Doch genau so, wie diese vom Menschen verursacht wurde, können auch nur wir Menschen, und zwar jeder für sich und alle gemeinsam, unseren Planeten vor dem Ökozid bewahren. Wir müssen es nur wollen! Sind wir wirklich so ohnmächtig, wie wir konditioniert sind? (Immanuel Meyer)

Die Situation

Die Transformation der Gesellschaft ist nicht mehr länger nur eine Utopie oder Wunschvorstellung, sondern beginnt, erlebbare Realität zu werden. Das von der besitzenden Klasse propagierte alternativlose Lebensmodell, welches durch Produktion und Konsum kennzeichnet und stets der obersten Maxime des Wachstums verpflichtet ist, erodiert nicht mehr länger nur an seiner Peripherie, sondern durch die gesamte Gesellschaft hindurch.

Trauen wir uns die Perspektive einzunehmen, dass der Wandel der Gesellschaft sich verstärkt und das bisher für wirklich gehaltene Wiederaufleben des Biedermeier-Zeitalters gar nicht existiert. Denn unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit kreiert diese für uns, die Gesellschaft und unsere Welt sind abhängig von der Perspektive, die wir einnehmen. Tatsächlich existieren sie nur als Wahrnehmung, nicht aber als objektive Realität.

Wer immer alles schwarz malt, wird eine hoffnungslose, verbitterte und von Angst gekennzeichnete Dystopie seinen Alltag nennen. Wer hingegen weiß, wie die Menschheit sich seit Jahrtausenden im Spiel von Aktion und Reaktion im Kampf um Freiheit und ein selbstbestimmtes Leben befindet, und diesen Kampf Schritt für Schritt unumkehrbar weiterführt, gewinnt einen ganz anderen Blick auf die Realität.

Unsere durch den Ökozid und apokalyptische gesellschaftliche Zustände geprägte Zeit fordert uns vor allem zu einem auf: den Kampf endlich zu Ende zu führen und die Utopie endlich Wirklichkeit werden zu lassen! Weder werden die da oben das für uns tun, noch eine kritische Masse irgendwann in der Zukunft, wenn es schon zu spät ist.

Wir müssen unser eigenes Schicksal, und damit verknüpft jenes der kommenden Generationen, endlich selbst in die Hand nehmen.

Den Widerstand der Besitzenden und des politischen Systems, das jene repräsentiert, diesen Widerstand gegen unsere Befreiung aus der Lohnabhängigkeit und gegen politische Selbstbestimmung, handeln wir uns nicht erst damit ein – dieser begleitet uns, wie gesagt, schon seit Jahrtausenden.

Was haben wir also zu verlieren? Wenn wir nichts tun: das Leben auf Erden, inklusive der Menschheit!

Der Lösungsweg

Unsere wirklichen Möglichkeiten zur Transformation sind vielfältig. Zum einen haben wir durch das Internet erstmals die Möglichkeit uneingeschränkten Wissens- und Informationsflusses sowie Vernetzungsmöglichkeiten, zum anderen ist die Macht des Staates, und damit jene der besitzenden Klasse über die besitzlose – im historischen Vergleich noch gering.

Lassen wir uns von der Dauerpropaganda des medialen Mainstreams nicht einlullen, und auch nicht von der kapitalistischen Gesellschaftsordnung einschüchtern! Die Mächtigen sind keine Politiker, Banken und Großkonzerne, sondern wir selbst, denn wir bestimmen unser Leben und unser Schicksal.

Warum sollen wir uns von Verlustängsten bezüglich des Rufs, der beruflichen Karriere oder auch der finanziellen Existenz leiten lassen, wenn klar ist, dass es überhaupt kein Überleben auf Erden mehr geben wird, wenn wir den Wandel nicht verwirklichen?

Und warum sollten wir nicht dem Guten vertrauen können, egal ob man es nun als Gott, kosmische Intelligenz, allesumfassende Liebe oder einfach Mutter Erde konzipiert? Nehmen wir diese Perspektive ein, gibt uns das Mut und macht uns „unantastbar“; glauben wir hingegen hoffnungslos und machtlos der Apokalypse entgegenzustehen, so wird dies unsere Lebenswirklichkeit. Es reicht nicht aus, lediglich Kritik an den herrschenden Zuständen zu üben, aber weiterhin in deren Tretmühlen gefangen zu bleiben. Stattdessen müssen wir wieder lernen, Schritt für Schritt selbstständig zu überleben und zu leben, und zwar in allen Bereichen.

Ein erster Schritt wäre die Verweigerung der Beteiligung an jedweder gesteuerten politischen Beteiligung, wie der Bundestagswahl, oder der Einteilung in Gruppierungen wie ,,für“ oder ,,gegen“ Flüchtlinge zu sein. Das ,,System“ hält scheinbar für alle und jede Bewegung die passende Kategorisierung und Organisation parat; dort trifft man dann auf Gleichgesinnte, kapselt sich vom Rest der Gesellschaft ab und bestärkt sich gegenseitig darin, auf der richtigen und vor allem entscheidenden Seite zu stehen.

Keine linke Sammlungsbewegung, keine linksradikale Organisation, keine Partei, nicht einmal die Friedensbewegung kann das für uns tun, was wir selbst tun müssen – Souveränität gewinnen und das kapitalistische System überwinden.

Und zwar genauso radikal, wie sich das anhört. Verantwortung abschieben funktioniert nicht – wir müssen wieder lernen, eigenverantwortlich zu handeln.

Die Herausforderung

Der nächste, schwierigste Schritt, ist die eigene Befreiung aus überflüssiger Produktion und unnötigem Konsum.

In unserer Gesellschaft entscheidet die Bereitschaft, sich den kapitalistischen Umständen anzupassen, darüber, welche Position wir einnehmen dürfen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass wir überhaupt keine Position einnehmen können, wenn wir nicht bereit sind diese Umstände zu akzeptieren – zumindest keine, die wir von außen zugewiesen bekommen.

Jemand, der Kindern weder Empathie aberziehen noch sie zur konformen Anpassung und Unterordnung in unserer Leistungsgesellschaft konditionieren will, kann kein staatlicher Lehrer werden. Aber da Kinder und Jugendliche wissen müssen, in welcher Situation sich unser Planet und unsere Gesellschaft befinden, müssen sie selber denken lernen und Selbstbewusstsein entwickeln, um sich der Unterordnung verweigern zu können.

Dafür braucht es echte Lehrer! In unserem Bildungssystem wird jedoch echte Pädagogik gezielt strukturell verunmöglicht. An den Universitäten wird die totale Selbstentfremdung und reine Rezitation von Vorgegebenem dann zur zwangsläufigen Grundlage für ein „erfolgreiches“ Studium. Der Mensch wird auf eine Bewertung nach vorgegebenen Maßstäben reduziert.

Auch auf dem Arbeitsmarkt gibt es so gut wie keine Möglichkeiten zur eigenen Entfaltung, alles ist unantastbar und unbeweglich strukturiert und kategorisiert dem Leistungsprinzip, also der unendlichen Kapitalakkumulation der besitzenden Klasse, untergeordnet.

Für die besitzlose Klasse heißt es: Friss oder Stirb! Dieser gesamtgesellschaftliche Zustand wird so lange bestehen bleiben, wie wir es zulassen. Doch: Solidarität statt Egoismus, Gewissen statt Karriere, Glücklichsein durch Lebensfreude anstelle von Konsum sind Konzepte, die einen Ausweg ermöglichen.

Selbstverständlich können wir ohne Geld – noch – nicht überleben, müssen es also irgendwie erwirtschaften beziehungsweise erarbeiten. Aber wenn wir uns auf den schrittweisen Ausstieg aus der Lohnabhängigkeit fokussieren, anstatt immer nur dem Geld hinterherzurennen, können wir neue Wege für uns und andere verwirklichen. Es liegt in unserer Hand, denn für uns wird das niemand tun.

Das Ende der Megamaschine

Diesem Lebensmodell konträr gegenüber steht das propagandierte „Schafmenschentum“: Mit zahllosen angebotenen Möglichkeiten zur Realitätsverdrängung und Ablenkung sowie durch Korruption und Einschüchterung wird es zur Beteiligung an der Vernichtung des Lebens auf der Erde gezwungen.

Mit unserem Gegenentwurf wird jedoch keine Parallelgesellschaft kreiert, denn was in Einklang und Harmonie mit der Natur und dem Leben ist, ist sicher nicht parallel; die Perspektive auf die globale Megamaschine der Vernichtung als paralleles System zur natürlichen Ordnung ist weitaus logischer.

Diese Maschine ist übrigens auch bei weitem nicht so alt, wie versucht wird zu vermitteln: Etwa 2.000 Jahre in Mitteleuropa sind im Vergleich zur Geschichte des Homo sapiens eine verdammt winzige Zeitspanne.

Aus den Zwängen befreien

In der heutigen Zeit, in der mittlerweile fast alle Lebensbereiche kapitalisiert worden sind und der Doktrin der Profitmaximierung unterliegen, bedeutet das konkret, sich auch aus all diesen Zwängen befreien zu müssen. Die Liste ist lang.

Die Nahrungsversorgung muss wieder regional und direkt organisiert werden. Ein erster Schritt dazu wäre, auf Fleisch zu verzichten, oder zumindest – soweit möglich – nur noch Biofleisch zu kaufen. Der nächste Schritt ist, die eigene Ernährung komplett auf Bio umzustellen sowie nur noch in Supermärkten ohne Verpackungen einkaufen zu gehen, zumindest soweit dies der eigene Geldbeutel zulässt.

Jeder, der möchte , kann sich eine Fläche zum Anbau von eigenen Nahrungsmitteln organisieren, der Gang zum Supermarkt ist dann keine Zwangsläufigkeit mehr. Ganz nebenbei schmecken die Erzeugnisse aus dem eigenen Garten auch viel besser, und sind gesünder – Verzicht ist das nicht. Auch in den Städten ist ein Beitrag dazu prinzipiell möglich, nur bedarf es hier einer größeren Vernetzung, um aus dem als Urban Gardening bekannten Trend mehr als ein nur ein ästhetisches Gimmick zu machen.

Für urbane Gebiete bedarf es der Kooperation mit dem umliegenden Land; die Kontrolle über diese Wirtschaftskreisläufe muss in den Händen der handelnden Akteure bleiben, und darf nicht, wie derzeit, von globalen Großkonzernen diktiert werden. Mit der Zeit können so immer mehr Lebensmittel regional produziert werden, und gemeinsam kann so längerfristig eine unabhängige und vor allem umweltverträgliche Nahrungsversorgung realisiert werden.

Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass diese Art des Wirtschaftens in Mitteleuropa über Jahrtausende großen Teilen der Bevölkerung Unabhängigkeit von außen und Prosperität ermöglichte, riesige Kathedralen aus Stein konnten so zum Beispiel im Hochmittelalter finanziert werden.

Auch die Produktion von Konsumgütern und Gebrauchsgegenständen des Alltags muss wie die Nahrungsmittelproduktion wieder lokal und regional neu strukturiert werden.

Märkte, die es ja bereits oder immer noch gibt, ermöglichen dann einen Austausch dieser Güter in der Bevölkerung.

Weiterhin wird es notwendig, ein eigenes Zahlungsmittel zu entwickeln, das den Menschen aber lediglich als Wert-Orientierung und -Speicher dient und ihrer Kontrolle unterliegt, und dass nicht andersherum der Mensch dem Geld beziehungsweise den Banken dient und von ihnen kontrolliert wird.

Zinssysteme und ungedeckte Währungen wie das Giralgeld sind destruktive Mechanismen, die keiner demokratischen Kontrolle unterliegen. Sie zeigen damit auf, dass das heutige Finanzsystem seine ursprüngliche Funktion längst verloren hat und daher keine Legitimation mehr besitzt.

Nicht-Kooperation

Parallel zu dieser schrittweisen Verwirklichung neuer gesellschaftlicher Strukturen müssen die alten durch Nicht-Kooperation zum Stillstand gebracht werden. Es macht wenig Sinn, nur noch im Biomarkt zu kaufen, die Grünen zu wählen und sich als naturverbunden zu beschreiben, sich dann aber alle drei Jahre ein neues Auto zu kaufen und zweimal pro Jahr in den Urlaub zu fliegen.

Die Nicht-Kooperation mit der kapitalistischen Gesellschaftsordnung beschreibt also zum einen die Verweigerung, sich ständig Neues zu kaufen – Amazon Prime braucht kein Schwein – und zum anderen, soweit wie möglich, die eigene Leistungskapazität keiner fremden Profitgenerierung mehr zur Verfügung zu stellen.

Das muss jeder Einzelne mit eigenen Möglichkeiten und Wegen umsetzen, da die Umstände und Voraussetzungen individuell unterschiedlich sind, und genauso wie der Entzug von Produktion und Konsum, muss auch die Nicht-Kooperation in allen kapitalisierten Lebensbereichen umgesetzt werden.

Wer zum Beispiel lieber mit öffentlichen Verkehrsmitteln statt im Individualverkehr unterwegs ist, sollte sich fragen, wie fair es ist, dass man für Fahrkarten zahlen muss. In der UN-Charta wird die Wahrnehmung des Menschenrechtes auf Mobilität nicht mit vorherigem finanziellen Aderlass als zwangsläufige Voraussetzung verbunden.

Das ist Erschleichen von Leistung. Und da öffentliche Verkehrsmittel, wie der Name schon sagt, im öffentlichen Interesse sind, ist es Aufgabe des Staates diese auszubauen und zu finanzieren, und nicht die der Bus- und Bahnfahrer. Klar ist aber, dass die Umsetzung dieser Umstrukturierung ohne praktische Solidarität nicht möglich sein wird.

Wir müssen uns gegenseitig absichern und aufeinander zugehen, wieder lernen zu teilen statt zu horten und uns gegenseitig alle als Menschen zu akzeptieren, denn keiner von uns ist perfekt und ohne Fehler. Nur miteinander und nicht gegeneinander können wir den Kurs ändern. Wir müssen uns immer darüber im Klaren sein, dass die besitzende Klasse alles in ihrer Macht stehende tun wird, um die Revolution von unten aufzuhalten, sie zu kontrollieren, und sie zu bekämpfen.

Es müssen also immer Rückzugsmöglichkeiten, Absicherungen und die Verunmöglichung jedweder Kontrolle zum Beispiel durch Unterwanderung gegeben sein, was zum Beispiel die Gründung einer neuen politischen Partei oder Organisation ausschließt.

Abhängig von dem Grad, mit welchem wir uns wirklich mit Recht als vollkommen unabhängige und unkontrollierbare Individuen bezeichnen können, macht es Sinn, neue politische Strukturen zu entwickeln. Ohne die eigene Lebenswirklichkeit unter anderem hinsichtlich Produktion und Konsum ändern zu wollen, macht es jedenfalls überhaupt keinen.

Die Masse besteht aus Einzelnen, und immer sind es Einzelne, die den ersten Schritt tun. Jeder allein kann alles verändern. Sind wir bereit, dafür die Macht zu ergreifen und Verantwortung zu übernehmen, um Menschheit und Erde zu retten, oder trauen wir uns nicht?

Wenn nicht jetzt, wann dann – wenn nicht wir, wer dann?

 

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Dank an den Rubikon, www.rubikon.news, wo dieser Artikel zuerst erschienen ist.
Anzeige von 20 kommentaren
  • Volker
    Antworten
    Schön und gut, einzeln oder gemeinsam, wir müssen es nur wollen – alles wird gut.
    Hambacher Forst als kleines Beispiel: RWE will, solange es noch machbar ist, an der Braunkohleverbrennung festhalten, Teile eines einzigartigen Waldes zerstören, wohlgemerkt aus Profitgründen lebenswichtige Naturbestände zerstören, deren Erhaltung einen drohenden Ökozit zumindest noch abschwächen könnte. RWE müsste es nur wollen –
    Will aber nicht, ignoriert nach sechs Jahren gemeinsame Proteste, ignoriert somit alles, was eine halbwegs intakte Umwelt am Leben erhalten könnte, beinflusst Politik und Rechtsprechung (?) und lässt begründeten Widerstand abräumen. Für diese Drecksarbeit stehen ausreichende Polizeitruppen stramm dazu, auf Befehl und Gehorsam gemeinsamen Widerstand zu brechen, brutal und ohne jegliches Gemeinschaftsgefühl.
    Der Hambacher Forst spiegelt mahnend an, zerbricht allerdingst an der Macht konzernorientiertem Vernichtungswillen weltweit.

    Die Masse besteht aus Einzelnen, und immer sind es Einzelne, die den ersten Schritt tun. Jeder allein kann alles verändern. Sind wir bereit, dafür die Macht zu ergreifen und Verantwortung zu übernehmen, um Menschheit und Erde zu retten, oder trauen wir uns nicht?

    Macht ergreifen? Masse rettet Menschheit und Erde? Alleine verändere ich … ja, was nun … Revolution etwa, mit neuen Kriegen …

  • Ein Mond für die Zukunft
    Antworten
    Der Hambacher Forst…, gut das der Amazonas so weit entfernt ist, ohne Kamera und „FREUND UND HELFER“, obwohl…

    .

    Wozu ein Mondgrundstück so weit weg erwerben, wenn es dieses doch so nah, quasi vor der Haustür gibt.

    Mit RWE-Zertifikat!

    Schön das sich „DEIN FREUND UND HELFER“ und all die vielen anderen der Staatsgewalt sich so sehr zum Wohle der Konzerne und somit für die Zukunft auch ihrer Kinder einsetzten.

    Sie werden es euch danken…, die Kinder, nicht die PARASITÄRE DEKADENZ. So sindse halt, die SCHEIN-christlich-sozialen aus dem Fantasialand GroKo. Die selbst gestrickten Ziele der Umwelt zu liebe für die Untergebenen, die Gewinnträchtigen Ziele für die Verdienstvollen aus dem Reich des PARASITÄREN Geldadels.

    Die einen werden aus Gewinnsucht zu globale Straftäter, die anderen machen ihre globalen Straftaten zum Beruf. Und so küsst die eine Hand die andere und für den gemeinen Pöbel stehen ihre Füße zum küssen bereit.

  • Bettina
    Antworten
    Schweigen ist Silber, Reden ist Gold- Zuhören ist Platin
    .
    Besagt nicht im Grunde genommen ein Lied, geschrieben von Schiller, musikalisch einst hervorragend von Beethoven komponiert, genau das aus, was oben in dem  guten Artikel geschrieben steht, als Aufforderung zum Handeln? Das folgende Lied gibt den rechten Parolen keine Chance. Wir sollten es wieder singen und dem Lied seine eigentliche Bedeutung wieder zukommen lassen, es beim Wort nehmen.
    .

    Ein kleiner Auszug meines Gedichts „Rosa Rocha“ als stimmungsvolle Einleitung vorweg zu

    „Freude schöner Götterfunken“-

    „Beethovens Neunte“

    und „Europahymne“ zugleich.
    .

    Sonnenlicht

    .

    Mit Freude schöner Götterfunken

    die Schweigemauer bricht vor aller Welt
    in kräftig klingendem Orchesterklang

    mit vollem Solo- Stimmenglanz.

    Die Menschen jubeln, Lichter gehen auf,

    so nimmt Geschichte ihren weiten Lauf.

    .

    Eins allerdings bleibt unerwähnt.

    Inmitten dieses Weltgescheh’n,

     es hat zum Glück niemand gesehen,

    ein kleiner Stein ins Rollen kommt.

    .

    Aus einem feinen Mauerspalt,

    geformt aus emsiger Naturgewalt,

    aus Samen, öffnet sich im Sonnenlicht,

    ein neues Leben, das ins Irdische aufbricht.
    (BB/18/03)
    .
    Beethoven – Symphony No.9 (10000 Japanese) –
    Freude schöner Götterfunken
    https://youtu.be/X6s6YKlTpfw

    • Palantir
      Antworten
      Mir wärs lieber, wenn alle Brüder Menschen würden.
  • maria
    Antworten

    Erst wenn die Macht der Liebe stärker ist als die Liebe zur Macht,

    wird diese Welt Frieden finden.

     

    Jimi Hendrix

     

  • Carlo
    Antworten
    »Die Ohnmacht des Einzelnen ist vielleicht die gefährlichste Illusion, die ein Mensch haben kann.«

    Joseph Weizenbaum

    • Bettina
      Antworten
      Es wird uns gelingen, die Ohnmacht des Einzelnen zu überwinden, wenn wir uns nicht der Macht ergeben, sondern, wenn wir das Erwachen aus der Ohnmacht als das Chance begreifen, uns als „Brüder und Schwester“ zu verstehen.
      Mögen dieses eines Tages auch unsere Politiker, die gewissenlose Besitzer des Geldes und der Macht, sowie die Generäle der Todesproduktion erkennen. Willkürliche Macht führt zum Untergang unserer Menschheit, eine aus der Ohnmacht geborene Verbrüderung hingegen zu dem Weg, der uns Menschen aus Krisen führt, der uns Menschen vereint.
      Insofern ist die Ohnmacht des Einzelnen vielleicht tatsächlich die stärkste Antriebskraft für eine gelingende und friedliche Revolution, in der die Werte des Humanismus und die Liebe zu Mensch, Tier und Pflanzen die Antriebskraft zum Handeln ist, raus aus der kant’schen „selbstverschuldeten“ Unmündigkeit. 
      „Es geht ums Tun und nicht ums Siegen“ (Konstantin Wecker- Die Weiße Rose)
      .
      Martin Luther King, Jr.
      „I Have A Dream“  
      https://youtu.be/3vDWWy4CMhE
      .
      DALAI LAMA – Schwestern und Brüder
      https://youtu.be/5lJwnSGROtg

       

      • Palantir
        Antworten

        kant’schen „selbstverschuldeten“ Unmündigkeit.

        Lies nochmal bei Kant in seinem Text: „Was ist Aufklärung“ nach.

        • Bettina
          Antworten
          Das hättest du auch selbst tun können! Aber okay,  anbei für tischfertig serviert:

          http://www.dhg-westmark.de/immakant3.html

          In einem Aufsatz der Berlinischen Monatszeitschrift, dem führenden Organ der deutschen Aufklärung, beantwortet Immanuel Kant 1784 die Frage „Was ist Aufklärung?“:
          .

          Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines andern zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht aus Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. ‚Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!‘ ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

          .

          Mögest die kant’sche Aufforderung dir eine Aufforderung sein für deine weiteren Kommentare!

          • Gscheithaferl
            Wahr ist, dass es so bei wikipedia steht

            Unwahr ist, dass du die Grammatik bei Kant in seiner Zeit als Hauslehrer gelernt hast.

             

      • Carlo
        Antworten
        Liebe Bettina, kein Mensch hat Macht über Dich. Es sei denn, Du gibst sie ihm.
        • Bettina Beckröge
          Antworten
          Wir alle, jeder von uns kennt die Ohnmacht. Ich meinte nicht die Ohnmacht, die daraus resultiert, dass andere Macht über uns haben, sondern die Ohnmacht, die aus dem persönlichen Scheitern resultiert. Das, so bin ich mir sicher, kennt jeder von seinem Leben: man strauchelt ,kommt ins Stolpern und fällt auf die Nase. „Ohnmacht“, die, von der ich spreche, entsteht dann, wenn ich erkenne, das tun nicht alle, dass ich einen falschen Weg gegangen bin, dass ich wenden muss. Diese Ohnmacht ist vorübergehend, bis ich meine Richtung im Leben geändert habe. Die Erkenntnis des falsch eingeschlagenen Weges und die daraus gewonnene Erkenntnis umzukehren, und das Resultat daraus, einen neuen Weg auszuprobieren ,das ist die Kraft, gewonnen aus der Ohnmacht, von der ich spreche. Die hat ,in meiner Definition nichts mit der Ohnmacht, entstanden durch die Macht, die ich jemand anderen über mich gewähre, zu tun.

          .

          Was ich damit sagen möchte: ich kann aus eigenem Scheitern lernen (tatsächlich habe ich es bereits mehrfach getan), und genau das gibt die Kraft, künftig Fremdmächten nicht mehr zu erliegen.

          .

          Diese Form der Unabhängigkeit, ausgedrückt in dem Gedicht von Nelson Mandela ( Soy el capitan de mi alma) ist für mich die höchste Form der Anarchie, der Befreiung von fremd auferlegten Zwängen.

          Es ist gleichzeitig der von Kant beschriebene Weg aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit 

          • Carlo
            Wenn Du Dir darüber bewusst bist, dass Du aus Deinem eigenen Scheitern lernen kannst, bist Du eben nicht ohnmächtig.
  • heike
    Antworten
    Wie kann man die Welt ein Stückchen besser machen als sie ist, ohne sich selbst in einem sinnlosen Kreislauf aufopfern zu müssen? Indem man sein Leben nach und nach umstellt und beginnt sinnvolle Dinge zu tun und die Auswirkungen seines Handelns auf andere Menschen überprüft. Immanuel Kant (z.B.) sagte dazu: „Handle so, dass Du die Menschheit sowohl in deiner Person als in der Person eines jeden andern, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel gebrauchst.“

    Dazu ist keine Ohnmacht nötig, sondern ein Wertegefühl, ein Wille und ein Verstand. Kant hat dieses moralische Gefühl in sich entdeckt und wahrgenommen.

  • Piranha
    Antworten

    Zinssysteme und ungedeckte Währungen wie das Giralgeld sind destruktive Mechanismen, die keiner demokratischen Kontrolle unterliegen.

    In der arabischen Welt werden Geschäfte gemacht, jedoch gibt es keinerlei Zinssysteme.

    Dazu:

    „Die politische Einsicht von Aristoteles, dass die Zinsnahme auf Dauer ein Gemeinwesen zerstört, wird ausdrücklich im Qur’an bestätigt.“

    Teil des islamischen Rechts, der Praktiken und Aktivitäten festlegt, schreiben vor, dass Investoren keine Transaktionen tätigen dürfen, die spekulativer Natur sind, Zinszahlungen umfassen oder vertragliche Unsicherheiten enthalten. Darüber hinaus müssen alle Transaktionen durch Vermögenswerte besichert sein.

    Gläubiger, die Zinsen nehmen, vermehren ihr Vermögen mit dem Besitz der Schuldner (Besitzlose, Arbeiter, Handwerker etc. mit kleinem Verdienst und Arme). Dadurch werden Reiche noch reicher und Arme noch ärmer.

    Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich in Gesellschaften, die auf Zinswirtschaft beruhen, lässt bei den Benachteiligten Unzufriedenheit und Neid wachsen und hat letztlich vielschichtige soziale Konflikte zur Folge.

    Zinslose Kredite bringen die Menschen einander näher, während Zinsen die Menschen voneinander entfernen.

    Die Zinswirtschaft bringt Menschen hervor, die nur von den Zinsen leben und der Gesellschaft keinen Nutzen bringen, d.h. ein unproduktives Leben führen.

    Der Schuldner, der einen verzinsten Kredit aufgenommen hat, muss hart arbeiten, um seine Schulden zu tilgen, und nimmt ein großes Risiko auf sich. Der Gläubiger jedoch braucht weder zu arbeiten, noch sich Sorgen zu machen. Dies führt dazu, dass das Gerechtigkeitsgefühl der Menschen beeinträchtigt wird.

    Das islamische Zinsverbot ist die Grundlage für die Entstehung des Islamic Banking. Es beinhaltet nur Finanzprodukte, welche ohne Zinszahlung angeboten werden können. Gewinne werden erwirtschaftet auf der Basis von Gewinnbeteiligungen. Geschäftsaktivitäten, in denen Zinsspannen Erträge erwirtschaften könnten, sind strikt untersagt.

    Auch dürfen Muslime kein Geld in Unternehmen investieren, die ihren Umsatz mit Zinsgeschäften, Alkohol, Tabak, Schweinefleischprodukten, Glücksspiel, Pornografie oder Rüstung generieren.

    Grundsätzlich gilt es, die Maslaha (dem Gemeinwohl und dem Einzelnen nützlich) zu fördern und die Mafsada(dem Gemeinwohl und dem Einzelnen nicht nützlich) zu vermeiden.

  • heike
    Antworten
    Auf der Greenpeace-Seite kann man sich mit seiner Unterschrift für den Erhalt des Hambacher Forstes und für den Ausstieg aus der Kohleverstromung einsetzen.

    Im Neuen Deutschland vom 23.09. steht im Artikel „Friedhofsruhe im Hambacher Forst“, dass nach dem Tod eines jungen Fotojournalisten (durch den Sturz durch eine defekte Hängebrücke aus 20 Meter Höhe in die Tiefe) die Räumung der Baumhäuser durch die nordrhein-westfälische Landesregierung ausgesetzt ist, allerdings wieder aufgenommen werden soll. Antje Grothus, Vertreterin der Bürgerinitiative „Buirer für Buir“ und Mitglied in der Kohlekommission, die im Auftrag der Bundesregierung bis Ende des Jahres einen Kompromiss für den Ausstieg aus der Kohleverstromung finden soll, sagte zu den Räumungsmaßnahmen: „RWE will im Schulterschluss mit dem Innenministerium Fakten schaffen, obwohl der Kohletagebau nicht still stehen wird, wenn hier in diesem Jahr oder auch im nächsten nicht gerodet wird.“

    Vor der Abgrabung im Zuge des Braunkohletagebaus Hambach erstreckte sich der Forst auf mehr als 4000 Hektar. Die Gegend ist seit etwa 12.000 Jahren, also seit der letzten Eiszeit, bewaldet. Die ältesten Bäume sind ca. 350 Jahre alt. Von den verbliebenen 200 Hektar Waldgebiet will die RWE AG weitere 100 Hektar für den Kohleabbau roden, obwohl ein Ausstieg aus der Kohleverstromung in den nächsten Jahren von der Bundesregierung geplant ist. Trotzdem hat die für den Bergbau in NRW zuständige Bezirksregierung Arnsberg den Hauptbetriebsplan 2018 bis 2020 genehmigt und eine Verbandsklage vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) abgewiesen. Laut Gericht hat RWE erklärt, damit 2018 längstens bis zum 14. Oktober zu warten (aus Gründen des Brutschutzes nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist eine Rodung nur zwischen dem 1. Oktober und Ende Februar möglich). Der BUND hat jedoch bereits am 20. April 2018 erneut Klage gegen den genehmigten Hauptbetriebsplan erhoben und sieht in dem Hambacher Wald die Kriterien eines europäischen Naturschutzgebietes gegeben.

    Diesen kleinen verbliebenen Rest eines ehemals 4000 Hektar großen alten Waldgebietes unter Naturschutz zu stellen, sollte doch möglich sein.

    RWE hat bereits genug daran verdient und die Stromversorgung unseres Landes wird ohne die Hambacher-Forst-Kohle auch nicht zusammenbrechen.

    Meine Informationen habe ich aus Wikipedia und nd.

    • Piranha
      Antworten
      Hallo Heike,

      ich kann dem nur vollumfänglich zustimmen.

      Wo es allerdings schon kaum möglich scheint,  den Boykott für abartig agierende Firmen wie nestlé und danone an den Mann/die Frau zu bringen – wie wahrscheinlich ist es da, dass Leute aktiv den Anbieterwechsel vollziehen?

      Es ist eine Sache, Petition über Petition zu starten über change.org, Campact und Avaaz…

      eine andere, diese Firmen am Geldbeutel zu packen. Das ginge aber nur über den Anbieterwechsel. Sind die Deutschen zu faul dazu? (Sorry für diese Verallgemeinerung)

      Ich entsinne mich gut an Südafrika, als die Buren aus allen Regierungsämtern gejagt wurden. Sicher war damals der landesweite Boykott aller Waren aus Südafrika dabei nicht ohne Wirkung.

  • heike
    Antworten
    Hallo Piranha, ich glaube, sie wechseln den Stromanbieter nicht, weil ihnen die Sache zu unsicher ist. Sie denken, es ist zum einem teurer und zum anderen gehen diese Anbieter sowieso bald wieder pleite. Das ist leider die Wahrheit. Dazu kommt bei manchen eine gewisse Bequemlichkeit (sich günstige Reisen durch Recherchen im Internet zusammenstellen geht allerdings).

    Dann sind sich viele noch immer nicht der Dringlichkeit der Senkung des CO2-Ausstosses in die Atmosphäre bewusst, solange der Wüstensand noch nicht vor der eigenen Haustür angekommen ist. Und außerdem sind an allem sowieso nur unsere Politiker schuld, sie selbst an gar nichts und, wie du ja weißt, können sie sowieso nichts machen. Das die Menschheit sich eines Tages sowieso zu Grunde richtet, ist diesen Leuten schon klar – aber morgen ist das noch nicht..uswusf.

    Vor ein paar Jahren hatte ich auch einmal den Stromanbieter gewechselt, der dann leider wirklich pleite ging. Vielleicht hat sich so etwas ja in der Zwischenzeit etwas geändert und ich nehme noch mal einen Anlauf.

     

     

     

  • Renate Halbweiss
    Antworten
    Ich bin schon seit ca. 17 Jahren Kunde bei Greenpeace Energy. Ist zwar etwas teurer als der Stromversorger hier vor Ort, der Wechsel ging reibungslos vonstatten und es hat nie irgendwelche Probleme gegeben. Und dass Greenpeace Energy pleite geht ist mehr als unwahrscheinlich.

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