Die vergessenen Opfer

 in FEATURED, Politik (Ausland)

Während die vom Krieg betroffenen Menschen in der Ukraine jetzt im Fokus der Weltöffentlichkeit stehen, wird das Leid der Bewohner von Donecz und Lugansk von westlichen Moralisten nach wie vor geleugnet. Mitgefühl mit Kriegsopfern ist gut. Aber es sollte sich dann nicht selektiv allein auf eine Gruppe richten und eine andere ausklammern. Und es sollten auch wirklich glaubwürdige Menschen sein, die jetzt für die Solidarität mit der Ukraine trommeln. Olivgrünen Kriegstreibern und ihren Gesinnungsgenossen in anderen Parteien steht es jedenfalls nicht zu, jetzt mit dem Finger auf „die Russen“ zu zeigen. Eine ausgewogene Betrachtung der aufgeheizten Situation muss die bewegte Geschichte Osteuropas beleuchten und darf auch die faschistischen Tendenzen innerhalb des ukrainischen Establisments von Kritik nicht verschonen. Ullrike Spurgat

 

Moralapostel in aller Welt reden vom Bruch des Völkerrechts, von den Menschenrechten, empören sich und blasen sich auf wie Luftballons kurz vor dem Platzen. Es dürfte leicht erkennbar sein, dass es im folgenden Artikel um die Ukraine gehen wird. Auf eine bewegte Geschichte blickt dieses Land zurück – mit engen Verbindungen in vielerlei Hinsicht zum unmittelbaren russischen Nachbarn. Die russische Sprache war bis 2014 eine anerkannte Sprache im Land. Mittlerweile ist sie verboten. Die Bevölkerung im Donbass wird seit acht Jahren beschossen, gequält und den Faschisten zum Fraß vorgeworfen. Und, nein, von mir wird es keinen Artikel geben, der sich ausgleichend und „neutral“ lesen lässt. Ich werde Stellung beziehen für die Bevölkerung in Donezk und in Lugansk.

Um diesen historischen Konflikt verstehen und einordnen zu können, ist es notwendig, einen Blick in die jüngere Geschichte zu werfen, ohne dabei die größeren Zusammenhänge aus den Augen zu verlieren. Donecz und Lugansk sind Heimat und Lebensraum für ca. 3,4 Millionen Menschen, die seit nunmehr acht Jahren von all den Moralaposteln vergessen und verachtet werden. Dass man die Infrastruktur zerstört und den Menschen dort das Leben zur Hölle gemacht hat, interessierte, wenn überhaupt, nur im Zusammenhang mit dem Hass auf Russland und dem Wunsch, es zu demütigen.

Ich schäme mich, in einem Land zu leben, das an Niedertracht, Größenwahnsinn und Menschenverachtung den deutschen Faschisten in nichts nachsteht. Auch meiner Tränen schäme ich mich nicht. Man hat den faschistischen Hund von der Kette gelassen – die „Werteschwätzer“ und Karusselldreher, die bestimmen wollen, wessen Leben ein lebenswerteres ist. Die Menschen in der Ostukraine zählen jedenfalls zur „Ausschussware“. Sie sind ja nur die, die sich Russland anschließen wollten. „Wir wollen in Frieden leben“, sagen die Bewohner, „und es ist unser Recht, dass wir zu Russland gehören wollen“. Ein Freund schreibt: „Das ist Völkermord!“ Wir werden gehetzt und gejagt, beschossen und verprügelt. Kinder, alte und junge Menschen sind traumatisiert. Ja, hier gehört der vielfach weichgespülte Begriff „Trauma“ in seiner ganzen furchtbaren Bedeutung hin.

Ich vergaß zu erwähnen, dass die braune „Revolution“ 2014 selbstverständlich ein eklatanter Bruch des Völkerrechts gewesen ist. Wer hat Deutschland und die USA eingeladen? Ist schon klar: die Saubermänner und Sauberfrauen im feinen Zwirn und mit Fähnchen in ihren dreckigen Händen auf dem Maidan. Es war ein Putsch, organisiert von der CIA und den Faschisten in der Ukraine. Mit dem Putschen haben die USA viel Erfahrung. Man frage einmal das chilenische Volk, dessen frei gewählter sozialistischer Präsident auf grauenvolle Art durch die faschistische Junta unter dem Mörder Pinochet 1973 getötet wurde. Besonders die CDU pflegte sehr enge Kontakte zu diesem Regime, das aber störte nicht weiter.

Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien, die den Jemen seit Jahren in Schutt und Asche legen, und das auch mit deutschen Waffen. Die Straßen sind voll mit dem Blut des Volkes, und die Welt schaut zu. Aber ich vergaß auch hier, dass es sich ja, wie im Donbass, um Menschen zweiter Klasse handelt. Die können jämmerlich krepieren, denn kein Hahn kräht nach ihnen. Auch dort überlässt man die Menschen ihrem Schicksal. Pfui Teufel! Hat sich die USA jemals vor dem Internationalen Strafgerichtshof für die millionenfachen Morde in den unzähligen Kriegen seit Korea 1952 verantworten müssen? Die Welt, bis auf einige Wenige, hat die Hosen voll und kuscht vor dem „Boss“. Und den wenigen, die aufrecht bleiben, wird die Luft zum Atmen abgeschnürt. Wehe, man stellt sich gegen den größten Kriegsverbrecher aller Zeiten!

Ich muss das Thema eingrenzen, aber wo anfangen? Es ist so vieles wichtig, und sicher ist, dass ich dem Thema nur bedingt gerecht werden kann. Dies bedauere ich ausdrücklich. Ich komme zurück auf ein trauriges Kapitel aus der Geschichte der Ukraine. Das Land war lange im Visier der CIA gestanden. Gewisse Kreise in den USA haben nie die Absicht aufgegeben, Russland zerstören zu wollen. Das Land ist geostrategisch wichtig, es verfügt über viele Bodenschätze, und man ist es gewohnt, immer alles zu bekommen, was man will.

2014 tobt der braune Mob auf dem Maidan. Dessen Symbolfigur – wie kann es anders sein – wurde Stepan Bandera. Wer ist das? wird sich vielleicht der geneigte Leser fragen.

Es ist derselbe Hauptsturmführer Stepan Bandera, der während des Zweiten Weltkriegs die terroristische Organisation OUN-UPA gegründet hatte, der auf Treu und Glauben Hitler diente, gegen die Rote Armee kämpfte und half, die Sowjetunion zu zerstören. Zu Tausenden wüteten die faschistischen Banden auf dem Maidan, besetzten Regierungsgebäude, zündeten zahllose Autoreifen an, hetzten und jagten jeden, der ihnen in die Quere kam. Abgeordnete wurden verprügelt und bedroht – und der Werte-Westen reiste an und leckte den Faschisten die Füße.

Wer steckte hinter dem Putsch? Hinter den bestialischen Banditen standen der Anführer der Neonazipartei „Swoboda“, Oleg Tjagnibok, der Anführer von „Batkiwschtschina“, Arsenij Jazenjuk, und der heutige Bürgermeister Kiews, der Anführer der Partei „Udar“, Vitali Klitschko. Die reaktionärste Kraft der nationalistischen Bewegung ist nunmehr der „rechte Sektor“ von Dimitri Jarosch, einem fanatischen Antikommunisten und unverhohlenen Rassisten, der öffentlich dazu aufrief, mit dem Terror auf dem Hoheitsgebiet Russlands zu beginnen. Wie gesagt: die Hintermänner sitzen in den USA. Der Versuch, ihren Einfluss auf die Südostgebiete der Ukraine auszudehnen, stieß auf massiven Widerstand. In den Industriegebieten Dnepropetrowsk, Lugansk, Doneck und Charkow begannen spontane und heftige Massendemonstrationen. Schnell schickte man Militärtechnik.

Wie die Front des Volkswiderstands gegen die Eurokolonisation mitteilt, schlagen die Banditen des rechten Sektors Bürger zusammen, die russisch sprechen, sie schüchtern Richter und Staatsanwälte ein und verprügeln sie. Es gab Massenverhaftungen friedlicher Demonstranten in den Südostgebieten der Ukraine. In allen Massenmedien des Landes wird Propaganda in Goebbels-Manier gegen Andersdenkende verbreitet. Es gab erneute Ehrungen für die SS-Division „Galizien“. Straßen benannte man nach Faschisten. So wurde z.B. die Puschkin-Straße nach dem Hauptsturmführer Roman Schuchewitsch umbenannt. Eine unsägliche Lebenssituation für die Menschen in der Ostukraine.

Leider haben die USA auch in der EU das Sagen. Und wer nicht spurt, wird kurzerhand umgelegt, wie geschehen in Jugoslawien, im Irak, in Libyen und in Ägypten. In Syrien hat es nicht so geklappt, aber es stand ja noch die Ukraine auf der Liste der Begehrlichkeiten.

Es sei ein faschistischer Hexensabbat auf dem Maidan, schreibt eine angesehene politische Journalistin aus Russland, und eine Schande, wer sich dort alles tummelt. Da ist der Oberförster und blutleere Technokrat Steinmeier, Staatsoberhaupt einer durch und durch manipulierten Bevölkerung. Da kriecht Klitschko aus seinem Loch und, klar: Auch die Olivgrünen sind an vorderster Front dabei. Ich möchte hier die unsägliche Rede von Frau Göring-Eckardt am 20.02.2014 nicht unerwähnt lassen.

Kritik kam von der Linken-Politikerin Sevim Dagdelen, die scharf das Anbiedern an die ukranischen Rechtsextremen verurteilte, insbesondere seitens der Olivgrünen – und da ist besonders Göring-Eckardt, die damalige Fraktionschefin der Grünen, hervorzuheben, der es gar nicht schnell genug gehen konnte, mit Özdemir im Gepäck ihr Tänzchen mit den Faschisten auf dem Maidan zu tanzen. Dafür hat Sevim aber richtig „Prügel“, auch aus der eigenen Partei einkassiert. Dagdelen zitierte Brecht: „Wer die Wahrheit nicht weiß , der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer die Wahrheit kennt und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.“ Sie wollte damit deutlich machen, dass die Grünen-Politikerin in ihrer Rede im Deutschen Bundestag den Rechtsextremismus verharmloste.

Vielleicht sollte man einmal zur Kenntnis nehmen, dass die Grünen-nahe Heinrich Böll Stiftung den Putsch als eine „freiheitliche Massenbewegung zivilen Ungehorsams“ bezeichnet hatte. Özdemir konnte sich gar nicht mehr einkriegen mit seinen philosophischen Wort-Ergüssen: „Lasst uns das einzigartige Friedensprojekt mit mehr Demokratie aus der Krise führen.“ Da fliegt einem der Draht aus der Mütze.

Merkel gratulierte zum Bruch des Völkerrechts. Ach, ich vergaß ja, dass alles, was nur im Entferntesten mit Russland zu tun haben könnte, mit dem Bann des Bösen belegt ist und dass man die Ukraine nun frisch, fromm und frei geputscht hat. Welch ein Zynismus und welch eine Menschenverachtung! Da bleibt einem doch glatt die Spucke weg. Im ukrainischen Parlament wurde unter Androhung von Prügel Zwang auf die Abgeordneten ausgeübt, wenn es um die Verabschiedung von Gesetzen ging. Wer sich weigerte, sich zu unterwerfen, wurde bedroht, teilweise auch verprügelt und verschleppt. Frau Merkel, Herrn Steinmeier, die Olivgrünen und andere Schwätzer, die die Moral für sich gepachtet haben, schien das nicht zu stören. Da habe ich irgendetwas an der Demokratie falsch verstanden. Ihr, die ihr die Welt grüner und besser machen wollt – packt euch mal an eure braune Nase und atmet selbst den Mist ein, den ihr verzapft.

Acht Jahre später: Die Bedrohungen und die Verfolgungen in der Ostukraine haben sich vervielfacht. Im Hintergrund werden seit langer Zeit die Fäden gezogen, um dem Kapital um jeden Preis den roten Teppich auszulegen. Die NATO bietet der Herrschenden Klasse Schutz in jedweder Beziehung. Uli Gellermann im Magazin Rationalgalerie nennt die Dinge ohne Schnörkel beim Namen. Angelehnt an Ernst Friedrichs glühenden Ruf titelte der Galerist kürzlich in seinem Blog: „Krieg dem Kriege!“

Was für eine korrupte Bande von Heuchlern allerorts im Land! Plötzlich sind Tausende für den Frieden auf der Straße – und tröten mit denen in das Hörnchen, die den ganzen Schlamassel mit verursacht haben. Herrschende Klasse und Teile der Bevölkerung Hand in Hand!

Kein anderes Land in der Welt erfährt so viel Missachtung und Demütigungen wie Russland, und dagegen werde ich auch aufstehen. An der Politik dort – besonders was die soziale Frage angeht – habe ich einiges zu kritisieren. Und dass Russland ein kapitalistisches Land ist, steht außer Frage. Russland ist nicht so hoch industrialisiert wie die USA oder auch Deutschland. Die Menschen dort bewegen sich langsamer. Allerdings steht auch im Stammbuch der Russischen Föderation, dass der Kampf gegen den aufkommenden Faschismus in aller Härte auszufechten ist. Dem stimme ich zu. Das Land wird sich dem Westen niemals unterordnen. Russland hat legitime Sicherheitsinteressen.

Am 2. Dezember 2021 ernannte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Nazi Dimitro Jarosch, Gründer der Ukrainischen Freiwilligenarmee, zum Berater des Oberbefehlshabers der ukrainischen Armeen, General Valerii Zaluzhnyi. Jarosch war ein langjähriges Mitglied der Stay-Behind-Netzwerke der Atlantischen Allianz. Er wurde bereits 2007 während des Tschetschenienkrieges von der CIA beauftragt, Nazi- und islamistische Gruppen gegen Russland zu koordinieren, indem er sie in Ternopil (Westukraine) versammelte. Er war eine zentrale Figur 2014 auf dem Maidan.

Dimitro Jarosch führte das Asow-Bataillon, dem Oberst Andrej Biletsky mit einer Gruppe junger ausländischer Kämpfer angehörte, um während der Münchner Sicherheitskonferenz (18.-22. Februar 2022) die Grenze am Donbass zu beschießen. Ich vergaß wieder einmal zu erwähnen, dass der Donbass selbstredend „demokratisch“ beschossen worden ist – mit „demokratischen“ Waffen von Rheinmetall, Heckler & Koch und all den Waffenschiebern in den Konzernetagen.

Am 18. Februar 2022 gab der elfjährige Elisej Mysin sein Konzert „Für den Frieden in der Ukraine und in der Welt.“ Er bezaubert seine Gäste mit J. S. Bach: Konzert für Klavier und Orchester in g-Moll, BWV 1058. Zusammen mit dem Kammerorchester der Warschauer Philharmonie, Dirigent: Bogdan Oledzki.

Wer den Frieden will, liefert keine Waffen in Krisengebiete! Deutschland liefert Waffen in die Ukraine; die Faschisten werden es ihm danken.

 

 

 

 

Showing 32 comments
  • Volker
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    Deinen Text habe ich gerade archiviert

    – danke.

    Küsschen nach Dingsda

  • Hope
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    Danke! Ich bin geschichtlich nicht so gut bewandert wie Sie, aber ich lerne. Sagte damals übrigens schon der Putin Freund Schröder: „Lebenslanges Lernen“. Nur gesund sieht Schröder derzeit nicht aus wenn ich mir so seine Bilder anschaue.

    Putin im Bundestag 2001. Ab min 2:30 spricht er deutsch:

    https://www.youtube.com/watch?v=cOXTnVTGB4g

    Und hier fing die Hetze gegen Putin (vom SWR3?) schon 2014 an:

    https://www.youtube.com/watch?v=DAjjmsEwUvQ

    Anmerkung: Niemals im Leben hätte Putin zugeschlagen. Er wurde in die Enge getrieben. Reizt man einen Kompromisswilligen immer wieder über Jahre, dann hat er auch irgendwann die Schnauze voll. Und nicht vergessen: Im Hintergrund wird jetzt massiv die Impfpflicht gegen die Grippe, sorry, Corona vorbereitet. Und wenn es soweit ist, werde ich die Schnauze voll haben.

    • heike
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      Putin hat in dieser Rede eine freundschaftliche Zusammenarbeit angeboten – die Aussicht auf wirtschaftlichen Wachstum machte den Bundestag glücklich. Er hat die deutsche Überheblichkeit gebauchmiezelt (in Russland würden Europäer als Deutsche bezeichnet, von Europäern bewohnte Vororte von Moskau würden als Deutsche Vororte bezeichnet). Auch das machte den deutschen Bundestag glücklich. Die Grünen mussten sich zwar etwas zum Applaus zwingen, sie waren schon damals von unseren amerikanischen Freunden auf Anti-Russlanditis eingeschworen wurden.

      Die gereichte Hand wurde wieder und wieder ausgeschlagen. Die Verlogenheit des Westens unter politischer Führung der USA folgt der Strategie, die einst erfolgreich zur Gründung der USA führte: Verlogenheit, leere Versprechungen, unbarmherzige Selbstsucht, die zur Unterdrückung der Menschen führte, die einst den amerikanischen Kontinent bewohnten. Es wird Zeit, dass sich Europa und Deutschland von dieser unguten amerikanischen Beeinflussung lösen und einer menschlichen Entwicklung Raum geben, die auf Gleichberechtigung und Ehrlichkeit beruht – wie Wladimir Putin es auch in seiner Rede darstellte.

      Aber die deutsche Wirtschaft und Rüstungsindustrie will verdienen, Tote anderswo spielen keine Rolle, und den Kindern auf der Kinderseite unserer Regionalzeitung „Freie Presse“ wird erklärt, dass durch unsere deutschen Waffen der Krieg schneller beendet werden würde.

      Von den Aggressionen gegen die russischen und russlandfreundlichen Bewohner in der Ukraine wird nichts erwähnt.

      Es geht  wie immer nur darum, den maximalen Profit aus den Umständen herauszuschlagen, und sich am Ende dafür noch den Orden der maximalen Menschenfreundlichkeit umzuhängen.

      Mal sehen, ob sich jemals eine andere Menschheit herausbilden wird. Möglich wird das erst sein, wenn das amerikanische profitorientierte Wertesystem aus den Köpfen der Menschen verschwindet.

    • Hope
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      Ich lerne: Der böse Russe war also schon 1948 für die Gründung der Nato verantwortlich?

      Boah, muss der Ami damals schon nen Köttel vor dem Russen in der Hose gehabt haben:

      „Tatsächlich war der Pakt aber als Vorstufe für ein die USA einschließendes Großbündnis gegen die zunehmend als Bedrohung empfundene Sowjetunion konzipiert.“

      :

      „Gründungsphase
      Vorläuferorganisation der NATO war der offiziell noch gegen eine mögliche neue deutsche Militärmacht gerichtete Brüsseler Pakt (BTO) von 1948, in dem sich Großbritannien, Frankreich und die Benelux-Staaten zu einem Bündnis zusammentaten. Tatsächlich war der Pakt aber als Vorstufe für ein die USA einschließendes Großbündnis gegen die zunehmend als Bedrohung empfundene Sowjetunion konzipiert. Nach entsprechenden, unter dem Eindruck der sowjetischen Berlin-Blockade stehenden Verhandlungen der BTO-Staaten mit den USA sowie sechs weiteren Staaten (Kanada, Italien, Norwegen, Portugal, Dänemark und Island) wurde am 4. April 1949 in der US-Hauptstadt Washington der Nordatlantik-Vertrag, die Gründungsakte der NATO, unterzeichnet. Kernpunkt des Vertrags ist Artikel 5, nach dem die NATO-Mitglieder unter Berufung auf das in Artikel 51 der UNO-Charta 1945 festgeschriebene Recht der kollektiven Selbstverteidigung, bei einem Angriff auf eines der NATO-Mitglieder zum Beistand berechtigt sind („Bündnisfall“). Diese Berechtigung stellt allerdings keine unmittelbare Verpflichtung dar, zu bestimmten militärischen Aktionen überzugehen. Statt eines Automatismus, wie in früheren Bündnissystemen üblich, stellt der Nordatlantikvertrag den NATO-Mitgliedern – zumindest formal – frei, welche Maßnahmen sie für geeignet halten, dem Bündnisfall zu entsprechen.“

      https://www.was-war-wann.de/organisationen/NATO.html

  • Gokh
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    Also ich stimme ja mit einigen Sachen hier auf diesen Seite nicht mit Dir überein, aber diesen Text kann ich in allen Punkten zustimmen. Vor allem hast Du diese faschistischen Machenschaften und die Verstrickungen bis in die hiesige Politik sowie die unerträgliche Heuchlei offen benannt. Großartig. Vielen Dank.

    Da ich persönlich ja immer die rein rational logischen Absichten des Kapitals als erstes im Fokus habe und Du ja selber schreibst:

    > Und dass Russland ein kapitalistisches Land ist, steht außer Frage

    Möchte ich hier mal drei Texte der kleinen anarchistischen Gruppe Babaria anhängen, die deutlich „neutraler“ eine andere Frage in den Vordergrund rückt, die des Klassenkampfes.  Meiner Meinung nach zusammen mit Deinem Text oben, dass Beste was ich zur aktuellen Situation bislang gelesen habe.

    [(Grupo Barbaria) Ukraine, Russland und die Bedeutsamkeit/Tragweite von Fragen](http://panopticon.blogsport.eu/2022/02/26/grupo-barbaria-ukraine-russland-und-die-bedeutsamkeittragweite-von-fragen/)

    [Krieg in der Ukraine: Katz und Maus](https://barbaria.net/2022/02/28/krieg-in-der-ukraine-katz-und-maus/)

    [Gegen die Kriege des Kapitalismus, lautet unsere Antwort sozialer Krieg](http://panopticon.blogsport.eu/2022/03/02/gegen-die-kriege-des-kapitalismus-lautet-unsere-antwort-sozialer-krieg/)

     

  • heike
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    Es wird jetzt zwar etwas länger, aber gibt sehr gut wieder, wie Amerikaner bereits zu Beginn ihrer Existenz zu Macht und Besitz gelangt sind. Die folgende Rede würde von Häuptling der Nez Perce am 14. Januar 1879 gehalten (Quelle: Young Joseph: „An Indiana View of Indian Affairs“. North American Review. April 1879, p. 415-433.)

    „Meine Freunde, ihr habt mich eingeladen, euch mein Herz zu öffnen. Ich bin froh über diese Gelegenheit, denn ich möchte, dass die Weißen uns Indianer verstehen.

    Einige von euch denken, Indianer seien wie wilde Tiere. Das ist ein großer Irrtum. Ich werde euch die Geschichte meines Stammes erzählen. Danach könnt ihr darüber urteilen, ob Indianer Menschen sind oder nicht.

    Ich bin überzeugt, dass uns viel Leid erspart bleiben würde, wenn wir einander unsere Herzen mehr öffneten. Ich werde euch in meinen Worten erzählen, wie ein Indianer die Dinge sieht. Der weiße Mann besitzt mehr Worte, um von diesen Dingen zu erzählen. Doch um die Wahrheit zu sagen, bedarf es nicht vieler Worte.

    Was ich zu sagen habe, kommt direkt aus meinem Herzen und ich werde mit gerader Zunge sprechen. Der Große Geist schaut auf mich herab und wird mich hören.

    Mein Name ist In-mut-too-yah-lat-lat‘. Ich bin Häuptling des Stammes der Wal-lam-wat-kin von Chute-pa-lu; man nennt uns auch Nez Perce. Ich wurde vor achtunddreißig Wintern im östlichen Oregon geboren.

    Vor mir war mein Vater Häuptling. Als junger Mann gab ihm Mr. Spalding, ein Missionar, den Namen Joseph. Er ist vor einigen Jahren gestorben. Bis heute steht er in hohem Ansehen. Er war mir und unserem Stamm ein guter Ratgeber.

    Unsere Väter gaben uns viele Gesetze, die sie von ihrem Vätern übernommen hatten. Diese Gesetze waren gut. Sie lehrten uns, alle Menschen so zu behandeln, wie sie uns behandeln. Sie lehrten uns, nie als Erste gegen eine Abmachung zu verstoßen. Sie lehrten uns, dass es eine Schande sei zu lügen, und dass wir immer die Wahrheit sagen sollten. Sie lehrten uns, dass es beschämend sei, die Frau oder den Besitz eines anderen zu nehmen, ohne dafür zu bezahlen.

    Sie lehrten uns den Glauben, dass der Große Geist alle Dinge sieht und hört, dass er niemals vergisst und dass er nach diesem Leben der Seele eines jeden Menschen die verdiente Heimat geben wird: den Guten eine gute, den Schlechten eine schlechte.

    Daran glaube ich und daran glauben meine Stammesbrüder.

    Wir wussten nicht, dass es außer Indianern noch andere Menschen gibt, bis vor ungefähr hundert Wintern einige Männer mit weißen Gesichtern in unser Land kamen. Sie führten viele Dinge mit sich, um sie gegen Pelze und Gelle einzutauschen. Sie brachten Tabak, der etwas Neues für uns war. Sie brachten Gewehre mit Feuersteinen, vor denen sich unsere Frauen und Kinder fürchteten. Unsere Leute könnten mit diesen weißgesichtigen Männern nicht sprechen, sie verständigten sich aber mit Zeichen, die alle Menschen verstehen.

    Diese Männer waren Franzosen und sie nannten unseren Stamm Nez Perce, weil wir Nasenringe als Schmuck trugen. Heute tragen nur noch wenige von uns solchen Schmuck, aber der Name ist geblieben.

    Die französischen Trappet erzählten unseren Vätern sehr viele Dinge, die sich in unsere Hetzen eingegraben haben.Manches davon war gut für uns, manches schlecht.

    Unsere Väter waren geteilter Meinung über diese Männer. Einige meinten, sie brächten mehr Schlechtes als Gutes. Ein Indianer ehrt den Tapferen, aber er verachtet den Feigling. Er liebt eine gerade Zunge und hasst die gespaltene Zunge. Von den französischen Trappern hörten wir manche Wahrheit und manche Lüge.

    Die ersten weißen Männer eures Volkes, die in unser Land kamen, hießen Lewis und Clark. Auch sie brachten viele Dinge mit, die unsere Leute nie gesehen hatten. Sie sprachen aufrichtig mit uns und unser Stamm veranstaltete ein großes Festmahl für sie als Zeichen unserer Freundschaft.

    Diese Männer waren sehr freundlich. Sie überreichten unseren Häuptlingen Geschenke und empfingen von uns Geschenke. Wir besaßen sehr viele Pferde und haben ihnen, so viele sie brauchten. Dafür schenkten sie uns Gewebte und Tabak.

    Alle Nez Perce schlossen Freundschaft mit Lewis und Clark und ließen sie durch ihr Land ziehen. Niemals wollten sie Krieg gegen die weißen Männer führen. Dieses Versprechen haben die Nez Perce nie gebrochen. Kein Weißer kann uns mit gerader Zunge der Arglist bezichtigen. Die Nez Perce waren immer stolz darauf, Freunde der Weißen zu sein.“

    Ich schreibe später weiter.

     

     

     

     

  • heike
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    „Als mein Vater ein junger Mann war, kam ein Weißer in unser Land, der vom Gesetz des Geistes sprach. Er gewann die Herzen der Menschen, weil er Ihnen angenehme Dinge erzählte. Er sagte am Anfang nichts von weißen Männern, die unser Land besiedeln wollten. Davon war nie die Rede, bis vor zwanzig Wintern einige Weiße in unser Land kamen und Häuser und Höfe bauten.

    In der ersten Zeit hatten unsere Leute nichts dagegen einzuwenden. Sie dachten, der Platz reiche für alle, um in Frieden miteinander zu leben. Sie dachten, sie könnten von den Weißen vieles lernen, das ihnen nützlich wäre.

    Doch bald merkten sie, dass die Weißen sehr schnell reich wurden und habgierig auf alles schielten, was Indianern gehörte.“

  • heike
    Antworten
    „Doch bald merkten wir,dass die Weißen sehr schnell reich wurden und habgierig auf alles schielten, was den Indianern gehörte. Mein Vater durchschaute als Erster ihre Absichten und mahnte seine Stammesbrüder zur Vorsicht, wenn sie mit Weißen Handel trieben. Er misstraute Männern, die anscheinend nur darauf aus waren, sich zu bereichern.

    Ich war damals noch ein Kind, aber ich erinnere mich gut an den Argwohn meines Vaters. Er hatte einen schärferen Blick als seine Stammesbrüder.

    Danach kam ein Weißer Offizier, der alle Nez Perce zu Vertragsverhandlungen einlud. Nachdem die Versammlung eröffnet war, ließ er uns in sein Herz blicken. Er sagte, es seien schon sehr viele Weiße in unserem Land und es würden noch sehr viel mehr kommen. Er wolle das Land aufteilen, damit Indianer und Weiße getrennt werden können. Wenn sie in Frieden leben wollten, sollte man den Indianern etwas Land geben und in diesem Land müssten sie dann bleiben.

    Mein Vater, der seinen Stamm vertrat, weigerte sich, an der Versammlung weiter teilzunehmen, denn er wollte ein freier Mann sein. Er bestand darauf, dass kein Mensch irgendeinen Teil der Erde besitze. Niemand könne etwas verkaufen, das ihm nicht gehöre.

    Mr. Spalding nahm meinen Vater beim Arm und sagte: „Komm, unterzeichne den Vertrag.“

    Mein Vater stieß ihn weg und sagte: „Warum verlangst du von mir, auf mein Land zu verzichten? Deine Sache ist es, mit uns über Dinge des Geistes zu sprechen, und nicht darüber, unser Land zu verlassrn.“

    Gouverneur Stevens drängte meinen Vater, den Vertrag zu unterzeichnen, aber er weigerte sich. „Ich werde dein Papiet nicht unterzeichnen“, sagte er. „Geh, wohin es dir gefällt, und ich werde dasselbe tun. Du bist kein Kind mehr. Ich bin kein Kind. Ich kann selbst entscheiden. Kein anderer kann für mich entscheiden. Ich habe keine andere Heimat als diese. Keinem anderen werde ich sie überlassen. Denn dann hätte mein Volk keine Heimat mehr. Steck dein Papier weg. Meine Hand wird es nicht berühren.“

    Mein Vater verließ die Versammlung. „

  • heike
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    „Mein Vater verließ die Versammlung. Einige Häuptlinge anderer Nez-Perce-Stämme unterzeichneten den Vertrag und Gouverneur Stevens beschenkte sie mit Decken. Mein Vater ermahnte seinen Stamm, keine Geschenke anzunehmen. Er sagte: „Sonst heißt es später, ihr hättet Bezahlung für euer Land empfangen.“

    Seitdem haben vier Unterstämme der Nez Perce jährliche Zahlungen von den Vereinigten Staaten erhalten. Mein Vater wurde zu vielen Versammlungen eingeladen und man versuchte mit allen Mitteln, ihn zur Vertragsunterzeichnung zu bewegen. Er aber blieb hart wie der Fels und gab seine Heimat nicht mit einer Unterschrift hin. Seine Weigerung sorgte für Streit unter den Nez Perce.

    Acht Jahre später (1863) fanden die nächsten Vertragsverhandlungen statt. Ein Häuptling, der Lawyer genannt wurde, weil er ein großer Redner war, führte die Verhandlungen und verkaufte fast das gesamte Land der Nez Perce.

    Mein Vater war nicht dort. Er sagte mir: „Wenn du mit dem weißen Mann verhandelt, dann denke immer an dein Land. Gib es nicht her. Der weiße Mann will dich mit List aus deiner Heimat vertreiben. Niemals bin ich von den Vereinigten Staaten für irgendetwas bezahlt worden. Niemals habe ich unser Land verkauft.“

    Diesen Vertrag hatte Lawyer ohne die Zustimmung unseres Stammes unterzeichnet. Er hatte kein Recht, das Wallowa-Land (Wallowa bedeutet „Land des sich windenden Wassers“ und liegt im Nordosten des heutigen Staates Oregon) zu verkaufen. Dieses Land hat schon immer dem Unterstamm meines Vaters gehört und die anderen Nez Perce haben unser Recht darauf nie in Frage gestellt. Keine anderen Indianer haben Wallowa jemals für sich beansprucht.

    Damit jeder sehen konnte, wie viel Land uns gehörte, stellte mein Vater Grenzpfähle auf und sagte: „Innerhalb dieser Grenzen liegt unser Stammland. Der weiße Mann kann sich das Land außerhalb nehmen. Unsere Leute wurden alle innerhalb dieser Grenzlinie geboren. Sie umschließt die Gräber unserer Väter. Niemals werden wir diese Gräber einem anderen überlassen.“

     

  • heike
    Antworten
    „Die Vereinigten Staaten behaupteten, sie hätten das gesamte Land der Nez Perce außerhalb der Lapwai-Reservation von Lawyer und anderen Häupzlingen gekauft. Dennoch lebten wir weiterhin in Frieden in diesem Land, bis vor acht Jahren weiße Männer die von meinem Vater gezogene Grenzlinie immer wieder überschritten.

    Wir hielten ihnen diesen Rechtsbruch vor, doch sie wollten unser Land nicht verlassen und es gab Streit. Die Weißen stellten es so dar, als würden wir den Kriegspfad beschreiten. Sie erzählten viele falsche Dinge über uns.

    Die Regierung der Vereinigten Staaten forderte erneut Vertragsverhandlungen. Mein Vater wat inzwischen blind und schwach geworden. Er konnte seinen Stamm nicht länger vertreten. Damals nahm ich den Platz meines Vaters als Häuptling ein und hielt bei der Versammlung meine erste Rede an die Weißen.

    Ich sagte zu dem Indianerbeauftragten, der die Versammlung abhielt: „Ich wollte zu dieser Versammlung nicht erscheinen. Nun bin ich doch gekommen in der Hoffnung, Blutvergießen zu verhindern. Der weiße Mann hat kein Recht, hierher zu kommen und uns unser Land zu nehmen. Wir haben von der Regierung niemals Geschenke angenommen. Weder Lawyer noch irgendein anderer Häuptling hatten das Recht, dieses Land zu verkaufen. Es hat immer unserem Stamm gehört. Unverändert haben wir es von unseren Vätern geerbt und wir werden dieses Land verteidigen, solange ein Tropfen Indianerblut die Herzen unserer Männer wärmt.“

  • heike
    Antworten
    „Der Indianerbeauftragte sagte, der Große Weiße Häuptling in Washington habe angeordnet, dass wir in die Lapwai-Reservation übersiedeln. Wenn wir gehorchen, würde er uns mit vielen behilflich sein.

    „Ihr müsst in die Reservation gehen“, sagte er. Ich antwortete ihm: „Das werde ich nicht tun. Ich brauche deine Hilfe nicht. Wir haben genug und wir sind glücklich und zufrieden, wenn der weiße Mann uns in Ruhe lässt. Die Reservation ist zu klein für diese vielen Menschen und all ihr Hab und Gut. Behalte deine Geschenke. Wir können in eure Siedlungen gehen und für alles bezahlen, was wir brauchen. Wir haben viele Pferde und Rinder zu verkaufen und wir lassen uns von euch nicht helfen. Wir sind jetzt frei. Wir können gehen, wohin wir wollen. Unsere Väter wurden hier geboren. Hier haben Sie gelebt, hier sind sie gestorben, hier liegen ihre Gräber. Wir werden sie niemals verlassen.“

    Der Indianerbeauftragte ging fort und wir konnten eine Zeitlang in Frieden leben.

    Kurz darauf ließ mein Vater mich rufen. Ich sah, dass er im Sterben lag. Ich nahm seine Hand. Er sagte: „Mein Sohn, mein Körper kehrt zur Mutter Erde zurück und mein Geist wird bald dem Großen Geist begegnen. Wenn ich fort bin, denke an dein Land. Du bist der Häuptling dieser Menschen. Sie erwarten, dass du sie führst. Denke immer daran, dass dein Vater dieses Land niemals verkauft hat. Verschließe deine Ohren, wann immer man dich dazu auffordert, einen Vertrag zu unterzeichnen, mit dem du deine Heimat verkaufst. In ein paar Jahren werden überall Weiße sein. Sie haben ein Auge auf dieses Land. Mein Sohn, vergiss nie meine letzten Worte. In diesem Land liegt die sterbliche Hülle deines Vaters begraben. Verkaufe niemals die Gebeine deines Vaters und deiner Mutter.“

    Ich drückte die Hand meines Vaters und versprach ihm, sein Grab in meinem Leben zu beschützen. Mein Vater lächelte und ging hinüber in das Land der Geister.

    Ich begrub ihn in dem schönen Tal des sich windenden Wassers. Ich liebe diesen Flecken Erde mehr als jeden anderen Ort auf dieser Welt. Ein Mann, der das Grab seines Vaters nicht liebt, ist schlimmer als ein wildes Tier.

    Für kurze Zeit lebten wir in Ruhe. Aber das ging nicht lange gut. Weiße Männer hatten in den Bergen rund um das Tal des sich windenden Wassers Gold gefunden. Sie stahlen uns viele Pferde und wir bekamen sie nicht zurück, weil wir Indianer waren.

    Ein weißer Mann Log für den anderen. Sie trieben sehr viele unserer Rinder fort. Einige weiße Männer brandmarkten unsere Jungtiere, damit sie Ihnen gehörten. Wir hatten keinen Freund, der uns in dieser Sache vor Gericht vertreten hätte. Mir schien, dass einige der weißen Männer in Wallowa sich absichtlich so verhielten, um einen Krieg anzuzetteln. Sie wussten, dass wir nicht stark genug waren, um gegrn sie zu kämpfen.

    Ich versuchte mit aller Kraft, Streit und Blutvergießen zu verhindern. Wir traten Teile unseres Landes an die Weißen ab und dachten, dass wir dann endlich Frieden hätten.

    Wir irrten uns. Der weiße Mann ließ uns nicht in Ruhe.

    Wir hätten vielfach Gelegenheit gehabt, uns für das erlittene Unrecht zu rächen, aber wir haben es nicht getan. Wann immer uns die Regierung uns um Hilfe gegen andere Indianer bat, haben wir Ihnen geholfen. Als die Weißen noch wenige und wir noch stark waren, hätten wir sie alle töten können, aber die Nez Perce wollten in Frieden leben.

    Dass dies nicht möglich war, war nicht unsere Schuld. Ich glaube, dass der alte Vertrag nie genau übersetzt wurde. Wenn ins dieses Land jemals gehört hat, dann gehört es ins noch immer, denn wir haben es nie verkauft.“

     

     

     

  • heike
    Antworten
    Ja, ich weiß, es ist eine lange Geschichte, und sie geht noch weiter. Aber sie zeigt meiner Meinung nach sehr gut das Prinzip auf, nach welchem sich der US-Einwanderer und nun -Imperialist einfach nach und nach alles unter den Nagel reißt, was er haben will. Erst das Land der Indianer, dann ging es weiter in Mittel- und Südamerika, nach dem zweiten Weltkrieg Naher Osten, Libyen, Irak, Afghanistan. In den letzten Jahren die Umkreisung Russlands, man konnte aus der Presse schon eine Woche vor Putins Einfall in die Ukraine absehen, dass es bald so weit sein würde. Das war so sicher wie das Amen in der Kirche.

    Jetzt hat der Amerika-geführte Westen endlich seinen Krieg, die Waffen-Dollars fließen wieder und gleichen gleich mal ein paar der“pandemie-bedingten“ Verluste aus und ich möchte mal wissen, wie lange sich die Völker dieser Erde von diesem Kriegstreiberland noch an der Nase herumführen lassen. Solange sie so käuflich sind wie ihre Poliker-Obrigkeit wahrscheinlich.

  • heike
    Antworten
    „Bei den Vertragsverhandlungen behaupteten die Indianerbeauftragten stets, unser Land sei an die Regierung verkauft worden. Nehmen wir an, ein Weißer käme zu mir und sagte: „Joseph, mir gefallen deine Pferde und ich möchte sie kaufen.“

     

    Ich antworte: „Nein, ich bin zufrieden mit diesen Pferden. Ich werde sie nicht verkaufen.“

    Dann geht er zu meinem Nachbarn und sagt: „Joseph hat ein paar gute Pferde. Ich möchte sie kaufen, aber er will sie nicht hergeben.“

    Mein Nachbar antwortet: „Gib mir das Geld, ich werde dir Josephs Pferde verkaufen!“

    Der weiße Mann kommt wieder zu mir und sagt: „Joseph, ich habe deine Pferde gekauft, du musst sie mir geben.“

    Sollten wir der Regierung unser Land tatsächlich verkauft haben, dann wurde es auf diese Art gekauft.

    Auf der Grundlage eines Vertrages, den die anderen Stämme der Nez Perce mit ihnen geschlossen hatten, erhoben die Weißen Anspruch auf mein Land. Wir waren sehr beunruhigt, als viele Weiße Männer über die Grenze in unser Land kamen. Einige von ihnen waren gut und wir lebten in Frieden miteinander. Aber nicht alle von ihnen waren gut.

    Der Indianerbeauftragte kam fast jedes Jahr von Lapwai zu uns herüber und ordnete an, dass wir in die Reservation gehen. Stets antworteten wir, dass wir mit unserem Leben im Wallowa-Tal zufrieden seien. Wir achteten darauf, keine Geschenke oder Jahreszahlungen von ihm anzunehmen.

    All die Jahre seit der Ankunft der Weißen in Wallowa wurden wir von ihnen und den mit ihnen verbündeten Nez Perce bedroht und verhöhnt. Sie ließen uns nicht in Ruhe.“

     

     

  • heike
    Antworten
    „Wir hatten ein paar gute Freunde unter den Weißen, die uns immer wieder rieten, diese Schmähungen kampflos zu ertragen. Unsere jungen Männer waren Hitzköpfe und ich hatte große Mühe,Sie davon abzuhalten, vorschnell zu handeln.

    Seit ich ein Junge war, trage ich eine schwere Last auf meinen Schultern. Damals erfuhr ich, dass wir nur noch weniger waren, die Weißen aber viele, und das wir uns gegen sie nicht behaupten konnten.

    Wir waren wie Rehe. Sie waren Grizzlybären.

    Wir besaßen ein kleines Land. Ihr Land war groß.

    Wir waren damit zufrieden,alles so zu lassen, wie es der Große Geist erschaffen hat. Sie waren es nicht und veränderten sogar die Flüsse und die Berge, wenn sie Ihnen nicht gefielen.

    Jahr für Jahr wurden wir bedroht, aber man führte nie Krieg gegen mein Volk, bis vor zwei Jahren General Howard in unser Land kam und uns mitteilte, er sei der weiße Kriegshäuptling des gesamten Landes. Er sagte: „Ich habe sehr viele Soldaten, die für mich kämpfen. Ich werde sie verbringen und dann wieder mit euch reden. Ich werde dafür sorgen, dass die Weißen mich nicht auslachen, wenn ich das nächste Mal komme. Das Land gehört der Regierung und ich werde euch zwingen, in die Reservation zu gehen.“

    Ich protestierte dagegen, dass weitere Soldaten in das Land der Nez Perce kommen sollten. In Fort Lapwai waren schon die ganze Zeit über Truppen stationiert.

    Im nächsten Frühjahr schickte der Indianerbeauftragte  von Umatilla einen indianischen Läufer zu mir mit der Aufforderung, Geral Toward in Fort Walla Walls zu treffen. Ich könnte selbst nicht hingehen, schickte aber meinen Bruder und fünf Unterhäuptlinge zu dem Treffen. Sie führten ein langes Gespräch.

    General Howard sagte: „Ihr habt aufrichtig gesprochen, das ist gut. Ihr könnt in Wallowa bleiben.“

    Er bestand darauf, dass mein Bruder ihn nach Fort Lapwai begleitete. Als die Gruppe dort angekommen war, schickte General Howard Läufer aus und rief alle Indianer zu einer großen Versammlung ein. Bei dieser Versammlung war auch ich anwesend.

    Ich sagte zu General Howard: „Ich bin bereit zu hören.“

    Er entgegnete, dass er nicht gleich, sondern am nächsten Tag auf einer Versammlung offen mit uns sprechen würde.

     

     

     

    • Volker
      Antworten
      Eh, was los, hast du Buch verschluckt?

      ++ glucks ++

      🙂

  • heike
    Antworten
    Geht es dir auf die Nerven? Ich wollte nur mal an einem authentischen Beispiel zeigen, welcher hinterlistiger und langfristig angewandter Mittel sich die Weltherrscher von heute schon damals bedient haben, um andere Menschen zu unterdrücken und sich selbst zu nehmen was sie wollten.
  • heike
    Antworten
    „Ich sagte zu General Howard: „Ich bin heute zum Gespräch bereit. Ich habe an sehr vielen Versammlungen teilgenommen, aber ich bin dadurch nicht klüger geworden. Wir alle wurden von einer Frau geboren, auch wenn wir in vielen Dingen verschieden sind. Wir können nicht noch einmal geboren werden. Du bist, wie du erschaffen wurdest, und wie du erschaffen wurdest, darfst du bleiben. Auch wir sind, wie der Große Geist uns erschaffen hat, und du kannst uns nicht ändern. Warum sollten sich Kinder einer Mutter und eines Vaters streiten? Warum sollten sie versuchen, einander zu betrügen? Ich glaube nicht, dass der Große Geist der einen Gruppevon Menschen das Recht gegeben hat, der anderen Gruppe von Menschen zu sagen, was sie tun muss.“

    General Howard entgegnete: „Stellst du etwa meine Autorität im Frage? Willst du mir etwa Vorschriften machen?“

    Daraufhin erhob sich einer meiner Unterhäuptlinge, Too-hool-hool-suit, und antwortete ihm: „Der Große Geist schuf die Erde so, wie sie ist und wie er sie haben wollte, und einen Teil davon schuf er, damit wir dort leben können. Ich verstehe nicht, mit welcher Autorität du sagst, wir dürften nicht an dem Ort Leben, den Er uns zugewiesen hat.“

    General Toward verlor die Beherrschung und rief: „Hält den Mund! Ich will dieses Gerede nicht mehr hören! Das Gesetz sagt, dass ihr in die Reservation gehen sollt, und ich will, dass ihr euch danach richtet! Ihr aber missachtet beharrlich das Gesetz! Wenn ihr nicht umsiedelt, dann nehme ich die Sache selbst in die Hand und lasse euch für euren Widerstand büßen.“

    Too-hool-hool-suit antwortete: „Wer bist du, dass du uns zum Gespräch bittest und mir dann das Wort verbietest?  BIST DU der Große Geist? Hast du die Welt erschaffen? Hast du die Sonne gemacht? BIST DU es, der die Flüsse fließen lässt, damit wir zu trinken haben? Hast du das Gras gemacht, damit es wächst? Hast du all diese Dinge gemacht und redest deshalb mit uns, als wären wir Kinder? Wenn all dies dein Werk ist, dann hast du das Recht, so zu reden.“

    General Toward antwortete: „Du bist ein unverschämter Kerl, ich werde dich einsperren lassen!“ Dann befahl er einem Soldaten, ihn festzunehmen.

    Too-hool-hool-suit leistete keinen Widerstand. Er fragte General Howard: „Ist das dein Befehl? Es macht mir nichts aus. Ich habe dich in mein Herz blicken lassen. Ich nehme nichts davon zurück. Ich habe für mein Land gesprochen. Du kannst mich einsperren, aber du kannst mich nicht ändern oder zwingen, meine Worte zurückzunehmen.“

    • Hope
      Antworten
      „Die Ukrainer sind die Bauern auf einem geopolitischen Schachbrett“

      Wer sich nicht alles anhören will, dann nur das: Genau zuhören ab min 27 bis Ende

      https://youtu.be/FlXihZc2IzQ?t=1619

      • heike
        Antworten
        Naja, ich weiß nicht, ob das so stimmt, dass die Amerikaner nichts so sehr fürchten, wie einen deutsch-russischen Schulterschluss, wie man das in Politikerdeutsch so ausdrückt. Die amerikanischen Rüstungskonzerne und Industriebosse und Gesundheitsapostel und weiteren Leader wollen einfach überall auf der Welt das Sagen haben und sich die Rohstoffe und die Abhängigkeiten der anderen Länder sichern.

        Man nennt das ein aufgeblähtes Ego, Rücksichtslosigkeit und eine große Angst, die dahinter verborgen ist. Und zwar die Angst vor dem eigenem Schatten, der auf andere (die Russen) projiziert wird.

        Russland wird vollkommen von Nato-Raketen umstellt und soll sich freiwillig dem amerikanischen Einfluss „öffnen“, und dieser Forderung haben sich nicht ohne Grund zuvor schon die Staaten im Nahen Osten widersetzt, und Vietnam, Afghanistan, Libyen….

        Die Amerikaner sollen sich um ihre eigene Misere kümmern und wenn sie es geschafft haben, in ihrem eigenen Land mit ihren eigenen Ressourcen sozialere menschenwürdigere Bedingungen herzustellen, können Sie mal ganz ruhig in den Kreis der Weltgemeinschaft zurückkehren.

         

  • heike
    Antworten
    „Die Soldaten traten heran, nahmen meinen Freund fest und führten ihn zur Wache. Meine Männer beratschlagten flüsternd, ob sie das zulassen sollten.

    Ich riet ihnen, sich zu fügen. Ich wusste: Wenn wir uns wehrten, wären alle Weißen Männer hier, einschließlich General Howard, auf der Stelle tot und man würde uns dafür zur Verantwortung ziehen. Wenn ich geschwiegen hätte, wäre das General Howards letzter ungerechter Befehl gegen meine Männer gewesen.

    Ich sah die Gefahr, und während sie Too-hool-hool-suit zum Gefängnis schleiften, stand ich auf und sagte: „Jetzt werde ich reden. Es ist mir egal, ob du mich einsperrt oder nicht.“

    Ich wandte mich an meine Leute und sagte: „Es war falsch, dass Too-hool-hool-suit gefangen genommen wurde, aber wir werden die Beleidigung nicht übel nehmen. Wir wurden zu dieser Versammlung gerufen, um unsere Herzen zu öffnen und das haben wir getan.“ Too-hool-hool-suit saß fünf Tage im Gefängnis, bevor man ihn wieder freiließ.

    Die Versammlung würde für diesen Tag aufgelöst. Am nächsten Morgen kam General Howard in mein Zelt und lud mich ein, mit ihm und White Bird und Looking Glass nach Land für meinen Stamm zu suchen.

    Unser Ritt führte uns in gutes Land, das bereits von Indianern und Weißen bewohnt war. General Howard zeigte darauf und sagte: „Wenn ihr in die Reservation kommt, gebe ich euch dieses Land und diese diese Leute um.“

    Ich erwiderte: „Nein. Es wäre falsch, diese Leute zu stören.  Ich habe kein Recht, ihre Häuser zu nehmen. Ich habe niemals etwas genommen, was mir nicht gehörte. Das werde ich auch jetzt nicht tun.“

    Den ganzen Tag ritten wir durch die Reservation, fanden aber nirgends gutes, unbewohntes Land. Von Männern, die nicht lügen, habe ich erfahren, dass General Howard noch in derselben Nacht einen Brief schrieb, worin er den Soldaten in Fort Walla Walla befahl, ins Wallowa-Tal zu gehen und uns gleich nach unserer Rückkehr aus unserer Heimat zu vertreiben.

    Während der Versammlung am nächsten Tag teilte mir General Howard hochmütig mit, dass meine Leute dreißig Tage Zeit hätten, um nach Hause zu gehen, das Vieh zusammenzutreiben und in die Reservation umzusiedeln. Er sagte: „Wenn ihr nicht rechtzeitig hier seid, werde ich das als Kriegserklärung betrachten und meine Soldaten schicken, um euch anzutreiben.“

    Ich antwortete: „Krieg kann vermieden werden und Krieg sollte vermieden werden. Ich will keinen Krieg. Meine Leute waren immer Freunde des weißen Mannes. Warum hast du es so eilig? Wir sind nicht in dreißig Tagen zum Aufbruch bereit. Unser Vieh ist über das ganze Land verstreut und der Snake River steht sehr hoch. Lass uns bis zum Herbst warten. Dann führt der Fluss wenig Wasser. Wir brauchen Zeit, um unser Vieh einzufangen und Vorräte für den Winter zu sammeln.“

    General Howard erwiderte: „Wenn ihr die Frist auch nur um einen Tag überschreitet, werden die Soldaten euch in die Reservation treiben. Alle eure Rinder und Pferde, die dann noch außerhalb der Reservation sind, fallen in die Hände der weißen Männer.“

    Ich wusste, dass ich mein Land nie verkauft hatte und in Lapwai kein Land besaß. Aber ich wollte kein Blutvergießen. Ich wollte nicht, dass meine Leute getötet würden. Ich wollte nicht, dass überhaupt irgendjemand getötet würde.

    Einige meiner Männer waren von Weißen ermordet worden und die Weißen Mörder wurden nie dafür bestraft. Das teilte ich General Howard mit und sagte noch einmal, dass ich gegen Krieg war. Ich wollte, dass die Bewohner des Gebietes in Lapwai, in dem wir uns ansiedeln sollten, Zeit hätten, ihre Ernte einzubringen.“

     

  • heike
    Antworten
    „In meinem Herzen sagte ich mir, ich würde eher mein Land aufgeben als Krieg führen. Ich würde das Grab meines Vaters dafür hergeben. Ich würde alles dafür geben, um zu verhindern, dass an den Händen meines Volkes das Blut der weißen Männer haftet.

    General Howard weigerte sich, mir mehr als dreißig Tage für die Übersiedelung meiner Leute und ihrer Herden zu gewähren. Ich bin mir sicher, dass er sofort begann, sich für den Krieg zu rüsten.

    Als ich nach Wallowa zurückkehrte, fand ich meine Leute in heller Aufregung. Sie hatten entdeckt, dass die Soldaten bereits im Tal waren. Wir hielten Rat und  beschlossen, sofort aufzubrechen, um ein Blutvergießen zu verhindern.

    Too-hool-hool-suit, den seine Gefangenschaft sehr erzürnt hatte, redete dem Krieg das Wort und überzeugte viele meiner jungen Männer, dass es besser sei zu kämpfen als sich wie ein Hunde aus dem Land jagen zu lassen, in dem sie geboren wurden. Er verkündete, dass Blut allein die Schande fortspülen könnte, die General Howard ihm angetan hatte. Es brauchte ein starkes Herz, um solchen Worten zu widerstehen, aber ich beschwor mein Volk, Ruhe zu bewahren und keinen Krieg zu beginnen.

    Wir trieben alles Vieh zusammen, das wir finden konnten, und wagten den Aufbruch. Viele unserer Pferde und Rinder ließen wir in Wallowa zurück, mehrere hundert verloren wir, als wir den Fluss überquerten. Alle meine Leute gelangten sicher ans andere Ufer.“

     

     

  • Gokh
    Antworten
    Hallo Heike,

    ich weiß nicht so recht, aber ich fände es doch etwas übersichtlicher, wenn Du das alles in einem zusammengefasst hättest. Du könntest z.B. [hier](https://etherpad.uni-wuppertal.de/) einen Text erstellen und dann verlinken.

    Anderseits haben diesen Beitrag zwar viele geliked, aber weniger kommentiert, von daher haben die Kommentare die Sache jetzt auch nicht so viel unübersichtlicher gemacht.  🙂

    • heike
      Antworten
      Danke für diesen Hinweis. Ich könnte also den gesamten Text dort eingeben und den Link dazu dann hierher stellen. Kostet das was?

       

      • Gokh
        Antworten
        Hallo Heike

        Nein, dass kostet nichts und baut auf freier Software auf, also der Quellcode der Software ist frei zugänglich.

        Es ist eigentlich eine Möglichkeit, damit Menschen gemeinsam an einem Text arbeiten können. Das heißt prinzipiell dann auch, dass jeder diesen Text auch verändern kann.  Aber wenn Du ganz rechts auf  „Teilen“ klickst, dann kannst Du den Zugriff auf diese Dokument auf „Eingeschränkt nur-Lese-Zugriff“ stellen und nur Du kannst den Text ändern.

        Es ist wirklich eine klasse Sache. Das einzige Problem, Du kannst Dein pad nicht selber löschen. Stattdessen erlischt das pad, wenn Du 180 Tage keine Veränderung vorgenommen hast.  D.h. Du müsstest, wenn Du es länger anbieten möchtest, immer wieder mal aktualisieren.

        Es eignet sich also nicht unbedingt, wenn Du etwas dauerhaft archivieren möchtest. Aber ich sehe gerade hier auch den Vorteil, weil manche Texte ja eigentlich nur für eine begrenzte Zeit für die Öffentlichkeit interessant sind und danach eigentlich nur noch „Datenmüll“. Wenn Du etwas dauerhaft archivieren und zugänglich machen möchtest, dann gibt es andere Möglichkeiten.

        https://etherpad.uni-wuppertal.de/

         

         

        • heike
          Antworten
          Vielen Dank für diese ausführliche „Einweisung“. Ich werde die Geschichte mal dort einzugeben versuchen. Mal sehen, ob das bei einem Internet-Trottel wie mir klappt.

           

  • Ulrike Spurgat
    Antworten
    Mal so….

    Ehrlich gesagt, liebe Heike, finde ich diese nicht endenwollenden Buch Passagen an einem Stück an den obigen Artikel anknüpfend nicht wirklich passend.

    Ich will hier noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass mein Anliegen in dem Artikel ein ganz konkretes ist, nämlich die Solidarität mit den vergessenen Menschen in den nun endlich von Rußland anerkannten Republiken Donezk und Lugansk .

    Möchte die Gelegenheit aber nutzen mich herzlich für den regen Zuspruch  für den Artikel  bedanken.

    • heike
      Antworten
      Hallo Ulrike,

      ich möchte dir an dieser Stelle auch sehr für deinen Artikel danken, der die Hintergründe dieses geschürten Konfliktes ausführt, die die bundesdeutsche Öffentlichkeit nicht wissen soll und die bundesdeutschen Politiker*innen nicht wissen wollen. Weil sie dann in einen Gewissenskonflikt geraten und aus dem Amt fliegen würden, würden sie sich öffentlich gegen diesen amerikanischen Weltterrorismus stellen (jetzt benutze ich auch mal ein paar drastische Worte).

      Also, mir ging es mit dem Aufschreiben dieser langen Rede des indianischen Häuptlings nicht um das Erregen eines HdS-Ärgernisses, sondern ich hielt die Verbreitung dieser wahren Geschichte, stellvertretend für die Geschichte sämtlicher Ureinwohner des amerikanischen Kontinents, im Zusammenhang mit dem nun schon wieder stattfindenden Greifen der USA nach weiteren Einflussgebieten, für wichtig.

      Lügen, die Opfer ihrer Angriffe als Menschen zweiter Klasse hinzustellen, sich Verbündete kaufen – es sind noch immer dieselben Mittel und diesselben geistigen Strukturen (Herrschsucht, Habgier, Überheblichkeit) wie damals, die hinter den Ereignissen stehen.

      Das muss man sehen und benennen dürfen, denn nur dann kann man es eines Tages auch beenden.

  • Berger
    Antworten
    „Kein anderes Land in der Welt erfährt so viel Missachtung und Demütigungen wie Russland“. Puh, mir kommen die Tränen, ich könnte dem Artikel in so vielen Argumenten folgen, insbesondere der beschriebenen Situation im Donbass, CIA und Nato sehe ich nicht als Chorknaben, die die freie Welt schützen, wenn da nicht diese hetzende Polemik und Reduzierung wäre, wie jede andere Meinung „braun“ wird, die Ukraine faschistisch kontrolliert ist, ich warte auf die Bilder der glücklichen Befreiten in Kiew, die Blumen streuen, sehe ich aber vermutlich erst, wenn die Fake News des bösen Westens irgendwann enden. Ich bin hier gelandet, um mir ein differenziertes Bild zu machen und mir fliegt der Geifer um die Ohren.

    Und dann wird in einem Kommentar wieder die Geschichte der Native Americans herangezogen, um direkt die aktuelle US Politik zu erklären, als würde Napoleon die Politik Frankreichs in 2022 erklären oder die kriegerischen Nordmänner Norwegens Nato Mitgliedschaft. Ich bin jetzt unqualifiziert und albern, aber das ist nur die pure Entäuschung auf eine weitere Echo Kammer gestoßen zu sein.

    • Ulrike Spurgat
      Antworten
      Bisschen Unruhe stiften ?

      Lohnt sich das ?

      Beste Grüße, Ulrike Spurgat

      Sind rethorische Fragen…bitte bemühen sie sich nicht mit einer Antwort. Von mir war es das.

       

       

    • Mensch ohne Welt
      Antworten
      Was ist Ihr Vorschlag? Wenn man eine Seite kritisiert, heißt man damit automatisch die andere Seite gut? Sie wollen Stellungnahmen, aber so sie erfolgen, ist es dann auch nicht gut? Ist das Bürgerpflicht stets zu schweigen, auch wenn es ein Gut und Böse, Täter und Opfer so einfach nicht gibt?

       

      Meines Wissens war die Ukraine mal 4. größter Waffenexporteur(oder Produzent)..von diesem Platz hat Deutschland die Ukraine erfolgreich wegputschen lassen und entsorgt nun den alten Schrott, um nachzurüsten, und da ja Waffen in der Ukraine lt. Regierung nun großzügig unter den Zivilisten verteilt werden, wünscht sich die deutsche Regierung wohl so viele Tote wie möglich!

      Die Waffen nieder!

    • heike
      Antworten
      Es ist relativ einfach: die Nato hat Russland, soweit es ihr möglich war, mit ihren Stützpunkten und Raketen umstellt, in der Berichterstattung der „freien Welt“ wird Russland (und zuvor die Sowjetunion) seit Jahrzehnten als Bedrohung und Aggressor hingestellt, jetzt wollte der Westen und damit die Nato sich noch die Ukraine unter den Nagel reißen (und ein Teil der Ukrainer und Ukrainerinnen möchte auch dazu gehören und das westliche Leben mit seinen vermeintlichen Vorteilen führen),  aber das vorteilhafte westliche Leben muss irgendwer bezahlen, man braucht Menschen, die man ausbeuten kann, damit man über seine Verhältnisse leben kann.

      Bestenfalls bleibt Dank der Menschen, die nicht müde werden, die tieferen Wahrheiten zu wiederholen, auch wenn sie selbst sehr müde sind, da es sehr auslaugend ist, gegen den bundesdeutschen Narrativ-Strom zu schwimmen, die Urkraine von einer Nato-Mitgliedschaft verschont, was Russland zumindest einen Rest seines „Schutzmantels“ gewährt.

       

      • heike
        Antworten
        Es gibt jetzt also definitiv keinen Blitzbeitritt der Ukraine zur EU, dafür mehr Geld für Militär.

        Man wird sich die Ukraine nehmen und ihrer Bevölkerung Wohlstand und Frieden, dann wird man weiter Russland unter Druck setzen, dann wird Russland sich definitiv zur Wehr setzen, oder man inszeniert den nächsten Bürgerkrieg in Russland. Das wird dann etwas länger dauern. In der Zwischenzeit Leben Rüstungsindustrielle weiter sehr gut, ihre Arbeiter werden sicher auch nicht mit dem Mindestlohn nach Hause gehen. Die deutsche Pflege wartet schon auf impfwilligen Zulauf aus dem Ausland, gerne auch nicht zu ausländisch aussehend.

        Das amerikanische Modell: Impfpflicht, Abhängigmachen der Menschen von der Pharmaindustrie, wer nicht mitmacht, fliegt raus aus der der oberen Gesellschaftsschi ht und kann sich einreihen in die Vielzahl der modernen Tagelöhner und Obdachlosen und Mindestlohnarbeiter ohne Krankenversicherung.

        Naja, einen Wohlstand für alle nach westlichen Maßstäben verkraftet die Erde auch nicht.

        Überlassen wir also den Gierigen die Gier, aber sichern wir uns wenigsten einen letzten Rest Freiheit und Selbstbestimmung über unseren Körper.

         

         

         

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