Ein Euro pro Monat für HdS

 In Holdger Platta

Wieso gibt es HdS? Wie lange noch gibt es HdS? /Holdger Platta

Zugegeben: so furchtbar lange ist es nicht her, daß unser stellvertretender Chefredakteur Roland Rottenfußer einen neuen Werbeversuch gestartet hatte, Euch Nutzerinnen und Nutzer unserer Website für mehr Unterstützung für unser Internetprojekt gewinnen zu wollen. Ich greife diesen Aufruf heute nochmal auf, natürlich im gleichen Sinne wie er. Aber auch mit einer Reihe neuer Informationen, die bei dieser Thematik von Bedeutung sein dürften. Ich bitte sehr herzlich um Lektüre meines folgenden Briefes an Euch. HP

Liebe HdS-Leserinnen und liebe HdS-Leser,

mutet die Doppelfrage oben in der Unterzeile zur Überschrift für diesen Artikel nicht ziemlich merkwürdig an? Wurde die erste Frage nicht schon oft genug beantwortet von uns – und sollte es nicht die alltäglich Publikationspraxis unserer Website sein, diese vor allem, die meine Frage nach dem Warum unserer Internetzeitung zu beantworten vermag? Und was die zweite Frage betrifft, diese fast schon bedrohlich klingende Frage nach einem eventuellen Aus für HdS: schlage ich damit nicht falschen Alarm? Womöglich sogar aus unlauterer Absicht heraus?

Nun, in der Tat: auf die Frage, wieso es HdS überhaupt gibt, möchte ich heute nicht detaillierter eingehen. Daß HdS im Jahre 2003 von Konstantin Wecker gegründet worden ist – gemeinsam mit seiner Frau Annik – in Reaktion auf den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak und in Reaktion auf die Nichtreaktion zahlreicher Massenmedien in der Bundesrepublik auf diesen Völkerrechtsbruch und auf die unermeßliche Anzahl von Toten, die Folge dieses Kriegszuges gegen den Irak gewesen ist: diese Ursprungsgeschichte haben wir Euch bereits mehrfach auf HdS erzählt. Und ebenso häufig haben wir zu erläutern versucht, wofür HdS seit diesem Anfangsjahr 2003 steht und sich immer noch einzusetzen versucht. Um es auf die kürzeste Formel zu bringen: für eine menschlichere Welt! Das betrifft den Frieden, das betrifft die soziale Wohlfahrt, das betrifft den ökologischen Menschenschutz, in Deutschland und weltweit. Und: das betrifft – nicht zuletzt – auch die Frage danach, wieso es oft auch den Gutwilligen und Gutmütigen so schwer fällt, den eigenen humanen Zielen im höchstpersönlichen Alltag gerecht zu werden.

Das Scheitern, was diese Ziele betrifft, können wir nicht einfach nur irgendwelchen bösen ‚Feinden‘ in die Schuhe schieben! Dieses Scheitern geht nicht selten auch auf unser ganz individuelles, auf unser eigenes Scheitern zurück: auf Unterstellungen und höchstpersönliche Aggressionen innerhalb der eigenen Reihen, auf Mangel an Frieden und Mitmenschlichkeit bei uns selbst, bis tief in unser eigenes Innere hinein. Wieso gibt es HdS? – Nun, ganz gewiß auch deshalb, weil wir den Weltfragen nicht nur im Großen & Ganzen nachgehen, sondern auch im Kleinen & Kaputten bei uns. Zumindest als Intention existiert diese Maxime auf HdS: Kritik ist potentiell immer auch Selbstkritik. Unsere Aufmerksamkeit gilt nicht nur den argen Verhältnissen weltweit, sondern auch den möglicherweise vorhandenen argen Verhältnissen bei uns – bei uns ganz individuell. Ganz sicher gelingt das nicht immer, ganz sicher versagen auch wir immer wieder an dieser inneren ‚Front“. Aber von Beginn an war HdS bemüht, auch diesen ganz besonders unbequemen Fragen, diesen ganz persönlichen Fragen, nicht aus dem Wege zu gehen.

Für manche unter uns – Ihr wißt es – scheint für diese Doppelorientierung, die das ‚Außen‘ und ‚Innen‘ gleichermaßen in den Blick nimmt, „Spiritualität“ ein hilfreicher Wegweiser zu sein. Roland Rottenfußer zählt zu diesen Mitarbeitern bei HdS. Für andere wie mich scheint eher selbstkritische Humanität, mit stetem Blick auf das eigene Alltagsverhalten, der vertrautere Weg. Vereinbar dürfte ganz gewiß beides miteinander sein. Und hierarchisieren sollte man beides auch nicht. Mögen gegebenenfalls irgendwelche andere entscheiden – und zwar für sich! -, was für sie mehr zählt, „besser“ ist, heilsamer auch! Jedenfalls eint uns alle bei HdS, daß wir keiner Politik das Wort reden möchten, die sich im Namen des Guten auf bösartigstes Handeln einläßt. Der zynische Jesuitensatz „Der Zweck heiligt die Mittel“ gilt für uns gerade nicht. Das Gegenteil ist richtig: die bösen Mittel zerstören noch jeden guten Zweck. Und ebenso eint uns bei HdS, daß Menschengüte nicht nur im eigenen Alltag angestrebt werden soll. Um einmal ein berührendes Zitat aus dem „Kommunistischen Manifest“ abzuwandeln, das diese Auffassung vielleicht  auf den Punkt zu bringen vermag: das Glück des Einzelnen muß Voraussetzung für das Glück aller sein, und das Glück aller darf niemals das Glück des Einzelnen zerstören. Wir sind – auch im Glückserleben – Individuen und Gemeinschaftswesen zugleich. Im Grunde ist das die von mir gemeinte Wahrheit in einem Satz. Und das bedeutet konkret:

Uns läßt nicht ruhen, wenn es uns einigermaßen gut geht, und anderen Menschen in der Welt geht es unsagbar schlecht. Damit halten wir uns, die das meinen, nicht für die besseren Menschen, und schon gar nicht sind wir es deshalb! Aber wir bemühen uns, mit unseren bescheidenen Mitteln, beizutragen zu einer Welt, in der es allen Menschen möglich wird, die eigene Güte besser leben zu können – egal, auf welchem Kontinent, egal, in welchem Land!

Wobei ich an dieser Stelle gerne – zugegeben: höchst subjektiverweise – einfügen möchte: Konstantin Wecker beeindruckt immer wieder mit seinen klugen und menschlich anrührenden Texten (gleichviel, ob gesungen oder nicht). Roland Rottenfußer legt immer wieder glänzend geschriebene Analysen zu Politik und Gesellschaft vor. Alexander Kinsky versorgt uns seit langem mit hochkompetenten und einfühlsamen Informationen über Neuerscheinungen auf dem CD-Markt. Siljarosa Schletterer hat uns mit ihrer Vorstellung oft noch unbekannter Lyrikerinnen und Lyriker einen echten Zugewinn auf HdS beschert. Und Henry Royeck – last but not least – achtet seit langem mit Aufmerksamkeit und Akribie darauf, daß HdS auch in puncto Finanzen nicht aus dem Ruder läuft. All das wichtige Anteile der täglichen Arbeit bei uns!

Aber, liebe HdS-Leserinnen und HdS-Leser, all das beansprucht auch Kraft, benötigt auch Zuspruch, ist angewiesen auch auf ganz realen – ja, ich riskiere es zu sagen: auch auf materiellen – Beistand. Womit auch ich auch bei der zweiten Frage aus dem Untertitel zu meinem Beitrag bin: wie lange gibt es noch HdS?

Nun, auf den ersten Blick sieht unsere Sache so schlecht nicht aus: rund 12.000 Leserinnen und Leser zählt HdS derzeit, rund 30.000 mal wird HdS derzeit pro Monat angeklickt. Doch bei der finanziellen Sicherstellung des Internetprojektes HdS hapert es immer noch.

Natürlich (‚natürlich‘?): ohne die immense Unterstützung durch Konstantin Wecker gäbe es HdS schon längst nicht mehr! Ohne die Spenden aus Euren Reihen wären wir längst schon in einer Situation, die man als Existenzgefahr für HdS bezeichnen müßte. Aber: es reicht nicht. Kaum mehr als 200,- Euro pro Monat kamen während der letzten Monate für HdS an Spenden zusammen. Damit läßt sich HdS nicht lange mehr weiterfinanzieren – trotz der Aushilfen von Konstantin Wecker nicht. Aber wiederum: konkret!

Der eine oder andere von uns muß auch leben können von seiner Arbeit, die er alltäglich in großem Ausmaße in HdS investiert (über gesicherten, regelmäßigen, Broterwerb verfügt keiner von uns), die ehrenamtliche Tätigkeit anderer (oft zusätzlich belastet von dem, was der bundesrepublikanische Zyynismus „Grundsicherung“ nennt) reicht ebenfalls nicht hin, das Projekt HdS auf Dauer am Leben erhalten zu können. Und nicht zuletzt: noch bei jedem Mitarbeiter unter uns fallen – unvermeidbar und regelmäßig – diverse Kosten für die HdS-Arbeit an: für Internetnutzung und Mailing, für Telefonate und Rechercheaufwand (inklusive, hin und wieder auch das, Bücherkauf), für Papier und Strom – und Heizungskosten nicht zuletzt, was das Arbeitszimmer betrifft, in dem wir unserer Tätigkeit nachzugehen pflegen. Kurz: auch wir sind allesamt in einen Alltag gestellt, der nicht kostenlos ist, und haben mit einer Arbeit zu tun, die nicht kostenfrei zu erledigen ist. Um’s einmal ganz banal zu sagen: essen und trinken, das müssen auch wir. Selbstverständlich steht keiner von uns in der Gefahr, morgen verhungern zu müssen (obwohl die „Bescheidenheit“ der Lebensverhältnisse bei einigen von uns schon sehr bedrückend ist; dieses – vom Staat verhängte – ‚Los‘ teilen wir mit manchen Hartz-Vier-LeserInnen unter Euch, ich weiß!). Nochmal also: keiner ist vom Krepieren bedroht. Aber die Gefahr nimmt zu, daß wir Mitarbeiter verlieren könnten, Mitarbeiter, die sich schlicht von HdS abwenden müßten, um zukünftig noch so einigermaßen über die Runden kommen zu können. Ein Stück weit trifft also zu:

Existenzsicherung von HdS setzt auch Existenzsicherung seiner Mitarbeiter voraus. Was, anders formuliert, bedeutet: wenn denn – wie uns scheint – HdS ein Projekt darstellen sollte, das sich – neben zahlreichen anderen Projekten dieser Art – einsetzt für eine Humanisierung der Verhältnisse auf diesem Erdball, dann bedarf es dazu auch gewisser minimaler humaner Verhältnisse bei uns, um das fortan gewährleisten zu können. Besonders hilfreich wären dabei – im Sinne einer gewissen Zuverlässigkeit, auf die wir bauen können – Dauerspenden für dieses Projekt HdS, auch wenn es sich nur um Kleinbeträge handeln sollte. Man stelle sich nur einmal vor: nur 10 Prozent von allen unseren 12.000 LeserInnen würden allmonatlich einen Euro an uns überweisen. Wir wären schlagartig alle unsere Sorgen los. Und folgende Möglichkeiten für HdS kämen dadurch noch hinzu:

Wir könnten endlich auch Autorinnen und Autoren anwerben für uns, die ebenfalls als Freiberufler zur Gänze von ihrer publizistischen Tätigkeit leben müßten. Weil wir sie – endlich – bezahlen könnten! Ob das eine Birgit Vanderbeke ist oder eine Daniela Dahn, ob ein Ingo Schulze oder Werner Rügemer: großartige und großartig engagierte Beiträger könnten wir für unser HdS-Projekt gewinnen. Aber so…?

Wir, die Herausgeber und Redakteure von HdS, danken schon jetzt allen UnterstützerInnen, die wir vielleicht mit diesem Aufruf zu einer regelmäßigen Ein-Euro-Spende (oder gerne auch zu etwas mehr) für unser Website-Projekt veranlassen können. Und selbstverständlich verbinde ich dies mit einem Dank an alle, die schon jetzt zu unseren UnterstützerInnen zählen – manche bereits seit sehr langer Zeit! Wie bekannt, handelt es sich bei HdS – seit Anfang 2017 – um ein gemeinnütziges Projekt der gemeinnützigen „Initiative für eine humane Welt (IHW) e. V.“. Die Spenden sind also steuerlich absetzbar (dasselbe gilt ja, wie bekannt, für unsere Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ – die, ganz nebenbei, ohne HdS längst schon ihre Arbeit hätte einstellen müssen. Vielleicht bedenkt der eine oder die andere unter Euch ja auch diesen Kausalzusammenhang noch, wenn es um eine Spendenentscheidung nunmehr für HdS geht: man unterstützt damit gleichzeitig auch die Weiterexistenz unserer GriechInnenhilfe!).

Ich würde mich riesig freuen, wenn mein Spendenappell nicht ungehört verhallen würde. Und gleiches gälte selbstverständlich für alle in unserem Team!

Und damit abschließend auch nochmal das HdS-Spendenkonto der IHW, auf das wir Euch gegebenenfalls Eure Hilfsgelder zu überweisen bitten:

Spendenkontonummer (Inhaber: Initiative für eine humane Welt (IHW) e. V.):

IBAN DE 09 2605 0001 0056 0608 74
BIC: NOLADE 21GOE
Stichwort: HdS

Sparkasse Göttingen

Spendenbescheinigungen auf Wunsch bei:

Henry Royeck
Sültebecksbreite 14
37075 Göttingen
Email: henryroyeck@web.de

Mit herzlichen Grüßen

Holdger Platta

Euer Holdger Platta

(HdS-Herausgeber und HdS-Redakteur)

Anzeige von 15 kommentaren
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    Volker
    Antworten

    Aber die Gefahr nimmt zu, daß wir Mitarbeiter verlieren könnten, Mitarbeiter, die sich schlicht von HdS abwenden müßten, um zukünftig noch so einigermaßen über die Runden kommen zu können.

    Sorry, lieber Holdger, aber das verstehe ich nicht gänzlich, dass sich Mitarbeiter*innen von HdS abwenden müßten oder werden, gerade diejenigen, die sich zumal, aus eigener Überzeugung heraus (sollte man annehmen), für eine lebenswerte Welt einsetzen und dies zwingend thematisieren.
    Warum sich also abwenden, mit der Begründung über-die-Runden-kommen-zu-müssen – weil Gewissen, Überzeugung und Handeln auch nicht umsonst zu haben sind? Das wäre nach meinem Empfinden und Einstellung nicht mehr glaubwürdig, ja, sogar enttäuschend.
    Angenommen, ich würde als Betroffener zeitweise Texte über Hartz IV/Grundsicherung/Armut auf HdS veröffentlichen, ich würde keinen einzigen Euro dafür annehmen wollen. Nebenbei: Das Thema wird m.E. auf HdS vernachlässigt, hier und da eine Linksetzung, mit einer Einleitung versehen, und gut ist.

    Eine andere Frage, die ich der Red. stellen möchte, ohne missverstanden zu werden: Nach Aussagen von Roland und Dir, übernimmt Konstantin Wecker einen Großteil der Kosten für HdS, eine von ihm gegründete Website, auf der er sich sehrwohl auch werbend präsentiert, für seine Anliegen als Künstler und mehr, zugleich auch anderen Künstlern eine Plattform bietet.
    Also – wegen nötiger Transparenz sowie meinem/unserem Verständnis: Welche Kosten fallen für das Hosting HdS auf Server X an, inklusive aller Kosten redaktioneller Pflege?

    Eine andere Frage, die ich der Red. stellen möchte, ohne missverstanden zu werden: Nach Aussagen von Roland und Dir, übernimmt Konstantin Wecker einen Großteil der Kosten für HdS, eine von ihm gegründete Website, auf der er sich sehrwohl auch werbend präsentiert, für seine Anliegen als Künstler und mehr, zugleich auch anderen Künstlern eine Plattform bietet.

    Also – wegen nötiger Transparenz sowie meinem/unserem Verständnis: Welche Kosten fallen für das Hosting HdS auf Server X an, inklusive aller Kosten redaktioneller Pflege?

    Einen Euro pro Monat könnte ich mi sogar als freiwillige Abgabe aller Künstler vorstellen, die CDs und Sonstiges produzieren, weil über Runden kommen auch Geschäft ist, nur nicht so brutal wie…

    • Avatar
      Shabi
      Antworten
      Lieber Volker, 

      ich glaube, dass deine Fragen nicht die Antwort erzeugen werden, die Du insgeheim erwartest.

      Im Grunde geht es bei diesem Aufruf um Solidarität.

      Ob nun die Details transparent und geklärt sind, das ist ein Nebengleis, dass auch dich nicht wirklich zu interessieren kann. Denn es ändert nichts an der Schieflage, die in Daten und Fakten in diesem Artikel zum Vorschein kommt.

      Wenn es relevant wäre für dich, dann doch eigentlich, wenn Du die Möglichkeit hättest, diesen Euro zu ermöglichen. Das ist aber scheinbar nicht der Fall, ich danke dir an dieser Stelle für deine mutige Offenheit. 

      Wenn du dir durch den Artikel. Zu Unrecht ein schlechtes Gewissen gemacht bekommen lässt, dann läßt alleine du das zu. Darauf möchtest Du doch eigentlich eine Antwort, so fühle ich jedenfalls Deine Kommentare. Dir sei gesagt, dass ich sicher bin, dass die Community, gerne sich  und alle spendet und die Menschen hinter dieser Seite genau auch für Menschen Ohne das finanzielle Potential die Informationen bereit halten. Schließlich sind Aufklärerinnen unserer Zeit sich dessen bewußt, dass genau das die Probleme unserer Zeit, unserer Systeme sind. Wer wären die, die mit dem Stift (=Tastatur) auf Die Schieflage aufmerksam machen würden, aber mit tatsächlichen Existenzen aus dem System nicht human umgehen könnten.

      Dir sei auch gesagt, dass ich vor hatte ab nächsten Monat 2 EUR für HdS zu spenden, auch wenn ich bisher noch nicht soviele Texte hier las. Bitte empfinde einen der Euros als deinen Eigenen. Das ist meines Erachtens das Prinzip der Solidarität. Alle geben was sie können und hoffen, dass es reicht.

      Mit hoffnungsvollem Gruß 

       

  • Avatar
    Sancho
    Antworten
    Den Euro gönn ich euch. Dauerauftrag eingerichtet.
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    Holdger Platta
    Antworten
    Klasse, Sancho, ich danke Dir! Im Namen aller HdS-ItarbeiterInnen natürlich!
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    heike
    Antworten
    Mein Sohn hat heute nach langer Zeit wieder bei mir angerufen und es war sehr schön mit ihm zu sprechen. In der Nacht habe ich wieder seinen furchtbaren Schrei gehört.

    Dazu die Stimme: wir haben dich gewarnt.

     

    Weil ich hier schreibe, reißen sie ihm noch die letzten paar Wurzeln, die er zu mir hin hat, raus. Um as machen zu können, brauchen sie erst die Verbindung von ihm zu mir – und das ist scheinbar nur noch direkt möglich, wenn er mit mir spricht. Diese Nazis nehmen mir alles, was ich geliebt habe.

    Ich möchte, dass ihr das wisst, auch wenn ihr es vielleicht nicht versthen könnt.

    Ich weiß nicht, ob ich meinen Sohn überhaupt noch inmal zu Gesicht bekomme und ob er dann mehr sein wird als Zombie.

    Ich höre jetzt auf, hier zu schreiben.

    Aber wenn jemand von euch ein Obdach für mich hätte, dann würde ich mitgehen.

    Ansonsten kann ich nicht mehr. Das it das raffinierte an dieser Methode der Seelenqual: äußerlich sieht man noch ganz gut aus – ein Außenstehender glaubt einem diesen langsamen Tod wahrscheinlich gar nicht. Das hier ist jetzt mein Hilferuf an euch. Ich will hier weg und brauche ein neues Zuhause.

    Meine email: heikepreissler@googlemail.com (Die wird garantiert überwacht und gelesen – aber eine andere Kontaktmöglichkeit habe ich nicht. Nur nioch meine Adresse: Heike Preißler, Waldsiedlung 4, 09575 Eppendorf).

    Heike

     

  • Avatar
    heike
    Antworten
    Ich denke, dass diese Web-Seite viel bewirkt und aus diesem Grunde so manchen ein Dorn in der großen Zehe (Auge kann man ja nicht sagen – ich finde, man kann mit diesen Informationen seinen Blickwinkel eher erweitern) und deshalb auch Interesse von außen besteht, diese Seite abzuschaffen.

    Wenn bei 12.000 Lesern keine Summe zusammenkommen kann, die das Überleben von HdS sichert, dann frage ich mich auch, wer denn diese Leser sind.

    Menschen, die ernsthaft an einer Veränderung unserer Gesellschaft hin zu mehr Humanität interessiert sind, oder eben auch nur Nutznieser der hier zu bekommenden Informationen – ob diese dann für oder gegen die „Menschlichkeit“ oder einfach nur für sich selbst genutzt werden, sei dahingestellt.

    Bevor diese Seiten den Bach runtergehen, würde ich ein Jahresabo von 12 Euro vorschlagen. Jeder, der hier lesen will, bezahlt einmal 12 Euro und kann dann ein Jahr lang dabeisein. Ich finde das angemessen.

     

    • Avatar
      Volker
      Antworten

      Wenn bei 12.000 Lesern keine Summe zusammenkommen kann, die das Überleben von HdS sichert, dann frage ich mich auch, wer denn diese Leser sind.

      z.B.: Volker, ehemals Gestalter für kapitalistisches Allerlei, danach Ein Euro-Jobber unter Hartz IV-Knute, verurteilter Armutsrentner (lebenslänglich), langjähriger Kunde bei Tafel, heute Selbstversorger ohne Abfälle und Ein Euro-Zähler am Monatsende, mit Blickrichtung in-die-Röhre-gucken.

      Jahres-Abo abgelehnt! Leide unter verfestigtem Sparzwang mit Wahrnehmungsstörungen, schon beim Betrachten einer Ein Euro-Münze – Diagnose: Existenzminimumsversagen mit akuten Ausfallsymptomen aufgrund unbekannter Viruspopulation im SGB II.

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    Detlef Harder
    Antworten
    Dauerauftrag 1x jährlich zu meinem Geburtstag (28.7.) soeben eingerichtet.
  • Avatar
    Peter Boettel
    Antworten
    Ich werde in den nächsten Tagen eine Spende überweisen; es wäre ein untragbarer Verlust, wenn HdS die Arbeit einstellen müsste.
  • Avatar
    Holdger Platta
    Antworten
    Liebe MitkommentatorInnen,

    ich danke Euch allen schon mal sehr herzlich für Euer Verständnis und für Eure Reaktionen! In der Tat: auch auf unserem Spendenkonto für HdS machen sich schon die ersten Überweisungen und neuen Daueraufträge bemerkbar.

    Ich nehme mir vor, irgendwann in der nächsten Woche alle HdS-LeserInnen etwas detaillierter über das bis dato erlangte Zwischenergebnis informieren.

    Deine Fragen, lieber Volker, beantworte ich demnächst ebenfalls noch!

    Mit herzlichen Grüßen an alle LeserInnen von HdS

    Holdger

  • Avatar
    Tassos Chatzatoglou
    Antworten
    Moin Holdger,

    ich bin irgendwie durch deinen Bericht irritiert: auf der eine Seite die hohe Anzahl von Lesern und auf der andere Seite die Gefahr, aus finanziellen Gründen die Infoarbeit einstellen zu müssen.

    Für uns bedeutet HDS Widerstand, praktizierter Widerstand gegen alle, die versuchen, uns für dumm zu verkaufen. Die MM berichten über unsere reiche und im Überfluss lebende Gesellschaft.

    Über die Notleidenden keine Rede,
    über die Kriegsvorbereitungen keine Rede,
    über den versteckten alltäglichen Faschismus keine Rede,
    über das Elend und Tod im Mittelmeer keine Rede,
    über die EU-Machenschaften keine Rede!

    Nur Lobeshymnen über das politische Etablissement.

    Seiten wie HDS, die professionell über die Defizite unsere Gesellschaft berichten, sollte man nicht nur unterstützen sondern in unser Leben integrieren.

    Ich möchte an dieser Stelle Konstantin Wecker zitieren:

    „WIR ALLEINE KÖNNEN DIE WELT NICHT VERÄNDERN, ABER NICHTS HINDERT UNS DARAN, ES ZU VERSUCHEN. WIR MACHEN WEITER!“

    • Avatar
      Volker
      Antworten
      Hallo Herr Chatzatoglou,

      die ermittelte Leserzahl, und das ist wichtig, ist nichts anderes, als die Summe aller Seitenaufrufe pro Tag, Woche, Monat oder Jahr. Die Statistik der Software gibt keine Auskunft darüber, ob beispielsweise eintausend Seitenaufrufe auch von eintausend unterschiedlichen Lesern stammen. Beispiel: Ich rufe HdS zweimal am Tag auf, sind im Jahr über 700 Klicks von mir, ohne die Stammleserschaft dazu zu rechnen.
      Die Software kann ebenso nicht unterscheiden, aus welcher Motivation heraus ein Seitenaufruf erfolgt, was man – leider – berücksichtigen sollte, ohne mich in Spekulationen zu verstricken, aber klar sollte schon sein, dass HdS auch im Blick derjenigen steht und aufgerufen wird, gegen die wir uns wehren und auflehnen. Es könnte auch möglich sein (wohl sehr wahrscheinlich), dass staatliche Institutionen hier mitlesen, und wieviel Klicks sie dabei hinterlassen, ermittelt kein Counter.

      Gruß Volker

  • Avatar
    Ruth
    Antworten
    Ich informiere mich umfassend, das ist nachweislich möglich!

    Die Angebote sind vielfältig, ich muss nur wollen!

    Die oft undifferenzierte Medien-und Pressebeschimpfung teile ich nicht, das ist mir zu einfach!

    Ideologische Berichterstattung gibt es, ich muss sie erkennen können und das setzt politische Bildung voraus und die erreiche ich nicht, wenn ich  mich nur einseitig informiere!

    Also: Nachrichten – jeglicher Couleur- auf allen Kanälen, 24 Stunden verfügbar!

    Und das ich hier schreibe, das verdanke ich unserer Pressefreiheit!

     

  • Avatar
    Ellen Diederich
    Antworten
    Lieber Holdger,
     
    Zu Deinem Appell für die Unterstützung von HdS.
     
    HdS ist für mich ein Stück „Zuhause“, in dem Sinne, dass ich dort Diskussionen zu Fragen bekomme, mit denen ich beschäftigt bin. Seien es aktuelle politische Entwicklungen, Widersprüche, Darstellungen, die ich sonst in den Medien kaum finde. Aber auch längere Darstellungen, die sich grundsätzlich mit verschiedenen Fragen auseinander setzen. Auch die Dokumentation zu diesen Fragen aus anderen Medien schafft eine gute Verbindung unter den verschiedenen Darstellungen. Dann die Hinweise auf verschiedene Musik- und Lieder Entwicklungen, die mich meistens sehr freuen.

    Danke an Euch, die Ihr regelmäßig für HdS arbeitet und das möglich macht.

     
    Ich bin dankbar für die Vielfalt der Beiträge. Ähnlich wie bei Dir ist mir der eher lyrische Teil nicht so nah. Es gibt einige AutorInnen, von denen ich jeden Beitrag sofort lese und sehr froh darüber bin, dass sie regelmäßig zu Wort kommen.
     
    Natürlich braucht ein solches Medium wie HdS auch Geld für seine Existenz. Ich habe etwa 80% meiner Lebensarbeit unbezahlt gemacht, Ehrenhalber. Ich gehe inzwischen ganz krumm vor lauter Ehre. Wer das machen kann, weil er oder sie andere Möglichkeit des Lebenserwerbs hat, großartig. Aber es sollten alle zu Wort kommen, die etwas zur Klärung beitragen können.
     
    Meine Rente liegt zweihundert Euro unter dem als Minimum bezeichneten Einkommen. Ich werde jetzt einen Dauerauftrag über 5 € pro Monat für HdS einrichten. Das ist etwas mehr, was uns als Tagesbedarf für Lebensmittel zugestanden wird. Aber es wird gehen.

    Ich hoffe, dass viele Menschen HdS unterstützen können.

     
     
    Solidarische Grüße
    Ellen Diederich
  • Avatar
    Kai
    Antworten

    Liebes und wertes HdS-Tatkräftige,

    ich liebe Lyrik und lebe „Grundsicherung”
    – und/oder andersrum, jedoch beides konkret auch materiell –
    und denke, HdS widerspiegelt mehr als bloße Information, den nackten Wert.

    Von mir Spendendreiklang von in Dank und in Wort und in Zeit dafür …

       DER BERUF DES DICHTERS

    DER Schutzverband deutscher Schriftsteller hat durch seine Grün=
    dung einen Zustand anerkannt: den Schriftsteller, den Dichter
    als einen Beruf, der für Bezahlung tätig ist. Wir stehen nun auf
    dem Standpunkt, daß nur wirtschaftliche Nutzwerte bezahlbar sind,
    und daß geistige Werte niemals einen in Zahlen auszudrücken=
    den Geldwert besitzen. Der Dichter verrichtet keine irgendwie im
    wirtschaftlichen Sinne nutzbringende Arbeit. So wenig wie der Denker
    oder der Priester. Tritt ein, was jetzt zur kaum mehr beachteten,
    geschweige denn bedachten Tatsache wird, daß nämlich der Dichter seine
    Berufung zum Beruf macht, von dem er wirtschaftlich lebt, so stellt
    er, selbst oft ganz unbewußt, seine Tätigkeit unter die wirtschaftlichen
    Gesetze, fügt sich ihnen und wird, wie die Dinge heute liegen, ka=
    pitalistisch. Das Geistige wird an seiner Quelle vergiftet, sowie es ein
    Wert wird, von dessen Bezahlung der Schöpfer des Geistigen lebt.
    Wir wollen nicht an frühere Zeiten erinnern, die den Dichter eo
    ipso als armen Teufel sahen und wollten, dem nicht anders zu helfen
    als durch Mäzenat oder Sinekure. Wir meinen auch ferner nicht, daß
    die Not für den Dichter Bedingung seiner geistigen Existenz sei,
    denn die Not würde ihn in seinem leiblichen Bestande schädigen, der
    das Gefäß seines Geistes ist. Aber dieses Übel, daß der Dichter
    heute ein Produzent wirtschaftlich gemachter Werte ist, macht sich in
    einer Weise bemerkbar, daß wir ihm einen Beruf wünschen müssen,
    in dem er wirtschaftlich nutzbringende Arbeit leistet, für die er be=
    zahlt wird, und die ihn in den Stand setzt, seine Kunst abseits vom
    Markte zu verrichten.
    Wir wollen gleich noch bemerken, daß ebensowenig wie die Not der
    Reichtum die dem Künstler notwendige äußere Form seines Lebens
    bedeutet. Heute ist es schon so, daß der Künstler nicht nur von

    einer Arbeit gut leben, sondern durch sie reich werden will. Merkt
    man das nicht am Werke? Der Geist, der unbezahlbare, zieht sich
    aus ihm zurück. Eigentümliche Begabung und nicht nur das heute
    so billige Talent vorausgesetzt, braucht der Künstler das, wovon er
    lebt, und er braucht das Erlebnis. Stellt er sein künstlerisches Er=
    lebnis in den Dienst dessen, wovon er als Mensch leben will, so
    wird er zum handwerksmäßigen Schreiben gezwungen, und sein Dichten
    wird ein literarisches Gewerbe oder ein Journalismus, der es ver=
    schämt nicht sein will. Eine Zeitlang versucht er noch zu trennen
    zwischen dem, was er für den Zeitungsbesitzer schreibt, und dem,
    was er für die Muse schreibt. Bald wird der Zeitungsbesitzer die
    Muse geheiratet haben, und jener Unterschied besteht nur mehr in der
    anmaßenden Einbildung jenes Dichters. Seine unnütze Arbeit, die
    geistige Produktion, wurde nutzbare Arbeit: Journalismus. Der Fall,
    daß ein Dichter bewußt journalistische Arbeit leistet, um von ihr zu
    leben für das Werk, das er als Dichter leistet, ist denkbar. Aber
    wohl nur denkbar. Wir können uns andere Tätigkeiten des Dichters
    denken, aus denen er sein Leben bestreitet, und solche, die ihn Distanz zu
    seinem Dichten gewinnen lassen und ihm andere arbeitsame und
    bedeutende Kreise des Lebens erschließen. Seine Produktion wird
    dadurch spärlicher, aber stärker werden, selbst wenn er zu denen
    zählt, die wie eine Pastorsfrau jährlich ein Kind zur Welt bringen.
    Und wir würden achtzig vom hundert aller heut geschriebenen und ge=
    druckten Bücher los sein, die nichts weiter sind als offengestandener
    oder verschämt verschleierter Gelderwerb. Man würde wieder dem
    Dichter seine Aufmerksamkeit schenken, als dem in jeder Bedeutung
    unbestochenen.                                                                     E. E. S.

       Für die RedaKtion verantwortlich:
    Erik Ernst Schwabach – Verlag der Weißen Bücher, Leipzig, Kreuzstraße 3b.
    (…)

    >>Quelle<<: Blue Mountain Project der Princeton Universität
    Die Weißen Blätter, Eine Monatsschrift, 1. Jg. 1913/14, Heft I, S. 97/98,
    Verlag der Weißen Bücher, Leipzig 1914

    (1. Mai 2019, Kreuzberg, Bleistift auf Blatt weißes Papier auf A)ußen(-Z(iegel)wand 🙂

    Luftiger Traum in Blau, heiter

    Der passive Widerstand bricht nicht am Einsatz von Graphitminen.
    Das Anschreiben wider den Zorn kündet von tätigem Suchen
    im Schatten bewaldeter Flächen.
    Keime, Blüten, Früchte in unzähligen Variationen und Folgen,
    die zu schätzen die Kunft.

    (23. 4. bis 23. 7. 2019, Berlin, AS_II auf HdS-Netzformular 🙂

    … und Kinder,
    sie prüfen das Weißblech,
    vertrauen der Kehle die Welt
    mucks~
    mäuschen~
    still
    An:

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