Freie Fahrt für die Bundeswehr

 In Politik (Inland)

Ab nächstem Jahr dürfen Bundeswehrsoldaten die Deutsche Bahn für private und dienstliche Fahrten kostenfrei nutzen. Was umweltpolitisch sicher sinnvoll ist, stellt verkehrspolitisch ein mehr als fragwürdiges Manöver dar. Die Kosten für die Freifahrtscheine der Soldaten wird nämlich zum größten Teil die Bahn selbst übernehmen müssen. Dieses Geld fehlt an anderen Stellen und wird über kurz oder lang über erhöhte Ticketpreise von den Kunden der Bahn wieder hereingeholt. So zahlt der Bürger ein Projekt, das offenkundig vor allem als PR-Kampagne für die CDU-Vorsitzende und neue Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer lanciert wurde. (Quelle: Nachdenkseiten)
https://www.nachdenkseiten.de/?p=54232

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    heike
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    Je mehr man gegen alles und jeden Schritt der Bundeswehr schießt, desto freier macht man den Weg für eine aggressivere Militärpolitik als wir sie in den letzten Jahrzehnten hatten. Immerhin wurde die Wehrpflicht abgeschafft – meiner Meinung nach, war das ein großer Schritt in die richtige Richtung. Auch die Ausgaben für den Militärhaushalt sanken in den letzten Jahren (bis Trump mit seinen Forderungen auf der „Spielfläche“ erschien) kontinuierlich. Wir können die Bundeswehr nicht abschaffen, aber wir können sie zu einer Verteidigungs- und Schutzarmee machen. Aber dazu braucht man Personal, Soldaten, Offiziere, die sich dieser Verantwortung auch bewusst sind, keine kriegsgeilen Schießhunde. Wenn aber immer wieder auf Soldaten wie auf Mörder geschaut wird, dann ist das falsch – und die meisten der Bevölkerung wissen das auch. Wir brauchen eine Verteidigungsarmee.

    Soldaten, die im Kosovo-Krieg waren, haben Verbot, über ihre Erlebnisse zu sprechen. Unter Freunden tut man das trotzdem. Jeder, der dabei war und ein anständiger Mensch mit einem Herzen war/ist, würde danach nie wieder in den Krieg ziehen. Es spricht für die Bundeswehr, dass sie ihren Soldaten dieses Herz erhalten hat. Wenn aber Soldaten immer mehr „abgerichtet“ werden und ihnen zudem aus der Bevölkerung entweder Hass oder Ablehnung, oder auf der anderen Seite Verherrlichung für ihre grandiosen, patriotischen, grausamen Heldentaten entgegenschlägt – wie soll sich da ein menschliches,mitfühlendes Herz halten können?

    Die Bundeswehr sollte ihre Beteiligung an Kriegseinsätzen möglichst gering halten. Sie sollte humanitäre Hilfseinsätze unterstützen. Und sie braucht starke Verbündete, die das genauso sehen, wie z.B. Macrons Frankreich.

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    Volker
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    In voller Montur dazu – wie schick.
    Achtung, Hochachtung, ei fein, geschniegelt aus dem Ei gepellt, erzähl uns aus dem Krieg, Soldat, so schrecklich kann’s nicht sein. Nur: Krieg ist Mord, dafür wirst du gelobt, bezahlt, ge(ä)achteter Soldat

    Der Zynismus Freie Fahrt in Ehren schmerzt gewaltig, gerade diejenigen, die nicht einmal eine Fahrkarte mehr bezahlen können, deren Teilhabe notwendiger Mobilität – Bahn oder Bus – verweigert wird. Ein weiterer Beweis zunehmender Stinkefinger-Politik nach unten, die wir, bitteschön, achten und ehren sollen, der wir folgen sollten bis zum Ende.

    @Heike

    Wenn aber immer wieder auf Soldaten wie auf Mörder geschaut wird, dann ist das falsch – und die meisten der Bevölkerung wissen das auch. Wir brauchen eine Verteidigungsarmee.

    Aus deiner Sicht ist es nicht angemessen, Soldaten, die komischerweise nicht wissen, wofür sie sich verpflichten, als Mörder zu bezeichnen? Dann erkläre mir die  Bereitschaft sinnlosen Tötens – Berufsausbildung: Fachmann*Frau – für eine Kriegsindustrie zu dienen, deren Menschen(ver)achtung dort aufhört/beginnt, wo Menschen gewinnbringend abgeschlachtet werden.

    Soldaten, die im Kosovo-Krieg waren, haben Verbot, über ihre Erlebnisse zu sprechen. Unter Freunden tut man das trotzdem. Jeder, der dabei war und ein anständiger Mensch mit einem Herzen war/ist, würde danach nie wieder in den Krieg ziehen. Es spricht für die Bundeswehr, dass sie ihren Soldaten dieses Herz erhalten hat. Wenn aber Soldaten immer mehr „abgerichtet“ werden und ihnen zudem aus der Bevölkerung entweder Hass oder Ablehnung, oder auf der anderen Seite Verherrlichung für ihre grandiosen, patriotischen, grausamen Heldentaten entgegenschlägt – wie soll sich da ein menschliches,mitfühlendes Herz halten können?

    Ohne weiteren Kommentar Deines fotrwährenden Geschwurbels mit Widersprüchen, einmal so, einmal so, irgendwie passt es schon –

     

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    heike
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    Ich möchte jetzt nicht aufgrund dieses Kommentares als potentielle Militaristin dastehen, das trifft es nicht. Und auch unsere derzeitige Bundeskanzlerin und Annegret Kramp-Karrenbauer sind es nicht. Sie lassen sich nicht in einen  neuen US-geführten Konflikt in der Golfregion (Straße von Hormus) involvieren. Dazu gehört viel Standfestigkeit und das sollte honoriert werden.

    Was passiert stattdessen? Die einen regen sich auf, dass es überhaupt eine Bundeswehr gibt und über die Freifahrtickets ihrer Soldaten im ÖPNV – und die anderen  (Zeit-Artikel: https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-08/persischer-golf-strasse-von-hormus-bundesregierung-verantwortung-aussenpolitik) werfen ihnen vor , dass sie „der internationalen Verantwortung Deutschlands“ nicht gerecht würden, da sie Trump und auch einer von Großbritannien geführten Europa-Mission eine Absage erteilt haben.

    Wer für Pazifismus ist, sollte pazifistische Taten und die dafür benötigten Anstrengungen auch erkennen, und nicht denen schaden, die im Grunde dasselbe wie sie wollen – nur dass diese Personen das „Pech“ haben, in der Realität verankert zu sein.

     

     

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    heike
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    Die meisten Leute in Deutschland wollen keine deutsche Kriegsbeteiligung. Aber wer den Zeit-Artikel durchliest, spürt schon wieder eine Angstschürung. Wenn Deutschland sich nicht an Amerikas Kriegen beteiligt, dann wendet sich die USA ab. Was steht uns dann bevor. Der Militäreinsatz wird als eine Schutzmaßnahme zur Rohstoffsicherung dargestellt. Kurz: es wird in der Presse daran gearbeitet, die Deutschen wieder kriegstauglich zu machen – weil es ja nur zum Schutz unseres eigenen Landes geschieht. Und über kurz oder lang werden sie sie soweit haben. Und jetzt Frau Kramp-Karrenbauer wegen der Freitickets an den Karren zu fahren, wird nicht den Platz frei machen für den nächsten Pazifisten und Armeeabschaffer, sondern für richtige kriegslüsterne Militaristen. Das muss man doch begreifen können.
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    heike
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    Deutschland kämpft im Moment um seine Demokratie, und ich glaube, vielen ist nicht klar, wie erbittert dieser Kampf an der Basis geführt wird. Da geht es um Existenzen. Die AfD hat den unbedingten Willen zur Macht. Viele von Dingen, die die einfachen Menschen ansprechen, die die AfD wählen werden, sind schlüssig und richtig.  Weniger Konsum, mehr Gemeinsinn, Freundschaft und Handelsbeziehungen mit Russland, Achtung und Zuhören fürs einfache Volk, weniger Armut, mehr Güterverkehr auf den Schienen. Und trotzdem wird uns eine AfD-Herrschaft nicht die von ihnen angestrebte Freiheit bringen (sofern sie nicht dadurch „erhoben“ werden, dann die Aufseher über andere Menschen zu spielen – denn das spielt oft auch eine Rolle).

    Die CDU in Sachsen ist der Garant für die AfD, in eine Regierungsbeteiligung zu kommen. Villeicht ist es nicht übertrieben zu sagen, die Hälfte der CDUler wären auch in der AfD gut aufgehoben. Ich hoffe, dass das übertrieben ist. Unser Ministerpräsident steht eigentlich für jene CDU, die das fortsetzen möchte, was unter Frau Merkel begonnen wurde, hinsichtlich einer Klimapolitik, die den Ausbau von Solarenergie unterstützt, stabile Handelsbeziehungen zu Russland und China, eine wirtschaftliche Stabilität Deutschlands mit möglichst wenigen Kriegen. Er soll diese CDU-Wähler für ihr CDU-Kreuz gewinnen. Die AfD-CDU-Wähler wissen eh schon, dass sich der Herr Michael Kretzschmer nicht halten können wird, sobald eine AfD in der Koalition auftaucht, oder aber er muss sich und seine Ideale/Ziele verraten.

    Viele Sachsen haben in den Nachwendejahren bis heute die CDU gewählt und möchten die Sicherheit und ihren langsam ansteigenden Wohlstand nicht mehr vermissen. Wer die Mitte nicht verlassen will, kann sie eigentlich nur durch eine SPD-Wahl in Sachsen stärken. Auch die Linke hat in Sachsen das Rüstzeug, eine verantwortliche, reale Politik zu machen.

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    heike
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    Ich bin froh, dass es so viele Idealisten gibt, die die Welt als einen friedlichen Ort für Mensch und Tier sehen wollen. Politik, die die Voraussetzungen dafür schaffen möchte, muss oft Kompromisse eingehen, um Schlimmeres zu verhindern. Das ist eine bittere Wahrheit.
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    Volker
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    In voller Montur dazu – wie schick.
    Achtung, Hochachtung, ei fein, geschniegelt aus dem Ei gepellt, erzähl uns aus dem Krieg, Soldat, so schrecklich kann’s nicht sein. Nur: Krieg ist Mord, dafür wirst du gelobt, bezahlt, ge(ä)achteter Soldat

    Der Zynismus freie Fahrt in Ehren schmerzt gewaltig, gerade diejenigen, die nicht einmal eine Fahrkarte mehr bezahlen können, deren Teilhabe notwendiger Mobilität – Bahn oder Bus – verweigert wird. Ein weiterer Beweis zunehmender Stinkefinger-Politik nach unten, die wir, bitteschön, achten und ehren sollen, der wir folgen sollten bis zum Ende.

    @Heike

    Wenn aber immer wieder auf Soldaten wie auf Mörder geschaut wird, dann ist das falsch – und die meisten der Bevölkerung wissen das auch. Wir brauchen eine Verteidigungsarmee.

    Aus deiner Sicht ist es nicht angemessen, Soldaten, die komischerweise nicht wissen, wofür sie sich verpflichten, als Mörder zu bezeichnen? Dann erkläre mir die Bereitschaft sinnlosen Tötens – Berufsausbildung: Fachmann*Frau – für eine Kriegsindustrie zu dienen, deren Menschen(ver)achtung dort aufhört/beginnt, wo Menschen gewinnbringend abgeschlachtet werden.

    Soldaten, die im Kosovo-Krieg waren, haben Verbot, über ihre Erlebnisse zu sprechen. Unter Freunden tut man das trotzdem. Jeder, der dabei war und ein anständiger Mensch mit einem Herzen war/ist, würde danach nie wieder in den Krieg ziehen. Es spricht für die Bundeswehr, dass sie ihren Soldaten dieses Herz erhalten hat. Wenn aber Soldaten immer mehr „abgerichtet“ werden und ihnen zudem aus der Bevölkerung entweder Hass oder Ablehnung, oder auf der anderen Seite Verherrlichung für ihre grandiosen, patriotischen, grausamen Heldentaten entgegenschlägt – wie soll sich da ein menschliches,mitfühlendes Herz halten können?

    Ohne weiteren Kommentar Deines fotrwährenden Geschwurbels mit Widersprüchen.

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