Gesetz der Angst

 In Politik (Inland)

Legenden und Mythen zur Schleifung des Wohlfahrtsstaates. Soziale Entrechtung, Entsolidarisierung und Entdemokratisierung in der Hartz-IV-Gesellschaft. (Quelle: Junge Welt)
https://www.jungewelt.de/artikel/347408.sozialkahlschlag-gesetz-der-angst.html

Anzeige von 4 kommentaren
  • HARTZ Seilschaften
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    Sippenhaft für Familienmitglieder, strauchelt nur ein Mitglied, aufgrund von Vermutungen, ist Straucheln für die BG zielführend, weniger Existenzminimum ist ZIEL der Agenda. Jahre der Klagen vergehen langsam.

    Sippenhaft unter einem Dach, gibt es auch ohne EINE Familie zu sein, Zwangshaftung ist der Geld werte Vorteil der Politiker-Vereine, die Angst vor gesetzlicher Diskriminierung ist seit 14 Jahren immer gegenwärtig.

    Angst hat immer Folgen, manchmal späte Folgen, Spät-Folgen.

    Für Staat und Kirche ist der MISSBRAUCH aller ART etwas ganz „Normales“, Jahrhunderte alte Tradition, unterstützt von vielen Mitwissern, die es immer gib und gab. Hartz Seilschaften in jedem Landkreis der BRD, die ArmutsIndustrie des ÖD unserer Poltikerbanden IST solidarisch! In der Menschverwertung gibt`s Einigkeit, gibt es Gemeinschaften und gute Zusammenarbeit.

     

  • Imago
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    Sehr begrüßenswerter Artikel oben, den ich noch durch folgende Überlegungen ergänzen möchte:

    Es wird bald zu sehen sein, wie „ernsthaft“ das BVG die Sachlage tatsächlich prüft (man kann da aufgrund bisheriger Erfahrung schon so seine Zweifel haben). Aber egal, wie dabei in Sachen Sanktionen entschieden werden wird; die GESAMTE HARTZ4-GESETZGEBUNG darf von uns GENERELL nicht länger so widerspruchslos hingenommen werden wie bisher der Fall, denn:

    EIN WEITERER RIESENSKANDAL dabei ist unter Anderem nämlich auch, daß gerade für die Ärmsten im Land (die als Hartz4-Bezieher ohnehin ständig mit einem menschenunwürdigen Existenzminumum vor sich hin vegetieren müssen), der sogenannten „Gerechtigkeit gegenüber den Niedriglöhnern zuliebe“ ERBÄRMLICH GERINGE HINZUVERDIENSTGRENZEN gezogen werden, sodaß die „Hartzer“ höchstens sehr geringe Notfallreserven ansparen können (und ihre Armut damit regel-„(ge)-recht“ festzementiert wird), wohingegen dem enormen Reichtumserwerb im oberen Teil der Gesellschaftspyramide KEINERLEI GRENZEN gesetzt werden, da dort dann auf einmal – GRENZENLOSE FREIHEIT (und zudem oft auch noch viel zusätzlich begünstigtende Steuerfreiheit) gilt und somit von der „Gerechtigkeit“ die unten angeblich herrschen soll – auf einmal gar keine Rede mehr ist!Mit GLEICHEM RECHT FÜR ALLE HAT DAS ABSOLUT NICHTS ZU TUN!!! – Die GESAMTE HARTZ4-GESETZGEBUNG muß daher gestrichen werden!

    Hartz4 ist ein dem Hitler-Faschismus entstammendes Bürokratiemonster, daß von Adolf Eichmann ähnlichen Charakteren ganz bewußt dazu konzipiert wurde, größtmöglichen Druck bis hin zum Terror auf die Ärmsten im Lande auszuüben, dabei aber auch den Rest der berufstätigen Bevölkerung in Sorge und Angst zu versetzen, noch zusätzliche Spaltung in der Bevölkerung hervorzurufen sowie fortwährend massive Lohndrückerei und Konkurrenzdruck zu ermöglichen. Hartz4 ist so gesehen nichts anderes als die modernisierte, nun aber anscheinend „etwas humanere“ (in Wirklichkeit aber noch weitaus raffinierte*) Variante der Selektionsrampen der früher üblichen Konzentrationslager. – Immer mehr Menschen haben bereits Sorge und Angst auch noch unter die Räder dieser Bürokratiemühle zu gelangen, folgen aber bis heute noch viel lieber der absolut dummen, weil längst zu immer mehr Entsolidarisierung führenden „Volksweisheit“, die da heißt „heiliger Sankt Florian, beschütz mein Haus, zünd‘ andere an“!

    Die Profiteure bei dieser ganz und gar infamen Geschichte, eine zahlenmäßig geringe Oberschicht und ihre skrupellosen Architekten und Helfer, lachen sich immer noch ungehindert „ins Fäustchen“, auch weil sich das Wissen um den oben beschilderten Sachverhalt bis heute noch nicht richtig herumgesprochen hat, da es fast nur in „eingeweihten Kreisen“ zirkuliert. (Zwei Fragen dazu am Rande: Welcher Leser hier z. B. denkt eigentlich auch daran, die vielen wertvollen Informationen die hier auf diesen Seiten immer wieder zu lesen sind, auch noch anderen, noch nicht so aufgeklärten Menschen in seinem Umfeld – zumindest einmal vorzustellen? – Neigen bis heute viel zu viele von uns nicht eher dazu, sich immer wieder in einem Schutzraum unter Gleichgesinnten zu verkriechen und dann dort gemeinsam die Schlechtigkeit der Welt immer wieder – nur zu beklagen?) – Doch nun weiter im Text:

    Hartz4 ist meiner Ansicht nach außerdem auch ein deutliches Zeichen dafür, daß das Duckmäusertum den Zusammenbruch des dritten Reiches nicht nur überlebt hat, sondern sich (freilich in neuer Gestalt) wieder mehr und mehr etabliert hat, ohne daß die Bevölkerung dieses Verhängnis bisher in wirklich nennenswerter Weise begriffen hat (sie ließ/läßt sich stattdessen bis heute zumeist nur allzugern von leicht konsumierbaren Trostpflästerchen beschwichtigen und einlullen).

     

    – – – – – – – –

     

    *Der traditionelle Untertanengeist speziell hier in Deutschland hat durch alle möglichen Arten von raffinierter Manipulation von Kindheit an (durch die zwar gutgemeinte, aber oftmals völlig undurchdachte Überlieferung der Eltern, durch immer raffinierter verpackte Propaganda von Politik und Medien und die ständige Verabreichung von oft nur allzu willkommenen Trostpflästerchen**) offenbar ein solches Maß von Feinverwurzelung erreicht, daß man inzwischen sozusagen „nur noch ein paar Lollies hinhalten muß“, um die murrenden Menschen immer wieder zu erneutem Weitermachen in gleicher Richtung zu bewegen. Oder anders gesagt: „Die Peitsche“ zu benutzen ist heute kaum noch nötig, es genügt bereits (wie bei Hartz4) mit ihr zu drohen und ansonsten an ausgewählten Stellen gelegentlich ein wenig „Zuckerbrot“ einzusetzen. Schon dies genügt offenbar heute, um unser uraltes perfides Herrschaftssystem immer wieder auf’s Neue zu „stabilisieren“.

     

    ** Zum oben erwähnten Stichwort „Trostpflästerchen“ (wie sie wirken und was sie alles bewirken):

    – Massenhaft verabreichte Konsumgüter und vor allem auch prestigeträchtige Markenprodukte wirken noch immer wie einschläferndes Valium für’s Volk, wobei in unserer nun immer schärfer konkurrierenden Gesellschaft gerade die begehrten Markenartikel auch noch folgende zusätzliche „Vorteile“ bieten:

    – Besitzer von Markenartikeln können sich, je teurer (bzw. angesehener) diese sind, umso mehr von der übrigen Masse abheben (was einerseits die Konkurrenz gegeneinander auch im Privatleben noch einmal zusätzlich betont, andererseits aber den gesellschaftlichen Zusammenhalt immer weiter schwächt)

    – anstelle eines natürlichen Ichs (eines klaren Sich-Seiner-Selbstbewußtseins) tritt so allmählich ein von „Markenbewußtsein“ und „persönlichem Reichtum“ aufgeblasenes, ansonsten aber meist sehr unkritisches (weil von diesen Dingen sehr stark abhängiges) Ersatzego, das sich umso wichtigtuerischer gebärden kann, je mehr prestigeträchtige Markenartikel es sein Eigen nennt, was dann wiederum zu einem sich auch in der gesamten Gesellschaft ständig weiter steigerndem Konkurrenzdruck führt, dann wiederum mit der Folge, daß somit ein ständig weiterwachsendes Wirtschaftswachstum (verbunden mit zunehmenden Umweltschäden und zunehmender Kriegsbereitschaft) angeblich „generiert werden muß“. –

    Trostpflästerchen werden nicht aus Menschenfreundlichkeit gewährt, sondern aus dem kalten Kalkül heraus, daß die eigentliche Despotenherrschaft noch länger währen und sich nach wie vor unhinterfragt auch noch weiter ausbreiten kann. Man sollte daher besser auf diese unnötigen Schwachsinnstrostpflaster verzichten und sich mit lieber dem Nötigsten zufrieden geben; – dies wäre  auch deutlich besser – für unsere Umwelt und auch – für unsere zukünftigen Überlebenschancen.

     

    • Imago
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      Nachtrag: Damit keine Mißverständnisse entstehen, möchte ich den letzten Satz meines vorangegangenen Kommentars folgendermaßen verbessern; er lautet dann folgendermaßen:

      Man sollte daher besser auf diese unnötigen Schwachsinnstrostpflaster verzichten und sich mit lieber dem zu einem wirklich glücklichen Leben Nötigen* zufrieden geben; – dies wäre  auch deutlich besser – für unsere Umwelt und auch – für unsere zukünftigen Überlebenschancen.

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      * Um auch dies zu präzisieren, möchte ich zusätzlich anmerken, daß damit keineswegs ein armseliges, nur von Verzicht geprägtes Leben gemeint ist, sondern im Gegenteil ist z. B. kulturelle Teilhabe (der Besuch von Konzerten, Theater, ganzheitliche Weiterbildung usw.) ein wichtiger Bestandteil dessen, was mir dabei „vorschwebt“. Unser innerer Reichtum soll bei all dem mehr und mehr zum Vorschein kommen und unsere Fähigkeit ihn zu entdecken nicht mehr länger behindert und beschnitten, sondern im Gegenteil mehr und mehr gefördert werden. In gewisser Hinsicht könnte man sagen, daß der erste Satz des alten Sprichworts HASTE WAS, BISTE WAS** in Zukunft zu streichen ist, damit das Sein (genauer gesagt das spezifische SO-UND-SO-SEIN des Menschen mit all seinen persönlichen Begabungen) bewußt gefördert und nicht wie bisher den speziellen Machtinteressen selbsternannter Machteliten unterworfen, dann entsprechend manipuliert, unterdrückt oder gar durch Gewaltandrohung bis hin zu tatsächlicher Gewalt beliebig gelenkt, ja inzwischen längst auf immer raffiniertere Weise regelrecht ferngesteuert wird. 

      Aufgeblasener Besitzerstolz, falscher Respekt davor und die bisher daraus immer wieder abgeleiteten Vorrechte (sowie auch das inzwischen längst schon immer rücksichtslosere Gerangel darum) werden dann – der Vergangenheit angehören.

      MIT ALL DER (uns gegenseitig immer wieder verneinenden) ENERGIE (mit der wir uns auf Geheiß der jeweiligen Machthaber und unserer dummen alten Traditionen bisher gegenseitig an unserer Entfaltung behindert und oft auch bekämpft haben,) können wir – SIE ENDLICH EINMAL BEWUSST INS POSITIVE UMWANDELND – auch heute noch – Schritt für Schritt GEMEINSAM EINE WEITAUS BESSERE WELT AUFBAUEN, ALS JEMALS ZUVOR IN DER GESCHICHTE DER MENSCHHEIT.

       

      ** Bei genauerem Hinschauen hat es die Geschichte doch eigentlich längst schon bewiesen: Wirkliches unbeschwertes glück-seliges SEIN ist mit immer mehr Hab-Seligkeiten HABEN WOLLENnicht zu erlangen.

  • Volker
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    Als ich 2004/2005 vom Arbeitsamt Limburg schriftlich aufgefordert wurde, einen Antrag auf Hartz IV zustellen, begann der schnelle Abstieg zur Armut, verbunden mit halbjährlichen Einladungen für ein Fünf Minuten-Gespräch mit einem sogenannten Fallmanager, zwecks Erörterung meiner beruflichen (?) Situation sowie der Unterzeichnung eines Eingliederungsvertrages (zweimal pro Jahr, für die Statistik halt).

    In dieser Zeit ernährte ich mich mit 120 EUR im Monat, abzüglich sonstiger Kosten für Haushalt, stand bei der örtlichen Tafel für Nahrung an, war nicht einmal mehr in der Lage dazu, neue Socken und Unterwäsche zu finanzieren. Mineralwasser wurde für mich zum Luxusartikel, versorgte meinen Flüssigkeitsbedarf aus der Wasserleitung, ernährte mich von Linsen (99 Cent/Packung), verzichtete auf alles, was teurer als einen Euro war. Beim Kauf einer Packung Toilettenpapier war es mir nicht einmal mehr möglich, an diesem Tag ein zusätzliches Nahrungsmittel einzukaufen.

    Sie nannten und nennen mich weiterhin Schmarotzer, verweigern mir meine sozial-gesellschaftliche Teilhabe, meine Lebensgrundlage, entwürdigen mich – als Mensch – auf ein Existenzminimum herab, berechnen mein Leben und entscheiden darüber. Ich bin ein Aktenzeichen meiner eigenen Berechnung auf Antrag, eine Fallnummer, deren Lenensberechtigung einer jährlichen Überprüfung bedarf, mit dem Hinweis, meine Armut beweisen zu müssen.

    Dazu kam die Angst vor dem nächsten Termin beim Jobcenter sowie die Gewissheit, dass mein weiteres Leben von Armut geprägt sein wird (nicht würde), ohne Chancen auf eine erträgliche Lebensgestaltung sowie dem Verlust der persönlichen Freiheit auf Selbstbestimmung.

    Sie ließen mir die Tränen noch,
    Träume in der Nacht.

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