Gib Antikommunismus keine Chance!

 in FEATURED, Politik

CDU-Wahlplakat 1953

Das Internationalistische Bündnis hat auf seiner Webseite den überparteilichen Aufruf zur Bewegung „Gib Antikommunismus keine Chance!“ veröffentlicht. Der Aufruf beginnt mit den Worten: „Wir sind demokratisch gesinnte Menschen verschiedenster politischer Richtungen. Der Antikommunismus ist zutiefst antidemokratisch. Er verteidigt den Kapitalismus mit all seinen Folgen als ‚alternativlos‘. Er will soziale Protestbewegungen und antifaschistischen Widerstand systemkonform zähmen. Dazu sagen wir: NEIN!“ Textquelle: „Rote Fahne“, https://www.rf-news.de/2020/kw16/werdet-erstunterzeichner-des-ueberparteilichen-aufrufs-zur-kampagne-gib-antikommunismus-keine-chance

 Ich bin kein Kommunist, aber ich weigere mich, Kommunisten zu hassen, nur weil es konform ist.“  Charlie Chaplin

Wir sind demokratisch gesinnte Menschen verschiedenster politischer Richtungen.

Der Antikommunismus ist zutiefst antidemokratisch. Er verteidigt den Kapitalismus mit all seinen Folgen als „alternativlos“. Er will soziale Protestbewegungen und antifaschistischen Widerstand systemkonform zähmen. Dazu sagen wir: NEIN!

Gerade jetzt, wo immer mehr Menschen rund um den Globus eine alternative Gesellschaftsform zum Kapitalismus suchen und diskutieren, wird der Antikommunismus neu geschürt. Er soll rechte Regierungen und ihre politische Praxis legitimieren und gibt Ultrareaktionären und Faschisten damit einen enormen Rückenwind. Das geschieht nicht zufällig jetzt, da all die Krisen des Kapitalismus immer offener sichtbar werden: Umweltzerstörung, Angriffskriege, 70 Millionen Menschen auf der Flucht, wachsende Armut und Arbeitslosigkeit, Aushöhlung demokratischer Rechte und Freiheiten für die Bevölkerung bei gleichzeitig unbegrenzten Freiheiten für die Konzerne.

Das geschieht gerade jetzt, wo das Ansehen des Sozialismus wieder wächst – sogar im Stammland des Antikommunismus – in den USA. „Der Antikommunismus ist niemals etwas anderes gewesen, als die billige Ausrede, um jede Verbesserung der menschlichen Lage in Verruf zu bringen“, sagte Heinrich Mann. Gerade in dieser Situation versucht der Antikommunismus wieder sein Unheil anzurichten. Es gibt eine Vielzahl von Varianten des Antikommunismus von offen faschistisch bis pseudodemokratisch. Alle führen aber zur Stigmatisierung der kommunistischen Freiheitsideologie.

Der Antikommunismus will die demokratische Diskussion über den Sozialismus bzw. den Kommunismus überhaupt verhindern. Mit Kommunistinnen und Kommunisten soll nicht diskutiert, sie sollen vielmehr stigmatisiert, diffamiert und ausgegrenzt werden. Und das in einem Land, das sich selbst als „Musterdemokratie“ bezeichnet. Als Demokratinnen und Demokraten – als sozialkritische Menschen – verteidigen wir die Freiheit und das Recht, über den Sozialismus, sozialistische Experimente, Niederlagen und Erfolge, Vor- und Nachteile sachlich, respektvoll und wissenschaftlich zu diskutieren. Den Kapitalismus zum letzten Wort der Geschichte zu erklären, ist gegen jeden Fortschritt gerichtet. Gerade diesen Fortschritt aber brauchen wir! Wir brauchen einen offen Dialog: Deswegen müssen auch Kommunisten Zugang zu den Massenmedien erhalten.

Wir fordern ein Ende antikommunistischer Zensur!

Die Antikommunisten setzt Kommunisten mit Faschisten auf eine Stufe. Das ist nicht nur historisch und wissenschaftlich nachweislich falsch! Diese Gleichsetzung verharmlost Neofaschisten und unterstützt sie indirekt. In Thüringen wurde im Frühjahr 2020 als Konsequenz genau dieser antikommunistischen Logik ein Ministerpräsident mit den Stimmen der protofaschistischen AfD gewählt („Hauptsache, die Sozialisten sind weg.“, Heiko Maaßen, 5.2.2020, gegenüber „Der Tagesspiegel“). Dass Neofaschisten – Antidemokraten! – demonstrieren dürfen, während in der EU zeitgleich diskutiert wird, kommunistische Symbole zu verbieten, ist kein Ausdruck  demokratischer Kultur, sondern deren Krise. Das Demonstrations- und Koalitionsrecht aller Demokraten – einschließlich der Revolutionäre – zu verteidigen, heißt, unsere eigenen Rechte zu verteidigen.

Kommunisten unterschiedlicher Herkunft werden in unserem Land wieder offen verfolgt und angeklagt – und das meist ohne Tatverdacht. Wir fordern die Einstellung politischer Verfahren gegen Kommunistinnen und Kommunisten wegen ihrer Weltanschauung! Wir fordern das Verbot aller faschistischen Organisationen sowie die strafrechtliche Verfolgung von Volksverhetzung!

Wir folgen dem Beispiel geschichtlicher Bewegungen, in denen Prominente wie Charlie Chaplin, Kirk Douglas, Burt Lancaster, Jane Fonda, Jean Ziegler, Mikis Theodorakis, Berthold Brecht, Pablo Picasso, George Bernard Shaw oder Albert Einstein sich mutig gegen antikommunistische Repressionen betätigten – auch wenn sie selbst keine Kommunisten waren. Deswegen fordern auch wir:

Informier‘ Dich: Gib Antikommunismus keine Chance!

 

Prominente Befürworter und Freunde des Kommunismus – Gegner des Antikommunismus

Jean Ziegler, Vizepräsident des Beratenden Ausschusses des UNO-Menschenrechtsrates: „Ich träume immer noch vom Kommunismus, den es aber noch nie gab. Von jedem nach seinen Fähigkeiten, für jeden nach seinen Bedürfnissen: So sollte die Gesellschaft sein.“

Jane Fonda, US-Schauspielerin und 2-fache Oscar-Preisträgerin: „Ich denke, dass wir vorwärts streben sollten zu einer sozialistischen Gesellschaft, den ganzen Weg zum Kommunismus.“

Mikis Theodorakis, griechischer Musiker, Schriftsteller und Politiker, zur Entschließung gegen den Kommunismus durch den Europarat 2006: „Der Europarat hat beschlossen, die Geschichte … zu verdrehen, indem die Opfer mit den Tätern auf eine Stufe gestellt werden, die Helden mit den Verbrechern, die Befreier mit den Eroberern und die Kommunisten mit den Nazis.“

Thomas Mann, bedeutender deutscher Dichter: „Der Antikommunismus ist die Grundtorheit unserer Epoche“

Albert Einstein, herausragender Physiker des 20sten Jahrhundert: »Ich bin überzeugt, dass es nur einen Weg gibt, dieses Übel loszuwerden, nämlich den, ein sozialistisches Wirtschaftssystem zu etablieren.«

Pablo Picasso, stilbildender spanischer Maler, Graphiker, Bildhauer: »Ich bin ein Kommunist und meine Malerei ist eine kommunistische Malerei.«

George Bernard Shaw, irisch-britischer Dramatiker, Politiker, Literatur-Nobelpreisträger: »Ich habe wiederholt betont, dass die Zivilisation nur auf der Grundlage des Kommunismus möglich ist.«

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    heike
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    Kommunisten sollen ausgerottet werden – sie gefährden die Gesellschaft, angeblich.

    Nazis muss man verteidigen und in Watte packen. Scheinbar schützen sie die Gesellschaft. Da kann man sich wirklich nur fragen: in welcher Gesellschaft leben wir??

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    Regimekritiker_Dracula
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    Kommunismus wird (von wem schon) als Stalinismus propagiert. Wie töricht!
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    Peter Boettel
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    Der Kommunismus ist in seiner Urform (also nicht in den Ländern, die diesen Begriff missbraucht haben und daher von den Antikommunisten falsch interpretiert wird) seit der frühen Menschheitsgeschichte, immer wieder praktiziert worden, ein besonders treffendes Beispiel war das Urchristentum.

    Eine interessante Darstellung findet sich in dem Buch „Allgemeine Geschichte des Sozialismus und der sozialen Kämpfe“ von Max Beer aus dem Jahre 1931, das 1973 neu aufgelegt wurde.

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    heike
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    Das Problem dieser Länder war, dass der Kommunismus gegen die früheren Machthaber kämpfen musste, da er viele Gegner hatte, die ihre Macht nicht freiwillig aufgaben. Der Ziel der Kommunisten war die Machtergreifung, um ihr eigenes Leiden, das Leiden der Arbeiter,  Bauern und Tagelöhner, zu lindern. Die Erschaffer des Reichtums, sollten auch stärker an diesem von ihnen erschaffenen Reichtum teilhaben, die Früchte ihrer Arbeit genießen.

    Die Ausbeutung in unserem Land ist meiner Meinung nach nicht so groß, dass es nötig wäre, gewaltsam eine Revolution zur Umverteilung der materiellen Güter in die Wege zu leiten. Aus diesem Grunde bin ich für Reformen, für gemeinsame Gespräche, für Demokratie.

    Zurück zum Kommunismus: Auch ein kommunistisches Land braucht(e) einen Staatsapparat und Verwaltung. Auch dabei kommt es wieder zu ungleichen Verteilungen und zu Neid. Im Kommunismus hatten Kirchen keine staatlichen Machtbefugnisse mehr. Wer in der DDR in der Kirche blieb, dem lag wirklich etwas am Glauben (oder teilweise auch am Dissidententum), nicht an weltlichen Vergünstigungen, die es dafür nicht gab. Vielleicht hat das die Kirche in gewisser Hinsicht auch gereinigt.

    Der chinesische Kommunismus hat in den 1950er Jahren den buddhistischen Glauben in Tibet fast völlig ausrotten wollen. Fast alle Klöster wurden zerstört, viele Mönche und Nonnen gefoltert und getötet. Das war eine nicht verzeihliche Grausamkeit gegenüber Menschen, die Gewaltlosigkeit auf ihre Fahnen geschrieben haben (Gewaltlosigkeit ist ein Gelübde von Buddhisten). Die ins Exil gegangenen Tibeter versuchten, ihren Glauben und ihre Traditionen zu bewahren und haben sie auch der westlichen Welt zugänglich gemacht. Damit machen sie den westlichen Menschen ein großes Geschenk. Mittlerweile gibt es auch in China wieder mehr buddhistische Klöster (ursprünglich kam der Buddhismus aus Indien zunächst nach China, bevor er sich auch in Tibet verbreitete und sich dort seine besonderen tibetischen Formen ausprägten).

    Wenn man in einen Kampf verwickelt ist oder einen Kampf um die Macht aufgenommen hat, dann hat man zwei Möglichkeiten diesen zu gewinnen: entweder durch eine innere Stärke, die ehemalige Feinde zu Verbündeten macht oder durch Gewalt. Der Dalai Lama, dessen Volk im eigenen Land unterdrückt wird, hat auf die Macht des Herzens gesetzt, um das Wesen seines Glaubens der Welt nahezubringen. Tibet wird auch das Dach der Welt genannt, es ist das höchstgelegene Land der Erde. Über Jahrhunderte war es vom Rest der Welt abgeschnitten, so dass sich eine ganz eigenständige Kultur entwickelte.

    Dieses Dilemma bestimmt bis heute die Menschheitsgeschichte. Lassen sich repressive Systeme durch Gewalt in humane Systeme ändern? Sind Systeme immer gegen viele repressiv oder nur gegen eine geringe Anzahl von Menschen? Ändern sich Systeme, indem sich die Menschen darin ändern?

     

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