Griechische Regierung will Verfünffachung des Rüstungsetats

 in FEATURED, GRIECHENLAND, Holdger Platta, Über diese Seite

Ist es das, was Griechenland jetzt am nötigsten braucht?

Wir fordern erneut eine Humanisierung der griechischen Politik. 246. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ Was hätte Griechenland in diesem furchtbaren Jahr am nötigsten? Geld? Schuldenerlass? Mitgefühl? Ein mindestmaß an sozialem Gewissen seitens der Mächtigen? Die griechische Regierung setzt andere Prioritäten. Sie will ihren Rüstungsetat im kommenden Jahr verfünffachen. Ja, Ihr habt richtig gelesen. Dies wäre schon in einem weniger armen Land ein Riesenskandal. Dafür gibt es sehr Positives über die Finanzlage unserer GriechInnenhilfe zu berichten. Holdger Platta (Vorspann von Roland Rottenfußer)

Liebe HdS-Leserinnen und liebe HdS-Leser,

ja, ich kann dieses Mal, was unsere GriechInnenhilfe betrifft, mit noch erfreulicheren Nachrichten aufwarten als das letzte Mal!

Ihr wisst ja: nicht ohne Bedenken – und Ängsten sogar – hatte ich vor vierzehn Tagen einen Spendenaufruf veröffentlicht, der unsere Finanzprobleme – allersamt leider sehr real – ohne den Versuch der Abmilderung bekanntgegeben hatte. Und um es vorauszuschicken: wirklich und zur Gänze sind wir immer noch nicht aus unseren Schwierigkeiten heraus. Aber mein klarer Bericht – ich denke: es war so! – hat keinerlei Ablehnung bei Euch hervorgerufen, keine Gefühle des moralischen Genötigseins oder dergleichen. Sie wären durchaus verständlich gewesen, ich betone das ohne Einschränkung auch von meiner Seite aus nochmal.

Aber Eure Reaktion war bereits in der Vorwoche sehr positiv gewesen – siehe meine Angaben aus dem letzten Spendenbericht! Es hatte fast eine Verdopplung der Hilfsgelder für uns gegeben, von vorher 180,- Euro (2 SpenderInnen) auf bereits 355,-  Euro (7 UnterstützerInnen) in den sieben Tagen vor einer Woche!

Nunmehr aber gab es nochmals eine sehr, sehr deutliche Steigerung, und wir OrganisatorInnen der GriechInnenhilfe sind allen HelferInnen sehr dankbar dafür: sage und schreibe 1.220,- Euro gingen während der letzten Woche auf unserem Unterstützungskonto für die notleidenden Griechinnen und Griechen ein, überwiesen von 5 SpenderInnen an uns! Nun gab es zwar ein ein kleines Minus zu tilgen, auch Organisationskosten, unvermeidbare, waren in der Zwischenzeit angefallen, aber immerhin verfügen wir jetzt wieder über einen Betrag von 1.033,41 Euro auf dem Spendenkonto für unsere Hilfsaktion. Und nebenbei: auch das Spendenkonto für HdS – immerhin einzige Werbeträgerin seit langem für unsere GriechInnenhilfe – durfte einen Neuzugang von fast 800,- Euro registrieren, überwiesen von 19 SpenderInnen an uns. Unsere allmählich dort auftretenden Nöte scheinen also ebenfalls erst mal wieder abgewendet zu sein.

Kurz also, und um so herzlicher formuliert (vielleicht mit einem etwas verkehrten Akzent versehen): Ihr habt beide Projekte – HdS wie die GriechInnenhilfe – nicht im Stich gelassen! Mit beiden Projekten kann es weitergehen! Und mein Appell vom letzten Mal, vielleicht eine Verstetigung der Spendenhilfe für beide Projekte sicherzustellen, hat zumindest während der letzten beiden Wochen viele LeserInnen unserer Website erreicht. Nochmal: wir sind ganz außerordentlich dankbar dafür und hoffen sehr, dass dieser gute Trend auch in den nächsten Wochen anhält!

Besonders bewegt hat mich übrigens ein Schreiben, das ich am vergangenen Donnerstag erhielt: keine Privatperson,  nein, eine Firma (die um Anonymität gebeten hat) aus dem süddeutschen Raum hat mit 1.000,- Euro zu dem sehr guten Spendenergebnis der letzten Woche beigetragen. Und bewegt hat mich nicht nur der Spendenbetrag, sondern vor allem das Schreiben selbst, das wir zu dieser Spende erhalten haben. Es zeigt sehr deutlich, dass es auch „draußen im Lande“ ein tiefreichendes Verständnis für unsere Menschenhilfe gibt. Ohne Angabe des Absenders also an dieser Stelle das betreffende Zitat aus dem Brief, den uns die Vertreterin dieser Firma zu ihrer Spende geschrieben hat:

„Mit sehr herzlichem Dank für das ausführliche Berichten über die Geschehnisse und die Not der Menschen in Griechenland! Diese Form der lesbaren Transparenz und der spürbare Kontakt mit den Menschen vor Ort stellt eine sehr direkte, berührende (auch schmerzhafte) Verbundenheit her.

Sehr herzlichen Dank für Ihr wertvolles Engagement!“

Gestattet mir noch zwei Anmerkungen dazu:

Briefe wie dieser, der ganz sicher auch das Empfinden undDenken so mancher anderer unter Euch formuliert, zeigt sehr deutlich, dass wir alle – Ihr HdS-Leserinnen und HdS-Leser sowie wir OrganisatorInnen der GriechInnenhilfe – nicht alleine stehen mit unserem Wunsch, zumindest ein wenig beizutragen zur Humanisierung der Welt! Manchmal befällt uns alle ja fast so etwas wie Resignation – nicht zuletzt manche Kommentare auf unserer Website zu den verschiedensten Artikeln zeigen das! –, ein Gefühl auch des Alleinseins oder der Vergeblichkeit. Briefe wie der zitierte mildern zumindest die Verzweiflung, die einen hin und wieder zu überwältigen droht.

Und Anmerkung Nummer zwei: ja, ganz gewiss ist richtig, dass zur Besonderheit unserer GriechInnenhilfe zählen mag (es gibt aber auch noch andere Aktionen, für die das zutrifft!), dass wir – dank unserer Griechenlandreisenden Evi und Tassos Chatzatoglou sowie Uschi und Kalle Apel – in vielen Fällen die Menschen auch persönlich kennen, zumindest aber unsere Mithelfer und Kooperationspartnerinnen vor Ort (es sind großartige Menschen darunter!), die unsere Hilfe benötigen! Zugegeben: derzeit ist solch direkter Kontakt verboten – verboten auch uns. Alle, die während dieser Wochen nach Griechenland fahren wollen (egal, aus welchem Grund), haben sich – zumindest bis zum Anreisetermin 7. Januar 2021 – erst mal für zehn Tage in Quarantäne zu begeben im Gastland – der Corona-Probleme wegen bzw. wegen der Regierungsmaßnahmen gegen die Corona-Probleme in Griechenland.

Aber wir verfügen über Möglichkeiten und Kontakte genug, um Hilfsgelder auch ohne direkte Reise nach Griechenland an die Notleidenden gelangen zu lassen! Reisepause ist nicht Hilfsunterbrechung! Bitte unterschätzt da unsere Möglichkeiten nicht! Ob sie Laura heißen oder Panagiota K. (mit deren drei Töchtern), ob es sich um die Kinder Andreas und Dionysis handelt oder um Alexander S. aus Athen – um nur einige zu nennen –, zum Glück erreichen unsere Hilfen – soweit sie uns finanziell möglich sind – die Betroffenen auch jetzt!

Natürlich, an dieser Stelle wäre mit Sicherheit angesagt, erneut auf verheerende Probleme der offiziellen Politik in Griechenland einzugehen. Eine der skandalösesten Nachrichten dazu erreichte mich ausgerechnet heute, an meinem Berichtstag: die griechische Regierung will im kommenden Jahr ihre Ausgaben für Rüstungsausgaben verfünffachen! Begründet hat das „Neudemokrat“ Kyriakos Mitsotakis, der Ministerpräsident, mit der „angespannten Lage im östlichen Mittelmeer“, so die heutige HNA (= „Hessisch-Niedersächsische Allgemeine“) in ihrer Regionalausgabe bei uns. Gemeint sind „natürlich“ die Konflikte mit der Türkei.

Was von uns wieder und wieder, seit vielen Jahren schon, gefordert wird, ein Sozialhilfeplan in Griechenland (der auch seinen Namen verdient!) und Wiederherstellung des völlig kaputten Gesundheitssystems in Griechenland, das beides muss also wieder warten bzw. gilt als Aufgabenbereich, der „getrost“ weiter vernachlässigt bleiben darf. Zahlreiche humane Aufgaben könnten an dieser Stelle hinzugefügt werden – die Flüchtlingspolitik in Griechenland, die Wohnungspolitik dort, um nur zwei weitere Notbereiche zu nennen. Aber was kann man von einer ultrakonservativen Regierung anderes erwarten? Vorbereitung auf Kriegsscharmützel scheint den Regierenden wichtiger zu sein als grundlegende Menschenhilfe im eigenen Land, Sieg an einer Außenfront mit Waffengewalt wichtiger als Beseitigung der Not beim Nachbarn gleich nebenan!

Wir jedenfalls werden unsere Hilfsaufgabe auch in Zukunft so auffassen, dass wir nach wie vor auch über diese Elendsursachen in Griechenland berichten, nicht nur über unsere Aktionen gegen das Elend in Griechenland! Echte „Caritas“, um das einmal deutlich zu sagen, kämpft selbstverständlich ganz direkt gegen die Nöte der Menschen an. Aber sie kämpft auch an gegen die politischen Ursachen, die für diese Nöte verantwortlich sind! Und uns freut, dass es – soll ich sagen; sogar? – Firmen gibt, Firmen zumindest bei uns, Firmen zumindest in kleiner Zahl, die das genauso einschätzen wie wir! Auch dafür Dank an unsere Spender aus Süddeutschland!

Ganz bestimmt werde ich auch in der nächsten Woche nochmal über unsere GriechInnenhilfe berichten, unmittelbar vor dem Weihnachtsfest also! Ich würde mich mit meinen TeamkollegInnen riesig freuen, nochmals über ein sehr gutes Spendenergebnis berichten zu können. Womit ich auch schon bei meinem abschließenden Aufruf bin:

Wer uns Gelder für unsere Hilfe für Menschen in Griechenland zukommen lassen will, der überweise uns diese bitte unter dem Stichwort „GriechInnenhilfe“  auf das Konto:

 

Inhaber: IHW

IBAN: DE16 2605 0001 0056 0154 49

BIC: NOLADE21GOE

 

Wer eine Spendenbescheinigung benötigt – ab 201,- Euro erforderlich –, wende sich bitte an unseren Kassenwart Henry Royeck, entweder unter der Postanschrift Sültebecksbreite 14, 37075 Göttingen, oder unter der Mailadresse henryroyeck@web.de.

Mit herzlichen Grüßen und allen meinen guten Wünschen

Euer Holdger Platta

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    Piranha
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    Griechenland wurde zu Beginn der Finanzkrise gezwungen, Rüstungsgüter zu kaufen, die sie samt und sonders nicht wollten und nicht brauchten.

    Und auch für heute gilt, wie auch der Erzpriester André Sekojew feststellt, dass Griechenland finanziell unter Besatzungsmacht steht. Der „Lockdown“ extrem brutal, sehr tragisch; dort haben sich die Menschen – anders als 50% der russischen Bevölkerung – nicht getraut in die Kirchen reinzugehen, weil massiv mit Polizei umstellt. Dort gibt es derzeit nur einzelne Stimmen von Bischöfen, die auch sehr präsent im Internet auftauchen.

    Vergl.: 32. Sitzung der Stiftung Corona-Ausschuss ab ca. 59. Min.

    https://corona-ausschuss.de/sitzungen/

    Wie erfreulich aber Deine Meldungen zum Spendenanstieg zusammen mit den liebenswerten Worten der Großspenderin 🙂

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      Peter+Boettel
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      Leider wird auch bei uns der Kriegsetat durch Drohnengrete, Merkel sowie auch Maas und etliche andere Lobbymarionetten in Regierung und Parlament nach oben getrieben, obwohl das Geld für dringende andere Projekte benötigt wird. Ausgerechnet vor dem „Fest des Friedens“, nach dem die Drohnenbewaffung wenigstens aufgeschoben werden konnte (und hoffentlich beendet wird), macht sich der Darsteller im Außenministerium wieder für die Drohnen stark. Er sollte sich doch gleich in „Mars“, wie der römische Kriegsgott hieß, umbenennen lassen.

      Dir Piranha, sowie Holdger, Roland und den Mit-Kommentatoren frohe Feiertage und ein vor allem gesundes Neues Jahr

      Peter

      P.S. Natürlich werde ich auch künftig weiterhin für die GriechInnenhilfe spenden.

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