Hannes Wader: In diesen Nächten

 In MUSIKVIDEO/PODCAST

Nein, ich habe mich nicht im Künstler geirrt. Hannes Waders interpretierte würdig den Dekadenz-Klassiker des frühen Wecker aus der Epoche des „Willy“. Surreal und morbid, dabei indirekt gesellschaftkritisch: „Ein Volk in Agonie“ – sieh an, damals schon!
[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=DRYpfeuphWQ[/youtube]

Kommentare
  • Manfred
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    Die andere Möglichkeit (Erich Kästner)

    Wenn wir den Krieg gewonnen hätten,
    mit Wogenprall und Sturmgebraus,
    dann wäre Deutschland nicht zu retten
    und gliche einem Irrenhaus

    Man würde uns nach Noten zähmen
    wie einen wilden Völkerstamm.
    Wir sprängen, wenn Sergeanten kämen,
    vom Trottoir und stünden stramm.

    Wenn wir den Krieg gewonnen hätten,
    dann wären wir ein stolzer Staat.
    Und preßten noch in unsern Betten
    die Hände an die Hosennaht.

    Die Frauen müßten Kinder werfen,
    Ein Kind im Jahre. Oder Haft.
    Der Staat braucht Kinder als Konserven.
    Und Blut schmeckt ihm wie Himbeersaft.

    Wenn wir den Krieg gewonnen hätten,
    dann wär der Himmel national.
    Die Pfarrer trügen Epauletten.
    Und Gott wär deutscher General.

    Die Grenze wär ein Schützengraben.
    Der Mond wär ein Gefreitenknopf.
    Wir würden einen Kaiser haben
    und einen Helm statt einem Kopf.

    Wenn wir den Krieg gewonnen hätten,
    dann wäre jedermann Soldat.
    Ein Volk der Laffen und Lafetten!
    Und ringsherum wär Stacheldraht!

    Dann würde auf Befehl geboren.
    Weil Menschen ziemlich billig sind.
    Und weil man mit Kanonenrohren
    allein die Kriege nicht gewinnt.

    Dann läge die Vernunft in Ketten.
    Und stünde stündlich vor Gericht.
    Und Kriege gäb’s wie Operetten.
    Wenn wir den Krieg gewonnen hätten –
    zum Glück gewannen wir ihn nicht!

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