Helfen wir den Menschen in Griechenland! – 10. Zwischenbericht

 in Holdger Platta, Über diese Seite

GriechenlandhilfeLogoWenn man so will, „feiert“ unsere Hilfsaktion heute ihr erstes kleines „Jubiläum“: Seit gut zehn Wochen sammeln wir nun Spendengelder für erschreckend verarmte Menschen sowie soziale und medizinische Einrichtungen in Griechenland, seit gut zehn Wochen berichten wir Euch an jedem Freitag über den Spendenstand. Freilich versteht sich von selbst, daß es keinen Grund zum Feiern gibt, solange die Not und Notursachen für Millionen von hilfsbedürftigen Menschen fortbestehen und solange die elenderzeugende Politik der Euro-Staaten gegenüber Griechenland fortgesetzt wird. (Holdger Platta)

Wie ich bereits in einem früheren Bericht einmal schrieb: nein, solange diese Feststellung nach wie vor Gültigkeit hat, wird sich keiner von uns besoffen freuen. Und ich bin sicher: das trifft auch auf alle Spenderinnen und Spender zu.

Dennoch sei heute wieder einmal am Anfang des Berichtes der neueste Spendenstand mitgeteilt. Er zeigt uns, daß die Hilfsbereitschaft nicht abreißt. Und er zeigt auch, daß wir – bis auf weiteres – all den Menschen und Institutionen, denen wir bereits geholfen haben, auch weiterhin werden helfen können. Mit einem Wort: wenn sich dieses nicht ändert, wird die Kontinuität unserer Hilfe gesichert sein.

Am letzten Freitag konnten wir einen Spendenstand von 65.477,- Euro vermelden, mit einem Plus von 860,- Euro gegenüber der Vorwoche, außerdem die Anzahl von 471 SpenderInnen (Plus gegenüber der Vorwoche 6). Nunmehr ist in beiderlei Hinsicht eine Verbesserung bei diesen Anstiegsziffern festzustellen: am gestrigen Donnerstag war der Spendenbetrag angewachsen auf 66.564,50 Euro – das entspricht einem Plus von 1.087,50 Euro -, und die Anzahl der SpenderInnen ist angewachsen auf 480 – das bedeutet ein Mehr von 9 Personen gegenüber dem Stand vor einer Woche. Eure Hilfsbereitschaft ist demzufolge ungebrochen (und erst ab Mitte Oktober – ich erinnere nochmal daran – geht es los mit der Konzerttournee von Konstantin Wecker, auf der bei jeder Veranstaltung für unsere Hilfsaktion geworben werden soll). An dieser Stelle deswegen auch, mit dem Aufruf von Konstantin Wecker, unser Werbevideo für „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ (das von nun jede Woche innerhalb unseres Zwischenberichts zu finden sein soll):

[vimeo]https://vimeo.com/137846970[/vimeo]

Und was ist ansonsten in der Zwischenzeit geschehen?

Nun, wir haben das Thema, das ich in der letzten Woche deutlich angesprochen habe, nicht aus den Augen verloren: die Frage nämlich, ob die inhumane, ob die zerstörerische Politik der Euro-Staaten gegenüber Griechenland nicht längst schon vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gehörte, wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Angefragt haben wir deswegen bei einem bundesdeutschen Korrespondenten, der beim „Büro der Vereinten Nationen“ in Genf akkreditiert ist, zuständig unter anderem für Völkerrechtsfragen. Und angefragt haben wir zweitens bei einem bundesdeutschen Politiker der Linkspartei – unter anderem ein Volljurist -, der uns womöglich renommierte Völkerrechtler in Europa nennen kann, die gemeinsam bereit sein könnten, diese Frage präziser zu prüfen und gegebenenfalls Klage einzureichen – wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit – beim Internationalen Strafgerichtshof der Vereinten Nationen in Den Haag. Die Überlegung dabei: eine solche Klage einzureichen durch eine Reihe renommierter Völkerrechtler in Gesamteuropa, das wäre allemal besser, als wenn das Griechenland selber täte. Und besser sicherlich auch, als wenn das irgendwelche – mit Sicherheit linke! – Parteien aus Europa täten.

Ich werde Euch über den Fortgang dieser Dinge auf dem Laufenden halten. Versprochen ist jedenfalls: auch an dieser „Front“ – jawohl, es ist eine! – lassen wir nicht locker (und an der politischen „Front“ auch nicht, doch dazu im nächsten Zwischenbericht mehr).

Was den Aktionsstand unserer Hilfen betrifft, so habe ich Euch umfassend und vollständig darüber in den vorangegangenen Zwischenberichten informiert. Heute nur noch ein paar Informationen zu neuen, zu weiteren „Fällen“, wo wir helfen wollen und zum Glück – Dank Eurer anhaltenden Spendenbereitschaft! – auch helfen können:

• Zum einen gedenken wir, ab sofort auch ein notleidendes Altenheim in Gythion fortlaufend und bis auf weiteres zu unterstützen. Den genauen Bedarf eruiert unser Helfer Karl-Heinz Apel noch, auch weitere Angaben zu dieser Einrichtung (= Anzahl der BewohnerInnen, Anzahl des Personals und so weiter). Gythion liegt in der Südpeloponnes.
• Auf der Insel Andros wollen wir einer verarmten Familie die Anschaffung einer neuen Waschmaschine ermöglichen (nebenbei: Geldengpässe solcher Art erinnern zu Recht an die Situation der verelendeten Hartz-IV-BezieherInnen und ArmutsrentnerInnen in unserem Land!). Kostenpunkt vermutlich 600,- Euro.
• Auch hat sich herausgestellt, daß die Familie Martinou I. noch weiteres Geld benötigt, für neue Bekleidung der vier Kinder; wir haben das erstmal mit 500,- Euro veranschlagt.
• Schließlich ist bei Ionnis H. aller Voraussicht nach Kostenübernahme bei seiner nächsten Stromrechnung erforderlich; da erfahren wir den fraglichen Geldbetrag noch, und ich teile ihn Euch in einem meiner nächsten Zwischenberichte mit.

Diese weitere Auflistung von Notsituationen zeigt (wie alle früher schon dargestellten Fälle): stets geht es um Basisversorgung der Menschen, stets um Finanzierung von Grundbedürfnissen, deren Gewährleistung nach deutschem wie internationalem Recht der Absicherung eines menschenwürdigen Existenzminimums dient. Gerne kann man das gegebenenfalls nachlesen im Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 9. Februar 2010, dem sogenannten „Hartz-IV-Urteil“, unter der sogenannten „Randnummer“ (= Absatz) 135. Und hier schließt sich für mich auch heute der Kreis: eben dieses, die Zerstörung eines menschenwürdigen Lebens durch „Politik“, die Vernichtung der Lebensgrundlagen für Millionen von Menschen durch eine zutiefst inhumane und volkswirtschaftlich irrsinnige Erpresserpolitik seitens der Euro-Staaten gegenüber Griechenland ist Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Eine solche Politik fügt, wie ich im letzten Zwischenbericht aus Artikel 7 des „Römischen Statuts“ zitiert habe, der diesen Straftatbestand definiert, den betroffenen Menschen „vorsätzlich großes Leid oder schwere körperliche oder mentale Verletzungen“ zu! Man könnte es auch erheblich kürzer formulieren und erheblich einfacher auch: eine solche Politik macht Menschen kaputt! – Wie gesagt: wir nehmen den Kampf für die Menschen in Griechenland auf, auch an dieser „Front“!

Das Übliche zum Schluß? Das Übliche zum Schluß: die Bankdaten für alle, die erstmals oder weiter spenden wollen (bitte Angabe zum Spendenzweck, das Stichwort „GriechInnenhilfe“, nicht vergessen!):

Inhaber: IHW
IBAN: DE16 2605 0001 0056 0154 49
BIC: NOLADE21GOE

Mit dankbaren und herzlichen Grüßen, namens des gesamten HelferInnenteams,
Euer Holdger Platta

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