Helfen wir den Menschen in Griechenland! – 14. Zwischenbericht

 In Holdger Platta, Über diese Seite

GriechenlandhilfeLogo-300x194Holdge Platta is back. Und auch die Spendenfreude unserer Leserinnen und Leser feierte in dieser Woche zum Glück ein Comeback. Das ist zunächst die wichtigste und erfreulichste Nachricht. Zum anderen würdigt Holdger in diesem Artikel vor allem den Beitrag der drei wichtigsten HelferInnen, die nicht nur viel Zeit und Energie, sondern auch eigenes Geld für die noch immer dringend notwendige Hilfsaktion beigesteuert haben. Er berichtet außerdem vom Berliner HelferInnen-Treffen am 17. und 18. Oktober, an dem er teilgenommen selbst hatte – um den Preis, dass er sich hauptstädtische Bakterien einfing.

Liebe HdS-Leserinnen, liebe HdS-Leser,

zunächst bedanke ich mich sehr dafür, daß Euch Roland Rottenfußer während der letzten Wochen über den Fortgang unserer Hilfsaktion berichtet hat. Vor zwei Wochen steckte ich ja mitten in den Vorbereitungen zur Berliner HelferInnenkonferenz für Griechenland, und in der letzten Woche mußte ich passen, da ich mir aus der bundesdeutschen Hauptstadt eine nette bakterielle Infektion mit nach Hause gebracht hatte. Es gibt auch schöneres Reisegepäck!

Ganz offenkundig hat vor allem der letzte, der 13. Zwischenbericht von Roland unserer Hilfsaktion sehr gut getan. War in den beiden Vorwochen leider ein drastischer Spendenschwund zu verzeichnen gewesen (in der Vor-Vorwoche nur noch knapp 300,- Euro Neuzugang, in der Vorwoche lediglich noch 20,- Euro), so gab’s in den vergangenen acht Tagen wieder einen deutlichen Anstieg. Ich führe das unter anderem auf den glänzenden Bericht von Roland in der letzten Woche zurück, in dem er auf eindrucksvolle Weise die Probleme dargestellt hat, vor denen eine Aktion wie die unsere in diesen Wochen steht: nämlich objektiv – also: unfreiwillig genug! – in eine „Konkurrenz“-Situation geraten zu sein mit der Erforderlichkeit, nun auch den Kriegs- und Hungerflüchtlingen helfen zu müssen, die zu uns nach Deutschland kommen. Sensibel und differenziert hat Roland Rottenfußer dargestellt, daß uns auch diese Doppelnot kein Entweder-Oder aufzwingen darf. Die einen wie die anderen benötigen unsere Hilfe: nach wie vor die notleidenden Menschen in Griechenland, in immer stärkerem Maße aber auch die Immigranten. Viele von uns sind fähig (geblieben) zur Hilfe in beiderlei Richtung. Ich hoffe, das bleibt auch so. Mögen die furchtbaren Probleme der verelendeten Menschen in Griechenland auch zeitweilig aus unseren Köpfen verschwunden gewesen sein, aus der Realität verschwunden waren und sind sie nicht. Und damit, wie schon gewohnt, zuallererst die neuesten Zahlen zu unserer Spendenaktion:

Ich glaube, den letzten „Pegelstand“ bei der Spendensumme hatten wir Euch im zehnten Zwischenbericht mitgeteilt: da betrug die gespendete Summe 66.564,50 Euro, eine Woche später (der Betrag war ungenannt geblieben) dann 69.465,20 Euro. Nunmehr, am heutigen Donnerstag, den 29. Oktober, da dieser Bericht geschrieben wird, haben wir ein Spendenvolumen von 71.025,60 Euro erreicht – das entspricht einem Zuwachs gegenüber der Vorwoche von 1.232,50 Euro, und die Anzahl der SpenderInnen beläuft sich mittlerweile auf 535 Personen (Anstieg gegenüber der Vorwoche: 9 neue SpenderInnen). Wobei ich an dieser Stelle an einen wichtigen Umstand erinnern möchte, der nicht in Vergessenheit geraten darf:

Karl-Heinz Apel – unser Außenhelfer, der sich viele Wochen in Griechenland aufhielt (und erst seit einigen Tagen wieder in Deutschland ist) – hat aus eigener Tasche ebenfalls viele Tausende Euro in unsere Hilfsaktion gesteckt. Addiert man das mit den Fracht- und Reisekosten, die von ihm beizusteuern waren (auch dieses alles von ihm selber bezahlt!), so dürfte das tatsächliche Spendenvolumen insgesamt bei mindestens 85.000,- Euro liegen!

Und da auch unsere beiden anderen AußenhelferInnen – Evelyn und Tassos Chatzatoglou – ebenfalls ihre gesamten Reisekosten nach und in Griechenland selber aufgebracht haben und da auch diese beiden HelferInnen vieles zusätzliche Hilfsmaterial selber akquiriert (und zum Teil auch selber bezahlt) haben, bewegen wir uns mit unserer Hilfsaktion mittlerweile in der Nähe eines Spendenbetrages von rund 100.000,- Euro. Mein heutiger Dank an die Spenderinnen und Spender gilt demzufolge allen: den 535 Mitmachern, die auf unser Hilfskonto eingezahlt haben, aber auch Karl-Heinz Apel mit seiner Frau Ursula sowie Evelyn und Tassos Chatzatoglou!

Laßt mich heute zum Abschluß noch ein paar Informationen geben zum Treffen der GriechenlandhelferInnen am 17. und 18. Oktober in Berlin! Da ich immer noch nicht ganz auf dem Damm bin, mögen heute einige Stichworte genügen:

• Organisiert wurde dieses Treffen von „FaktencheckHellas“ und der Zeitschrift „Lunapark 21“.
• Die Tagung fand statt im mittlerweile legendär gewordenen „Haus der Demokratie und Menschenrechte“ in der Greifswalder Straße zu Berlin, am sogenannten „Prenzlauer Berg“.
• An der Veranstaltung nahmen am ersten Tag, dem Samstag, um die 80 Besucherinnen und Besucher teil; am zweiten Tag ging die Anzahl der TeilnehmerInnen auf etwa 50, am Nachmittag auf ca. 30 Aktive zurück.
• Eine große Rolle bei diesem Treffen spielte naturgemäß die politische und humanitäre Situation in Griechenland, immer wieder aber auch die Debatte über die Politik der Syriza.
• Wurde die reale ökonomische, soziale und humanitäre Lage in Griechenland nahezu einhellig als verzweifelt, katastrophal, menschenunwürdig kritisiert, blieb die Rolle der Syriza bis zuletzt umstritten: zu viel Anpassung an die Euro-Staaten oder verzweifelter Ausdruck des Fehlens einer jeglichen Möglichkeit zum Widerstand? – Darüber konnte keine Einmütigkeit hergestellt werden.
• Konkrete Hilfsprojekte vorstellen konnten bei dieser Konferenz nur eine Nadja Akovicz (hier phonetisch wiedergegeben; tatsächliche Schreibweise des Nachnamens kann anders aussehen) und ich: Nadja Akovicz berichtete über das Engagement der „demokratischen Ärzte und Ärztinnen in Griechenland“, mit Schwerpunkt ihrer Aktivitäten wohl vor allem in Athen. Ich trug in groben Zügen unser Hilfsprojekt vor.
• Meine Anregung, daß Griechenland mit dem Vorschlag eines gut durchgerechneten „Sozialpaktes“ an die EU- oder Euro-Staaten herantreten solle („Ihr Europäer gebt uns Geld für die Wiederherstellung humanitärer Verhältnisse für alle Menschen in Griechenland – wir Griechen bieten Euch im Gegenzug eine Wiedergenesung der griechischen Wirtschaft an“), blieb nahezu undiskutiert. Etwas mehr Echo gab es – vor allem außerhalb der Plenumsdiskussionen – auf meinen Vorschlag, daß ein Bündnis europäischer Menschen- und Völkerrechtler Klage beim Internationalen Strafgerichtshof der UNO in Den Haag wegen „Verbrechens gegen die Menschlichkeit“ einreichen solte (über den Fortgang dieses Projekts wird demnächst mit größerer Ausführlichkeit zu berichten sein).
• Irgendeine Abschlußerklärung zu unserem Treffen gab es nicht.

Mein – durchaus subjektives! – Fazit: enorm viele ernsthaft engagierte Menschen waren zusammengekommen, es war sehr viel anstrengende Vorarbeit geleistet worden von den OrganisatorInnen, es gab viele wertvolle Kontaktaufnahmen außerhalb des offiziellen Kongreßgeschehens (nicht zuletzt Dank unserer HdS-Leserin Margit Geilenbrügge, die an dieser Tagung ebenfalls teilnahm!), viele wichtige Einzelinformationen auch – doch insgesamt blieben manche Wünsche doch eher unbefriedigt. Was insgesamt eher an den TeilnehmerInnen lag, so mein höchstpersönlicher Eindruck, nicht aber an den OrganisatorInnen. Im übrigen gilt hier wie auch sonst: hinterher, da ist man immer schlauer! Und ein „Konsument“ – wie ich – weiß es natürlich allemal besser als die eigentlichen Akteure. Trotz alledem: Fortsetzung erwünscht (bei der man dann mit Sicherheit so manches besser machen kann)!

Bleibt mir, liebe HdS-Leserinnen und HdS-Leser, für heute nur die obligate Schlussbemerkung: bitte spendet weiter, bitte tragt weiter zur Verbreitung unseres Spendenaufrufs bei, denn die nächsten Hilfsreisen unserer Griechenlandfahrer sind bereits geplant (für Anfang des nächsten Jahres schon), unsere Hilfe geht weiter, und weitere Notfälle haben wir auch bereits in unsere Planungen aufgenommen.

Unsere Bankverbindung (bitte bei Spende mit dem Kennwort „GriechInnenhilfe“ versehen!):

Inhaber: IHW
IBAN: DE16 2605 0001 0056 0154 49
BIC: NOLADE21GOE

Mit herzlichen Grüßen
Euer Holdger Platta

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