Helfen wir den Menschen in Griechenland! – 19. Zwischenbericht

 in Holdger Platta, Über diese Seite

GriechenlandhilfeLogo-300x194Obwohl unsere Leserinnen und Leser sicher gerade in der Vorweihnachtszeit von (legitimen) Bitten um Spenden anderer Organisationen bombardiert werden, haben sie in der vergangenen Woche wieder reichlich für unsere Griechenlandaktion gespendet. Grund genug für Holdger, erst einmal ein großes Lob und einen Dank auszusprechen. Er berichtet außerdem diesmal wieder von Einzelfällen hilfbedürftiger Menschen in Griechenland. Immer wieder ist es erschütternd, vom völligen Versagen der öffentlichen Systeme zu erfahren. Schuld daran sind nicht die Mitarbeiter/innen im medizinischen Betrieb, die oft verzweifelt und ohne sichere Bezahlung weiterarbeiten; schuld sind zum großen Teil die Politik der EU-Staaten und die Unbarmherzigkeit der „Geldgeber“, die in Wahrheit doch meist große Geldnehmer auf Kosten der Arbeitenden sind. Nebenbei möchten wir hier auf einen Artikel aufmerksam machen, der das aktuelle politische Geschehen in Griechenland beleuchtet: http://www.jungewelt.de/2015/12-04/001.php

Liebe HdS-Leserinnen, liebe HdS-Leser,

ich platze heute einmal mit der guten Nachricht gleich ins Haus: nachdem in der vorvergangenen Woche erstmalig nur eine einzige Spende eingegangen war – in der Höhe von 50,- Euro -, stieg in den letzten sieben Tagen das Spendenaufkommen wieder ganz erheblich an. 37 weitere Unterstützungsbeträge landeten auf unserem Konto, in der Gesamthöhe von 1.719,50 Euro. Davon, es sei hier extra erwähnt, für die Operation von Katerina K., deren verzweifelte Situation ich Euch in meinem letzten Bericht ausführlicher geschildert hatte, 415,- Euro – was ich, sicherlich im Einverständnis mit Euch, als erste Anzahlung betrachten möchte, als erstes Signal, daß wir auch für diesen ganz besonderen Fall, gleichsam in der Gestalt einer Sonderaktion, um Spenden bitten dürfen. Wir alle danken Euch dafür!

Bei dieser Gelegenheit zwei, drei Korrekturen:

Ein Zahlenabgleich mit Peter Latuska, unserem Kassenwart und wahrhaft sorgfältigem Spendenverwalter, hat ergeben, daß die Anzahl der Spenden bzw. SpenderInnen – da einige bereits mehrfach gespendet haben bzw. uns seit einiger Zeit per Dauerauftrag unterstützen, keine identischen Zahlen! – sich damit auf insgesamt 613 erhöht hat, der Spendeneingang auf insgesamt 74.579,10 Euro und der Betrag, der inzwischen für unsere vielen verschiedenen Hilfsaktionen ausgegeben worden ist, auf 39.438,88 Euro. Heißt: für die Weiterversorgung zahlreicher HilfeempfängerInnen wie auch Aufnahme weiterer Menschen, die Hilfe benötigen, in unseren Versorgtenkreis stehen noch 35.140,22 Euro zur Verfügung (zu den „Neufällen“ gleich anschließend noch einige Erläuterungen).

Korrekturen – in diesem Falle muß man sagen: leider! – haben jedoch auch die weiteren Recherchen von unserem Fachmann für solche Fragen, dem Apotheker Karl-Heinz Apel aus Rosche, ergeben: Zwar wird Katerina K., wenn sie in London operiert werden sollte, mit ihren Eltern voraussichtlich bei Verwandten von Karl-Heinz Apel logieren können – das gilt natürlich nur für die Zeitabschnitte, die nicht alle drei im Krankenhaus verbringen müssen -, doch es scheint sich abzuzeichnen, daß auch in London die drei OP’s erheblich mehr kosten werden als noch im letzten Bericht von mir beziffert (mit 20.000,- Euro). Vielleicht können wir Euch dazu bereits im nächsten Bericht genauere Beträge nennen!

An dieser Stelle eine Zwischenbemerkung:

Wir Hilfsakteure finden ganz erstaunlich, daß von dieser Website www.hinter-den-schlagzeilen.de so viel Hilfsbereitschaft ausgelöst worden ist. Natürlich haben zig Personen im Leser- und Aktivistenumfeld auch ihrerseits Werbung für diese Hilfsaktion betrieben – und betreiben sie auch weiterhin. Doch Hauptträgerin unserer Werbeanstrengungen ist doch seit längerer Zeit vor allem HdS. Das spricht wahrlich für unsere Leserschaft, für Euch, so finde ich! Und diese Tatsache erfüllt uns Akteure mit großer Dankbarkeit – gerade auch Euch gegenüber! Es zeigt – und darüber freuen wir uns riesig! -, daß gerade um HdS Menschen versammelt sind, für die – wissentlich oder nicht, bewusst oder unbewußt – dieser wunderbare Zweizeiler von Erich Kästner Gültigkeit besitzt: „Es gibt nichts Gutes /außer man tut es“. Was kann es Besseres geben als diese Maxime, gepaart mit dem gleichzeitig für diese Hilfsaktion typischen Protestakzent gegenüber der Politik von Schäuble und Co.! Danke, einfach Dank dafür! Und wenn wir jetzt auch noch die Besucherinnen und Besucher der Konzerte von Konstantin Wecker hinzuzählen dürfen, sollte uns nicht bange sein um die Beharrlichkeit dieser Aktion!

Und damit zum Bericht von Evelin und Tassos Chatzatoglou über die Hilfsaktionen der letzten zwei Wochen (roundabout). Von meiner Seite aus nur ergänzend dazu:

• Selbstverständlich sind uns alle HilfsempfängerInnen mit vollem Namen bekannt (ich denke, Ihr könnte die Gründe für das Anonymisieren – lediglich die Namenskürzel tauchen auf – auch ohne großes Begründen meinerseits nachvollziehen).
• Selbstverständlich werden wir uns auch der beiden Fälle annehmen, die Evelin und Tassos Chatzatoglou am Schluß ihres Berichtes erwähnen: Sowohl E.P. von der Insel Tinos wird den genannten Betrag erhalten wie auch E.K., damit dieser seine „Stromschulden“ bezahlen kann.
• Tja, und was den vielfach erwähnten Dank einiger HilfeempfängerInnen betrifft: auch das Altersheim Githion hat uns in seinem „Patenbericht“ für den Monat November seinen Dank für die Heizölspende mitgeteilt.

Und damit zu Evelin und Tassos Chatzatoglous Bericht:

„Was wir in den letzten Wochen getan haben:


Armenküche Korydallos/Piräus:

Mit den bei Sklavenitis gekauften Lebensmitteln unterstützen wir einerseits die Sozialküche in Korydallos, die derzeit ca. 180 Personen sowie 500 Familien zu Hause mit Essen versorgt.
Auf der anderen Seite finanzieren wir für 150 Familien Weihnachtspakete, welche aus Grundnahrungsmitteln zusammengesetzt sind. Insgesamt beliefert die Sozialküche in Korydallos 500 Familien.

Soziales Gesundheitszentrum „Alilegion“ (bedeutet Solidarität) in Korydallos/Piräus:
Die Medikamente nach der Bedarfsliste wurden direkt in einer Apotheke in Athen bestellt und warten auf die Auslieferung.

Gesundheitszentrum Andros:

Wir haben des Weiteren bei einer Apotheke in Andros Medikamente, medizinische Gerätschaft wie z.B. ein Kinderpulsoxymeter zur Messung des Sauerstoffgehaltes im Blut, Spritzen etc. gekauft. Die Ware wurde bereits an das Gesundheitszentrum Andros ausgeliefert. Der Vorsitzende des Gesundheitszentrums Andros, Herr Ioannis Piperias, bedankt sich in diesem Zusammenhang sehr herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern und der IHW. Lt. Herrn Piperias ist das griechische Gesundheitsministerium nicht mehr im Stande, die Löhne für Ärzte sowie das sonstige Personal regelmäßig auszuzahlen. Ebenso werden die Gesundheitszentren nicht mehr ausreichend mit medizinischen Materialien und Medikamenten versorgt. Dieser Zustand bezieht sich allerdings auf ganz Griechenland.

Heizöl für die Schule für autistische Kinder in Keratsini/Piräus:
Nachdem die Kinder in den Wintern zuvor in der Schule aufgrund Geldmangels immer gefroren hatten, werden sie es während der folgenden Monate erstmals wieder warm haben. Wir haben Heizöl für die Schule gekauft. Auch hier bedankt sich die Leiterin der Schule, Frau Sofia Kresidou, bei allen SpenderInnen und hat uns alle zu der am 16.12. stattfindenden Weihnachtsfeier eingeladen, damit wir sie persönlich, die LehrerInnen, die SozialbetreuerInnen sowie die Kinder und deren Eltern kennenlernen können. Leider werden wir diese herzliche Einladung, nach Griechenland zu fahren, aber nicht annehmen können.

Von der Insel Tinos wurden uns einige neue Fälle zugetragen:

Herr E.P., 40 Jahre alt, 2 Kinder im Alter von 7-12 Jahren, ist aufgrund eines Arbeitsunfalls, bei dem er sich 4 Sehnen der Hand durchtrennt hatte und die Nerven in Mitleidenschaft gezogen wurden, seit ein paar Wochen arbeitslos. Der Gesundheitszustand der Hand verschlechtert sich zusehends, da auf Tinos keine grundlegende Erstversorgung möglich war. Das Gesundheitszentrum ist, wie auch auf der Nachbarinsel Andros, personell unterbesetzt, und außerdem fehlt es an Notwendigstem, wie z.B. sterilen Tupfern, Antiseptikum etc. Herr E.P. muss deshalb zur Behandlung seiner Hand nach Athen fahren, was für einen Arbeitslosen in seiner Situation eine große finanzielle Belastung darstellt. Wir wollen ihn deshalb einmalig mit € 1.000 unterstützen.

Herr E.K., 31 Jahre alt, 1 Kind, seit 3 Jahren arbeitslos, ohne Zusatzeinkommen, hat seit mehr als 1 Jahr offene Stromrechnungen in der Gesamthöhe von rund 1.700 €, die er nicht mehr zahlen kann. Er läuft deswegen Gefahr, dass ihm der Strom abgedreht wird, was gerade im Winter eine Katastrophe darstellt. Lt. Regierung wird nur bei Stromschulden von unter € 1.000 der Strom nicht abgeschaltet.

Ein Gynäkologe aus Wilhelmshaven hat sich bereit erklärt, gemeinsam mit KollegInnen Medikamente für unsere GriechInnenhilfe zu sammeln. Die Empfänger dieser Medikamente werden in einem der nächsten Berichte bekanntgegeben. Wir wollen uns aber schon jetzt bei ihm und seinen KollegInnen für diesen Beitrag brdanken.

Herzliche Grüße aus Graz,
Evi und Tassos“

Bleibt mir nur noch, die obligaten Schlußhinweise zu geben. Also: was die Bankdaten zu unserer Spendenaktion betrifft (bitte bei Überweisung das Stichwort „GriechInnenhilfe“ nicht vergessen, und wenn Ihr ganz speziell für Katerina spenden wollt, nicht das Kennwort „Katerina K“!) sowie die Anschrift für alle, die eine Spendenbescheinigung benötigen:

Inhaber: IHW
IBAN: DE16 2605 0001 0056 0154 49
BIC: NOLADE21GOE

Spendenbeleg bitte anfordern (mit Angabe Eurer Adresse natürlich und by the way: ab Anfang des kommenden Jahres werden wir die erbetenen Spendenbescheinigungen zustellen können!) direkt bei:

Peter Latuska (IHW), Theodor-Heuss-Straße 14, 37075 Göttingen

Mit herzlichen Grüßen wie immer
Euer Holdger

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