Helfenkönnen zwischen Schmerzen und Trost – Versuch einer Danksagung für sehr viel Mitmenschlichkeit

 In FEATURED, GRIECHENLAND, Holdger Platta, Über diese Seite

141. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ Beharrliche Aktivität, herausragend geschriebene und informative Griechenland-Berichte, eine politische und kulturelle Webseite als Plattform – dies alles ist lobenswert, würde aber allein nicht genügen, um Menschen in Not wirklich nachhaltig zu helfen. Dazu braucht es zusätzlich die ausdauernde Spendenbereitschaft vieler Leserinnen und Leser, der Großspender wie der „kleinen“, deren Wirken doch ebenfalls menschliche Größe besitzt. Dieser Bericht ist deshalb vor allem ihnen gewidmet. Deutlich wird aber auch an einigen bewegenden Beispielen aus Griechenland, dass die Spenden „ankommen“, wo sie am dringendsten benötigt werden.
(Holdger Platta)

Liebe HdS-Leserinnen und liebe HdS-Leser,

zu diesem Monatsbeginn konnten wir auf unserem Hilfskonto erneut ein besonders hohes Sammelergebnis verzeichnen – dank der zahlreichen SpenderInnen unter Euch, die zugunsten der „GriechInnenhilfe“ einen Dauerauftrag auf ihrem Konto eingerichtet haben. 965,- Euro gingen während der letzten sieben Tage bei uns ein, überwiesen von 14 Unterstützerinnen und Unterstützern. In der Woche davor hatten uns lediglich 3 SpenderInnen mit 120,- Euro mit Hilfsüberweisungen bedacht. Wir danken allen finanziellen Helferinnen und Helfern sehr herzlich für die neuerliche – und in den meisten Fällen schon lang andauernde! – Unterstützung unserer Spendenaktion!

Besonders hervorheben möchte ich heute, bei dieser großen Hilfe, vor allem zweierlei:

Zu den Spendern von der ersten Stunde an – im Juli 2015 – gehört auch der Begründer dieser Website HdS Konstantin Wecker! Und das ist schon ein stattlicher Betrag, der da Monat für Monat von seiner Seite aus auf unserem Spendenkonto landet! Zwar sehe ich mich hier nicht befugt, den genauen Betrag zu nennen, aber wer auf eine größere Geldsumme tippt, im dreistelligen Bereich, liegt mit Sicherheit nicht falsch. Konstantin Wecker, um das hier noch einmal auf das deutlichste festzustellen, gehört nicht nur zu den Künstlern, die sich auf der Bühne einsetzen für Menschenhilfe und Mitmenschlichkeit! Er praktiziert das auch im eigenen Alltag, bis weit ins Finanzielle hinein! Deswegen heute auch mal ein ganz besonderer Dank an ihn, an den Mentor unserer Website – der er nach wie vor ist, – und an einen der treuesten Unterstützer unserer Hilfsaktion vom ersten Tag an!

Nebenbei: nicht zuletzt aus diesem Grund ist so wichtig und ermutigend, dass auch HdS, die Website selber, von vielen von Euch finanzielle Unterstützung erhält. Diese ermöglicht es auch einem Konstantin Wecker, Gelder freizuhaben, zusätzlich, für unsere Hilfsaktion für Griechenland. Denn es irrte sich jeder, der annehmen würde, dass Konstantin Wecker im Geld nur so schwimmt! Wie er selber es schon in seinem bewegenden Lied an die eigenen Söhne formuliert hat: „prallgefüllte“ Konten wird er ihnen dereinst nicht vererben können. Dazu war sein Engagement – auch sein materielles! – stets zu groß und ist es immer noch (wobei noch zahlreiche weitere Institutionen und Hilfsorganisationen auf seine Unterstützung zählen dürfen, oft seit vielen Jahren schon).

Dies nicht zuletzt jenen Menschen ins Stammbuch, die, zumeist von ganz weit außen her, in aller Unwissenheit glauben, Konstantin Wecker „bloßes Gerede“ oder „bloßes Gesinge“ vorwerfen zu dürfen! Nicht jeder, der von seinen guten Taten schweigt, ist auch ein Zeitgenosse, bei dem es diese guten Taten nicht gibt!

Einen zweiten Dank möchte ich heute, ganz speziell, auch noch an Maria G. aus der Schweiz richten! Nicht deshalb vor allem, weil sie zum Spendenergebnis aus der vergangenen Woche gleich 500,- Euro beigesteuert hat. Ihr wisst, dass für uns die kleinen Spenden, die oft aus einem ganz kleinen Portemonnaie stammen, mindestens so wichtig sind wie die größeren oder ganz großen Spenden. Nein, mein Dank gilt Maria G. vor allem auch deshalb, weil ich diesen Dank zu verstehen bitte als stellvertretenden Dank an alle Spenderinnen und Spender, die unsere Hilfsaktion vom Ausland her unterstützen! Überhaupt keine Selbstverständlichkeit, meine ich!

Aus der Schweiz gehen regelmäßig Gelder bei uns ein – nicht wahr, liebe Ruth? –, aus dem benachbarten Österreich ebenso und sogar – merkwürdig genug, aber es ist so – aus Griechenland selbst! Dieses Vertrauen in uns, weit über die Landesgrenzen Deutschlands hinaus, erfüllt uns, zusätzlich zu allem anderen, mit großer Dankbarkeit. Und wir werden bemüht bleiben, diesem immensen Vertrauen gerecht zu werden bei allem, was wir tun: auch weiterhin! Womit ich auch bei einem Kurzreport über unsere derzeit laufenden Hilfsaktionen bin:

Selbstverständlich unterstützen wir auch in den folgenden Monaten „unseren“ kleinen Patienten Dionysis, der nach wie vor auf eine Spezialernährung angewiesen ist, die ihm – bzw. seinen Eltern – keine griechische Krankenkasse bezahlt: 900,- Euro haben wir dafür reserviert. Die ersten 500,- Euro für seinen Bruder Andreas, der eine teure Gaumenschiene benötigte, sind bereits bei der Familie gelandet, die anderen 500,- Euro, die er im neuen Jahr benötigen wird, folgen dann nach.

Die Familie in Megara – die Mutter mit den drei Töchtern –, der wir vor längerer Zeit bereits eine menschenwürdige Wohnung besorgen konnten, nachdem sie lange (noch wohlwollend ausgedrückt!) in einer „Bruchbude“ hausen mußte, wird demnächst 500,- Euro in der Gestalt von Lebensmittelbons erhalten. Und weitere 500,- Euro für Lebensmittelbons gehen ebenfalls demnächst auf ihre Reise nach Griechenland: sie werden unter anderem Menschen helfen, die derzeit sogar obdachlos sind.

Schließlich werden wir unserer vertrauten Partnerin auf Andros, der Sozialarbeiterin Maria Alexaki, 1.000,- Euro zur Verfügung stellen, damit dort rund 200 Kinder aus verarmten Familien wenigstens kleine Geschenkpakete zum Weihnachtsfest erhalten können. Auch dieser engagierten Helferin unserer Hilfsaktion – seit einiger Zeit ist sie das schon – gilt heute mein ganz besonderer Dank! Sie gehört, neben anderen, zu dem kleinen Netzwerk an Helferinnen und Helfern, die unsere Arbeit vor Ort unterstützen, oft seit längerem schon, und damit zu jenen Menschen, die gleichsam einen zweiten HelferInnenkreis bilden um unser „eigentliches“ HelferInnenteam. Und mit diesem meine ich selbstverständlich Evi und Tassos Chatzatoglou sowie Uschi und Kalle Apel, die mehrfach im Jahr nach Griechenland reisen, um unmittelbar vor Ort und selber auch die bitter erforderliche Hilfe zu leisten. Auch diesen Hauptträgern unserer kleinen Spendenorganisation möchte ich heute einmal von ganzem Herzen Dank sagen für ihre unermüdliche Tätigkeit!

Seit Juli 2015 sind sie dabei, ebenso wie Roland Rottenfußer, der von Anfang an die Publikation meiner Spendenberichte auf HdS betreut hat – Danke auch ihm! –, und mit Sicherheit lag die Hauptlast unserer Aktivitäten, seit Beginn unserer Spendeninitiative, auf den Schultern „unserer“ Griechenlandfahrer – nicht zuletzt übrigens auch in psychischer Hinsicht, denn: nicht immer war es einfach für sie, derart brutal mit den Auswirkungen der Eurostaaten-Politik gegenüber den Griechinnen und Griechen in Griechenland konfrontiert zu sein – konfrontiert zu sein ganz direkt.

Hunger und Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und Wohnungsnot hören auf, Wörter zu sein, wenn man ihnen gegenübertritt. Zu einem Teil werden diese Realitäten dann auch Teil der eigenen Realität. Und bei aller Hilfe, die man dann leisten kann, wird das Unglück der anderen dann auch zum eigenen Unglück. Helfenkönnen tröstet zweifellos! Aber zweifelsfrei ist auch, dass Empathie nicht immer eine Vergnügungsreise ist oder sein kann! Deshalb mein heutiger Dank auch an alle Mitaktive in unserem Team, zu dem – natürlich – auch lange Zeit unser ehemaliger Kassenwart Peter Latuska zählte und seit nunmehr einigen Monaten unser neuer Kassenwart Henry Royeck!

Und damit, wieder einmal, meine abschließende Bitte  um weitere Unterstützung unserer Spendenaktion.

Wer uns Gelder für unsere Hilfe für Menschen in Griechenland zukommen lassen will, der überweise uns diese bitte unter dem Stichwort „GriechInnenhilfe“  auf das Konto:

Inhaber: IHW

IBAN: DE16 2605 0001 0056 0154 49

BIC: NOLADE21GOE

Wer eine Spendenbescheinigung benötigt – ab 201,- Euro erforderlich –, wende sich bitte an unseren Kassenwart Henry Royeck, entweder unter der Postanschrift Sültebecksbreite 14, 37075 Göttingen, oder unter der Mailadresse henryroyeck@web.de.

Und wer noch etwas mehr tun will: auch unser gemeinnütziger Verein, die „Initiative für eine humane Welt (IHW) e.V“, ist immer wieder erneut auf neue Hilfsgelder angewiesen, zur finanziellen Absicherung unserer Arbeit ganz generell. Diese Spenden bitte dann an dasselbe Konto, wie oben angegeben, jedoch mit dem Stichwort „IHW“ versehen. Wir würden uns riesig auch über diese Unterstützung freuen.

Mit herzlichen Grüßen wie stets

Euer Holdger Platta

Anzeige von 4 kommentaren
  • rr
    rr
    Antworten

    Holdger hat hier natürlich aus nahe liegenden Gründen den wichtigsten Mitarbeiter der GriechInnenhilfe unerwähnt gelassen: sich selbst: Holdger war Ideengeber und Begründer, er ist bis heute der Vorantreiber und Aufrechterhalter, die Seele der Initiative.

    Ich verzichte hier bewusst auf das Wort „unermüdlich“, denn wer ihn privat kennt, weiß, das ist er nicht. Holdger lässt sich nur von aufkommender Müdigkeit, von den „Mühen der Ebene“, von Rückschlägen nicht beirren, weil er weiß, wie wichtig seine Tätigkeit ist.

    Schon die Beharrlichkeit, die bloße Anzahl und Länge seiner Griechenland-Berichte ist ein Phänomen. Noch mehr, dass er es immer wieder schafft, neue Facetten des Vertrauten aufzuspüren, einen originellen Denkansatz zu finden, die Berichte immer wieder spannend und motivierend zu gestalten, indem er abwechselnd die griechische Politik, die soziale Misere in Einzelfällen und die Hilfsaktivitäten des Teams beleuchtet. Dafür gebührt ihm großer Dank!

  • eulenfeder
    Antworten
    Ja – dieser Mann praktiziert auf höchst anerkennende Art und Weise, worauf es wirklich ankommt: die tatsächliche Hilfe !

    Das ist Revolution im ‚Kleinen‘ und im ‚Grossen‘ – ungeachtet und ausserhalb politischen Markt- und Machtgeschreis die tatsächliche Hilfe !

     

     

     

  • Volker
    Antworten
    Nicht zu vergessen!, dass Holdgers Informationen in den gängigen Medien kaum zu finden sind, Ursache und Ausmaß der Austeritätspolitik bewußt leider verschwiegen werden. Von daher auch meinen Dank an Holdger &Team für die wöchentlichen Berichte seit Jahren schon, für den Zeitaufwandt jedes einzelnen Berichts (inkl. Recherchen).

    Vor einigen Jahren fragte mich Holdger, ob ich beim Buchprojekt „Kaltes Land“ mitwirken möchte, mit ein paar kleineren Texten aus meinem Hartz IV-Tagebuch auf frei-blog (besteht nicht mehr). So kam ich zu HdS und der Griechenlandhilfe.

    Und ja, ich kommentierte oftmals aus dem Bauch heraus, es gab Konflikte, die wir beide – lieber Holdger – ausgestanden und überwunden haben, einschließlich meiner damaligen Bedenken zu Konstantin Wecker, dessen Lebenseinstellung ich heute sehr schätze.

    Sollte ich bei der Neuberechnung meiner neuen Wohnung fünf oder zehn Euro aus meinem Regelsatz verkraften können, die ich lieber ansparen sollte, für ein paar Schuhe oder Sonstiges … mal sehen, ob ich hier und da fünf Euro überweisen kann, um aus eigener, leidlicher Armut heraus ein wenig Hilfe leisten zu können.

    Liebe Grüße – Volker

  • Piranha
    Antworten
    Den drei Vorkommentatoren kann ich nur vollumfänglich zustimmen.

    In fast jedem Verein gibt es so jemanden, der den Vereinszweck lebendig aufrechterhält, dem ein Projekt wie dieses ein Herzensanliegen ist. Das ist aus jedem Wort, jeder Zeile Deiner Berichte nacherlebbar/nachfühlbar.

    Und damit endet die Arbeit ja nicht einmal; als Vorsitzender der IHW hast Du auch noch genug „an der Backe“. Und das alles unter und trotz erschwerter Lebensbedingungen.

    Meine Hochachtung auch dafür, wie sehr Du Dich selbst immer wieder zurücknimmst zugunsten des Themas. DAS ist seelische Größe, wenn Du mir erlaubst, es so auszudrücken.

     

    Der Verein IHW braucht Geld. Kann eigentlich jede/r Vereinsmitglied werden? Auch in oder aus der (relativen) Ferne?

    Liebe Grüße,

    P.

     

     

     

     

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