Isabel Neuenfeldt: Meinst Du, die Russen wollen Krieg

 in MUSIKVIDEO/PODCAST


Tatsächlich schrieb das Original dieses Liedes ein russischer Dichter, Jewgeni Alexandrowitsch Jewtuschenko, in den 60er-Jahren. Ob die Bedeutung in russischer Sprache die gleiche ist, vermag ich nicht zu sagen. Die deutsche Version scheint jedenfalls auszudrücken, dass niemand den Krieg wollen kann und beschäftigt sich mit den Einzelschicksalen: der tote Soldate, die Mutter, die Ehefrau. Heute scheint sich die Frage wieder zu stellen, und wieder sind es vermeintlich die anderen, die den Krieg wollen, während das eigene „Lager“ blütenrein dasteht. Isabel Neuenfeldt, nur vom Akkordeon begleitet, singt sehr ausdrucksvoll, als wolle sie um Frieden flehen.

Showing 3 comments
  • Nitsch
    Antworten
    Das selbe Gedicht, ein anderer Rezitator: https://youtu.be/t8UEMP4cOug
  • Ulrike Spurgat
    Antworten
    Das Gedicht ist die Antwort auf den grauenvollen Völkermord der Faschisten entstanden unter dem Eindruck einer Zeit voller Wunden unbeschreiblicher menschlicher und anderer Verluste, wie die der Infrastruktur die die mordenden und brandschatzenden Mörderbanden in jedweder Hinsicht die verbrannte Erde hinterlassen.

    Wer erzählt denn heute noch die Geschichte der sogenannten „Hungerblockade“, damit ist die Leningrader Blockade gemeint die nahazu 900 Tage dauerte die tödlichste Blockade seit Menschengedenken. Die Bewohner Leningrads sollten nach Hitlers Plan qualvoll und langsam krepieren.

    Immer wieder werde ich daran erinnern!

    Aber nie war die Entstehungsgeschichte eines großen symphonischen Werkes so eng verbunden mit den tragischen Ereignissen in der Weltgeschichte wie im Falle der Leningrader. Während Schostakowitsch an seiner Symphonie arbeitet greifen die faschistischen Mörderhorden im Sommer 1941 an und belagern und kreisen Leningrad ein. Die Luftwaffe vernichtete die Lebensmittellager, und die Getreidevorräte war nach einem Monat verbraucht. In ihrer Not aßen die Menschen: Ratten, Katzen. Leim und Sägemehl…….

    Die Aufführung der 7. Symphonie von Dimitrij Schostakowitsch inmitten unfassbaren Leids sollte der Wehrmacht und der Welt nach einem Jahr zeigen, dass Leningrad noch lebt. Es war ein Zeugnis einer leidgeprüften und geschundenen Bevölkerung die um ihr Überleben kämpfte. Ein unvorstellbarer Kraftakt bis es zur Aufführung am 9. August 1942 kommen konnte. Trotz des Hochsommers trugen die unterernährten und ständig frierenden Musiker mehrerer Lagen Kleidung übereinander: dicke Hosen, Strumpfhosen und Handschuhe mit abgeschnittenen Fingerkuppen. Viele der Besucher weinten vor Ergriffenheit. Um 18Uhr strahlte das Radio die Ansprache des Dirigenten Eliasberg aus in der er sagte, dass die Darbietung vom Mut, vom Kampf und vom Widerstand aller Leningrader Zeugnis ablegte, und alle sollen zuhören.

    Live, per Straßenlautsprecher wurde die Symphonie überall in der ganzen Stadt übertragen, und bis Heute gilt es als patriotischer Akt gegen den Krieg, gegen die Barbarei  des Faschismus, dafür steht die Aufführung als Symbol eines kurzen Triumphes der Kultur über die Barbarei des Krieges.

     Ich widme meine Siebente unserem Kampf gegen den Faschismus, unserem unabwendbaren Sieg über den Feind, und Leningrad meiner Heimatstadt,

    schrieb am 29. März 1942 Schostakowitsch in der Prawda.

    2015 schreibt der „Focus“, dass die Eltern des aus Leningrad stammenden russichen Präsidenten schwer unter dem 2. Weltkrieg gelitten hätten, und unter der Belagerung ihrer Heimatstadt, dem heutigen St. Petersburg (Leningrad).

    Präsident Putins Vater verlor fünf Brüder, die Mutter ihre ganze Familie. Trotzdem hätten die leidgeprüften Eltern keinen Hass und Groll gegen die damaligen Kriegsgegner gehegt.

    Diese menschliche Größe der Russen – sie gelten als überaus gastfreundliche Nachbarn die den deutschen Gast herzlich willkommen heißen ist ein Wesensmerkmal „der rätselhaft russischen Seele“ Das kann ich bestätigen, denn meine russischen Freunde leben dieses in Deutschland; sie sind sehr gute und verlässliche Freunde.

    In der Sowjetunion und auch im heutigen Rußland heißt es: (Ein Freund hat es übersetzt)

    „Niemand ist vergessen und nichts ist vergessen.“

    Die heiße Aufschrift ist gemeißelt in Granit.

    In den welkenden Blättern spielt der wind, und im kalten Schnee ruhen die Kränze.

    Doch wie ein Feuer brennt ihr zu Füßen die rote Nelke.

    A. Schamarin und Olga Bergholtz (russische Dichterin)

    Meinst du, die Russen wollen Krieg ?

     

  • heike
    Antworten
    Danke, Ulrike.

Kommentar schreiben:

Start typing and press Enter to search