„Killer für das Selbstvertrauen“

 in Buchtipp, FEATURED, Gesundheit/Psyche, Politik (Inland)

Eine Psychologin berichtet aus ihrer Praxis über die seelischen Folgen der Corona-Maßnahmen. 70 Zeitzeugen berichten von den harten Folgen der Corona-Einschränkungen – vom Logistikarbeiter über die Psychotherapeutin und die alleinerziehende Mutter bis zum Gastwirt, von Eltern betroffener Kinder über einsame Alte bis zur Sängerin, Honorarkräfte, Teilzeitarbeitende, Musiker, Theaterleute, psychisch Kranke. In ihren Berichten wird sichtbar, dass der andauernde Ausnahmezustand viel Leid zur Folge hat. Die uns alle umtreibende Politik muss die menschlichen, sozialen und existenziellen Folgen endlich beachten. Der Buchtitel ist Bert Brecht nachempfunden: „Die im Dunkeln sieht man nicht.“ Das Buch soll dazu beitragen, sie sichtbar zu machen. Albrecht Müller (Hg.): „Die im Dunkeln sieht man nicht. 70 Zeitzeugen zu den missachteten Folgen der Corona-Politik“, 192 Seiten, Westend Verlag, 7.12.2020

Betrifft: Belastungen im sozialen Bereich durch die Corona-Pandemie

Liebes Team der NachDenkSeiten,

ich bin psychologische Psychotherapeutin in Nordrhein-Westfalen. Seit der Pandemie erlebe ich täglich über meine Patienten enorme Belastungen im sozialen Bereich.

Leider ist es mir aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich faktenreich zu berichten. Allerdings möchte ich trotzdem versuchen ein Bild dessen zu vermitteln, wie es sich für meine Patienten gestaltet und auch für mich.

Lassen Sie mich noch erwähnen, dass auch wenn ich den Datenschutz für absolut sinnvoll erachte, er leider hier dazu führt, dass Einblicke in die tatsächliche Belastung verschleiert werden und ihre Kraft dadurch verlieren. Schlussendlich ist die Bevölkerung vielleicht auch deswegen nicht gut genug informiert: Wir dürfen ja nichts sagen!

Mein Eindruck ist der, dass Patienten, die unter Belastungen leiden, leider häufig den Rückschluss ziehen, das Problem »selbst verschuldet zu haben«, weil sie sich für »nicht belastungsfähig«, für »zu schwach« halten oder sich gar beschreiben als »sowieso psychisch labil«. Dadurch thematisieren sie ihre Belastung auch häufig weniger im Alltag mit anderen, aus Scham und Ängsten, von anderen abgestempelt oder nicht ernst genommen zu werden. Damit stehen sie langfristig im Umfeld mit noch weniger Unterstützung da. Medien, die Informationen oder gar Umfrageergebnisse publizieren, die eine große Zustimmung zu einschneidenden Maßnahmen darlegen, veranlassen Patienten noch mehr dazu, sich im Schneckenhaus zurückzuziehen. Der Tenor lautet: »Sind ja alle ganz zufrieden damit. Also bin wohl nur ich belastet. Ergo bin ich das Problem.« Solche Gedanken sind Killer für das Selbstvertrauen.

Die Zustände der meisten meiner Patienten haben sich im Rahmen der Pandemie verschlechtert. Selbst Patienten, deren Therapien vor der Krise erfolgreich abgeschlossen wurden, meldeten sich erneut. Für die psychische Stabilität ist es wichtig, dass sich das Maß an Belastungen und der Zugang zu Ressourcen die Waage halten. Insbesondere Depressionen sind dann vorprogrammiert, wenn die Waage zugunsten der Belastungen kippt. Das geschieht, wenn mehr Belastungen entstehen oder weniger Ressourcen vorhanden sind. In der Pandemie hatten wir beides.

Viele Arbeitnehmer sahen sich zur Lockdown-Zeit der Situation ausgeliefert weiter arbeiten gehen zu müssen, aber auf Freizeitgestaltung verzichten zu müssen. Die Ressourcen wurden ausgeschaltet. Dazu zählten die Besuche von Freunden und Verwandten, der Plausch mit der besten Freundin beim Weinchen im Lokal nebenan, der Kinobesuch, der Sportunterricht, die Shopping Tour und andere. In der Politik wurde dieser Verzicht oft verharmlost. Man könne ja viel machen wie Spazierengehen, hieß es. Aber so funktionieren Menschen nicht! Jeder ist anders. Der eine braucht Urlaub im Süden, um sich stabil zu halten, der andere braucht Familienfeste und meinetwegen gibt es auch die Frischluftfreunde. Die Vielfalt ist jedoch unendlich!

Zudem wurden die Arbeitsbelastungen stärker. Für Pflegepersonal, das ohnehin in meiner Praxis eine stark repräsentierte Berufsgruppe ist, wurde vor allem die Schuld zum größten Problem. Ständig fühlten sie sich begleitet von dem Gedanken, aufpassen zu müssen, um Corona nicht in die Arbeit »einzuschleppen« und für den Tod von Pflegenden verantwortlich zu sein. Und gleichzeitig sahen sie sich konfrontiert mit dem Umstand, dass selbst sieben Monate nach Ausbruch der Pandemie in Deutschland immer noch keine besondere Schutzausrüstung zur Verfügung steht bzw. Testungen für das Personal. Meine Patienten in diesem Bereich haben sich in ihrer sozialen Freizeit noch mehr zurückgenommen als andere. Die Folge: Isolierung, Depression.

Für die Familien mit Kindern war es gruselig! Eine Beschreibung wie »Spagat zwischen Home-Office und Kinderbetreuung« bildet nicht annähernd die Realität ab. Eltern sahen sich mit großen Schuldgefühlen konfrontiert den Kindern und der Arbeit nicht mehr gerecht zu werden. Wie auch soll das realisiert werden? Sich an Home-Office anzupassen ist nicht so schön, wie es sich anhört. Home-Office bedeutet nicht gemütlich auf der Couch zu liegen und etwas fröhlich in den Laptop zu tippen. Das Arbeiten ist komplexer, fehlt es doch oft an Ausstattung oder auch technischen Kompetenzen, seine Arbeit auf diese ungewohnte Weise zu verrichten. Und es fehlt der kollegiale Austausch, der Schwatz in der Teeküche. Dazu fehlt häufig die Ruhe, weil noch andere Familienmitglieder zugegen sind.

Anpassung daran ist so stressig, als hätten sie den Job gewechselt. Sie machen zwar noch dasselbe, was sie einst lernten, aber die Umstände sind andere. Dazu kam die Kinderbetreuung. Was bedeutet das? Jeder Elternteil weiß, wie anstrengend es sein kann, nach einem halben oder vollen Tag das Kind abzuholen und den Rest des Tages sinnvoll zu gestalten. Man ist selbst vom Arbeitstag erledigt, aber man ist dann gefragt. Man hat dann nicht frei, um aus eigenen Ressourcen zu schöpfen. Man schafft dann Ressourcen für die Kinder, gestaltet Freizeit, fördert bei Bedarf. In der Pandemie zeigten sich Eltern in meiner Praxis belastet durch die Zunahme mehrerer Rollen: Vom Teilzeitfreizeitgestalter wurden sie befördert (oder drangsaliert … wie man es sehen mag) zum Lehrer, zum Vollzeitfreizeitgestalter, zum Nachhilfelehrer, zum Großelternersatz, zum Tanztrainer, zur besten Freundin der Kinder.

Mal abgesehen davon, dass das für Kinder nicht ausreichend ist, wenn Mama oder Papa plötzlich alles macht und es keine Abwechslung gibt, wer soll das schaffen? Wo blieben oder bleiben auch heute noch die Kapazitäten für die Eltern, sich selbst zu erholen? In der Freizeit werden sie ständig von Corona eingeholt: »Wie wird es weitergehen? Wird mein Kind mit der Angst zurechtkommen? Wird es weiter beschult? Entstehen ihm in der Zukunft Nachteile durch schlechtere Beschulung? Welche neuen Regeln gilt es zu beachten?« Eine Patientin meinte letztens zu mir, nachdem der geplante Herbsturlaub durch das Beherbergungsverbot bedroht wurde: »Hätte ich gewusst, dass ich mit so viel Sorgen verreise, ich hätte es nicht gebucht. Das hätte ich mir und meiner Familie erspart. Urlaub ist für mich auch, dass ich Vorfreude erlebe. Meine Freude vor und im Urlaub war völlig zerstört.«

Viele Hilfsangebote, auf die besonders psychisch belastete Patienten angewiesen sind, wurden und werden immer noch eingeschränkt: Nachmittagsbetreuung an den Schulen, Ferienbetreuungen, psychiatrische Unterbringungen, psychosomatische Rehabilitationen.

Ich könnte noch viel mehr erzählen, von den verängstigten Menschen, die seit März nicht mehr in meine Praxis kommen und nur per Video zu geschaltet werden, damit sie sich nicht anstecken, von Krebspatienten, die keine Behandlungen bekommen und nicht durch Krebs, sondern durch die fehlende Unterstützung traumatisieren, aber die Geschichten wären unendlich …

In letzter Zeit überfällt mich öfter der Wunsch, meinen Job an den Nagel zu hängen. Sie können traumatisierte Patienten nicht heilen, wenn die Traumatisierung noch anhält. Sie können Depressionen nicht heilen, wenn die Ressourcen nicht erreichbar sind und die Belastungen statt abgebaut politisch eher gesteigert werden. Sie können Ängste nicht heilen, wenn die Vermeidung (ein angstaufrechterhaltendes Symptom) politisch angeordnet wird. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen …

Herzliche Grüße

Diplom-Psychologin M.

 

https://www.buchkomplizen.de/buecher-mehr/buecher/gesellschaft/die-im-dunkeln-sieht-man-nicht.html

Showing 4 comments
  • Avatar
    Piranha
    Antworten
    Wie vielen dieser politischen Marktschreier möchte man ins Stammbuch schreiben:

    „Wer A sagt, muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war.“

    Bertholt Brecht

    Allen voran Söder, dessen schauspielerische Phantasie sich nicht nur am Nockherberg erschöpfte; seine Schafspelz-Manier im letzten Jahr hat den Bayern, und darüber hinaus die Augen verklebt und die Ohren verstopft. Nur dem aufmerksamen Beobachter konnte der Hund von Baskerville nicht entgehen, was er nun wieder und wieder unter Beweis stellt.

    Ekelhafter finde ich nur noch Merkel mit ihrer geheuchelten „Mitleidigkeit“ und Kartoffelsuppenmentalität. Und sie weiß, dass sie lügt.

    Nicht nur bei Konflikten zwischen zwei Personen kommen ungesunde „Spiele“ nach dem „Dramadreieck“ der Transaktionsanalyse vor. Man könnte es auch auf ein Volk vs. Regierung übertragen, wobei Merkel sich abwechselnd mal als „Täter“, mal als „Retter“ inszeniert. Das Volk ist nach wie vor so in Angststarre, dass es in der Rolle des „Opfers“ zu verharren scheint. Die Kunst besteht nun nicht darin, aus dieser Opferrolle rauszukommen und selbst Täter oder Retter zu werden; die Kunst ist nach Eric Berne, aus diesem Spiel auszusteigen wie aus einem Sack, in dem alle Rollen gefangen sind. (Vielleicht dazu ein anderes Mal mehr)

    Es gibt Lichtblicke: gestern entdeckte ich die „Zorro Kenji Show“. Ich hätte vermutlich nie reingeschaut, wäre da nicht Viviane Fischer zu erkennen gewesen.

    Zu Gast waren auch zwei Vertreter der Partei „DieBasis“. Ich war noch nie in irgendeiner Partei; morgen geht mein MG-Antrag raus, nachdem ich auch von anderen seriösen Menschen schon darauf hingewiesen wurde 🙂

    https://www.youtube.com/watch?v=vku4lCGSsyg

     

     

    • Avatar
      Freiherr von Anarch
      Antworten
      Tja -‚ Die Basis ‚.

      Ich hatte vor paar Wochen folgendes an deren  Zentrale in Berlin geschrieben:
      Hallo Basis, Liebe Leute –

      Mit dem sozialpolitischen Verbrechen ‚Agenda2010‘ ‚Sozialgesetzbuch2‘, den Hartz4-Bestimmungen – wurden ca. 10 Millionen an und mehrheitlich unter die Armutsgrenze gestossen, mit diesem Menschenverelendungsdiktat –
      zu Fremden im eigenen Land gemacht, können am Öffentlichen Leben nicht mehr teilnehmen, ausgeschlossen auch von einer Rechtgerechtigkeit, Inanspruchnahme von Recht, –
      2 Millionen verarmte Kinder, 1 Million Obdachlose – insgesamt in seiner Komplexität nicht mehr zu beschreibendes furchtbares Unrecht !

      Die SOZIALE GERECHTIGKEIT muss also zu diesen Säulen Ihrer Partei gehören, ein besonderes vorrangiges Ziel sein.
      Ohne eine solche wird es keinen Frieden geben, keine wirkliche Freiheit, keine Demokratie und keine Gerechtigkeit sowieso.

      ‚and by the way…‘ – ein riesiges Wählerpotential steckte in diesen 10 Millionen ins Zwangsprekariat Gezwungenen. Diese 10 Millionen warten doch nur auf eine Solidarität, die von der kriminellen wirtschaftshörigen Machtpolitik nicht mehr zu erwarten ist.

      Wie denkt ihr darüber ?

      Herzliche Grüsse

      Und deren Antwort vor paar Tagen:

      Lieber Heinz,

      danke für diesen Hinweis! Natürlich ist dieses Thema schon unter der Säule der Achtsamkeit beachtet und wird ins Programm eingearbeitet.

      Die Wortwahl könnte aus meiner Sicht ein wenig achtsamer sein, denn wenn man Probleme hat oder Dinge erkannt hat kann man das auch ganz achtsam ausdrücken 😉

      Herzliche Grüße

      Alkje Fontes.

      Naja – eine parteipolitsch-pragmatisch nichtssagende Antwort also, wie gehabt.

      Mir sagt das aber sehr viel – leider, in diesem Falle. Der ‚Mittelstand‘ wird parteipolitisch bedient, das Prekariat soll bleiben wo es ist, mehr oder weniger, wie gehabt…

  • Avatar
    Ulrike Spurgat
    Antworten
    Nun schreiben wir hier seit Monaten über genau die Problematik die hier angesprochen wird.

    Nur was schlägt denn die Psychologin vor ?

    Sie beschreibt und beschreibt einen gesellschaftlichen Zustand den es in abgeschwächter Weise seit Jahrzehnten in diesem Land gibt und mit dem Psychologen, Pädagogen, Sozialarbeiter, Pflegekräfte undundund  Jahr ein Jahr aus unter den schwierigsten Arbeitsbedingungen zu tun haben: der Mangel an fehlenden Geldern in den z.B. Pflegeeinrichtungen und der Mangel an Anerkennung und Wertschätzung für die sozialen Berufe ist verfestigt. Die katastrophale schlechte Bezahlung in der Pflege… Die Mitarbeiter in den KK erhalten 30 % mehr an Gehalt.  Und der Krankenstand bei den Kollegen in der Pflege wird nicht weniger. Sie arbeiten am Limit…. mit dem Wissen z.B. in der Altenarbeit, da sie ja selber Eltern hatten oder haben, dass die Kraft für all das was dringend gebraucht wird, dass diese Erkenntnis sie krank werden lässt. Bei den gesetzlichen KK kann sich schlau machen wer will und darüber sich informieren, wie die Kurve insbesondere bei Mitarbeitern in den letzten 3 Jahren in der Pflege (zusammengefasst, also alles was unter „Pflege“ fällt berücksichtigt) nach oben geschnellt ist. (Sie sprechen von psychosomatischen Erkrankungen) Eine Kollegin sagt in einem Moment ihres Schmerzes über all das was sie im Minutentakt nicht hat schaffen nachdem einer ihrer liebenswerten Patienten kürzlich verstarb….“Was habe ich versäumt zu tun ?“ Und nun hat sie das „Handtuch“ geschmissen, weil sie nicht mehr kann. In dem Wissen, dass man sie dringend braucht…., denn der Mensch braucht den Menschen.

     

    Es geht nicht um einzelne soziale Gruppen. Es geht um die Gesamtgesellschaft und um die große soziale Frage die untrennbar mit der sozialen Frage und Krieg und Frieden verbunden ist.

    Was haben wir für Kämpfe in der pädagogisch-psychologisch- und sozialen Arbeit gekämpft….. Mehr oder weniger allein auf weiter Flur.

    Als dann endlich die vielbequatschten ca. 12. 000 Stellen für die Pflege seit 2017/18 in aller Munde und vollmundig vom Lobbyisten Spahn ins Land getrötet wurde hörte sich das nach einer ordentlichen Zahl für die an die ihr soziales Gewissen beruhigen wollten.

    Pustekuchen…..nicht mal für jede Einrichtung eine Stellenbesetzung.

    Und noch was: Die Menschen die mir bekannt und vertraut sind haben weder die finanziellen Mittel noch das erforderliche Zutrauen in Menschen die sie mehr oder weniger seit Jahren im Regen stehen lassen und jetzt plötzlich ihr „Herz“ für sie entdeckt haben.

    Selbst eine Zuzahlung, die geleistet werden müsste, wenn sich die Menschen an Therapeuten usw. wenden wollten gibt der Regelsatz dieser kriminellen Hartz 4 Gesetze nicht her.

    Die Ärmsten sind wie immer den Arsch gekniffen… Sie leiden oft still und leise und ihre Not und Verzweiflung wird dennoch zum Symbol einer Gesellschaft die sich schämen sollte für alle Zeiten !

    Betroffene Menschen antworten mit Essenverweigerung, dem Rückzug auf sich selber. Sie erzählen von „selber Schuld“…..

    Sie geben das weiter was dieses perfide und ekelerregende System, dass so ihre Schwäche nutzt ihnen seit Jahren in das Herz und Hirn mit ständigen Wiederholungen manipulativ rein hämmert.

    Es ist das Versagen einer Gesamtgesellschaft und da liegt der Hase im Pfeffer.

    Und weiter werden Grundrechte und die hart erkämpften sozialen Errungenschaften geschliffen.

    Selbst infizierte Mitarbeiter im Gesundheits- und in der sozialen Arbeit MÜSSEN arbeiten, wenn es die Situation in den z.B. Pflegeeinrichtungen oder auf den Intensivstationen der Krankenhäusern erfordert.

    Wie passt das denn mit der „Corona Hysterie“ zusammen ?

    „Heile, heile Gänschen, es wird bald widder jut, …..dass würde einem in Corona Zeiten im Halse stecken bleiben.

    Von den obdachlosen Mitmenschen werde ich später wieder schreiben,

    Nur soviel: „Zu uns kommen Menschen mit eingewachsenen Socken!“ Caritas Hamburg.

    Nur, wer legt was, wann und wie fest ?

    Es ist die sich wiederholende kapitalistische Krise und das Gesundheitssystem ist seit Jahr und Tag kaputt gespart um all denen das dringend benötigte Geld zu stehlen und es den Parasiten und Schmarotzern die den Hals nicht voll bekommen es in den Rachen zu schmeißen.

    Private Betreiber und börsennotierte Konzerne machen sich den feinen Lenz auf Kosten der Ärmsten.

    Und die Gesamtgesellschaft bis auf einige wenige….hat Jahre lang zugeschaut und noch mit drauf gehauen, wenn es gegen Almosenempfänger, Armut Rentner, Kinder, die in den Hartz 4 Bezügen existieren müssen) ging.  Alte Mit Menschen in den Pflegeheimen (und um es deutlich zu sagen: Es geht hier nicht um eine Verallgemeinerung), aber es sind einfach viel zu viele die einer dringenden Kontrolle bedürfen WAREN lange vor Corona der Einsamkeit, der Isolation und der Verelendung ausgesetzt.

    Meine Kollegen und auch tue mein/unser Bestes.

    Aber es reicht nicht !

    Dass zu erkennen ist sehr bitter.

    Und somit stellt sich seit Jahrzehnten die elende neoliberale Politik die genau das alles befördert in den Mittelpunkt der dämlichsten Politiker aller Zeiten….um sich anschließend über den sich gewollten Egoismus also über die Individualisierung und Vereinzelung als die Krönung in einer kapitalistischen Gesellschaft zu wundern.

    Und all die regen Diskussionen treten dann auf wenn es einem selber an den Kragen geht….

    Besser spät als nie.

    Es sind Momentaufnahmen, die es aber in sich haben aus meiner Sicht.

    Und so lasse ich Bertolt Brecht noch zu Wort kommen:

    Lob der Dialektik

    „Das Unrecht geht heute einher  mit sicherem Schritt.

    Die Unterdrücker richten sich ein auf zehntausend Jahre.

    Die Gewalt versichert: So, wie es ist, bleibt es.

    Keine Stimme ertönte außer der Stimme der Herrschenden.

    Und auf den Märkten sagt die Ausbeutung laut:

    Jetzt beginne ich erst.

    Aber von den Unterdrückten sagen viele jetzt:

    Was wir wollen, geht niemals.

    WER NOCH LEBT, SAGE NICHT: NIEMALS !

    Das Sichere ist nicht sicher.

    So, wie es ist, bleibt es nicht.

    Wenn die Herrschenden gesprochen haben

    Werden die Beherrschten sprechen.

    Wer wagt es zu sagen: niemals ?

    An wem liegt es, wenn die Unterdrückung bleibt ? An uns.

    An wem liegt es, wenn sie zerbrochen wird ? Ebenfalls an uns.

    Wer niedergeschlagen wird, der erhebe sich !

    Wer verloren ist, KÄMPFE !

    Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein ?

    Denn die Besiegten von heute sind die Sieger von morgen.

    Und aus NIEMALS wird: HEUTE NOCH !

     

    • Avatar
      c.g.
      Antworten
      liebe ulrike,

      deine worte treffen,

      treffend,

      die gesamtgesellschaft versagt.

      die armen waren den meisten schon immer egal, weil die meisten immer nach oben streben und buckeln und nach unten entweder treten oder ablasshandel betreiben.

      brot für die welt, die wurst bleibt mir/hier.

      ganz liebe grüße

       

Kommentar schreiben:

Start typing and press Enter to search