Krimi-Flut im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und ihre Folgen

 In Kultur, Medien, Politik (Inland)

Deutschland schaut Tatort. Jeden Sonntagabend. Seit Jahrzehnten mit nicht nachlassender Begeisterung. Aber nicht nur das. Blättert man durch Programmzeitschriften, sieht man, dass Krimibegeisterte sogar täglich bedient werden, an manchen Tagen auch mehrmals. Da ermitteln SOKOS in Leipzig und in Stuttgart, jagen bayrische, türkische, französische, italienische Ermittler die zahlreich mordenden Verbrecher bereits ab den frühen Abendstunden. Sie sind immer erfolgreich, meist im Team, gerne auch mal als Einzelkämpfer. Wozu dieses überbordende Angebot? Ist die Nachfrage so hoch oder sind die Programmverantwortlichen nur sehr einfallslos? (Quelle: Nachdenkseiten)
https://www.nachdenkseiten.de/?p=54095

Anzeige von 3 kommentaren
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    Ruth
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    Mord, Vergewaltigung, Kindesmissbrauch und weitere Greultaten!

    Ich sehe hier eine Verantwortungslosigkeit der privaten und öffentlich-rechtlichen Fernsehsender und deren Macher!

    Bilder und Krimis – jeden Tag zu sehen – werden in brutalster  Weise verbreitet! Sie sind manipulativ, bedienen schrecklichste Phantasien und tragen zur Verrohung der Gesellschaft bei; der Mensch stumpft ab!

    Wir beklagen die Empathielosigkeit in der heutigen Zeit und finanzieren mit unseren Fernsehgebühren – ARD/ZDF –  diesen Müll!

    Es gibt den Ausschaltknopf, klar, aber wenn ich kaum Alternativen finde, dann stelle ich den Bildungsauftrag – dem ARD und ZDF verpflichtet sind –  infrage!

    Und die „Privaten“, ich nenne es Machtinstrument der Verdummungsstrategie – Opium fürs gemeine Volk!

     

     

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    Thomas
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    Alle Medien bedienen am liebsten die niederen Instinkte des Menschen. Die Krimi Affinität ist auch nur eine Art von Voyeurismus, wie schwer Verletzte und Tote auf der Autobahn photographieren. Komödien, Kabarett oder Comedy setzt eine gewisse geistige Arbeit und kognitive Reflektion voraus um evtl. subtile Handlungen eines solchen Films als lustig zu empfinden, sonst ist der Film langweilig, wobei Humor auch sehr facettenreich ist und selten die großen Massen vereint. Ein Messer im Rücken oder ein Loch im Kopf erzeugt einen automatischen Reflex. Der Weg zur Ermittlung das Verbrechers führt über Lügen, Hinterhalt und andere menschliche Abgründe, auf die wir über Jahrzehnte durch die Boulevard Presse und amerikanische Filmindustrie konditioniert wurden und daher diese Art von Filmen subjektiv gesehen, leichte Kost ist und zur Entspannung beiträgt. Mangels Alternativen ist der Zuspruch nicht wirklich verwunderlich. Da ist die gemeine (unkritische) Tierdokumentation oder Reisemagazine als auch leicht servierte Markt Analysen, Quiz-Shows keine echte Alternative. Sobald es kritisch, schmerzhaft wird wendet sich der gemeine Mensch ab, jede andere Reaktion wäre möglicherweise masochistisch und gehört nicht zu der „alles wird gut, lass das mal die Mutti machen“ Kultur, zu der wir die letzten Jahrzehnte erzogen wurden. Vielleicht wachsen mit den Umweltverbrechen, die von der Gier und Profit-Lust westlicher und/oder ausschließlich wirtschaftlich orientierter Staaten dieser Welt begangen wurden und werden, tunlichst nicht öffentlich breitgetreten wurde, ja junge Menschen nach, die sich nicht durch die leichte Medien- und Filmindustrie Kost einlullen lassen.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt!

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    Piranha
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    Täglich mehrmals wird quer durch die Republik gemordet mit lausigen Story’s und mitfinanziert durch BMW oder Daimler und was weiß ich noch.

    Den Vogel aber schießen die Rosenheim – es gabet e Leich – Cops  ab: in jeder Folge ist einer umgebracht, nur Trauer existiert nicht – keine Tränen, die oide Radschn Stockl sorgt für blöde Gerüchte, die Musikakademie ist neben der Leiche das zweit-wichtigste Thema,  und wenn die Story noch dünner als gewöhnlich ist, werden flugs mal 111 Sitzbälle angeliefert die niemand bestellt hat, oder es wird ein skandalös schlechtes Kunstobjekt direkt vor die Polizeistation gestellt… usw, usf. Das Ende ist stets wohlgefallenaufgelöst, alles lacht und alle haben sich wieder lieb und obendrauf gibts eine Schweinshaxn.

    Jaja – man muss alles mal gesehen haben…

    Und weil die BRD schon überfüllt ist, verlegt man Morde ins Ausland, nach Istanbul, nach Barcelona oder Athen – selbstredend mit deutschen Schauspielern – ob mit dem schönen Erol Sander oder wie in Barcelona dem nicht so schönen Clemens Schick, oder in Lissabon der noch weniger schöne Jürgen Tarrach; sogar Tel Aviv braucht sie, die deutschen Schnüffelnasen, aber auch Holland – oh je oh je oh je…

    Sollen wir vielleicht mittels der vielfältigen fiktiven Gewaltdarstellungen abgestumpft werden gegenüber den sehr realen Gewaltdarstellungen in den mannigfachen kriegerischen Auseinandersetzungen auf unserem Planeten?

    Das mag so sein und mich treibt dieses Thema schon sehr lange um. Ich hatte mir hin und wieder auch amerikanische Serien angesehen. Zwischen deutschen und amerikanischen Serien gibt es einen gravierenden Unterschied: die Amis schießen gern und anschließend sind 5 – 10 Leute tot; die Deutschen reden und wenns nichts bringt schießen sie in Schulter, Arm oder Bein. Wie es in den USA zum Thema Gewalt ausschaut, ist ja bekannt.

    Und ein Präsidentendarsteller, der Gewalt mit Gewalt beantworten will, indem er Lehrer mit Waffen ausrüstet … So was kann auch nur diesem Dummkopf einfallen. Aber der will auch eine kleine Atombombe ins Auge von Hurrikans schießen   – wenn diese Meldung eine Ente war, wundern täte es mich in keinem Fall, ob wahr oder unwahr.

    Übrigens hab ich gehört, dass der Boris auffällt mit dem Spruch: Britain first und Make Britain great again.

    Die zwei sind Brüder – das sieht man doch :-))

     

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