Leidtragende dürfen nicht die Armen sein

 in FEATURED, Holdger Platta, Politik (Ausland), Politik (Inland)

Frieren in der eigenen Wohnung – wird unsere doch so gesundheitsbewusste Regierung das zulassen?

Für den Angriff Russlands auf die Ukraine stellt das aggressive Verhalten der NATO in den letzten Jahrzehnten eine Erklärung, jedoch keine Rechtfertigung dar.  Gewalt ist immer zu verurteilen. Bei der Abwägung von Sanktionen muss der Westen jetzt darauf achten, dass nicht auch im eigenen Land wieder die besonders prekär lebenden Menschen zu Opfern werden – infolge steigender Strom- und Ölpreise zum Beispiel. Holdger Platta

 

Liebe HdS-Leserinnen und liebe HdS-Leser,

Ihr wisst: die gesamte Hass- und Hetzpropaganda, die verstärkt während der letzten Monate, Wochen und Tage gegen Putin von westlicher Seite aus betrieben worden ist, haben wir nicht mitgemacht, sondern kritisiert.

Lasst mich an diesem furchtbaren heutigen Tag folgendermaßen, ausschließlich erstmal nur in meinem eigenen Namen, dazu Stellung nehmen:

Nichts von unserer Kritik an dieser westlichen Politik ist zurückzunehmen. Ich erwähne hier nur – mit großer Zustimmung nach wie vor –  die hochinformierten und bestinformierenden Beiträge von Wolfgang Bittner. Aber:

Was der Westen, vor allem mit seiner NATO-hörigen Einkreisungspolitik gegenüber Russland während der letzten drei (!) Jahrzehnte betrieben hat, stellt durchaus eine Erklärung für den Kriegsbeginn Russlands gegenüber der (wahrlich ebenfalls zu kritisierenden) Ukraine dar, eine Rechtfertigung ist diese Erklärung für diese militärischen Angriffe nicht.

Und noch eine zweite Bemerkung ganz kurz in diesem Zusammenhang, die mir sehr wichtig ist:

Ja, es ist richtig, Sanktionen gegenüber Putin/Russland scheinen nun unvermeidbar zu sein. Aber: Leidtragende dieser Sanktionen bei uns dürfen keinesfalls die Armen und Abgehängten unserer Gesellschaft sein, Hartz-Vierer nicht und nicht sogenannte „Grundsicherungsempfänger“ (ein böser Witz, dieser Begriff, längst habe ich ja in meinem persönlichen Sprachgebrauch das Wort „Abgrundsicherungsempfänger“ gegen diese Propagandaphrase ausgetauscht), Rentner, wenig begüterte Menschen bei uns generell.

Unsere Regierung werden wir nun also unbestochen daran zu messen haben, was sie bei steigenden Öl- und Gaspreisen (um nur dieses Folgeproblem hier anzusprechen) für das „untere Drittel“ der Bevölkerung bei uns tut. Almosenbeträge werden wir nicht als wirkliche Sozialpolitik und wirkliche Rechtsstaatspolitik akzeptieren können. So merkwürdig es also beim ersten Lesen dieser Äußerung also erscheinen muss:

Glaubwürdige und echt-humane Politik gegen das beginnende Kriegsgeschehen in der Ukraine, die von den Herrschenden hierzulande nunmehr in Kraft gesetzt wird, Antikriegspolitik, wenn man so will, wird sich daran messen lassen müssen, dass sie echt-humane und glaubwürdige Politik, Sozialpolitik, auch in unserem Lande ist: ohne jede Einschränkung, ohne jedes Blabla!

Mit herzlichen Grüßen an alle unsere Leserinnen und Leser!

Euer Holdger Platta

Showing 8 comments
  • Nora Gedankenvoll
    Antworten
    Ich persönlich glaube nicht mehr daran, dass diese Regierung  willens oder in der Lage wäre eine „Antikriegspolitik“ in Kraft zu setzen, so wiünschenswert dies auch wäre. Schuld daran scheinen mir u. a. die Fäden zu sein, die hinten an den edlen Kleidern „unserer“ Parlamentarier befestigt sind.-
  • Volker
    Antworten
    Angriffskriege sind nicht zu rechtfertigen. Ja.

    Jeglicher Krieg ist nicht zu rechtfertigen, war es nie – Irak, Jugoslawien, Afghanistan, Libyen und, und…
    Trotzdem werden Kriege befürwortet und geführt, man hatte nie Probleme damit, sinnlose Kriege zu rechtfertigen und als »gute Kriege zu bezeichnen«.
    Sanktionen, die Destabilisierung eines Staates, sind ebenso als Angriffskriege zu bezeichnen, allerdings übliche Praxis westlicher Größenwahn-Politik.

    Palästina?

    Putins Entscheidung hatte mich zuerst erschüttert, aber gleichzeitig fragte ich mich, ob er, in Folge aller westlichen Aggressionen, Drohungen sowie der sichtbaren Kriegsbereitschaft des Westens, einschließlich ihrer atomaren Bereitschaft, ob er zu diesem Zeitpunkt gerade das unvermeidlich Richtige entschied, um weitaus Schlimmeres zu verhindern, beispielsweise einen atomaren Weltkrieg.
    Ich denke, dass alle Beteiligten somit im Zwang stehen, friedliche Lösungen anzustreben, so wie es einmal gedacht war. Sanktionen aller Art sind sicherlich keine Lösung für politisches Handeln.
    Fragezeichen.

    Lieber Holdger,
    nach all den vielen Jahren am sozialen Abgrund, kann ich mir eine humane Sozialpolitik nun wirklich nicht mehr vorstellen.
    Soweit ich mich erinnern kann, gab es in den Anfängen der Agenda 2010 eine Grundsicherungserhöhung von fünf Euro, zwei im ersten Jahr, drei im darauf folgenden Jahr. Ich brauche dies wohl nicht weiter zu kommentieren.

    Liebe Grüße

    • Ulrike Spurgat
      Antworten
      Lieber Volker,

      verständlich sind die Gedanken die du hier schilderst.  Die soziale Frage wird seit Jahrzehnten zugunsten einiger weniger in einer Weise vernachlässigt, dass es einem ganz schwindelig werden kann.

      Was auch politisch draus wird lässt sich momentan nicht sagen, aber lass dich „nicht verarschen“……und denke selber nach: schau dir die letzten dreißig Jahre an und das am besten chronologisch da lässt sich erkennen wie man mit Rußland umgegangen ist und nun ist der Bock fett ! Präsident Putin wird weiteren Vökermord im Donbass nicht mehr zulassen. c.w. hat zu Recht kritisiert dass Rußland lange zulange nicht eingegriffen hat. Das ist meine Haltung in dieser Frage.

  • Freiherr
    Antworten
    Ganz sicher eine weise Mahnung von Holdger, das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren, auch die Gefahr eines weiteren Ablenkungsmanövers zu erkennen – im Schatten solcher Angstpropaganda wird das fortgesetzt was im Feb. 2020 begann.

    Nicht nur das, die Armee wird aufgerüstet, die Rüstungsindustrie neu angekurbelt, freilich wieder zum Schaden der “ Sozialen Kassen „.

    So ist es eben für das Regime auch ein willkommener Konflikt, die Scheinheiligkeiten stinken zum Himmel.

    Indirekt auch nun der Zwang hier statt gutem „billigen“ Gas aus Russland das teure fracking-Gas aus USA kaufen zu müssen, eines der Hauptziele des Gangsters Biden. Wir sozial-Schwache werden das sehr schmerzlich spüren.

    Für mich persönlich steht auch folgendes fest:

    der gesamte Corona-Schwindel ist durchschaut, die todbringende Spritze ebenso, das Kartenhaus bricht zusammen – und so war ein neuer Psyop notwendig geworden um Great Reset, digitale Währung, Ki-Transhumanismus, totale Überwachung und Kontrolle, die Schwab’schen Weltherrschaftsphantasien,Vernichtung freiheitlicher Systeme u.u.u weiter vorantreiben zu können, das Volk muss weiterhin abgelenkt werden.

    Nicht auszuschliessen auch dass es sogar ein Deal zwischen Biden und Putin ist –

    lasst euch nicht verarschen.

     

     

     

  • Mensch ohne Welt
    Antworten
    Es ist doch wie bei Seuchenschutzbehörden, Militärapparate etc. pp. davon profitiert der/die junge Mitarbeiter/in im Testzentrum zur Schönigung der Arbeitslosenzahlen der Regierung, wie auch der Waffenproduzent der dank Bedrohungslage eine gute Auftragslage erhält…ich könnte ewig aufzählen.

    Wer meint sich in diesem angezettelten Konflikt sich auf eine Seite stellen zu müssen, bitte schön. Ich tue das nicht. Putin hat sicherlich genauso viel Grund von der sozialen Ungerechtigkeit abzulenken wie Biden, wie Scholz, wie Macron…ein vermeintlicher äußerer Feind ist da immer hochwillkommen, wenns im Innern brodelt, die Narrative bröckeln und die Lügen entlarvt, die Schäden unübersehbar für alle spürbar sind, die noch was spüren.

    Sanktionen! Lieber geschätzter Hodger, schaden immer den Armen! Hie wie dort! Man denke nur an fehlende Medikamente in Syrien, Irak…! Russland wird sich selbst helfen können, und die Sanktionen werden nur dazu dienen die Propaganda Putins untestützen. Bei Problemen wird der Westen als bequeme Ausrede dastehen, so wie Putin für steigende Gaspreise herhalten musste, obwohl das vermutlich jeglicher Grundlage entbehrte, und so gehen die Spiele der Herrschenden weiter, während die Beherrschten sich gegenseitig die Köpfe einschlagen.

    Krieg ist. Die Reichen kämpfen gegen die Armen.

    • Mensch ohne Welt
      Antworten
      der erste Satz vervollständigt und erklärt: Seuchenschutzbehörden brauchen Seuchen, Militärapparate brauchen Konflikte, Sicherheitsbehörden brauchen Bedrohungen. Wenn die nicht da sind, muss man sie erfinden, herbeischreiben, vorantreiben, …

      Du und ich brauchen sie nicht. soviel glaube ich zu wissen.

       

  • n.flox
    Antworten
    Im Westen nichts Neues!

     

    … eine Kriegserklärung solle eine Art Volksfest werden mit Eintrittskarten und Musik wie bei Stiergefechten. Dann müssten in der Arena die Minister und Generäle der beiden Länder in Badehosen, mit Knüppeln bewaffnet, aufeinander losgehen. Wer übrigbliebe, dessen Land hätte gesiegt. Das wäre einfacher und besser als hier, wo die falschen Leute sich bekämpfen.

    Im Westen nichts Neues, Erich Maria Remarque, S. 41

  • Hope
    Antworten

Schreibe einen Kommentar zu Nora Gedankenvoll Antworten abbrechen

Start typing and press Enter to search