Linard Bardill: Ufbruch

 In MUSIKVIDEO/PODCAST


„Ufbruch“ ist das, was unsere Welt jetzt am dringendsten braucht. Und das gilt gewiss nicht nur für die Schweiz, die Heimat von Linard Bardill. Der bewährte Barde, der sich u.a. als Entdecker von Pippo Pollina einen Namen gemacht hat, erweist hier vor allem der SchülerInnen- und StudentInnen-Bewegung für einen „Klima-Change“ seine Reverenz. Ziel muss aber letztlich der „System Change“ sein. Ändern muss sich, wie Greta Thunberg sagte, „alles“. Die Schweizerische Sprache im Lied ist für „Hochdeutsche“ relativ gut verständlich, meine ich. Ihr könnt hier auch die kleine politische Einführung Linard Bardills nachlesen:

Ich glaube nicht, dass Parteien in der Lage sind, eine Gesellschaft zu wenden. Um nichts weniger als um eine Kehre geht es in der Frage der Klimapolitik. Wie soll das geschehen, ohne dass wir freiwillig eine Öko-Diktatur errichten? Der Druck der Strasse. Diese Möglichkeit wird im Moment von SchülerInnen und StudentInnen wahrgenommen. Ich solidarisiere mich mit ihrem Anliegen: System – Change not Klima – Change.

Ich weiss nicht, ob alle die Tragweite dieses Slogans begriffen haben. Er ist radikal. Auf die Frage, was wir denn ändern müssen, antwortete Greta Thunberg: „Alles!“ Ich denke sie hat Recht. Jeder weiss, wo er als einzelner Mensch ansetzen kann. Essen, Verkehr, Plastik, Verschwendung etc.

Es gibt aber entscheidende Prozesse, die nicht jeder einzelne anpacken kann. Die Politiker und Finanziers, die Wirtschaftsbosse und Weltkonzerne aber wollen und werden das System der Verschwendung und der Ungerechtigkeit, der Lüge und der Unterwanderung nie freiwillig aufgeben.

Änderung geht nur, wenn die Demokratie stark ist und die Vernünftigen und die Liebenden sich durchsetzen. Die Demokratie aber ist schwach und in Geiselhaft von den Lobbyisten der Geldvermehrung. Dort liegt der Casus Knüller.

Unser System basiert auf dem «Immer-Mehr»! Das ungebremste Wachstum ist oberste und einzige Ideologie der Politik und der Konzerne. Dabei werden die Grenzen der Nationalstaaten übergangen, die Menschenrechte, die Natur. Wir brauchen kurze Wege, kleine Strukturen, regionale Kreisläufe.

Die Natur macht es uns vor. Wir brauchen ein neues Geld, das nicht gehortet, nicht sinnlos vermehrt, nicht aus dem Kreislauf gezogen werden kann. wir brauchen kleine landwirtschaftliche Strukturen, Durchmischung von Stadt und Land, und und und …

Wenn wir einmal anfangen Greta’s «Alles!» durch zu denken, wird es abendfüllend und es geht an die Wurzel. Eine grosse Hoffnung, die ich habe ist unsere Fähigkeit, uns mit der Erde zu verbinden. Das ist eine höchst beglückende Erfahrung. Jeder Atemzug beweist uns, dass der Körper der Erde und unser Körper nicht getrennt sind, jedes Glas Wasser, jede Vogelstimme, die unser Ohr, jeder Blumenduft, der unsere Nase erreicht, beweist, dass wir und die Erde zusammengehören.

Diese Einheit kann jede und jeder erfahren. Sie erzeugt Glück. Und sie schafft Sinn. Unsere Sinne sind unser Sinn! Es ist ganz einfach! Und 1000-mal schöner als die Reduktion der Existenz auf Konsum als jede Form Sucht. Bewusstsein und Widerstand schliessen sich nicht aus. Innere Transformation und äussere Kehre gehen zusammen. Es ist auch jetzt nicht zu spät. Jeder Augenblick ist das Ende und der Anfang der Welt!

Kommentare
  • Avatar
    maria
    Antworten

    Es Lied in Graubündner Dialekt,

    ufrüttelnd und eifach z’verstoh –

    i die hütigi Ziit passt’s perfekt!

    Herzliche Dank Linard Bardill!

    Zämme wömmer de Weg goh

    und s’Ziel nid us de Auge lo.

    Ich hoffe sehr ihr händ alles verstande.

    En liebe Gruess us em Schwiizerlande

     

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