Macht das Osterfest nicht zum Schlachtfest!

 in Umwelt/Natur
Bei diesem Anblick hat man das unwiderstehliche Bedürfnis - nein, nicht das Lamm zu streicheln, ihm ein Messer in den Hals zu rammen.

Bei diesem Anblick hat man das unwiderstehliche Bedürfnis – nein, nicht das Lamm zu streicheln, ihm ein Messer in den Hals zu rammen.

Je wichtiger das christliche Fest, desto mehr Tiere fallen ihm christlich zum Opfer. Eine traurige Wahrheit, die an Ostern vor allem Lämmer – liebenswerte Tiere und gar Symbole für den Opfertod Jesu – massenweise betreffen. Die Osterbotschaft von Bernhard Fricke („David gegen Goliath“) beschäftigt sich daher nicht ohne Grund mit „festlichem“ Fleischkonsum. Bernhard weiß, wovon er redet, denn er hat auf seinem Hof nahe dem Chiemsee selbst zahlreiche Lämmer großgezogen, nicht – man möchte es nicht glauben – für den eigenen Fleischkonsum.

„Nichts wird die Chance auf ein Überleben
auf der Erde so steigern wie der Schritt zur
vegetarischen Ernährung.“
(Albert Einstein)

„Es wird der Tag kommen, an dem die Menschen
über die Tötung eines Tieres genauso urteilen
werden, wie sie heute die eines Menschen beurteilen.“
(Leonardo da Vinci)

Liebe Davids,

im ewigen Kreislauf von Leben und Sterben, von Geburt und Wiedergeburt dürfen wir wieder mit staunender Freude die unbändige, mitreißende Kraft des wiedererwachenden Lebens bewundern, die in unglaublicher Farben und Formenpracht die unvergleichliche Schönheit und Herrlichkeit unserer Schöpfung manifestiert: Ostern 2015 steht vor der Tür – und damit der sichere, überflüssige vermeidbare Tod von Hunderttausenden von Lämmern, Tierkindern, Symbol von Reinheit und Unschuld gerade in der christlichen Tradition.

Auch für mich gehörte lange Zeit in meiner Kindheit und Jugend ein zarter, köstlich schmeckender Lammbraten zum Osterfest zur guten familiären Tradition. Durch eine Art kulturbedingte „Gehirnwäsche“ klammerte ich dabei völlig aus, dass dieser kurze Genuss den Tod, oft sogar einen sehr grausamen Tod eines wunderbaren nach Leben strebenden Wesens bedeutet.

Seraphin, mein einzigartiges Schaf, hat mich mit Macht eines besseren belehrt: Sie brach wie ein Tsunami in mein und das Leben vieler Freundinnen und Freunde ein und hat uns allen, gelehrt, dass auch sogenannte Nutztiere, die aus der gleichen Schöpfungsenergie wie wir sind, einen originären Anspruch auf ein artgerechtes Leben in Würde haben. Ihre erste Pressekonferenz, damals gerade 10 Wochen alt, unter dem Motto „Osterlämmer gehören auf die Weide, nicht in den Kochtopf“, ist vielen unvergesslich geblieben.

Ich habe das unvergleichliche Glück gehabt, über 50 Lämmer, Kinder und Enkelkinder von Seraphin in der Sonnen-Arche groß ziehen zu dürfen. Welch Freude, diese schon kurz nach der Geburt, auf allerdings noch sehr unsicheren Beinen stehenden, mit Macht ins Leben drängenden zarten Wesen zu sehen, ihre vertrauensvolle Zärtlichkeit bei unseren wiederkehrenden Begegnungen zu erleben, ihre anmutigen Wettläufe und ihre akrobatischen Luftsprünge – Lebensfreude pur.

Eine alte Indianerweisheit lautet:

„Du darfst ein Tier nur essen, wenn Du bereit bist, es zu töten“

Unter diesem Motto haben wir mal vor Jahren eine Aktion, mit Egon, einem selbstbewussten Schafsbock als Protagonisten, auf dem Marienplatz durchgeführt. Ich stand mit blutigen Metzgerkittel neben Egon, weil ich mich an dem scharfen Messer geschnitten hatte. Meine Aufforderung, Egon mit dem scharfen Messer zu töten – was er sowieso nie zugelassen hätte – wurde mit Entsetzen quittiert und war Anlass zu lebhaften Diskussionen.

Für viele Besucher unserer Aktion wurde das erste Mal der Zusammenhang zwischen Fleischgenuss und Tötung eines lebenden Wesens klar. Welche Konsequenzen sie aus dieser Erfahrung gezogen haben – das muss jeder selber entscheiden.

Ganz ehrlich: Wären Sie bereit ein Osterlamm zu töten?

In diesem Sinne – guten Appetit bei vielen schmackhaften, z.B. indischen oder chinesischen gut gewürzten vegetarischen Curry-Gerichten

Wünscht Ihr/Euer

Bernhard Fricke mit Seraphin (schon auf Wolke 7) und Sunshine (noch unter uns)

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