Muss der, der sich fürchtet seine Angst durch Hass zeigen?

 In Friedenspolitik, Gesundheit/Psyche, Kultur, Politik

…uns besinnen auf das, was zählt: Menschsein und Liebe. Gedanken aus dem aktuellen Newsletter der Liedermacherin Christina Lux, mit freundlicher Genehmigung der Autorin

In diesen Zeiten macht es mir Angst, wie sich die Dinge verzerren und übergroß erscheinen. Wie es kaum noch möglich ist ruhig über Dinge zu sprechen. Wie sich ständig Geschichten verbreiten, die viel zu schnell und mit viel zu viel Emotionalität beladen aufeinander krachen. Dass es Menschen gibt, die sich einschwingen auf eine seltsame Art, die sie mit dem Hass auf alles Fremde verknüpfen. Muss der, der sich fürchtet seine Angst durch Hass zeigen? Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf, sagte mal ein schlauer Mensch. Und ich kann nur appellieren. Denn es fühlt sich sehr gruselig an, dass ich langsam Sorge um meine wunderbaren Freunde habe, die dunkles Haar und Haut haben. Und sie sich auch zunehmend unwohl fühlen in ihrer Haut in unserem Land. Aber die ist genau so, wie sie ist. Und das ist gut so.

Gut sind die immer wieder entstehenden Gespräche mit Menschen um mich herum. Ich kann Euch das nur raten. Sprecht über die Dinge, begegnet und nehmt nicht hin, dass sich schleichend etwas ausbreitet, was schon längst über Besorgnis hinausgeht und das oft nicht wahrnimmt, dass sich hier eine Sprache und eine pauschale Verurteilung auch bei Politikern breit macht, die mich sehr beunruhigt. Migranten zur Mutter aller Probleme zu machen ist wie ein Schlag ins Gesicht der 19,7 Millionen Menschen, die hier leben, arbeiten und zu unserer Gesellschaft beitragen in vielerlei Weise. Hier Gräben zu ziehen ist genau die falsche Richtung. Es wird nur gemeinsam gehen. Und dass wir so vielfältig und so frei hier leben können ist ein hohes Gut. Ich möchte es nicht verlieren. Auf keinen Fall. Es wird Zeit aktiver zu werden, weil all das, was wir hier haben eben keine Selbstverständlichkeit ist. Wir müssen es pflegen und uns sehr genau ansehen, was sich da an Informationen in unserem Hirn breit macht und ob wir auch mal den Kopf wenden müssen und uns besinnen, auf das, was zählt.
Menschsein und Liebe.

Christina Lux im Internet: https://www.christinalux.de/

Anzeige von 5 kommentaren
  • W. Oesters
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    Ich teile die Besorgnis der Autorin, ja es macht mir schon seit einigen Jahren immer mehr Sorgen, wohin die große Gemeinschaft der Menschen (weltweit) driftet, nur allzu oft ohne es richtig zu bemerken. Immer mehr unreflektierte Angst grassiert unter uns, auf die unzählige Menschen bislang nur mit immer mehr Hamstern (von Besitz und Macht) glauben reagieren zu müssen. Wem das nicht in ausreichendem Maße gelingt (wieviel davon wird eigentlich ausreichend sein, wenn sich immer größere Teile der Gesellschaft immer bedrohlicher verhalten?), der ist schnell versucht, mit immer mehr Ablehnung oder gar Haß Anderen gegenüber zu reagieren. Unzählige Feindbilder dazu werden längst in allen möglichen Bevölkerungsgruppen und in allen Schattierungen angeboten, als wäre es das Selbstverständlichste (!) auf der Welt mit immer mehr Abgrenzung, Rückzug oder gar regelrechter Feindschaft auf die gegenwärtigen Probleme zu reagieren. –  Die Autorin schreibt oben: „Es wird Zeit aktiver zu werden, weil all das, was wir hier haben eben keine Selbstverständlichkeit ist …“. – Weist aber schon das Wort  SELBSTVERSTÄNDLICH nicht sogar ganz offensichtlich darauf hin, daß es immer wieder mit zu unseren unmittelbar wichtigsten Aufgaben gehört UNS VOR ALLEM – AUCH SELBST ZU VERSTEHEN?

    Ich beobachte seit langem schon, wie unsere vielen Gesellschaftsprobleme oft immer verbissener als „reine Sachthemen“ diskutiert werden und mir scheinen dabei die Menschen (als Betroffene wie auch als Akteure) dabei oft immer mehr aus dem Blick zu geraten. MÖGLICHST GROSSER UND SCHNELLER MATERIELLER ERFOLG wurde insbesondere bei uns im Westen Jahrhunderte lang so sehr in der Vordergrund gerückt, daß das ganz persönliche Erforschen von Geist und Seele offenbar bei sehr vielen, womöglich sogar den meisten von uns immer mehr in den Hintergrund geriet und so wurde dieses uns unmittelbar Zunächstliegende immer mehr verkannt und dann auch schon aus der bewußten Wahrnehmung verbannt. Schlimmstenfalls sollen inzwischen immer häufiger Psychologen (mittlerweile häufig zynisch „Seelenklempner“ genannt) als „die dafür zuständigen Spezialisten“ angesehen die bei vielen nun immer häufiger auftretenden geistig-seelischen Funktionsstörungen beheben.

    Die Kunst der Sachbehandlung und Sachverwaltung steht bei uns inzwischen so sehr im Vordergrund, daß inzwischen für sehr viele von uns eine Lebenskunde die auch unsere geistige und seelische Verfassung umfaßt kaum noch Raum und Zeit vorhanden zu sein scheint. Homo faber, der technisch versierte und vorwiegend materiell orientierte Mensch ist längst dabei, den homo sapiens sapientis, den die Weisheit (und somit auch die Selbsterkenntnis) liebenden Menschen immer tiefer in eine trockene (angeblich „rein sachorientierte“) Wüste zu schicken und immer noch regt sich nur sehr wenig Widerspruch gegen diese nun für uns alle insgesamt längst schon immer unheilvoller voranschreitende Entwicklung.

    Werden wir noch rechtzeitig lernen, daß „reiner Sachverstand“ bei weitem nicht ausreicht unser Leben auch wirklich erfolgreich zu meistern und daß alle Menschen, ja alle Lebewesen grundsätzlich nicht wie x-beliebige Sachen zu behandeln sind, die man dem eigenen Profit zuliebe je nach Gutdünken „einfach nur geschickt manipulieren“ und damit auch schon benutzen/ausbeuten kann?

  • Volker
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    Und dass wir so vielfältig und so frei hier leben können ist ein hohes Gut.

    Vielfältig schon, aber nicht wirklich frei; nicht in einem System, indem ein schon beachtlicher Teil der Bevölkerung – unter erzwungenen Auflagen – keine nennenswerte Rechte mehr besitzt, die ich irgendwie noch als Freiheit bezeichnen kann, eher als eine Absage auf selbstbestimmtes Leben.

    Ein hohes Gut wäre, Menschenwürde nicht mehr einfordern zu müssen.

  • W. Oesters
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    @ Volker (zu Ihrer Aussage oben; Zitat: „… aber nicht wirklich frei …“): Sehe ich genauso wie Sie und ich glaube auch den hauptsächlichen Grund dafür zu kennen. Es scheint mir der Umstand zu sein, den ich oben auch schon angesprochen habe, die vielen Menschen heutzutage so oft fehlende Selbstverständlichkeit bzw. das immer-wieder-auch-in-sich-gehen-und-sich-vor-allem-auch-selbst-Verstehen-(lernen) aufgrund unseres vor allem in der westlichen Welt üblicherweise vorwiegend herrschenden materiellen Schwerpunktsetzung, die inzwischen für viel zu viele Menschen regelrecht zur neuen Religion geworden zu sein scheint. Unsere zumeist vor allem sachorientierte Arbeitsteilung und der damit verbundene Zwang sich beruflich immer mehr zu spezialisieren (bis hin zum Fachidioten), so nützlich dies teilweise oft auch sein mag, haben Weiteres dazu beigetragen, daß sich bei sehr vielen Menschen eine betont immer einseitige Fixierung auf außerhalb von uns Liegendes, auf Äußerlichkeiten entwickelt hat. Der innere Raum des Menschen, sein wie ich meine eigentlich naheliegendster Freiraum hingegen – bleibt dadurch bei allzu vielen Menschen noch immer nahezu unbeachtet. Statt dessen haben offenbar viele erlernt – ja offenbar nur allzu oft geradezu verinnerlicht, daß es zum erstrebten Glücklichsein vor allem gehört, geradezu reflexhaft sozusagen an der Türschwelle zu diesem Raum und damit quasi an der Oberfläche zu verharren und bereits dort schon umgehend auf die vielen Wünsche oder anderweitigen Impulse zu reagieren die von dort zum Tagesbewußtsein aufsteigen und diese dann so schnell wie möglich zu befriedigen. Daß längst auch insbesondere ein beträchtlicher Teil der Psychologenzunft sein Wissen nur allzu bereitwillig in den Dienst der Werbe- bzw. Propagandaindustrie stellt (Edward Bernays, übrigens ein Neffe Sigmunds Freuds stand am Anfang dieser für uns nun vielfach immer verhängnisvollen Entwicklung), sorgt nun aber längst mit immer ausgefeilteren Methoden dafür, daß dieser innere Freiraum von vielen Menschen inzwischen offenbar immer seltener auch wirklich bewußt betreten und dann auch wirklich erforscht wird. So ist dieser Raum heute meines Erachtens bei vielen Menschen – anstatt von ihnen bewußt bewohnt zu werden – inzwischen regelrecht okkupiert von vielen Marktakteuren, die sich immer besser darauf verstehen, dort immer mehr jener neuen Wünsche erst zu verankern und dann auch schon aufsteigen zu lassen, die sich durch bereits bereitstehende Waren und Dienstleistungen aller Art (so man genügend Geldmittel dafür hat) auch schnell befriedigen lassen. Möglichst reißender Absatz dieser Angebote (siehe auch Angebotspolitik) und schneller Profit soll so generiert werden, um auch ja dem angeblich unumgänglichen äußeren Wachstumszwang gerecht zu werden. Die zumeist noch immer ungebremst zunehmende Hektik und der daher für viele von uns immer weiter Streß sorgen beide schließlich noch dafür, daß für viele von uns auch immer weniger Zeit zur Besinnung übrig bleibt. Bewußtes erfülltes Innenleben kann dem durchaus erfolgreich entgegenwirken; da sich bei immer bewußter erlebtem Innenleben aber zumeist auch immer mehr Kritikfähigkeit und vor allem auch Eigenständigkeit heranbildet, ist es daher vielfach nicht erwünscht und wird so von manchen Marktakteuren und deren Helfern daher wohl nicht selten auch ganz gezielt behindert.

    Alles in allem meine ich schließlich, daß die MENSCHENWÜRDE wohl erst dann wirklich erfolgreich eingefordert werden kann, wenn immer mehr Menschen sowohl den hohen Wert dieses Guts wie auch seine dringende Notwendigkeit auch wirklich in sich selbst entdeckt und erfahren haben, sich dies dann auch immer mehr herumspricht und immer mehr auch entsprechende Nachahmung findet.

    (Es freut mich sehr, daß hier auf „Hinter den Schlagzeilen“ immer wieder nicht nur von unseren vielen äußeren gesellschaftspolitischen Problemen die Rede ist, sondern immer wieder auch unsere Innenwelt und deren Besonderheiten zur Sprache kommen darf!)

  • Dominium terrae
    Antworten
    Die parasitäre Dekadenz und „IHRE“ SCHEINchristen mit ihren SCHEINsozialen Beifang…

    .

    Als Gottesfürchtige sie sich geben doch seine Gebote sie verachten. Seinen Auftrag in Gewinnsucht sie verkommen und mit ihrer Lebensweise seinen Worten missbrauchend als Sadisten sie ihn verspotten.

  • W. Oesters
    Antworten
    @ Volker (zu Ihrer Aussage oben; Zitat: „… aber nicht wirklich frei …“):

     

    Sehe ich genauso wie Sie und ich glaube auch den hauptsächlichen Grund dafür zu kennen. Es scheint mir der Umstand zu sein, den ich oben auch schon angesprochen habe, die vielen Menschen heutzutage so oft fehlende Selbstverständlichkeit bzw. das immer-wieder-auch-in-sich-gehen-und-sich-vor-allem-auch-selbst-Verstehen-(lernen) aufgrund unseres vor allem in der westlichen Welt üblicherweise vorwiegend herrschenden materiellen Schwerpunktsetzung, die inzwischen für viel zu viele Menschen regelrecht zur neuen Religion geworden zu sein scheint. Unsere zumeist vor allem sachorientierte Arbeitsteilung und der damit verbundene Zwang sich beruflich immer mehr zu spezialisieren (bis hin zum Fachidioten), so nützlich dies teilweise oft auch sein mag, haben Weiteres dazu beigetragen, daß sich bei sehr vielen Menschen eine betont immer einseitige Fixierung auf außerhalb von uns Liegendes, auf Äußerlichkeiten entwickelt hat. Der innere Raum des Menschen, sein wie ich meine eigentlich naheliegendster Freiraum hingegen – bleibt dadurch bei allzu vielen Menschen noch immer nahezu unbeachtet. Statt dessen haben offenbar viele erlernt – ja offenbar nur allzu oft geradezu verinnerlicht, daß es zum erstrebten Glücklichsein vor allem gehört, geradezu reflexhaft sozusagen an der Türschwelle zu diesem Raum und damit quasi an der Oberfläche zu verharren und bereits dort schon umgehend auf die vielen Wünsche oder anderweitigen Impulse zu reagieren die von dort zum Tagesbewußtsein aufsteigen und diese dann so schnell wie möglich zu befriedigen. Daß längst auch insbesondere ein beträchtlicher Teil der Psychologenzunft sein Wissen nur allzu bereitwillig in den Dienst der Werbe- bzw. Propagandaindustrie stellt (Edward Bernays, übrigens ein Neffe Sigmunds Freuds stand am Anfang dieser für uns nun vielfach immer verhängnisvollen Entwicklung), sorgt nun aber längst mit immer ausgefeilteren Methoden dafür, daß dieser innere Freiraum von vielen Menschen inzwischen offenbar immer seltener auch wirklich bewußt betreten und dann auch wirklich erforscht wird. So ist dieser Raum heute meines Erachtens bei vielen Menschen – anstatt von ihnen bewußt bewohnt zu werden – inzwischen regelrecht okkupiert von vielen Marktakteuren, die sich immer besser darauf verstehen, dort immer mehr jener neuen Wünsche erst zu verankern und dann auch schon aufsteigen zu lassen, die sich durch bereits bereitstehende Waren und Dienstleistungen aller Art (so man genügend Geldmittel dafür hat) auch schnell befriedigen lassen. Möglichst reißender Absatz dieser Angebote (siehe auch Angebotspolitik) und schneller Profit soll so generiert werden, um auch ja dem angeblich unumgänglichen äußeren Wachstumszwang gerecht zu werden. Die zumeist noch immer ungebremst zunehmende Hektik und der daher für viele von uns immer weiter Streß sorgen beide schließlich noch dafür, daß für viele von uns auch immer weniger Zeit zur Besinnung übrig bleibt. Bewußtes erfülltes Innenleben kann dem durchaus erfolgreich entgegenwirken; da sich bei immer bewußter erlebtem Innenleben aber zumeist auch immer mehr Kritikfähigkeit und vor allem auch Eigenständigkeit heranbildet, ist es daher vielfach nicht erwünscht und wird so von manchen Marktakteuren und deren Helfern daher wohl nicht selten auch ganz gezielt behindert.

    Alles in allem meine ich schließlich, daß die MENSCHENWÜRDE wohl erst dann wirklich erfolgreich eingefordert werden kann, wenn immer mehr Menschen sowohl den hohen Wert dieses Guts wie auch seine dringende Notwendigkeit auch wirklich in sich selbst entdeckt und erfahren haben, sich dies dann auch immer mehr herumspricht und immer mehr auch entsprechende Nachahmung findet.

     

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