Oskar Lafontaine: Dynamit in ein Pulverfass

 in FEATURED, Politik

Die „Ausschaltung“ des iranischen Generals Soleimani auf Befehl Trumps wird die militärischen Konflikte im Vorderen Orient weiter anheizen und kann zu einem großen Krieg ungeahnten Ausmaßes führen. Das Handeln Trumps ist völlig verantwortungslos.  Oskar Lafontaine

Berichterstattung und Kommentierung in den westlichen Propagandamedien sind wieder schwer zu verdauen. Kein Wort darüber, dass die Verbrecherclique der USA im Vorderen Orient seit Jahrzehnten Öl- und Gaskriege führt und unsägliches Leid angerichtet hat. Bereits 1953 hatte die CIA mit dem britischen Geheimdienst den demokratisch gewählten iranischen Premierminister Mossadegh weggeputscht, weil er es gewagt hatte, die „Anglo-Iranian-Oil-Company“ zu verstaatlichen. Keiner weiß, welche Entwicklung der Iran genommen hätte, wenn die „Super-Schurkenmacht“ USA den Nahen Osten nicht immer wieder mit Kriegen überzogen hätte, um seine Energie-Vorräte auszubeuten.

Außenminister Maas erklärt unterwürfig: „Die US-Militäroperation folgte auf eine Reihe gefährlicher Provokationen Irans“ und ruft zur „De-Eskalation“ auf. Für die US-freundlichen Grünen fordert Annalena Baerbock tapfer, die Bundeswehr aus dem Irak abzuziehen. Die Bundeswehr hat den Einsatz bereits ausgesetzt. Warum fordern die Grünen nicht den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan, Syrien oder Mali?

Welch ein seichtes Gelaber. Die einzige Konsequenz aus dieser verantwortungslosen Eskalation kann nur sein, die US-Militärbasen in Deutschland zu schließen. Die Drohnen, mit denen die USA im Nahen Osten völkerrechtswidrige Tötungen durchführen, werden von Ramstein aus gesteuert.

Europa muss sich vom mörderischen US-Imperialismus lösen und eine eigenständige Außenpolitik entwickeln.

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    Piranha
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    Lieber Oskar,

    heute morgen habe ich Deinem einstigen Ziehsohn eine schnell verfasste Mail geschickt:

    Lieber Heiko Maas,

    ich spreche Dich an als Saarlouiserin, aber auch als Bundesbürgerin.

    Es kann doch wohl nicht wahr sein, dass dieser Trampel in den USA aus rein imperialistischen Interessen und solchen des Profits jede unüberlegte Eskalationsstufe weiter runterstolpert, wobei wir offenbar längst bei „lose-lose“ angekommen sind.

    Genau so wenig kann ich die Berichterstattung des ZDF gutheißen.

    Die Amis haben den Iran eingekreist, sie traktieren ihn mit Sanktionen, sie mischen sich in jede regionale Politik ein, die Bürger dieser Länder sind ihnen vollkommen schnuppe. Egal wo sie schon waren oder sind: überall hinterlassen sie verbrannte Erde, Schmerz und Leid und Chaos.

    Ähnlich machen sie es mit Russland.

    Wer hat nochmal gesagt: „es wird keine Nato-Osterweiterung geben.“?

    Nicht nur Amtsenthebung würde ich befürworten, auch eine Anklage in Den Haag. Und mit ihm einer seiner Vorgänger, der mit Lügen und Betrug die Verwüstung des Orient angefangen hatte.

     

    Traurige Grüße,

    P.

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      Peter Boettel
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      Sehr gut, Piranha,

      ja, Maas würde diesem Irren im weißen Haus noch hinten rein kriechen, wenn  er frisch gesch… hätte, ebenso wie er dessen Nachahmer Bolsonaro, der den Urwald abholzen lässt, gleich nach dessen Wahl die Aufwartung gemacht hatte.

      Und was die Vorgänger des Trumpel anbetrifft, muss Bush erst übernaupt nicht erwähnt werden, während Obama völlig zu Unrecht den Friedensnobelpreis erhalten hat. Denn dieser hat mit seinen Drohnenangriffen bereits vielfache Morde an Zivilisten veranlasst. Dieser Nobelpreis wurde durch die Verleihung an Obama und auch an die EU total entwertet.

      Insofern hat die Tatsache, dass wir mit unserer Initiative für Theodorakis erfolglos waren, auch eine positive Seite, indem Mikis Theodorakis nicht unmittelbar in einer Reihe mit Kriegsverbrechern steht.

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    Peter Boettel
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    Oskar hat mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen.

    Unsere Medien stellen den Iran wieder als die schlimmen Übeltäter dar, während die USA angeblich die Guten sein sollen. Natürlich sind die iranischen Politiker, auch der getötete General keine Engel, aber dies gibt den Amis doch nicht das Recht, ihn umzubringen.

    Die Aussage, er habe Menschen auf dem gewissen, trifft ebenso auf die Amis zu, die doch nichts im Orient verloren haben, aber sie wollen natürlich das Öl vereinnahmen und ihr imperialistisches Gehabe noch mit einem angeblichen Versuch Soleimanis, Angriffe zu starten, was nirgendwo bewiesen ist, rechtferrtigen.

    Und genauso wenig ist die devote Haltung der Bundesregierung zu verstehen, die es nicht schafft, den kriegswütigen Trump und seine völkerrechtswidrigen Aktionen zu kritisieren. Wie groß wäre das Geschrei von Waffengrete Trump-Knarrenbauer, Maas oder anderer Pseudodemokraten gewesen, wenn Putin den General hätte umbringen lassen.

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      Volker
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      Und genauso wenig ist die devote Haltung der Bundesregierung zu verstehen, die es nicht schafft, den kriegswütigen Trump und seine völkerrechtswidrigen Aktionen zu kritisieren.

      Na ja, der Schuß ginge bitterböse nach hinten los, schließlich unterstützen wir die Psychopathen auf Wunsch, bejahen ihre schmutzigen Kriege und rechtfertigen sie dazu noch. Über Rammstein ermorden (Mediensprech: töten, klingt harmloser) die USA unschuldige Zivilisten am Band, mit freundlicher Genehmigung unserer Regierung, und mit Kriegswaffen-Exporten bringen wir diesen Wahnsinn in die Welt hinaus, zum Wohle menschenverachtender Interessengemeinschaften, in politischen Entscheidungen fest eingebunden.

      Devot wie skrupellos riskieren Marionetten-Politiker sogar einen Atomkrieg nach Gebrauchsanleitung.

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    Volker
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    Klare Worte. Irgendjemand müßte den Anfang mal machen, nur, wer ist so mutig, sein Leben zu riskieren und schickt die falschen Freunde nach Hause, mit all ihrer Drohnentechnik sowie Atomwaffen – ich meine: Ausweisung aus Deutschland, oder wäre dies eine Kriegserklärung?
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    heike
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    Den Grund dafür, dass das nicht passiert, Volker, hat Martin Walser 1970 mal „unlösbare Verstrickung an die Führungsclique der USA“ genannt.

    Damals ging es um die verweigerte Einreise von Diplomaten und Vertretern der vietnamesischen Regierung, die auf Einladung der „Initiative internationale Vietnam-Solidarität“ die Bundesrepublik besuchen wollten.

    In einem Brief an den damaligen Bundeskanzler schrieb er u.a.:

    „Ich nehme an, Herr Bundeskanzler, Sie und Ihre politischen Freunde hoffen, dass sich der amerikanische Krieg als ein vorübergehender Irrtum von selbst erledige. Wenn Sie der Ansicht wären, was die amerikanische Regierung in Vietnam verschuldet, gehöre zum schwer vermeidbaren Ausdruck amerikanischer Politik überhaupt, dann dürften Sie das nicht verschweigen.  …“

    Die Bundesrepublik hofft auch jetzt wieder, dass es nicht zu einem Krieg kommen wird. Falls doch, wird schon mal fleißig die Schuld dafür in der Rachsucht der Iraner festgemacht.

    Die Kriegsverbrechen, die die USA über viele Jahrzehnte zu verantworten haben, werden offiziell noch immer nicht beim Namen genannt.

    Zuerst haben sie die Indianer vernichtet und unterworfen, dann haben sie sich auf Latein- und Südamerika gestürzt, dann auf den Nahen Osten. Irak, Syrien, Jemen, Libyen …

    Überall auf der Welt werden Krisenherde von den USA angestachelt, um dort Macht und Einfluss zu gewinnen oder zu erhalten.

    Deutschland und Europa sollte sich von solchen Kriegstreibern distanzieren und unabhängig machen.

     

     

     

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    Brand,Hildegard
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    Lieber Oskar Lafontaine, liebe LeserInnen von “ Hinter den Schlagzeilen“ ,

    zu Ihrem  Artikel passt m.E.  auch mein  „Manifest“,  als mein Kommentar zu einem anderen Artikel in  “ Hinter den Schlagzeilen“  mit dem Titel  „USA & Iran: Reaktionärer Terror gegen soziale Aufstände“ .

    Es ist ein „Manifest“  zur Begründung von  globaler sozialer Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Selbstbefreiung der Völker, für einen Weltfrieden gegen Imperialismus, Ausbeutung von Ressourcen und Menschen, imperiale Kriege und gegen Diktatoren.

    Würde mich freuen, wenn Ihr alle mein „Manifest“ als Grundlage für solidarische Aktionen gegen die menschenverachtenden Weltbrandleger lesen würdet. Es enthält so alte, wohl bekannte Gedanken und Forderungen.

    Liebe Grüße Hildegard

     

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    Der Feind meines Feindes...
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    Und wie so oft beweisen unsere transatlantischen Freunde wiedermal:
    Sie sind schießwütige Desperados, die von Diplomatie soviel verstehen, wie ein Parasit von seinen Wirtstier, dass dieser dann dieses deswegen auffrisst, ohne die
    weitreichenden Folgen für sich und andere in Voraussicht zu erkennen.

    Wer zuviel Blei in den Taschen hat, kann schnell mit der Last untergehen. Doch zum Glück gibt es für die Desperados Vasallen zu genüge, die sich als Lastenträger bestens eignen.“

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    Brand,Hildegard
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    Kommentar s. oben

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