Sahra Wagenknecht: AfD macht Neoliberalismus plus Rassismus

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Armut und Reichtum driften nicht nur immer weiter auseinander, sie sind auch mittlerweile erblich. Was hat aber die AfD mit dem Ganzen zu tun – die „Partei der kleinen Leute“? Klein ist da wohl vor allem der Verstand ihrer Wähler, denn nur weil es den „Ausländern“ mit der AfD schlechter ginge, heißt dies noch lange nicht, dass es den Gering- und Normalverdienern unter den Inländern besser ginge. Vielmehr verkaufen die Alternativdeutschen ein vulgärdarwinistisches Gebräu aus Neoliberalismus und Rassismus. Furiose Rede von Sahra Wagenknecht.
[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=LBH9fPCIJwU[/youtube]

Anzeige von 11 kommentaren
  • Bettina Beckröge
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    Wow, was für eine Rede! Sarah Wagenknecht ist nicht nur eine brillante Rethorikerin, nein, darüber hinaus erkennt sie die Zusammenhänge, wie kaum ein anderer. Nichts hat sie ausgelassen, klar und deutlich formuliert, sodass ein jeder seine Freude daran hat, dieser Rede zu folgen.
    Ein jeder? Na ja, so manche Unternehmerbosse und die trägen unionsgesteuerten Politiker sicherlich nicht, aber das ist gut so, die sollen doch endlich mal aufwachen!
    Dumpinglöhne, Ausbeutung durch Leih- und Zeitarbeit, das unternehmerische Diktat von Überstunden, Chancenungleichheit bei Bildung, Rentenkürzungen, Verlängerung der Arbeitszeit bis zur Rente (Arbeiten bis zum Umfallen), Reduzierung von Löhnen und Gehältern bei gleichzeitiger Steigerung der Lebenshaltungskosten, Mietpreissteigerung und Einschränkungen im sozialen Wohnungsbau, das auseinander Klüften zwischen Arm und Reich inmitten einer Gesellschaft des Wohlstands als Folge der Herrschaft des Neoliberalismus.
    Einen kleinen, nicht ganz unwesentlichen Punkt vermisse ich allerdings in ihrer Rede: das Kündigungsschutzgesetz.
    Das Kündigungsschutzgesetz greift erst ab einer Beriebsgröße von 10 Angestellen. Wehe dem, der in einem kleineren Betrieb arbeitet, davon sind viele Menschen betroffen, der hat in diesem Punkt keinerlei Rechte und ist diesbezüglich der Willkür eines Arbeitgebers machtlos ausgeliefert. Es gibt weder einen Betriebsrat noch sonst eine Stimme, die sich für die Einhaltung des gesetzlichen Arbeitsschutzrechts im Betrieb einsetzt. Tut man es selber, dann wird man gefeuert, wie ein Hund vor die Tür gesetzt. Das DGB erlaubt es. Da setzt die Willkür des Arbeitgebers und die Daumenschraube durch Dumpinglöhne und Überstunden ohne Bezahlung an.
    Ich habe diesbezüglich meine leidlichen Erfahrungen machen müssen.
  • eulenfeder
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    …kündigungsschutz bedeutet ja dass man jederzeit kündigen kann und gut so !

    mein noch bestehender weltrekord waren 20 minuten beschäftigungs-verhältnis…

  • Bettina Beckröge
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    Liebe Eulenfeder, Kündigungsschutz ist das A und O im Arbeitsleben, ebenso wie das Arbeitsrecht. Es ist keine Freude zu erleben, wie man sein letztes Hemd hergibt, im Sinne des Arbeitgebers, im Sinne seiner Auftraggeber, im Sinne der Acquise für neue Aufträge, um im Anschluss feststellen zu müssen 800 geleistete Überstunden waren für den Papierkorb, um erleben zu müssen, dass all diese Überstunden, auf dem Stundenregister des Büros eigenhändig festgehalten, einfach gelöscht wurden. Une Conchonnerie par excellence!!!
    Eine Kündigung aus wirtschaftlichen Gründen- was hat man da in der Hand, wenn das Arbeitsschutzgesetz nicht greift? Das Büro wussste es, es ging aus der reaktion vorbei. Sie hatten im Vorfeld (!) ihren rechtsanwalt eingeschaltet und allle Eventualitäten ausgelotet. Das war eine verfluchte Wirtschaft, eine Wirtschaft an den Angestellten, eine Wirtschaft jenseits menschlicher Gebaren. Für alles habe ich Verständnis, selbst dafür, wenn es einem Büro schlecht geht und ich dafür, ob berechtigt oder nicht, den Hut ziehen muss, aber nicht für unehrliches und unseriöses Verhalten und nicht für einen unmenschlichen Umgangston.
    Ich habe daraus gelernt. Heute, bei meinem neuen AG, mache ich keine Überstunden mehr, oder ich feiere sie zeitnah ab. Ich zeige Grenzen auf. Das bewahrt mir den geraden Rücken und verschafft mir den nötigen Respekt.
    Gegenseitiger menschlicher Respekt ist ein entscheidender Punkt in der Arbeitswelt. Was man von mir fordert, fordere ich umgekehrt von meinem Gegenüber, egal wo und wann, selbst wenn das irgendwann mal meinen Job kosten würde.
  • Bettina Beckröge
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    P.S. Kleine Korrektur: der Satz sollte heißen: „Das war eine verfluchte Wirtschaft, eine Wirtschaft an den Angestellten vorbei….“
  • Manfred
    Antworten
    Nicht schlecht, Sarah Wagenknecht, und sie hat auch noch Recht. Warum wählen nicht noch mehr Menschen die Linken? Die Medien betreiben lieber Wahlkampf für die AfD.
  • klausi
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    Manfred: Könnte daran liegen, dass die Linke von dem Kind Kipping geführt wird. Auf Bundesebene ist die Linke aber immer noch eine Alternative! Eine mediale Unterstützung der AFD sehe ich eher nicht!
  • Bettina Beckröge
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    Wer die AFD wählt, der wählt aus politischer Unbildung und Frust heraus,
    wer die AFD wählt, wählt gegen menschliche Alternativen.
    Wer die AFD wählt, hat unsere deutsche Geschichte nicht verstanden.
    Wer die AFD wählt, wählt polizeistaatliche Forderungen.
    Einige Headlines aus dem Grundsatzprogramm der AFD:
    – Innere Sicherheit und Justiz
    – Polizeistaat stärken und Strafjustiz verbessern
    – Angriffe auf Amtspersonen härter bestrafen
    – Kein Datenschutz für Täter
    – Zivil- und Fachgerichte sind ein Standortfaktor
    Ich traue den AFD Wählern nicht zu, dass sie sich in Zielen und Kernaussagen der Parteienlandschaft auskennen. Das scheint mir der wahre Grund, warum AFD-Wähler die AFD und nicht sinnvolle Alternativen wählen.
  • Manfred
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    @ Bettina Beckröge, genauso sehe ich das auch.
  • Bettina Beckröge
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    Anbei ein aktueller Beitrag von heute im Spiegel online, Politik, der zeigt, wie sehr Sarah Wagenknecht’s Rede zutrifft,und wie zutreffend der Titel „AfD macht Neoliberalismus plus Rassismus“ getroffen wurde.
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-chefin-petry-warnt-vor-weiterer-zuwanderung-von-muslimen-a-1093495.html
  • Bettina Beckröge
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    Anbei für alle, die es interessiert, welch ein Schwachsinn die AFD in ihrem Grundsatzprogramm stehen hat, anbei die volle Version.
    https://www.alternativefuer.de/wp-content/uploads/sites/7/2016/03/Leitantrag-Grundsatzprogramm-AfD.pdf
    Man achte auf insbesondere auf folgende Kapitel
    Kapitel 4.3 „Bundeswehr stärken“
    Kapitel 6 „Familien und Kinder“ (back to the Middle Ages)
    Kapitel 7.2 „Deutsche Leitkultur statt Multikulturalismus“
    Kapitel 8.2.7 „Koranschulen schließen“
    Kapitel 9 „Einwanderung, Integrtion und Asyl“
    Kapitel 12.3 „Energiesparverordnung und EEG abschaffen“
    Kapitel 12.6 „Kernernergie Alternativen erforschen, bis dahin Laufzeitverlängerung“
    Ein Parteiprogramm für ein Gruselkabinett…

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