Schleichende Krankheit «Einsamkeit»

 In FEATURED, Gesundheit/Psyche

Der Psychiater Manfred Spitzer versteht sich wie kein zweiter darauf, neurowissenschaftliche Erkenntnisse gut nachvollziehbar zu formulieren. Seine neue Diagnose: Trotz digitaler Vernetzung leiden immer mehr Menschen unter Einsamkeit. (Quelle: Spuren)
https://spuren.ch/content/single-ansicht-news/datum////schleichende-krankheit-einsamkeit.html

Anzeige von 4 kommentaren
  • Bettina Beckröge
    Antworten
    Herbstgefühl Einsamkeit

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    Die Blätter fallen wie von weit,
    geweht aus langer Ferne,
    es neigen sich die Äste nieder
    mit trauernder Gebärde.

    Abends fällt die schwere Erde
    aus dem Himmel in die Einsamkeit,
    welke Blättern füllen nun die Körbe
    und hüllen sich in schweigendes Geläut.
    (18/06- BB)
    .
    Philip Glass -The Poet Acts
    https://youtu.be/fca2oXLe9g4

  • Bettina
    Antworten
    Digitale Vernetzung – Fluch oder Segen?

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    nach einer langen Studie von der Wirksamkeit von Facebook bin ich für mich zur folgendem Ergebnis gekommen:

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    Das Wissen:

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    Freundschaften erweisen sich im Geben und Nehmen.
    Freundschaften entwickeln sich im Dialog.
    Freundschaften sterben durch die Ignoranz.
    Freundschaften ersticken im Schweigen.

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    All diese Dinge gelten sowohl für das analoge, als auch für das digitale Leben, das aus der heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken ist.

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    Die Beobachtung:

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    Als ich Facebook zum ersten mal eröffnete, offenbarte mir FB eine Vielzahl an Freunden aus aller Welt, die angeblich nur darauf gewartet hatten, dass ich endlich ein FB-Profil eröffnete. Tatsächlich erhielt ich von niemandem einen Willkommensgruß, einen Applaus, geschweige denn einen Blumenstrauß. Darin spiegelt sich die Wirklichkeit zum digitalen Geschehen. Wir glauben, uns in einer digitalen Freundschaftsgemeinschaft, doch mit mit analogen Freundschaften ist das nicht gleich zu setzen. Freundschaften können sich nur im gegenseitigen, sich befruchtenden Austausch entwickeln. Einen persönlichen, sich gegenseitig befruchtenden Austausch erlebe ich lediglich mit vereinzelten FB-Freunden, die mir inzwischen ans Herz gewachsen sind. Ich kann sie an einer Hand abzählen. Im großen Massengeschehen erscheinen mir jedoch viele Beiträge als verflacht. Irgendwo wird etwas aufgeschnappt, und ohne eigenes Gedankengut hastig weiterverlinkt. Das verstopft die Kanäle und sprengt den Rahmen des erträglichen.
    FB = Massenkonsum? FB = lockerer Zeitvertreib?
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    Die Analyse:
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    Ich beobachte mit Argwohn die Verteilung von Likes und Herzchen auf FB. Warum die Likes und Herzchen? Ist das ein neues Bewertungskriterium der eigenen Persönlichkeit, als Bestätigung des analogen Seins auf digitaler Ebene. Benötigen wir diese Bewertungskriterien? Ist nicht eine analoge Umarmung oder auch nur ein warmes analoges Lächeln tausend mal mehr wert als ein digital vergebenes Herz von einem anonymen User? Ich kann nur sagen, wenn ich nach den von FB verordneten Like-Herz-Vitaminspritzen ginge, dann wäre ich längst an Vitamin Unterversorgung gestorben. Welch ein Glück, dass ich analog gut, aktiv und glücklich lebe und dabei auch noch auf meine Gesundheit und geregelte analoge Vitaminzufuhr achte! 🙂

    Mich beschleicht der Eindruck, dass sich viele FB-User die digitale Bewertungsschiene sehr zu Herzen nehmen. Vielleicht ist das der Antrieb, alles in einer affenartigen Geschwindigkeit hastig, ohne Eigenreflektion weiterzuverlinken, Das Ergebnis dessen ist ein vollkommen überquellendes soziales Netzwerk, in dem die wirklich wertvollen Artikel leider untergehen.

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    Die Schlussfolgerung:
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    Ich war nie ein Freund von Massenware. Massenware in Form von endlosen Posts von Posts, Teilen von Teilen, verlinken von verlinken ist genau das, was uns in digitalen Vernetzungen massenhaft entgegen strömt und uns zu überfluten droht in einem unstrukturierten, massenmedialen Erscheinungsbild. Mich macht es vollkommen kirre, wenn ich einmal die FB-Beiträge durchscrolle, die mir mein FB-Master jeden morgen präsentiert. Die Flut an nicht reflektierten Kurznachrichten droht mich zu überfordern.

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    Wir biedern uns dem Gewöhnlichen an, dem Mainstream, der großen digitalen Masse, in der Hoffnung auf ein bisschen Bedeutung und Anerkennung im World-Wide-Net. Die FB-verordneten Likes und Herzchen scheinen zu einem Grad der menschlichen Bewertung zu mutieren. Wenn der Stand an gewünschten Herzchen oder Likes zur persönlichen Befriedigung am Abend noch nicht erreicht ist, dann wird halt schnell noch ein Link verlinkt oder ein Katzenvideo reingestellt. Katzenvideos kommen immer gut.

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    Ist es wirklich das, was wir wollen, uns in Beliebigkeiten austauschen, uns vom Leben, von der Wirklichkeit ablenken? Kehren wir doch mal unsere Gedanken zu dem zurück, was uns im Kern eigentlich ausmacht, zu unserem Sein im Hier und Jetzt, zu unserer persönlichen Note. Haben wir wieder Mut, uns von der Masse abzugrenzen, machen wir uns endlich frei von digitalen Bewertungskriterien, die uns im analogen Leben nie weiterhelfen können, geben wir uns selbst wieder Raum. Schreiben wir wieder selbst, unsere eigenen Gedanken und Gefühle. Seien wir wieder analog.
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    Novalis – Wer Schmetterlinge Lachen Hört
    https://youtu.be/MMO2lrwF9ko

  • Palantir
    Antworten

    Irgendwo wird etwas aufgeschnappt, und ohne eigenes Gedankengut hastig weiterverlinkt

    Ja ja, wie bei der Datenschutzgrundverordnung…

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