So geht Klimaschutz

 in Buchtipp, FEATURED, Umwelt/Natur

50 Tipps, wie Sie einsteigen, mitmachen und helfen können. Wer sich auch nur ein bisschen mit der Klimakrise auseinandersetzt, kann angesichts der monumentalen Probleme leicht den Mut verlieren. Also schnell den Teppich anheben und das Problem drunterschieben? Mit Gerd Pfitzenmaiers Mut machendem Handbuch kann jeder ohne Umschweife zum Aktivisten werden. Man spürt, dass sich der Autor seit Jahrzehnten damit befasst, komplexe Mitweltthemen für ein breites Publikum verständlich aufzubereiten. Eine Rezension von Bobby Langer

 

Wer sich auch nur ein bisschen mit der Klimakrise auseinandersetzt, kann angesichts der monumentalen Probleme leicht den Mut verlieren. Also schnell den Teppich anheben und das Problem drunterschieben? Mit Gerd Pfitzenmaiers Mut machendem Handbuch kann jeder ohne Umschweife zum Aktivisten werden. Man spürt, dass sich der Autor seit Jahrzehnten damit befasst, komplexe Mitweltthemen für ein breites Publikum verständlich aufzubereiten.

Mut machend ist das Buch auf zweierlei Weise: zum einen, weil man sich damit eine Menge Lektürearbeit sparen kann und doch um die relevanten „facts“ weiß. Dabei schreibt Pfitzenmaier ohne erhobenen Zeigefinger und mit so „niedriger Messlatte“ (aber ohne die Dinge zu simplifizieren), dass sich sein Buch sogar als Bettlektüre eignet. Nach rund 50 Seiten weiß man Bescheid – nicht nur, wie die Dinge zusammenhängen (dass z. B. Artenschutz und Klimaschutz eng verbunden sind), sondern auch, wie akut und dringlich die Sache ist.

Zum anderen bleibt der Autor nicht bei der Analyse stehen. 50 Tipps, jeweils zweiseitig ausgeführt, informieren darüber, wie wir ohne große Mühe mitmachen und helfen können. Erfreulich ist, dass Pfitzenmaier sich dabei weniger auf Bekanntes stützt – wie „aufsteigen und losradeln“ –, sondern uns auf Zusammenhänge hinweist, an die man nicht gleich denkt. Dazu gehört, Holz statt Beton als Baustoff zu verwenden; als Mieter oder Vermieter Autos zu teilen oder helle Rollos und Vorhänge zu verwenden, um sich Zusatzenergie für eine Klimaanlage zu sparen.  Und wer denkt schon bei „Plastik“ daran, dass man es auch aus Klimaschutzgründen meiden sollte? Denn „Polycarbonat, Acryl oder Polyethylen setzen unter dem Einfluss von Sonnenlicht auch klimaschädliche Gase wie Methan frei“. Und wer im Getränkemarkt auf regionale Ware achtet, tut dem Klima einen besonders großen Gefallen. Getränke rangieren nämlich „hinter Fleisch auf Platz zwei der CO2-Verursacher bei Lebensmitteln“.

Der Reihe nach „abarbeiten“ muss man die Tipps nicht. Sie sind in fünf Schwerpunkten zusammengefasst (zum Beispiel „Arbeit und Freizeit“), die man sich in beliebiger Reihenfolge vorknöpfen kann. Und jeder Tipp endet motivierend mit der Überschrift „Ihr Erfolg“. Eine Minitabelle, „unser Klimaschutz-Index“, informiert über Aufwand und Ergebnis. Dass der Autor auch bei dem ernsten Thema seinen Humor nicht verliert, ist ihm besonders anzurechnen. Tipp 46 legt etwa nahe, sich statt eines Hundes oder einer Katze ein ganz anderes Haustier anzuschaffen, eines, das garantiert zum Schmunzeln verhilft.

 

Gerd Pfitzenmaier, So geht Klimaschutz. 50 Tipps: Wie Sie einsteigen, mitmachen und helfen können, 224 S., 18 Euro, ISBN 978-3-8319-0799-1

Comments
  • Ivo Hirtenkuss
    Antworten
    Ich weiß, ist natürlich „klimaschädlich“, trotzdem würde  ich im Kontext dieses Artikels gern den Film/ das Interview empfehlen, mit dem Filmemacher Marijin Poels, das Gunnar Kaiser im letzten Jahr geführt hat: https://youtu.be/Jx7dpwnZi84 Merke: Der Kopf ist bekanntlich rund, damit das Denken seine Richtung ändern kann. Bzw.: Hinterfrage alles, glaube wenig. Pflanze jedes Jahr mindestens einen Baum und erlerne die hohe,  aber einfache Kunst des Selberdenkens, gern auch  in Kombination mit einem Lehmbaukurs.

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