Vergiftete Atmosphäre

 in FEATURED, Politik (Ausland)

Alexei Nawalny, Foto: Evgeny Feldman, Lizenz Creative Commons 

Im Fall Nawalny ist nur klar, dass viele Fragen unbeantwortet sind — und dass er Russland schadet. Die Nato tagt und bundesdeutsche Politiker verschiedener Parteien fordern ein Stopp der Erdgas-Pipeline Nord Stream 2. Das gehört zu den Folgen der mutmaßlichen Vergiftung des russischen Politikers Alexei Nawalny. Die soll mit einem Gift aus der Gruppe der „Nowitschok“-Nervenkampfstoffe erfolgt sein. Ganz schnell waren sich viele im Westen einig: Die russische Regierung und Russlands Präsident Wladimir Putin stecken dahinter. Der wollte einen seiner angeblich schärfsten Kritiker zum Schweigen bringen, wird behauptet. Und schon wird wieder die Konfrontationsmaschinerie in Gang gesetzt, samt neuer Sanktionen gegen Russland. Doch was ist an den schnellen Beschuldigungen und vermeintlichen Klarheiten dran? Und was ist tatsächlich bekannt und bewiesen von dem angeblichen Anschlag auf Nawalny? Da sieht es sehr dünn aus, meint auch Walter Katzung, international renommierter Chemiewaffen-Experte. Wie bei dem in Großbritannien 2018 mutmaßlich vergifteten russischen Ex-Agenten Sergej Skripal und dessen Tochter gebe es im Fall Nawalny zu viele Fragezeichen. Tilo Gräser

„Ich sehe das jetzt eigentlich als den Fall Skripal 2.“ Das meint Walter Katzung, international rennommierter Chemiewaafenexperte, zu dem Fall des angebich vergifteten russischen Anwalts und Aktivisten Alexei Nawalny. Im Gespräch sagte er:

„Das läuft nach der gleichen Methode ab. Wenn man die Mitteilungen verfolgt, merkt man, dass es einen großen Widerspruch gibt. Die russischen Behörden und Institute behaupten von Anfang an, dass sie in den Blutproben und anderen biologischen Proben von Nawalny keinerlei Giftstoffe, die in diese Richtung deuten, gefunden haben.“

Katzung verwies auf eine Mitteilung aus dem Moskauer Toxikologischen Institut, dass dort das neueste US-Massenspektrometer eingesetzt werde. Dabei werde mit der aktuellen Spektrum-Bibliothek NIST gearbeitet, die von dem NIST-Institut in den USA kommt. Damit sei in den Proben von Nawalny nichts festgestellt worden.

Dagegen habe nun das Labor an der Bundeswehr-Akademie in München erklärt, es habe in den Nawalny-Proben aus der Berliner Charité eine Substanz aus der Nowitschok-Gruppe gefunden. Das Bundeswehrlabor arbeite garantiert auch mit gleichwertigen hochauflösenden Geräten und mit der gleichen aktuellen US-NIST-Spektrum-Bibliothek, so Katzung. Es sei aber nicht gesagt worden, welcher von den zahlreichen Nowitschok-Stoffen gefunden wurde. Der Experte betonte, er zweifle absolut nicht an den Aussagen und der fachlichen Wahrhaftigkeit der Wissenschaftler in München. Doch es bleibe für ihn die Frage, wie der Nervenkampfstoff in die Probe von Nawalny kam.

Katzung erinnerte an die Fragezeichen im Fall Skripal: So ist bis heute nicht einmal das weitere Schicksal des Ex-Agenten bekannt. Ebenso unbekannt ist, wer die Skripals mit der später im Labor in Porton Down festgestellten Nowitschok-Substanz vergiftet hat. Der Bericht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) spricht nur von „einer toxischen Substanz“. Doch in beiden Fällen, Skripal und Nawalny, ist angeblich klar, dass nur Russlands Präsident Wladimir Putin dahinter stecken kann. Katzung hat an dieser vermeintlichen Klarheit deutliche Zweifel.

Viele Fragezeichen

Er sieht „viele Fragezeichen“ im Fall Nawalny und dessen angeblicher Vergiftung am 20. August. Dazu gehöre, dass der russische Anwalt und Aktivist als ein äußerst vorsichtiger Mensch gelte. So habe er immer mehrere Hotels für Übernachtungen vorbestellt, aber jeweils kurzfristig ganz woanders geschlafen. Sein Umfeld, sein Stab, sei immer um ihn herum gewesen. Das müsse auch der Fall gewesen, als Nawalny auf dem Flughafen von Omsk einen Tee bestellte und trank.

Das Gift hätte von der Bedienung an der Bar zum Beispiel unter dem Tisch oder anderswo eingefüllt werden müssen. „Das wäre doch dem auf Vorsicht und Sicherheit achtendem Nawalny-Umfeld aufgefallen“, meinte der Experte dazu. „Dazu kommt bei einem solch hochgiftigen Stoff auch der Selbstschutz des Vergifters — auch wenn nur kleinste Mengen zu händeln sind.“

Es sei unwahrscheinlich, dass das im Flugzeug geschah. Dort habe Nawalny laut den Berichten nichts mehr zu sich genommen. Kurz nach dem Start in Omsk sollen schon die ersten Symptome aufgetreten sein. Für den Experten ist die Frage: „Wie ist das angebliche Gift in den angeblichen Tee gekommen, wo doch alle rundum genau aufgepasst haben?“ Eine andere Frage sei, warum die russischen Mediziner in Omsk bei Nawalny kein Gift fanden, in der Berliner Charité aber etwas gefunden wurde.

Ihn mache nach dem gemeldeten Analyseergebnis aus München von einer Nowitschok-Substanz noch etwas „sehr stutzig“: Die Charité habe dem russischen Politiker mit Atropin nur ein symptomatisches Gegengift (Antidot) verabreicht, das üblicherweise im Rahmen der Ersten Ärztlichen Hilfe und unterstützend gegeben wird. Das sei auch schon in Omsk geschehen. Das Mittel wirke bei Vergiftungen mit Cholinesterase-Hemmstoffen, zu denen die Nowitschok-Stoffe gehören, nur gegen die Symptome, nicht gegen die Ursache der Enzymhemmung.

„Wenn man ihn in der Charité angeblich nur mit Atropin behandelt, kann ich das überhaupt nicht verstehen — oder man legt aus informationstaktischen Gründen wie analog zum Fall Skripal die Klinik Salisbury die Therapie bewusst nicht offen.

Denn bei der bekannten Giftigkeit von Nowitschoks hätte er das nach aktuellem Kenntnisstand gar nicht überleben dürfen bisher.

Oder er hat nur sehr wenig aufgenommen, doch das erklärt wiederum das Koma nicht. Also irgendwo beißen sich hier die veröffentlichten Tatsachen. Leider sind umfänglichere verifizierbare Fakten Mangelware.“

Unklare Umstände

Soweit bekannt gebe es gegenwärtig kein sogenanntes kausales Antidot gegen Nowitschoks, erklärte der Experte. Deshalb werde in solchen Fällen bisher auf entsprechende Mittel, die Cholinesterase-Reaktivatoren, zurückgegriffen, die bei Vergiftungen mit phosphororganischen Stoffen, militärisch die G- und V-Kampfstoffe, eingesetzt werden. Die alleinige Behandlung Nawalnys mit Atropin, von der die Charité am 24. August sprach, sei unverständlich. „Das widerspricht den herkömmlichen Erkenntnissen.“

Die Nowitschok-Kampfstoffe hätten den gleichen strukturellen Aufbau wie die G- und V-Stoffe, so Katzung. Sie seien aber aufgrund ihrer speziellen Struktur noch wesentlich giftiger. Eine Vergiftung mit einem Nowitschok-Kampfstoff direkt im Umfeld von Nawalny hätten dessen Begleitpersonen nicht unbeschadet überstanden. Sein Stab habe sich ja intensiv, auch körperlich nahe, um ihn gekümmert. Das habe schon zu den Merkwürdigkeiten der offiziellen Erklärungen zum Skripal-Fall gehört.

„So wie der Vergifter braucht auch der Helfer Selbstschutz. Diese Stoffe gehen auch durch die Haut, sie sind perkutan wirksam. Das wissen wir aus dem 1995 erfolgten Mordfall an dem russischen Bankier in Moskau, wobei er und seine Sekretärin durch Anfassen des vergifteten Telefonhörers ums Leben gekommen sind. Nowitschok-Stoffe wirken auch inhalativ — das scheidet hier sicher aus — und natürlich auch oral, bei der Aufnahme mit Essen oder Trinken.“

An dem Ort, wo Nawalny mutmaßlich mit dem Tee das angebliche Gift aufnahm, hätten sich die mutmaßlichen Täter selbst schützen müssen. „Das wäre ja dort aufgefallen, wenn da jemand mit Handschuhen oder Maske hantiert. Da muss man irgendwie stutzig werden. Das gab es aber nicht.“

Fehlende Transparenz

„Nun steht Meinung gegen Meinung. Aus meiner Sicht wäre es nun Aufgabe der Bundesregierung, die immer auf absolute Transparenz dringt, die Transparenz zu gewährleisten. Nicht nur zu sagen, da wurde etwas gefunden, sondern die Analyseergebnisse offenzulegen.“

Die russische Generalstaatsanwaltschaft habe vor Tagen ein Ermittlungsersuchen an die Charité geleitet und um die Behandlungsunterlagen gebeten. Russland sei ebenso an den Analyseergebnissen interessiert. „Bisher hat die Bundesregierung das alles verweigert.“

Der aus der DDR stammende Experte hat mehrere Jahre in der forensischen Chemie sowie militärtoxikologisch gearbeitet und war auch gutachterlich tätig. Auf die Frage, ob die russische Bitte einem üblichen Verfahren entspricht, sagte er:

„Das ist völlig normal und ‚lege artes‘, entspricht also den Regeln. Es geht um einen gerichtsfesten, von unbeteiligten Dritten nachprüfbaren und nachzuvollziehenden Nachweis bzw. Beweis, so wie das von jedem Gutachter gefordert ist. Die russische Generalstaatsanwaltschaft und Polizei, sogar schon in Omsk, haben ja kurz nach Bekanntwerden der Vergiftungsvermutungen angefangen, selbst zu recherchieren. Somit ist das aus meiner Sicht völlig legal und trägt natürlich auch zu einer wirklichen Aufklärung bei.“

Aus Sicht von Katzung steht auch im Fall Nawalny die Frage nach dem Cui bono, die Frage, wem ein Verbrechen nutzt.

„Das schadet Russland in jedem Maße. Da sind die harten Auseinandersetzungen in der EU und in der Nato gegen die Bundesrepublik wegen des Baus der Pipeline Nord Stream 2. Das sehe ich an erster Stelle. Zweitens ist da der Wahlkampf von Trump. Der braucht Erfolgserlebnisse und der will sein Fracking-Gas verkaufen. Das wäre ein Erfolg, auch ein wirtschaftlicher, wo die USA-Wirtschaft ja ziemlich heruntergefahren wurde und auch schon Fracking-Unternehmen pleite gegangen sind.“

Hinzu kämen die üblichen Falken in der bundesdeutschen und europäischen Politik. Zu Ersteren gehören für ihn die Grünen, zu den anderen Polen, Ukraine und die baltischen Staaten. Diese würden die relativ gemäßigte Russland-Haltung der Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisch sehen. Die aktuelle Situation in Belarus gehöre ebenfalls dazu, wo dem Anschein nach versucht werde, dort ukrainische Verhältnisse zu schaffen.

„Das fällt ja auf, dass in solcher schwierigen Situation genau so was passiert, was eigentlich nur Russland schaden kann. Russland hätte ja dann, wenn das absehbar ist, die Ausreise gar nicht genehmigen brauchen. Sind Verantwortliche dort wirklich so unbedarft, um es höflich auszudrücken, so ein Echo loszutreten?“

Politischer Hintergrund

Zu den Äußerungen bundesdeutscher Politiker meinte er:

„Ich kann nicht immer bloß Anschuldigungen von mir geben, wenn ich die nicht belege. Demzufolge sollte man die Analyseergebnisse offenlegen.“

Schon beim Fall Skripal seien die Analyseergebnise nicht offengelegt worden. Erst nach Verhandlungen innerhalb der OPCW seien den Mitgliedsländern die Testergebnisse übermittelt worden. Aber für die Öffentlichkeit habe es nur ein Kommuniqué gegeben. Das habe die Tatsache der Vergiftung der beiden Skripals bestätigt, aber nichts zu den Analyseergebnissen gesagt. Aber selbst dieses Vorgehen fehle nun im Fall Nawalny.

Zur Frage, warum die Fakten nicht offengelegt werden, sagte der Experte: „Ich sehe da nur einen politischen Hintergrund. Es ist auffällig, dass diese Sache Nawalny ähnlich wie die Sache Skripal zu einem politisch angespannten Zeitpunkt auftaucht. Hier sind wirtschaftliche und politische Interessen miteinander vermengt.“

Katzung wundert sich, warum sich die Bundesregierung diese Probleme selbst „an den Hals geholt hat“, indem sie auf die Ausreise von Nawalny aus Russland nach Berlin in die Charité gedrungen hat. „Interessant ist, dass die russische Regierung, selbst Putin, gesagt hat: Dem steht überhaupt nichts entgegen. Und wenn ich etwas verbergen will, hätte ich das nicht genehmigt.“

„Hier laufen eine ganze Menge politischer Situationen zusammen, die gegeneinander stehen. Ich denke, dass hier die Politik versucht, zu dominieren, und die wirklichen Fakten dabei hinten runter fallen.“

Westliche Kenntnisse

Katzung erinnerte daran, das die in der Sowjetunion entwickelten Nowitschok-Kampfstoffe dem Westen seit Anfang der 1990er Jahre bekannt sind. Die USA haben 1992 ausführliche Informationen vom Überläufer Wil Mirsajanow erhalten. Sie haben zudem damals die entsprechende Produktionsanlage in Nukus südlich vom Aral-See im heutigen Usbekistan auf Bitten von dessen Regierung abgebaut. Das geschah laut Katzung „ohne internationale Kontrolle“. Die USA hätten verständlicherweise vor allem Interesse am Wissen um die Kampfstoffe gehabt, erklärte er im Gespräch.

Deshalb sei das damalige angebliche westliche Nichtwissen um den angeblich im Skripal-Fall eingesetzten Nowitschok-Stoff A 234 erwiesenermaßen nur vorgetäuscht gewesen. 2018 berichteten bundesdeutsche Medien, dass auch der Bundesnachrichtendienst (BND) sich in den 1990er Jahren Nowitschok-Proben aus Russland organisierte.

Katzung wies ebenso darauf hin, dass die OPCW 2016 vier iranische Wissenschaftler beauftragte, Stoffe aus der Nowitschok-Gruppe zu synthetisieren. Ziel sei gewesen, die Nachweismethoden zu entwickeln, um bei eventuellen künftigen Zwischenfällen mit diesen Giftstoffen diese schnell bestimmen zu können.

Viele Unklarheiten

Der Experte verwies auf eine Merkwürdigkeit im aktuellen Fall Nawalny: Nur in einer Meldung der russischen Nachrichtenagentur Interfax sei ein Stoff genannt worden, der angeblich in den Proben des angeblich vergifteten Politikers gefunden worden sei.

Danach habe die Polizei von Omsk mitgeteilt, sie habe bei Nawalny den Stoff 2-Ethylhexyl-Diphenylphosphat gefunden. Das ist laut Katzung an sich ein relativ ungefährlicher Stoff. Er werde in der Regel Kunsstoffen als Flammenhemmer hinzugesetzt.

Dieser Stoff könne aber als Komponente für hochgiftige Bicyclo-phosphororganische Verbindungen dienen, von denen einige die Gefährlichkeit der bekannten Nervenkampfstoffe einschließlich der Nowitschoks weit übersteigen. Allerdings steht bei ihnen die Cholinesterasehemmung nicht im Vordergrund. Das Opfer erleide in der Folge schnell heftige Krämpfe, die angeblich bei Nawalny beobachtet wurden. Der Experte ist aber nicht sicher, ob die entsprechenden Informationen zu dem gefundenen Stoff korrekt sind und ob dem Polizeilabor in Omsk eventuell ein Fehler unterlief.

Gefragt, was aus seiner Sicht im Fall Nawalny als gesichert gelten kann, sagte Katzung:

„Sicher ist nur, dass er schwerkrank ist. Gut, man hat diesen Stoff gefunden. Wie er dahin gekommen ist, weiß niemand im Augenblick.“

Er erinnerte an den Fall des 2004 bei einem Giftanschlag verletzten ukrainischen Präsidentschaftskandidaten Viktor Juschtschenko. Später wurde berichtet, dass damals Juschtschenkos Blutproben nach der Entnahme mit einem Dioxin versetzt wurden, bevor sie offiziell untersucht wurden.

Es sei berichtet worden, „dass die Proben von Juschtschenko in die USA geflogen wurden und dort mit Dioxinen, das ist ja eine ganze Gruppe, versetzt wurden, und dann erst wieder zur eigentlichen Untersuchung kamen. Juschtschenko hat einige Jahre später gesagt: Er wisse darum, aber er könne dazu nichts sagen. Eine Mitarbeiterin der Kiewer Generalstaatsanwaltschaft, Larissa Tscherednitschenko, hat in der ukrainischen Zeitung Segodnja darüber berichtet. Die Veröffentlichungen liegen vor.“

Das weise in eine mögliche Richtung auch im Fall Nawalny, wofür es aber derzeit keine Belege gebe. Katzung meinte abschließend im Gespräch:

„Es gibt derzeit keinen Beleg für die schnellen Erklärungen, was mit Nawalny passiert ist. Und wenn irgendwo ein Wasserhahn tropft, ist immer Putin schuld.“

 

Dr. Walter Katzung, Jahrgang 1942, war mehrere Jahre im Chemischen Dienst der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR und als Leiter der Unterabteilung (UA) Chemischer Dienst des Ministeriums für Staatsicherheit (MfS) tätig. Später arbeitete er als Wissenschaftler mit dem Status „OibE“ (Offizier im besonderen Einsatz) an der Sektion Kriminalistik der Humboldt-Universität zu Berlin, im Fachbereich Forensische Chemie. Nach dem Untergang der DDR war er als Toxikologe freiberuflich und als Projektleiter in einer Kampfmittelbeseitigungsfirma, Bereich Chemiewaffen, tätig und wurde als solcher von nationalen Behörden und von internationalen Organisationen auch als Chemiewaffenexperte angefragt. Weitere Informationen zu Dr. Katzung sind hier am Ende eines Beitrages bei Sputniknews zu finden.

Dieses Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.

 

Dank an den Rubikon, www.rubikon.news, wo dieser Artikel zuvor erschienen ist.

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    Ulrike Spurgat
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    Ein sachlicher unaufgeregter Artikel der nachdenklich stimmt.

    Die faschistische Traditionslinie funktioniert bis heute. Ob der Russe noch „kleine Kinder frisst?“

    Der „Iwan“ und der „Untermensch“ ist aber Teil Europas. Selbst dann, wenn es den Damen und Herren der Bundesregierung nicht gefällt. Rußland das flächengrößte Land der Erde mit seinen elf Zeitzonen und Bödenschätzen die lange auf den Listen der Konzerne stehen und an die will man ran. Hitler nannte das „Lebensraum im Osten“.  Und dass macht einen Teil ihres Hasses auf das heutige Rußland aus.

    Und natürlich der „verlorene Krieg“.

    Für die USA wäre es ein Albtraum wenn Deutschland und Rußland friedlich und freundschaftlich nebeneinander leben würden. Das werden sie zu verhindern wissen mit all ihren Röttgens, Trittins, den Roths und den Görings (Eckhardt), den Klinbeils, den Liebichs usw. Da kommen ihnen die Länder Osteuropas in der EU gut zu pass die historisch näher den USA stehen als der EU.

    Die GRÜNEN haben den Faschisten auf dem Maidan zugejubelt; diese Heuchler mit ihrem Hass auf Rußland.

    Westlich orientiert soll Nawalny sein. Ein „Demokrat“ und ein „Oppositioneller“ aber das wichtigste ist…“Kreml Kritiker“ und deswegen ein „Heiliger“.

    Putin ein ehemaliger KGB Mann ist alles aber nicht blöd.

    Einige Bemerkungen einer rußischen Journalistin zur Rolle Nawalnys in Rußland:

    Nawalny hat mit seiner „liberalen“ Partei bei den letzten Wahlen noch keine 2% erhalten. Danach wechselte er zu einer nationalistischen Partei.

    Im Georgienkrieg hat er gefordert, die ethnischen Säuberungen auszuweiten und die Georgier als „Kakerlaken“ bezeichnet. Öffentlich hat er aus seinen chauvinistischen rassistischen und nationalistischen Überzeugungen keinen Hehl gemacht schreibt die mir bekannte Journalistin.

    Eben fällt mir die Rede des US-Faschisten Mitt Romney von 2012 in die Hände.

    Aus der Wahlrede eines Präsidentschaftskanditaten der USA.

    Einige Ausschnitte:

    Zitat Anfang:

    ……….Dieses wilde Land, unter Leitung eines ständigen Präsidenten Putin, stellt nicht nur für die USA eine Bedrohung dar. Rußland ist eine Bedrohung für die ganze Menschheit.

    …..Heute hat Präsident Putin entschieden , die Freiheitsheldinnen, die musikalischen Göttinnen aus der Gruppe „Pussy Riot“ hinter Gitter zu bringen.

    Heute begann er, unseren Freund , Herrn Nawalny , zu verfolgen , der nach der Zeitschrift „Foreign Policy“ auf der Liste der globalen Denker der Gegenwart steht……………….Er (Putin) fürchtet, daß Herr Nawalny ihm Konkurrenz machen kann und bei den Präsidentenwahlen siegen. Das können wir nicht zu lassen. Nur Herr Nawalny ist fähig , Rußland die Freiheit und die Demokratie zu geben.

    …….Unsere Aufgabe ist es , Rußland zu zwingen sich von innen zu zerfressen, die Wirren und die Zwietracht zur Gesellschaft dieses Landes beitragend.

    Wir werden die Russen zwingen, zu den Waffen zu greifen . Wir werden die Tschetschenen, die Tataren, die Baschkiren, die Dagestaner gegen die Russen aufbringen. Wir sind verpflichte, sie zu zwingen , miteinander zu kämpfen. Wir sind verpflichtet, die Handlungen zu vervielfachen, die auf die Diskreditierung der orthodoxen Kirche in Rußland gerichtet sind…………..

    Und wenn nicht von dem Obengenannten ansprechen wird, bleibt uns nichts anderes übrig, als diesem Land einen schnellen und siegreichen Krieg zu erklären.

    Schnell, weil wir nachdem wir drei Monate den Kauf von Gas und das Erdöl bei diesem Land einzustellen, die Regierung des Präsidenten Putins nichts mehr hat um das Gehalt für die Militärs zu bezahlen. Und wenn man unsere Truppen in dieses Land einbringen werden, hat man niemanden mehr, um es zu schützen.

    Weil wir bei den Russen seit langem den Geist des Patriotismus vernichtet haben, sie in eine Nation böser, kleinlicher und neidischer Untermenschen verwandelt haben. Wir haben sie gezwungen, ihr Land zu hassen einander zu hassen, die eigene Nation zu hassen. Es gibt keine Russen mehr, wir haben sie zerstört.

    Wir haben die UdSSR zerstört, und wir werden auch Rußland zerstören.“

    Zitat Ende

     

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      Piranha
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      Bundespressekonferenz am vergangenen Freitag:

      Seibert auf die wiederholten Nachfragen von Tilo Jung: „Nawalny ist in Russland vergiftet worden, das ist die Wahrheit. Mehr werden sie von mir nicht hören.“

      Selbst auf die Nachfrage, wieso denn eine Blutprobe an die Bundeswehr geschickt wurde (was ja impliziert, dass dort das Nervengift vorhanden ist) kam keine Antwort. Auch nicht zur Frage, weshalb man der russischen Seite keine Probe geschickt hat wie von dort erbeten: keine Antwort.

      Es wird einmal sein wie so vieles, worüber wir die Wahrheit nicht kennen sollen: es wird zur Verschlußsache für 50 – 100 Jahren erklärt – siehe NSU.

      Die BPK könnte man sich zur Hälfte sparen, zu oft kommt auf Nachfragen: „dazu kann ich nichts sagen /dazu liegt mir nichts vor /ich weiß darüber  nichts / das müsste ich ggf. nachreichen / aus laufenden Gesprächen kann ich ihnen nichts berichten /zu gegebener Zeit wird sich der/die Minister*in äußern / usw.

      Verlogenheit zeigt er – ganz dem offiziellen Narrativ folgend – indem er bzgl. Corona einen positiven PCR-Test mit einer Infektion gleichsetzt. Ich bin sicher, dass er wissen kann, dass der bis heute nicht validierte PCR-Test nie als  Diagnoseinstrument genutzt werden kann, mithin keinerlei Infektionen damit nachgewiesen werden, sondern lediglich ein Coronavirus oder Partikel davon. Ob eine Infektion – schwach oder weniger schwache vorliegt, liegt bei dem behandelnden Arzt.

      Deshalb sind die Daten des RKI irrelevant, da sie dies nicht aufschlüsseln oder mindestens darauf hinweisen.

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    Marla
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    Danke @Ulrike für die Hinweise…..

     

    Meine Thesen: es geht nur um die schleichende Zersetzung des Widerstandes der Bevölkerung! Bislang sind zu viele noch auf ‚kein Bock auf kalten Krieg‘ aber ’steter Tropfen höhlt den Stein‘ …. Das würde auch erklären, warum soviel Ungereimtheiten gerade seitens Deutschland auftauchen! (Es sind doch Ärzte hin geflogen, haben N. untersucht…. doch man hört, liest liest nix von ihnen und ‚unterschlägt‘ man deren Erkenntnisse! Merkwürdig! Auch diese Helferorganisation: äusserst merkwürdig und dubios!)

     

    Meine VT mittlerweile: der hat sich selbst ‚vergiftet‘: bessere PR konnte er gar nicht bekommen! Merkwürdig fand ich von Anfang an wie gut die PR Tante informierte! Wie schnell Bilder und Pressetexte die Runde machten! (N.wird zum Scheinriesen aufgebaut… passt irgendwie und erinnert an Venezuela!)

    (Vll bin ich nicht abgebrüht genug, aber ehrlich: wenn in meinem Umfeld jmd vergiftet wird, dann kann ich mich erst mal um mich und die meinen kümmern… Hier war sofort alles auf Öffentlichkeit und PR getrimmt! Merkwürdig!)

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      Ulrike Spurgat
      Antworten
      Schön von dir zu lesen, Marla und sehr gut beobachtet.

      Wilde Spekulationen die ins Kraut schießen. Das sind sie sich doch fast alle einig: Der Russe war es !

      Putin schleicht des nachts auf russischen Bärenfellschluppen durch die Straßen um eine Nullnumer Krawalny in die ewigen Jagdgründe zu befördern. Letztendlich aber zu blöd ist….Und wieder überlebt einer der eigentlich tot sein müsste. Wer mit Novitschok in Berührung kommt ist mausetot. So ist mein Wissensstand.

      Einer der schlechtesten Räuberpistolen die man sich zurecht gelegt hat.

      Alles ist möglich… Nur, dass die russische Regierung so selten dämlich ist den Mann zu vergiften ihn anschließend nach Deutschland abzuschieben um selber dann in der Folge wieder einmal mehr am Pranger zu stehen….und sich vom Maas Männchen und Co vorführen zu lassen ist schon fast beleidigend für Präsident Putin und seinen Ausnahmediplomaten Lawrow. Da ist die Bundesregierung einsame Spitze: Sie moralisieren, sie sanktionieren, sie manipulieren in besonders bösartiger und erniedrigender Weise wobei die Gesellschaft wie du richtig erkannt hast kein Interesse an einem Krieg haben kann. Nicht nach den grausamen Kriegen des letzten Jahrhundert die im historischen kollektiven Gedächtnis eingebrannt bleiben.

      Die NATO braucht eine weitere Rechtfertigung und somit wird der „alte Hut des kalten Krieges“ aus der Krümelkiste heraus gezaubert. Und den kalten Krieg hat es so aus meiner Sicht nicht wirklich gegeben. Es war und ist eine Ideologie. Rußland muss weg. So brutal und so einfach ist der Klang einer Melodie die menschenverachtender nicht sein kann.

      Wie mag es den russischen Familien dabei gehen die ihre Toten niemals vergessen werden….und auch ich werde sie niemals vergessen.

      1991 gab es jeden Grund die NATO das Kriegs Bündnis aufzulösen. Nichts ist passiert…An neuen und alten Feindbildern wurde und wird wieder gestrickt….

      Aggressiver und expandierender als man sich vorstellen kann.

      Das Militär und Kriege sind der größte zu verachtende Zerstörer von Mensch und Natur. Milliarden kassieren die Mörder in den Rüstungsindustrien und meinen „Alten“ können sich nicht mal eine Tasse Kaffee leisten.

      Und auch da stimme ich dir zu. Die Ähnlichkeit mit Venezuela, dass man durch Sanktionen wieder und wieder das Volk „zwingen“ will aufzugeben und sich dem Kriegstreiber USA auszuliefern ist naheliegend.

      Nach Krieg sind Sanktionen das gemeinste und hinterhältigste was man den Völkern antun kann. Kranke bekommen ihre lebensnotwendigen Medikamente nicht….die Infra Struktur bricht zusammen und die betroffenen Völker leiden.

      Währenddessen schert das die Politiker einen feuchten Dreck.

      Sie faseln von „Demokratie“ und von „Menschenrechten“  …..und ich kann wieder einmal gar nicht soviel Fr…. wie ich Ko…. könnte.

      Zum Abschluss: War es nicht der Giftzwerg Schäuble der Griechenland sehenden Auges hat in den Abgrund stürzen lassen mit seinem: „Verträge müssen eingehalten werden!“ Und wo ist denn bitte die Vertragssicherheit für Nord Stream 2 ? Egal, Scheißegal. Die Amis wollen ihr teures Flüssiggas verhökern. Unter Einbeziehung aller Wildwest Methoden.

      Danke, Marla für deinen wichtigen Beitrag.

      Bis bald wieder, Ulrike

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    Peter+Boettel
    Antworten
    Zum Fall Navalny habe ich folgenden Leserbrief an die Frankfurter Rundschau geschickt:
    „Seit mehreren Wochen überschlagen sich die Nachrichten zum Fall Navalny und vor allem die Forderungen der Hardliner Röttgen, Kramp-Karrenbauer, Ischinger, Maas sowie auch Trittin, Göring-Eckardt u.a. nach Sanktionen gegen Russland und die Beendigung des Projekts Nord-Stream 2.

    Man muss gewiss kein Freund von Russlands Präsident Putin sein, und es dürfte auch unbestritten sein, dass Russland kein demokratischer Staat ist, aber es ist fatal und stellt vor allem keineswegs ein Zeichen von Entspannungspolitik dar, wenn bei jeder Gelegenheit versucht wird, die Drohungen des Kalten Krieges der fünfziger und sechziger Jahre zu übertreffen, Putin für alles Negative in der Welt verantwortlich zu machen und die Keule gegen Russland in dieser Weise zu schwingen, wie es manche Politiker und Medien derzeit praktizieren. Wie in einem Leitartikel der FR erwähnt, ist bisher keineswegs erwiesen, wer tatsächlich versucht hat, Navalny zu vergiften und wer hierzu den Auftrag erteilt hat.

    Andererseits müssen zugleich folgende Fragen an die Scharfmacher gegen Russland gestellt werden: „Welche Forderungen haben Sie an Trump im Januar dieses Jahres gerichtet, als dieser unbestritten befahl, den iranischen General Soleimani zu ermorden? Was haben Sie gegegenüber Trump unternommen, als dieser sich sogar live darüber unterrichten ließ, wie eine Drohne die Wagenkolonne des Generals mit Raketen beschoss? Welche Maßnahmen haben Sie gefordert, als neben dem Tod Soleimanis weitere zehn Menschen umgekommen sind? Wie haben Sie sich angesichts der traurigen Tatsache verhalten, dass dieser Angriff ausgerechnet auf dem US-Flugplatz Ramstein in der Pfalz gesteuert wurde? Gab es jemals eine Forderung von Ihnen, gegen die USA Sanktionen zu verhängen, wie Trump es seit seinem Amtsantritt laufend androht und teilweise auch praktiziert? Haben Sie in gleicher Weise, wie Sie den Baustopp von Nord-Stream 2 verlangen, die Ablehnung des teuren, umweltschädlichen Fracking-Gases gegenüber den USA gefordert?“

    Nachdem im Falle einer Beantwortung meiner Fragen höchstwahrscheinlich alle Fragen mit „Nein“ beantwortet würden,sollte eine objektive Untersuchung des Falles Navany und deren Ergebnis abgewartet werden, bevor man einseitig die Russen für alles Unheil dieser Welt verurteilt, während man über sämtliche nachgewiesenen Verbrechen des „Bündnispartners“ wohlwollend hinwegschaut und dazu dessen Drängen nach Erhöhung des Kriegsetats bereitwillig Folge leistet, obwohl diese finanziellen Mittel für friedliche Zwecke im Interesse der Menschlichkeit benötigt werden.“

    • Avatar
      Ulrike Spurgat
      Antworten
      Moin, moin Peter + Boettel,

      bitte um eine Info ob und wann veröffentlicht…….

      Danke.

      • Avatar
        Peter+Boettel
        Antworten
        Moin, moin,Ulrike Spurgat,

        bisher leider noch nicht; werde mich melden, wenn ich es mitbekommen habe.

        Viele Grüße

        Peter Boettel

      • Avatar
        Peter+Boettel
        Antworten
        Moin, moin,Ulrike Spurgat,

        der Leserbrief ist heute in der Printausgabe der FR erschienen.

        Außerdem ist er im FR-Blog unter http://frblog.de/nawalny-2/ heute veröffentlicht.

        Viele Grüße

        Peter Boettel

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    A.K.
    Antworten
    Gedankenspiel:

    Martina Sonneborn oder wer auch immer von nicht besonders großen politischen Bedeutung, wird auf seinem Flug von Berlin nach Brüssel ohnmächtig. Notlandung und Einlieferung in Düsseldorf. Er wir in künstliches Koma versetzt. Sofort schrillen die Alarmglocken in Russland und China. Wer sonst sollte das gewesen sein, als der Geheimdienst. War Martina doch immer mal wieder mit unangenehmen Reden aus dem Rahmen gefallen. Die Klinik in Moskau, Spitzenmedizin in der Welt insbesondere in Sachen Vergiftung und die Angehörigen veranlassen eine Überführung. Währenddessen verschwindet ein unbekannter Begleiter. ebenfalls nach Russland..“. naja zugegeben bisschen langweilig.weil sowieso undenkbar, Ausgang bislang ungewiß-und eigentlich auch ziemlich egal,

    wichtig ist was hinter der Bühne passiert.

    https://www.rationalgalerie.de/home/nato-brand-droht

     

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