Wann darf man von „Faschismus“ sprechen?

 in FEATURED, Holdger Platta, Politik

Tor, Lager Auschwitz

Wir kennen das Dilemma, gerade jetzt, da sich autoritäre Strukturen unter Verweis auf Corona in Deutschland wieder zu etablieren beginnen: Sehr leicht rutschen Kritikern der Regierungsmaßnahmen „Nazi-Vergleich“ heraus. Da wird von einer „Corona-Diktatur“ und von „Gesundheitstotalitarismus“ gesprochen, ein Mädchen verglich sich auf einer Protestveranstaltung mit Anne Frank, ein anderes mit Sophie Scholl. Die Reaktionen des „Corona-Mainstreams“, aber speziell auch der „Linken“, fallen in solchen Fällen meist reflexartig-entrüstet aus. Von einer „Bagatellisierung“ der furchtbaren Geschehnisse während der Nazi-Diktatur wird meist gesprochen. Und eben, weil dieses Thema so eminent aktuell ist, haben wir diesen älteren, sehr klug differenzierenden Artikel von Holdger Platta noch einmal hervorgeholt. Weist jemand Faschismus-Vergleiche als übertrieben zurück, so Holdger, beweist er damit ein feines Gespür für die Schwere der damaligen Nazi-Verbrechen. Andererseits: Wird die Bezeichnung aktueller Vorgänge als „faschistisch“ zu stark tabuisiert, widerspricht dies dem Grundsatz „Wehret den Anfängen“ – schützt eine solche (Über)vorsicht auch heutige Menschenrechtsverletzer vor berechtigter Kritik. Holdger Platta

Ich möchte an dieser Stelle die Frage stellen, ob man auch heutige Prozesse oder Geschehnisse unter bestimmten Voraussetzungen bzw. bei Gegebenheit bestimmter Fakten als „faschistisch“ bezeichnen darf. Es ist gleichzeitig die Frage danach, wieso wir so empfindlich und oft mit schärfster Abwehr reagieren, wenn einer diese Behauptung aufstellt: jawohl, es gibt wieder faschistische Geschehnisse und Prozesse in der Bundesrepublik.

Ich vermute, die meisten von uns reagieren deswegen derart heftig mit einem Gefühl der Abwehr, wenn Gegenwärtiges als „faschistisch“ ausgegeben wird, weil uns allen angesichts solcher Behauptungen überdeutlich die ungeheure Schrecklichkeit dessen, was Faschismus tatsächlich war, vor Augen tritt. Um es nur auf zwei Begriffe zu bringen: Faschismus, das war der terroristische Überwachungsstaat und die systematische, fabrikmäßig betriebene Ermordung von Juden und anderen (zumeist zusammengefasst unter dem Begriff ‚Auschwitz’).

Insofern steckt in dieser spontanen – fast möchte man sagen: reflexartigen – Reaktion auf die Behauptung, womöglich seien auch heutige Geschehnisse oder Prozesse bereits als „faschistisch“ zu bezeichnen, ein zutiefst humanes Moment bzw. ein zutiefst humanes Motiv! Es tritt in dieser heftigen Reaktion zutage, dass der Betreffende sehr genau weiß, was Faschismus tatsächlich ist: die schlimmste Menschenverrohung, die sich denken lässt, ein Menschheitsverbrechen schlechthin, im Kern und im Wesentlichen kaum etwas anderes als furchtbarste Menschenverfolgung und Genozid.

Dieses Wissen zeigt, dass der betreffende Mensch gerade nicht, was die Vergangenheit Deutschlands angeht, Opfer von Verleugnungs- und Verdrängungstendenzen im eigenen Inneren ist; und dieses Wissen, diese spontane reflexartige Zurückweisung des Faschismus-Vorwurfs zählt daher auch zum Humansten in uns: Es schützt die Vergangenheit vor ihrer Verharmlosung durch Abwehr unangemessener Skandalisierung von Geschehnissen und Prozessen in unserer Gegenwart. Auch als sachlich falsch oder verkehrt erscheint uns diese Abwehr deshalb nicht.

Faschismus: das ist doch unüberbietbares Unmaß des Verbrechens, im Namen des Staates zudem, Faschismus, das ist Bruch mit jeglicher Menschlichkeit. Faschismus, das ist mit nichts anderem vergleichbar, deswegen auch die dem Faschismus – völlig zu Recht! – zugeschriebene „Singularität“. Wie kann man da auch nur irgendetwas in der Bundesrepublik auch nur annähernd als faschistisch oder Faschismus bezeichnen?  Und dennoch ist an dieser Stelle eine Frage an diese Frage zu stellen, eine wichtige Frage sogar: Ist Faschismus (und „faschistisch“) tatsächlich nur das – Auschwitz nämlich und Terrorstaat? Ist das die ganze Wahrheit, wenn von Faschismus zu sprechen ist? Was auch die Frage heraufbeschwört: Ist diese zutiefst humane Reflexreaktion auch eine durch und durch reflektierte Reaktion?

Ich möchte diese Frage mit einer Gegenfrage konfrontieren, mit einer Frage, die zu beantworten wahrlich nicht belanglos ist. Wird, wenn wir dieses – Auschwitz und Terrorstaat – zum alleinigen Maßstab nehmen, der es rechtfertigt, von „Faschismus“ und/oder „faschistisch“ zu sprechen, nicht unweigerlich eine Barriere errichtet, die alles blockiert, was Fragen nach der vergleichsweise „harmlosen“ Vor– und Verursachungsgeschichte des Faschismus stellt? Und geht aus dieser Reduktion von Faschismus auf Auschwitz und Terrorstaat nicht sogar ein totales Benennungsverbot hervor gegenüber der Vor- und Verursachungsgeschichte des Faschismus? Schlicht deswegen, weil da alles noch erheblich harmloser war? Konkret:

Darf – gemessen an dem furchtbaren Unmaß von Auschwitz – die Kleinigkeit eines einzigen Buches, Hitlers Machwerk „Mein Kampf“ nämlich, nicht mehr als faschistisch bezeichnet werden? Ist es faschistisch eben deswegen nicht, weil es im Vergleich zu Auschwitz halt nur Banalität ist, eine Kleinigkeit, Geschreibsel, das völlig zu vernachlässigen ist? Oder, um ein zweites Bespiel zu erwähnen: Ist der Slogan, mit dem die NSDAP ihren „Durchbruchswahlkampf“ im Spätsommer 1930 bestritt, der Slogan „Schlagt sie zusammen!“, deswegen nicht faschistisch, weil es doch nur Propaganda war und läppische Kraftmeierei, lediglich Geschrei und Druckerschwärze – gemessen am tatsächlich existierenden terroristischen Gestapo-Staat später?

Zugespitzt: gewalttätige, faschistische Slogans, die gibt es demzufolge gar nicht? Faschismus, das ist nur reale Gewalt, und zwar systematisch ausgeübte, terroristische Gewalt von Seiten eines Staates? Faschismus als Denken und Psychologie, Faschismus als Propaganda und Verwaltungshandeln vor der Schwelle zu Auschwitz, diesen Faschismus gibt es nicht?

Welche Fragen stelle ich damit eigentlich? Und zu welcher Antwort bringen sie uns? – Nun, mir scheint:  ich stelle damit Fragen nach Anfangsphänomenen des Faschismus, und – was bedeutend wichtiger ist – nach den Ursachen von Faschismus, nach frühen Erscheinungsformen und Anfangskausalitäten, die gleichsam naturgemäß – der Logik wie der Sache nach – zumeist ungleich kleiner und unbedeutender erscheinen müssen als das, was schließlich als Resultat aus diesen Anfängen erwächst. Im Vergleich und als Erscheinungsformen von Faschismus mögen diese frühen Phänomene von Faschismus allesamt „Bagatellen“ sein, in ihrer kausal-konditionalen Funktion für den Geschichtsverlauf, für Aufstieg und Sieg des Faschismus, sind sie es nicht, ganz im Gegenteil.

Es handelt sich um genau jene Anfänge, die gemeint sind, wenn im Zusammenhang von Faschismus – gerade bei der Auseinandersetzung darüber im Nachkriegsdeutschland – derart oft von der Maxime des „Principiis obsta!“ (= „Wehret den Anfängen!“) die Rede war. Genau dieses sind die Anfänge, im Denken und im Fühlen, im Schreiben und in der Propaganda, die später dann – mit anderen Ursachen zusammen – zu den Folterkellern der Gestapo führten und zum deutschen KZ-System.

Kurz: Der graduell selbstverständlich immense Unterschied zwischen „Mein Kampf“, einem bloßen Buch, und Auschwitz, diesem gigantischen Menschenmassenvernichtungssystems, mag schier unüberbrückbar groß erscheinen: gleichwohl ist das eine Vorbote und Mit-Ursache des anderen, und in der – faschistischen! – Qualität sind beide einander gleich! Anders: fast immer sind die Ursachen von Massenverbrechen kleiner als die Massenverbrechen selbst. Als Ursache, da genügt hin und wieder schon ein bloß mündlich ausgesprochener Befehl (wie ein Teil der Historiker annimmt, was die sogenannte „Endlösung der Judenfrage“ betrifft!).

Kurz: es gehört zur Logik fast eines jeden Geschehens, dass der Anfang zumeist sehr viel  kleiner erscheint als dessen Ergebnis, unscheinbarer als das womöglich furchtbarste Geschehen, das dieser Anfang dann heraufbeschwört. Gleichwohl gehört beides, der „kleine“ Anfang wie das alles Menschenmaß sprengende Ende, qualitativ derselben Kategorie und Geschichte an. Woraus, für mich jedenfalls, unabweisbar folgt:

Wir können und dürfen nicht erst dann von „Faschismus“ sprechen und gegen ihn anzuschreiben versuchen, wenn dieser bereits wieder das gesamte Staats- und Gesellschaftswesen usurpiert hat und wenn es bereits wieder ein Auschwitz gibt – erst dann also, wenn es wieder einmal zu spät ist. Würden wir unser Verständnis von Faschismus auf dessen entsetzlichste Realisierungsformen reduzieren – auf Terrorstaat und Auschwitz – und damit nur vom Ende her verstehen, dann etablierten wir damit gleichzeitig eine Art von Verbot, die Maxime nämlich, alles, was Vorgeschichte dazu ist, nicht als faschistisch bezeichnen zu dürfen.

Ein derartiges Benennungsverbot, das den Begriff „Faschismus“ demzufolge ausschließlich beschränken würde auf Auschwitz und Terrorstaat, auf historische Zeiträume und Tatsachen also, da sich der Faschismus bereits etabliert hat und seine Schreckensherrschaft in die allerfurchtbarste Phase eingetreten ist, ein derartig reduziertes Faschismusverständnis etablierte in unserem Wahrnehmen und Denken, in unserem Sprechen und Schreiben die Maxime eines prinzipiellen Zu-Spät! Dieses wäre die eine furchtbare Folge daraus. Und die andere (wie es Adorno in „Was ist Aufarbeitung der Vergangenheit?“ formuliert hat): „Das Unmaß des Verübten schlüge dem Verbrechen zum Vorteil aus.“ Heißt: nur, was in seiner Entsetzlichkeit Auschwitz gleichkommt, dürfte deshalb noch als Faschismus oder faschistisch bezeichnet werden. Alles, was dahinter zurückbliebe oder davor steckenbliebe, bliebe von dieser Bezeichnung verschont. Dieses Faschismusverständnis schlüge um zur Schutzfunktion für jeden Faschismus, der noch nicht das Entsetzlichste zu realisieren begonnen hat.

Und damit zurück in unsere Gegenwart:

  • Wer aus Opfern, welche die Millionen Arbeitslose in der Bundesrepublik nahezu ausnahmslos sind – fast niemand von ihnen wurde oder bleibt freiwillig arbeitslos! –, Schuldige macht – und eine weitestverbreitete Propaganda tut dies seit Jahren –;
  • wer darüberhinaus diese vermeintlich Schuldigen mit unsagbarem Leid überzieht, wer diesen Millionen Menschen also ein Leben weit unterhalb des Existenzminimums zumutet, sie demütigt, ausgrenzt und mit Feindseligkeiten der verschiedensten Art überzieht:

der etabliert in einem wichtigen Teilbereich der Gesellschaft – im Teilbereich ausgerechnet der Sozialpolitik – bereits heute einen neuen Faschismus und bereitet erneut einen Faschismus in der Bundesrepublik vor. Münteferings Aussage „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!“ ist ein KZ-Spruch, auch wenn es die dazugehörigen KZs noch nicht gibt. Der Planungsvorschlag von Thießen/Fischer, vor Jahren in die Welt gesetzt, nämlich den Regelsatz für die Hartz-IV-Betroffenen herabzusetzen auf 139,- Euro pro Monat, ist faschistisch, auch wenn dieser Faschismus – zum Glück – nicht in die Tat umgesetzt worden ist. Anderes zu behaupten, lügte uns an der Wahrheit vorbei. Wer das verbal wattieren wollte – also kommunikationsstrategisch die Begriffe „Faschismus“ oder „faschistisch“ vermiede –, wer das als Faschismus in Abrede stellen wollte, stellte sich auf die Seite der Verdrängung. Ist das der Platz wirklicher Antifaschisten?

Wir dürfen nicht – so meine Ansicht – aus zutiefst humaner Bagatellisierungsscheu gegenüber den Ereignissen im Dritten Reich einem zutiefst inhumanem Bagatellisierungszwang gegenüber heutigen Geschehnissen zum Opfer fallen.  Wir würden damit unseren Antifaschismus in der Geschichte begraben und hätten aus der Geschichte nichts gelernt.

„Das Böse“, sagte der ehemalige Generalsekretär der UNO, Kofi Annan, einmal, „braucht das Schweigen der Mehrheit.“ Ich hoffe nicht, dass wir uns zu den Verschweigern gesellen wollen.

 

Showing 20 comments
  • Piranha
    Antworten
    Nach dem gestrigen gesetzwidrigen Regierungs- und MP-Klüngel ein Kommentar von Boris Reitschuster:

    https://www.youtube.com/watch?v=v142ENI7TGQ&feature=youtu.be

     

  • Freiherr von Anarch
    Antworten
    Eindeutig ist es Faschismus !

    …erst recht seit Februar 2020 eindeutig so zu benennen aber auch vorher schon, lange vorher sogar.

    Schon die Definition dieses Begriffes als autoritäre Herrschaft Einzelner oder Weniger über Viele bezeichnet ihn, erst recht dann wenn dadurch massives Unrecht, auch Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch eine Regierung befohlen werden, eine Exekutive sich über das Gesetz erhebt, der Rechtsstaat damit ausgehebelt wird, die Justiz politisch eingeschüchtert wird, der Polizeistaat das Unrecht brutal durchsetzt, eine Bürgerschaft ihrer Rechte enthoben wird, eine Opposition nicht mehr besteht, allumfassende Freiheitsberaubung stattfindet, eine Mündigkeit der Bürger völlig übergangen wird, der Tod der Alten billigend in Kauf genommen wird, den Kindern schwere Schäden in deren Entwicklung zugefügt werden, öffentliche Kritik ausgeschaltet wird, eine Kriminalisierung öffentlicher Gegenmeinung angeordnet wird, die Lebensgrundlagen von Millionen vorsätzlich zerstört werden, ein Regime der Angst und des Schreckens herrscht, ein Kontroll- und Überwachungsstaat eingerichtet wird, ein Strafmassnahmenterror befohlen wird, eine gesammte Bevölkerung eingesperrt wird, der Polizeistaat in private Räume eindringt, Verfassung und Grundrechte keine Gültigkeit mehr haben, eine gesammte Bevölkerung unter einen Generalverdacht gestellt und in Sippenhaft genommen wird, wenn Unrecht zu Recht  wird und der berechtigte Widerstand dagegen mit allen Mitteln bekämpft wird…

    dann herrschen Diktatur und Faschismus !

    Das sind die Fakten, das ist die Realität.

     

     

     

     

     

    • jens prien
      Antworten
      danke für die mühe.

      volle zustimmung

  • Ulrike Spurgat
    Antworten
    …..bei dem Thema muss meine „Befindlichkeit“ zurückstehen.

    Dem geschätzten Verfasser stimme ich tatsächlich in seiner Grundauffassung zu.

    Irritierend, bedauerlich und befremdlich aber ist , dass es aus meiner Sicht mehr als versäumt worden ist den politisch Verfolgten und Andersdenkenden, wie den Kommunisten (die ersten, die den Hass der Nazis zu spüren bekommen haben),den linken Sozialdemokraten, den fortschrittlichen Christen, den Homosexuellen, die Sinti und Roma, den Anarchisten, den Antifaschisten und Anderen dass sie nicht einmal einer Erwähnung wert sind.

    Geschickt umschifft…..

    Man kann nicht das Eine tun und das Andere unterlassen. Wo bleibt da die Dialektik.

    Die fünfzehn Emsland Lager waren die ersten Lager im Land wo die Faschisten ihren systematischen Menschenmord erprobten und das in besonders bösartiger Weise an den russischen Kriegsgefangenen die nur 1/3 der Essensrationen bei Zwang zu schwerster körperlicher Arbeit bekamen als ihre Mithäftlinge. Und deren Rationen waren erbärmlich wenig und so starben nicht wenige an den grauenvollen Zuständen die in den Lagern herrschten

    Mit Wasser bespritzt und nackt bei Minus Temperaturen auf den Hof gejagt….war eine der Foltermethoden. Weitab von ihrer Heimat….starben sie einsam und verlassen. Die Briefe russischer Kriegsgefangener die ich lesen konnte erschüttern mich immer noch.

    Den „Politischen“ , die mutig und kühn gegen den Faschismus gekämpft haben denen steht mehr als eine Erwähnung zu.

    Auschwitz ist von der Roten Armee befreit. Die Sowjetunion hat bei diesem mörderischen und barbarischen Krieg 27 Millionen Sowjetmenschen verloren und das muss bei diesem Thema einen Platz haben, wobei es mir völlig egal ist wer da wie und wo politischen Befindlichkeiten hat.

    Der Völkermord an den Juden ist eine Zäsur in der Geschichte, aber die bestialische Ermordung (Teil der faschistischen Ideologie)von Hunderttausenden und mehr Menschen ebenso. Das werde ich immer wieder sagen. Der zweite Weltkrieg forderte 60 Millionen Opfer und auch das muss gesprochen werden.

    NIE WIEDER FASCHISMUS UND KRIEG!

    Von deutschem Boden sind zwei Weltkriege ausgegangen und aus dem Land der „Dichter und Denker“ geht es mehr und mehr in die Richtung ein Land der Richter und Henker zu sein.

    Aus meiner Sicht kann man von einer seit Jahren wachsenden und zunehmenden autoritären und totalitären gesellschaftlichen Entwicklung sprechen die nun deutlich an Fahrt gewinnt. Die Finanzkrise, die von 2008 ist lange nicht vorbei und nun steckt der Kapitalismus in der nächsten Krise. Und wieder werden Konzerne gerettet alles unter dem Deckmäntelchen Corona.

    Alleine die Lufthansa greift 8 Milliarden ab….Bonis gehen aber immer und Dividenden auch. Der Kapitalismus hat den Faschismus in seinem Wesen. Und bei gegebener Zeit werden die lebenden Leichen an Politikern eingesetzt werden die den sterbenden Kapitalismus gegen alle Widerstände am Leben erhalten und das mit den Beatmungsgeräten die man dem Volk klaut.

    Und wer soll das eigentlich alles bezahlen ?

    Amazon, Apple, Google, und wie sie alle heißen, die in diesem Land kaum Steuern bezahlen, sich den schlanken Fuß machen, sich ins Fäustchen lachen und auch noch hofiert werden von den Stiefel- und Speichelleckern des Kapitals.

    Nö, dass werden die „Erniedrigten“, „Geknechteten“ und Getretenen sein.

    Und Jahrzehnte schaut der Michel gelangweilt zu, denn es ging ihn ja – bis jetzt – nichts an weil er nicht betroffen gewesen ist.

    „Die Geschichte der Emslandlager 1933 – 1945“ Dr. Elke Suhr, Carl von Ossietzky Universität.

     

     

    • c.g.
      Antworten
      der historische dogmatismus des deutschen wackeldackels

      ja es scheint, dass der großteil der bevölkerung wieder mal beliebig und gelangweilt darüber weg schaut und abnickt, was sich hier, seit – ja wie lange eigentlich schon wieder, breitmacht.

      ja, „schlaf michel schlaf“, zieh deine mütze tief ins gesicht, über die augen und die ohren, bleib schön auf der, von den herrschenden vorgegebenen linie, denke weder selbst, noch widerspreche.

      ja, ducke dich nur eifrig weg und wähne dich damit in sicherheit. trete nach unten und zur seite und schau nicht nach denjenigen, die von oben aus dem weg geräumt werden. das hast du gelernt.

      so abgerichtet und gehirngewaschen, wie du bist, wundere ich mich auch nicht, dass du jetzt noch nicht mal mehr merkst, dass du nun selbst zu denen gehörst, über die schamlos verfügt wird.

      aber ja, meinetwegen laß‘ dir weiter erzählen, dass solidariät abstandhalten bedeutet, dass gesunde menschen gefährliche virenschleudern sind, dass ffp2 masken vor viren schützen …            lass‘ dich ruhig weiter belügen und betrügen.

      setz‘ nur brav deinen maulkorb auf, lass‘ dich gentechnisch verimpfen und bezichtige diejenigen, die für das leben kämpfen, aus deiner degenerierten abgetötetheit heraus, mit dem vorwurf des faschismus.

      „wir haben von nichts gewusst“ oder „wehret den anfängen“, das ist hier die frage.

    • Rainer W.
      Antworten

      Der zweite Weltkrieg forderte 60 Millionen Opfer und auch das muss gesprochen werden.

      Erlauben Sie mir zu dieser Zahl einen Hinweis, denn sie hat noch eine ganz andere, aber sehr gravierende Bedeutung:

      Ein Zitat:

      Die globalen Opfer unserer Wirtschaftsordnung, deren Zahl kaum schätzbar ist. Jean Ziegler, von 2000 bis 2008 UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, schätzt die Zahl der durch unsere Wirtschaftsordnung getöteten Menschen auf mehr als 50 Millionen, und dies pro Jahr – keine andere Gesellschaftsordnung in der langen Zivilisationsgeschichte tut es darin der neoliberalen Wirtschaftsordnung gleich.

      Zitat Ende.

      Aus: Rainer Mausfeld: Warum schweigen die Lämmer. Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Lebensgrundlagen zerstören. Textstelle: Seite 12.

      Das ist nur ein kleiner Auszug, der Artikel ist noch sehr ausführlicher. Und das ganze Buch sowieso sehr erhellend.

      In dieser Zahl sind auch die Kriege enthalten, die es aktuell in heutiger Zeit gibt, medial manipulativ gut versteckt, damit wir nichts merken. Aber das ist nicht der Löwenanteil.

      Der Professor hat das, was gerade so ab geht, schon in seinen Vorträgen 2016 und 2017 ausführlichst erläutert. Diese Vorträge mit den Schafen. Deshalb: Mich persönlich wundert gar nichts mehr!

      Ich hatte dieser Tage an anderer Stelle hier in einem Kommentar schon bemerkt, daß ich nach seinem Vortrag über die verwirrte Herde sehr stark benommen herum geisterte und erst mal professionelle Hilfe suchen mußte, um zu verifizieren, was ich sah (Nachdenkseiten: 28. Pleisweiler Gespräch: Prof. Dr. Rainer Mausfeld: Wie sich die verwirrte Herde auf Kurs halten läßt.). Von vielen Menschen in meinem Umfeld ist nur eine einzige Dame hier in meiner Gegend im etwa selben Alter ist noch helle, vor einem Jahr eher nicht.

      Aus oben genanntem Buch S. 102, auch aus dem Vortrag „Die Angst der Machteliten vor dem Volk„, aus dem Rudolf-Steiner-Haus in Hamburg, bei Ärzte für den Frieden vom 19.02.2017, von KenFM aufgezeichnet: Der Professor legt anschaulich grafisch und tabellarisch die Eigenschaften von Faschismus, Nationalsozialismus und Neoliberalismus nebeneinander, damit man das mit einem Blick sieht. Sie sind alle fast deckungsgleich, hohe Schnittmenge, das ist sehr verblüffend. Der Neoliberalismus, also was wir jetzt hier seit den etwa drei Jahrzehnten immer deutlicher werdend haben, geht weiter: Auf einer Zeitachse in die Zukunft ist eine Zuspitzung zum Überwachungsstaat und dann zum Sicherheitsstaat zu sehen. Und wenn ich diese Grafik betrachte, genau da denke ich an Maxim Gorki: „Faschismus ist der letzte Versuch der Bourgeoisie, ihre Macht über die Welt zu festigen.“

      Die Begriffe Sicherheitsstaat, da habe ich den Eindruck, daß die Massen das verkehrt herum halten: Sie denken an Sicherheit für sich, das klingt doch schön flauschig weich. Überwachung, das selbe in grün. Ist doch gut, wenn die alles überwachen, aus dem pyramidenförmigen Gebäude ohne Fenster mit dem Zyklopenauge oben dran, dann bin ich hier geschützt.

      Warum ich, der den zweiten Weltkrieg ja gar nicht erlebte, mich gelegentlich mit den Dingen beschäftige, hat den Grund, daß ich selbst auch noch als eine Art Schaden eine Rolle spielen könnte:

      Meine Mutter, Mitte 80, exakt im gerade aufsteigenden Faschismus geboren, tickt gerade auf etwas merkwürdige Arten aus, volles Chaos, volle Kanne, brutalste Gewalt in der Zeit, wie ich nach und nach immer mal stückweise heraus fand, deren negatives Ergebnis sich fort pflanzt. Sie wurden zerschossen, zerbombt, verprügelt, abgeholt, bestohlen, geplündert, haben gehungert, die volle Palette. Der Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz spricht über die Fortsetzung von Traumatisierung an unbeteiligte Menschen, z.B. die Kinder.

      Also Mutter ist jetzt geistig helle, da habe ich keine Sorge. Körperlich leider nicht mehr. Aber die Spaltung, Chaos, immer Monate Funkstille, wohnen auch einige zehn km entfernt.

      Dann traf ich vor 2 Jahren eine alte Dame, 87 Jahre, mit dem Rad weitläufig mitten im dichten Autoverkehr unterwegs, resolut, Geschäftsfrau. Sie fährt immer noch, ich fragte sie vor wenigen Monaten noch, ob ihr Rad in Ordnung sei. Ich erfuhr, daß sie die Herkunftsfamilie meiner Mutter kennt, selbe Straße. Auch die Äußerung:

      Hier wohnte der schreckliche Gauleiter, dieser Halunke, hier ging es immer ab. Die sind nicht auszurotten es sind immer noch welche da, die sterben wohl nie aus.

      Aha! Na sowas!

      Man muß sich beeilen, um noch etwas zu sehen – alles verschwindet. (Paul Cezanne, 1839-1906)

      Diese Menschen verschwinden jetzt nach und nach, ich muß mich beeilen, um noch ein paar Dinge heraus zu finden. Die alte Dame von 87 Jahren auf dem Fahrrad war ein Zufalls-Glückstreffer, Zeitzeugin sozusagen. Aber nur, genau weil ich aufmerksam bin, und mal was frage. Mutter sagt mir bei jeder Gelegenheit, wenn ich ihrer Meinung nach zu viel rede: Du wirst eines Tages abgeholt! OK, auch so eine Sache, da ist wohl mal was passiert früher.

      Verzeihung, Frau Spurgat, ist etwas länger geworden, aber Sie konnten nach dem Ziegler-Zitat mit den 60 Millionen Toten den Rest auch ignorieren. Der ist jedoch vielleicht in diesem Rahmen dennnoch amüsant.

      • Ulrike Spurgat
        Antworten
        Was wollen sie mir denn sagen ?

        Und unterstellen sie mir bitte nicht, dass ich etwas ignoriere…oder gar „amüsant“ finde ?!?

        Lesen sie meine Beiträge und akzeptieren sie bitte meine Sicht der Erkenntnis  sowohl auf das Leben und auf die Welt. Aber vor  allem auf die heutigen Macht- und Kräfteverhältnisse.

  • CAZ
    Antworten
    Ein Aspekt, der mir bei solchen Debatten zu oft nicht beachtet wird, ist in meinen Augen eine sprachliche Ungenauigkeit, die ich seit Jahren beobachte. Und dann gilt der Satz „Ungenaue Sprache führt zu ungenauem Denken“.

    So wird in solchen Debatten, aber auch im vorliegenden Artikel der Faschismus dem Nationalsozialismus gleichgesetzt. Inhaltlich sind aber z.B. der italienische Faschismus und der spezifisch deutsche Faschismus, eben der Nationalsozialismus, nicht völlig deckungsgleich. So etwas wie die Shoa ist meines Wissens nach im italienischen Faschismus ursprünglich nicht angelegt.

    Ich weiß, daß Faschismus den Oberbegriff darstellt und die NS-Herrschaft quasi eine Ausprägung des Faschismus war.  Wenn man aber nun beide Begriffe gleich setzt, ist es eben auch argumentativ schwierig, dem Gegenüber die „faschistischen Tendenzen“ (die ich im übrigen auch sehe) zu erläutern. Denn sofort springt die Konditionierung an und es gilt Faschismus = Shoa. Und ab diesem Punkt ist ein differenziertes Gespräch zumeist nicht mehr möglich. Da sich diese Gleichsetzung der Begriffe aber so weit verbreitet hat, sehe ich aktuell auch keine Chance einer Lösung.

    Ich hoffe, es ist halbwegs klar geworden, was ich meine, die Kinder hüpfen mir zwischen den Beinen herum. Ich wollte den Gedanken aber nicht verfliegen lassen.

     

  • Holdger Platta
    Antworten
    Liebe(r) CAZ,

    sicherlich weißt Du das auch: seit vielen Jahrzehnten wird von Historikern, Soziologen und Politologen diskutiert, ob in der sogenannten „Regimenlehre“ der Begriff „Faschismus“ für (deutschen) Nationalsozialismus und  (italienischem) Faschismus verwendet werden sollte oder nicht. In Deutschland gab’s dazu in den 60er bis 80er Jahren eine intensive Diskussion dazu im „Argument“, in der wissenschaftlichen Zeitschrift, die vom FU-Professor Wolfgang Fritz Haug herausgegeben worden ist. Und sehr verdient gemacht bei dieser Diskussion hat sich vor allem auch Professor Reinhard Kühnl aus Marburg mit seinen vielen – übrigens auch heute noch überaus wichtigen und sehr gut geschriebenen Veröffentlichungen. Alle linken WissenschaftlerInnen bejahten die These, daß als gesellschaftlich-strukturanalytischer Begriff „Faschismus“ für beide Varianten (und auch andere noch) verwendet werden sollte, lediglich konservative oder rechte Wissenschaftler waren dagegen (und plädierten hingegen zumeist für die CIA-Erfindung „Totalitarismus“, weil sie damit den angeblich in der UdSSR realisierten „Kommunismus“ propagandistisch erledigen wollten).

    Daß es – gleichsam unterhalb dieses Begriffes „Faschismus“ – Unterschiede gab zwischen der italienischen und der deutschen Variante von Faschismus wurde dabei von den linken Theoretikerns stets beachtet. Dazu zählt – völlig zutreffend, daß Du dieses erwähnst! -, daß in Italien niemals der Antisemitismus diese furchtbare Rolle gespielt hat wie im nazistischen Deutschland.

    Dir, liebe Ulrike, möchte ich antworten, daß ich mich anderswo und vielfach zu dem geäußert habe, was Du in meinem Beitrag oben vermißt hast. Man kann in einem Beitrag leider nicht alles unterbringen. Wer wie entsetzlich ausgegrenzt und  verfolgt, gefoltert und am Ende zumeist ermordet worden ist – zuallererst, noch vor dem 1. April 1933, als die Nationalsozialisten erstmals während des Dritten Reichs gegen die jüdischen MitbürgerInnen losgingen, waren fast ausschließlich Kommunisten ihre Opfer gewesen -, das war und ist nicht Thema meines Beitrages oben gewesen. Gegen diese gingen die Nazis – nach ihrer „Machterschleichung“ – sofortest nach dem Reichstagsbrand los, steckten sie in Konzentrationslager, wobei sie ihre SA-Leute zu „Hipos“ machten, zu „Hilfspolizisten“.

     

    Bitte schließe also von dieser „Lücke“ nicht auf Vernachlässigung oder dergleichen!

     

    Mit herzlichen Grüßen

    Holdger

  • Volker
    Antworten
    Eh hier wieder wild diskutiert wird: Faschismus ist Menschenverachtung – genügt doch eigentlich. Fragezeichen.
  • Zombienation
    Antworten
    Der Vorwurf der Verharmlosung des Hitlerfaschismus durch den Vergleich mit heutigen totalitären Entwicklungen fällt auf den Urheber zurück.

    Der Faschismus kam nicht aus dem nichts nach Deutschland. Die Spezialdemokratie in Form von Noske half genauso wie die Zentrum-Partei, die Katastrophen möglich zu machen.

    Wer das übersieht betreibt Verharmlosung der Geschichte und der Gegenwart.

    • Holdger Platta
      Antworten
      Zombienation,

      Zustimmung! Zur erheblichen Vorbereitungsgeschichte des Faschismus-Sieges in Deutschland gehört wahrlich auch das Verhalten der SPD – man bedenke nur einmal, diese großartige Rosa Luxemburg wäre nicht umgebracht worden, am 15. Januar 1033, zumindest unter Mitwissenschaft der  Spezialdemokraten Noske und Ebert (wenn nicht gar mit Unterstützung derselben)! Und man stelle sich vor, dieser Wirtschafts-Depp Brüning (Zentrum) hätte die kapitalistische Weltwirtschaftskrise ab dem 25. Oktober 1929 nicht mit seinem sozialfeindlichem Mißverständnis ‚bekämpft‘, es handele sich um eine neuerliche ‚Inflations‘- statt in Wahrheit ‚Deflationskrise‘.

      Ich glaube, allen Ernstes, mit Rosa Luxemburg hätte die KPD der Weimarer Republik einen anderen Weg genommen, einen menschenrechtsorientierten, einen empathischen, einen durch und durch freiheitsorientierten, als jene stalinistische KPD, die nach ihrer bestialischen Ermordung in Deutschland entstand. Und ich glaube, allen Ernstes, eine sozialverpflichtete Politik nach der Abdankung des SPD-geführten Kabinetts Müller, hätte den Nationalsozialisten nicht diesen enormen Sieg bei den Reichstagswahlen am 14. September 1930 beschert und den nachfolgenden weiteren Aufstieg, sondern nach wie vor eher mickrige Ergebnisse.

      Natürlich: nachher kann man immer schlauer sein, aber das, was ich hier schreibe, wußten freiheitlich und humane gesonnene Radikaldemokraten und Kommunisten damals schon, und nicht zuletzt manche Historiker und Soziologen und Sozialphilosophen der damaligen Zeit.

      Zombienation, Danke für Deinen Kommentar!

      Holdger Platta

  • Eric Mühsam
    Antworten
    Wesentlich konstituierend für die Entstehung des Faschismus im 20. Jahrhundert war die Krise bürgerlich-kapitalistisch verfasster Systeme. Aus ihr heraus hat sich der Faschismus als besondere Form kapitalistischer Herrschaft zur Abwehr sozialistischer, kommunistischer aber auch libertärer Gesellschaftsmodelle und zur Sicherung einer Wirtschaftsordnung, die sich durch Privateigentum an Produktionsmitteln sowie durch Produktion für einen den Preis bestimmenden Markt auszeichnet, entwickelt. Spätestens mit dem Börsencrash 1929 als finalem Ereignis der sich seit dem ersten Weltkrieg auf der Ebene der internationalen Finanzbeziehungen auftürmenden Folgeprobleme und der daraus resultierenden Weltwirtschaftskrise war die Epoche faschistisch-etatistischer Herrschaft angebrochen. Deshalb umfasst der Begriff Faschismus ausdrücklich „die Benennung jenes Transformationsprozesses bürgerlicher Herrschaft in eine Diktatur mit Massenideologie und Massenanhang unter kapitalistischen Prämissen.“

    Alex Busch, 2005: https://www.antifainfoblatt.de/artikel/der-begriff-des-faschismus-teil-1

    Was anderes erleben wir seit dem Zusammenbruch der Repo-Märkte am 19. September 2019, wenn nicht die Entstehung eines neuen faschistischen respektive staatlich-autoritären korporatistischen Systems, welches krampfhaft, die relevanten ‘Faktoren’ kapitalistischer Reproduktion „Privateigentum, Privatinitiative, Hierarchie von Verantwortung und Entgelt, Sicherung der Profite und der Befehlsstruktur des Betriebs“ und somit die Herrschaft der Kapitalisten aufrechterhalten soll. Dazu wird mit dem vermeintlich tödlichen Corona-Virus und viel Kriegsgeschrei ein äußerer Feind an die Wand projeziert, der die Faschisierung der Gesellschaft massiv vorantreibt. „Freiherr von Anarch“ ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

    Der entscheidende Unterschied zum Faschismus des 20. Jahrhunderts ist lediglich die Ausgereiftheit der technischen Möglichkeiten für den außerterritorialen und innerstaatlichen Terror sowie zur Unterdrückung etwaiger Oppositionen, von denen die Faschisten des 20. Jahrhunderts nur träumten. Zur Info: Facebook hat gerade einen ehemaligen Nato-Presseoffizier als Geheimdienstchef eingestellt.

    https://uncut-news.ch/facebook-stellt-nato-presseoffizier-als-geheimdienstchef-ein/

    In halb Europa übernimmt das Militär die Durchimpfung der Bevölkerung mit experimentellen Impfstoffen, die eigentlich als Gentherapie deklariert werden müssten. Damit wird u.a. gegen den Nürnberger Kodex verstoßen.

    Das Biden-Regime wird die erste totalitäre Regierung Amerikas sein.

    https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/das-biden-regime-02-02-2021/

    In fast allen Staaten sitzen Vertreter globaler Banken und Konzerne oder ihre willfährigen Handlanger an den Hebeln der Macht und setzen das Lockstep-Szenario der Rockefeller-Stiftung, Event201 und ID2020 um. Es gibt erste Corona-Quarantäne-Lager. Der neue Inlandskrieg gegen den Terror kommt, prophezeien uns Glen Greenwald und C.J. Hopkins.

    https://axelkra.us/der-neue-inlandskrieg-gegen-den-terror-kommt-glenn-greenwald/

    https://neue-debatte.com/2021/02/09/der-new-normal-krieg-gegen-den-inlaendischen-terror/

    Blaupause für die totale Kontrolle und Unterdrückung ist China, das seit der Machtübernahme von Xi Jingping die Repression im Land mittels digitaler Überwachung und KI vorantrieb. Machen wir uns also nichts vor…Buffets „Klassenkrieg“ ist real. Und wir verlieren.

    Chomsky hat das Ganze schon richtig formuliert. Wir stehen gerade vor der entscheidenen Frage: Rebellion oder Untergang!? Selbstbestimmung oder digitale Sklaverei!? Einreihen, mitmarschieren und hinterher rumwundern, „wie konnte das nur passieren?“, oder Widerstand auf allen Ebenen leisten!?

  • Holdger Platta
    Antworten
    Eric Mühsam,

    ausdrücklich Zustimmung auch zu Deinem Kommentar! Dankeschön!

    Holdger Platta

  • Ulrike Spurgat
    Antworten
    „Der Faschismus an der Macht ist die offene , terroristische Diktatur der reaktionärsten , chauvinistischsten , am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals.“

    Dieser Definition schließe ich mich an.

    Trotz veränderter nationaler und internationaler Bedingungen hat sie ihre Aktualität bis heute nicht verloren.

    (Geschichte der Deutschen Arbeiterbewegung, Band 2, Dietz Verlag, 1961)

  • Ulrike Spurgat
    Antworten
    Vergessen: G. Dimtroff, bulgarischer Kommunist, angeklagt den Reichtstagsbrand gelegt zu haben. Vor Gericht hat Dimitroff Göring vorgeführt. Der Prozeß ging als „Leipziger Prozeß“ in die Geschichte der revolutionären Arbeiterbewegung ein.
  • Transnationaler Staatsterrorismus
    Antworten
    Verbrechen gegen das Volk !
    1 Jahr Regierungsverbrechen gegen die Bürgerschaft, befohlen von einer Diktatorin und ausgeführt von ihren Generälen in den Bundesländern.
    Dazu hat man die Verfassung ausser Kraft gesetzt, Ermächtigungsgesetze beschlossen und den Polizeistaat über die Jurikative erhoben.
    Wie nennt man eine solche Staats- oder Herrschaftsform ?
    Und weil das nicht nur die BRD betrifft ist es transnationaler Staatsterrorismus, Transnationaler Elite-Faschismus, deren Krieg gegen die Zivilgesellschaften.
    Hervorragend abgehandelt von Ullrich Mies:
    https://archiv.demokratischerwiderstand.de/media/W1siZiIsIjIwMjEvMDIvMTMvY2NsMXdmdnVoXzM2X1dpZGVyc3RhbmRfMjAyMV8wMl8xM19uaWNodG9obmV1bnMuZGUucGRmIl1d/36_Widerstand_2021_02_13_nichtohneuns.de.pdf?sha=4a2e3733a1308a90
    Seite 1 und Seite 4 dann fortgesetzt.
  • Ulrike Spurgat
    Antworten
    „Ein Lied für Agyris“ wandert nach dem Lesen all der Kommentare zum „Faschismus“ Artikel des nachts durch die Gedanken und der Dokumentarfilm macht die faschistischen Grausamkeiten so deutlich wie durch ein Brennglas, dass es einem schwer macht das auszuhalten was dem Griechen Agyris  der als Dreijähriger dem SS Massaker entkommt und dafür kämpft, dass die BRD sich ihrer historischen Verantwortung stellt.

    Ein hoch emotionaler Film, der mich als ich ihn vor Jahren angesehen habe in seinen Bann gezogen hat und die weitere Auseinandersetzung mit dem deutschen Faschismus beförderte, trotz der Verpflichtung u.a. meinem Vater gegenüber, der dem „Schwur von Buchenwald“ als KZ Häftling auf immer verpflichtet blieb.

    Distomo ein Dorf mit 218 Einwohnern die einem SS Massaker als Reaktion auf einen kurz davor stattgefundenen Partisanenangriff in der Gegend zum Opfer fielen. Frauen, Männer, Säuglinge, Kleinkinder, Kinder und Greise.

    „Agyros verliert seine Eltern und weitere Familienmitglieder.“

    Wie soll man mit dem Erlebten jemals „fertig“ werden ist ein wiederkehrendes Moment, dass unterschwellig schmerzhaft mit schwingt.

    Vertraut ist ein unsichtbares Band eines Schmerzes der sich unterscheidet und aufruft ihn anzunehmen, damit lernen zu leben und handlungsfähig zu bleiben, selbst dann, wenn das Dunkel der Erinnerungen einen fest im Griff halten will.

    Die Rolle deutscher Politik und des AA, dass ja eine durchaus faschistische Tradition hat und mit einem „Aufarbeitungsbuch“ von Fischer in Auftrag gegeben nicht zwangsläufig eine „demokratische“ Gesinnung erfährt.

    Im Jahr 1994 wird der Botschafter eingeladen an der Gedenkfeier zum 50. Jahrestag des Massakers teilzunehmen.

    ER reagiert nicht. Dr. Spiegel ist Deutscher und ein Moment der Scham trifft mich….und wieder erbarmungslos……

    „Nachfragen bleiben unbeantwortet. Aber zwei Sekretärinnen erscheinen „inkognito“ um festzuhalten was gesprochen wird“.

    Eine Perle von einem Film…mit Widersprüchen und absolut sehenswert.

    Agyros beteiligt sich Ende der sechziger Jahre am Widerstand gegen die brutale griechische Militär Diktatur – von den Westmächten – unterstützt.

    Es geht im Entschädigung um Reparationszahlungen. Die BRD weigert sich….

    In Athen steht im Jahr 2000 das „Goethe Institut“ vor der Zwangsversteigerung.

    Und endlich wird reagiert !

    Der Bundesgerichtshof bestätigt „eins der abscheulichsten Kriegsverbrechen“, aber gezahlt wird nicht !

    Und jetzt kommt das was mich fassungslos wieder einmal mehr macht !

    Mit der Begründung: „Das Massaker in Distomo sei „eine Maßnahme im Rahmen der Kriegsführung gewesen“ (Originalton Deutsche Botschaft).

    – „Damit schlägt sich der Deutsche Staat wieder einmal mehr (Anmerkung: Rechtsnachfolge Faschismus) auf die Seite des SS-Führers mit seinem gefälschten Bericht.“

    Ohne der Historie gerecht zu werden und damit all den Ermordeten, gequälten und vergessenen Menschen ihre Menschenwürde zurückzugeben indem man immer und wieder die Erinnerung an sie wach hält, denn ein „Vergessen“ im Strudel der Geschichte darf es nicht geben, weil man seinen Wurzeln und der Geschichte nicht entfliehen kann, denn sie wird einen einholen, bleibt es nicht mehr als ein kläglicher Versuch andere Ebenen der Auseinandersetzungen zu suchen und zu finden die aber nicht dem erlebten Grauen gerecht werden kann.

    Ohne das Gestern gibt es kein Heute und kein Morgen und teilnahmslose Vernunft macht teilnahmslos.

    Das nachhaltig beeindruckende dieses Dokumentarfilms ist die Liebe zum Leben und der unbedingte Wille, dass das griechische Volk seine Würde zurückbekommt  und die Hoffnung auf ein besseres Leben sich erfüllt, wie besungen von den „Moorsoldaten“ in den Lagern der Faschisten, zu finden in den Texten des chilenischen Dichters und Poeten Pablo Neruda, der den Text „Canto Generale“ für seinen Freund Salvador Allende schrieb für den ersten  freigewählten Präsidenten Chiles den  Mikis Theodorakis vertonte …der bestialisch unter massivem Mitwirken der CIA 1973 von dem Schlächter Pinochet ermordet worden  und damit die Hoffnung von Millionen von Chilenen, wo Hunderte von Kämpfern in das Stadion verschleppt in dem man Victor Jara dem Sohn und Sänger des Volkes die Hände brach ihn ermordete und verscharrte ein grausames Ende nahmen… Erst 2009 hat man ihn mit dem Gesang seiner wunderbarsten Lieder, wie dieses „Gebet eines Feldarbeiters“ unter einer riesen großen Anteilnahme – Tausende folgten seinem Sarg – endlich zu Grabe getragen. Und im heutigen Chile erkennt man endlich die Bereitschaft zum Kampf für Chiles Freiheit wieder, denn auch da gilt: „Niemand und nichts ist vergessen.“ Olga Bergholtz, russische Dichterin.

    „Ein Lied für Agyris, Dokumentarfilm von Stefan Haupt von 2006 und Textstellen entnommen als Zitate erkennbar.

    Chile nach Salvator Allende, „Kommt und seht das Blut in den Straßen“ Pablo Neruda, Herausgegeben von Heynowski & Scheumann Dokumentation: Peter Hellmich, Verlag der Nation,

    Olga Bergholtz, Gedichtband aus der Sowjetunion 1975.

     

     

     

     

     

     

     

     

  • Ulrike Spurgat
    Antworten
    Wieder arg viele Schreibfehler…

    „Argyris“, „Canto General“ sind mir besonders aufgefallen.

    Bitte um Nachsicht die Talente finden sich an einer anderen Stelle.

    Für die Pädagogen die in der deutschen Sprache und Schrift „zu Hause“ sind ist das wahrscheinlich schwer auszuhalten, muss aber zu meiner „Ehrenrettung“ sagen, dass es noch „viel schlimmer“ war.

    • Volker
      Antworten
      Macht nix. Hauptsache es funzt, blick auch so durch. Macht sich keiner mehr Kopf, wird wie früher werden – ein paar Auserwählte wachen über Wissen, das Volk darf dahinbeten.
      Schule und Bildung gefährlich, ewiger Lockdown zwecks Unterbindung infektiösen Denkens. Wir digital, mutieren zu Einsen und Nullen, beglückt und berauscht. Brot, Spiele, Opium.

      Sonne, Mond und Sterne weichen Sateliten, tausend Augen verkünden Erlösung.

      🙂

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