„Widerstand ist das Geheimnis der Freude!“

 In Ellen Diederich, FEATURED, Politik

Zum Internationaler Frauentag, 8. März 2019. „Der Krieg hat nicht das Gesicht der Frauen“ stand auf dem Frauenfriedensbus geschrieben, mit dem unser Autorin über Monate unterwegs war. Leider bedeutet im Von-der-Leyen-Zeitalter Gleichberechtigung teilweise, dass Frauen die unmenschlichen Handlungen der Männer wiederholen. Das sollte uns aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die destruktiven Systeme, unter denen wir leiden, noch immer überwiegend von Männern erschaffen wurden und von ihnen aufrecht erhalten werden. Die Emanzipation ist noch nicht vollendet – schon gar nicht weltweit. Noch immer braucht es den entschlossenen, kreativen Widerstand von Frauen – für eine Welt, in der Frauen, Kinder und Männer friedlich leben können. Eine Feministin, die über Jahrzehnte in Frauen-, Friedens und Arbeiterbewegung aktiv war, berichtet hier von ihren Erfahrungen und ermutigt zum Widerstand.  Ellen Diederich

Nun ist also in Berlin der erste Schritt genommen, aus dem Kampftag 8. März einen Feiertag zu machen. Diese Vorstellung freut mich nicht. Für mich war der 8. März immer ein Tag, an dem die unterschiedlichsten Fraueninteressen kämpferisch an die Öffentlichkeit kamen. Den Tag zu feiern, Blumen und Sekt zu verschenken, hat mich nie überzeugt. Die Frauenbewegung hat ein Stück weit ihre Radikalität verloren.

„Tremate, tremate, le streghe son tornate“,  zittert, zittert die Hexen sind zurück, war die Parole der wohl radikalsten unter den autonomen Frauenbewegungen in Europa, nämlich die der Italienerinnen. Sie nahmen die Hexe als ihr Zeichen. Jahrhunderte lang war sie das Symbol der „bösen“ Frau und der Unterwerfung von Frauenleben unter die Vorschriften von Patriarchat, Religion, politischer Macht. All die Jahrhunderte beurteilten und beurteilen bis heute Männer, wann eine Frau verwerflich handelt. Sie entschieden und entscheiden, dass Frauen der Gewalt, Bestrafung, Folter, Ermordung ausgesetzt werden, wenn sie sich dem Diktat nicht beugen.

„1976 zogen Abertausende Frauen durch die Straßen Italiens, das Bild der Hexe als Inbegriff weiblicher Rebellion spielerisch und zugleich aggressiv gegen diejenigen wendend, die es zum Symbol des Bedrohlichen und Abstoßenden gemacht haben.“ (Michaela Wunderle, Politik der Subjektivität, Frankfurt 1977, S. 9)

Bild eines damals 12jährigen Mädchens, sie war zum ersten Mal mit ihrer Mutter auf einer Demonstration. Es zeigt die 8. März Demo in Frankfurt/Main 1982: „Frauen gegen Krieg und Gewalt“. Sie wurde durch den damaligen Oberbürgermeister Walter Wallmann mit dem Argument: Von uns könne Gewalt ausgehen, verboten.

Einige Forderungen aus den Anfangszeiten der neuen Frauenbewegung sind bei uns nach vielen Kämpfen, beileibe nicht überall, erfüllt: Das Recht auf Abtreibung wurde weitgehend durchgesetzt, Vergewaltigung, auch in der Ehe, ist hier ein Straftatbestand. Gewalt gegen Frauen ist dennoch nach wie vor ein Massenphänomen, auch wenn es vor Gericht und zur Anklage gebracht werden kann. Die Frauenhäuser  sind überfüllt.

Mädchen in Männerberufen sind keine utopische Vorstellung mehr. Männer können bei der Geburt ihres Kindes dabei sein, können Elternzeit wählen. Bei Scheidungen ist das Schuldprinzip abgeschafft worden. Bei uns studieren inzwischen mehr Frauen als Männer. Wächst eine junge Frau hier auf, wird sie diese Möglichkeiten sehen und vielfach den Sinn einer Frauenbewegung in diesem Stadium ihres Lebens kaum erkennen können.

Gewalt gegen Frauen ist hier und international nach wie vor ein zentrales Thema.

In Deutschland wurden im Jahr 2015 nach Angaben des Bundeskriminalamts 331 Frauen von ihrem Partner oder Ex getötet. Insgesamt machten mehr als 104 000 Frauen Erfahrungen mit Gewalt in der Beziehung – Tendenz seit 2012  steigend. Gesicherte Zahlen, wie viele Frauen wegen ihres Geschlechts weltweit umgebracht werden, existieren jedoch nicht.

Über die Jahre hat sich die Frauenbewegung institutionalisiert. In Deutschland wurden überall Gleichstellungsstellen eingerichtet. Frauen verdienten nun ihr Geld mit feministischen Inhalten. Die Organisation, z.B. von Veranstaltungen zum 8. März, wurde weitgehend an die Frauenbüros delegiert. Der Anpassungsdruck in diesen Büros war und ist enorm.  Die Integration von radikalen Ansätzen in die Institutionen, wo dann die Geldgeber Stück für Stück die Inhalte bestimmten, hat der Bewegung einen großen Teil ihrer notwendigen Radikalität genommen. Viele Projekte sind darüber hinaus an dem Versuch, eine alternative Ökonomie in einer Gesellschaft zu entwickeln, in der die Marktgesetze gelten, gescheitert.

An der Spitze der Forderungen steht besonders sichtbar in diesem Jahr die nach „Gleichberechtigung“.

Nicht diskutiert  wird, womit wir denn gleich werden möchten. Was würde sich ändern, wenn mehr Frauen an der Spitze der Institutionen und der globalisierten Betriebe stünden? Was hat sich in der Bundeswehr mit dem Vorsitz einer Frau, der Ministerin Ursula von der Leyen, geändert? Die Beteiligung an Kriegen ist nicht gesunken, im Gegenteil. Bei Diskussionen über „Frauen in die Bundeswehr“ wurde ich öfter gefragt: „Meinen Sie nicht, Frau Diederich, dass die Bundeswehr jetzt menschlicher wird, indem sie weiblicher wird?“ Nein, das glaube ich nicht. Was soll das sein, ein weiblicheres Militär, ein weiblicherer Krieg? Werden dadurch Drohnen, Waffen verändert? Sprühen die Soldatinnen erst ein bisschen Parfüm auf die Waffen, bevor sie losgeschickt werden? Frau von der Leyen hat die Initiative unterstützt, die Bundeswehr kinderfreundlicher für deren Angehörige zu machen. Hier sollen also die Kinder der Militärangehörigen besser versorgt werden, damit die Eltern guten Gewissens los fliegen und anderswo Kinder und Eltern zerbomben können?

Was hat sich beim IWF durch den Vorsitz von Christine Lagarde  verändert?

Wir haben seit Jahren argumentiert: Wir wollen keine Gleich-Berechtigung, wir wollen für Frauen und Männer andere Rechte, sozialere Rechte, Rechte, die sich wirklich auf die Bedürfnisse der Menschen beziehen. Rechte, die eine wirkliche Versorgung von Kindern, Kranken, Alten erlauben. Rechte, die Löhne und Renten beinhalten, von denen die Menschen leben können, ohne abhängig von den Sozialsystemen zu sein.

Die Aufteilung des weltweiten Arbeitsvermögens ist ein weiteres zentrales Thema in den diesjährigen Beschreibungen der Ziele des Frauentages.

Zwischen 1975 und 1985 hatten die Vereinten Nationen die Dekade der Frau ausgerufen.  Frauen aus der ganzen Welt trafen sich in Mexiko City, in Kopenhagen und in Nairobi. Zehn Jahre später noch einmal in Peking. Die Teilnehmerinnenzahl ging sprunghaft nach oben. Waren es in Mexiko City noch 4.500 Frauen, in Nairobi 14.000, so waren es in Peking weit über 40.000 Frauen.

Ein Satz von Virginia Woolf: „Als Frau habe ich kein Land, als Frau ist mein Land die ganze Welt!“ wurde zu unserem Motto. In diesen zehn Jahren haben wir unendlich viele gelernt.

Etwa 48% aller Arbeit weltweit ist Hausarbeit, unbezahlte Arbeit, die zu über 80% von Frauen gemacht wird. Die in vielen Fällen nicht als „Arbeit“ anerkannt wird. Viele Frauen antworten auf die Frage nach dem Beruf: Ich arbeite nicht, auch wenn sie den gesamten Haushalt und die Arbeit mit den Kindern machen. (Werden Männer befragt, ist die Antwort die gleiche.) Dazu gehört auch die Arbeit – vor allem in Afrika, Teilen von Lateinamerika und Asien – die Lebensmittel selber anzubauen, Gärten und Land zu versorgen, da weder das Geld noch Arbeitsplätze vorhanden sind, die Reproduktion der Familien zu sichern. An den restlichen 52% der Arbeit sind Frauen noch mal mit über 1/3 beteiligt. Frauen machen also 2/3 aller Arbeit und bekommen dafür weltweit etwa 1/10 der Löhne.

Verschiedene Untersuchungen weisen nach, dass Frauen den größten Teil der Friedensarbeit weltweit machen. Das konnten wir auch bei all unseren Aktionen, an denen wir beteiligt waren, feststellen. Frauen machen den größten Teil der Friedensarbeit, genau das aber wird äußerst wenig dokumentiert. So gründeten wir 1979 das Internationale Frauenfriedensarchiv, um es zu dokumentieren.

Viele Jahre lang haben wir Friedensarbeit im umfassenden Sinn in verschiedenen Ländern gemacht. Friedensarbeit bedeutet, sich mit den verschiedenen Gewaltverhältnissen, Kriegen und der Beteiligung Deutschlands an diesen Kriegen zu befassen, beinhaltet die Beschäftigung mit Umwelt und Ökologie, die Analyse der Verhältnisse, die sich im Kontext der Globalisierung im Interesse der Banken und Konzerne entwickeln.

Es bedeutet vor allem aber auch, Ideen für friedliche Lösungen zu entwickeln, sich für eine gerechtere Gesellschaft einzusetzen, sich zu vernetzen, zu schauen: Was geschieht bereits und wo und was können wir voneinander lernen?

Es bedeutete für uns, uns an Aktionen zu beteiligen, Öffentlichkeit herzustellen, den betroffenen Menschen zu zeigen: Ihr seid nicht allein! Wir organisierten Versöhnungscamps, leisteten Solidaritätsarbeit während des Krieges in Bosnien, dem Netzwerk der nordamerikanischen Indianerinnen, den Müttern der Verschwundenen in Lateinamerika, bei den Zapatisten in Mexiko, den Shoshone im Atomtestgebiet in Nevada. Wir unterstützten den Friedensprozess zwischen katholischen und protestantischen Frauen in Nordirland, versuchten immer wieder in Palästina und Israel Gespräche mit beiden Seiten zu führen. Bei den Weltfrauenkonferenzen schufen wir Orte, wo Frauen aus so genannten Feindesländern in den Dialog kommen konnten, und vieles mehr. Wir nahmen Initiativen für Frieden wahr und versuchten, uns möglichst gut zu vernetzen.

Mit unserem Frauenfriedensbus sind wir in 16 Jahren etwa 200.000 km durch Europa gefahren. Vor allem, um bei unzähligen Treffen in Ost und West Feindbilder abzubauen. Bei den Frauenfriedensmärschen gingen wir etwa 3.500 km zu Fuß, um überall für Atomwaffenfreiheit zu werben. Die Probleme des Erhaltes einer Umwelt, die das Leben für die nächsten Generationen lebbar macht. So großartig zu sehen, dass jetzt SchülerInnen dieses Thema zu ihrem machen, die Schule bestreiken und laut ihre Forderungen sagen.

Es gab die seit langem größte Demonstration zum Frauentag in Berlin mit etwa 10.000 TeilnehmerInnen. Es gab viele radikale Forderungen für eine Welt, die nicht mehr durch den Kapitalismus bestimmt werden soll. Gewalt gegen Frauen in ihren unterschiedlichen Formen wurde thematisiert Darüber hinaus waren immer die Nahrungsmittelsicherheit, Probleme der Gen- und Reproduktionstechnologien ein wichtiger Gegenstand.

Ellen Diederich mit Portraits von Bertha von Suttner, Rosa Luxemburg, Clara Zetkin, Alexandra Kollontai, Dolores Ibarruri (Pasionaria), Angela Davis – bei einem Vortrag im ZAKK, Düsseldorf, am 6. März 2014. Foto: arbeiterfotografie.com

Was mir bei den diesjährigen Aktionen weitgehend fehlte, ist die Auseinandersetzung mit den derzeit existierenden und geplanten Kriegen. Die Bundeswehr konnte bei der Demo in Berlin Rosen an die Teilnehmerinnen verteilen und die „großartigen Berufsmöglichkeiten“  für Frauen in diesem Militär darstellen:

„Von der Matrosin bis zum General“

Am Brandenburger Tor wiederum verteilten Soldatinnen der Bundeswehr Rosen. Mit der Aktion warben die Streitkräfte um weiblichen Nachwuchs. Vor 30 Jahren dienten gerade 260 Frauen in der Bundeswehr, heute seien es schon 22.100, hieß es „Frauen haben in der Bundeswehr alle Chancen, aus eigener Kraft alles zu werden von der Matrosin bis zum General“, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums.“

Frauen und Kinder sind der größte Teil der Opfer in den Kriegen.

Weltweit ist die Mehrheit von Frauen und Kindern heute unmittelbar in Gefahr, bedroht oder umgebracht zu werden und zwar,

* durch DIREKTE, DIE SO GENANNTE PRIVATE GEWALT,
* durch WAFFENGEWALT IN KRIEGS- UND KRISENGEBIETEN,
* durch STRUKTURELLE GEWALT der Ökonomie und Umweltzerstörung oder
* durch STAATLICH LEGITIMIERTE GEWALT

Als Frauen werden wir von diesen Entscheidungen direkt betroffen sein. Milliarden werden in die unsinnige Rüstung gesteckt. Das Geld muss woanders eingespart werden. Kürzungen sind vorprogrammiert. Das dürfen wir nicht länger hinnehmen. Die Grenze des Erträglichen ist längst überschritten.

Einige Frauen, die in Vergangenheit herausragende Fortschritte vorgedacht, vorbereitet und erzielt haben:
Olympe de Gouges, die in der französischen Revolution die Rechte der Frau und Bürgerin verfasste, wofür sie auf dem Schafott hingerichtet wurde,
Bertha von Suttner mit ihrem glühenden Werben für pazifistische Lösungen und ihrem berühmten Roman: „Die Waffen nieder!“
Alexandra Kollontai, Russland, mit ihren Ideen der Lösungen der sozialen Frage, der freien Art von Liebesbeziehungen,
Rosa Luxemburg, Deutschland, Vordenkerin der ökonomischen Analyse als Voraussetzung für Gesellschaftsveränderung,
Clara Zetkin, Deutschland, glühende Verteidigerin des Friedens, sensible Analystin der Lage der Frauen,
Simone de Beauvoir, Frankreich, mit ihren grundlegenden Analysen über die Auswirkungen des Patriarchats auf das weibliche Geschlecht,
Dolores Ibarruri, die Pasionaria, Spanien, als Symbol für den Kampf gegen Faschismus,
Rosa Parks, USA, Afroamerikanerin, die sich weigerte, ihren den Weißen vorbehaltenen Sitz im Bus aufzugeben, damit der Bürgerrechtsbewegung den entscheidenden Anstoß gab,
Winnie Mandela, Kämpferin gegen Apartheid,
Die Sängerinnen Mercedes Sosa, Violetta Para, Joan Baez, die Menschen überall auf der Welt mit ihren Liedern Hoffnung gaben – „Gracias a la vida“.
Und viele, viele mehr…

Unterwegs mit dem Frauenfriedensbus, vor der Burg Weibertreu bei Heilbronn
Foto: Ellen Diederich
Einige der  großen Errungenschaften der Frauenbewegung:
* Die Erreichung des Frauenwahlrechts,
* Den Schleier von den Gewaltverhältnissen gegen Frauen weggerissen zu haben,
* Das angeblich Private öffentlich gemacht zu haben – Das Private ist politisch!
* Selbstverständlichkeit von Studiums und Berufstätigkeit für Frauen.

Welche Frauen sind für mich heute Vorbilder? Unter anderen:
Angela Davis, Afroamerikanerin, Kämpferin um Frauenrechte als Menschenrechte,
Vandana Shiva, Indien, Biologin, Kämpferin gegen die Gier der Agrokonzerne,
Arundhati Roy, Indien, Schriftstellerin und Aktivistin gegen die Staudämme in Indien und gegen die imperialistischen Kriege,
Rigoberta Menchu, Guatemala, Kampf um die Rechte der Urbevölkerung

Wangari Maatthai, Kenia, erste afrikanische Friedensnobelpreisträgerin, die „Mutter der Bäume“, die für die Wiederaufforstung der afrikanischen Wälder kämpfte,

Hier zum Abschluss ein paar Gedanken aus einem Interview, das „Arbeiterfotografie“ vor Jahren mit mir geführt hat:

Was ist für dich Feminismus, bezeichnest du dich als Feministin?

Ja, ich bin Feministin. Dazu gekommen bin ich als allein erziehende Mutter, die aus einer Bergarbeiterfamilie kommt, lernen wollte. Die Begrenzungen der Gesellschaft habe ich sehr deutlich erfahren. Allerdings auch in den 70er Jahren, was möglich ist, wenn „Mehr Demokratie wagen“ praktische Konsequenzen hat. Die Kampagne „Arbeiterkinder an die Uni“ und ein Stipendium der Gewerkschaften haben mir ein Studium ermöglicht.

Es gibt viele verschiedene Definitionen zu dem, was Feminismus ist. Für mich heißt Feminismus: Zu jeder Frage, zu jedem Problem radikal herauszuarbeiten, welche Auswirkungen das auf Frauen hat und dementsprechend für Fraueninteressen zu handeln. Für Frauen heißt nicht: Gegen Männer. Als ob Menschen, die mit Kindern arbeiten, per Definition „Alte-Leute-Hasser“ sind.

Machen wir also weiter und erinnern uns an den guten Satz von Alice Walker:

Widerstand ist das Geheimnis der Freude!

Anzeige von 4 kommentaren
  • Avatar
    heike
    Antworten
    Ich finde diesen Artikel sehr interessant vor dem Hintergrund, dass ich in der DDR aufgewachsen bin und dort den 8. März als Internationalen Frauentag als Kind immer als einen Feiertag für die Frauen erlebt habe. Die Kinder und die Männer haben Blumen für ihre Mütter und Frauen gekauft, man hat Glückwunschkarten für die Frauen gebastelt, auch an die Lehrerinnen in der Schule wurde gedacht, in den Betrieben gab es Frauentagsveranstaltungen.

    Über Emanzipation wurde nicht geredet, sie wurde gelebt. Die Frauen waren oft viel selbstständiger und selbstbewusster als es die Frauen anscheinend in der Bundesrepublik waren.

    Frauen waren ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft, nicht Anhängsel des Mannes.

    Man konnte sich scheiden lassen, ohne vor dem wirtschaftlichen Ruin zu stehen. Soweit die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

    Heute ist es in der Bundesrepublik ähnlich, jede Frau kann arbeiten gehen und Geld verdienen. Abhängigkeiten von Männern bestehen nur, wenn man sich in sie begeben möchte. Diese Abhängigkeiten sind psychischer Natur, sie entstehen nicht aus einem staats- oder religionsgewolltem Dogma.

     

     

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    Piranha
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    Lesen:

    Anna Kaminsky: „Frauen in der DDR“
    Ch. Links Verlag, 320 Seiten, 25 Euro.

    Und als Einstieg:

    https://www.deutschlandfunk.de/frauen-in-der-ddr-gleichberechtigung-ein-mythos.1310.de.html?dram:article_id=380443

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    heike
    Antworten
    Ja, es gab eben verschiedene Leben in der DDR. Ebenso wie in der Bundesrepublik. Hier gibt es ja auch nicht nur Ausgegrenzte, HARTZ IV-Empfäner und Obdachlose.

    Aber wenn man sein Leben und seine Meinung nicht mehr erzählen darf, weil man dann mit „Sanktionen“ – um den hier gebräuchlichen Begriff zu verwenden – rechnen muss, die bis in tiefste Einschnitte der Gesundheit gehen, dann scheiße ich auf diese „menschlichen“ Weltverbesserer-

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    Ruth
    Antworten
    Liebe Ellen Diederich,

    meine Bewunderung für Deinen jahrzehntelangen Einsatz in der Frauenbewegung!

    Auch ich habe mich – nicht mit dieser beeindruckenden Vita für Frauenrechte eingesetzt und bin keiner Diskussion ausgewichen!

    Wir haben zum Umdenken anregen können, auch wenn wir belächelt und sexistisch angegangen wurden.

    Dennoch: Ehe mit einem erfolgreichen Anwalt, Mutter, sehr früh Witwe, eingeschränkte Berufstätigkeit; Resultat: kleine Rente!

    Meine Tochter: Juristin, Mutter, voll berufstätig, bald in Teilzeit, da ich nicht mehr so uneingeschränkt zu Verfügung stehen kann; Resultat: kleine Rente!

    Ein Dilemma!

    Bis heute sind Frauen im Alter arm! Und müssen für Anerkennung und Wertschätzung und gegen Lohnungleichheit kämpfen!

    Mein Frust und meine Empörung veranlassen mich, das ich rebellisch bleibe!

    Alles Gute!

    Ruth

     

     

     

     

     

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