Wir helfen weiter: mit Dankbarkeit und Zorn!

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Holdger Platta

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27. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ „Dankbarkeit und Zorn“ wäre gewiss ein guter Titel für eine neue CD von Konstantin Wecker. Auch zu Holdger Plattas neuem Bericht passt das Wortpaar bestens: Dankbarkeit über die derzeit sogar noch reichlicher sprudelnden Spenden für unsere GriechInnenhilfe; Zorn über eine EU-Politik, die die Notlage vieler griechischer Menschen unnötigerweise erst erzeugt hat. Wir erfahren, dass selbst das absolute Existenzminimum – Nahrung, Medikamente, Strom – in Griechenland oft nicht mehr gesichert ist. Und was kommt unterhalb des Existenzminimums? Viele Einzelfälle werden in diesem Bericht beleuchet. Sie zeigen, wie notwendig unsere Hilfe ist – aber auch, dass sie ankommt. (Holdger Platta)

Liebe HdS-Leserinnen und liebe HdS-Leser,

auch wenn Ihr auf diesen Bericht zu unserer GriechInnenhilfe etwas warten musstet, erstmal eine gute Nachricht vorweg:

Der Spendeneingang ist erneut angestiegen – von 1.205,- Euro in der Vorwoche auf 1.620,- Euro in den letzten Tagen (überwiesen von lediglich 10 SpenderInnen (!), in der Vorwoche waren das 28). Ich denke, da wirkt immer noch aufs positivste nach, dass Konstantin Wecker auf seiner Facebook-Seite am 30. Juni einen Neu-Aufruf zu unserer Spendenaktion veröffentlicht hatte! Also: Danke nochmal an ihn, Dank aber auch allen Spenderinnen und Spendern!

Was Evdoxia betrifft, die zur Behandlung ihres Gehirntumors nach Wien fahren musste – siehe auch meinen letzten Bericht! -, kann ich Euch mitteilen, dass mit der Therapie inzwischen planmäßig begonnen werden konnte. Auch die Nachsorge für Katerina am Londoner King’s College Hospital macht weitere Fortschritte und ist – wie Evdoxias Behandlung am Allgemeinen Krankenhaus in Wien – dank Eurer Hilfe finanziell sichergestellt. Und allmählich nähern wir uns dem Zeitpunkt, da Evelin und Tassos Chatzatoglou aufbrechen werden zu einer neuen Hilfsfahrt nach Griechenland (wenn sich nichts ändert: so um den 25. August herum). Dazu möchte ich Euch heute wenigstens einen kurzen Überblick geben:

• Der Verein „Apikion“ auf der Insel Andros wird für Hilfsbedürftige dort 1.000,- Euro bekommen (Verwendungszweck: Einkauf von Lebensmitteln). Tassos Chatzatoglou lobt in diesem Zusammenhang vor allem die exzellente Zusammenarbeit dort mit Frau Maria Alexaki, einer Sozialarbeiterin, sowie der „Obmännin“ des Vereins, Frau Xenoula.
• Für Frau M. auf Andros, alleinlebend, ohne Einkommen, werden wir die Stromrechnung bezahlen: rund 500,- Euro.
• Dasselbe gilt – in gleicher Höhe – für Frau V. auf Andros, ebenfalls eine ältere Frau, die über keine Einkünfte mehr verfügt.
• Bei der Familie B. auf Andros – Vater arbeitslos und krank – werden vor allem Kosten für Medikamente zu bezahlen sein – in der Höhe von rund 200,- Euro.
• Die Familie R. auf Andros, ein Ehepaar, beide arbeitslos, mit drei Kindern, werden 400,- Euro bekommen, um ebenfalls Strom- sowie Mietschulden begleichen zu können.
• Herr L. auf Andros, aufgrund der Krise psychisch erkrankt und deswegen in Therapie, ebenfalls ohne Einkommen, werden wir zumindest die Stromschulden – in der Höhe von 250,- Euro – bezahlen können.
• Familie B. auf Andros – auch diese kämpft mit sozialen und psychischen Problemen und „lebt“ aufs notdürftigste von der Rente des Vaters – wird mindestens 200,- Euro erhalten.
• Bei der Familie M. auf Andros werden wir den Fortbestand der Sozialversicherung absichern helfen – mit mindestens 200,- Euro.
• Familie K. auf Andros bekommt einen dringend erforderlichen Mietzuschuß von 100,- Euro.

Was die beiden Mädchen Zoi und Nektaria M. betrifft – für die wir bereits eine Patenschaft aus Euren Reihen organisieren konnten –, möchte ich direkt aus dem Kurzbericht von Tassos Chatzatoglou zitieren. Der Auszug zeigt, dass – soll ich sagen: selbstverständlich? – die soziale und ökonomische Krise in Griechenland auch den Zusammenhalt von Familien bedroht:

„Die beiden Mädchen von Frau M. bekommen seit März 2016 das Geld aus der Patenschaft. Zoi, das ältere der beiden Mädchen, war früher Vorzugsschülerin. Seit die Familie zerbrochen ist (die Eltern sind getrennt, die beiden Brüder im Knabeninternat der Kirche untergebracht, Zoi und Nektaría kamen ins Klosterinternat in Athen), sind Zois schulische Leistungen massiv abgesackt. Sie benötigt Nachhilfeunterricht, allerdings reicht das Geld aus der Patenschaft hierfür nicht aus. Wir möchten ihr den Nachhilfeunterricht finanzieren…“

Es versteht sich von selbst, liebe HdS-Leserinnen und HdS-Leser, dass wir diese Kosten übernehmen werden (der Finanzbedarf wird „vor Ort“ geklärt). Und füge – sehr gerne! – hinzu: dieses wird uns dank Eurer Spendenbereitschaft auch möglich sein! Und wenn ich an dieser Stelle eine kleine Zwischenbemerkung einfügen darf:

Alle Einzelschicksale zeigen, dass die notleidenden Menschen in Griechenland von Europa aus in eine Situation hineinmanövriert worden sind, dass nicht mal die Sicherung der grundlegendsten Bedürfnisse für die Betroffenen noch gewährleistet ist: wohnen zu können, Stromrechnungen, Medikamente und Arztkosten bezahlen zu können. Ich übersehe bei dieser Feststellung nicht, dass auch in unserer glorreichen Bundesrepublik viele Menschen mit gleichen Problemen zu kämpfen haben. Was hier zuschlägt – in Griechenland wie in Deutschland (aber auch in Spanien und Portugal) –, das ist eben jene „Austeritätspolitik“, deren Idiotie und Erbarmungslosigkeit ich vor einigen Wochen bereits im Rahmen dieser Hilfsberichte ausführlichst analysiert habe und für deren europaweite Durchsetzung vor allem PolitikerInnen wie Merkel und Schäuble verantwortlich sind.

Dasselbe gilt – „selbstverständlich“ – auch für die von uns betreuten Menschen im Raum Athen. Auch hierzu möchte ich wiederum aus dem Hilfsprogramm von Evelin und Tassos Chatzatoglou zitieren. Ich denke, diese Zeilen sprechen für sich:

„Familie K.: wir unterstützen die Familie seit letzten Herbst, da sie zu den Ärmsten der Armen gehört. Die drei jüngsten Kinder haben seit Juni 2016 eine Patin. Trotzdem benötigt die Familie mehr, allem voran Lebensmittel. Erinnern wir uns: die Familie war vor nicht allzulanger Zeit Opfer eines Einbruchs. Es wurden überwiegend Lebensmittel gestohlen. Wir möchten mit Eurer Unterstützung, liebe Leserinnen und Leser, dafür sorgen, dass die Kinder zumindest eine warme Mahlzeit täglich auf den Teller bekommen. Deswegen werden wir bei der Supermarktkette Sklavenitis Lebensmittelbons in Höhe von 1000,- € kaufen. Sklavenitis erwägt eine Verdoppelung des Betrags. Das war bereits bei unserer Spende für das Osterfest so. Sklavenitis verdoppelte damals schon den Betrag unserer Einkäufe. Es ist geplant, der Familie monatlich Lebensmittelbons im Wert von ca. 200,- € zukommen zu lassen, mit der Verdoppelung der Summe durch Sklavenitis können wir aber noch anderen Bedürftigen das tägliche Brot sichern.

Spiros K.: Spiros ist der Mann mit der Multiplen Sklerose. Im Vorjahr hatten wir bereits seine Therapien bezahlt und diesbezüglich ausführlich über ihn berichtet. Es stehen nun weitere Therapien an, deren Kosten wir – weil Spiros nach wie vor arbeitslos ist – übernehmen sollten: 1000,- €.

Familie M., über die wir ebenfalls laufend berichteten, möchten wir ebenfalls wieder helfen: 1000,- €.

Alex D., der Schauspieler, der durch die Krise arbeitslos wurde, (wir berichteten über ihn) benötigt ebenfalls unsere Hilfe. Wir denken an 600.- € für Strom und Wassergebühren.“

Muss ich ergänzen, dass wir Unterstützer und Organisatoren „von außen her“ mehr als nur dankbar sind, mit Evelin und Tassos Chatzatoglou derart engagierte und kompetente HelferInnen gefunden zu haben? Menschen, die – wenigstens andeuten möchte ich diese Tatsache doch! – selber oft dem Elend kaum noch standzuhalten vermögen, dem sie in Griechenland als mitfühlende Menschen ausgesetzt sind? Gern füge ich hinzu: eine Dankbarkeit, die ich nicht nur Evelin und Tassos Chatzatoglou gegenüber empfinde (und selbstverständlich auch gegenüber Uschi und Karl-Heinz Apel, unseren anderen „AußenhelferInnen“), sondern auch Euch gegenüber, den Spenderinnen und Spendern! Und ebenso gerne ergänze ich noch: eine Dankbarkeit, die auch unsere „AußenhelferInnen“ Euch gegenüber empfinden!

Womit ich wieder einmal bei den obligaten Schlusshinweisen bin. Also:

Wer uns bei unserer Hilfe für Menschen in Griechenland unterstützen will, den bitten wir um unterstützende Spende, unter dem Stichwort „GriechInnenhilfe“, auf das folgende Konto:
Inhaber: IHW
IBAN: DE16 2605 0001 0056 0154 49
BIC: NOLADE21GOE
Und hier nochmal die Kontaktdaten von Peter Latuska, an den Ihr Euch wenden könnt, wenn Ihr Patenschaften übernehmen wollt oder eine Spendenbescheinigung benötigt (für Spendenbeträge bis 200,- Euro genügt fürs Einreichen beim Finanzamt Kopie oder Original Eurer entsprechenden Kontoauszuges):
Peter Latuska
Theodor Heuss Str. 14
37075 Göttingen
Email: latuskalatuska@web.de
Mit herzlichen Grüßen wie stets
Euer Holdger Platta

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