Wir lassen es zu (Christian Biribauer)

 in Gesundheit/Psyche, Kultur, Poesie

Wir lassen es zu

dass sie uns lenken

geben so viel preis

ohne zu denken

Woher rührt diese Arglosigkeit nur,

woher?

 

Das Zeitalter der neuen Religionen –

Gut ausgedacht

viele Jahrzehnte geplant

nun ansprechend gemacht

hat heute alle in seiner Hand –

alles nur in neuem Gewand!

 

Wie kommt es, dass Wirtschaft und Technologie

als Dogmen perfekt funktionieren

und vermeintliches Glück bringen

wie zuvor nie.

Versprochene Demokratie, fun und Freiheit

verlogen versprochen

nur so gescheit sind die Leut‘ nicht

dass sie den Betrug – hätten gerochen.

 

Wen hat denn wirklich Freiheit für alle interessiert?

Warum im Aufbau der Wirtschaft

die Menschen nur zu Konsum und sonst nichts verführt?

Geschürte Angst zu Verhungern –

das einfachste Mittel

damit alle hängen

an der neuen Führerung Kittel.

Es ist immer das Gleiche – so einfach und klar

die Ziele sind immer dieselben –

den andern zu beherrschen

so wie es immer war.

 

Kommt heut von rückwärts

von hinten geheim

der Einfluss lässt dich

nicht mehr sein du, dein.

Du merkst nicht die Droge

sofort unmittelbar

die Wirkung verzögert

doch stärker – als je eine vor ihr war?

 

ChriB 1/2020

Showing 4 comments
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    Gerold Flock
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    Das möchte ich auch können. – Was für Drogen braucht man dafür? – Irgendwelche Pilze? – Wein und Hasch?

    https://dadaartworksgeroldflock.jimdofree.com/der-sch%C3%A4fer/

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      Volker
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      Quatsch Gerold, das nennt sich Lyrik. In meinen wilden Zeiten schrieb ich Liebesgedichte der anderen Art, aus Frust ++hust++. Zuerst auf der Schreibmaschine, geiles Gerät, danach auf einem Mac Plus, ein weitaus geileres Gerät, ohne kaputten Buchstaben und zwei-Finger hau-drauf mit Löcher auf Papier.

      Oft verblasste Typo im Liebesrausch, da Farbe vom Band fehlte, das Gestänge klemmte. Solch Lyrik, im Schweiße meiner geschrieben, mit Löcher und halben Buchstaben, ach ja ++seufz++, ich könnte sie heutzutach locker verauktionieren, manch Liebhabe*inn wäre wild darauf. Blöd gelaufen, bin kein Geschäftsmann, und schon gar kein Super-Lover mit Talkshow-Connections.

      Ab morgen, den siebenundzwanzigsten April im Jahre des Virus, verhülle ich hocherotischen Gesichtsausdruck unter abturnender Maske, meinem Haltbarkeitsdatum zuliebe. Klar, würde ich herumlaufen wie in wilden Zeiten, Liebesgedichte in Tröpfchenform versprühen, man würde mir selbst Evas Apfel verweigern, mit Wurm im Gehäuse. ++glucks++.

      So, das Ende des Tages naht, werde mich rüsten, den Exit im Blick und lyriken:

      Im Lande rollt sich was,
      zehn Rollen waren’s gestern,
      heut sind’s nur acht.

      🙂

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    heike
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    Ich glaube, es gibt zwei  Gründe, warum die Leute so fügsam sind. Der erste ist: sie fühlen sich tatsächlich aufgehoben, solange sie den Mund halten und die geforderten Anforderungen erfüllen. Bei vielen liegen diese Anforderungen auch im Bereich des Leistbaren und werden zudem mit positiven Gefühlen belohnt, zudem fühlen sie sich als Teil einer starken Gemeinschaft.

    Wer gegen den Strom schwimmt und das offensichtlich tut, hat wenige Vorteile davon. Es kostet ihn die Zugehörigkeit zu den anderen, es kostet ihn in vielen Fällen seine Arbeit und auch seine Würde. (Auch wenn sich die „Gegen-den-Strom-Schwimmer“ jetzt wieder regen werden und sagen: gerade damit bewahren sie sich ihre Würde). Aber vielleicht ist das der Unterschied zwischen Menschen, die gegen den Strom schwimmen „müssen“ – nicht nur, weil sie die Fehler des Systems erkannt haben und diese aufheben wollen, sondern weil sie so veranlagt sind, aus Reibung Energie erzeugen zu können.

    Menschen sind verschieden, und der Mehrzahl der Menschen fällt das schwer, die brauchen schon einen sehr triftigen Grund, um sich gegen andere Menschen zu stellen.

    Jedenfalls wird diese ganze Geschicht wieder ein paar Gewinner hervorbringen und viele Verlierer – und vielleicht haben viele Menschen einfach keine Lust mehr, zu den Verlierern zu gehören und wählen deshalb den energetisch günstigsten Weg.

    Nicht jeder ist einer, der sein ganzes Leben für nichts für andere aufopfert. jemand, dem neben materiellen Sicherheiten auch sämtliche Kräfte körperlicher, geistiger und emotionaler ´Natur in einem Kmpf für den Weltfrieden, für das Klima, für Europa, gegen Armut usw. schwinden, der fragt sich eventuell, ob die Art und Weise, diesen Kampf zu führen, richtig gewählt war. Und man kann durchaus etwas beitragen zu dieser Welt, ohne sich selbst völlig abschreiben zu müssen.

    Um es kurz zu machen:

    Die Leute gehen nicht auf die Barrikaden, weil ihr „nichts zu bieten“ habt (auch wenn ich diese Worte hasse, aber hier sind sie angebracht. Ihr fordert nur zu Ungehorsam auf. Und dann? Dann werden neue Führer die Welt neu errichten? Die Leute sind gerade dabei, gemeinsam im Kleinen neue Strukturen zu erschaffen, in denen sich scheinbar viele von ihnen wohl und aufgehoben fühlen. Sie helfen einander. Die helfen auch armen Menschen in anderen Ländern.

    Jeder Mensch hat seine Verwurzelungen und seine Anbindungen. Wie soll sich jemand von seiner Wurzel lösen, ohne zu verdorren, zu verhungern? „Schuster bleib bei deinen Leisten“, sagt man, nicht nur bezogen auf das Tätigkeitsgebiet, sondern auch in Bezug auf Herkunft.

    Naja, manche haben auch das Unmögliche versucht – und sind gescheitert. Manche vielleicht auch nicht, nur kenne ich keinen davon.

     

    Der zweite Grund ist, dass Menschen, die ausscheren, mit Repressalien belegt werden, die nicht nur von staatlicher Seite aus erteilt werden, sondern auch innerhalb der Lager der Gesellschaft.

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    ChriB
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    @Gerold: der Versuch herauszufiltern was passiert erfordert drogenfreies Denken und ein Ablassen von suchtartigem Sich-Ablenken!

     

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