Wolfgang und Anneliese: Heimat-Song

 in MUSIKVIDEO/PODCAST


Alles, was nicht am 1. April erscheint, ist ein ernsthaftes Kultur-Angebot der HdS-Redaktion. Ich erwartet daher ehrfürchtige Ergriffenheit. Außerdem: Da wir wegen unseres Widerstands gegen die diktatorischen Elemente der Corona-Politik jetzt bekanntlich „rechts“ sind, mussten wir uns Gedanken darüber machen, welche Musik zu diesem neuen Image passt. Wolfgang (Bastian Pastewka) und Anneliese (Anke Engelke) bieten da wirklich was für’s Gemüt.

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  • Ulrike Spurgat
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    ….guter Konter, lieber Roland.

    Volker hörst du mein Flehen ?

    Vorhang auf, für dich, lieber Volker !

    Unbedingt erwünscht sind dein kreatives Denken und schreiben.

    Die Schublade „rechts“ ein Totschlagwort in heutigen Zeiten. Blöde dabei ist nur, dass dieser Stuss u.a. von einem kleinen Geist kommt, der sich mit fremden Federn ausschmückt: Konstantin Wecker nimmt nur allzugern den Räterevolutiönar Erich Mühsam, Anarchist, Poet, Schriftsteller und vieles mehr, in sein, wie er selber meint „rebellisches“ , (wie kommt er denn auf den Trichter) Denken.

    Er träumt vom „Revoluzzer“, und versagt dabei kläglich seit es um die Verteidigung unserer Grundrechte geht kommen so seltsame Töne aus der „rebellischen“ Kehle, wie, „dass er sich von HdS distanziert“, weil das Magazin nicht nach seiner autoritären Pfeife tanzt….und sich für einen Weg entschieden hat, der außerordentlich mutig ist, denn keiner wusste was kommen wird, wenn ein so prominentes „Zugpferd“ von dannen galoppiert um sich zu vergaloppieren.

    Heute haben viele seiner Lieder, die mich begleitet haben, bei Herzschmerz und bei Liebeskummer, gegen Faschismus und für eine friedliche Welt einen bitteren Beigeschmack, denn beim Wiegen auf der Waage für zu leicht befunden.

    Es ist ein Verlust, dass Wecker einem System verfallen ist, dass für Kriege, Armut und Not in der Welt verantwortlich ist, und gerne rufe ich ihm zu: Komm zurück, wir brauchen dich, und stehe zu dem was du uns Jahrzehnte vorgesungen hast….

    „Genug ist nicht genug; ich lass mich nicht belügen, schon Schweigen ist Betrug, genug kann nie genügen…….“ Irgendwann war es dann aber wohl bedauerlicherweise genug…..

    Erich Weinert schreibt 1934, nach dem schrecklichen Verlust von Erich Mühsam, nach seiner bestialischen Ermordung durch die SS im Konzentrationslager Oranienburg auf hämische Pressemittleilungen der Faschisten, dass Erich Mühsam Selbstmord begangen hätte, folgendes:

    Wer du wirklich warst, Erich Mühsam, das wußten sie nicht; und sie wissen es auch heute nicht.

    Du warst der rücksichtsloseste und kompromißloseste Revolutionär, allein verpflichtet und verbunden der Klasse, die du liebstest, der Klasse der Unterdrückten, der Leidenden, Enterbten. 

    Sie sagen, du hättest das Herz eines guten Jungen besessen, die Schwätzer.

    Nein, du besaßest die aktive, leidenschaftliche Gütigkeit , die grenzenlos mitzuleiden vermag und daher in unendlichem Haß gegen die Verursacher des sozialen Leidens sich verzehrte

    Eine Passage eines unvergesslichen Textes von Weinert, der noch viel mehr über den zu Tode gequälten Freund zu sagen hat, auch dieses: „Aber dein revolutionärer Name wird leben, unvergeßlicher Freund!“

     

     

     

    Erich Mühsam , Räterevolutionär, Anarchist, Poet, Schriftsteller dessen rebellischer Geist bis heute und engem Freund der Arbeiterklasse

    • heike (Heike Preißler)
      Antworten
      Hallo Ulrike,

      Konstantin Wecker als einen „kleinen Geist“ zu bezeichnen, finde ich wirklich unpassend und anmaßend. Er hat über Jahrzehnte seine eigene Meinung vertreten, hat vielen, vielen Menschen Denkanstöße gegeben und sie in ihrer Arbeit für den Frieden und für Antifaschismus ermutigt. Vieles, was uns heute in der Widerstandsbewegung oder ganz allgemein in den Auffassungen der Menschen selbstverständlich erscheint, ist auch auf dem Nährboden seiner Ermutigungen und seines Mutes, zu seinen eigenen Gedanken und Erfahrungen zu stehen, gewachsen.

      Und es ist tatsächlich so, dass die Rechte besonders zu Beginn der Corona-Maßnahmen die Menschen in den Anti-Corona-Demos für sich vereinnahmen wollte  – und zu dieser Zeit hat sich Konstantin Wecker von HdS verabschiedet.

      Mittlerweile gibt zu den Corona-Maßnahmen aus den unterschiedlichsten politischen und menschlichen „Lagern“ verschiedene Meinungen.

      Ich habe mich z.B. erst dadurch, dass Konstantin Wecker Gedichte von Erich Mühsam rezitiert hat, ein wenig mit dem Menschen Erich Mühsam beschäftigt – und ich nehme an, dass es auch anderen Menschen so ergangen ist. Für dich mit dem Hintergrund deiner Familie und dem Umfeld, in dem du aufgewachsen bist und in dem du dich immer noch bewegst, sind viele der Dinge, die Konstantin Wecker durch seine Lieder anderen nahe bringen konnte, eine Selbstverständlichkeit. Aber eben nicht für die meisten Menschen in dieser Gesellschaft. Er hat sozusagen linkes, antifaschistisches und anarchistisches Gedankengut in die Mitte der Gesellschaft transportiert, und er hat es aus Liebe zu seiner Musik und aus Liebe zu den Menschen getan. Außerdem ist Konstantin Wecker ein Mensch, der selbst noch viel von anderen lernen möchte – und das schätze ich an ihm sehr. Ich möchte ihm, im Falle er sollte das hier lesen, jedenfalls meinen aufrichtigen Dank und meine Anerkennung aussprechen.

      (Manchmal kann man für die gleiche Idee und Sache von zwei verschiedenen Fronten aus kämpfen. Und auch deshalb sind diese Zeilen aus einem sehr Lieder so richtig: „….Wenn unsre Brüder kommen, mit Bomben und Gewehren, dann woll´n wir sie umarmen, dann woll´n wir uns nicht wehren…. Sie sehen aus wie Feinde, sie tragen Uniformen, sie sind wie wir verblendet und festgefahrn in Normen….“)

       

      • Ulrike Spurgat
        Antworten
        Grüß dich, Heike,

        was ich nicht leiden kann ist, wenn man anderen ihre Wortwahl, ihr Denken oder was weiß ich versucht durch irgendeine Moral abzusprechen.

        Huldige doch dem Wecker, dass bleibt dir überlassen, jedoch akzeptiere, dass ich darüber so denke, wie ich es deutlich geschrieben habe.

        Und ich bleibe dabei !

      • Ulrike Spurgat
        Antworten
        Heike, meine Geschichte ist meine Geschichte, und bitte unterlasse in Zukunft diese für eigene Erklärungen und auch Sichtweisen zu nutzen. Befremdlich ist es allemal. Warum sollte ich beispielsweise Teile deiner Geschichte nutzen, um dich  mit ihr bzw in ihr dann zu kritisieren ? ich nenne das eine Grenzüberschreitung. Punkt !
      • Holdger Platta
        Antworten
        Liebe Heike,

        Du schreibst:

        „Und es ist tatsächlich so, dass die Rechte besonders zu Beginn der Corona-Maßnahmen die Menschen in den Anti-Corona-Demos für sich vereinnahmen wollte – und zu dieser Zeit hat sich Konstantin Wecker von HdS verabschiedet.“

        Mit beiden Feststellungen hast Du Recht. Du irrst Dich aber, daß wir „Macher “ von HdS – Roland Rottenfußer und ich – jemals eine andere Position als Konstantin Wecker in dieser wichtigen Grundfrage vertreten hätten.

        Lies noch einmal Rolands und meinen Text zu diesem Thema durch:

        https://hinter-den-schlagzeilen.de/?s=Holdger+Platta+Menschenrechte

        Das sollte ein Text sein, den wir beide gemeinsam mit Konstantin Wecker auf HdS veröffentlichen wollten und dem dann Konstantin Wecker vorwarf, daß wir uns, Roland und ich – um Deine Formulierung zu benutzen – nicht genügend vor der „Vereinnahmung“ der Rechten geschützt hätten.

        Konstantin Wecker war einem Irrtum erlegen, für den Roland Rottenfußer und ich nichts können und den nur Konstantin Wecker selber aus der Welt schaffen kann.

        Niemand würde sich mehr darüber freuen wie wir.

         

        Mit herzlichen Grüßen

        Holdger

         

        • heike (Heike Preißler)
          Antworten
          Hallo Holdger,

          ich war mir immer sicher, dass Roland und du nicht zu den Rechten gewechselt seid und habe das auch nicht in dieser Weise kommuniziert. Trotzdem gab es in dieser Zeit damals hier auf HdS einen Umbruch, den Konstantin Wecker offensichtlich so nicht mittragen wollte oder auch nicht mittragen konnte. Die Basis auf der die Menschen stehen, ist aus verschiedenen Materialien beschaffen, und dem einen spült es eher die Füße weg als dem anderem. Das ist eine Tatsache und erklärt sich daraus, dass Menschen verschiedene Lebensgeschichten haben, verschiedene Vorfahren, eben ganz einfach verschiedene Wurzeln. Das kann man nicht ändern, nur weil man sich das wünscht, das ist ein Faktor, den man unwillkürlich in seinem Leben beachtet, intuitiv sozusagen. Dort, wo die eigenen Wurzeln gegossen werden und Nährstoffe erhalten, bleibt man gern, wenn es bedrohlich wird für das eigene Pflänzchen wechselt man den Standort, wenn das möglich ist. Völlig berechtigt, meinen dann die einen, die anderen sehen es als Verrat an (das ist wechselseitig austauschbar), jedenfalls ist das die Art und Weise wie die Menschheit sich in ihren vielen Einzelindivuuen weiter entwickelt hat. Konstantin Wecker hat immer zu seinen menschlichen und humanistischen Idealen gestanden, genau wie du und Roland und viele der Kommentatoren auf HdS – aber es müssen wohl von verschiedenen Menschen verschiedene Wege gegangen werden, um diesen Zielen treu bleiben zu können.

          Jeder kann seine Meinung zu anderen sagen, aber ich halte es trotzdem für eine Fehleinschätzung, Konstantin Wecker als einen „kleinen Geist“ zu bezeichnen, und da ich das für eine ungerechtfertigte Beleidigung halte, habe ich halt mal was dazu geschrieben. Ich halte auch dich, Roland oder Ulrike nicht für kleine Geister. 🙂 höchstens im netten Sinn – naja, aber die Umstände in den letzten Jahren waren nicht immer nett. Irgendwie geht mir den Menschen zuviel verloren in dieser ganzen Kämpferei gegeneinander.

          Ich habe hier auf HdS viel gelernt. Ich liebe die Lieder von Konstantin noch immer, es tut mir in der Seele weh, wenn sich hier die Menschen gegenseitig abschlachten- aber dem sehe ich ja schon länger zu, oder genauer, bin mittendrin im Geschehen.

          Ein Mensch besteht aus mehr als dem was er schreibt oder singt oder den Leuten nach außen hin zeigt. Die Leute verstehen sowieso nur das, was sie kennen. Wenn allerdings alles, was über sie hinaus geht „abgemäht“ wird, dann finden wir uns in einer gar nicht mehr humanen Welt wieder – und wohl das war es auch, was Konstantin Wecker zum Gehen veranließ. Manchmal trennen sich halt die Wege, und mit etwas Abstand wird man eventuell verstehen, warum.

          Nichts gegen das Kämpfen, aber nicht gegen das Menschlichste im Namen der Menschlichkeit.

          Und was wolltet ihr eigentlich? Dass Konstantin Wecker mit euch gegen die Corona-Maßnahmen ansingt? Das hat er ja getan, er hat sich wiederholt geäußert, er wägt seine Worte ab, wer Zuhören kann, kann auch seine Aussagen verstehen.

          • Holdger Platta
            Liebe Heike,

            erneut gebe ich Dir bei den meisten Deiner Aussagen Recht. Ich stehe hier nur vor einem Problem:

            Würde ich den tatsächlichen Hergang schildern – was ich nicht möchte -, würde allen hier klar sein, daß dieser Weggang von Konstantin Wecker völlig unbegründet war, von Anfang an bis zum Schluß, und daß von uns niemals irgendwelche Angriffe gegen Konstantin Wecker ausgegangen waren.

            Ich bedauere diese völlig unbegründete Entzweiung – ja, die hat es dann gegeben – immer noch sehr, und natürlich versteht sich auch für mich von selbst: Konstantin Wecker war und ist für mich ein großartiger Künstler.

            Ausgestreckte Hände einerseits und klarste Zurückweisung andererseits waren bei diesem höchst bedauerlichen, höchst unnötigen und höchst überflüssigen Konflikt mit diesem unguten Ende ganz eindeutig verteilt.

            Mehr möchte ich dazu nicht mehr sagen.

            Herzlich

            Holdger

  • Freiherr
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    Holy fuckin shit ! – es gibt viele Möglichkeiten Menschen zu quälen…

     

     

     

  • Volker
    Antworten
    Äh ja … danke für Herzschmerz mit Zahnschmerz.

    Oh Heimat, salopp abgekürzt: LMAA, ausgesprochen schmuddelige vier Buchstaben, untere Schiene sozusagen … Heimat bei Mondschein, aus der Ferne von unten betrachtet, gute Nacht mein Abendland, gefühlt bist schwarz wie Kohle, am Morgen grüßt dich Morgenland, doch du winkst nicht zurück …
    (erste leichte Nebenwirkung ab Minute1:28)

    Kein Glück in der Fremde, die Heimat ruft: Zurück, zurück, wir dürfen kiffen, kiffen, ganz legal, wozu noch Hindukusch, wir greifen ins Regal, denn Heimat kommt von Aldi …. 
    (Schwindelanfall mit erhöhter Methanproduktion; Gesangsduo mutmaßlich nicht glutenfrei)

    Au Backe bei Minute 2:43: Heimatliebe … ihr schlüpfrigen Heimatschlumpfe, wer treibt es mit wem, darüber sollt ihr singen … von Ampelmännchen, schwarz-braunen Gartenzwergen … und überhaupt …bewaldete Berge im Wind, ja wo denn, alles kahl, Bäume weg … weshalb? … ei, weil Holz benötigt wird, um heimatlose Flüchtlinge unterzubringen, so lieblich singt es aus Heimatherzen heraus…
    (Kipppunkt fast erreicht)

    Noch einmal, die Beiden verstehen Bahnhof nur (Minute 2:52): Ihr Armwackler, das heißt LMAA oder rutsch mir de Buckel runter, auch kreuzweise verständlich …. boah …. bei Minute 3:10 falten beide Ihre Hände zum Gebet sogar, stehend, klar, kniend wäre nicht heimatlike, so wenig wie Anneliese mit schwarzen Haaren …. stelle fest, Wolfgangs Haare sind Fake und Blondies Décolleté reine Theorie … oh Heimat unter Schleier, zeige dein wahres Gesicht
    (panische Immunreaktion aufgrund Superspreader-Party?)

    Ab Minute 3:50: Fühle mich geleimt, bin voll reingefallen, hab Gag nicht frühzeitig erkannt, war nur am Meckern …. böser Roland du, hast voll krass einen Kaffeefilter mir verpasst …

    Für Ulrike – kleines Fledermaus-Leak

    Ehe ich noch Gelegenheit hatte, diese deprimierende Höhle zu verlassen, war Karl in Rufweite gekommen. Er hob die Hand und schrie mir zu, ich sollte seine Fliege grüßen, weshalb ich einen Flügel unter Mühen verbog, für ein Grüß Gott der SPD.
    Hängen sie sich doch bequem an die Wand, meinte ich, die Zeiten sind schlecht, desinfizierte ihn regelgerecht und fing an, ihm Seife in den Mund zu blasen.

    Brrr, stönte Karl, hat dir niemand beigebracht, wie man mit SPD-lern umgeht, wo bleibt deine soziale Kompetenzgröße, lass uns tanzen.

    Neue Deutsche Welle, dachte ich, blies Luftballons auf und beschallte Karl mit einem wummernden, extrabreiten hurrar, hurrar, die Schule brennt, was er – wegen zu viel Seife im Mund – missverstand, unter wellenartigen Krämpfen litt und verzweifelt twitterte, wo bliebe die Feuerwehr, es brenne.

    Karl bleib locker, murmelte ich, öffnete eine Flasche Wuhan Rosé, Jahrgang 020 – Schröder hätte wohl lieber ein Bier getrunken – aber immerhin besser, als einen Afri-Cola-Rausch auszuschwitzen, dabei Grüne Mäuse*innen sehen, dies wäre wohl das Ende.
    Tja, meinte Karl nach drei Flaschen, lass uns aufhören mit diesem sentimentalen Gesülze. Sonst denken die Leute noch, mir wäre etwas weich in der Birne.

    Und wo er Recht hat, hat er Fliege. ++ glucks ++

  • Ulrike Spurgat
    Antworten
    Nachtrag zu Erich Mühsam aus dem Text von Erich Weinert 1934.

    ……..Du haßtest zwar Parteien und ihre Apparate, du haßtest das Autoritäre. Aber auch als Außenstehender bliebst du uns als Kampfgenosse treu verbunden. 

    Du gabst deine ärmlichen Einkünfte und deine Gesundheit her für die Befreiung der gefangenen Genossen. (Erich war aktiv in der „Roten Hilfe“ tätig, die die Arbeiterfamilien in jeder Hinsicht unterstützten, wenn deren Väter und Söhne und Angehörige weggesperrt wurden, weil sie politisch kämpften, und das einzige Einkommen wegfiel. So half Mühsam den Arbeiterfamilien beim Überleben). 

    Und als deine Nachrufschwätzer in Musteranstalten sich den humanen Strafvollzug demonstrieren ließen, , liehest du dir Geld zusammen, fuhrst von Zuchthaus zu Zuchthaus, sammeltest Klagen und Beschwerden deiner Klassenbrüder und bombardiertest Behörden und Ministerien.

    Du provoziertest Attacken der Polizei. Du schlugst in deiner Zeitschrift die Polizeisozialisten mit der Peitsche ins Gesicht. Du standest immer vorn, ungebändigt, unerschrocken, immer bereit, mit deiner Freiheit für die Sache der Getretenen einzustehen.

    Nein, Erich Mühsam, du ließest nicht über Gott und die Welt mit dir plaudern. Du bist aufrecht geblieben, als sie dich in die Verliese der braunen Bastille warfen. Du hast dich geweigert ihr Zuhälterlied nachzugrölen.

    Aber mitten in der Nacht hast du die Internationale gesungen !

    Der Anarchist

    Reicht mir in der Todesstunde

    Nicht in Gnaden den Pokal

    Von des Weibes heißem Mundes lasst mich trinken, noch einmal.

    Mögt ihr sinnlos euch berauschen,

    Wenn mein Blut zerrint im Sand.

    Meinen Kuß mag sie nicht tauschen

    Nicht für Brot aus Henkershand.

    Einen Sohn wird sie gebären.

    Dem mein Kreuz im Herzen trägt

    Der für seiner Mutter zähren

    Eurer Kinder Häupter mäht.

    geschrieben Frank Wedekind, vielgespielter Dramatiker, leider allzufrüh im Jahre 1918 gestorben (1864 – 1918)

    Wenn Wedekind zur Laute griff und spöttische Balladen sang, die die Tradition des alten Bänkelsangs und der Jahrmarkts-Moritat fortführten, da zeigte sich seine Fähigkeit zu zarter lyrischer Betrachtung und scharf attackierenden politischen Stücken. 

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