Wut tut gut!

 In FEATURED, Poesie, Politik, Umwelt/Natur

Unser Zorn über die Zerstörung der Natur ist eine wichtige Kraftquelle im Ringen um eine bessere Welt. Wir werden von Wahnsinnigen regiert. Wahnsinnig sind für den Autor aber auch diejenigen unter uns, die noch immer an die Selbstheilungskräfte eines Systems glauben, das den Raubbau an der Natur bis zum Exzess betreiben wird. (Dirk C. Fleck)

„Wenn wir dem Boden seine kostbaren Schätze entnehmen, provozieren wir eine Katastrophe
Kurz vor dem Tag der Reinigung wird es kreuz und quer über den Himmel gesponnene Spinnweben geben,
Eines Tages könnte eine Menge Asche vom Himmel fallen, die das Land zerstören und den Ozean zum kochen bringen wird.“
— Prophezeiungen der Hopi-Indianer

Manchmal tut es gut, sich in der Literatur zu bedienen, wenn die Seele auf Halbmast hängt. Dann kann es den Geist beflügeln, wieder einmal an der Blauen Blume der Romantik zu schnuppern. Eine kräftige Dröhnung Novalis kann Wunder wirken. Wie schrieb Freiherr von Hardenberg, 1772 bis 1801, zum Beispiel in „Die Lehrlinge zu Sais“?

„Wenn man echte Gedichte liest und hört, so fühlt man einen inneren Verstand der Natur sich bewegen, und schwebt, wie der himmlische Leib derselben, in ihr und über ihr zugleich.“

Stimmt. Aber dann fährt er folgendermaßen fort:

„Naturforscher haben die unermessliche Natur zu mannigfaltigen, kleinen gefälligen Naturen zersplittert und gebildet. Unter ihren Händen starb die freundliche Natur, und ließ nur tote, zuckende Reste zurück, dagegen sie vom Dichter, wie durch geistvollen Wein, noch mehr beseelt zum Himmel stieg, jeden Gast willkommen hieß und ihre Schätze frohen Muts verschwendete. Es ist schon viel gewonnen, wenn das Streben, die Natur vollständig zu begreifen, zur Sehnsucht sich veredelt, zur zarten, bescheidenen Sehnsucht, die sich das fremde Wesen gerne gefallen lässt, wenn es nur einst auf vertrauteren Umgang rechnen kann …“

Novalis schrieb diese Zeilen, als Europas Landschaft noch wie ein Paradies anmutete. Er schrieb sie in weiser Voraussicht, denn zu einem vertrauteren Umgang mit der Natur, wie ihn sich der Dichter wünschte, waren die nachfolgenden Generationen bis heute nicht fähig. Angenommen, man hätte den Freiherrn vor zweihundertsiebzehn Jahren tiefgefroren und erweckte ihn jetzt wieder zum Leben — wären wir überhaupt noch in der Lage, uns den Schrecken vorzustellen, der ihn befallen würde?

23 Jahre nach Novalis Tod schrieb Heinrich Heine seinen Bericht „Die Harzreise“. Heine war als Student von Göttingen durch den Harz über den Brocken bis nach Ilsenburg gewandert. Und zeigte sich zutiefst beeindruckt von der Schönheit der Natur. Wenn man diese Strecke heute noch einmal in Angriff nehmen würde, müsste man sich durch eine von Straßen zerfurchte, mit Baumärkten, Tankstellen und Strommasten bespickte Landschaft kämpfen, die in ihren Rudimenten allenfalls noch erahnen lässt, was Heine in Verzückung geraten ließ.

„Die Natur ist ein unendlich geteilter Gott.“ Diese Worte stammen von Friedrich Schiller, einem Zeitgenossen des Freiherrn von Hardenberg. Wer diese Worte versteht, wer sie verinnerlicht und infolgedessen Respekt und Ehrfurcht vor dem Mysterium der Schöpfung entwickelt, kann angesichts unserer Barbarei die Wut und Verzweiflung, die in ihm zu brennen beginnt, nur noch schwer zügeln.

Mir wird ja immer wieder unterstellt, dass ich zu depressiv sei und den Leuten jegliche Hoffnung nehme. Welche Hoffnung ist gemeint? Die Hoffnung, dass es immer so weiter gehen möge wie bisher? Keine Angst, das wird es wohl. Denn es mangelt uns an spirituellem Bewusstsein, das dringend erforderlich wäre, um dem Wahnsinn, der direkt in den Ökozid führt, noch Einhalt zu gebieten.

Der Psychotherapeut Stanislav Grof benennt die Ursachen dafür:

„Alle Erfahrungen geänderter Bewusstseinszustände werden ganz automatisch als psychotisch bezeichnet und in den meisten Fällen mit unterdrückender Pharmakotherapie behandelt. Wir haben praktisch die gesamte spirituelle Geschichte der Menschheit pathologisiert. Dabei begannen alle großen Religionen mit visionären Erfahrungen, mit transpersonalen Erfahrungen. Aber in der Psychiatrie werden diese Erfahrungen als schizophrene oder psychotische Erfahrungen beschrieben.“

Der US-amerikanische Umweltaktivist und Autor Derrick Jensen („Endgame“) bringt es auf den Punkt: „Es wäre ein Irrtum zu glauben, dass unsere Zivilisation nur Wälder kahl schlägt,“ schreibt er, „sie tut dasselbe mit unserer Psyche. Es wäre verfehlt zu glauben, dass sie nur Flüsse mit Dämmen verbaut. Sie errichtet auch in uns Dämme. Es wäre verfehlt, dass sie nur in den Meeren tote Zonen erzeugt. Sie schafft tote Zonen in unseren Herzen und in unseren Köpfen. Es wäre verfehlt zu glauben, sie würde nur Habitate zerstückeln. Auch wir werden zerstückelt, zertrennt, zerfetzt, zerrissen und zermalmt.“ Und er fährt fort:

„Zu viele Menschen glauben, dass Psychopathen im Wesentlichen Killer oder Zuchthäusler seien. Die allgemeine Öffentlichkeit hat nicht gelernt, die sozialen Stereotype zu durchschauen, und kapiert nicht, dass Unternehmer, Politiker, Konzernchefs und andere erfolgreiche Persönlichkeiten, die möglicherweise ein Gefängnis nie von innen zu sehen bekommen, Psychopathen sein können.“

Wir werden von Wahnsinnigen regiert, meinte einst John Lennon und er fügte hinzu: „Das Verrückte ist nur, dass derjenige, der dies offen ausspricht, Gefahr läuft, im Irrenhaus zu landen“. Wahnsinnig sind in meinen Augen aber auch diejenigen unter uns, die noch immer an die Selbstheilungskräfte eines Systems glauben, das den Raubbau an der Natur bis zum Exzess betreiben wird.

Zur Zeit wächst die Fraktion derer, die den Klimawandel leugnen, ja sprunghaft an, als wollte man sich selbst Absolution erteilen. Solange wir die Tatsachen jedoch leugnen, solange wir nach dem Motto verfahren: „Mein Kind schielt nicht, das soll so gucken!“, anstatt eine radikale Umkehr zu vollziehen, können wir bei künftigen Generationen kaum auf Verständnis hoffen. Sie werden uns als Verbrecher outen und das völlig zu Recht.

„Natürlich ist es von größter Wichtigkeit, Herz und Verstand der Menschen zu ändern,“ sagt Derrick Jensen, „aber ich weiß auch: wenn wir darauf warten, wird ein großer Teil der Welt tot sein“. Bin ich jetzt wieder zu depressiv, wenn ich ihm zustimme? Gut, dann will ich zum Trost den chinesischen Astronauten Taylor Gangjung Wang zitieren, der Folgendes sagte:

„Ein chinesisches Märchen erzählt von einigen Männern, die ausgeschickt wurden, einem jungen Mädchen etwas Böses anzutun. Als sie aber sahen, wie schön es war, waren sie so gerührt, dass sie stattdessen seine Beschützer wurden. Ebenso erging es mir, als ich die Erde zum ersten Male erblickte: Ich konnte sie nur noch lieben und verschonen.“

Also: lasst uns sie lieben und verschonen, auch wenn wir sie noch nicht umrundet haben. Eine solche Sicht würde in der Tat Hoffnung machen, wenn ihr versteht, was ich meine …

Zum Schluss möchte ich aus einem Brief zitieren, der in den sozialen Medien über eine Million Mal aufgerufen wurde:

„Wir machen euch Angst, weil wir nicht in eure Schemata passen, weil das, was uns antreibt, nicht Macht oder Geld sind, sondern die Liebe zum Leben selbst, der wilde Drang nach Freiheit und die Wut auf jene, die uns das alles nehmen wollen.“

Diese Worte stammen von einer Aktivistin, die sich Winter nennt und die im Hambacher Forst gegen die Abholzung des Waldes gekämpft hat. Winter lebte in der Baumhaussiedlung Norden zusammen mit ihrer Mitstreiterin „Jazzy“. Gemeinsam hatten sie sich angekettet und waren am 15. September, dem dritten Tag der Räumung, heruntergeholt, festgenommen und in die JVA Ossendorf verbracht worden. Bitte lest diesen Brief. Schöner kann man über unsere Macht und Ohnmacht nicht sprechen.

Dieses Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.

Dank für den Tipp an den Rubikon, www.rubikon.news, wo dieser Artikel zuvor erschienen ist.

Anzeige von 6 kommentaren
  • Imago
    Antworten

    Nur eine Spekulation?

    Viele Menschen sagen heute:

    Gott – ist tot.

    Wer aber weiß,

    ob das – auch WIRKLICH stimmt?

    Vielleicht ist Gott

    für uns gegenwärtig oft noch

    eine vielfach noch unverstandene,

    dabei aber IN WIRKLICHKEIT ALLES umfassende

    und somit also auch wirklich existierende Wesenhaftigkeit!

    „Idee“, ja – Ideal womöglich – einer einer

    buchstäblich HOCH-WIRKSAMEN Wesenhaftigkeit,

    auf die wir im Alltag oft so einfältigen Menschen

    uns erst einmal noch offener hinbewegen,

    die wir erst noch besser verstehen lernen müssen,

    weil wir so oft – den „Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“!

    Das unendlich Große jedenfalls,

    das allumfassend zusammenhängende Ganze

    das All – und auch so manches „kleine oder gar kleinste Detail“,

    schon ein kleines Blutkörperchen zum Beispiel

    in mir oder auch in Dir –

    oder auch ein SAMEN

    in seinem wunderbaren Aufbau,

    gelten – schon für sich allein betrachtet,

    längst auch in der Wissenschaft,

    als wundersam-zauberhafte kosmische Welten;

    obwohl oft nur – ganz klein,

    doch auch schon – ehrfurchtgebietend!

    WIRKLICH HOCHWIRKSAMER SAMEN

    steckt IN WIRKLICHKEIT

    in so vielen Dingen,

    warum also – nicht gerade auch

    in der EINSAMKEIT

    von uns oft so EINSAMEN Menschen?

    Zeitweises verein-SAMEN

    ist somit oftmals längst nicht ein Fluch,

    sondern vielmehr oft – der Beginn eines Segens,

    dessen ganzes kraftvolles WIRKEN

    man freilich auch – ganz bewußt

    erleben wollen muß

    und auch Geduld – ist daher oft dabei gefragt.

    Schon in unserem Fühlen und Denken

    steckt oft schon der SAME dessen,

    was wir später auch ernten,

    und im Wissen um dieses „Geheimnis“,

    bemühe ich mich daher

    möglichst nur die besten SAMEN auszusäen.

  • Volker
    Antworten
    Wir haben nur wenig an Zeit für tiefgreifende Veränderungen, meine Hoffnung verringert sich von Tag zu Tag, und die Antwort meiner Frage nach dem „Warum“ bleibt mir verschlossen, warum der Mensch seine Lebensgrundlage zerstört, somit seine eigene Vernichtung vorantreibt.
    Das macht schon mürbe, zumal ich (oder Du) nicht in der Lage bin, diesen Wahnsinn aufzuhalten, außer mein Leben verantwortungsbewußt zu gestalten, zwischen einem Rest Hoffnung und fortschreitender Resignation.
    Was brauchen wir noch an Erkenntnissen, Studien und eindeutigen Warnrufen; wir wissen schon lange, dass es kein Zurück mehr geben wird, ein Danach möglicherweise, allerdings unter Überlebensbedingungen, die ich mir erst gar nicht vorstellen will, nicht kann, die Grenze meines Verstandes nicht überschreiten werde – zu grausam wäre ein Blick in die Zukunft.

    Die Intelligenz des Menschen lässt sich nicht verleugnen …

  • Imago
    Antworten
    @ Volker (weil ich aus Deinem Kommentar ziemliche Anspannung und auch fortwährende Not heraushöre, will ich hier nun einmal direkt darauf antworten):

    Ich denke, daß es ein gutes Zeichen von gesundem Realitätssinn ist, sich von Zeit zu Zeit immer wieder ganz ehrlich und offen zu vergegenwärtigen, auf welch‘ gefährlich-abschüssigem Weg sich die Menschheit insgesamt befindet und welche Folgen dies im Einzelnen mit sich bringt, doch – längere Zeit bzw. zu lange wie gebannt auf all das viele Negative in unserer heutigen Zeit zu starren (und damit immer mehr Widerwillen dagegen aufzubauen), wird wohl auch beim stärksten und gesundesten Menschen zu zunehmend negativen Folgeerscheinungen führen*.

    Ich meine daher, es gilt vor allem – immer wieder die richtige Balance zwischen dem eigenen positiven Bestreben und dem derzeit leider so vielfältigen äußeren Schrecken zu finden, der von so vielen unserer gewissermaßen blinden und tauben Mitmenschen noch immer verursacht wird. All dies auch immer wieder bewußt zu erleben und auch (siehe oben das Stichwort Balance) rechtzeitiges neues Austarieren scheint mir das richtige Mittel zu sein, um den vielen heutigen Herausforderungen erfolgreich begegnen zu können (Geistesgegenwart bzw. ein ganz bewußtes Dasein im Hier und Jetzt ist auch ein sehr geeigneter, dabei aber eigentlich sogar – ganz banaler Begriff dafür).

    Die richtige Mischung zwischen Anspannung und Entspannung, Aktivitäten und Ruhezeiten, Freude und Trauer … muß freilich jeder für sich selbst lernen herauszufinden und – es hat ja auch sein Gutes, sich selbst dabei im Laufe Zeit immer besser kennen- und auch verstehen zu lernen! – Es gibt viele Arten von Meditationsübungen hierzu und längst auch viele gute Bücher darüber! – (Ich z. B. lese daher zur Zeit immer wieder im sogenannten „Hara Buch“ von Osho, das glücklicherweise vor einigen Wochen auf recht überraschende Weise „in meinen Besitz gelangte“und erlebe das als sehr hilfreich, da es für mich offenbar immer wieder wertvolle Anregungen zur Selbstzentrierung bereithält.)

    – – – – – – – –

    * Du hast oben meiner Ansicht nach etwas sehr Wichtiges (und auch sehr Zutreffendes) gesagt, nämlich: (Zitat) „…zumal ich (oder Du) nicht in der Lage bin, diesen Wahnsinn aufzuhalten, außer mein Leben verantwortungsbewußt zu gestalten …“ .

    Meinen eigenen Beobachtungen nach begehen leider noch immer sehr viel durchaus kritische und verantwortungsbewußte Menschen den Fehler, sich selbst immer wieder zuviel zuzumuten; so – als ob sie nun die gesamte Verantwortungslast zu tragen hätten, sozusagen die gesamte Summe dessen, was meisten Anderen – unglücklicherweise noch immer ablehnen. Das kann nicht gehen, sondern führt auf Dauer nur zu Überlastung und auch dazu, dann – auch selbst noch – womöglich gravierende Fehler zu begehen (ich selbst habe vor allem in jungen Jahren mitunter schmerzlich erfahren, daß ich in meinem übergroßen Eifer Gutes zu tun manchmal entdeckte, daß ich durch meinen Überschwang mitunter sogar „auf der Gegenseite“, also sozusagen „beim Schlechten landete“ [und dann auch erst einmal für einige Zeit – ziemlich enttäuscht und kraftlos „liegenblieb“).

    Solche Fehler (wenn auch oft mit anderen Folgen) beobachte ich bis heute immer wieder in vielen alternativen Kreisen und auch deren tragische Folgen, nämlich das sozusagen Zurückgeworfenwerden in die doch eigentlich bereits so mühsame Ausgangsposition und die dann auch damit verbundene Erklärungsnot, in die man dadurch (vor allem auch vor sich selbst) noch zusätzlich gerät. Die Lösung bzw. die idealerweise schon deutlich zuvor einsetzende Vermeidung solcher unnötiger Fehler, hast Du – wie gesagt – oben selbst schon genannt, indem Du sagtest „„…zumal ich (oder Du) nicht in der Lage bin, diesen Wahnsinn aufzuhalten, außer – mein Leben verantwortungsbewußt zu gestalten …“

    Ein altes Sprichwort lautet völlig zurecht „es gibt nichts Gutes, es sei denn – man tut es“, und so können wir einander darüberhinaus nur durch das Finden der richtigen Worte, aber vor allem durch unser möglichst gutes Beispiel im Leben zum richtigen Handeln anregen.

  • Holdger Platta
    Antworten
    Natürlich hat „Imago“ Recht, wenn sich ‚eigentlich‘ jeder Mensch in seinem  Leben um eine „Balance“ zwischen „eigenem positiven Bestreben“ und dem „äußeren Schrecken“ (von außen kommend) bemühen ’sollte‘. Aber:

    In Wirklichkeit ist das Menschen wie Volker in seiner eigenen Lebenswirklichkeit nicht mehr möglich: der „Schrecken“, der von außen kommt, setzt Hartz-IV-Betroffenen derart zu, daß es zur „inneren“ Wirklichkeit des gesamten eigenen Lebens wird. Gegen die schiere Existenznot mit all den damit unausweichlich verbundenen Ängsten kommt auch bestes Meditieren und stabilstes inneres Gleichgewicht nicht an. Deshalb stellt diese gutgemeinte Aufforderung zur „Balance“ eine reale – und über kurz oder lang auch psychische! – Totalüberforderung der Betroffenen dar.

    Deshalb wirken manche guten Ratschläge auf die Betroffenen dann eher wie bösartige Schläge, die sie dann, zusätzlich noch, von anderen – wohlgemerkt: wohlmeinenden! – Mitmenschen erhalten.

    Menschen in einer Realsituation wie Volker benötigen echte Hilfe, nicht nur Psychoberatung. Und das ist eine Auffassung, die auch jeder wirklich professionelle Psychotherapeut vertritt, der bereit und in der Lage ist, sich auf die reale Situation ihrer  Klienten einlassen zu können.

    Ich bitte „Imago“, auch über diese Dimension der Katastrophensituation, in der Menschen wie Volker zu leben haben, noch einmal nachzudenken – und besser noch als bloß darüber „nazudenken“: sich einzufühlen in diese Situation, und zwar voller Realismus und Empathie, voller Empathie und Realismus.

  • Volker
    Antworten
    Lieber Holdger, danke für Deinen Kommentar dazu, erspart mir „Imago“ zu Antworten, besser gesagt: wollte darauf gar nicht antworten, aber verwirrt war ich schon, über gute Ratschläge, die sich anhören wie „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Wobei ich Imago nichts Belehrendes unterstelle möchte, aber, wie Du es hier schon beschreibst, können Ratschläge sehrwohl auch als schmerzhaft empfunden werden – und ja, einen Stich verspürte ich schon beim Lesen seines Kommentars.

    Nebenbei: Meine derzeitige Wohnsituation kostet mich Kraft, zehrt an meinen Kräften und zeigt mir wieder einmal auf, dass ich per Gesetz grundgesichert geknebelt wurde, nicht frei über mein weiteres Leben entscheiden kann: weil Armut einer Erklärung bedarf, einer Rechtfertigung, ein sich entblößen, ein Bitten nach Verständniss ohne Zurückweisung.

    Gruß aus der Abhängigkeit, hoffe darauf, dass mir ein Beratungsschein für einen Rechtsanwalt noch genehmigt wird.

  • Imago
    Antworten
    Sorry Volker, aber ich konnte anhand Deines Kommentars leider nicht ganz  genau erkennen, daß die Situation für Dich nun schon so beklemmend ist (ich habe übrigens SELBST auch schon seit einiger Zeit mit Hartz4 zu tun und finde das selbst auch längst alles andere als „lustig“!).

    Von „jeder ist seines Glückes Schmied“ habe ich allerdings überhaupt nicht (und auch nicht sinngemäß) gesprochen, denn ein solcher Satz fällt meinen bisherigen Beobachtungen nach ansonsten eigentlich nur neoliberalen Zynikern ein, und zu diesem Menschenschlag gehöre ich ganz gewiß nicht. – Schade, daß meine freundlich gemeinte Anteilnahme und meine ganz gewiß auch sinnvollen Tipps dazu nun gleich so drastisch mißverstanden werden.

     

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