So machen Sie das Beste aus dem aktuellen Terroranschlag!

 In FEATURED, Kurzgeschichte/Satire, Politik, Roland Rottenfußer

Gemälde: Munch, „Der Schrei“, Ausschnitt

Ein Schnellkurs in 11 Schritten für Politiker. Barcelona, Paris, London, Nizza, Berlin, Brüssel, New York, München, Würzburg – die Landkarte ist dicht besät mit Schauplätzen des Terrors. Wegen der schnellen Folge der Katastrophen in den letzten Jahren ist es für Politiker nicht immer leicht, angemessen zu reagieren. Die gute Nachricht: Sie müssen Ihre Grundaussagen zum Anschlag nicht jedes Mal neu erfinden. Bestimmte Argumentationsstrategien haben sich bewährt und können – in Varianten – wiederverwertet werden. (Roland Rottenfußer)

  1. Erwecken Sie den Eindruck, dass außer den Opfern des jüngsten Anschlags niemand gestorben ist. Es wird Ihnen schwer fallen, der Opfer und ihrer Angehörigen auf Kommando angemessen zu gedenken. Sie sind quasi mitgefühlsentwöhnt, haben im Parlament vielleicht Kriegshandlungen mit hunderten Toten zugestimmt, Ihre Bedenken über Drohnenangriffe und Foltergefängnisse „unserer amerikanischen Verbündeten“ weggelächelt, haben zugesehen, wie Betroffene unter dem Hartz IV-Regime seelisch und Menschen im globalen Süden in Folge Ihrer Wirtschaftspolitik auch körperlich gebrochen wurden. Jetzt sollen Sie plötzlich wegen einem Dutzend Opfern tiefe Ergriffenheit ausstrahlen. Nicht leicht, aber da müssen Sie durch. Machen Sie klar, dass es jetzt und bis auf weiteres kein anderes Thema als „die Opfer von Barcelona/Paris/London usw.“ geben kann. Sonst ist niemand gestorben – schon gar nicht durch Ihre Mitschuld
  2. Beschimpfen Sie Menschen mit einer differenzierten Meinung als Bagatellisierer und Relativierer. So flächendeckend Sie in bewährter Zusammenarbeit mit den Medien Ihr Thema auch ins öffentliche Bewusstsein drücken – es wird immer eine Minderheit von Leuten geben, die „ja aber…“ sagen. Tragen Sie Sorge, dass diese Störer im öffentlichen Raum völlig isoliert werden. Wer jetzt nach Ursachen für den Hass der Täter forscht, bagatellisiert die Tat und verhöhnt die Opfer. Er disqualifiziert sich somit für den politischen Dialog der Rechtschaffenen. Wer jetzt darauf hinweist, dass auch anderswo Verbrechen begangen und Menschen ermordet wurden, kann als „Barcelona-Relativierer“ (setzen Sie ggf. den Namen eines anderen Terror-Schauplatzes ein) abgekanzelt werden – jemand, der sich wie ein Geisterfahrer gegen den Strom des gesunden Volksempfindens stemmt. Die Abweichler werden dann bald verstummen, und Sie müssen berechtigte Kritik nicht länger fürchten.
  3. Verdächtigen und beleidigen Sie Muslime pauschal. Sie müssen es ja nicht gleich so plump machen wie Donald Trump, der riet, Muslime mit in Schweineblut getränkten Geschoßen zu töten und damit auch deren Religion beleidigte. Behaupten Sie nicht „alle Muslime sind Terroristen“ – das würde nur böses Blut geben –, aber belehren Sie Angehörige des Islam darüber, dass sie in diesen schweren Tagen in besonderer Weise dazu aufgerufen seien, sich von ihren gewalttätigen Glaubensbrüdern zu distanzieren. Verschonen Sie dagegen Christen völlig von derartigen Forderungen, obwohl die Taten der christlich-abendländischen Westallianz einigen Anlass bieten könnten, sich von ihnen zu distanzieren. Ermutigen Sie durch Ihre Islamkritik auch die Rechten im eigenen Land und zeigen Sie sich dann entrüstet über die Folgen, wenn etwa Flüchtlingsheime brennen und auf den Straßen rassistische Parolen skandiert werden.
  4. Behaupten Sie, dass nach dem jüngsten Anschlag nichts mehr so sei wie zuvor. Verwenden Sie wiederholt Sätze wie „Nach Barcelona muss die Sicherheitslage völlig neu bewertet werden“. „Nach Paris ist die Welt nicht mehr dieselbe, die sie einmal war.“ Oder „Nach Bad Aibling können keine Gedichte mehr geschrieben werden.“ Insbesondere gutmenschliches Humanitätsgefasel sei nach diesem Epochenwechsel obsolet geworden. Benutzen Sie von allen möglichen Beschreibungen des Vorgangs die drastischste. Bezeichnen Sie mehrfachen Mord unbedingt als Terrorismus, mehr als zwei Terroranschläge in jedem Fall als „Krieg“. Sie lösen dadurch bei den Bürgern und Medienkonsumenten einen Schockeffekt aus. Den können Sie nutzen, um Reformen durchzusetzen, gegen die sich in weniger gefährlichen Zeiten sonst Widerstand regen würde.
  5. Treiben Sie nun all die Einschränkungen von Menschen- und Bürgerrechten voran, nach denen Sie sich ohnehin schon lange sehnen. Sicher haben Sie einen solchen Maßnahmenkatalog schon in der Schublade, haben sich aber bisher nicht getraut, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Die Datenschützer, die Linken, die leidige Verfassung – sie zwingen manchmal zu einer Rücksichtnahme auf Bürgerrechte, die Ihnen an und für sich wesensfremd ist. Jetzt ist der Zeitpunk gekommen, um harte, aber notwendige Themen selbstbewusst auf die Tagesordnung zu setzen: Komplettüberwachung aller Kommunikationsvorgänge, Fußfesseln für alle, die bei einem Verstoß gegen die Verkehrsordnung erwischt wurden (oder bei denen ein solcher Verstoß zukünftig zu befürchten ist), Videokameras in jedem Privatraum (analog zu den Feuermeldern), Aufweichung des Folterverbots, die Todesstrafe und die Änderung von Paragraf 1 des Grundgesetzes in den Wortlaut „Die Würde des Menschen kann von der Bundesregierung je nach Sicherheitslage gewährt oder aberkannt werden“… Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf und Seien Sie nicht zu zimperlich. Benutzen Sie bei Ihren Forderungen möglichst oft die Worte „streng“, „scharf“ und „hart“, sie sind Balsam für die verschreckten Spießerseelen Ihrer Bürger.
  6. Machen Sie klar, dass Sicherheit von nun an das alles überragende Thema sei, dem sich alles andere zu beugen habe – Freiheit und Menschwürde inklusive. Stellen Sie das Thema „Sicherheit“ bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit in den Vordergrund, indem Sie z.B. „Sicherheitsexperten“ (niemals Freiheitsexperten) heranziehen und die Effizienz von „Sicherheitsorganen“ loben. Es ist ein schwieriges PR-Problem, die Bürger zur Preisgabe ihrer Freiheit zu bewegen – aber es ist ein lösbares, wie die Geschichte gezeigt hat. Suggerieren Sie, dass das Festhalten an Menschenrechten, die Gegenwehr gegen Überwachung und Freiheitsabbau eine Marotte von „ewig Gestrigen“ und „Menschenrechtsnostalgikern“ sei – Leute, die immer noch nicht begriffen haben, wohin die Reise geht. Die Menschen werden Ihnen gern darin folgen, denn sie legen Wert darauf „dazuzugehören“ und als „up to date“ zu gelten. Bringen Sie Kritiker zum Schweigen, indem Sie ihnen klammheimliche Komplizenschaft mit den Tätern durch den Boykott präventiver Verbrechensbekämpfung unterstellen.
  7. Schließen Sie Vergebung und Versöhnung aus, schließlich repräsentieren Sie das christliche Abendland. Ein Blick in die Geschichte könnte einige Ihrer Gegner auf die Idee bringen, es sei möglich, mit Feinden Frieden zu schließen. Das soll schon vorgekommen sein, wäre aber in der aktuellen politischen Lage gänzlich kontraproduktiv – vor allem mit Blick auf die Arbeitsplätze in der Waffen- und Sicherheitsindustrie. Und mit Rücksicht auf die geheime Agenda, der Sie sich bewusst oder unbewusst verpflichtet fühlen: die Errichtung einer Weltdiktatur unter Wahrung demokratischer Restinstitutionen mit Feigenblattfunktion. Halten Sie christliche Werte zwar in der Integrationsdebatte hoch, wenn es darum geht Muslimen zu zeigen, dass sie nicht „zu uns“ gehören; verzichten Sie aber gänzlich auf Feindesliebe-Gefasel, wenn es um den War on terror geht. Hier kann es nur eine angemessene Vorgehensweise geben, nämlich auf die Anschläge so brutal zu reagieren, dass noch mehr Wut geschürt wird und der Nachfolge-Anschlag auf den Fuß folgt. Argumentieren Sie stellvertretend für das christliche Abendland wie folgt: „Lass uns dasselbe tun wie die Mörder – nur mit gutem Gewissen, denn die haben ja angefangen.“ Reagieren Sie z.B. auf die Ermordung Unschuldiger in europäischen Großstädten mit der Ermordung Unschuldiger in der arabischen Welt – z.B. durch Drohneneinsatz.
  8. Geben Sie niemals irgendeinen Fehler aus der Vergangenheit oder die Wirkungslosigkeit einer Maßnahme zu. Ihre Vorgänger haben es vorgemacht und beispielsweise nie die Ereignisse des 2. Juni 1967 (Ermordung Benno Ohnesorgs) und den Vietnamkrieg als mitursächlich für die Morde der RAF anerkannt. Zeichnen Sie das Bild einer Gewaltspirale mit nur einem Pol. Schuld ist ausschließlich die Seite der „Anderen“. Erwecken Sie durch keines Ihrer Worte den Eindruck, Sie hätten etwas aus dem Scheitern früherer Versuche der Terror-Bekämpfung (etwa des Irak-Kriegs) gelernt. Korrigieren Sie offensichtlich falsche Maßnahmen, indem Sie selbstbewusst mehr des Falschen fordern. Alles andere könnte Ihnen von Ihren Wahlbürgern als Schwäche ausgelegt werden.
  9. Beschäftigen Sie sich auf keinen Fall mit den Motiven und der Biografie der Terroristen. Erwecken Sie den Eindruck, dass das Böse immer unerwartet und aufgrund einer unbegreiflichen, plötzlichen Entscheidung des Täters entsteht. Scheren Sie sich nicht darum, dass es mittlerweile erwiesen ist, dass viele Attentäter ihre „Terror-Sozialisation“ durch die Bombardierung ihrer Heimatstädte oder durch die Folter-Fotos von Abu Ghraib erfuhren – manche auch schlicht durch die empfundene Abscheu vor dem heuchlerischen Materialismus des Westens. Verurteilen Sie Terror auf das schärfste, während Sie gleichzeitig Ihr Bestes tun, um die Terrorursachen zu verewigen. Erschaffen Sie Monster, um dann publikumswirksam als Drachentöter aufzutreten, so dass verängstigte Bürger gern vertrauensselig bei Ihnen unterkriechen.
  10. Machen Sie klar, dass von den Anschlägen alle Bürger gleichermaßen betroffen sind. Dies hilft vor allem dabei, soziale Unterschiede in angenehmer Art verschwimmen zu lassen („In dieser Stunde der Not gibt es kein Arm oder Reich mehr, nur noch Deutsche/Europäer/Mitglieder der westlichen Wertegemeinschaft“). Lassen Sie dabei völlig unter den Tisch fallen, dass zwar alle Europäer gleichermaßen zu Opfern des Terrors werden könnten, dass aber nicht alle gleichermaßen für die Entstehung des Terrors verantwortlich sind. Sie bewirken so eine Soldarisierung der Bürger, deren Sicherheit Sie durch eine falsche Wirtschafts- und Kriegspolitik aufs Spiel gesetzt haben, mit Ihnen als ihren großherzigen „Beschützern“. Sie sind Teil der Bedrohung; erwecken Sie dessen ungeachtet den Eindruck, dass Sie Teil der Lösung sind.
  11. Erwägen Sie unter den möglichen Gegenmaßnahmen vor allem jene, die der Rüstungs- und Sicherheitsindustrie die größten Profite verspricht. Weder Diplomatie noch Versöhnung halten unsere Wirtschaft am Brummen. Mit einem schönen, fetten Krieg dagegen kann man gleich zweimal verdienen: an der Zerstörung und am Wiederaufbau. Waffen wollen nicht in Depots verrosten, sie wollen an der frischen Luft ausprobiert werden und müssen im wahrscheinlichen Fall ihrer Zerstörung kostenintensiv wiederbeschafft werden. Denken Sie auch an die Arbeitsplätze unserer Soldaten und Polizisten, Gefängniswärter, Hersteller von Rüstungsgütern und Foltergeräten, Drohnenpiloten und Landminenfabrikanten (und ihrer Familien). Sie haben dann noch ein zusätzliches Argument gegen Pazifismus und Freiheitsliebe in der Hand: beide schaden unserer Volkswirtschaft, und das wollen wir doch alle nicht, oder?
Anzeige von 8 kommentaren
  • Krysztof
    Antworten
    Na sowas: HdS als neokonservatier Think-Tank 😉

    Erinnert an „Quantensprung“ von FJ Degenhardt (hier zum Lesen, für die, die keine Zeit zum Hören haben).

  • eulenfeder
    Antworten

    …nun Roland –

    hast du dich endgültig qualifiziert

    als MEIN Propagandaminister

    wenn die Revolution unter meiner Führung gelungen ist.

     

  • Matti Illoinen
    Antworten

    Der Westen mit seinen gerade einmal 10% der Weltbevölkerung, betrachtet den Rest der Welt noch immer als seine Kolonien. Illegale Kriege, Kolonialismus, Ausbeutung, Sklaverei, Ressourcenverschwendung Raub und vieles mehr, waren schon immer die Gründe für den relativen Wohlstand im Westen. Von wegen „Fleiß oder Erfindergeist“ alleine? Der Westen stellt sich als weiße Herrenrasse über das Völkerrecht, und stürzt den Rest der Welt ins Chaos. Mitnichten um Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, nein einzig und alleine um Interessen sprich Geopolitische Interessen. Aber die Mehrheit im Westen wurde und wird so indoktriniert, dass sie das mehrheitlich leugnen. 

     

    Alleine seit dem Ende des 2 WK hat der Westen mehr als 40 illegale Kriege mit mehr als 20 Mio. Getöteten auf Grund von Lügen geführt. Wie viele illegale Putschs gab es seit dem? Wie viele illegale Drohnen Einsätze? Wie viele zig tausende Bombeneinsätze? Alleine während der Obama Administration mehr als 21 Tsd. Obama bekam den Friedensnobelpreis. Ab wie viele Bomben bekommt man den im Westen? Früher bekamen Fluchthelfer das Bundesverdienstkreuz, heute werden sie „Schleuser genannt, und pauschal kriminalisiert. Guantánamo steht für „westliche Werte“ illegale Kriege, darüber hinaus gab und gibt es Handelskriege, in denen viele arme Länder vom reichen Westen erpresst werden, in deren Folgen haben wie viele Familien vor Ort ihre Existenzen verloren? Weil überschüssige Produkte zu Dumpingpreisen vor Ort die Existenzen von hunderttausenden wenn nicht sogar Millionen vernichtet haben? Jeder Flüchtling, müsste eine Endschädigung für das Leid, welches der Mehrheit angetan wird bekommen.  Wer andere Länder ohne UN Mandat überfällt, sind Kriegsverbrecher, müssen verhaftet und nach Den Haag überstellt werden. 

  • Advocat
    Antworten
    Andersherum empfiehlt sich:

    1. Relativieren sie die Morde durch Vegleiche zu Verkehrstoten, Krankheiten oder Unfällen in Badewannen (oder andere thin-tail Phänomene). Falls Sie jemand fragt, ob schon mal ihre Badewanne Sie versucht hat umzubringen, verweisen sie auf die systemimmanente Mordpraxis des Kapitalismus (etwa Suizidraten, in fundamentalistischen Theokratien und im Kommunismus viel geringer!).

    2. Tiggern Sie historische westliche Schuldkomplexe, um die Taten als – zwar nicht legtime – aber zumindest begründete Protestform darzustellen. Schließlich sind sämtliche negativen Entwicklungen auf dieser Welt letzlich auf westliche Interventionen rückführbar.

    3. Behaupten Sie islamistischer Terrorismus habe nichts mit dem Islam zu tun und legen Sie schnell nach, dass etwa die Bombardierung des Iraks direkt durch Bibelzitate begründet wurde.

    4. Ignorieren Sie vollkommen, dass eine fanatischer religiöser (Minderheits-)Kult, ihnen den Krieg erklärt hat und besiegen sie ihn durch systematisches Ignorieren (gewissermaßen wie die Römer als Hannibal vor ihren Toren stand). Definieren Sie die Anschläge als Morde, so dass sich Rückschlüsse auf eine dahinterstehende Ideologie erschweren.

    5. Diffamieren Sie sämtliche Sicherheitsmaßnahmen als quasi-faschistische Agenda, die (langersehnt) nun – unter fahrlässiger Begründung auf Terrorismus – durchgeführt wird, obwohl eigentlich kein Grund dazu besteht.

    6. Bereichern Sie die ‚Sicherheits-Freiheits‘- Diskussion mit negativer Dialektik, ohne je Vorschläge einzubringen, wie man gegen die Bedrohung vorgehen könnte (da siehe 1., der eigentliche Feind ist das ‚System‘ und Badewannen).

    7. Fühlen Sie sich bitte immer persönlich verantwortlich für die Außenpolitik der westlichen Welt und behaupten Sie, dass diese wesentlich christlich legitimiert wurde. Ganz wichtig: es gibt eigentlich keinerlei Unterschiede zwischen Religionen! Leute wie Nassim Taleb liegen falsch: https://medium.com/incerto/we-dont-know-what-we-are-talking-about-when-we-talk-about-religion-3e65e6a3c44e#.vg0vtbyc8

    8. Vermeiden Sie auch sämtliche Erwähnungen auf gelungene Terrorbekämpfung, wie etwa – Vorsicht Trigger! – Pershing: Hierzu etwa Thomas Wictor auf Twitter über Trump und den Pershingpost: „The Trump Troll of the day. He effortlessly controls the news cycles. All the articles say this: Trump was likely reffering to a supposed practice of shooting Muslims with bullets dipped in pig’s blood or burying them with the bodies of pigs. For some time, there have been rumors that claim Gen. John J. Persing employed such tactics following the Philippien-American War in order to deter insurgents. They all admit that they don’t even know what the hell Trump meant. So what I did was what the president suggested: I studied Pershing and the Muslim Moros in the Philippines. I hadn’t read about this in detail, since it isn’t my field of interest. Here’s a long piece written in 1919. I’ll summarize it. When Pershing was given command of the US forces in the Philippines, He’d STUDIED the Moro culture. There WAS savage fighting between the US and the Muslim Moros–but only after repeated attempts by Pershing to avoid violence. Pershing wrote to all the Moro sultans and explained the goal of American troops: stabilize the country. In order to understand the Moros, Pershing taught himself their language and customs. He learned what scared them the most: They were afraid we’d prevent them from practicing Islam, the way the Spanish had. Pershing visited as many sultans as he could. Often they asked him to come alone, so he would. It took YEARS of negotiations, talks, and meetings–as well as occasional battles–to stabilize the Philippines. Whenever possible, Pershing used sultans he’d befriended to act as intermediaries. When today’s press writes about the Moro rebellion, they lump THE ENTIRE CONFLICT TOGETHER under Pershing. In reality Pershing was unique among American commanders. He talked for a LONG TIME before he fought. Here’s two ways in which the press and academia lies about Trump and Pershing: The press says that Trump has referred to the practice of wrapping dead Moros in pig skins, which is a myth. They think they’re being very clever. A quote from John Pershing’s „My Life Before the World War, 1860–1917: A Memoir,“ (University Press of Kentucky, 2013), p. 284. „The bodies were publicly buried in the same grave with a dead pig.“ „It was not pleasant to take such measures…“. „But the prospect of going to hell instead of heaven sometimes deterred the would-be assassins.“ Pershing was talking about criminals. So, the pigskin story is a myth, but Pershing himself confirms the dead-pig story. What about bullets dipped in pig’s blood? Again, the press misrepresents what Trump said. „I read a story. It’s a terrible story.“ OF COURSE HE READ IT. Did he say it’s true? NO. Trump was illustrating a broader point: The enemy thinks we’re weak. Trump’s tweet controlled the news cycle and made me educate myself on Pershing AND the pig-blood story.“

    9. Falls Sie bei Ihrer ausgiebigen Recherche über die Motive und Biographien darauf stoßen sollten, daß die Attentäter nicht etwa aus einer bombadierten Stadt stammten, sondern behütet in Spanien aufwuchsen, überwiegend Jobs, Praktikas und soziale Unterstützung bekamen (und das bei der hohen Jugendarbeitslosigkeit!) und sich trotzdem radikalisierten. Nun, dann erwähnen Sie es eifach nicht. Das hilft keinem!

    10. Verwischen Sie systematisch jeglichen Unterschied zwischen Kiegs- und Wirtschaftspolitik, so dass letztendlich ein jeder – wo auch immer auf diesem Planeten – einen guten Grund hat sich und andere in die Luft zu jagen.

    11. Als Alternative zum Rüstungs- und Sicherheitswettbewerb, sollte man sich lieber in den nächsten Flieger setzten und einen dieser armen, gebeutelten IS-Seelen umarmen. „Ist das ein Bombengürtel oder freust du dich nur mich zu sehen?“

    Wollte nur den advocatus diaboli geben, kein generelles Ablehnen ihrer Haltung. Aber leider sind wohl die Zeiten vorbei, wo man gänzlich integre Lösungen finden kann. Und der Diskurs auf beiden Seiten mutet absurd an …

     

  • Heinrich
    Antworten

    Gute Replik von Advocat. Die Relativierer und Harmonisierer denken in absurd kurzen und unhistorischen Zeitspannen. Die über tausendjährige Geschichte des Islam mit all seinen Eroberungen und Metzeleien (siehe hierzu etwa Raddatz: Von Allah zum Terror?)  wird völlig ausgeblendet. Sexuelle Übergriffe wie zu Silvester 2015 in Köln werden mit Grabschereien auf dem Oktoberfest gleichgesetzt. Da kann man ruhig darauf hinweisen, dass die Übergriffe in Bayern immerhin aus dem Bewusstsein des Unrechts oder der Schuld geschehen, während sie in Köln aus dem Bewusstsein des Rechts und der Überlegenheit des Mannes resultieren, all das nützt nichts. Historische und soziologische Analyse ist nicht das Ding der Migrations-Verklärer. Folglich auch nicht die gesellschaftspolitisch relevante Analyse. Sie machen Politik aus ihrem mit Falafel und Döner gesättigten Bauch heraus und lassen sich ausschließlich vom persönlichen Eindruck leiten, vom Einzelschicksal des „geflüchteten“ Individuums, das natürlich immer traumatisiert ist und immer jegliches Recht (zu kommen und zu bleiben) auf seiner Seite hat, weil „der Westen“ (also ein jeder hier, auch der Malocher) schuldig an den miesen Verhältnissen in den Herkunftsländern ist. Diese Aufzählung könnte man jetzt unendlich fortführen. Will sagen: Advocat bringt die Dinge gut auf den Punkt  

  • rr
    rr
    Antworten

    Mir gefällt die Replik von „Advocat“ wirklich gut, vielen Dank. Ich habe das Gefühl, dass mich da wirklich jemand sorgfältig gelesen hat, was keine Selbstverständlichkeit ist. Rhetorisch ist das ausgezeichnet, ich habe auch lachen müssen – nicht weil die Argumente lächerlich wären. Manches finde ich schon bedenkenswert, etwa den Hinweis, dass viele Terroristen nicht aus zerbombten Städten, sondern aus „gutem Haus“ kommen. Alles hat mehrere Seiten, aber die Seite, die „Advocat“ hier mehr spielerisch vertritt, hören wir in den „Leitmedien“ schon so oft, dass sie nicht auch noch auf HdS unterstützt werden muss.

  • Advocat(us Dei)
    Antworten
    Merci für das sportliche Kompliment! Gerade in einer Zeit, wo sich alles so polarisiert wirklich selten. Und ist’s ein Wunder, wenn in der Mitte ein so beredetes Schweigen herrscht? Wie komme ich darauf? Interessant ist doch, dass beide(!) Vorredner ihre Positionen nicht in den Leitmedien wirklich vertreten finden. Und auch beiden Haltungen ist gemein, dass sie früher oder später leicht in eine Schmuddelecke gesteckt werden können. Heinrich landet natürlich in der rechten, islamophoben  und herzlosen Schublade, während rr (momentan zumindest noch) bestenfalls als naiv, aber bald als politisch-korrekter Terroristen-Relativierer oder sogar Sympathisant gebranntmarkt werden kann. Das ist kein Witz, das Framing beginnt schon Fahrt aufzunehmen (http://www.zerohedge.com/news/2017-08-23/two-new-totalitarian-movements-radical-islam-and-political-correctness). Und dass obwohl beide richtige Punkte ansprechen: Ein Wirtschaftssystem (übrigens nicht genuin kapitalistisch, eher ein Racket, da keine schöpferische Zerstörung bzw. reale Marktpreise wg. Kollusion pol. und wirt. Eliten) das Umwelt und Gemeinschaften global zersetzt und eine Religion, die nach dem Scheitern sämtlicher politischer Konzepte (v.a.) im Nahem Osten und qua Veranlagung (keine Gütertrennung von Kaiser und Gott) die wesentliche Identitätsgrundlage hergibt. Und Identitätsspiele sind generell fatal, da stets die dogmatischere Hand gewinnt (so wie bei den Progressiven ein veganer, transsexueller, schwarzer Rollstuhlfahrer den sozialen Royal Flush hat, sinds bei den Islamisten diejenigen, die letztendlich zum ‚großen Opfer‘ bereit sind). Und während man nun hierzulande zwischen Angst und Identität (Sehnsucht gut zu sein) herumtaumelt, werden wir von allen Seiten gespielt. Die Authoritären bekommen ihren Sicherheitsstaat, die Ideologen ihren Meinungs- und Sprachmonopol, die religiösen Rattenfänger ihre Beute und die Power Elite (Mills!) ihren ethnisch/religiös/kulturellen Straßenkampf, der sich so hübsch über abstrakte ökonomische Konflikte legt. Lösungen hab ich freilich keine, bin aber immer froh wenn ich auf Seiten wie dieser auf Menschen treffen, die noch ihren Hut in die Arena werfen. Das ist zumindest ‚Skin in the game‘ (Nassim Taleb), daher Respekt.

    (Kleine Buchempfehlung zum Thema am Ende: Douglas Murray – The strange Death of Europe)

    • eulenfeder
      Antworten

      …“ veganer, heterosexueller, Roter Radfahrer ! “ – der auch mit einem ‚quad‘ in der Hand ein Systemverlierer bleibt…

      wenn ich bitten darf, smile.

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