Das Pferd im Bundestag

 in FEATURED, Monika Herz, Politik (Inland)

Wie eine HdS-Autorin fast – aber auch nur fast – Karriere in Berlin machte. Es wird den meisten vermutlich nicht bewusst sein. Aber es hätte passieren können, dass unsere Bundeskanzlerin heute Monika Herz heißt. Das wäre auch gar nicht so übel gewesen. Die HdS-Autorin hätte das Volk wirklich vertreten – und nicht nur getreten. Wenn wir uns das derzeitige Bewerberfeld um die Kanzlerkandidatur anschauen… da wäre eine charmante, weise und herzliche Frau doch wohl eindeutig die bessere Wahl! Leider kam Monikas Aufstieg schon ganz am Anfang, vor der zweiten Hürde, ins Stocken. Die Mehrheit der Bewohner des Landkreises Weilheim-Schongau weigerten sich, sie als Direktkandidatin in den Bundestag zu wählen. Der Sieger war – Alexander Dobridt. Die Wege der bayerischen Bevölkerung sind eben unergründlich. Die Geschichte ihrer Kandidatur zeigt schlaglichtartig, wie schwer uns Bürgerinnen und Bürgern echte demokratische Teilhabe noch immer gemacht wird. Dabei hätte die Beinahe-Bundeskanzlerin grandiose Ideen gehabt, wie man den parlamentarischen Betrieb auflockern könnte… Monika Herz

 

Gerade lese ich, dass der Amerikanische Geldmensch Mike Bloomberg aus dem Präsidentschafts-Rennen ausgeschieden ist. Mit 500 Millionen Dollar Verlust. Das erinnert mich an meinen eigenen Wahlkampf im Jahr 2009. Gott, wie ist das lange her! Ich kandidierte parteifrei und bat die WählerInnen um ihre Erststimme. Mein Ziel war die Mehrheit der Erststimmen, dann wäre ich als Direktkandidatin in den Bundestag eingezogen. Von dort aus hätte ich mich umschauen wollen, ob ich als nächstes Ziel nicht vielleicht die Kanzlerschaft anstreben könnte. Mein finanzieller Einsatz betrug maximal 500,- Euro.

Ich stieg als aussichtslose Kandidatin in den Ring. Um überhaupt antreten zu können, musste ich dem Wahlleiter 200 Unterschriften vorlegen, die von den jeweiligen Gemeinden als gültig bestätigt waren. Ob die Fahrtkosten in den 500,- Euro drin waren, weiß ich heute nicht mehr. Jedenfalls führte ich unzählige, interessante Gespräche mit Nachbarn, Freunden und Fremden. Ohne die Hilfe des lieben Hans, der mehr als 50 Unterschriften für mich anbrachte, hätte ich die erste Hürde schon gar nicht genommen. Gerade fällt mir ein, dass sogar drei Bürgermeister unterschrieben haben.

So stieg ich also in den Ring. Mein Hauptgegner war Alexander Dobrindt. Er gewann das Rennen mühelos und holte ein Überhangmandat für seine Partei. Das war eigentlich vorher schon klar gewesen. Alexander Dobrindts Einzug in den Bundestag war überdies auch ohne Direktmandat gesichert,  da er über die Parteiliste bereits so gut wie gewählt war. Ich fand das ziemlich ungerecht. Als ich in der Volkshochschule einen dazu passenden Vortrag zum Thema Wahlrecht anbieten wollte, wurde mein Angebot zurückgewiesen. Es bestehe voraussichtlich kein Interesse an dem Thema. Die VHS hatte sicher recht, und ich fürchte, auch heute besteht kaum Interesse am Wahlrecht. Deshalb kehre ich in meine Erinnerungen zurück.

Interessant war auch, dass ich zu keiner der öffentlichen Kandidaten-Befragungen eingeladen wurde. Nur die KandidatInnen der bereits im Bundestag vertretenen Parteien wurden eingeladen. Unsereiner hatte nur das Recht von unten zu den Etablierten aufzuschauen. Auch reichlich ungerecht. Aber so war es nun mal. Außerdem war der Wahlkreis mit drei großen Landkreisen eigentlich viel zu groß für mich. Wie sollte ich mich da bekannt machen? Mein Sohn Oliver half mir, Plakate zu entwerfen und wir versuchten, einen Platz dafür zu finden. Wegen der vorhergesagten Aussichtslosigkeit beschränkten wir uns auf das nähere Umfeld von 10 Kilometern. So war es auch ökologischer.

Neben Alexander Dobrindt hatte ich noch etliche andere Gegner. Manche waren ziemlich sauer, weil ich ihnen Stimmen wegnehmen könnte, von anderen erfuhr ich erst, als die Wahlzettel für die Briefwahl vorlagen. Man hätte doch kooperieren können! Zu spät! Ach. Ich wählte mich am Ende selbst und erhielt immerhin über 800 Stimmen. 0,4 %. Davor hatte ich wenigstens viel Spaß gehabt.

Da meine Ressourcen begrenzt waren, wählte ich zum Kampfplatz nämlich die Arena von www.abgeordnetenwatch.de. Yeah! Dort beantwortete ich Fragen zu allen möglichen bundespolitischen Anliegen und hatte wirklich viel Freude damit. Nur die letzte Frage nach den Besitzverhältnissen der Bundesbank würde ich heute kompetenter beantworten. Die Bundesbank gehört uns. Ende der Ansage.

Zufällig kam heute zeitgleich – die 500 Millionen von Herrn Bloomberg hatte ich fast schon wieder vergessen – ein Hinweis auf das neue Design von www.abgeordnetenwatch.de . Ich muss jetzt mal hier ein bißchen Werbung machen. Die Jungs und Mädels machen da nämlich wirklich gute Arbeit! Und „man“ sollte sie großzügig mit Spenden bedenken. In den wohlsortierten Archiven finde ich alle Fragen und Antworten wieder.

https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/monika-herz

Schade, dass da ganz oben steht: „Diese Politikerin hat kein aktuelles und kein zukünftiges Mandat und keine Kandidatur.“

Woher wollen die wissen, dass ich in Zukunft kein Mandat erringen werde. Schließlich bin ich kampferprobt! Das klingt ja, als hätte ich mich für alle Zeiten disqualifiziert. Dabei finde ich meine Antworten gar nicht so übel.  Zum Beispiel die Sache mit dem Schwertkampf und dem Pferd, das so gerne mal im Parlament vorbeigeschaut hätte… Ich habe aber durchaus auch ernsthaft geantwortet. Wem gerade langweilig ist, der kann ja mal im Archiv herumstöbern.

Hier die Frage mit dem Schwert (Kategorie: Bildung und Kultur)

„… ich bleibe neugierig in Bezug auf den rituellen Schwertkampf. Vielleicht könnten Sie doch noch erläutern, was damit gemeint war…?? Einen wunderschönen Tag noch und viel, viel Erfolg!“

Und meine Antwort:

„Liebe Gabriele,

so, jetzt haben Sie mich erwischt und ich bin selber gespannt, was ich jetzt eigentlich antworte. Meine verschmitzte Forderung nach Einführung des rituellen Schwertkampfkunst zur Veranschlaulichung von Bundestags-Debatten gehört in die Kategorie ‚künstlerische Freiheit‘ (Artikel 5, Abs.3: Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei…).

Die Idee ist mir während eines Workshops zur Einführung in die Kunst mit dem Schwert gekommen. Das Schwert steht in vielen Kulturen das Symbol für Weisheit und für die Kraft, Entscheidungen zu treffen. Selbst das Wort Ent-Scheidung erinnert noch daran, das Schwert aus der Scheide zu ziehen, sich zu ent-scheiden.

Bedauerlicherweise habe ich nicht in der Eindruck, dass im Bundestag Entscheidungen getroffen werden, die von Weisheit geprägt sind. Vielmehr geht es vorwiegend um Machterhalt, um Fraktionszwänge oder um vorherrschende Wirtschaftsinteressen.

Ich wünsche mir dagegen Politiker und Politikerinnen, die sich von wirklicher Weisheit leiten lassen. Deshalb halte ich auch die Etablierung eines echten und unanbhängigen ‚Weisenrates‘, so wie ihn schon Erich Fromm in seinem Buch ‚Haben oder Sein‘ formuliert hat, für dringend notwendig.

Im tibetischen Buddhismus gibt es zum Beispiel eine Meditationsgottheit, die hält in der einen Hand ein Schwert und in der anderen Hand ein Herz als Symbol für tiefes Mitgefühl. Die Verinnerlichung dieser Werte, die wünsche ich uns allen, ganz besonders aber unseren Politikern, die die Weichen für unser kollektives Schicksal stellen. Ja. Genau das steht hinter der Forderung nach der Einführung des rituellen Schwertkampfes im Bundestag. Die Forderung ist also im Grunde sehr ernst gemeint.

Eine gute alte Freundin von mir hat sich deshalb bereit erklärt, mich bei meinem Einzug ins Parlament als berittene Bogenschützin zu begleiten. Die Symbolik ist die Gleiche. Wir wissen nur noch nicht, wie wir für das Pferd die Erlaubnis für den Zutritt ins Parlament erwirken können 😉

mit freundlichen Grüßen und herzlichem Dank für Ihre guten Wünsche

Monika Herz“

 

 

 

Showing 4 comments
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    Ruth
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    Es ist sicherlich kein Zufall, dass Sie heute von Ihren Erfahrungen auf der politischen Karriereleiter berichten – Internationaler Frauentag und immer noch Ungleichbehandlung auf allen Ebenen. In den Konzernen, Verbänden, Wissenschaft etcetera und in den Parlamenten – wenn wir es überhaupt dorthin schaffen! Und da bin ich  wieder bei Ihrem Thema.

    Vierzig Jahre war ich mit dem Politik-Betrieb und seinem Machtpoker befasst. Kungelkreise, Listenplätze – wer wird abgesichert – die ersten fünf sind sicher – und muss um sein Mandat nicht fürchten.

    Auf kommunalpolitischer Ebene habe ich es immerhin bis in den Kreistag geschafft, dann habe ich alles  hingeschmissen; Unvereinbarkeit mit meinem privaten Leben! Sitzungen, die zu Zeiten angesetzt werden, die mit Berufstätigkeit und Familie nicht zu vereinbaren waren, Grosseltern nicht vor Ort, Geld für Kinderfrau nicht vorhanden.

    Dies ist nun schon sehr lange her, aber …? Es gibt immer noch nicht genügend Kitaplätze, Ganztagsbetreuung in Kitas und Schulen, unflexibele Arbeitgeber, Armutslöhne, sodass Frauen von Weiterbildung und beruflicher Karriere ausgegrenzt sind!

    Wenn weiterhin kein Umdenken stattfindet und nur auf Freiwilligkeit gesetzt wird, dann verschwenden wir das gesamte Potenzial kluger, gebildeter Frauen!

    Wir brauchen Frauenquoten, denn Männer geben nichts freiwillig her und das, wen wundert‘s… Geld!

    Gleiche Gehälter für Männer und Frauen und verpflichtende Quoten, sonnst sind wir in hundert Jahren noch nicht gleichberechtigt!

     

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    heike
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    800 Wählerstimmen sind ja schon mal gar nicht so wenig … wenn HdS sich zur Partei FHW (Für eine hume Welt) formiert, sind für ihre Kandidaten wahrscheinlich mindestens 100.000 Wählerstimmen möglich.

    Zu dem Ansatz, Spiritualität in den Bundestag zu bekommen: das wäre ein Novum in der Weltgeschichte, in der bisher immer eine strikte Trennung zwischen Spiritualität und säkulärem Weltgeschehen herrschte.

    Ich bin der Meinung, dass sich Politik und Spiritualität nicht wirklich gleichzeitig ausüben lassen: bei Politik geht es immer um die Durchsetzung von Machtinteressen, echte Spiritualität „setzt“ auf Verbundenheit. Wenn man beides vermischen möchte, dann wird die Spiritualität zur Machtausübung missbraucht. Das nimmt ihr ihren ganzen Wert. Und dann bleibt dem Menschen auch kein innerer Rückzugsort des Friedens mehr.

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    Monopoli
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    https://www.gegen-hartz.de/news/hartz-iv-jobcenter-erstellt-psychogramme-ueber-kunden

    Geeignet, nur wenn die Beurteilung stimmt, sonst, unwürdig für die Gesellschaft, meinen die Groß-Betrüger, die Verwalter der Meinungshoheit in der BRD.

    Viel Vergnügen auch weiterhin mit faszinierenden , zielführenden Fake-News .

     

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    Andreas Mägdefrau
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    Ich weiß nicht, ob es mit Frauen in der Politik wirklich besser läuft. Mit Merkel, Nahles, von der Leyen, mit AKK, mit einer Klöckner, mit von Storch, mit Weibel und vielen anderen aus den Machtparteien mehr wird doch der Beweis erbracht, nüscht wird besser, eher noch blöder , noch schlimmer…

    Jede Doku über die Vorkriegszeiten, ob erster oder zweiter Weltkrieg zeigt Massen an Frauen, die für den Krieg, (1. Weltkrieg) und für den Führer (2. Weltkrieg) enthusiasisch kreischen und begeistert die Politiker oder Führer anhimmeln und zu allem bereit wären für ihn… von wegen – die Opfer ! Von wegen „Trümmerfrauen“… Nach jedem Ende einer Katastrophe, die durch Frauen mitverursacht wurde, stellen die sich immer als Opfer hin und die Männer, der Rest von denen, die es überlebt haben, werden als Täter hingestellt…

    Dass Ihr Frauen nicht begreift, dass der ganze Gender-Wahn ein neoliberales Projekt zur Spaltung und Zerstörung der wichtigsten und kleinsten Strukturen der Gesellschaft, der Familie, und der Solidarität und des Mitgefühls in den kleinsten Kreisen der Gesellschaft ist…

    Teile und herrsche…

    Mir tut das nur weh, dieser unglaubliche Egoismus, der unzähligen Männern die Kinder wegnimmt und unzähligen Kindern die Väter…

    Das Ausmaß dessen, was heute in der Gesellschaft an Ungleichheit, auch zwischen Männern und Frauen in Beruf und Entlohnung usw. existiert, kommt daher, dass die es so erfolgreich geschafft haben, zwischenmenschlich bald alles zu zerstören.

    In Wahrheit interessieren doch die Interessen der Frauen keinen Neoliberalen. Zeigt mir doch mal einen von denen, der Frauen wirklich das Gleiche bezahlt, für die gleiche Leistung, wie Männern. Oder der sich dafür einsetzt, das Pflegeberufe, dass Hausarbeit wirklich wertgeschätzt wird, wie es sich gehört. Im Gegenteil, es geht darum neben Männern auch Frauen das an Ausbeutung zukommen zu lassen, was zur Profitmaximierung noch fehlt, den Lohndruck nach unten weiter auszudehnen.

    Hauptsache der Kampf Frauen gegen Männer bleibt am Köcheln…

    Wenn es schon soweit ist, dass eine Politikerin in einer Talkshow einen männlichen Tierschützer frech fragen kann, ob er als Mann aus persönlichen und prinzipiellen Gründen ein Problem mit dem Schreddern männlicher Küken habe, dann sieht man, was aus dem erstrebenswerten Grundsatz der Gleichstellung der Geschlechter geworden ist.

    Was soll eine Quote, wenn Emanzipation von den meisten Frauen darin verstanden wird bzw. besteht, das andere Geschlecht abzuwerten ? Das ist keine Emanzipation, das ist geschlechtsspezifische Diskriminierung. Die ist eigentlich nach dem Grundgesetz, Artikel 3 Absatz 2 und 3 verboten.

    Sorry, aber das Hoch-Hypen der Frauen schadet ihnen selbst, denn sie können darin nur scheitern, besser zu sein als „die Männer“…

    Es stimmt auch nicht, dass „alle Frauen Opfer sind“ und alle Männer Täter. Es stimmt, dass viele Frauen Opfer böser Männer waren, sind oder noch werden. Das Gleiche gilt umgekehrt. Denn stets gibt es solche und andere Männer/Frauen…

    Ich habe mal im Rundfunk in der Sendereihe Wissen/Aula einen Vortrag/Feature gehört : „Bestien, Testosteronmonster, Vergewaltiger Das verteufelte Geschlecht“ von Doktor Christoph Kucklick  gehört. Darin heißt es gegen Ende :

    „Denn das Weibliche rettet nicht. Das bedeutet: Das Männliche zerstört nicht. Wir haben die Welt 200 Jahre lang so eingerichtet, dass der gegenteilige Anschein entstehen konnte. Wir dürfen uns nun davon lösen.  Aber erst wenn wir Frauen genauso – Verzeihung – scheiße finden wie Männer, so unmoralisch, egoistisch, verantwortungslos, kommen wir vielleicht auf die Idee, keines der Geschlechter mehr mit Etiketten zu versehen. Erst wenn wir Frauen alles zutrauen, auch das Böseste (siehe Inge Koch; A.v.m.), machen wir sie zu ganzen Menschen. Wenn Humanität, dann auch die dunkle Seite. Und erst wenn wir Männern nicht mehr nur das Schlimmste zutrauen, machen wir sie zu ganzen Menschen. Und geben den Blick frei auf Individuen.  …   Erst moralische Geschlechterparität erlaubt, die jeweiligen Benachteiligungen zu betrachten, ohne dabei einem Geschlecht einen Tätervorsprung und einem anderen einen Opferbonus einzurichten. Und stattdessen nach den jeweiligen, vermutlich komplexen Ursachen zu forschen für die skandalöse Unterrepräsentation von Frauen in den Chefetagen und die skandalöse Überrepräsentation von Jungen in Sonderschulen und von Männern in Gefängnissen, Für die hohe Rate von Missbrauch bei Mädchen, und die hohe Rate von Misshandlungen bei Jungen. Für die Unterbezahlung von Frauen und die übermäßigen Todesfälle von Männern durch Kriege, gefährliche Berufe und Selbstmorde.   So ließe sich das große Werk des Feminismus vollenden. Dessen historische Leistung, die Benachteiligungen und die Stereotypen des Weiblichen zu benennen und zu bekämpfen, wird oft von einer Bekräftigung der Stereotypen des Männlichen begleitet. So hat die Bewegung es versäumt, eine andere Geschichte der Männlichkeit zu erzählen als jene, die um 1800 auf den Weg gebracht worden ist. Nun gilt es, mit dem Feminismus über ihn hinauszugehen, um auch das andere Verhängnis des modernen Geschlechterdenkens zu enttarnen.“

    Um es ganz klar zu sagen, ich, der Schreiber,  bin zu jung, um das alles zu verantworten, was in den vergangenen Jahrhunderten Frauen angetan wurde. Aber was Männern angetan wird, das führt noch heute dazu, dass sie Jahre früher sterben als Frauen.

    Und wenn es Alleinerziehenden nicht so gut gehen würde, würden es heute nicht so viele einer verantwortungsbewussten Beziehungen zum Vater der Kinder vorziehen. So schlecht können Männer gar nicht sein.

    Doch die Verantwortungslosigkeit der neoliberalen Moderne, die Ökonomisierung des Denkens und der Bewertungen des Gegenübers bis hinein in die intimsten Beziehungen zwischen Mann und Frau sind die Ursachen für den Kampf zwischen den Geschlechtern, der heute schlimmer wütet als zu den fürchterlichsten Zeiten der Unterdrückung und Benachteiligung von Frauen. Je freier und ungehinderter die Frauen heute sind, um so heftiger meinen sie, das andere Geschlecht weiter entwerten zu müssen. So erlebe ich es. Die Mainstream-Medien mit ihrer neoliberalen Konnotation und Präferenz forcieren das sehr aktiv und spalten munter weiter !

    Nochmal Christoph Kuklick :

    „Man mache sich nichts vor: Der Widerstand gegen die ethische Waffengleichheit dürfte gewaltig sein. Es steht so viel auf dem Spiel. Die Gesellschaft müsste ihren Moralhaushalt neu organisieren. Die vage Reservemoralität, die wir im Weiblichkeits-Stereotyp bunkern, wäre obsolet. Die tröstliche Gewissheit, dass, wie schlimm es auch immer komme, die Ausputz- und Trümmerfrauen parat stehen, um den ganzen Mist der Männer zu beseitigen – sie müsste zerbröckeln. Stattdessen müssten Männer wie Frauen die volle Verantwortung übernehmen, als Menschen, ohne Rücksicht auf ihr Geschlecht.“

    Das kann ich unterschreiben !

    Andreas Mägdefrau 

     

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