Der Königsweg

 in FEATURED, Philosophie, Spiritualität

Uns droht eine schrille Nacht, ein Fest voller Geschrei und Panik — doch am Ende könnte ein Licht geboren werden: unser eigenes. So wie es aussieht, wird es in diesem Jahr keine stille Nacht geben. Es wird unruhig. Die ganze Welt ist in Aufruhr. Dennoch kann Frieden einkehren, und es kann wirklich und wahrhaftig ein König geboren werden. Wir sind es selbst. Der Weg in das innere Königreich ist kein bequemer. Viele Verdrehungen und Verfälschungen müssen aufgelöst werden. Es schmerzt, sich mit Lügen auseinanderzusetzen, es macht Angst, an seine eigene Dunkelheit heranzutreten, und es verunsichert, das Neue nicht zu kennen, was sich seinen Weg auf die Welt bahnt. Das ist Advent. Am Ende, das wissen wir, wartet eine Überraschung auf uns. Kerstin Chavent

 

Weihnachten naht. Das Fest der Familientreffen, der Geschenke, der gemeinsam gesungenen Lieder, der duftenden Küchen, der Kerzen auf dem Adventskranz, die für viele die Geburt Jesu Christi ankündigen: ein Stern mitten in der dunkelsten Zeit des Jahres, die Verheißung eines neuen Lebens, ein Hoffnungsschimmer, wo alles verloren scheint. Mehr als in den vergangenen Jahren sehnen wir uns nach diesem Moment der Offenbarung: Es ist nicht zu spät. Es ist für uns eine Zeit angekommen.

Dieses Weihnachten wird kein ruhiges. Viele Familien werden sich nicht verbieten lassen, zusammen zu feiern. Sie werden sich das Fest nicht verderben lassen und nicht wie im vergangenen Jahr in kleinen, staatlich genehmigten Grüppchen um den Baum sitzen und ein trauriges „Oh du fröhliche“ durch die Gesichtsmaske hauchen.

Oma und Opa werden nicht ihre Portion Truthahn allein in der Küche essen, während der Rest der Kernfamilie im Wohnzimmer speist. Die Älteren werden nicht draußen den Kältetod riskieren, weil es drinnen zu gefährlich ist, miteinander anzustoßen.

Wir werden nicht auf Abstand gehen. Auch wenn mit allen Mitteln versucht wird, aus dem Fest der Liebe ein Fest der Angst zu machen: Niemand kann uns davon abhalten, zueinander zu finden. Immer mehr kommen die Menschen zusammen, die den irrsinnigen, absurden, hirnrissigen Bestimmungen keinen Glauben mehr schenken. Sie haben verstanden, dass das ganze Eingesperre, Geimpfe und Geboostere nicht in ihrem Sinne ist und glauben an etwas Höheres als an die Angstmache. Viele erkennen, dass sie sich geirrt haben, und haben den Mut, es sich einzugestehen. Die große Verwechselung, die Verdrehung, die die Welt auf den Kopf gestellt hatte, wird immer offenbarer.

Geläutert

Dieses Weihnachten wird laut. Ob Jubel oder Wehklagen erklingen, das liegt an uns. Eine stille Nacht wird es sicher nicht werden. Die Glocken werden nicht süß klingen. In aller Offenheit werden sich Licht und Dunkelheit begegnen, Lüge und Wahrheit, Angst und Liebe. Mit voller Wucht treffen die Gegensätze aufeinander und stellen uns vor die Wahl: Entsetzen oder Entzücken? Reue oder Freude? Mit sprühenden Funken geht mehr als ein altes Jahr zu Ende. Welche Geister wir mit ihm verabschieden, das bestimmen wir.

Im Sturmgeheule brauchen wir etwas, woran wir uns festhalten können. Der Weihnachtsbaum wird es sicher nicht sein. Vom Boden getrennt steht er da in seiner künstlichen Pracht und kann uns nur mahnen, unsere Wurzeln tief in der Erde zu verankern. Machen wir es wie die Tanne, als sie noch im Wald stand. Lassen wir Wurzeln aus uns herauswachsen, die tief in den Boden hineindringen. Seien wir biegsam und flexibel, wenn der Sturm kommt. Beugen wir uns vor den Elementen. Widersetzen wir uns ihnen nicht, sondern lassen wir uns von ihnen läutern.

Die Luft vertreibt und löst auf, was uns das Atmen erschwert. Das Wasser spült fort, was uns blockiert. Das Feuer verbrennt, was wir nicht mehr brauchen und trennt das Tote vom Lebendigen. Zerzaust sind wir, durchgeschüttelt, erschüttert bis in unsere Grundfesten. Wir sind wach. Verwundert richten wir uns auf und reiben uns den Schlaf aus den Augen. Das alte Dekor ist verschwunden, der künstliche Glimmer, die klebrige Pracht. Der Lack ist ab. Doch das Kind ist noch da. Das Kind in der Krippe. Mit ausgestreckten Armen lächelt uns das Neugeborene zu.

Das Universum im Fingerhut

Es ist wahrhaftig ein König, der dort liegt. Sein Reich ist nicht von der materiellen Welt. Er herrscht nicht über Völker und Ländereien und verfügt über keinerlei Besitz. Er ist überhaupt kein Herrscher im eigentlichen Sinne. Seine Macht erstreckt sich über ein ganz anderes Reich, weit größer als alles, was wir mit unseren Augen sehen und unseren Händen umfassen können. Man kann es nicht sehen. Es ist das, was unsere Wissenschaft als Nichts bezeichnet und was in Wirklichkeit Alles ist.

Unsere Welt besteht vor allem aus Leere. 0,0001 Prozent Materie machen ein Atom aus. Der Rest ist Raum, in dem Energie zirkuliert. Das Universum, so heißt es, passt in einen Fingerhut. Alles hängt von den Informationen ab, die in den Raum eingespeist werden. Die Materie macht nur einen winzigen Teil des Existierenden aus. Alles Körperliche, jede Form ist wie die Spitze eines Eisbergs, unter der sich das Eigentliche verbirgt: die In-form-ation.

Imperien wurden errichtet, um über die Information zu herrschen — und damit über jede Form von Leben. Es sind die digitalen Kolosse, die heute die Welt lenken, unterstützt von den großen Medienunternehmen.

Sie posaunen in alle Welt hinaus, was der Macht dient, die nach der Kontrolle über alles Existierende greift: Angst. Auf welcher Seite wir auch stehen — alle sind wir mehr oder weniger davon ergriffen. So steht der teuflische Nichtigmacher, der große Vernichter, kurz davor, das zu vollbringen, was bisher kein König, kein Feldherr, kein Anführer vollbracht hat: über die gesamte Welt zu herrschen.

Gekapert

Fast ist der uralte Plan erfüllt. Schon greift er mit kalten, metallischen Fingern in den Weltenraum hinein, immer auf der Suche nach neuen Ressourcen. Die Erde ist verbrannt, verdorrt, vergiftet, die Artenvielfalt dahin, die Menschen versklavt. Wie gelähmt sind die Massen. Allerorten lauert der Feind: Terroristen, Viren, Russen, ja selbst das Atmen ist lebensgefährlich. Beim Einatmen riskieren wir die Ansteckung, beim Ausatmen die Eskalation des Klimawandels. So wird uns das genommen, was uns Leben gibt: Atma, der Hauch, die Seele, das Selbst.

Mit der schwindenden Lebenskraft haben wir nahezu vollständig vergessen, zu was wir fähig sind. Wir wissen nicht mehr, dass ein einziger Gedanke, ein einziger Funke zur rechten Zeit am rechten Ort eine Weltmacht zum Einsturz bringen kann.

Unermesslich ist die geistige Energie, die einem Menschen entspringt. Die Materie verhält sich so, wie der Geist es ihr befiehlt. Was wir seit Urzeiten wissen, ist heute hinreichend bewiesen. Eine Mutter kann ein Auto anheben, unter das ihr Kind geraten ist. Menschen können per Gedankenkraft Gegenstände in Bewegung setzen und verändern.

Wir sind es, die wir unsere Welt nach unseren Vorstellungen gestalten. Damit wir von dieser Fähigkeit keinen Gebrauch machen, hat man uns Geschichten von unserer Schlechtigkeit, Schuldigkeit und Nichtigkeit erzählt. Alles wurde verdreht und verzerrt, bis wir schließlich glaubten, wir seien eine Fehlkonstruktion, die ruhig wieder vom Erdball verschwinden kann. Wir haben es geschluckt. Bis tief in unser Erbgut hinein haben wir uns die Lügen einimpfen lassen und stehen heute mit leeren Händen vor der Krippe, mit klammen Herzen und verwirrten Köpfen.

Verdreht

Unsere höchsten Werte wurden ins Gegenteil verkehrt und unsere heiligsten Symbole besetzt, damit wir sie nicht mehr benutzen können. Das Kind in der Krippe hat die Kirche Roms uns genommen, um ihre Gier und ihren Blutdurst mit ihm zu rechtfertigen (1). Alles bis hin zu unseren Seelen maßt sich der Vatikan an zu besitzen. Bis heute regelt das zwischen Hitler und Papst Pius XII abgeschlossene Reichskonkordat die Inhalte unserer Bildung an Schulen und Universitäten.

Auf die „heidnischen“ Kraftorte der Erde wurden Kirchen gebaut. Unermüdlich kaperten und okkupierten die hohen Herren „primitive“ Symbole, Orte und Feste und drückten ihnen ihren Stempel auf. Frauen klemmte man den Birkenbesen, Symbol der Reinigung, zwischen die Beine und machte sie zu Hexen. Die Freiheitsstatue Amerikas bekam einen Heiligenschein aufgesetzt, und Ishtar, eine in Mesopotamien verehrte, dem Planet Venus zugeordnete Göttin, wurde zum Logo der Kaffeehauskette Starbucks.

Unsere Welt ist voll von verkehrten und banalisierten Symbolen. Eines der bekanntesten unter ihnen dürfte die Svastika sein. Das kraftvolle Glückssymbol östlicher Glaubensrichtungen wurde zum Hakenkreuz und damit auf ewig befleckt. Das Siegel des Salomon, des größten und mächtigsten Königs des Volkes Israel, wurde mit dem Judenstern zum Schandmal degradiert. Der auch im Arabischen als Soliman bekannte weise Souverän soll über Geister, Dämonen und sogar den Teufel Macht gehabt haben.

Das vielleicht am meisten verdrehte Symbol unserer Zivilisation ist die Schlange. In vielen Kosmologien symbolisiert sie die schöpferische Kraft der Erde, die Häutung, die Verjüngung, die Erneuerung — das Leben. Sie windet sich am Stab des Asklepius, des Gottes der Heilkunde in der griechischen Mythologie, und wurde zum Symbol des ärztlichen und pharmazeutischen Standes. In ähnlicher Form winden sich zwei Schlangen um den Hermesstab, der ursprünglich die Herolde bei der Überbringung von Nachrichten schützen sollte. Heute haben Wirtschaft, Handel und Armee dieses mächtige Symbol besetzt.

Den Weg bereiten

Eingeklemmt zwischen Vater Staat und Alma Mater — die geläufige Bezeichnung für unsere Universitäten — ist es nun an uns, uns von dieser Herrschaft zu befreien und die alten Symbole und heiligen Orte zu ihrer ursprünglichen Bedeutung zurückzuführen. Schauen wir uns um in diesem, wie Charles Baudelaire schreibt, Wald von Symbolen. Sehen wir hin, was einmal eins war. Dies ist die eigentliche Bedeutung des Begriffes Symbol: zusammenbringen. Fragen wir uns, was die Dinge wirklich bedeuten, denen wir begegnen. Was sagen sie uns? Woher kommen sie? Wer hat sie ursprünglich benutzt? Wer benutzt sie jetzt?

Damit wir sehen, hören und verstehen können, ist es notwendig, allerlei Zeug aus dem Weg zu räumen, um den Weg frei zu machen. Das ist alles andere als bequem, und es verlangt uns vieles ab. Der Königsweg ist kein Sonntagsspaziergang. Königswege sind nicht die Straßen, die Königen und Pharaonen vorbehalten waren, sondern das, was der griechische Mathematiker Euklid von Alexandria bezüglich der Geometrie herausgefunden hatte: Es gibt keinen kurzen, leicht begehbaren Weg.

Es ist anstrengend und es tut weh.

Initiationsreisen sind keine Wochenendtrips. Sie konfrontieren uns mit dem Schwärzesten in uns und bringen uns an unsere äußersten Grenzen. Der Königsweg verlangt Ehrlichkeit, Unvoreingenommenheit, Durchhaltevermögen und Flexibilität.

Wir kommen nur dann auf ihm weiter, wenn wir zugleich das Dunkelste und das Hellste in uns erkennen, das Schwere und das Leichte, das Hohe und das Tiefe. Er ist ein diffiziler Balanceakt zwischen unseren Schwächen und unseren Stärken, der uns gleichermaßen Mut und Demut abverlangt.

Zur Sonne!

Um uns nicht zwischen dem scheinbar Widersprüchlichen zu verlieren, brauchen wir eine solide Mitte und viel Vertrauen in unsere Kraft. Nur so können wir die alte Welt des Entweder-Oder verlassen und eintreten in eine neue Welt des Sowohl-als-Auch, in der sich die Gegensätze nicht mehr ausschließen, sondern miteinander verbinden. Es ist, als rieben sich die Trennungslinien aneinander ab. Immer dünner werden die Schleier, immer durchlässiger werden sie für das Licht.

Das ist es, was wir jetzt für uns und andere tun können: uns selbst immer transparenter machen, klarer, leuchtender. Konfrontieren wir einander nicht brutal mit unseren jeweiligen Wahrheiten. Tragen wir in uns das Raue, Störrische, Undurchlässige ab. Spüren wir in uns hinein, welche Gefühle die, die wir jetzt treffen, in uns auslösen, und weisen wir sie nicht zurück. Begegnen wir uns selbst mit Nachsicht und Milde und geben uns den letzten Schliff, um uns geschmeidig zu machen.

Die Zeit ist vorbei, in der wir mit Hammer und Meißel an uns gearbeitet haben. Wir haben uns nicht geschont. Immer wieder haben wir uns selbst hart an die Kandare genommen, haben uns getreten und gepeitscht und sind daran fast zugrunde gegangen. Jetzt geht es darum, mit weichen Tüchern letzte Hand anzulegen. Seien wir sanft zu uns. Tun wir uns selber Gutes. Fühlen wir hin zu diesem Kind, zu dem Kind in uns, dem Zarten, Verletzlichen, und flüstern ihm liebevolle Worte zu: Ich bin bei dir. Ich verlasse dich nicht. Ich liebe dich.

So naht das Ende des Geburtskanals. Das neue Leben kommt auf die Welt, wenn es am dunkelsten ist.

In der letzten Zeile des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach heißt es Bei Gott hat seine Stelle das menschliche Geschlecht. Ob wir einer Religion angehören oder nicht: In dieser außergewöhnlichen Zeit dürfen wir sie so deuten, dass die Menschenfamilie sich auf den göttlichen Funken besinnt, der im Herzen jedes Einzelnen von uns glänzt und nur darauf wartet, zu einer Sonne zu werden.

Showing 8 comments
  • Freiherr
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    “ Wer in dieser „Gesellschaft “

    einen Sinn für Gemeinschaft sucht –

    der zieht sich zurück

    weil er diese “ Gesellschaft “

    nicht ertragen kann.

    Die deutsche „Gesellschaft“  macht  krank.

    ( Ägidius Steinbichler, Waldphilosoph )

     

  • Freiherr
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    Weihnachten –

    ist für den Freiherrn, den Antichristen, den gottlos-indigenen Waldler-Natur-Puristen

    eine extra-unbehelligte Zeit weil die Scheinheiligkeit sich unter einem Baum im Wohnzimmer versammelt, ich also die Bäume für mich habe, draussen im Wald…

    ungestört dann auch von scheinheiligen Förstern und Natur-kaputt-Pflegern,

    da schaut aus meinem Rucksack oben der Griff der Ryoba Komane heraus, mit der ich dank weltbester Schärfe und Ergonomik dann seelenruhig mir einen abgestorbenen gestockten Wildapfelbaumast mir abschneiden kann, eine im Absterben jahrelang gereifte Birkenmaserwurzel und eine auswüchsige Baumknolle jedweder Art, blanke Anarchie im Wuchs und deshalb ein Wunder an Holzmaserschönheit, atemberaubend oft.

    All das macht mir dann freudigste Arbeit im Entdecken der immer ganz individuellen Holz-Charaktäre mit allen Sinnen übers Jahr – bis zum nächsten Weihnachtsfeste.

    Die Natur beschenkt mich – keine Götter und was ich draus mache verschenke ich wieder, ganz ohne Geschenkpapier…

    und zurück aus dem nasskalt-extra-schönen Wald – erst mal einen extra-starken Grog, die Fundstücke die niemanden sonst interessieren würden, törnen meine Phantasie an, es beginnt das Entdecken des Holzes mit Nase und Mund, mit Fingerspitzen, auch der lange schon abgestorbene Wildapfelast schmeckt immer noch nach Apfel…

    oh du schöne gottlos freudige Weihanchtszeit !

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

  • selver
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    liebe kerstin, es ist hier und jetzt mein moment ihnen zu schreiben und ihnen für ihre gedanken zu danken. sie scheinen mir ein wenig wütend, aber vielleicht ist das nur das bild, was ich selbst von mir habe. „…die trennungslinien reiben sich auf….“, wie ich hoffe, richtig zu zitieren, ist mir schon lang ein ansporn, dem gerecht zu werden sich als schwierig erweist, wenn mensch selbst voller ideale steckt, die so vielen anderen so fremd sind. aus den offenen händen keine fäuste zu machen, wenn es nicht nötig ist. immer wieder aus sich selbst herauszutreten, um den anderen einen guten empfang zu bereiten. so weit es geht!

    da, wo ich lebe, hatten wir am 25. ein fest der „anderen“ art: menschen, die sich vorher nie begegnet waren, gemeinsam essen, ein glühwein, musik, tanz, dutzende….eine unglaubliche energie und lebendigkeit.

    eine energie, die wir für eine neue welt nutzen werden.

    Fühlen sie sich umarmt, wenn das auf diesem weg möglich ist.

    freundlichst

    Selver

     

     

  • heike
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    Weiß jemand, was zur Zeit in Syrien los ist?
  • heike
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    Zu warten, dass ein Funken zur Sonne anwächst, ist zwar ein schöner Prozess, aber leider schafft er in der Welt nicht weniger Elend. Da findet eine Umverteilung er Energien statt, aber es wird das Elend der Welt nicht verringert.

    Es kommt nämlich darauf an, wofür man ie Energien, die man hat, einsetzt. Zur Verringerung von Elend, zum eigenen egoistischen Nutzen oder sogar zur Vermehrung von Elend.

    Und man muss sich bemühen zu erkennen, auf welchem Pfad man selbst sich dabei befindet. Ebenso ist es wichtig zu wissen, dass die Verminderung von Elend auf der Welt immer mit Anstrengung verbunden ist. Es ist ein Transformationsprozess, der immer Anstrengung erfordert, wenn man wirklich Elend beenden will.

    Nun genug der Vorrede, ich habe hier gerade einen schönen Text aus dem Friedenskalender von 2020 gefunden (ab S. 48):

    Dr. Michal Wilk ist Notarzt und Psychotherapeut. Er reist seit 2014 regelmäßig nach Rojava/Syrien, unterstützt dort den Kurdischen Roten Halbmond, versorgt Verletzte, unterrichtet in Notfallmedizin, betreibt Ambulanzen undApotheken, unterstützt Krankenhäuser, versorgt die Bevölkerung in Kampfgebieten und stellt die medizinische Hilfe in Flüchtingslagern sicher. Im April 2019 war Wilk erneut im Irak und Syrien.

    Wer behauptet, die Lage in der Demokratischen Förderation Nordsyrien sei nach der fast kompletten militärischen Zerschlagung des „Islamischen Staates“ entspannter, verkennt die Situation. Viele IS-Kämpfer sind untergetaucht und agieren aus em Untergrund, vielen gelang die Flucht in die Türkei oder in die von der türkischen Regierung kontrollierten Gebiete, wo sie unter dem leicht verändertem Label islamistischer Kampfverbände die Bevölkerung auf Linie der Besatzer zwingen.

    Eine weitere Problematik zeigt sich auf der Ebene des ideologischen Überdauerns des Terrors: Die religiös-faschistoide Ideologie des IS ist in vielen Köpfen verankert, hat sich prägen auf die Gefühls-, Denk- und Verhaltensmuster Abertausender ausgewirkt. Eine Tatsache, die sich besonders im Camp Al-Hol offenbart, wo tausende IS-Angehörige auf engstem Raum leben müssen. Vor allem aber belastet die fortgesetzte Angriffsdrohung der Türkei die Menschen.“

    An dieser Stelle möchte ich mein Zitat zunächst unterbrechen und auf einen Richtungswechsel der Interpretation hinweisen.

    Im zweiten Absatz wird zunächst über die Problematik des Überdauerns der religiös-faschistoiden Ideologie des Terrors hingewiesen, die sich besonders in einem Lager zeigt, wohin tausende IS-Angehörige geflüchtet sind.

    Das erscheint sehr logisch, wen  sich die Verteter einer Ideolgie auf einem engem Raum ansammeln, dann wird eventuell das Ausmaß der Verbreitung dieser Ideoligie in den Köpfen ieser Menschen deutlicher sichtbar. Allerdings sind die IS-Angehörigen in dieses Lager geflohen, hatten also ihre Macht in anderen Teilen Syriens verloren und sind in den Schutz der Türkei geflohen. Und dann kommt dieser Satz:

    „Vor allem aber belastet die fortgesetzte Angriffdrohung der Türkei die Menschen.“

    Es erscheint einigermaßen logisch, dass in einem Lager, in das sehr viele Kämpfer und Verfechter der IS-Ideologie geflohen sind, nun dort auf engstem Raum diese Ideologie auch besonders deutlich sichtbar wird, wenn sich auch ihre Auswirkungen nicht mehr zeigen können, da die IS-Anhänger in diesem Lager z.B. keine Frauen aus Rojava versklaven können, nicht ganze Städte in Schutt und Asche legen, .

    Mir fällt gerade nicht mehr ein, mit der Versklavung welcher religiösen Minderheit in Nordsyrien der IS damals Anfang 2015 auch in Deutschland in die Schlagzeilen geriet. Jedenfalls wurden da Männer, ermordet, Frauen vergewaltigt und auf Sklavenmärkten verkauft. Doch, jetzt hab ich´s: es waren Jesiden.

    Aber weiter zu dem zweiten Absatz des Zitates und dessen letzten Satz:

    „Vor allem belastet die fortgesetzte Angriffsdrohung der Türkei die Menschen.“

    Also, sicherlich belastet die Angriffshaltung der Türkei die Menschen in Rojava, aber doch nicht die Menschen in im Camp Al-Hol, die doch ebenso wie die Türkei, die Ordnung, die in Rojava geschaffen wurde, zerstören wollten und deren Protagonisten versklaven.

    Die Islamisten treten für die strengste Einhaltung religiöser Regeln ein und morden dafür tausende Menschen (was schon mal die allereinfachste religiöse Grundregel missachtet: „Du sollst nicht töten.“

    Eigentlich haben sie sich schon damit völlig disqualifiziert.

    Jetzt ist es so, dass die Türkei die freiheitlich-organisierte Grundordnung in Rojava (Westkurdistan) ebenfalls ablehnt und vernichten will und außerdem die IS-Mörder unter ihren Schutz gestellt hat. Damit unterstützt die Türkei verbrecherische, leidschaffende Strukturen. Zudem wurde gesagt, dass es eine Angriffsdrohung der Türkei gab. Welche Regionen wollte die Türkei damals angreifen? Rojava oder andere Städte in Syrien oder Kurdistan? Ging es der Türkei bei der „Einmischung“ in syrische Angelegenheiten nur um das von ihr schon lange beanspruchte „Recht“ auf kurdisches Territorium oder auch um Angelegenheiten im restlichen Syrien?

    Ich werde jetzt damit fortfahren, en Artikel weiter wiederzugeben:

    „Der Versuch, im Rahmen der Demokratischen Förderation Nordsyriens ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen, steht unter dem Druck des nördlich angrenzenden NATO-Landes Türkei. Wie ernst die Lage ist, bewiesen die Bombardierung Afrins und die Eroberung durch die türkische Armee mit Hilfe islamistischer Hilfstruppen und auch deutschen Waffen Anfang 2018.“

    Also hat die Türkei gemeinsam mit den Islamisten und auch deutschen Waffen den Aufbau einer selbstbestimmten Demokratie damlas verhindert (?).

    Gibt es die Demokratische Förderation Nordsyriens noch?

    Weiter im Text:

    „Der Einmarsch forderte viele hundert Opfer unter der Zivilbevölkerung und schlug Hunderttausende in die Flucht. Die türkische Aggression setzt sich nicht nur in Afrin fort, wo Widerstand unterdrückt und der Versuch unternommen wird, die kurdische Kultur zu zerstören. Die Vetreibung der kurdischen Bevölkerung und die Ansiedelung Türkei-loyaler arabischer un turkmenischer Menschen verfolgt das Ziel einer Islamisierung und Türkisierung der Region Afrin.

    Die militärische Zerschlagung des IS wird von den Menschen im nordsyrischen Rojava (Westkurdistan) gefeiert, ihr Kampf um Selbstbestimmung ist jedoch noch lange nicht gewonnen. Er wird nunmehr paradoxerweise sogar unter schwierigeren Bedingungen geführt, da das Fauspfand einer von westlichen US-geführten Koalition benötigten militärischen Stärke der SDF (Syrian Democratic Forces), darunter die starken kurdischen Verbände der YPD/YPJ, gegen den IS scheinbar entfällt und der Rückzug von US-Truppen im Raume steht, die bisher de facto die Lufthoheit besitzen und damit die Sicherheit Rojavas garantieren.“

    Also, da die kurdischen Truppen mit zur SDF gehörten, die von den westlichen Koalitionären unter der Führung der USA gebraucht wurde (um den IS zurückzudrängen? um Assad abzusetzen? um die Vorherrschaft über Syrien zu übernehmen? – das wahre Ziel wird, glaube ich massiv verschleiert) standen diese und auch das kurdische Rojava unter dem militärischen Schutz der westlichen Koalition, solange die Syrain Democratic Forces agierten und gegen den IS kämpften.

    Projekte basisdemokratischer Selbstverwaltung, die allgegenwärtige Gleichberechtigung von Mann und Frau, unzählige Initiativen, selbstbestimmte Frauenprojekte, kommunale Strukturen und ökologische Initiativen sind in den letzten Jahren von der Idee zur gesellschaftlichen Realität in Rojava gereift. Dies alles steht auf dem Spiel, droht zwischen militärischer Aggression der Türkei, dem von Russland protegierten totalitärem Assad-Regime, westlicher Abhängigkeit und Einfluss geschreddert zu werden.

    Camp Al-Hol nahe der Stadt Haseke

    Die Zelte der Geflohenen reichen bis zum Horizont. 75 000 Menschen. Das Lager ist übervoll. In den letzten drei Monaten stieg die Anzahl der Menschen in der Folge der Kämpfe um Deir ez-Zor, später Bahuz und der dortigen Niederlage des IS explosiv.

    Nicht nur die pure Masse der Menschen auf engem Raum, sondern die Anwesenheit zigtausender Angehöriger von IS-Kämpfern verschärft die Situation zusätzlich. Abertausende tiefverschleierte Frauen im Camp Al Hol getrennt von ihren Männern , die getötet, verletzt oder andernorts inhaftiert sind, befinden sich im Camp. Als Frauen die Freilassung ihrer Männer forderten, kam es mehrfach zu Protesten. Diese eskalierten sogar soweit, dass die mobilen Kliniken des Kurdischen Roten Halbmonds zum Ziel der Aggression und mit Steinen beworfen wurden.“

    Naja, die Frauen der Täter (der Mörder des IS) forderten die Freilassung ihrer Mörder-Männer, also die Freilassung derer, von denen eine extrem grausame Aggression gegenüber Andersgläubiegn ausging und die die allereinfachste Regel jeder Religion tausendfach überschritten haben: Du sollst nicht töten. Das kann man sicher machen, man kann die Freilassung der Täter fordern, aber im moralischen Recht befindet man sich damit ganz sicher nicht.

    Weiter im Text:

    „Viele der Anwesenden sind auch nach der letzten Niederlage in Baghuz treue Anhängerinnen des IS und weiter von dem Glauben beseelt, auf der richtigen Seite zu stehen und gekämpft zu haben. Der Glaube an die Zukunft eines islamistischen Kalifats ist noch nicht erloschen. Mitnichten befreiten sich alle Frauen nach der Befreiung von ihrer Vermummung, im Gegenteil, selbst hier im Camp werden zahlreiche kleine Mädchen immer noch von ihren Müttern in schwarze Kleidung gehüllt. Unzählige Erwachsene tragen Burka, die sogar die Augen bedeckt. Handelt es sich bei diesen Frauen um Opfer oder Täterinnen? Ist der zu Tage tretende Fanatismus Ergebnis von Brainwashing, Sozialisierung oder erzungener Anpassung an ein totalitär -religiöses Gesellschaftsmodell, das Rechtgläubige zu Herrschern und Herrscherinnen erhebt und andere Menschen zweiter Klasse oder gar zur Versklavung verdammt?

    Oder tritt das zu Tage, was allen autoritärhierarchischen Systemen eigen ist: Die Einirdnung und Unterwerfung gegenüber Regeln, Moral und Geboten kann durchaus positiv, ja lustvoll erlebt werden, wenn autoritäre Rahmenbedingungen als haltgebend empfunden und die eigene Position, sei sie auch subaltern, die Möglichkeit bietet, auf andere herabzublicken und sie zu beherrschen. Was entspricht besser diesem Schema als eine faschistoid-islamistische Ideologie, die den Wert der Menschen von der Zugehörigkeit eines Religionsstaats abhängig macht und andere, Ungläubige oder Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften, z.B. Menschen jesidischen Glaubens, zur Tötung odeSklaverei verurteilt?

    Die Antwort auf die Frage nach Opfern und Täterinnen ist komplex, eine schnelle Antwort ist ebenso wenig hilfreich wie eine schnelle Aburteilung. Autoritäre Systeme produzieren immer beides, Opfer und Täterinnen, oft jedoch auch im fließenden Übergang und bei ein und derselben Person. Die Auseinandersetzung mit dem System IS, seinem Terror, aber auch seiner bestechenden Anziehungskraft wird Jahre dauern. Die erschwerten Bedingungen eines völlig überfüllten Lagers verunmöglichen weitgehend einen differenzierten Umgang mit den Betroffenen, ganzb zu schweigen von der Einleitung erster Schritte im sozialen oder psychotherapeutischen Bereich.

    Der Hass ist zu spüren, wenn manche Frauen zu der Situation befragt werden. Sie berichten von Mangel an Nahrung und Medikamenten, auch wenn sie im gleichen Moment mit geanu diesen Dingen versorgt werden. Das heißt nicht, dass es keinen Mangel gäbe, die Drastik der Aussagen ist jedoch zum Teil überlagert von der andauernden ideologischen Auseinandersetzung bzw. den Folgen der militärischen. Andererseits entstehen Brüche, Abweichung und positive Verunsicherung in Bezug auf das festgefügte Feindbild: Faschistoid-islamistische Vorstellungen treffen auf kurdische Helferinnen, die selbstbewusst und auf Augenhöhe mit Männern umgehen und unverschleiert, oft ohne Kopftuch, selbstbewusst ihre Arbeit verrichten.

    Ich kenne das Flüchtlingslager aus den letzten Jahren. War früher die Versorgung von ca. 20 000 Menschen eine Herausforderung, so stellt die nun fast vervierfachte Anzahl alle Helfenden vor noch schwierigere Aufgaben. Gemeint ist nicht nur die Versorgung mit Zelten, Trinkwasser und Nahrungsmitteln, die vom UNHCR in Zusammenarbeit mit den regionalen Selbstverwaltungsbehörden bewältigt werden muss, sondern vor allem auch die medizinische Versorgung, die hauptsächlich durch den Kurdischen Roten Halbmons erfolgt. Die Nichtregierungsorganisationen (NGOs) UPP, Medico International und Cadus stehen der kurischen NGO zur Seite und leisten unentbehrliche Arbeit. Auch Medecins sans frontieres (MSF/Ärzte ohne Grenzen) sind im Camp aktiv.

    Um die 21 000 Kinder leben unter prekären Bedingungen. Über 220 Kinder starben seit Beginn des Jahres, meist in der Folge der bei der Belagerung und Flucht aus Baghuz entstandenen Mangelernährung und auch durch die Kälte am Anfang des Jahres. Die Behandlung extrem mangelernährter Kinder ist im Camp nicht möglich, es fehlt an spezieller intenbsivmedizinischer Therapie und entsprechend geschultem Personal. Die NGOs arbeiten alle am Rande ihrer Möglichkeiten, sie erhaltren inzwischen auc Fördergelder der EU, die helfen sollen, die gröbsten Nöte durch z.B. den Aufbau einer weiteren Klinik innerhalb des Camps zu verbessern. Trotzdem bleibt die internationale finanzielle und logistische Unterstützung unzureichendes Stückwerk, nicht nur das Camp, sondern die gesamte Region betreffend.“

     

    An dieser Stelle beende ich zunächst erst mal meinen Auszug.

    Es gibt viel Elend auf der Welt, viele Versuche, das Elend zu beenden, abzuwenden usw.

     

     

     

     

     

     

  • selver
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    liebe heike, ich erlaube mir zu schreiben, obwohl ich sehr unsicher bin, den von ihnen angesprochenen problemen gerecht zu werden. syrien ist eine „katastrophe“ für die menschen, die da leben. (katastrophe steht in anführungszeichen, weil das dem, was da passiert seit jahren nicht im mindesten „gerecht“ wird.) kurdistan könnte ein ort sein, von dem wir lernen könnten, würden wir unsere „energien“ dahinweben. ich habe an anderen orten von michael wilk gelesen. ich denke, er ist ein guter. meine sorge ist, daß wir dem , was „vor unserer haustüre“ geschieht nicht angemessen „energie“ beimessen, um es zu verhindern, zu verändern, anders zu sein. die energie, die „wir“ für syrien bräuchten, fängt doch hier an! unser sein ist hier! vielleicht werde ich dem selbst nicht gerecht, aber ich mag nicht von gerechtigkeit reden im „irgendwo“, wenn ich an dem ort, wo ich lebe, einem nachbarn, einer gemeinde,…wenn ich dort nicht in der lage bin zu insistieren. ich mag, von dem, was mich umgiebt, nicht den blick abwenden. so sehr wie das land syrien und alle seine menschen jeglicher hilfe bedürfen, wenn sie das wollen, so bedürfen wir grad selbst jeglicher hilfe, weil wir gerade überrollt werden, wie nur die wenigsten in den „westlichen demokratien“ aufgewachsenen das jemals erlebt haben dürften. was ich irgendwie versuche zu sagen, ist, daß „wir “ hier(!) aufstehen müssen und sagen…..YA BASTA….ENOUGH IS ENOUGH….CAPITALISM MUST COME TO AN END….und in diese „sprüche“ gebe ich jeden tag meine energie. (ich habe dieses system so satt!) fühlt euch umarmt, wenn dies auf diesem weg zu euch gelangt, selver
  • heike
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    lieber selver, herzlichen Dank für deine Antwort.

    Tja, kann man die Idee von Rojava unterstützen, indem man mit seinen Nachbarn redet? Sicher wird das wohl möglich sein. Man kann die Idee von Rojava auch unterstützen, indem man Geldspenden macht an NGOs, die Rojava unterstützen. Oder auch, indem man sich einfach mal selbst mit diesen Dingen geistig auseinandersetzt. Um meinen Nachbarn von Rojava erzählen zu können, müsste ich erst mal so etwas wie einen Vortrag darüber ausarbeiten, da mein Wissen dazu auch nur sehr bruchstückhaft und theoretisch ist.

    Und was soll ich ihnen sagen? Gründen wir hier ein Rojava!?

    Was macht dieses Rojava aus? Es gibt keine Bevormundung. Es gibt Religionsfreiheit. Man hilft sich gegenseitig.

    Haben wir doch schon, weitestgehend, würden mir meine Nachbarn dazu sagen.

    Also, um mit den Nachbarn über Rojava reden zu können, müsste ich erst mal wissen, wie genau die demokratischen gesellschaftlichen Strukturen dort etabliert wurden bzw. wie sie entstanden sind und wie sie arbeiten. Gibt es Gesetze? Gibt es Gerichte?

    Und: den Kapitalismus abschaffen kann man eben nicht mit Gewalt, sondern nur mit der Bewusstseinsänderung vieler Menschen und deren Vorbildfunktion (also Menschen, die nicht-kapitalistische Verhaltensweisen an den Tag legen).

    • heike (Heike Preißler)
      Antworten
      Ich weiß auch gar nicht, warum dieses Rojava auf so heftigen Widerstand stößt. Es erscheint mir einfach als das fortschrittlichste und freiheitlichste Lebensmodell, zu dem die Menschheit derzeit fähig ist.

      Man glaubt gar nicht, welche verworrenen, bösartigen und abstrusen Ansichten noch in den Köpfen der Menschen vorhanden  sind.

      Wie kann ein Mensch nur so böse werden, dass er Menschen, die andere Ansichten als er selbst (und seine „Organisation“ hat) ermorden will?

      Das ist doch völlig irrational und krank. Gehirnwäsche wahrscheinlich. Dem Menschen immer wieder Leiden zufügen und nur dann ein Stück Futter geben, wenn er sich linientreu verhält und die Anweisungen korrekt umsetzt.

      Mittelalter des Bewusstseins. Ich dachte, das hätten wir schon hinter uns gelassen. Jedenfalls ist das Faschismus: Selbsterhöhung durch Abtöten von allem, was anders ist.

      Diese Impfgängelei empfinde ich zwar als unschön und auch etwas übertrieben, aber Faschismus ist das noch nicht. Die wahren Faschisten brauchen diese Impfdiskussion zur Zuspitzung der Eskalation.

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