«Frequently Asked Questions» zur Griechenland-Spendenaktion

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Roland Rottenfußer

Roland Rottenfußer

Roland Rottenfußer beantwortet einige Fragen, die uns oft zur Griechenland-Spendenaktion von „Hinter den Schlagzeilen“ gestellt werden und macht noch einmal deutlich: Direkte Hilfe und Protest gegen die Katastrophen-Politik der EU in Griechenland sind in diesem Fall keine Widersprüche. Menschlichkeit ist unter solchen Umständen Protest – und Protest ist Menschlichkeit.

Liebe Leserinnen und Leser von „Hinter den Schlagzeilen“,

die vielen positiven Rückmeldungen zu unserer Aktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland“ und vor allem die reichlich einfließenden Spenden haben uns berührt, ja überwältigt. Unsere anfangs „nur“ vorsichtig optimistischen Prognosen wurden in den ersten Tagen weit übertroffen. Bisher sind mehr als 30.000 Euro eingetroffen. Die neuesten Zahlen müssen wir erst noch eruieren. Herzlichen Dank an alle Spender, an alle, die uns Mut gemacht haben, an alle Medien, die als Multiplikatoren dienten und natürlich an die Helfer, die mit der praktischen Organisation und der Verteilung der Spendengelder in Griechenland betraut sind!

Natürlich bringt dieser große Erfolg auch viel Arbeit mit sich, etwa die „Verwaltung“ von berechtigterweise eintreffenden Fragen der Spendenwilligen. Damit es nicht zu einer Überlastungssituation kommt und wir unseren Hauptaufgaben: der Hilfe für Griechenland und der Redaktion des Webmagazins „Hinter den Schlagzeilen“ weiter gerecht werden könne, haben wir ein paar Bitten an Euch:
1. Bitte schaut Euch, wenn Ihr Fragen habt zunächst an, ob diese nicht schon durch unsere „Frequently Asked Questions“ (siehe unten in diesem Artikel) beantwortet sind. Oder ob die Antworten schon im Aufruftexte (Hier geht’s zum Link) enthalten sind.
2. Bitte nicht unter der Telefonnummer des „Büro Wecker“ anrufen, weil die Mitarbeiter/innen dort genügend beschäftigt sind und mit der Griechenland-Spendenaktion nicht vertraut.
3. Bitte schreibt stattdessen zunächst eine Mail an info@hinter-den-schlagzeilen.de. Ihr bekommt dann bald eine Antwort entweder von Roland Rottenfußer oder von Holdger Platta, der über das größte Wissen bezüglich der Aktion verfügt. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir unsere Telefonnummern nicht im Internet veröffentlichen, um Missbrauch auszuschließen und damit unser Tagesablauf nicht von dutzenden von Anrufen „zerrissen“ wird. In wichtigen Fällen können dann im Anschluss an einen Mailwechsel trotzdem Telefonate geführt werden.

Hier also die „Frequently Asked Questions“ (FAQ):

– Warum schließen wir uns nicht stattdessen einer der schon bestehenden Griechenland-Hilfsaktionen an?
Wir finden es großartig, dass Andere unabhängig von uns auf diese Idee gekommen sind und wünschen diesen Aktionen alles erdenklich Gute. Ein Konkurrenzdenken auf diesem Gebiet, wo es ja gerade darum geht, die Profit- und Konkurrenzlogik des Kapitalismus auszuhebeln, wäre absurd. Tatsache ist aber: Dort wo unsere Hilfsgelder hin fließen, werden sie dringend gebraucht, und nicht jede Organisation kann überall sein. Es ist wichtig, dass sich Hilfsbemühungen gegenseitig ergänzen. Holdger Platta hat mit Hilfe vorher schon bestehender Bekanntschaften Verteilungswege organisiert und mit diesen Helfern hat er die Spendenziele ausgewählt. Es wären hunderte anderer Ziele denkbar gewesen. Vielleicht gelingt es uns infolge des hohen Spendenaufkommens auch, noch weitere zu „beliefern“.

– Warum doktert ihr nur an den Symptomen herum, anstatt gleich die Ursache, den Kapitalismus zu bekämpfen?
Den bekämpfen wir, und unsere übliche Arbeit – kritische Gegenöffentlichkeit – betreiben wir natürlich weiter. Auch arbeiten die Mitarbeiter von „Hinter den Schlagzeilen“ auf verschiedenen Feldern für eine gerechtere, menschlichere Welt. Konstantin Wecker ohnehin mit Auftritten, CDs, Büchern und Interviews; Holdger Platta u.a. über den Verein „Initiative für eine humanere Welt“; Roland Rottenfußer als Lektor, Autor und Journalist für andere in diese Richtung gehende Publikationen. Wir gehen auch auf Demos und machen bei anderen Aktionen mit. Bisher zeigte sich „der Kapitalismus“ von diesen Aktivitäten aber weitgehend unbeeindruckt. Wenn du krank bist und medizinisch nicht versorgt werden kannst – wie in Griechenland derzeit häufig der Fall –, kann direkte Hilfe für dich aber existenziell wichtig sein und du möchtest vielleicht nicht auf den Tag vertröstet werden, an dem das Gute weltweit auf der ganzen Linie gesiegt hat. Wir glauben, dass man in manchen Fällen direkt und unmittelbar Not lindern muss und bezweifeln den Wahrheitsgehalt der Formel „Je schlechter es den Menschen geht, desto wahrscheinlicher die Weltrevolution.“ Unsere Antwort auf die Frage „Karitative Hilfe oder Umsturz des Systems?“ ist immer: Sowohl als auch. In diesem Fall bitten wir um Mithilfe beim „Sowohl“. Und noch ein Gedanke: Hilfe für Griechenland ist in diesen Tagen zugleich ein Protest, ein politisches Statement, das den Griechinnen und Griechen, aber auch allen, die bereit sind zuzuhören, zeigt: Es gibt ein anderes Deutschland, ein anderes Europa, eine anderer Art des Umgangs miteinander als es die unfassbar grausame Politik der EU und der „Institutionen“ derzeit vorlebt. Gegen Unmenschlichkeit protestiert man am besten – mit Menschlichkeit.

– Ist das Ganze nicht sowieso sinnlos?
Sinnlos sind eher bremsende, entmutigende Botschaften in Zeiten, in denen Tatkraft erforderlich wäre. Die Welt als Ganzes wird nicht so leicht rettbar sein, aber bevor es so weit ist, fangen wir schon mal im „Kleinen“ an und tun eben, was wir können.

– Solle man das Geld nicht stattdessen für Afrika, für Flüchtlinge, für Greenpeace, Amnesty usw. geben?
Es gibt leider unzählige solcher „Baustellen“ auf der Welt, und wir begrüßen es sehr, wenn auch dorthin gespendet wird. Jeder muss sich für seine Hilfsbemühungen eben einen Schwerpunkt suchen, und wir haben uns jetzt für Griechenland entschieden. Auch weil dort gerade ein Brennpunkt ist: im Vernichtungskampf von Banken, reichen „Gläubigern“ und ihnen dienstbaren Politikern gegen Menschen und Menschlichkeit. Und weil, was heute Griechenlands Schicksal ist, morgen uns treffen kann.

Es gibt neben diesen grundsätzlichen Fragen natürlich auch viele zum praktischen Ablauf, z.B. „Wie kann ich sicher sein, dass mein Geld am richtigen Ort ankommt“. Ich bitte, zu solchen Fragen zunächst den Artikel von Holdger Platta „Helfen wir den Menschen in Griechenland! – 1. Zwischenbericht“ zu konsultieren.

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