Gespräch mit einem Nahrungsmittel 3/3

 In Allgemein, FEATURED, Kurzgeschichte/Satire, Roland Rottenfußer

3. Teil: Besuch vom Tierpsychologen. Was wäre, wenn eine überlegene außerirdische Spezies uns einfangen und „Menschenhaltung“ praktizieren würde? Würden sie uns gut behandeln – oder doch eher so, wie wir mit Tieren umgehen? Wir können nur hoffen, dass die in dieser Satire ausgebreitete Vision niemals Wirklichkeit wird. Zunächst aber enthalten unsere beiden Gefangenen ungewöhnlichen Besuch und erfahren endlich die Wahrheit über ihre Bestimmung…  Roland Rottenfußer

 

Unser Honigmond dauerte fast drei Monate, und ich zögere nicht, diese Zeit als die schönste meines Lebens zu bezeichnen. Nie hätte ich geglaubt, dass ich einmal den Außerirdischen dafür dankbar sein würde, dass sie mich auf einen fremden Planeten entführt und mit einem anderen Menschen in einen 50qm-Käfig gesperrt hatten – vielleicht bis an mein Lebensende. Patrizia zeigte noch immer keine Anzeichen von Schwangerschaft. Zum Glück schränkte diese Tatsache ihre „Paarungswilligkeit“ in keiner Weise ein. Wir wussten beide, dass wir nur diese eine Chance hatten. Jedes Mal, wenn ein Ynxx in unseren Käfig kam, zuckten wir jedoch zusammen. Wir hatten Angst, es könne der Menschentransport zum Schlachthof sein. Denn Zooinsassen, die sich erfolglos paarten, mussten für die Ynxx ebenso unbrauchbar sein wie solche, die es gar nicht erst versuchten.

Als dann wieder einmal eine der kleinen Gestalten durch die Schleuse in unser Wohnzimmer eintrat, waren wir erleichtert, dass es sich nur um den Tierpsychologien handelte. Patrizia und ich hatten diesen Ynxx so getauft, weil er andauernd Fragen stellte, bei denen kein praktischer Nutzen erkennbar war. Mit den Wärtern konnten wir nur über fehlendes Klopapier oder verdorbenes Gemüse sprechen; der Tierpsychologe dagegen fragte stets, wie es uns geht, ob wir von den Wärtern gut behandelt wurden und wie wir bestimmte Alltagsprobleme lösten. Vielleicht war er auch ein auf Menschen spezialisierter Verhaltensforscher oder ein Tierfilmer, der mit versteckter Kamera arbeitete. Uns erschien jedenfalls die Bezeichnung „Psychologe“ am stimmigsten. Der kleine Mann konnte sich nie lange ruhig auf dem Boden halten. Sobald er unseren Käfig betreten hatte, kletterte er wie ein Äffchen an dem Gestänge hoch, das die Ynxx neben dem Eingang und an der Decke angebracht hatten. „Haben Sie Fragen an mich, Anregungen, Verbesserungsvorschläge?“, fragte er in seiner verbindlichen Art. Hinter seiner „Taucherbrille“ führten die Augen und Gesichtsmuskeln währenddessen einen lebhaften Tanz auf.

Noch vor Monaten hätte ich auf die Frage des Tierpsychologen mit einer Beschwerde über die niveaulosen Inhalte der DVDs geantwortet. Aber Patrizia und ich interessierten uns schon lange nicht mehr für Fernsehen. Daher schwieg ich, bis meine Gefährtin die Stille unterbrach: „Unser Wärter behauptet, dass auf Ihrem Planeten Menschenfleisch gegessen wird. Stimmt das?“ Ich war dagegen, dass meine Gefährtin dieses Thema ansprach. Ich hatte Angst, sie könne schlafende Hunde wecken. Aber nun war es zu spät. „40 Prozent unseres Fleischkonsums wird heute durch Menschenfleisch gedeckt“, antwortete der Tierpsychologe. „Menschen haben die Ölönxx damit als beliebteste Fleischlieferanten abgelöst.“ Er deutete dabei durch das Fenster in Richtung der Tiere, die wir Riesenrüsselspringer nannten. Fast schien es, als erwarte der Psychologe, dass wir auf unsere Beliebtheit bei den Ynxx stolz waren.

„Wie viele Menschen werden von Ihnen – gegessen?“, fragte Patrizia, die ihre Gefühle stets besser unter Kontrolle hatte als ich. „Auf Plauuhri leben heute etwa 70 Millionen Speisemenschen.“ Der Planet, auf dem wir waren, hieß also Plauuhri. Ich hatte mich vor Jahren ein bisschen mit Ufo-Forschung beschäftigt. Deshalb fragte ich nach: „Aber die Zahl der Entführungen durch Außerirdische wird auf etwa 5000 geschätzt.“

„Die meisten Speisemenschen, die heute hier leben, sind Züchtungen“, antwortete er. „Die interplanetarische Jagd gibt es schon seit dem dritten Jahrtausend vor Ihrer Zeitrechnung. In Ihrer Geschichtsschreibung spielen diese Vorfälle aber keine Rolle. Ihre Vorfahren hatten nicht die geistigen Mittel, Entführungen durch unsere Spezies korrekt zu interpretieren. Allenfalls glaubte man, es seien Götter vom Himmel gekommen. Die industrielle Massenmenschenhaltung auf Plauuhri ist etwas jünger. Es gibt sie erst seit 500 Jahren (nach Ihrer Zeitrechnung). Die Speisemenschen sind also schon seit vielen Generationen hier. Die meisten von ihnen würden Sie kaum als Angehörige Ihrer Spezies erkennen. Sie haben übermäßig große Brust- und Schenkelmuskel, ein Erfolg unserer Züchter, um die Menge des geernteten Fleisches zu erhöhen.“

„Aber können sie sich mit diesen Muskeln überhaupt bewegen?“, fragte die furchlose Patrizia. „Das müssen sie nicht. Der durchschnittliche Lebensraum für einen Schlachtmenschen beträgt 60 Quadratzentimeter. Das mag Ihnen schockierend erscheinen, aber denken Sie daran, dass diese Lebewesen so aufgewachsen sind und nichts anderes kennen. Ihre psychische Stimmung wird von uns durch emotionale Suggestion manipuliert. Sie leiden nicht. Außerdem werden die meisten Speisemenschen mit 17 Jahren geschlachtet, wenn sie voll ausgewachsen sind, ihr Fleisch aber noch frisch ist. Ausgenommen sind Zuchtmenschen. Die lässt die Fleischindustrie schon mal 30 Jahre am Leben.“

„Was meinen Sie eigentlich mit emotionaler Suggestion“, fragte ich. „Vielleicht erinnern Sie sich an Ihre Entführung und das damit verbundene Gefühl der Angstfreiheit, ja der Euphorie. Wir können in unserem Geist jede erwünschte Emotion erzeugen und sie telepathisch auf Sie übertragen.“ Der Tierpsychologe hing nun mit Armen und Beinen an unserer Wohnzimmerlampe, so dass sein Gesicht ungefähr auf der Höhe meines Kopfes war. „Wenn ich wollte, könnte ich bewirken, dass Sie Angst empfinden oder Zorn. Sie wären dann der felsenfesten Überzeugung, dass diese Emotionen aus Ihnen selbst kommen. Aber warum sollten wir das tun? Meistens suggerieren wir ein Gefühl der Entspannung und der Zufriedenheit. Das ist gut für die Fleischqualität und erspart uns unnötige Konflikte.“ Mit einem spitzbübischen Gesichtausdruck fügte er hinzu: „Ich könnte sogar bewirken, dass das Weibchen Sie liebt.“

Patrizia schwieg, und ich wagte nicht zu ihr hinüber zu sehen. „Wissen die Angehörigen Ihrer Spezies, woher ihr Fleisch stammt?“, fragte ich. „Wer es wirklich wissen will, kann es erfahren“, antwortete der Tierpsychologe. „Aber die meisten Ynxx drängen sich nicht gerade danach, Details zu erfahren. In der Werbung arbeitet die Menschenfleischindustrie eher mit Bildern von Wildmenschen in angenehmer Umgebung – also Menschen wie Sie.

Nun platzte mir der Kragen: „Aber Sie, Sie wissen doch genau, wie Menschen gehalten werden und wie Sie geschlachtet werden. Haben Sie kein schlechtes Gewissen?“ Der Tierpsychologe schnitt nun eine Grimasse, die aussah, als ob er beleidigt war. „Ich verstehe ja, dass das alles für Sie nicht angenehm ist, aber ich bitte Sie auch, mich zu verstehen: Mensch schmeckt einfach so wunderbar, dass ich, auch als Anhänger einer bewussten Ernährungsweise, nicht ganz auf Menschengenuss verzichten möchte. Eine saftige Menschenleber mit Fruchtcoctail, Menschenknochen-Sülze oder ein fein gewürzter Menschenhackbratling – das ist exquisit! Dafür lasse ich jedes Ölönxx-Steak stehen.“

Das Gesicht des Tierpsychologen nahm bei dieser Schilderung einen genüsslichen, beinahe entrückten Ausdruck an. Dann wurde er wieder ernst. „Außerdem enthält Ihr Fleisch wertvolle gesättigte Fettsäuren, die für unseren Stoffwechsel essenziell sind. Sie wollen doch nicht, dass wir an Mangelerscheinungen erkranken, oder?“ „Natürlich nicht“, erwiderte ich mechanisch. Ich fühlte wieder eine Art wohliger Lähmung. „Ich habe meinen Menschenfleischkonsum ohnehin schon auf ein Minimum reduziert“, fuhr der Tierpsychologe fort. „Ein, zwei Mal die Woche Mensch, das ist nur ein Drittel dessen, was ein Durchschnittsynxx konsumiert. Ich hätte mir von Ihrer Seite doch etwas Anerkennung für meine redlichen Bemühungen erwartet.“

„Aber Sie scheinen unsere Psyche gut verstehen zu können“, beharrte ich und versuchte mein Lähmungsgefühl abzuschütteln. „Sie müssten wissen, dass wir Schmerzen empfinden und eine Seele haben. Was gibt Ihnen überhaupt das Recht, uns zu essen?“ „Wissenschaftlich betrachtet, ist es keineswegs erwiesen, dass Sie eine Seele besitzen“, erwiderte der Tierpsychologe. “Jedenfalls nicht in dem komplexen Sinn, wie eine Ynxx-Seele definiert ist. Beobachtbar sind bei Ihnen bestenfalls primitive Formen von Emotionalität. Menschen sind eine ungleich weniger entwickelte Spezies als Ynxx, und auf unserem Planeten herrscht Konsens darüber, dass wir berechtigt sind, Vertreter einer niederen Spezies zu essen.“

„Wie unterscheiden sich Menschen und Ynxx denn – wie Gorillas und Menschen?“, fragte ich gereizt.  „Nein“, sagte der Tierpsychologe, „eher wie Frösche und Menschen“. „Sie übertreiben!“ „Keineswegs. Das lässt sich mit den Mitteln der modernen Genetik wissenschaftlich verifizieren. Genetisch haben Ynxx und Menschen weit weniger gemeinsame Merkmale wie Menschen und Primaten. Auch auf der Verhaltensebene trennen uns Welten. Wenn Sie etwa an die menschliche Gewohnheit denken, Angehörige der eigenen Spezies zu töten – das ist abstoßend! Aber man kann primitiven Bewusstseinsformen nicht vorwerfen, dass sie nicht den uns Ynxx eigenen Grad der Verfeinerung erreicht haben.“ „Wenn wir so miteinander reden, habe ich nicht das Gefühl, dass wir so verschieden sind. Sie verstehen mich, und ich verstehe Sie“, warf Patrizia ein. „Das täuscht“, erwiderte der Tierpsychologe. „Wenn ich mit Ihnen spreche, ist das in etwa so, als würden Sie Vogelstimmen imitieren.“

„Aber worin besteht denn der gewaltige Unterschied zwischen Ihnen und uns.“ „Erstens: Wenn man Ihnen nahe kommt, fällt auf Anhieb auf, dass Sie entsetzlich stinken, selbst, wenn Sie sich gerade gewaschen haben.“ Patrizia, die für mein Gefühl ausgezeichnet roch, warf ihm einen bösen Blick zu. „Zweitens sehen Angehörige Ihrer Spezies in unseren Augen alle gleich aus – mit nur minimalen Varianten. Drittens ist da Ihre extrem kurze Lebenszeit, die nur etwa ein Fünfzehntel der unseren beträgt. Von Leben im eigentlichen Sinn kann man da nicht reden. Sie sterben ja, kaum dass Sie geboren sind. Für uns Ynxx ist es deshalb kaum nachvollziehbar, warum Sie sich so sträuben, zu sterben. Aus unserer Perspektive ist Ihr Leben nicht nur kurz, sondern auch entsetzlich langweilig. Sie vergeuden es entweder mit Aktivitäten, um sich Nahrung und Wohnung zu beschaffen, mit der Anbahnung von Paarungsvorgängen oder mit gänzlich sinnlosen Denk- und Kommunikationsvorgängen.“

Der Tierpsychologe war von der Lampe heruntergestiegen und kauerte nun auf der Lehne unseres Sofas, während er weiter sprach. „Aber das sind nur ein paar oberflächliche Beobachtungen. Es ist schwer, einer niederen Spezies begreiflich zu machen, wer wir sind. Stellen Sie sich eine Wesensgruppe vor, die durch überlegene Technik von jeder Sorge um den Lebensunterhalt befreit ist. Was Sie Arbeit nennen, gibt es für uns nicht mehr. Meinen Beruf betrachte ich als freiwilliges Engagement. Ich kann vielleicht versuchen, es Ihnen so zu erklären: Wir Ynxx beschäftigen uns den ganzen Tag überwiegend mit Spielen. Sie bekommen davon nichts mit, denn diese Spiele laufen telepathisch ab, innerhalb eines geistigen Feldes, durch das alle Ynxx miteinander vernetzt sind. Wir lösen Denkaufgaben und erschaffen Fantasiewelten von für Sie unvorstellbarer Komplexität. Auch jetzt, während ich mit Ihnen rede, spiele ich auf mehreren Kommunikationskanälen gleichzeitig mit anderen Ynxx. Wir können mit unserem Bewusstseinsfokus im selben Moment an mehreren Orten und mit mehreren Denkvorgängen beschäftigt sein.“

„Sie spielen den ganzen Tag und müssen nicht mehr für Ihren Lebensunterhalt sorgen. Und daraus leiten Sie Ihren Anspruch auf Überlegenheit ab!?“, wandte ich ein. Der Tierpsychologe war nicht aus der Ruhe zu bringen. „Ja, mit dem Fortschreiten der Evolution erobern die sich entwickelnden Wesen neue Freiheitsräume, neue Spiel-Räume im besten Sinn des Wortes. Evolution bedeutet zunehmende Ent-Materialisierung, die Befreiung von immer mehr Zwängen der materiellen Existenz. Es ist wirklich schwer, das einem Wesen auf Ihrem niedrigen Bewusstseinslevel verständlich zu machen. Stellen Sie sich einen Hund vor, der einen Menschen dabei beobachtet, ein Buch zu lesen. Der Hund sieht den Menschen nur auf einen rechteckigen Klotz starren. Er begreift nicht, welchen geistigen Genuss dieser daraus ziehen kann, weil ihm das Zeichensystem auf der Buchseite nicht zugänglich ist. Ebenso verfügen wir Ynxx über Zeichensysteme, die Ihnen nicht nur unbekannt sind, sondern für deren Erlernen Ihre Gehirnkapazität nicht ausreicht.“

Ich war jetzt wirklich wütend geworden. „Ihre Gehirnkapazität mag größer sein als unsere“, rief ich. „Aber warum zum Teufel glauben Sie, ein Wesen quälen und aufessen zu dürfen, nur weil es vielleicht weniger intelligent ist als Sie?“ „Ich weiß nicht“, erwiderte der Tierpsychologe ruhig. „Sagen Sie’s mir. Sie essen doch auch Schweine- und Hühnerfleisch!“

Für einen Moment hatte er mich in Verlegenheit gebracht, und ich schwieg. Auch Patrizia war stumm. Ich hatte aber aus dem Augenwinkel bemerkt, wie sie mich während meines Gesprächs mit dem Tierpsychologen bewundernd ansah. Ihre Augen flehten mich geradezu an, dem Ynxx gegenüber die Würde der menschlichen Spezies zu verteidigen.

Aber zunächst hatte wieder mein kleinwüchsiges Gegenüber das Wort: „Ich muss Ihnen auch sagen, dass ich enttäuscht bin. Wir Tierschützer setzen uns seit Jahrzehnten aufopferungsvoll für die Rechte der Nutzmenschen ein. Und das ist jetzt der Dank: Wir bekommen nur Vorwürfe zu hören!“ „Sie sind Tierschützer?“, fragte ich. „Wir dachten immer, Sie wären eine Art Psychologe, der unsere Lebensgewohnheiten studieren möchte.“ „Ich habe nie behauptet, ein Psychologe zu sein. Das haben Sie sich eingeredet. Ich bin Vorsitzender des örtlichen Tierschutzvereins und kümmere mich im Rahmen dieser Tätigkeit um artgerecht gehaltene Menschen“

„Aber wenn Sie Tierschützer sind“, warf Patrizia begeistert ein, „könnten Sie uns doch hier rausholen!“ „Oder eine Kampagne gegen den Verzehr von Menschenfleisch starten“, fügte ich hinzu. Der Tierschützer lächelte überlegen. „Wir müssen bei unseren Aktivitäten im Rahmen des Realistischen bleiben. Mit irrealen Maximalforderungen erreichen wir nur das Gegenteil, weil wir dann von der Bevölkerungsmehrheit als Fanatiker abgestempelt werden. Wir müssen kooperieren und dürfen es uns weder mit den Fleischkonsumenten noch mit den Fleischproduzenten verscherzen. So erreichen wir im konstruktiven Dialog kleine Fortschritte für die Lebenssituation der Nutzmenschen.“ Patrizia fasste sich genervt mit der Hand auf die Stirn.

„Schauen Sie, Menschenfleischgenuss ist ein nicht mehr wegzudenkender Teil unserer Kultur. Das bekommen Sie nicht von heute auf morgen aus den Köpfen raus. Wenn es gut läuft, nimmt der Menschenkonsum mittelfristig etwas ab. In fortgeschrittenen Gesellschaftsschichten auf Plauuhri ist das auch schon jetzt der Fall. Aber global gesehen, nimmt der Konsum eher zu, weil die unterentwickelten Ynxx-Kulturen erst noch unseren Konsumstandard erreichen wollen, bevor man sie zur Mäßigung ermahnt. Aus deren Perspektive ist das mehr als legitim. Diese Ynxx lebten lange Zeit in soziale prekären Verhältnissen, die es ihnen kaum erlaubten, Mensch zu essen. Der Verzehr von Menschenfleisch ist somit in vielen Regionen unseres Planeten ein Statussymbol, ein Objekt der Sehnsucht, ja ein Mythos.“

„Ein Mythos?“ „Ja. Einer unserer wichtigsten Religionsgründer stiftete ein Ritual, das auf dem Verzehr von Menschenfleisch basiert. Wir nennen ihn in unserer Sprache „Quinxx“, den Meister. Quinxx trieb in einem havarierten Raumschiff hilflos durch die Weiten der Galaxie. In seiner Not betete er zum Großen Ynxx um Hilfe. Der Große Ynxx erhörte ihn und teleportierte das Raumschiff in einen anderen Abschnitt der Galaxie. Der Meister landete auf einem Planeten, wo Menschen lebten. Er schlachtete, briet und verzehrte sie und war gerettet. Diese Rettung wurde zur Keimzelle unserer mitgliederstärksten Weltreligion. Der Jahrestag dieses Ereignisses ist auf dem ganzen Planeten der höchste Feiertag. Jedes Jahr zu diesem Anlass essen die Ynxx Millionen Tonnen von Menschenfleisch. Sie tun dies im Gedenken an Quinxx. Wir Tierschützer müssen deshalb mit Vorwürfen wegen des Verzehrs von Menschen sehr vorsichtig sein, um nicht religiöse Gefühle zu verletzen.“

Patrizia kauerte jetzt, in eine Decke gewickelt auf dem Sofa und schaute düster zu Boden. „Ihre Raumfahrtechnologie muss sehr gut sein“, redete sie den Tierschützer an. „Aber haben Sie keine Angst, dass Ihre Flugobjekte einmal von unserem Militär abgeschossen werden?“ „Keineswegs.“ „Warum nicht, verfügen Sie über eine Tarntechnologie?“ „Nein, wir haben etwas Besseres: ein Abkommen mit Ihren Regierungen, das es uns erlaubt, unbehelligt irdischen Luftraum zu durchqueren.“ „Unsere Regierung erlaubt Ihnen, Menschen zu fangen und zu essen?“ „Unser Abkommen erlaubt uns ein gewisses Kontingent an Entführungen, das wir nicht überschreiten dürfen. In Deutschland etwa 500 Individuen jährlich.“ Patrizia sprang auf einmal wütend auf: „Diese Schweine, sie haben uns an euch ausgeliefert. Unsere eigene Regierung hat uns verraten!“ Der Tierschützer kletterte behände vom Sofa auf den Fernseher und sagte mit einem Schmunzeln: „Und das überrascht Sie? Haben die denn je etwas anderes getan als Sie zu verraten?“

„Aber was haben Sie der Regierung als Preis für uns bezahlt?“, hakte Patrizia nach. „Wir berieten Angehörige Ihrer Geheimdienste in der Anwendung einiger emotionaler Suggestionstechniken. Es handelt sich vor allem um die telepathische Übertragung sedierender Emotionen. Die Menschen werden dadurch in einen dumpfen, zufriedenen und resignierten Geisteszustand versetzt. Diese Techniken werden in Ihrem Land schon seit einigen Jahrzehnten angewandt. Sie sind äußerst subtil, so dass Sie stets den Eindruck haben, es wären Ihre eigenen Emotionen. „Ich kann das alles gar nicht glauben“, seufzte Patrizia resigniert. Sie sackte in sich zusammen, und schluchzte auf einmal laut auf. „Haben Sie eine andere Erklärung dafür, warum sich Ihre Landsleute alles bieten lassen, was sich die Regierung leistet?“, fragte der Tierschützer.

Ich wollte mich nicht länger mit unfruchtbaren politischen Debatten aufhalten. Wenn etwas zählte, dann doch nur die Frage, ob der gutwillige Tierschützer noch etwas für uns tun konnte: „Aber wenn Sie nicht einmal das Entsetzlichste verhindern können, dass fühlende Wesen geschlachtet und gegessen werden, wozu dann ein Tierschutzverein?“, fragte ich. „Was können Sie denn dann leisten?“ „Statt auf mich blickte der Tierschützer nun auf Patrizia und sagte: „Es tut mir leid, dass wir kein besseres Männchen für Sie gefunden haben. Unsere Beschaffungsabteilung geht da manchmal ein bisschen unsensibel vor.“ Ich duckte mich innerlich und erwartete, dass Patrizia jetzt ihren ganzen Frust über das erzwungene Zusammenleben mit mir herauslassen würden. Aber sie nahm meine Hand und sagte: „Danke der Nachfrage, aber ich könnte mir ein besseres Männchen gar nicht vorstellen.“ Ich musste meine Tränen zurückhalten, als sie das sagte. Sie mag ja übertrieben haben, aber was zählte, war, dass sie mich nicht bloß stellte – vor einem Wesen, das den Verzehr von Menschen befürwortete.

Als der Tierschützer merkte, dass er uns nicht gegeneinander ausspielen konnte, fuhr er fort, zu dozieren: „Wir haben erreicht, dass die Käfiggrößen von 50 auf 60 Quadratzentimeter erhöht wurden – gegen den erbitterten Widerstand der Menschenfleischindustrie. Wir haben erreicht, dass Speisemenschen während des gesamten Transport- und Schlachtvorgangs mental betäubt werden. Seither ist betäubungsloses Schlachten jedenfalls in unseren Breiten verpönt, auch wenn es noch schwarze Schafe gibt, die es trotzdem tun. Außerdem haben wir beispielhafte Biofleischanlagen kreiert, in denen Menschen vor ihrer Schlachtung artgerecht leben können.“

„Artgerecht – was heißt das? Wie sieht es in solchen Anlagen aus?“ „Na, genug zu essen, mehr als 20 qm Lebensraum pro Stück, keine Einzelkäfighaltung, DVDs mit arttypischen Unterhaltungssendungen zur Sicherung des seelischen Existenzminimums.“ „Also genauso wie hier?“, fragte ich, und ein entsetzlicher Verdacht keimte in mir auf. „Genauso wie hier.“ „Dann ist das hier also gar kein Tierpark!?“

„Das habe ich nie behauptet. Obwohl es in gewisser Weise stimmt. Touristen kommen gern hier her. Die Freigabe der Käfige zur Besichtigung stellt für unseren Betrieb eine lukrative Nebenerwerbsquelle dar. Sie befinden sich in einer der fortschrittlichsten Muster-Biofleischanlagen, die unser Verein aufgebaut hat. Wir wollten der Öffentlichkeit damit beweisen, dass guter Geschmack auf dem Teller und ethisch orientierte Nutzmenschenhaltung keine Gegensätze darstellen müssen. Das Motto lautet: „Qualität auf dem Teller mit gutem Gewissen.“ Für Exemplare wie Sie beide, nicht überzüchtet oder mit Hormonen voll gespritzt und frisch von der Erde gefangen, kann unser Verkauf Preise erzielen, die um das Dreifache höher sind als bei Fleisch aus Massenmenschenhaltung.. Sie beide können stolz auf sich sein. Sie sind ein Qualitätsprodukt.“

Patrizia ließ sich auf dem Boden fallen und konnte ein nervöses Schluchzen nicht unterdrücken. Ich ging in die Knie und nahm sie in meine Arme. Sie wehrte sich nicht. „Aber wir werden doch nicht jetzt gleich geschlachtet“, fragte ich unter Aufbietung all meiner Kräfte. „Wir könnten doch noch – ein Junges zur Welt bringen!?“ Im gleichen Moment als ich das sagte, merkte ich, dass ich unter diesen veränderten Umständen auf keinen Fall ein Kind zeugen wollte. Aber was sollte ich tun? Ich hing verzweifelt am Leben und an Patrizia, meiner Geliebten.

„Sie können kein Junges zur Welt bringen“, sagte der Tierschützer trocken. „Das Weibchen ist unfruchtbar. Wir haben das bei der Eingangsuntersuchung gleich nach Ihrer Ankunft auf unserem Planeten festgestellt.“ „Unfruchtbar?“, kam es zaghaft aus Patrizia heraus. Mit einem Ruck löste sie sich aus meiner Umarmung und warf mir einen giftigen Blick zu. Ich wusste, was sie damit sagen wollte: Wenn sie das gewusst hätte, hätte sie sich den Sex mit mir auch sparen können. „Sie selbst wären fruchtbar“, sprach mich der Tierschützer an. „Aber aus verschiedenen Gründen kommen Sie als Zuchtmensch nicht in Frage. Zu wenig kräftig.“ Mit einem Blick in Patrizias Ausschnitt fügte er hinzu: „Das Weibchen würde eventuell noch für die Milchproduktion taugen – wie gesagt, wenn sie fruchtbar wäre. Aber für Biofleisch sind Sie beide perfekt.“

„Aber, wann werden wir dann geschlachtet?“, fragte ich bang. Wir konnten dieser Frage sowieso nicht ewig ausweichen. „Wenn Sie geholt werden. Das kann jederzeit sein“, sagte der Tierschützer. „An Stelle der Schlachthofverwaltung würde ich damit jedenfalls nicht zu lange warten. Sie beide werden nicht jünger. Ihr Fleisch wird zäher.“

Ein grelles weißes Licht drang plötzlich durch die Schleuse. Es war das gleiche Licht, das ich bei meiner Entführung wahrgenommen hatte. Seine Quelle konnte ich nicht erkennen. „Ah, sie sind schon da“, sagte der Tierschützer zufrieden. Dann sagte er in seiner Sprache ein paar Worte in Richtung des Lichts. „Was haben Sie mit denen besprochen?“, wollte ich wissen. „Dass Sie bereit sind, und dass ich die Genehmigung für die Schlachtung erteile. Und dass sie mit dem Weibchen anfangen sollen. Ich weiß, dass Sie jetzt Angst empfinden. Aber Sie werden sehen, gleich setzt die Betäubung ein.“

Patrizia kauerte wie erstarrt auf ihrem Platz auf dem Wohnzimmerteppich und blickte auf den Boden. „Nehmen Sie mich“, rief ich in das Licht hinein. „Die Frau ist zwei Jahr jünger als ich. Ihr Fleisch ist sicher noch einige Jahre frisch.“ Als ich mich zu Patrizia umsah, merkte ich, dass sie einen halben Meter über dem Boden schwebte. Die Augen waren geschlossen, alle Extremitäten waren ausgebreitet wie bei jemandem, der bereit war, sich hinzugeben. Patrizia war von einem Lichtkegel erfasst worden, der vom dem großen Licht draußen in unseren Käfig projiziert wurde. Nun schwebte sie langsam, aber unaufhaltsam auf die Schleuse zu.

„Patrizia!“ schrie ich verzweifelt und versuchte sie an den Füßen zu fassen. Eine unsichtbare Schranke hinderte mich jedoch daran, sie zu berühren. Plötzlich öffnete Patrizia die Augen, in denen ein Ausdruck unaussprechlicher Seligkeit lag. „Lass mich“, sagte sie sanft. „Es ist gut so. Ich will, dass es geschieht. Es gibt meiner Existenz Sinn. Ich darf diesen wunderbaren Wesen als Nahrung dienen.“ „Nein, Patrizia“, schrie ich verzweifelt. „Du musst dagegen ankämpfen. Sie haben dich manipuliert. In dem Licht ist irgendeine Droge, die deinem Gehirn vernebelt. Das bist nicht mehr du!“

„Dieser Widerstand gegen die Vernichtung Ihrer materiellen Form ist normal“, belehrte mich der Tierschützer. „Aber gleich ist es vorbei. In unseren heiligen Schriften heißt es, dass der Große Ynxx auch euch Menschen geschaffen hat. Und dass es auch für euch eine Weiterexistenz in anderen Energieformen gibt.“

Patrizia war jetzt schon ganz nahe an der Schleuse. Ich konnte nur noch ihren schwarzen Umriss sehen, der dem Licht entgegen schwebte. Auf einmal streckte sie ihre Hände nach mir aus. „Ich liebe dich“ sagte sie mit unendlich sanfter Stimme. „Vergiss mich nicht, mein geliebter Mann. Wir sehen uns wieder – in einer anderen Welt“. Als sie dies gesagt hatte, wurde sie innerhalb eines Sekundenbruchteils in das Licht gesogen – so schnell wie sich das Bild in einem alten Fernsehapparat zu einem einzigen Punkt verflüchtigte, wenn man ihn ausschaltete. Auf meiner Netzhaut stand noch eine Weile der Abdruck ihrer Silhouette. Dann war da nichts mehr. In meinem Körper fühlte ich ein Strömen unaussprechlich süßer Energien wie aus purpurnem Wein und flüssigem Gold. In meinem Herzen war nichts als ein lautes „Ja“, eine vollkommene Zustimmung zu dem, was geschehen sollte. Als ich auf meine Füße blickte, sah ich, dass sie den Boden nicht mehr berührten.

Dann erinnere ich mich an nichts mehr. Nur noch, dass ich zwischenzeitlich kurz aufgewacht sein musste. Ich lag auf dem Rücken und trieb auf einem Fließband langsam dahin. Vor und hinter mir lagen andere menschliche Körper – nackt. An der Decke über mir konnte ich nur ein paar längliche Lampen erkennen, die ein steriles Licht verströmten. Ich war in ein warmes Energiefeld eingehüllt, das mich zugleich lähmte und tröstete. Außer meinem Kopf konnte ich kein Körperteil bewegen. In mir klang noch Patrizias Satz „Ich liebe dich“, und mein Herz schlug heftig.

Plötzlich sah ich vom Fließband aus Menschenhälften an mir vorbeiziehen. Sie waren an dicken Fleischerhaken aufgehängt. Alle Organe waren entnommen worden. Sie sahen rosig aus wie das rohe Fleisch von Schweinen, und man konnte die Innenseite der Rippen erkennen. Bei einer der Menschenhälften konnte ich ein charakteristisches Muttermal unter der üppigen weiblichen Brust erkennen. Es war Patrizia. Ich vermochte weder Abscheu noch Trauer zu empfinden. Nur tiefes Einverständnis und eine große Dankbarkeit für diesen letzten Gruß meiner Geliebten, bevor ich selbst für immer in die Schwärze der Bewusstlosigkeit hinab sank.

 

Anzeige von 8 kommentaren
  • Avatar
    heike
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    Ach Roland, solche Grausligkeiten kann man doch niemanden antun. Besonders gemein finde ich das Vegetieren in der Käfighaltung und die emotionale Glücksgefühlimpfung.

    Freiheit ist jedenfalls etwas anderes.

    Aber ich musste auch an einen Besuch einer Anatomie-Ausstellung mit präparierten Menschenkörpern denken (nicht „Körperwelten“ von Gunter von Hagen), die aussahen wie Kochfleisch – so etwas gräulich-beigefarben. Jedenfalls habe ich da Hunger bekommen und habe mir schon eine schöne Majoransoße und viel Senf dazu vorgestellt. Vielleicht habe ich ja einen Hang zum Kannabalismus …

    Wie auch immer, manche haben vielleicht diese Urinstinkte schon etwas mehr verloren…

    Ich finde es zum Beispiel auch nicht schlimm, Wild zu essen. Wie gesagt, nur die Käfighaltung ist wirklich Quälerei – meiner Meinung nach.

    Ich habe auch sensible Tage – da tut es mir schon leid, eine Blume abzupflücken. Und ich esse auch schon sehr viel weniger Fleisch als früher.

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    heike
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    Vielleicht stamme ich ja auch von den Ynxx ab und sie haben mich wegen schlechter Führung auf der Erde ausgesetzt…. wegen Fehlverhaltens auf irgendeiner Ebene …

    Jedenfalls würde es den Wert des Menschseins sehr abschwächen, wenn man davon ausgeht, dass wir nur ein Experiment sind.

    Das glaube ich auch nicht. Es hat ewig, Milliarden von Jahren, gedauert, bis der Mensch als ein Wesen, dass sich selbst bewusst ist und in der Lage, seine Handlungen und deren Folgen zu überschauen und sich über alle Tiere auf dieser Erde zu erheben (über die Erde selbst noch nicht – aber indem jetzt schon darüber nachgedacht wird, das CO2 mit Hilfe von Sulfateinsprühungen in die Atmosphäre zu binden – was wiederum massenhaften saure Regen zur Folge hätte, ein Irrsinn – aber es ist die Havard-Universität, an der dazu geforscht wird) „entstanden“ ist.Erst hat es ewig gedauert, bis eine einzelne überlebensfähige Zelle entstand. Nach Millionen Jahren von Einzellern auf der Erde kamen dann die Weichtiere: Quallen, Schnecken …. etwas Matschies mit festem Gehäuse drum herum. Dann kamen die Fische: etwas weniger Matschihes mit Gräten drin, dann Amphibien, Reptilien, Vögel, Säugetiere … und irgendwann der Mensch, der begann, all das zu überblicken.

    Jetzt ist der Mensch zum Gott der Erde geworden insofern, dass er Herr über die Schöpfung geworden ist. Er muss jetzt Verantwortung übernehmen.

    Die Philosophen haben sich schon immer gefragt, wieviel freier Wille dem Menschen innewohnt und was der Sinn des Lebens ist.

    Die Antwort der Weisen lautet: Freude. Freude am Sein. Und die wiederum entwickelt sich, wenn man das Gefühl hat, etwas Sinnvolles zu tun.

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    heike
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    Ich habe ein schönes Buch: „Das Gehirn in 30 Sekunden“ von Anil Seth. Da steht eine Menge Wissenswertes über das Gehirn drin, z.B., dass es mindestens 90 Milliarden Neuronen enthält und jedes einzelne Neuron mit etwa 1000 anderen Neuronen interagiert. Zum Vergleich: das Gehirn einer Biene enthält nur eine Million Neuronen.

    Aber was ich eigentlich erzählen wollte, war, was in diesem Buch über den freien Willen steht.

    In den Achtzigerjahren führte Benjamin Libet (1916 – 2007) eines der „berüchtigstens“ Experimente der modernen Neurowissenschaften durch. Seine Testpersonen sollten zu einem von ihnen selbst bestimmten Zeitpunkt den Finger heben und sich mit einem Blick auf die Uhr merken, wann dieser Zeitpunkt war. Er zeichnete die elektrische Aktivität im Gehirn auf und entdeckte, dass die Aktionspotentiale schon eine halbe Sekunde vor der bewusst wahrgenommenen Entscheidung, jetzt den Finger heben zu wollen, anschlugen.

    Umgekehrt verspürten Personen, wenn man genau diese Areale des Gehirns stimulierte, einen Bewegungsdrang.

    Woher kommt der Impuls, etwas tun zu wollen? Kann man damit Menschen zu Zombies machen? Ich denke nicht gern an so etwas, ich finde das hässlich.

    Jedenfalls gibt es inzwischen auch Geräte, mit denen man einfache Gedanken lesen kann: z.B., ob sich ein Mensch von der Auswahl zwischen farbigen geometrischen Figuren für den grünen Kreis, das rote Dreieck oder das blaue Viereck entscheidet.

    In den nächsten 10 Jahren erhält das Projekt „Brain Activity Map“ von der US-Regierung voraussichtlich drei Millionen US-Dollar. Mir behagt das nicht. Mir ist der Dalai Lama lieber, der das Bewusstsein durch das Entwickeln von Mitgefühl entwickeln möchte.

     

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    Volker
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    Mit einem spitzbübischen Gesichtausdruck fügte er hinzu: „Ich könnte sogar bewirken, dass das Weibchen Sie liebt.“

    Sollte mir diese Technik aneignen und als Start-up-Unternehmer meinen Lebensbedarf grundsichern. Frag bitte den Tierpsycho, ob ich bei ihm in die Lehre gehen könnte, weil riesen Umsätze auf Erde winken, Erdlinge ganz wild auf so was sind. Umsatzbeteiligung garantiert! ++thanks++

    In der Werbung arbeitet die Menschenfleischindustrie eher mit Bildern von Wildmenschen in angenehmer Umgebung – also Menschen wie Sie.

    Meint Psycho damit, dass Allgäuer ein glückliches Wildmenschendasein leben, umringt von Bergen, Wiesen, musikalischen Kühen (Glocke am Hals) und hechelnden Touris? Dem hätte ich was erzählt …

    Eine saftige Menschenleber mit Fruchtcoctail, Menschenknochen-Sülze oder ein fein gewürzter Menschenhackbratling – das ist exquisit! Dafür lasse ich jedes Ölönxx-Steak stehen.“

    Igitt, brrr, pfui …. das klingt nach Tönnies … pfui, brrr, igittigitt …

    (…) Wir Ynxx beschäftigen uns den ganzen Tag überwiegend mit Spielen (…)

    Ein unhaltbarer Zustand nach Hartz 4-Logik, Psycho kann froh sein, niemals einen Armutsschlachthof betreten zu müssen ... (gestrichen, da Thema verpeilt) ++gähn++

    (…) Patrizia fasste sich genervt mit der Hand auf die Stirn (…)

    Klar, bei dem Stress is nix Liebe mit Held, das weiß jedes eierlegende Fleischhuhn kurz vor abmurks.

    Der Verzehr von Menschenfleisch ist somit in vielen Regionen unseres Planeten ein Statussymbol, ein Objekt der Sehnsucht, ja ein Mythos.“

    In vielen Regionen meines Planeten ist der Verzehr von Abfällen schon Statussymbol für Abfallmenschen, die schlucken alles, sogar Prügel.

    Patrizia sprang auf einmal wütend auf: „Diese Schweine, sie haben uns an euch ausgeliefert.

    Quer durch alle Parteien, nur die Linke zögert noch.

    Plötzlich sah ich vom Fließband aus Menschenhälften an mir vorbeiziehen. Sie waren an dicken Fleischerhaken aufgehängt. Alle Organe waren entnommen worden.

    Herzen und Nieren, nur Blinddärme lassen sich schlecht vermarkten. Wobei ich anmerken möchte, künstliche Knie- und Hüftgelenke vor jeder Schlachtung fein säuberlich vom Objekt zu trennen, um beispielsweise Dosen für Coca-Cola oder Billigbier nachhaltig zu sichern, quasi als nachhaltiger Kreislauf mit Rohstoffen for Future, klimaneutral und höchst dividententrächtig.
    Klar, kannst ja sagen: „Nö, als Dose möchte ich nicht enden“, und schon stehen Konzerne auf der Matte und klagen dich an, weil a) dein Körper dir gehören sollte, und b) moralische Fragen über Verwertungsrechte dir nun mal nicht zustehen, darüber entscheidet deine Krankenversicherung, die eh darüber informiert ist, wie du konzernmäßig als brauchbar bewertet werden könntest.
    Dafür gibt es Pflegekonzerne, die sich aufopfernd um das Wohl ihrer Aktionäre kümmern, Menschen als Ware hochpreisen, um sie pflegeversichert günstig zu entsorgen – mit biometrischen Passbild sogar.

    Für meine Urne zahle ich keinen einzigen Euro dazu, spare lieber für Gitarrensaiten an … ++glucks++, das System kann mich mal kreuzweise am Süden …

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    ert_ertrus
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    Soso, im Vergleich zu den Ynxx sollen wir Amphibien sein. Was ich nicht verstehe: wenn die so unendlich weiterentwickelter sind als wir – warum fressen die einen ähnlichen Grobfraß wie ihre Fleischlieferanten? Und warum sind sie solche Spanner, die ihren Nahrungstieren beim Kopulieren zuschauen (ob denen dabei nach Ynxxart einer abgeht?) Passt nicht so recht zusammen – mit diesen geistigen Eigenschaften müssten die sich doch längst von einer grobmateriellen Nahrungsversorgung (die eine komplexe Infrastruktur beinhaltet) verabschiedet haben … Oder ist es eine failed civilization, die zwar materiell unendlich weit gekommen ist – aber psychisch noch immer in ihrer Steinzeit (?) hängen geblieben sind (bzw. reziprok zu ihrer technischen Entwicklung verkam ihre Spiritualität auf Reptilienniveau und weitaus tiefer …)

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    heike
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    Deine Gedankengänge halte ich für richtig, ert ertrus. Ich denke, die Ynxx ernähren sich eher von den feineren immateriellen Gewebe der Menschen.

    Allerdings möchte ich noch zu bedenken geben, dass das von dir missachtete Steinzeitniveau offensichtlich robuste Lebensmechanismen hervorbrachte, die bis heute das Überleben der Menschen absichern. Warum diese über Bord schmeißen wollen – wenn man keine anderen zum Überleben hat?

    Unsere Instinkte, auch unsere Gefühle (soweit noch vorhanden), sind auf Steinzeitniveau, weil wir unser Stammhirn behalten haben. Das sichert unser Überleben, das Überleben, was von vielen hier als menschlich empfunden wird. Man kann sich von seinen Instinkten lösen wollen – und was bleibt dann? Man klammert sich an Geld (gab in der Steinzeit noch nicht), man klammert sich an „starke Männer“ (in der Steinzeit musste auch jeder für sich selbst überleben).

    Manche/auch ich glaub(t)en, dass Spiritualität alles Niedere im Menschen ausmerzen muss/will/soll.

    Aber ist das so? Was ist das Niedere?

    Für mich war Spiritualität ein Ausweg aus einem Kreislauf in meinem Leben, den ich so nicht mehr wollte, weil er mich auslaugte. Um daraus ausbrechen zu können, benötigte ich Kraft. Aber die Spiritualität kam als Hoffnung in mein Leben. Als eine Zuversicht – und diese Zeit war eine sehr schöne für mich. Vielleicht wollte ich zuviel. Ich habe mich überfordert. Ich habe mehr von mir verlangt, als für mich möglich war. Vielleicht war ich an manchen Stellen auch zu feige. Zu faul war ich nicht.

     

     

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    heike
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    Was ich allerdings nicht verstehe, ert_ertrus, ist, warum wir im Vergleich zu den Ynxx Amphibien sein sollen? Wo steht das?

    Aber noch ein paar andere Gedanken: Ich mag z.B. Hirsche und Rehe sehr gern und freue mich immer, wenn ich welche in Wald/Feld oder Wiese sehe. Wenn eine Blume denken könnte, dann würde sie Rehe vielleicht auch für so etwas ähnliches wie die Ynxx halte, weil diese Lebewesen die erstaunliche Möglichkeit der Fortbewegung haben. Welch ungeahnte Freiheiten verbinden sich damit…. Aber: wenn man als Reh leben darf/muss, dann ist man sehr vorsichtig, hat eine feine Witterung, kann sich gut tarnen im Wald und v.a. ist man in der Herde eines Rehbockes aufgehoben (Harem sozusagen … aber das stört die Rehe nicht, das gehört zu ihrer Natur). Die Rehböcke haben meiner Meinung nach ein weniger gemächliches Leben. Ständig (jedes Frühjahr auf Neue) müssen sie miteinander und v.a. dem Platzhirsch (also dem, dem der Harem zusteht, kämpfen) und sehen, wer gewinnt. Wenn sie nicht zu einem Platzhirsch werden, dann ziehen sie fast ihr ganzes Leben lang mehr oder weniger allein durch die Wälder, müssen sich immer wieder vor Jägern in Acht nehmen, haben im Winter Hunger, im Frühjahr schmecken dafür die ersten Knospen umso besser …

    Also das Leben der schönen Rehe ist aus der Nähe betrachtet auch irgendwie einseitig und v.a. auch anstrengend. Trotzdem lernen sie innerhalb eines Lebens. Die Rehböcke werden Jahr für Jahr stärker, im Kampf erfahrener und auch im  Umgang mit den Jägern sammeln sie Erfahrung.

    Menschen haben ein ähnliches Los. Sie bleiben Menschen – aber im Vergleich zu den Rehen haben sie eine größere Auswahl: sie können verschiedene Musikinstrumente, Sportarten, Künste, Handwerke erlernen. Aber das alles braucht Zeit – und wenn man sich einmal entschlossen hat, eines davon zu lernen, dann wird es manchmal auch eintönig, man braucht Durchhaltevermögen usw.usf.

    Und warum schreibe ich das alles? Vielleicht haben die Ynxx ja auch nicht ein so tolles Leben, wie man sich als armer Mensch vorstellt.

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    ert_ertrus
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    Nun, das Fragezeichen hinter Steinzeit deutet auf meine Zweifel daran hin, dass die Vorfahren uns so sehr unterlegen waren – dagegen spricht sehr Vieles und das Fragezeichen ist eher als ein Infragestellung des Umgangssprachsgebrauchs gedacht. Und: Dieser aufgeblasene Ynxx-Tierschützer (?) verglich den Abstand zwischen Ynxx- und Menschenintelligenz- und mentaler Entwicklung mit der mentalen Differenz zwischen Menschen und Fröschen (die nun mal amphibisch sind …)

    Peace 😀

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