Berge: Kein Grund für Krieg


Brunnen bauen in Afghanistan? Deutschland am Hindukusch verteidigen? Märkte für deutsche Produkte erschließen? Terror bekämpfen? Es einem Diktator im Namen der Freien Welt mal so richtig zeigen? Nichts davon ist für das Duo „Berge“ ein Grund für Krieg. Ganz unglamourös und schlicht, aber wie immer sehr gut bei Stimme stehen Marianne Neumann und Rocco Horn da – vor einem Panzer. Schön, dass es noch oder wieder Friedenslieder gibt.

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Knorkator: Setz Dich hin


Der Schauspieler Axel Prahl (Tatort) ist hier ideal besetzt als Proll in Feierlaune. Das Lied ist quasi aus der Perspektive der personifizierten obrigkeitsstaatlichen Bösen geschrieben, das uns Bürger ruhig stellen will. Obwohl das Werk älteren Datums ist, erinnert das an… nun ja. Knorkator ist eine schon bewährte Spaßband mit robust wirkenden Mitgliedern, wobei die Lieder vielfach einen ernsten Hintergrund haben. „Knorke“ berlinerisch für „prima“. Die Nachsilbe „-ator“ deutet entweder auf eine Biermarke oder auf Killerroboter hin.

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Max Prosa: Die Erinnerungen des Sinan M.


Ich weiß nicht, wie dieses Lied zustande kam. Es ist aber anzunehmen, dass es die Lebens- und Fluchtgeschichte von Sinan Mohammed beschreibt, der gegen Ende des Liedes zusammen mit Max singt. Es ist ein außergewöhnliches liedermacherisches Experiment, dem wir beiwohnen: Ein deutsche Künstler singt als wäre er selbst der Migrant im fremden Land. Das schafft Nähe und Verständnis auch bei den Hörerinnen und Hörern. Und es ist eine unüberhörbare Kritik am Gesellschaftssystem des Ursprungs- wie des Gastgeberlandes.

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Don McLean: Vincent


Ein unglaublich liebevolles und berührendes Lied, das den Details Würde und Schönheit verleiht, indem es sie zunächst schlicht benennt. So wie das Vorbild, Vincent Van Gogh, den Dingen ein inneres Leuchten verlieh, das sich im Alltag nicht immer jedem erschließt. Zugleich ein Requiem auf einen Mann, der sein Leben lang wenig geliebt und wenig verstanden wurde, weil er seiner Zeit voraus war. Don Mc Lean gibt an, dass er das Lied 1971 nach der Lektüre einer Van-Gogh-Biografie geschrieben habe.

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Lina Maly: Darf ich das behalten


Es gibt Dinge, die einem Menschen so wertvoll sind, dass er lieber alles andere dafür opfert. Aber was ist es, was die Liedermacherin Lina Maly hier so unbedingt behalten will? Gerade dieses im ganzen Lied nicht vollständig gelöste Rätsel macht es sehr spannend. Die Coverversion eines Lieds der Band „Wir sind Helden“ arbeitet mit einfachen musikalischen Mitteln (ein Keyboard und zwei Frauenstimmen) und erweist sich dennoch als aufwühlendes emotionales Erlebnis.

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Max Prosa & Francesco Wilking: Lilly sagt


Lilly ist quasi die Nachfolgerin von Annabelle, von der Reinhard Mey in den 70ern sang. Eine Frau, die sich durch hohe intellektuelle Kapazität und antikapitalistischen Furor auszeichnet, sich den Nähewünschen von Männern jedoch zu entziehen scheint. Keinesfalls ein prosaisches, vielmehr ein sehr poetisches Lied darüber, wie sich Menschen über die Jahre (zu ihrem Nachteil) verändern können.

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