Matthias Heitmann: Schneeflöckchen Downlöckchen


Keine kritischen Künstler im Land? Naja, Matthias Heitmann ist eigentlich Journalist und scheint hier als Songwriter zu debütieren. Das Gesamtkunstwerk aus Musik, Text, Bildern (u.a. von prügelnden Polizisten) und Ton-Einblendungen entlarvender Politiker-Sätzte ist jedoch gelungen. Zudem bereichert Heitmann die deutsche Sprache um ein weiteres Wort: „Downlöckchen“. Die Botschaft ist vergleichsweise hoffnungsvoll, denn es wird eine „Öffnungsperspektive“ aufgezeigt. Jedoch nicht so, wie es den Politikern gefallen würde. „Eure Macht ist absehbar, denn wir geben keine Ruh“.

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Pablo Milanés: Marginal


Fühlen Sie sich manchmal auch marginalisiert? „Vergießt eine Träne für jeden von uns, der unverstanden ist. Und gemeinsam singen wir ein Lied über die Glückseligkeit, die uns erwartet.“ Wie immer bringt der kubanische Sänger Herzen zum Schmelzen und überzeugt mit schönen Klavierakkorden eine angenehm melancholische Stimmung.

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Pippo Pollina mit Schmidbauer und Kälberer: Sambadiò


„Und eines schönen Tages wird dieser Krieg enden, und auf den Mauern dieser Stadt wachsen Blumen, die ich dir schenken werde.“ Zugegeben, ich habe hierfür die Übersetzungsfunktion im Internet benutzt. Aber es wäre schade, Texte von Pippo Pollina nicht zu verstehen. Wie so oft, verwendet auch dieses Lied nicht nur poetische Bilder, sondern hat auch einen politischen „Subtext“. Jedoch keinen, der historisch festlegbar wäre. Es geht um Krieg und eine geplante Flucht. Es könnte ein Flüchtlingsschicksal aus der Perspekte des Heimaltlands beschrieben sein. „Es gibt eine neue Erde, die schon auf uns wartet.“ Hier nicht nur von Pollinas Dauerpartnern Werner Schmidbauer und Martin Kälberer begleitet, sondern von einem ganzen Orchester in der Arena von Verona.

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Augustin: Wir machen auf


Dieses Video macht vor allem eines: Lust auf Leben. „Alte Normalität“ sozusagen. Der Redaktion ist nicht bekannt, ob mit dem Lied konkrete Aktionen zivilen Ungehorsams verbunden waren. Sind hier bewusst skandalöse und illegale Handlungen wie Sich-Umarmen oder Bier-Servieren gedreht worden – oder handelt es sich um Archivbilder von 2019? Es gibt auf jeden Fall aber unter dem Video einen Link, der auf weitere Videos und Infos zum Thema verweist. Zur Musik im Gospel-Stil wird das pralle Leben gezeigt, werden Masken vom Gesicht gerissen, werden „Geschlossen“-Schilder ungedreht, auf deren Rückseite „Geöffnet“ steht. Hoffen wir, es wirkt ansteckend.

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Klaus Spangenberg: Nicht systemrelevant


Das Vokabular in der Rockmusik entwickelt sich ständig weiter. „Systemrelevant“ kam in der Finanzkrise 2008/2009 auf, als Banken, die sich verzockt hatten, aus Steuergeldern gerettet werden „mussten“. Auch heute ist vieles systemrelevant – BMW und Lufthansa z.B. – nur nicht die Kultur. Klaus Spangenberg erzählt in diesem Lied eine Reihe von Alltagsgeschichten aus der Kunstszene in Pandemie-Zeiten. Die Betroffenen waren nicht faul, nicht unfähig, haben nichts falsch gemacht und sind trotzdem durch den Rost gefallen. Vorschlag: ein System, in dem die als „nicht relevant“ gelten, gehört abgeschafft.

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Florian Paul: Die blaue Katze


In einer kleinen Kirche unterhalb eines Gemäldes des „Letzten Abendmahls“ performt Florian Paul mit Fany Kammerlander (Cello) sein Lied sehr meditativ und zurückgenommen. Kammermusik in kleinster Besetzung, die volle Konzentration auf das, was gesagt wird, ermöglicht. Es ist wieder einmal die Melancholie einer verlorenen Liebe, die die Stimmung des Lieds prägt. Florian Paul porträtiert wieder ein urbanes Milieu mit „ausgehfreudigen“ Menschen. Die titelgebende „blaue Katze“ ist ein poetisches und einprägsames Bild, das wohl für den Erzähler und unglücklich Liebenden selbst steht.

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Georg Danzer: Wir werden alle überwacht


„Und hast du eine Erektion, die merkens schon, die merkens schon.“ Sehr Gebildete unter unseren Leser*innen werden wissen, dass Georg Danzer leider schon verstorben ist und dass das Lied folglich nicht aus den Jahren 2020/2021 stammen kann. Nicht einmal aus der Zeit, als die NSA-Affäre aufflog. Die Filmaufnahme stammt von 1979! Vielleicht hat die Terrorismushysterie und die damit einhergehenden ersten Bürgerrechtseinschränkungen bei der Entstehung dieses Textes eine Rolle gespielt. Trotzdem konnte das Lied damals als „visionär“ gelten, während es heute als einfache Tatsachenbeschreibung durchgehen würde. „Gehorsam ist des Bürgers Pflicht und mehr schon nicht und mehr schon nicht.“

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