Wo warst Du?

 in FEATURED, Politik (Inland)

Vielleicht werden uns uns unsere Kinder und Enkel einmal fragen: Wo warst Du, als die Freiheit starb? Was hast Du gegen das Unrecht getan? Hast Du gekämpft – und wenn ja, auf welcher Seite? Wird unsere heutiges Verhalten vor ihrem Urteil bestehen können? Der Slam-Poet, Musiker und Komponist Jens Fischer Rodrian wagt das Gedankenspiel anlässlich eines wichtigen Ereignisses: der Verabschiedung eines neuen Infektionsschutzgesetzes im deutschen Bundestag. Darin sollen harte Freiheitseinschränkungen für die Bürger im Fall von „Gesundheitsnotständen“ legalisiert werden. Womit sich die Frage verbindet, ob die Regierung denn bisher illegal gehandelt hat. Noch ist es nicht zu spät: Das jetzige Geschehen kann zu einer kurzen Episode werden – oder zum Startschuss einer neuen Großepoche der Unfreiheit. Jens Fischer Rodrian

Die Demokratie lebt von einem lebendigen, im besten Fall zugewandten Diskurs, von der Auseinandersetzung, dem Abwägen, dem Vertrauen, dem Sich-trauen. Sie lebt von der Lust auf das Aufspüren der besten Lösung, auf dass sie so viele Menschen mitnimmt wie nur irgendwie möglich. Aber vor allem lebt sie, wenn sie gesund ist, von dem Versuch, der Ehrlichkeit den größtmöglichen Platz einzuräumen und der Integrität, genau das umzusetzen. All dies ist ausgehebelt, gilt nicht mehr, wird von der neuen Normalität verdrängt.

Normal heißt jetzt – sich fügen, darauf warten, dass ein dubioser Kreis vermeintlicher Experten zulässt, Auslauf zu bekommen, um sich dann, mit ein bisschen frischer Luft in der Lunge, zurück in den Käfig der Selbstisolation sperren zu lassen, bis man wieder Gassi gehen darf. Bitte nichts hinterfragen – kein „wer, warum, oder wann“. Wenn man es aber doch wagen sollte unbequem zu sein, wird man zensiert, gelöscht und geächtet, aus dem sozialen Netz der „Solidarischen“ entfernt, wie ein lästiger Krümel auf der sonst so lupenreinen Couch der Gleichgesinnten.

Um die unverhältnismäßigen Maßnahmen der letzten Monate auf rechtlich unangreifbare Füße zu stellen, wurde am 18.11.20 das 3. Infektionsschutzgesetz vom Parlament verabschiedet, vom Bundesrat bestätigt und vom Präsidenten unterschrieben. So schnell ging es noch nie, man hatte es eilig. Wir werden auf willkürliche Maßnahmen vorbereitet, deren Dauer ganz im Entscheidungsbereich der Regierung, um genauer zu sein, des Gesundheitsministers liegt. Wir sollen uns auf ein digitales Leben und eine von Streaming Diensten bestimmte Freizeit einstellen.

Die aktuelle Kampagne der Bundesregierung zeigt es ganz deutlich. Ein in die Jahre gekommener Herr spricht retrospektiv vom Jahr 2020, als er noch Student war: „Alles was man von uns verlangt hatte war, nichts zu tun – Das kann doch wohl nicht so schwer sein, oder?“ Shut up, bestell dir das nächste Lieferando-Dinner, schön im sterilen Plastik verpackt, schaue alle Serien, die Du schon immer sehen wolltest und stell das Denken ein – weiter zappen, bis Du weitere Anweisungen bekommst. Ein Appell an das Unterwürfige, das Bequeme in uns. Du darfst jetzt Faultier sein, das nur fressen, fernsehen und ficken soll (wenn durch Zufall noch jemand in deinem Haushalt wohnt), so suggeriert es uns der mit „Hollywood-Score“ dramatisch in Szene gesetzte Spot der Bundesregierung – peinlich.

Motivationsvideo der Bundesregierung:

Die WHO hat die an Prof. Ioannidis in Auftrag gestellte Studie bestätigt, was viele Experten schon lange sagen: Die Letalität von Covid-19 liegt bei 0,14% (unter 70 Lebensjahren sogar bei 0,05%) und damit im Bereich einer mittel-schweren Grippe, aber das scheint keine Rolle mehr zu spielen. Weder hat es ein Einfluß auf die Regierungsentscheidungen noch auf den kritischen Geist der in Angststarre versetzten Menschen.

Auch wenn es erschreckend lange braucht, bis es alle verstanden haben – dieser Versuch, uns dauerhaft zu manipulieren, ist zum Scheitern verurteilt – und genau darin besteht unserer Chance.

Das was uns Menschen ausmacht, Nähe, Berührung, analoges Dasein und die unzerstörbare Verbindung zu allem Natürlichen, essen, trinken, riechen, lieben, lachen, weinen, küssen, sich streiten, versöhnen und verzeihen ist nur im analogen Raum nachhaltig.

Obwohl ganz sicher ist, das keiner von uns hier lebend raus kommt, geben wir uns der Illusion hin, das wir mit der Einhaltung der Reinheitsgebote, dem Hygienewahn, dem freiwilligen Entsagen von Nähe, den Tod austricksen können. Dabei vergessen wir das Leben, und ja, es gibt ein Leben vor dem Tod.

Jetzt wurde also das Ermächtigungsgesetz 2020 im Eilverfahren durch die politischen Instanzen gejagt.

Beantworten wir uns alle eine Frage, die mit Sicherheit auf uns zukommen wird, spätestens wenn unsere Kinder und Enkel in 20 Jahren vor uns stehen und sagen: „Oma, Opa, als damals alle Masken tragen mussten und ein Veterinär, ein Virologe, der 2009 schon krass daneben lag, ein Bankkaufmann und eine Physikerin alle Entscheidungen trafen, als das Grundgesetz ausgehebelt wurde und unsinnige Gesetze verabschiedet worden sind, als von kritischen Journalisten, Juristen, Wissenschaftlern und Psychologen die Videos gelöscht wurden, als die großen Leitmedien zu Staatsmedien mutierten, als Ärzten gedroht wurde Ihre Zulassung zu verlieren, wenn sie nicht auf Regierungskurs segeln, als friedliche, besorgte Demonstranten von der Parteichefin der SPD als Covidioten beschimpft und von der breiten Öffentlichkeit ins rechte Lager gepackt und diffamiert wurden, als Anwälte auf der Straße verhaftet worden sind, als man Künstlern die Bühne nahm – was hast Du damals gemacht, wo warst Du?“

Jens Fischer Rodrian: Es gibt ein Leben vor dem Tod

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    hallino
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    „In wenigen Tagen wird das Ermächtigungsgesetz 2020 im Eilverfahren durch die politischen Instanzen gejagt.“

    Nur mal nachgefragt, Sie kennen den Unterschied zwischen dem Ermächtigungsgesetz von 1933 und dem Infektionsschutzgesetz – IfSG von 2020. Starke schwammige Worte benutzen Sie. Eine Erklärung erspare ich mir.

    „Der Liedermacher, Gitarrist und Komponist Jens Fischer Rodrian wagt das Gedankenspiel anlässlich eines wichtigen Ereignisses:“

    Als solcher waren Sie mir bisher, wahrscheinlich zu recht, nicht aufgefallen.

    Übrigens, das soll keine Kritik sein, werden Artikel, bevor sie in die Seite eingeschossen werden, nicht redigiert.

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      Percy
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      „Nur mal nachgefragt, Sie kennen den Unterschied zwischen dem Ermächtigungsgesetz von 1933 und dem Infektionsschutzgesetz – IfSG von 2020.“

      Ich kenne „den“ Unterschied nicht. Es gibt da wohl einige. So wie es auch einige Ermächtigungsgesetze gibt, von denen das von 1933 lediglich das bekannteste ist.

      Kernpunkt ist mMn allerdings die Gemeinsamkeit: Der Gesetzgeber ermächtigt – so auch die Wortwahl im Gesetz selbst – die Regierung zu etwas, das über das normale, vorgesehene Maß hinausgeht, und schränkt damit seine eigenen Kontroll- nd Einflussmöglichkeiten ein, beseitigt sie zum Teil.

      Das war 1933 sehr direkt, offen und umfassend.

      Das ist 2020 eher indirekt, nicht so offen und nicht so umfassend. (Man geht bei sowas heutzutage geschickter vor …)

      In den praktischen Konsequenzen entwickelt es sich aber in dieselbe Richtung: Die Regierung und sogar innerhalb der Regierung nur einige Wenige erhalten Macht und Befugnisse, die ihnen nicht – die niemandem in dieser Form –  zustehen. Die sie aber – wie schon in den letzten Monaten zu sehen – (aus-)nutzen, um den Weg zu noch mehr autoritären, an Eigeninteresse ausgerichteten Maßnahmen weiter zu gehen. Am Ende kann (wird?!) eine Lage entstehen, ähnlich wie nach „dem“ Ermächtigungsgesetz: Ein Führer befiehlt, und „wir“ folgen …

      Unterschied zu 1933ff.? Wahrscheinlich weniger Gewalt, alles schön  gepämpert und viel besser verkauft.

      Und erst wenn es dann wieder umfassend „gekracht“ hat, werden sich „alle“ fragen, wie konnte es nur soweit kommen? Wenn es dann noch jemanden gibt, der sich fragen kann …

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        hallino
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        „Der Gesetzgeber ermächtigt – so auch die Wortwahl im Gesetz selbst – die Regierung zu etwas, das über das normale, vorgesehene Maß hinausgeht, und schränkt damit seine eigenen Kontroll- und Einflussmöglichkeiten ein, beseitigt sie zum Teil.“

        Mit jedem Gesetz, dass der Bundestag verabschiedet, wird die Exekutive (Regierung) zu einem Handeln ermächtigt. Von daher sind alle Gesetze „Ermächtigungsgesetze“. Die Kontroll- und Einflussmöglichkeiten werden dadurch nicht beseitigt. Das Parlament kann dieses Gesetz jederzeit wieder aufheben. Nur das Ermächtigungsgesetz hat eine bestimmte historische Bedeutung in dem sich das Parlament sämtlicher Gesetzgebungkompetenz beraubte. Im vorliegenden Fall ist das aber nicht geschehen.

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    Volker
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    Wo ich 2020 war?
    In Quarantäne mit Grundsicherungsversorgung, da kann nix passieren, moder vor mich hin, pflege mein Virusdasein und philpsophiere über die Freiheit des Kettenhundes.
    Jedenfalls infiziere ich niemanden, wie auch, mir fehlt es am nötigen Kleingeld, beschwingt am Leben teilnehmen zu dürfen, dank allen Maßnahmen gegen die Verbreitung der Volksseuche H4.
    Ja, H4 soll höchst virulent sein, in oberen Kreisen pudert man Nasen schon, Verwesungsgeruch liegt in der Luft.
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    Roland
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    Könnt Ihr bitte Euren Text überprüfen? Es scheint einiges doppelt geschrieben zu sein. Ich würde den Text gerne weiter verbreiten, weil er mir aus dem Herzen spricht. Dieses Regierungsvideo ist der Hohn für alle kritisch denkenden Menschen. Auch für solche primitiven Ergüsse werden unsere Steuergelder verschleudert. Gestern wurde die Demokratie mit Wasserwerfern ersäuft, die Schergen der Regierenden werden immer unverhältnismäßiger!
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    Hans-Ulrich Abbe
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    Das ist genau DIE FRAGE, die sich jeder stellen sollte….. Heute schon…..

    Die meisten Menschen, auch die in meinem engsten Umfeld, sind relativ gut materiell abgesichert. Man hat ein Einkommen, eine gute Wohnung / Haus, man hat ein Auto und andere Fahrzeuge noch dazu, man kann sich es leisten mehrmals im Jahr in den Urlaub zu fahren, man könnte den Kindern auch an Nichtfeiertagen Geschenke vergeben usw. usf….

    Man ist rundherum materiell abgesichert.

    Und es ist genau das, meiner Meinung nach, dass sich die Masse der Bevölkerung sich nicht mehr kritisch mit dem momentanen Geschehen auseinandersetzt. Schade eigentlich. Dabei geht es tatsächlich um die Zukunft unserer Kinder und Enkel.

    Ich glaube, dass das Corona-Virus für Regierende die beste Möglichkeit bot, andere Entscheidungen heimlich oder wie gestern geschehen, im Schnelldurchlauf, über die Bühne zu bekommen. Auch durch gezielte Auswahl von Wörtern werden krasse Entscheidungen schön umschrieben, damit man nicht gleich versteht, um was es eigentlich geht.

    Hier ein interessanter Beitrag eines parlamentarischen Beraters vom deutschen Bundestag:

    https://peds-ansichten.de/2020/09/leak-bundestag-coronakrise/

    https://peds-ansichten.de/2020/10/leak-bundestag-coronakrise-teil-2/

    E.A.

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    Gustav
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    „Vielleicht werden uns uns unsere Kinder und Enkel einmal fragen: Wo warst Du, als die Freiheit starb?“

    Ich meine, dies ist nicht die Frage, die ein hypothetisches [Enkel]Kind stellen würde. Viel wichtiger scheint mir die Frage: „Warum hattest du Vollpfosten trotz Freiheitssterben noch Kinder?“

    In meinen Augen ist die Schuld, die man sich durch Angststarre in Pandemiezeiten ggf. aufgebürdet hat, verschwindend klein im Vergleich zu der, die man sich aufbürdet, wenn man in der heutigen Welt Kinder hat. Letzteres übrigens unabhängig von Corona.

     

    In die selbe Kerbe schlägt dieser Absatz:

    „[…] [S]pätestens wenn unsere Kinder und Enkel in 20 Jahren vor uns stehen und sagen: „Oma, Opa, als damals alle Masken tragen mussten und ein Veterinär, ein Virologe, der 2009 schon krass daneben lag, ein Bankkaufmann und eine Physikerin alle Entscheidungen trafen, […] was hast Du damals gemacht, wo warst Du?““

    Auch hier wird der m.M.n. wichtigste Aspekt nicht thematisiert: die Tatsache, dass überhaupt noch jemand Kinder hatte.

     

    Unabhängig von obiger Sache möchte ich zum Tenor des Textes anmerken, dass sich Schuld immer im Verhältnis zur Macht definiert. Wenn ich mit wenig Geld gerade so über die Runden komme, dann ist es Schwachsinn, von mir raffiniertes politisches Engagement zu erwarten. Meine Schuld ist dann klein.

    Auf der anderen Seite ergibt sich für Personen und Unternehmen mit Milliardenvermögen und unglaublicher Macht über das Leben der Menschen sowie für Politiker eine enorme Schuld bei Nichtstun oder aktiver Schädigung anderer.

     

    Und genau deswegen reite ich so auf dem Kinderhaben herum. Im Vergleich zu einem Kind haben selbst die ärmsten Eltern noch alle Macht. Jedermanns Schuld gegenüber den eigenen Kindern kann daher immens sein.

    Aus diesem Grunde finde ich dieses Thema wichtig. Ich hoffe, damit ist mein Kommentar eine runde Sache geworden.

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    Andreas+Mägdefrau
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    in 100 Jahren, vielleicht schon früher, wird der gestrige Tag als der Tag in den Geschichtsbüchern stehen, an dem die zweite deutsche faschistische Diktatur ihren rechtlichen Anfang nahm.Auch die erste faschistische Diktatur begann nicht mit Konzentrationslagern, Euthanasie oder Krieg, all das kam erst im Laufe der faschistischen Diktatur in Gang.

    Aber, so wie Erich Kästner sagte, dass bereits 1929 der Kampf gegen den Faschismus hätte beginnen müssen, wenn er hätte verhindert werden sollen, („Eine Lawine muss man zertreten, solange sie noch ein Schneeball ist, später ist es zu spät.“), so siedele ich den allerletzten Zeitpunkt zur Verhinderung des zweiten faschistischen Regimes in Deutschland 2007/08 an, als die Finanzkrise ausbrach und die Bundesregierung verzockte Banken auf Steuerzahlerkosten rettete und die mit diesen auf Basis privater Kredite finanzierten „Finanz-Hilfen“ zur Allmacht brachte.Wie schon 1933 so auch heute kommt es zu einem Totalversagen der Opposition und der Intelligenz. Dabei geht es denen lediglich um den Erhalt von Pfründen.“Doch die Mehrheit der Linken, ob parlamentarisch oder außerparlamentarisch, dürfte wohl eher der Korrespondentin der Zeitung Neues Deutschland, Marie Frank, zustimmen, die heute über eine „rechte Mischszene schrieb: „Sie ist nur ein kleiner erbärmlicher Haufen, der in dieser Stadt nichts verloren und nichts zu sagen hat.“Die „rechte Mischszene“, damit werden die Demonstranten, die gestern in Berlin gegen das zweite faschistische Ermächtigungsgesetz zu demonstrieren versuchten, das aber nicht durften, pauschal verunglimpft. Es ist jetzt wichtig, die Politiker, die namentlich dafür gestimmt haben, öffentlich bekannt zu machen, nicht nur deren Parteien zu benennen. Sie müssen persönlich zur Verantwortung gezogen werden. Doch im Neoliberalismus verschwindet das Subjekt. Der Mensch als Ganzes wird zum Objekt der Verwertung, des zur-Ware-werdens, der Kommodifizierung. Für den Neoliberalismus ist das Individuum nichts weiter als ein flüchtiges Projekt „You are not a loan“, das Individuum verliert seine ontologische Privatheit, was bis dahin ein Recht und ein Privileg des „freien“ Menschen war.Das strategische Vorteilsstreben kennzeichnet nicht nur so etwas kleines wie ein Gen, sondern gleichermaßen auch so etwas großes wie den Staat.Jedes Individuum ist zugleich Unternehmer seiner selbst wie auch Arbeitnehmer und Arbeitgeber, es gibt keine „Klassen“ mehr und somit keine gemeinsamen Interessen, keine Solidarität, nur Spaltung und Atomisierung der Gesellschaft in Einzel-Individuen. Damit ist ein effektives Mittel zur Neutralisierung großer Teile der Möglichkeiten zur Einflussnahme auf die Politik oder zu Widerstand entstanden, die den Profiteuren des Neoliberlismus stark zu Nutzen ist und deren Macht sichert und sich immer wieder neu bewährt.Das Individuum ist eine (hat den Status einer) Person. Unternehmen sind juristische Personen – Individuum und Unternehmen sind im Neoliberalismus somit ontologisch gleichgesetzt. Sie tragen Verantwortung.Doch gleichzeitig wird einer Regierung im Neoliberalismus dieser Status explizit abgesprochen. Eine Regierung ist keine „Person“ und deshalb braucht sie keine wie auch immer geartete Verantwortung zu übernehmen.“Die Regierung hat keine wirtschaftliche Verantwortung. Nur Menschen haben Verantwortung und die Regierung ist kein Mensch.“  Michael Friedman (Mont Pèlerin Society) in Paul Samuelson, Friedman and Samuelson Discuss  the Responsibility of Government, College Station, 1980, S. 5″Freiheit muss genauso ungleich verteilt sein wie der dem Markt entspringende Reichtum.“ Friedrich August von HayekIn Berlin wurde sichtbar, nicht das Volk ist der Souverän. Wer über den Ausnahmezustand entscheidet, wer das geltende Recht aufheben kann, der ist der Souverän. so Carl Schmitt.Er sagte weiterhin – „Die Autorität braucht den Ausnahmezustand. Die Autorität braucht im Ausnahmezustand um Recht zu schaffen kein Recht, ohne dass es sich dabei um einen rechtswidrigen Zustand handeln würde. Im Ausnahmezustand tritt anstelle der Rechtsordnung die Ordnung.“Die neue Ordnung, die „neue Normalität“ ist der präventive Sicherheitsstaat, ist Biopolitik, ist digitale Totalkontrolle, ist Staatsterror, Polizeistaat, Unterdrückung der Meinungsfreiheit, ist Durchregieren per Dekret, wie es Merkel immer schon wollte – und Unterdrückung und Mundtot-Machen evidenzbasierter faktenorientierter Wissenschaft. Nach dem gestrigen Tag plädiere ich offen für einen Sturz der gegenwärtigen Regierung – mit welchen Mitteln auch immer.

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    Ulrike Spurgat
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    Zum Ermächtigungsgesetz lässt sich folgendes aus der Geschichte begründet sagen: Die Herangehensweise Gesetze durch das Parlament peitschen zu können lässt die derzeitige Rechtslage zu. Eine linke „Opposition“ die sich ohne Not zum Hampelmann und auch Frau machen lässt kann nur noch einpacken. Die Straße wird die Entscheidung bringen, denn die „repräsentative Demokratie“ repräsentiert und macht sich die Finger nicht dreckig. Hochbezahlt und unfähig bis zum Sankt Nimmerleinstag.

    Und nein: Wir sind nicht im Jahr 1933 !

    Es gibt Parallelen, obwohl ich mich dabei schwer tue  da die Arbeiterkämpfe wo die große soziale Frage von immenser Bedeutung gewesen ist heute es mehr um die Schichten im Land geht denen es Jahrzehnte gut geht und die mit denen für die ich kompromisslos immer eintreten werde eher weniger zu tun haben.

    Und nun geht es ihnen an die Wäsche.

    Es geht ihnen an ihr gutes Leben und da steht man doch mal auf. Arbeiter und Menschen die um ihr tägliches Überleben kämpfen sind dort nicht wirklich zu finden.

    Es geht auch nicht um die Millionen von Menschen in diesem Land die sich Nierdriglohnarbeiter, Aufstocker, Almosen Empfänger, Alleinerziehende, Obdachlose, Tagelöhner und um die die aufgegeben haben.

    Die gesellschaftliche Entwicklung in Richtung Reglementierung war doch nach 1945 im strukturellen Faschismus in der alten BRD absehbar. Das Verbot der KPD 1956 hat die „alten Zeiten“ abgeschwächter und ohne die die Todesstrafe wieder eingeläutet. Nur wer ist denn für Kommunisten aufgestanden ?

    Große Teile des Volkes wollten von all den Gräueltaten an denen sie beteiligt waren einfach nichts mehr Wissen wollen. Und nein, sie waren nicht Opfer, sie waren auch Täter, weil sie mit gemacht haben waren sie auch mit verantwortlich.

    Die Faschisten saßen bis weit in die siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts bei vollen Pensionsansprüchen in Adenauers Justiz- Innen- und Außenministerien und ließen es sich gut gehen. An allen Gesetzen wieder mitgeschrieben und unliebsame Personen wurden wieder politisch verfolgt angeklagt und verurteilt. Vor allem traf es wieder die Kommunisten.

    Zu diesem Zeitpunkt waren die Würfel bereits gefallen…und der Hasenfüße wurden nicht weniger.

    1933 erschien die in Berlin die letzte Ausgabe der „Roten Fahne“. Kurz danach das Verbot der KPD. Wenig später am 27. Februar brannte der Reichstag. Es begann eine beispiellose gnadenlose Verfolgung von Antifaschisten, Kommunisten, Anarchisten, linke Sozialdemokraten, fortschrittliche Christen, Homosexuelle und Sinti und Roma. Viele Tausende, die besten Vertreter des Volkes wurden von den Faschisten brutal und unnachgiebig bestialisch ermordet. 

    Am 5. März 1933 fanden unter Anwendung von Terrormaßnahmen die Reichstagswahlen statt. Die KPD , die sich faktisch in der Illegalität befand, erzielte bei den Wahlen 4,8 Millionen Stimmen und erhielt im Reichstag 81 Mandate. Teddy Thälmann kerkerte man bereits am 3. März 1933 ein.

    Den Generalstreik den die Kommunisten den Sozialdemokraten als gemeinsamen Widerstand anboten lehnten diese jedoch dreimal, am 1. März, 14. März und am 5. Mai ab.

    Am 2. Mai verboten die Faschisten die Gewerkschaften und beschlagnahmten ihr gesamtes Vermögen. Am 23. Juni wurden die SPD und andere Parteien verboten.

    Dem folgte dann ein Gerichtsverfahren gegen die Kommunisten , das unter der Bezeichnung „Leipziger Prozeß“ (21. September – 23. Dezember 1933) in die Geschichte eingegangen ist. Durch das mutige und kühne Auftreten des Revolutionärs und Kommunisten G. M. Dimitroff , der von den Faschisten zu Unrecht des Reichtstagsbrandstiftung beschuldigt und auf die Anklagebank gebracht worden war, wurde der Leipzig Prozeß zu einem Gericht über die deutschen Faschisten.

    Mit der Zerschlagung der Arbeiterorganisationen war die Abschaffung aller sozialer Errungenschaften der Arbeiterklasse und die Beseitigung der bürgerlich – demokratischen Freiheiten verbunden.

    Die Weimarer Verfassung wurde durch 12 Hitler-Gesetze (1933 – 1945) und das Programm der nazistischen Partei , die sämtlich und offenen diktatorischen Charakter trugen, ersetzt.

    Ein am 23. März 1933 erlassenes Gesetz stattete die faschistische Regierung Hitler mit unbegrenzten Vollmachten aus und verlieh ihr gesetzgebende Gewalt. 

    Durch das am 1. August 1934 (nach dem Tode Hindenburgs) erlassene Gesetz wurde Hitler auf Lebenszeit der Titel „Führer und Reichskanzler“ zuerkannt.

    Wir sollten wachsam sein und bleiben. Die Schlüsse ziehe ich aus der Geschichte.

    Quelle: Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, 2. und 3. Band, Dietz Verlag, Berlin

    „Wo warst Du“ wird hier der Artikel getitelt.

    Wo ich immer bin, dass weiß ich sehr genau…bei den „Geknechteten“ und „Erniedrigten“, weil ich zu ihnen gehöre.

    Gehe ich in der Geschichte in das Jahr 1933……

     

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    Reiner Füllmich Aufklärungg
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    Ich denke mit diesem Interview bleiben keine Fragen mehr offen –

    in 2 Stunden deckt Reiner Füllmich alles auf:

    https://kenfm.de/reiner-fuellmich/

     

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      Piranha
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      Gut zusammengefasst für jeden, der die Zeit nicht hat, um die 3 – 5-stündigen Sitzungen zu verfolgen.

      Geradezu wachgerüttelt hatte mich aber die 22. Sitzung:

      Player: Drosten, Ferguson, Wieler, die Charité und die Rolle von TIB Molbiol

      hier zu finden: https://corona-ausschuss.de/sitzungen/

      woraufhin ich mir auch frühere Sitzungen nach und nach „reingezogen“ habe und in Folge auch fast jede neue, manchmal auch nur in Ausschnitten.

      Es ist auch leichter geworden zu argumentieren bei Menschen, die einfach weniger Zeit haben als ich, oder mit anderen Inhalten in ihrem Leben befasst sind, sich aber trotzdem eine Meinung gebildet haben.

      Natürlich bin ich auch Menschen begegnet – teilweise überraschend auch in meinem eigenen engeren Umfeld, mit denen ich jede Diskussion vermeide, bzw. ihr Vermeidungsverhalten akzeptiere. Ich bin zum missionieren denkbar ungeeignet.

       

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        Freiherr von Anarch
        Antworten
        Ja Piro,

        das Missionieren( wollen )  ist eher kontrainformativ dann…

        Für alles die es noch nicht kennen:

        https://corona-transition.org/

        tägliche Schreckensmeldungen die man trotzdem kennen sollte.

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    A.K.
    Antworten
    Immer noch ist mir unerklärlich warum „Der Untertan“ so mächtig ist.

    Heutzutage sieht sich der Untertan als Souverän, indem er /sie die Regeln befolgt, folgt der „alternativlosen Vernunft“.

    Heute gab es eine sog. online Konferenz.

    Es geht hierbei um die Verschickungskinder. Das sind Kinder, die in den 50-80er Jahren in sogenannte „Kindererholungen“ verschickt wurden. Als selbst Betroffene, habe ich erst kürzlich zur Kenntnis nehmen dürfen, dass diese meine persönliche Erfahrung in meiner Biographie eine von ca. 8 -12 Millionen Kindern in der BRD und DDR betraf. Die meisten Zeugnisse gib es von der BRD in den 60 ern und 70 ern. (verschickungsheime.org). ACHTUNG! Für sensible Menschen mit Depressionen oder Betroffene sollten gut auf sich aufpassen. Es ist nicht leicht die Zeugnisse zu lesen.

    Ein Faden der sich hindurchzieht. Menschen die bis heute unter den ERlebnissen leiden. Bisher anonym, individualisiert, still.

    Der Kongress, wie alles, fand virtuell statt.

    Ich bin überzeugt, dass diese Massentraumatisierungen eine bedeutende Rolle spielen.

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    Juergen W
    Antworten
    Wenn man Propaganda nicht erkennt, ist man „Untertan“. Wenn man, kritiklos, der Propaganda folgt, hat man gute Chancen auf Karriere – auch wenn man nur so tut. Opportunismus a la Söder! Widerlich. Oder, schaut euch die GRÜNEN an, wie kann man solch eine Macht-Geilheit noch toppen? Widerlich! Frau Baerbock ist, gefühlt, gleich nach dem Kindergarten in die Politik gegangen – und will mir das Leben erklären, ohne jegliche soziale Kompetenz. Das geht nicht!

    Ich wünsche mir vom Weihnachtsmann viele, viele und noch viel, viele Stinkefinger-Lebkuchen gegen GRÜNE Schnarcher und ´n bißchen ganz viel, viel mehr Schneid von der LINKEN. Von Herzen. Und danach?

    Wie wählen wir eigentlich? Lässt sich da mal jemand auf Marktplätzen sehen, vor echten Bürgern, also uns Menschen sozusagen? (zu viele ??? – sorry)

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