Helfen in vielerlei Gestalt – und bestimmte höchstpersönliche Wünsche

 In FEATURED, GRIECHENLAND, Holdger Platta, Über diese Seite

108. Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“ 14 Tage sind nun seit dem letzten Griechenlandbericht vergangen. Holdger Platta erklärt, wie es zu dieser Wartezeit kommen konnte, und es ist vor allem Dankbarkeit, die ihn heute bewegt: Dankbarkeit für die Spenderinnen und Spender, die ihre Anstrengungen eher noch einmal verstärkt haben. Dankbarkeit auch an die Außenhelfer, die ihre Hilfsfahrten nach Griechenland stets aus eigener Tasche bezahlen und selbst noch zusätzlich Geld und Material spenden. Der Autor begründet hier auch, warum er selbst – nach fast drei Jahren Laufzeit der GriechInnenhilfe – noch nicht nach Griechenland gereist ist. (Holdger Platta)

Liebe HdS-Leserinnen und liebe HdS-Leser,

sicherlich ist einigen von Euch aufgefallen: in der letzten Woche erschien kein neuer Bericht zu unserer Spendenaktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“. Der Grund dafür war so banal wie wirkungsvoll: einige Tage lang war ich „offline“, eigener Zugang zum Mailprogramm meines Rechners unmöglich, dasselbe galt für die Zugriffsmöglichkeiten im Internet. Erst nach der Beratung mit einem Freund, der seit Beginn dieses Jahres auch Mitglied des Trägervereins „Initiative für eine humane Welt“ (IHW) ist, gelang es mir, den Schaden zu beheben. Folge allerdings: rechtzeitiges Schreiben und Übermitteln eines neuen Wochenberichts zu unserer GriechInnenhilfe an den Administrator unser Website, an meinen Freund Roland Rottenfußer, war unmöglich geworden.

Erst heute, nach rund zwei Wochen, kann ich Euch wieder über den Fortgang unserer Spendenaktion berichten. Ich bitte um Nachsicht, verbunden mit meinem Dank an Henry Royeck, meinem Göttinger PC-Helfer und Freund, der mir mit seinen entscheidenden Tipps aus der Patsche half. Um so erfreulicher hingegen die Spendenentwicklung, die während der letzten zwei Wochen zu beobachten war:

Vielleicht erinnert Ihr Euch: im letzten Bericht – der also vor rund 14 Tagen erschien – konnte ich die Anzahl von 14 Spenderinnen und Spendern vermelden sowie einen Spendenneuzugang von 675,- Euro (bereits dieses ein erfreulich hoher Betrag). Nun, in der Zwischenzeit, bis zum heutigen Donnerstag (den 15. März) – ich fuhr extra nochmal in die benachbarte Kleinststadt, den Flecken Nörten-Hardenberg, um die allerneuesten Kontobelege zu ziehen -, haben 17 neue Spenderinnen und Spender Hilfsgelder auf unser Konto überwiesen, und der Gesamtertrag dieser rund 14 Tage Eurer Spendentätigkeit beläuft sich auf sage und schreibe 2.238,- Euro. Wir OrganisatorInnen freuen uns riesig über diesen enorm hohen Spendeneingang und sagen ein weiteres Mal all unseren Unterstützerinnen und Unterstützern unseren herzlichsten Dank.

Und gerne füge ich an dieser Stelle hinzu: ganz besonderer Dank gilt diesmal unserem finanziellen Helferehepaar aus Leipzig, das ausdrücklich für Laura einen Betrag von 1.413,- Euro auf unser Konto überwies! Ihr erinnert Euch sicher auch daran: es geht um jenes Mädchen, das neue Prothesen für ihre Beine benötigt – was mit dieser Spende endgültig ermöglicht worden ist (der erforderliche Restbetrag ins inzwischen unterwegs nach Griechenland; Evi und Tassos Chatzatoglou haben sich dieser Sache angenommen). Und selbstverständlich hätte ich den beiden SpenderInnen aus Leipzig an dieser Stelle hier auch mit Namensnennung für diese Unterstützung gedankt (persönlich hat beide schon längst mein Extradank erreicht). Doch beide wünschen, anonym zu bleiben, und selbstverständlich respektieren wir diesen Wunsch! Dank also, auch von dieser Stelle aus nochmal, in dieser anonymisierten Form!

Und einen weiteren Dank schließe ich sehr gerne auch an Uschi und Karl-Heinz Apel an, die sich seit knapp vierzehn Tagen in Griechenland befinden. Sie haben mittlerweile die Arztpraxis in Kyparissi mit Nachschub an Verbandsstoffen (vor allem) versorgt, im Wert von 300,- Euro. Sie haben des weiteren das Gesundheitszentrum in Neapolis mit weiterem ärztlichen Hilfsmaterial versorgt, im Wert von 1.000,- Euro. Und Sie haben schließlich, dieses nicht zuletzt, Katherina K. aus Piräus, weitere 500,- Euro für ihre Dialysefahrten usw. mitbringen können. Alle EmpfängerInnen, so Karl-Heinz Apel in einem Telefonat mit mir, haben sich riesig über diese Hilfen gefreut und sagen Euch auf diesem Wege ihr Dankeschön!

Apropos Katherina K.: sie wartet ja immer noch auf ihren zweiten Operationstermin, auf die Nierentransplantation. Stand der Dinge ist, dass dieser Eingriff nun doch – erneut – in London vorgenommen werden soll, nicht in Athen, wie zwischenzeitlich die Rede war, freilich vom selben griechischen Arzt, der auch in der griechischen Hauptstadt diesen Eingriff vorgenommen hätte. Der Flug nach London, so Karl-Heinz Apel, steht unmittelbar bevor, und auch das Gesamtbefinden bei Katherina sei derzeit nicht schlecht. Viel Hoffnung und Zuversicht also, dass sie auch den zweiten Operationstermin gut überstehen wird. Unsere besten Wünsche begleiten sie auf jeden Fall. Und auch eine zweite – ich finde: nicht unwichtige – Bemerkung möchte ich anfügen in diesem Zusammenhang:

Beide unsere Außenteams – Uschi und Karl-Heinz Apel sowie Evi und Tassos Chatzatoglou – steuern jedesmal bei ihren Hilfsfahrten nach Griechenland auch aus eigener Tasche so manches an Geldern und Sachmitteln zu unserer Hilfsaktion bei. Evi und Tassos Chatzatoglou haben bislang auf jedwede Finanzierung ihrer Reisekosten zugunsten unserer Hilfsaktion verzichtet, Uschi und Karl-Heinz Apel haben wieder und wieder aus eigener Hilfsmittel-Akquise, was ärztliche Materialien betrifft, beigesteuert zu unserer Aktion „Helfen wir den Menschen in Griechenland!“. In beiden Fällen gehen die Beträge, die auf diese Weise zusammengekommen sind, mittlerweile in die Tausende (und sind nicht mal eingegangen in meine wöchentlichen Zahlenangaben zum Spendenaufkommen insgesamt).

Ich meine, auch in dieser Hinsicht gilt ihnen unser herzlichster Dank! Sie helfen nicht nur – aber was heißt hier: „nur“? –, indem sie immer wieder durch sehr viel Arbeit und Aktivitäten an unserer Hilfsaktion beteiligt sind. Nein, sie tun dieses auch, unaufhörlich und zum wiederholten Male, mit sehr, sehr viel Geld! Das verdient besondere Anerkennung, meine ich, um so mehr, als diese Hilfsfahrten unsere „Außenteamer“ auch schon so mancher seelischen Belastung ausgesetzt haben. Mehrfach bereits war auch von dieser Dimension unseres kleinen Hilfsunternehmens zu berichten gewesen, in Schilderungen, die nicht nur uns erschüttert haben, die Leserinnen und Leser, sondern vor allem die Erschütterungen zeigten, denen Evi und Tassos Chatzatoglou sowie Uschi und Karl-Heinz Apel ausgesetzt waren und immer wieder aufs neue ausgesetzt sind.

Deshalb gestattet mir an dieser Stelle auch eine weitere Bemerkung noch: Sie, diese vier „AußenhelferInnen“ in unserem Team, sollten uns deshalb auch Vorbild und Maßstab sein für unser eigenes Handeln. Unsere Arbeit, die Arbeit der „Daheimgebliebenen“, ist deshalb nicht geringzuschätzen, sie ist ebenfalls erforderlich! Aber die ungleich belastendere Tätigkeit unserer Reisenden sollte uns Bescheidenheit lehren, Zurückhaltung auch, was das Geltendmachen eigener Bedürfnisse betrifft. Selbstverständlich, um es zu konkretisieren, ist bei uns zuhause der Wunsch sehr groß (und natürlich steckt nicht nur Narzißmus dahinter oder Egozentrik gar!), selber einmal nach Griechenland fahren zu können, und zwar aus dem humanen und „sachlichen“ Grund, vor Ort, in eigener Person, überprüfen und erleben zu können, ob und wie unsere Hilfe auch ankommt bei den bedürftigen Menschen und Institutionen in Griechenland. Doch im Blick auf die Tatsache, dass diese unsere Reisen dann finanziert werden müssten aus dem Spendentopf, zulasten der Hilfsbedürftigen mithin, habe ich bislang auf dieses „Recht“ (das juristisch einwandfrei gegeben wäre) immer wieder gerne und erneut verzichtet.

Und: ich plädiere sehr dafür, dass es bei allen Akteuren unter uns auch bei dieser Selbstbescheidung bleibt! Mag ein Zugriff auf Spendengelder juristisch auch noch so gerechtfertigt sein – nochmal: zulasten der Hilfsbedürftigen in Griechenland! –, für mich jedenfalls bleibt ein solcher Zugriff auch weiterhin ein absolutes „No-Go“. Und ich werde alles daran setzen, daß sich daran auch nichts ändern wird.

Und damit, wie immer, zu meinen Schlusshinweisen:

Wer uns bei unserer Hilfe für Menschen in Griechenland unterstützen will, unter dem Stichwort „GriechInnenhilfe“, oder wer auch uns Akteure wieder mal mit Organisationsgeldern helfen will (dann bitte unter dem Stichwort „HDS“), der überweise uns bitte Spendengelder auf das folgende Konto:

Inhaber: IHW

IBAN: DE16 2605 0001 0056 0154 49

BIC: NOLADE21GOE

Und hier die Kontaktdaten von Peter Latuska, an den Ihr Euch wenden könnt, wenn Ihr Patenschaften übernehmen wollt oder eine Spendenbescheinigung benötigt (für Spendenbeträge bis 200,- Euro genügt fürs Einreichen beim Finanzamt Kopie oder Original Eurer entsprechenden Kontoauszuges):

Peter Latuska

Theodor Heuss Str. 14

37075 Göttingen

Email: latuskalatuska@web.de

Mit herzlichen Grüßen

Euer Holdger Platta

Kommentare
  • Piranha
    Antworten
    Es ist wirklich bewundernswert, mit welchem Durchhaltevermögen die beiden Ehepaare engagiert sind.

    Dass ihnen selbst zusätzliche Kosten entstehen, kann man sich leicht vorstellen; allein die Spritpreise sind (ausgerechnet)  in Griechenland neben zwei anderen  Ländern (Norwegen, Niederlande) die höchsten in Europa mit 1,55 €  (Super 95, Stand von vorgestern), allerdings – soweit ich gelesen habe, in Piräus können es auch bis zu 2 € und mehr sein.

    Und sie müssen schon inländisch einige hunderte Kilometer fahren, soweit ich es auf google maps nachvollziehen kann.

    .

    2800 km von Göttingen, bzw. von Wien aus 2000 bis Kyparissi, 30, bzw. 21 Stunden reine Fahrtzeit, wenn es glatt geht,  6 Ländergrenzen, bzw. 4  incl. Kontrollen und Aufenthalten an Grenzen… diese Fahrten müssen neben all der Freude, wenn alles gut klappt, und der Freude die sie bringen, auch sehr sehr anstrengend sein.

    Wo können sie sich ausruhen, wo schlafen sie, wie gut können sie sich ihre Grundbedürfnisse erfüllen, wie erschöpft müssen sie bei ihrer Heimkehr sein…

    Ich weiß dies noch, als mein Vater in den 90ern Hilfstransporte nach Rumänien mit organisiert und begleitet hat.

    Jedenfalls wünsche ich Uschi und Karl-Heinz Apel und Evi und Tassos Chatzatoglou viele gute herzerwärmende Begegnungen bei ihren hilfreichen Fahrten und natürlich optimale Zeiten zur Erholung.

    P.

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