Monsanto will Avaaz platt machen – wehren wir uns!

 In DER BESONDERE HINWEIS

Der mit dem deutschen Bayer-Konzern verbandelte US-Gigant Monsanto, bekannt u.a. durch Saatgut-Patentierung, Gentechnologie und die Giftsubstanz Glyphosat, will die erfolgreiche Kampagnen-Plattform Avaaz mundtot machen und fordert die Herausgabe der Namen und E-Mail-Adressen aller Unterzeichner, vielleicht auch Ihre. Es gibt wohl kein noch so perfides Manöver, für das sich nicht Anwälte und Gerichte finden, die es unterstützen. Hier erfahren Sie, wie Sie Avaaz und unserer Umwelt helfen können.

Liebe Avaazerinnen und Avaazer,

wir haben soeben eine 168-seitige gerichtliche Anordnung von Monsanto erhalten.

Uns bleiben nur wenige Tage, um zu antworten. Die Anordnung „befiehlt“ uns, jede private E-Mail, Notiz oder Aufzeichnung, die Monsanto erwähnt, auszuhändigen — sogar die Namen und E-Mail-Adressen von Avaazern, die Monsanto-Kampagnen unterzeichnet haben!!

Das ist eine riesige Sache. Monsanto ist ein 50 Milliarden Dollar schwerer Megakonzern, berüchtigt für das Auffahren starker Geschütze wie diesem hier. Sie haben unbegrenzte Ressourcen. Nicht auszudenken, was sie mit all unseren privaten Informationen machen würden, wenn sie diese in die Finger bekommen.

Darum werden wir dagegen ankämpfen. Monsanto mag unbegrenzte Ressourcen haben um andere einzuschüchtern, aber die Avaaz-Gemeinschaft vereint die Kraft von Millionen von Menschen und unsere Mitglieder haben einfach keine Angst.

Wir müssen innerhalb weniger Tage auf die gerichtliche Anordnung antworten — spenden Sie, um unsere Gemeinschaft zu verteidigen. Senden wir Monsanto eine Botschaft: Jedes Mal, wenn sie uns attackieren, werden sie uns nur noch stärker machen —

Wir müssen dringend ausgezeichnete Anwälte anheuern, um gegen die Besten von Monsanto zu bestehen. Selbst gegen diese gerichtliche Anordnung vorzugehen (lesen Sie diese hier) wird kostspielig, und sie ist womöglich nur der Anfang.

Wir kennen Monsantos Plan nicht, aber wir wissen, warum wir diese Anordnung erhalten haben — Avaaz hat Monsanto immer wieder in riesigen Regulierungsentscheidungen besiegt. Gemeinsam haben wir eine langfristige Erneuerung der Glyphosat-Lizenz verhindert — und das Herbizid ist der Grundstein ihres Chemie-Imperiums. Wir gewinnen. Also ändert Monsanto seine Taktik.

Die gerichtliche Anordnung weist darauf hin, dass Monsanto all unsere privaten Informationen braucht, um Sammelklagen zu bekämpfen — denn diese Sammelklagen beinhalten den Vorwurf, Glyphosat habe zu Krebserkrankungen geführt. Wenn Sie diese Anordnung für absurd halten, sind Sie dabei nicht allein. Aber Monsanto hat die Autorität eines US-Gerichts im Rücken, und wir brauchen dringend die besten Anwälte auf unserer Seite. Spenden Sie, um Avaaz zu verteidigen — senden wir Monsanto gemeinsam eine Botschaft des Widerstandes:

Es gibt nicht viele Konzerne auf der Welt, die größer und mächtiger sind als Monsanto. Unsere Erfolge gegen sie zeigen, wie real die Macht unserer Bewegung geworden ist. Wenn wir zusammenhalten, mit Hoffnung und Entschlossenheit, können wir WIRKLICH die Welt verändern!

Voller Hoffnung und Entschlossenheit

Ricken, Emma, Fatima, Danny, Hui-Ting, Spyro, Marigona, und das ganze Avaaz-Team

Weitere Informationen:

Volltreffer bei Glyphosat!! (Avaaz)
https://secure.avaaz.org/de/nothing_we_cant_do/

Herbizid Glyphosat soll noch fünf Jahre zugelassen bleiben (Die Zeit)
http://www.zeit.de/news/2017-11/27/eu-gruenen-politiker-warnt-vor-blankoscheck-fuer-glyphosat-27065202

EU-Staaten können sich bei Glyphosat-Votum nicht einigen (Zeit online)
http://www.zeit.de/politik/2016-06/unkrautvernichter-bruessel-eu-staaten-glyphosat-zulassung-uneinigkeit

Und auf Englisch:

Campaign group Avaaz calls on EU to block Bayer’s Monsanto deal (Reuters)
https://www.reuters.com/article/us-monsanto-m-a-bayer-eu/campaign-group-avaaz-calls-on-eu-to-block-bayers-monsanto-deal-idUSKBN1A922S

Monsanto’s Harvest of Fear (Vanity Fair)
https://www.vanityfair.com/news/2008/05/monsanto200805

Patients: Roundup gave us cancer as EPA official helped the company (CNN)
https://www.cnn.com/2017/05/15/health/roundup-herbicide-cancer-allegations/index.html/

Anzeige von 7 kommentaren
  • Bettina
    Antworten
    Unglaublich, was die Wirtschaftslobby, hier unter dem Doppelnamen Bayer-Monsanto, sich da wieder erlaubt!!! Wieviel Glyphosphat soll denn noch willkürlich und gedankenlos versprüht werden? Wieviel unserer Erde, des Lebens von Pflanzen, Tieren und Menschen denn noch kaputt gemacht werden? Einen großen Dank an das Avaaz-Team für diesen wichtigen Beitrag. Ich werde mir all Ihre verlinkten Beiträge in Ruhe anschauen und schauen, wo ich Sie am besten unterstützen kann. Sie stehen mit Ihrer Meinung nicht allein. Zeigen wir es dieser Vernichtungslobby, dass wir uns als aktive Zivilgesellschaft erweisen und uns nicht unterkriegen lassen. Gemeinsam sind wir stark!!!

    .
    Monsanto Tribunal in The Hague
    https://youtu.be/aNtx94kMcIg

    .
    Manu Chao: Seeds of Freedom / TRIBUNAL MONSANTO
    https://youtu.be/TAdldgR31Vc

    .

    Herzlichen Gruß,

    Bettina

     

  • Piranha
    Antworten
    Wer 2,00 oder mehr Euronen übrig hat, kann sie hier spenden:

    https://secure.avaaz.org/de/monsanto_avaaz_loc_rb/?link=DT_3_102976&bKRxFmb&v=102976&lang=de&cid=27599&_checksum=a66226636f2456670501cc8b8c4c1368f6b53480bb9a12e87ca2958109c87f04&c=EUR&a=2&p=1

    .

    Gegen die Drecksäcke von Bayer und Monsanto!

    Für eine herbizid- und vor allem glyphosatfreie Nahrung!

  • Volker
    Antworten
    Monsanto kann einfach mal so Grundrechte, Meinungsfreiheit (demokratische Strukturen) per gerichtliche Anordnung außer Kraft setzen, und verlangt dazu noch persönliche Daten aller Beteiligten? Und ein US-Gericht hat nichts besseres zu tun, als Monsantos hässliche Fratze zu pudern, um einen weiteren Krieg gegen die Demokratie zu rechtfertigen. Erschreckend, wenn schon Unterzeichner offen eingeschüchtert- und frei gehandelt werden sollten.

    „Unsere Erfolge gegen sie zeigen, wie real die Macht unserer Bewegung geworden ist. Wenn wir zusammenhalten, mit Hoffnung und Entschlossenheit, können wir WIRKLICH die Welt verändern!“

    Dafür braucht es Spendengelder um die Welt zu verändern, weil’s ohne kapitalistische Zwänge wohl nicht geht. Diesen Widerspruch sollte man mir bitte schon erklären.

    Und @Piranha, mit zwei Euro lässt sich die Welt sicherlich nicht verändern, schon gar nicht durch ein kapitalistisch-geprägtes Unternehmen wie auch Avvaz, das man durchaus kritisch betrachten sollte,

    Und@Bettina, es geht hierbei um weitaus mehr: Monsanto & Co. teilen sich die Welt unter Kriegsbedingungen auf, die im politischem Sprachgebrauch als alternativlos bezeichnet werden. Wer fragt heute noch nach einem Land namens Libyen, das im Chaos versank, Merkel Gaddafis Hinrichtung(?) sogar bejubelte. Und: wer fragt schon nach Faschisten in der Ukraine, oder hinterfragt einen deutschen Politiker, warum er sich mit Faschisten einlässt.

    Ich spende jeden Tag etwas Menschlichkeit, in der Hoffnung auf…

    • Piranha
      Antworten
      @ Volker

      Ich stimme Dir zu: wir dürfen und müssen  alles kritisch betrachten und stets selbst prüfen.

      Avaaz halte ich für eine gute Sache und wenn ich das Geringste tun kann, nämlich dafür zu spenden, dass sie dem Tross der Monsanto-Anwälte etwas entgegensetzen können, dann tue ich das. Natürlich geschieht das alles innerhalb des kapitalistischen Systems – wie auch anders. Anwälte kosten überall Geld, wenngleich es mal teure, mal weniger teure, weil für die Sache selbst engagierte  sind.

      .

      Avaaz hat eine Reichweite von mehreren Millionen Menschen, da sind auch schon 2 Euro pro Mensch gut.

      Ich konnte etwas spenden, nicht so viel, aber da sind auch die 2,- € drin, auf die andere derzeit nicht verzichten könnten aus Gründen, die Du, ich und andere kennen.

      Grüße,

      P.

      • Volker
        Antworten

        Avaaz hat eine Reichweite von mehreren Millionen Menschen, da sind auch schon 2 Euro pro Mensch gut.

        @Piranha, so gesehen stimme ich Dir zu, hatte ebenfalls in die gleiche Richtung gedacht. Das Schlimme ist, dass Konzerne wie Monsanto Anwaltskanzleien rekrutieren, die sich sicherlich nicht mit moralischen oder menschlichen Fragen beschäftigen, dafür schwindelerregende Honorare kassieren und buchstäblich über Leichen gehen. Wer sich also mit diesen geballten Mächten anlegen will, benötigt zwangsläufig Juristen der gleichen Art, die sich ebenfalls fürstlich bezahlen lassen – ob erfolgreich oder nicht.
        Monsantos Angriff wird in den gängigen Medien nicht erwähnt, und wenn, muß man gezielt danach suchen. Warum wohl?. Peter Boettel erwähnte in seinem Kommentar Freihandelsabkommen, an die ich zuerst dachte, als ich den HdS-Hinweis las. Da kommt einiges auf uns zu, und es wäre zwingend angesagt (nicht nur wünschenswert), dass Journalisten sich nicht bevormunden lassen und darüber schweigen. Selbst die taz ignoriert dies, worüber ich mich schon wundere – oder auch nicht mehr.
        Das Übel ist die Abhängigkeit, in die wir immer weiter hineingezogen werden.

        Gruß Volker

        • Piranha
          Antworten
          Hallo Volker,

          ich habe die entsprechende Mail von Avaaz an die taz weitergeleitet mit ein paar Worten.

          Mal schauen, ob und wenn ja, wie sie reagieren werden.

  • Peter Boettel
    Antworten
    Und diese Monsanto wird durch Freihandelsabkommen wie TTIP, Ceta und ähnlichen Schwachsinn unterstützt.

    Interessant ist, wer z.B. bei Monsanto und Bayer die größten Aktionäre sind:

    bei Bayer: Blackrock, Sun Life Financial, Capital World, Vanguard und die Deutsche Bank,

    bei Monsanto, nur in anderer Reihenfolge: Capital World, Vanguard, Blackrock, State Street und Sun Life Financial,

    das Ganze verstärkt sich dadurch, dass Black Rock wiederum größter Aktionär der Deutschen Bank ist.

    Damit ist die Übernahme von Monsanto durch Bayer nur eine optische Verschiebung zwischen den Großaktionären.

    Quelle: Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, Memorandum 2017, S. 217 f.

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