Wahrheit, Lüge, Wirklichkeit

 In FEATURED, Spiritualität, Wolf Schneider

Lügen verbreiten sich auf Twitter (und auch sonst) schneller als Wahrheiten, das ist für mich dieser Tage die Nachricht, dich mich am meisten bewegt. Nicht, weil das neu wäre, sondern weil es kürzlich durch die Auswertung von 4.5 Millionen Tweets (Kurznachrichten auf Twitter) so gut wissenschaftlich bestätigt wurde, dass man nicht mehr drumrum kommt, es als faktisch wahr zu akzeptieren. 

Drei Wissenschaftler vom MIT (in Massachussetts, USA) haben vom Nachrichtendienst Twitter deren Daten vom Beginn im Jahr 2016 bis ins 2017 zur Verfügung gestellt bekommen und dort 126.000 »Kaskaden« gefunden, das sind ungebrochene Ketten von Weiterleitungen einer Nachricht mit demselben Ursprung. »Rumors«, d.h. Gerüchte, nennen sie diese Nachrichten, die von 3.5 Mio Menschen 4,5 Mio mal weitergeleitet wurden. Unwahre Geschichten (über deren Unwahrheit sich Fact-Finding-Institutionen einig sind) hatten quer durch sieben untersuchte Bereiche (darunter Politik, Wirtschaft, Naturkatastrophen) eine deutlich größere Chance auf Weiterleitung. Im Durchschnitt war die Chance einer Weiterleitung bei Falschmeldungen um 70 % größer als bei Wahrheiten, und sie wurden sechs mal schneller weitergeleitet als die wahren. Bei politischen Fakenews war der die Chance auf Weiterleitung im Vergleich zu den faktisch wahren Nachrichten sogar noch größer als in allen anderen der sieben Themenfelder, inklusive Naturkatastrophen.

Das Ergebnis dieser Forschungen erschien in der Science-Ausgabe vom 9. März. Science ist neben Nature eine der beiden renommiertesten Wissenschaftszeitschriften der Welt. Unter den deutschsprachigen Medien, die das dann second hand ebenfalls brachten, verweise ich hier nur auf den Artikel im Wissenschaftsmagazin Spektrum. Auch in der NewYorkTimes und im Economist, habe ich die Nachricht gelesen, auf Spiegel.de noch nicht (weil ich einen Adblocker installiert habe). Sage ich hier zu viel über die Quellen, anstatt einfach nur, dass Lügen sich leichter verbreiten als Wahrheiten? Gerade im Bereich der Wahrheitsfindung ist die Prüfung der Quellen enorm wichtig, das ist eine der Empfehlungen der Wissenschaftler vom MIT – und auch das ist nicht neu – neben der Empfehlung von Bildung im Umgang mit den Medien.

Die Aussage »Lügen verbreiten sich schneller als Wahrheiten« ist übrigens ungenau, denn eine Lüge ist eine bewusste Falschmeldung, die nicht im Spaß gesagt wird, wie ein Scherz oder Witz. Bei den von Twitter so effektiv verbreiteten Gerüchten oder Falschmeldungen wussten die Weiterleitenden meist nicht, dass die Meldungen unwahr sind, sondern hielten sie, zumindest im ersten Moment, für wahr. Auch die Wissenschaftler von Science haben das Wort Lüge (Lie) in ihrer Überschrift gebracht, vielleicht weil es auch ihnen als ein besserer Träger von Gefühlen erschien. Auch Wissenschaftlern darf man nicht blind vertrauen.

Weiterleiten…

Warum nicht auch den Newsletter weiterleiten, in dem du dies liest? Er wird sich nicht so schnell verbreiten wie eine Twitternachricht und auch nicht so schnell wie die neueste Detox-Diät oder sonst ein Heilsversprechen weltlicher oder andersweltlicher Art. Aber er ist gut lesbbar, würdigt das Diesseits und auch dass »es ist, wie es ist« – was ja einige auch meiner Leser für die höchste Essenz von Wahrheit halten. Ich jedoch plädiere immer auch für Visionen, Blickrichtungen auf etwas Besseres hin, das sein kann, wenn wir unser Handeln darauf ausrichten. Den Zynikern, die meinen, wir könnten nichts tun, habe ich auch in meinem Rundbrief schon oft geantwortet. Deshalb, Optimisten aller Länder, vereinigt euch (nicht nur sexuell, obwohl auch das sehr schön ist) und leitet diesen Rundbrief weiter! Er kostet nichts, ich verdiene nichts daran, ich muss damit keine Show abziehen, ich schreibe ohne kommerzielles Interesse und ohne Loyalität zu einem Weltbild, dem ich in irgendeiner Hinsicht dienen müsste.

Alles Maya oder was?

In Bezug auf »die Wahrheit« fuchst es mich, dass große Teile der Szene, die sich für spirituell und weisheitsaffin hält, standfest behauptet, es gäbe keine Wahrheit, es sei alles nur Illusion. Dabei verweisen sie gerne auf den Sanskritbegriff »Maya« und erläutern ihn: Jeder projiziere eben sein eigenes Weltbild »nach draußen«, Objektivität sei eine Illusion, und so weiter. Erst wenn ich sie z.B. darauf verweise, dass die Folge davon wäre, Lüge und Wahrheit gleich zu bewerten, nimmt der eine oder andere von diesem Spiri-Klischee Abstand. Gibt es zwischen Fakt und Fiktion einen Unterschied? Nein, sagt ein Großteil derer, sie sich für fortgeschritten spirituell hält. Das nenne ich dann »Spiritualität im fortgeschrittenen Stadium«, und da es sich in vielen Fällen in schnellen Schritten dem Endstadium nähert, mache ich mir Sorgen. Warum können so viele Fakt und Fiktion nicht unterscheiden? Weil sie noch nicht erkannt haben, dass ihre Ich-Identität eine gesellschaftlich entstandene Fiktion ist, sage ich jetzt mal ganz platt und unspirituell, in einfachen Worten. Und die das erkannt haben, werfen gerne alle Wahrheiten in denselben Fiktions- oder Illusionstopf, oft mit stolzgeschwellter Brust über diese Erkenntnis, an der es mir »noch« gebricht.

Leela

Nichtsdestotrotz möchte ich auch etwas Fröhliches einbringen, das sehr wohl mit der Wahrheits- (und Identitäts-)Findung zu tun hat: Ich spiele gerne mit Leela. Das ist nun nicht der Namen meiner neuen Freundin, sondern ein Wort aus dem Sanskrit, das ins Deutsche meist mit Spiel übersetzt wird. Es bedeutet ungefähr das, was Friedrich Schiller meinte, als er sagte »Der Mensch ist erst dann ganz Mensch, wenn er spielt«. Oder Shakespeare mit »All the world’s a stage, and all the men and women merely players«. Oder Miguel Cervantes mit seiner Ritterromansatire Don Quijote, die für viele inzwischen als Nummer eins der Weltliteratur gilt. Eine Satire gegen den Kitsch seiner Vorgängerautoren wird Weltliteratur Nummer eins? Sage ich es doch: auch echt zu sein ist ein Spiel. Authentisch zu sein ist ein Kult, den nicht alle mögen. Dies sind Games people play, wie Eric Berne sein, äh … Kultbuch von 1964 nannte (es wurde ein Weltbestseller).

Spielerisch sein

Kann man angesichts der aktuellen politischen Situation noch spielerisch sein? Jetzt erst recht! Wir müssen es. Kann man angesichts zerfallender Staaten (neu hinzugekommen: der Kongo, die Situation dort könnte schlimmer werden als die der vergangenen sechs Jahre in Syrien), nicht mehr funktionierender Demokratien, gegen die der Populismus anbrandet, zunehmender Autokratien (Trump, Erdogan, Putin, Xi Jinping, Venezuela und die Philippinen) noch fröhlich sein? Wir sollten es, denn unser miesepetriges Leid hilft niemandem. Immerhin haben wir noch genug zu essen, Frieden im eigenen Land, können Tanzen gehen, Urlaub machen in einem sonnigen Land und haben Zugang  zu Bildung und Kultur wie noch nie in der Geschichte der Menschheit – wir sollten nicht deprimiert sein angesichts der Situation. Aber wir sollten sie ändern.

Dürfen wir optimistisch sein oder müssen wir pessimistisch sein? Pessimisten leben länger, das ist wohl wahr, denn sie bereiten sich besser auf negative Ereignisse vor. Die Optimisten aber verbringen ihre Lebenszeit glücklicher.

Anzeige von 15 kommentaren
  • Egon W. Kreutzer
    Antworten
    Es ist m.E. nicht die Lüge als solche, die stärker verbreitet wird, sondern die „Neuigkeit“. Nun ist einen Lüge gegenüber der (meist bekannten) Wahrheit, stets eine Neuigkeit, und wenn sie geschickt genug vorgetragen und geglaubt  wird, wird sie eben auch schnell und weit verbreitet. Noch schneller allerdings verbreiten sich Gerüchte, die auch von Sender und Empfänger gleichermaßen als „Gerücht“ erkannt werden. Das Gerücht ist die ältere Schwester der Verschwörungstheorie – und hier beginnt die gar nicht mehr esoterische Frage nach der Wahrheit erst interessant zu werden.

    Natürlich hat jeder Mensch seine ganze Welt ganz allein in seinem Kopf. Es ist anders nicht möglich. Auch das augenblicklich Wahrgenommene existiert in seiner jeweils ganz speziellen Ausprägung nur in jedem einzelnen Kopf, wie auch das für wahr oder für wahrscheinlich Gehaltene.

    Übereinstimmungen, sogar weitgehende Übereinstimmungen sind zu erwarten, treten aber nicht zwangsläufig auf. Auf den Punkt gebracht wird  das z.B. mit der Frage, ob ein Glas halbvoll oder halbleer sei, der sich dann ja die Überzeugung anschließt, es sei noch genug da, oder aber es sei nicht mehr genug da, woraus dann durchaus sehr unterschiedliche Strategien für den Umgang mit diesem zu 50% gefüllten Glas entstehen.

    Das lässt sich durchaus in den Bereich der Politik übertragen. Gibt es genug Überwachungskameras oder nicht? Ist die materielle Versorung von Hartz-IV-Empfängern ausreichend  oder nicht? Sind die Sanktionen gegen Russland ausreichend? Müssen wir uns vor einem russischen Angriff schützen?

    In allen diesen Fragen gibt  es keine Wahrheit, sondern nur Wahrnehmungswelten, die nicht in Übereinstimmung zu bringen sind und sich daher dann  entweder im Kompromiss oder im offen und womöglich gewaltsam ausgetragenen Konflikt entladen.

    So ist die hier vorgetragene Szenerie von einem miesepetrigen Land, indem es genug zu essen ebenso wie Frieden gibt, wo „Wir“ Tanzen gehen und Urlaub in einem sonnigen Land machen können, Zugang zu Bildung haben, etc., eben nur eine Sichtweise – keine Wahrheit.

    Das soll allerdings niemanden davon abhalten, spielerisch optimistisch mit der Situation umzugehen, nur trägt das zur Unterscheidung zwischen Wahrheit und Fiktion eben auch nichts bei – und darum sollte es in diesem Artikel  ja eigentlich gehen.

     

    • Holdger Platta
      Antworten
      Habe ich das richtig gelesen? – :

      „Ist die materielle Versorung von Hartz-IV-Empfängern ausreichend oder nicht? <…> In allen diesen Fragen gibt es keine Wahrheit, sondern nur Wahrnehmungswelten…“

      Dann möchte ich dem deutlichst widersprechen. Die „materielle Versorgung von Hartz-IV-Empfängern“ ist nicht ausreichend. Wer das wegsubjektivieren möchte, hat keine Ahnung, wovon er spricht.

      Ich lade Sie gerne zu uns ein – auf Ihre Kosten natürlich (was Aufenthalt und Bewirtung hier dito betrifft, da für derlei ‚Unfug‘ im Regelsatz kein Cent eingerechnet worden ist) -, und dann schauen wir uns beide mal den Posten „Mobilität“ im Regelsatz an – mittlerweile bei rund 22,- Euro – und vergleichen das mit der Monatskarte für den Bus hier – mittlerweile 110,- Euro -, und dann reden wir mal über das Faktum, nicht über die ‚Wahrnehmungswelt‘, daß von diesen 22 Euro pro Monat gerademal 3 Einkaufsfahrten, Lebensmittel betreffend, möglich sind, nichtsw aber sonst: keine „Teilhabe“ am kulturellen Leben, am sozialen Leben, am politischen Leben sowie – dieses schon gar nicht! – „Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen“, Besuche also zum Beispiel von allernächsten Verwandten (in unserem Falle: Geschwister) oder besten Freunden, zum Beispiel im 20 km nahen Göttingen.

      Achso: alle Zitate in Gänsefüßchen oben aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 9. Februar 2010 zu Hartz-IV, aufgeführt als Definitionsmerkmale eines „menschenwürdigen Existenzminimums“, das ohne jede Einschränkung und ohne jede Unterbrechung zu gewährleisten sei.

      • ....es ist bemerkt worden
        Antworten
         

        Über die alternativen Fakten beim Überleben der neuen Unterschicht mag sich doch niemand gerne informieren, schon gar nicht genau, das ist zu belastend. Nur reden tun sie alle, über etwas von dem sie selbst keine Ahnung haben!

        Wie Du es schaffst Dein Ehrenamt zu finanzieren weis ich nicht, aber solche Gleichberechtigungen sind für Arme nicht vorgesehen, das hast Du gut beschrieben. Soziale Kontakte gönnt man seinem Hund!

        Deine Beispiele liesen sich noch lange fortführen, lange. DIR hört man doch zumindest mal zu….die anderen dürfen sich gen AfD, oder in die Obdachlosigkeit,  verpissen?! Erlesene Wünsche halt.

        Ich überlege ernsthaft hier im Landkreis der SPD ein Hausverbot zu erteilen!!

        Den GRÜNEn auch, natürlich.

        Den LINKEn auch, den die haben mal den Petitionsausschuss im BT geführt an dem die Beschwerden 2005 bis 2007 abgeschmettert wurden, dem Agenda-ZIEL an dem sie mitgetan haben. Das haben die LINKEn vergessen und drüber reden wäre kontra-produktiv, nicht wahr!?

        Unsere Christen im Lande sind Profi`s im LÜGEN.

        Alle trugen dazu bei der AfD zur größten Opositionspartei zu verhelfen.

        ALLE trugen dazu bei der BETRUGS-AGENDA zum Ziel zu verhelfen, auch die ganzen dumm-schwätzer.

        Positives Denken hilf da wenig den früheren Freundeskreis wieder zu gewinnen, das Sozial-Pädagogische KRANKE Experiment läuft doch gut….und es wird nicht langweilig.

        Lügen muss der Mensch erlernen, am besten schon im Kindesalter, sonst wird`s mit dem Überleben in dieser Wettbewerbs-Gesellschaft schwierig! Hätte man mir das nicht mal früher sagen können?!

      • eulenfeder
        Antworten
        Es ist halt auch die völlige Ukenntnis in der Mehrheit der Bevölkerung ( bei Politikern sowiesio) – darüber, wie sich dieses Verbrechen Hartz4 bei den Betroffenen auswirkt, auch die Rentenarmut.

        Da hat Holdger mal einige Fakten aufgezählt, Tatsächlichkeiten also.

        Besuch der Kinder, mit der Bahn ? – unmöglich ! Und wenn die Kinder es sich auch nicht leisten können, naja, dann sieht man sich eben nicht mehr.

        Medizinische Versorgung gewährleistet ? – ein Irrtum, wir haben inzwischen eine 4-Klassen ‚Versorgung‘ und Medikamente kann man sich nicht leisten.

        Kino, Schwimmbad, Theater, Ausflugsfahrten, mal in die Kneipe ? – nicht möglich !

        Kleidung, Schuhe, – da sind auch Flohmarktpreise zu hoch.

        Waschmaschine kaputt ? – Computer defekt ? – sonstige Haushaltsgeräte nicht mehr in Ordnung ? – Pech gehabt !

        Einkaufen von Lebensmitteln – das allernötigste und das billigste vom Billigen.

        Und die Würde ? – die meisten sind nicht robust genug, um sie sich trotzdem zu erhalten, man ist finanziell und gesellschaftlich kaltgestellt, bewegungsunfähig, isoliert – da legt sich ein schwerer Schatten auf die Seele und die Hoffnungslosigkeit beschleunigt das Ende dieser leute.

        Und wehe dem, der ernsthaft krank wird !

        Mal in den Urlaub fahren, um auf andere Gedanken zu kommen ? – hahaaaa….

        Von Politik und Gesellschaft im Stich gelassen, vegetieren diese Leute dahin, im offenen Vollzug, man kann raus, aus der Minimalbude und spazierengehen, freilich ( wer noch gesunde Beine hat ).

        Offiziell heisst es, in diesem sozialen Verbrechen des Jahrhunderts:

        “ Im Regelsatz ist alles für ein menschenwürdiges Leben notwendige enthalten…. “

        Viele der Zwangsgeräumten haben das nicht überlebt.

        Nun – wie will man diesen Schaden an den Betroffenen eigentlich wieder gutmachen ?

        Diese Frage stellt sich die Politik nicht, auch die ‚Linke‘ nicht – wo waren die Verfassungsrichter , als man dieses Verbrechen installiert hat ? – im Urlaub ?

        Verfassung und Grundgesetz verbieten ein solches Verbrechen eindeutig und ausdrücklich !

        Warum werden die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen ?

        Wer fühlt sich überhaupt verantwortlich, in diesem Staat ? – die Politiker ? – die Verfassungsrichter ? – die Justiz allgemein ?

        Ich persönlich sehe klar und deutlich mein Selbstverteidigungsrecht – es ist ja ein „gegenwärtiger, rechtswidriger Angriff…“ ( so die Definition im Gesetz ), habe aber immer noch zuviel an Lebensfreude um den Rest im Knast zu verbringen. Aber wer weiss… seid euch da nicht zu sicher, ihr Politikverbrecher !

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

      • Volker
        Antworten
        @Holdger, Dein Kommentar liese sich beliebig erweitern, über alltägliche Notwendigkeiten, die für viele Menschen kaum mehr möglich sind.

        Ein neuer Reißverschluss für eine Winterjacke kostete mich 30 Euro, die ich – man glaubt es nicht – nach Jahren aufbringen konnte. Kommt noch besser: Meine Wohnung müsste ich zwingend renovieren; eine Notwendigkeit, die ich geübt und weiterhin verdrängen werde, obwohl sich der Geruch von Hartz IV gnadenlos verbreitet.

        „Hartz IV goes Europe“ >> klick Link <<. Alptraum pur –

  • Bettina
    Antworten
    Fake or thruth, Fakt oder Fiktion ?
    .
    Zur Recherche nach authentischer Urheberschaft und Quellenforschung gehe ein jeder in sich und befrage sich selbst.

    .
    Postmodernes Arschloch
    https://youtu.be/3OIq2a0zmD4

  • eulenfeder
    Antworten
    “ Immerhin haben wir noch genug zu essen, Frieden im eigenen Land, können Tanzen gehen, Urlaub machen in einem sonnigen Land und haben Zugang zu Bildung und Kultur wie noch nie in der Geschichte der Menschheit“ …

    wen meinen sie mit WIR !?

    – sich selbst und ihr Umfeld, nehme ich an.

    dann ist es nur noch ein kleiner Schritt hin zu gleichlautenden Aussagen aus dem Munde von Politikern mit dem IHR vornedran, also “ immerhin habt ihr noch genug….

    tja – wo fängt Verhöhnung an und wo hört sie auf, ’spielerisch‘ mit Armut, Ausgrenzung und Allem Desaster umgehen, kann ein Gutsbesitzer freilich.

    • Piranha
      Antworten
      Lieber Eulenfeder,

      „Spiele der Erwachsenen“ und  „spielerisch sein“ ist nicht das Selbe.

      Das genauer zu unterscheiden, hätte dem Artikel von Wolf Schneider womöglich gut getan um Mißverständnisse zu vermeiden.

      Eric Berne, der Begründer der Transaktionsanalyse, bzeichnet „Spiele“ als die psychologisch eher ungesunde und nicht-authentische Begegnung mit anderen, mit bestimmten Kommunikationsmustern, mit verdeckten Botschaften und mit stets gleichem Ausgang und v. a. unangenehmen Gefühlen bei allen Beteiligten. (das ist wirklich sehr verkürzt gesagt).

       

      „Spielerisch sein“  dagegen entspringt dem, was Berne als „das freie Kind“ (einer von drei sog. „Ich“-Zuständen)  in uns bezeichnen würde. Dieses Kind ist authentisch, gefühlsbetont, in sich zufrieden, nicht angepasst an äußere Zwänge, dabei aber auch nicht aggressiv im Sinne von gewalttätig, wenngleich es auch seinem Zorn Ausdruck gibt, usw..

      Wenn es Dich interessiert: hier kannst Du Dich ziemlich kurz gefasst ein wenig informieren

      https://www.transaktionsanalyse-online.de/spiele-der-erwachsenen/

      auch wenn es bessere und umfangreichere Quellen gibt (z.B. Schlegel)

      Lieben Gruß,

      P.

       

       

  • eulenfeder
    Antworten
    naja – dear Pyra –

    wenn ich zum Beispiel schreiben würde: “ wer einen Dachschaden hat ist freilich offen für das Höhere „, dann würden sich viele spirituelle Menschen angegriffen fühlen, verhöhnt auch. ( bei manchen triffts ja trotzdem zu ).

    Also lass ich das aus gewissem Feingefühl.

    An solchem Feingefühl fehlt es aber jemandem, der mitten hinein in bestehender Not und Ausgrenzung quasi den Rat gibt ‚lieber ein Tänzchen zu wagen und in die Sonne zu reisen‘ – zudem noch vermitteln will, dass Optimismus trotz Not die bessere Lebensstrategie wäre. Und all das von jemandem der keine Not kennt.

     

     

     

     

    • Piranha
      Antworten
      Lieber Eulenfeder,

      ich weiß über Wolf Schneider gar nichts. Wenn er in guten Verhältnissen lebt, dann sei es ihm gegönnt. Vielleicht gibt er was ab von dem Guten, dann sei es denen die beschenkt werden, gegönnt.

      Ich bin auch nicht sicher, wen genau er im Sinn hatte bei seiner Aufforderung „fröhlich zu sein und zu tanzen…“

      Ich denke, er ist nicht so weltfremd, die Realitäten in der BRD nicht zu sehen; er muss – mindestens aber kann man – es wissen, dass es 7 Millionen in diesem Land alles andere als gut geht.

      Möglicherweise waren seine Adressaten andere, nämlich diejenigen, die tatsächlich „miesepetrig“ durchs Leben laufen und dazu auf hohem Niveau jammern.

      Aber auch hier will ich nicht zu schnell urteilen, denn „Angst fressen Seele auf“. Viele fürchten sich vor einem sozialen Abstieg und je besser jemand informiert ist, desto größer wird die Furcht und um so höher die Bereitschaft zur Angepasstheit. (?)

      Es ist vor allem die sog. Mittelschicht, die diese Furcht umtreibt.

      Was aber ist heutzutage die Mittelschicht, die vor einiger Zeit eine statistische  Neudefinition erfahren hat?  (Mit diesem Schwerpunkt gab es einmal eine „Die Anstalt“-Sendung, ich weiß leider nicht mehr, wann genau das war)

      Jedenfalls: heutzutage gehört ein Single mit einem Nettoeinkommen von 1.050,- € schon zur Mittelschicht. 😮

       

       

      • eulenfeder
        Antworten
        Ja – die sogenannte ‚Mittelschicht‘ bröckelt langsam, diese zu stärken ist politisches Ziel, in Massen freilich, soll ja eine ‚Mittelschicht‘ bleiben, als politisches Instrument. Und deshalb wird die Politik sie stärken, bis zu einem gewissen Grad. Allgemeine Zufriedenheit damit fördern, diese ‚breite Mittelschicht‘ ist dann auch der Garant dafür, dass Politik gegen die ‚Unterschicht‘, Verarmungspolitik,  kein allzu grosser Aufreger ist und bleibt.

        Politisch gezielt auseinanderdividiert also – ‚Mittel- und Unterschicht‘.

        Diese Spaltung der Gesellschaft ist politisch gewollt, sollte leicht zu erkennen sein .

        Man wird aber auch peinlichst darauf bedacht sein, dass eine ‚Unterschicht‘ nicht zu gross wird, trotz ziemlich umfassender Armut eine ‚Minderheit‘ bleibt, sonst bestünde ja die Gefahr dass beide Schichten gemeinsam revoltieren – würde der Macht zu gefährlich dann.

        Die politisch-erzieherische Maßnahme dabei ist: “ Seid weiterhin fleissig und brav, sonst ergeht es euch wie der ‚Unterschicht‘ ! “

        Sie, die Armut unten, dient der Abschreckung, dem weiterhin willigen Systemkonfirmantentum in der ‚Mitte der Gesellschaft‘ – damit auch der Unmöglichkeit eines breiten Bürgeraufstandes.

        Aber was erzähle ich da , dir ! – du weißt das alles selbst, blickst selbst durch.

         

         

         

         

         

         

         

  • Lügenbaron
    Antworten
    Hinter jede Lüge steckt auch Wahrheit, und sei sie nur die Ursache!
  • maria
    Antworten

    Lieber mit der Wahrheit fallen

    als mit der Lüge siegen.

    (Augustinus)

  • maria
    Antworten

    … Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum oben auf, und es ist ihm wohl und behaglich, im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.

    Johann Wolfgang von Goethe

  • eulenfeder
    Antworten
    Es gab ja mal so etwas wie ‚Soziale Verantwortung‘, lange her, nicht ideal wars, nicht wirklich eine Soziale Verantwortung der Politik ( eine wirkliche würde ja Armut gar nicht entstehen lassen ) – jedoch immerhin, ein gewisses ‚Kümmern‘ um die Armen, Bedürftigen.

    Das war bevor dieser Kotzbrocken Schröder mit seinen Satanischen Versen einen radikalen Kahlschlag in die Wege leitete.

    Davor also, gab es die Sozialämter mit Betreuern. Nach Anfangsbuchstaben des Namens, z. b. A bis F, dann eben zuständig für die Leute.

    Diese Betreuer waren überwiegend für Gespräche da, man konnte sein Anliegen vorbringen, seine momentanen Sorgen oder Schwierigkeiten vortragen, sie kannten deine Umstände, Lebenslagen und der zur Verfügung stehende ‚Hilfekatalog‘ liess eben auch Hilfe zu und man bekam sie in der Regel.

    Eine gewisse menschliche Beziehung zwischen Betreuer und Bedürftigem auch, es war auch zu spüren, dass sie helfen wollten.

    Ja, das gab es mal – bei Zweifeln ob des Hilfegesuchs wurde auch mal überprüft, kam ein Besuch in der Wohnung, um zu sehen ob die Waschmaschine, der Herd tatsächlich defekt, ob dringend notwendige Dinge wirklich fehlten, ob eine Renovierung wirklich dringend notwendig war, – völlig in Ordnung, die Glaubwürdigkeit überprüft. und dann wurde der jeweiligen Not auch abgeholfen, das Geld ausbezahlt oder ein Einkaufsgutschein ausgestellt.

    Im Sozialamt gab es eine Kasse und die zahlte auch den beim Gespräch ergründeten Mehrbetrag aus, also auch über dem Sozialhilfesatz.

    Es gab also auch Hilfe jenseits stur-bürokratischer Reglementierungen, Betonköpfe unter den Betreuern auch, klar, aber immerhin….

    Dieses gewisse Sozialwesen hat man komplett ausradiert, Betreuer durch Casemanager ersetzt und die verfahren stur und entmenschlicht nach diesem Verelednungs-Befehl, der Bedürftige ist kein Mensch mehr, sondern ein  nummerierter Fall eben.

    Es gibt keine ‚Leistungen‘ mehr, für dringend notwendige Dinge, es gibt eben nur noch diesen ‚Regelsatz‘ und aus basta. Und in diesem ‚Regelsatz‘ ist „alles für ein menschenwürdiges Leben enthalten „, so der politische Befehl.

    Die Auswirkungen auf Psyche und Seele der Bedürftigen sind ebenso katastrophal. Das Gefühl ein Mensch zu sein, in diesem Staat, ist nicht mehr wirklich vorhanden – die übrige Gesellschaft meidet sie zudem und die meisten ziehen sich dann zwangsläufig in ihre Hoffnungslosigkeit zurück, Teil der Gesellschaft sind sie nicht mehr.

    Nun ist es ja nicht so, dass die Verantwortlichen das nicht wüssten, sie haben es ja generalstabsmässig geplant und ausgeführt – Unmenschlichkeit bei vollem Bewusstsein ausgeführt und politische Bestrebungen dieses soziale Verbrechen an den Bürgern wieder abzuschaffen, die gibt es nicht, ad acta gelegt.

    Einen wirklichen Beistand der davon nicht-Betroffenen gibt es auch nicht. Wohlfahrtsverbände und Ehrenamtliche ja, aber die sind nicht in der Lage die Verelendung aufzufangen, zwangsläufig überfordert.

    Blanker Hohn ist dieses Parlament, nichts als Lüge und Täuschung die Reden, blankes Desinteresse die Politk allgemein. Es wird Wirtschaftspolitik gemacht, auf Kosten der Armen und die Verelendung weiter vorangetrieben.

    Das sind die Fakten ! – und wenn ich nun lese, was im Artikel verlautbart wird:

    “ Immerhin haben wir noch genug zu essen, Frieden im eigenen Land, können Tanzen gehen, Urlaub machen in einem sonnigen Land und haben Zugang zu Bildung und Kultur wie noch nie in der Geschichte der Menschheit – wir sollten nicht deprimiert sein angesichts der Situation…“

    dann muss einem, der Bescheid weiß, der ‚Kümmel hochkommen‘, zumindest, das Gefühl der Verhöhnung bekommen.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Man könnte Roboter statt dieser Manager in die ‚Jobcenter‘ setzen,

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

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