#Aufstehen muss nachsitzen!

 In FEATURED, Politik (Inland), Roland Rottenfußer

Gerold Althaus ist kein Linker, eher im Gegenteil. Trotzdem liebt der AfD-Unterstützer Sahra Wagenknecht. „Ich tue dies aus strategischen Gründen“ gestand er in seinem Blog „Blaue Narzisse“.

„Die AfD-Mitglieder mögen es mir verzeihen, aber mein Ziel als politischer Akteur ist nicht, Weidel, Gauland oder Höcke an die Macht zu bringen. Mein Ziel im rechten Lager ist es, die Positionen, die die AfD vertritt, zur Staatspolitik zu machen.“

Manche Wähler, so Althaus, würden nun mal bedauerlicherweise nicht rechts wählen. „Genau für die ist Sahra Wagenknechts ‚Aufstehen‘ gedacht: Das linke Lager zurück zu seinen traditionellen Positionen zu bringen und dies fern von Multikulti und Globalismus.“ Zwar stimme er nicht in allem mit Wagenknecht überein. „Aber es sind genau solche Arten von Bewegungen und Persönlichkeiten, die einen politischen Wandel katalysieren können.“

Statt einer Vereinigung des linken Lagers prognostiziert der Autor „eine weitere Zersplitterung, was jedoch auch zu unseren Gunsten sein wird.“ Je mehr die politische Normalität gebrochen werde, meint Althaus, „desto mehr Menschen ändern ihr politisches Denken. Der Wandel wird sich dann zwangsläufig zugunsten der AfD vollziehen.“ Zuletzt fordert er seine Leser offen auf, sich bei #Aufsehen als Unterstützer registrieren zu lassen.

Zusammenfassend kann man über diesen Artikel sagen:

  1. Der Autor wünscht einen verschärften Rechtsruck.
  2. Er will aber nicht unbedingt von den Protagonisten der AfD regiert werden, weil er wohl selbst ahnt, dass sie nicht viel taugen.
  3. Wichtiger ist ihm, dass sich rechtes Gedankengut in anderen Parteien ausbreitet, von dort aus den Zeitgeist prägt und zum Regierungshandeln wird. Es ist egal, ob Rechte an der Regierung sind, solange rechte Gedanken regieren.
  4. Zu diesem Zweck eignen sich Persönlichkeiten wie Sahra Wagenknecht ideal. Sie ebnen der AfD den Weg und helfen, die Linke zu spalten und zu schwächen.

Lockruf der AfD

Selbstverständlich wäre es unfair, eine Bewegung nur danach zu beurteilen, dass sie „Applaus von der falschen Seite“ bekommt. Der Applaudierende könnte ja etwas missverstanden haben. Dennoch häufen sich bei Wagenknecht Liebesbekundungen von rechts in auffälliger Weise. Der AfD-Vorsitzende Gauland pries Wagenknecht „als Politikerin, die in der Lage sei, die linken Scheuklappen abzulegen und jenseits von Pathos und Ideologie die tatsächlichen Sorgen und Nöte breiter Schichten des Volkes zu identifizieren“. Der Chef der AfD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, turtelte gar: „Frau Wagenknecht, kommen Sie zur AfD.“

Natürlich wird Sahra Wagenknecht dem Lockruf nicht folgen, und in genügend Äußerungen grenzt sie sich ausreichend von der AfD ab. Hier geht es mir jedoch nicht darum, ein Verbot von #Aufstehen zu fordern oder die Bewegung als ganz und gar verwerflich zu beschreiben. Vielmehr will ich begründete Zweifel anmelden und davor warnen, sich #Aufstehen mit Haut und Haaren zu verschreiben. Zumindest hat es Irritationen gegeben, die aus dem Weg geräumt werden müssen, bevor ich Hosianna-Gesänge anstimme.

Den Flirtversuchen von Rechts steht nämlich ein anderes verbreitetes Phänomen gegenüber: Menschen sind enttäuscht von Sahra Wagenknecht. Selbst solche, die ihren wirklich erstklassigen Parlamentsreden und Talkshow-Auftritten über Jahre begeistert gelauscht haben, wenden sich von ihr ab. Und zwar speziell in jenen Kreisen, die weltoffen und anti-nationalistisch denken und sich für eine humane Flüchtlingspolitik einsetzen.

Konstantin Wecker etwa unterschrieb den Gründungsaufruf von #Aufsehen bewusst nicht. Der Grund: er wolle als Künstler unabhängig bleiben und sich weiter für eine grenzenlose Welt einsetzen. Ein Autor der Webseite Hinter den Schlagzeilen warf Wagenknecht vor, mit ihrem moderaten ersten Aufruf Menschen angelockt zu haben, und sich im zweiten Schritt dann so deutlich rechts zu positionieren, dass sich viele, die unterschrieben hatten, blamiert und hinters Licht geführt sahen. Ein Freund von mir, der Sahra über Jahre quasi als politischer Fan begleitet hatte, wandte sich von ihr ab und schrieb mir eine Mail mit dem Betreff: „Abschied von Sahra“. Und schließlich gehöre auch ich selbst zu den Enttäuschten.

Weltoffene Menschen wenden sich ab

Vielleicht hat Wagenknecht rechts so viele (oder mehr) Menschen gewonnen, wie sie links verloren hat – nur um welchen Preis? Und hat sie einen guten Tausch gemacht?

In seinem Artikel „Aufstehen? – Ja, aber mit dem richtigen Fuß“ billigt Holdger Platta der Bewegung viele gute Ansätze zu. Der Teufel steckt für ihn aber in den Details.

Besonders fragwürdig sind für ihn zwei Passagen eines Artikels, den Wagenknecht zusammen mit ihrem Mitstreiter, dem Dramaturgen Bernd Stegemann, am 7. August in der Nordwest-Zeitung, Oldenburg, veröffentlicht hat:

„Die politisch sinnvolle Grenze verläuft nicht zwischen den Ressentiments der AfD und der allgemeinen Moral einer grenzenlosen Willkommenskultur. Eine realistische linke Politik lehnt beide Maximalforderungen ab.“

Damit nimmt sie eine falsche Äquidistanz zwischen den Positionen der fremdenfeindlichen Rechtspopulisten und den Exponenten einer humanen Willkommenskultur ein.

Und dann noch ihr erschreckend biederer und uneinsichtiger Satz:

„Und zugleich lässt sie [die realistische linke Politik] sich nicht von kriminellen Schlepperbanden vorschreiben, welche Menschen auf illegalen Wegen nach Europa gelangen.“

Dies wirft mindestens zwei Fragen auf: 1. Welche legalen Wege nach Europa gibt es überhaupt noch? Und 2. Wollen wir illegal zu uns Gekommene wirklich verhungern oder ertrinken lassen beziehungsweise sie in Länder zurückschicken, in denen ihnen Hunger, Krieg und Folter drohen? Diese Art von „Realismus“, der sich eher überfliegerhaft-rational gebärdet und sich von den Impulsen unmittelbarer Menschlichkeit abgekoppelt hat, kennen wir von den Vertretern der „Altparteien“ leider zu Genüge.

Schreckgespenst „Offene Grenzen“

Das, was von vielen als Rechtsruck Wagenknechts wahrgenommen wurde, trat in eine neue Phase, als sie ihre Teilnahme an der #Unteilbar-Demonstration am 13. Oktober in Berlin absagte. Es sei „absolut richtig, wenn viele Leute gegen Rassismus und Rechtsentwicklung auf die Straße gehen“, räumte die Linken-Fraktionschefin zwar ein. Aber ihre Einwände gegen einen einzigen Punkt waren denn doch stärker als ihre Zustimmung zum Ganzen. Die Forderung nach „offenen Grenzen für alle“ sei in dem Demonstrationsaufruf die „bestimmende Position“.

Einmal abgesehen davon, dass man „offene Grenzen“ auch als liebenswerte Utopie verstehen kann und nicht unbedingt als Schreckgespenst – es stimmte einfach nicht, dass die Veranstalter der Demonstration dies gefordert hatten. Der Sozialwissenschaftler Franz Segbers hielt Wagenknecht entgegen: „Von offenen Grenzen ist im Aufruf gar keine Rede. Es wird ein Vorwurf erhoben, der überhaupt nicht mit der Sachlage übereinstimmt.“

Warum also die Zurückhaltung Wagenknechts, die beanspruchte, für das ganze #Aufstehen-Bündnis zu sprechen? Wir alle haben ja Erfahrung damit, dass der Vorwurf, „rechts“ zu sein oft ein unfaires Mittel ist, um radikale Gegner des neoliberalen und bellizistischen Mainstreams auszuschalten. Dahinter könnte also eine organisierte Schmutzkampagne stecken. Aber wenn das wahr wäre, warum liefert Wagenknecht ihren Gegnern die Munition dann permanent auf dem Silbertablett? Warum hat sie nicht die Chance ergriffen, mit ihrer Teilnahme an #Unteilbar, dass sie trotz Meinungsverschiedenheiten im Einzelnen im Zweifel gegen Rechts und für Toleranz „aufsteht“?

Der Rechtsruck – eine Frage des „Milieus“?

Ein Grund dafür besteht wahrscheinlich in ihrer Fixierung auf die Idee, AfD-Wähler für sich zu gewinnen. Wie andere Exponenten des politisch rechtsoffenen Milieus interpretiert Sahra Wagenknecht die grassierende Fremdenfeindlichkeit vor allem als Milieu-Frage. So sagte sie anlässlich von #Unteilbar: „Es ist ein bestimmtes Milieu, was dort demonstriert, und es ist ein anderes, was man dort nicht finden kann.“

Mit „anderes“ Milieu meint sie wohl Arbeiter und Prekäre, die überwiegend im Osten der Republik angesiedelt sind und die die Last der Konkurrenz mit Zuwanderern auf dem Miet- und Arbeitsmarkt im Besonderen tragen.

Mit dem „bestimmten Milieu“ ist eine überwiegend westdeutsche Bourgeoisie gemeint, der man ihre „Überheblichkeit“, ihre urbane Herkunft, ihre Multi-Kulti-Geilheit, Yoga-Matten, SUV-Wägen, den Konsum von Latte Macchiato, Bionade, Tofu, Smoothies und Rucola vorwirft.

Die Liste der Klischees, die gegen dieses unliebsame Milieu in der einschlägigen Literatur zu finden ist, wird immer länger. Hilfreich sind solche Grenzziehungen nicht. Sie sind oft falsch, zum Beispiel entstammen die rechten Demonstranten von Chemnitz ja nicht einem „ruralen“ Milieu, und immer verallgemeinernd. Sie sind in ihrer Tendenz feindselig gegenüber Intellektuellen und weltoffenen Menschen und verurteilt Angehörige dieser „Kreise“, die ja sicher ihre Marotten haben, aus den falschen Gründen – wegen ihres ökologischen und gesundheitsbewussten Lebensstils. Wegen eines relativen Wohlstands, der ja nicht in jedem Fall unverdient ist. Oder weil sich diese Kreise zumindest bemühen, in Zuwanderern zunächst einmal Menschen zu sehen. Es gibt in der Anti-Bourgeoisie-Debatte auch eine merkwürdige Aversion gegen jede Art von ethischem Handeln, eine posthumanistische Schnoddrigkeit, die den Versuch, sich menschlich anständig zu verhalten, stets mit Häme und Ironie quittiert.

Müssen Arme fremdenfeindlich sein?

Wagenknecht jedenfalls scheint ganz verliebt in das „bestimmte Milieu“, welches ihrer Ansicht nach niemals zu einer Demonstration gegen Rassismus gehen würde. Sie scheint es geradezu als ihre Pflicht anzusehen, jenes Milieu in besonderer Weise zu umwerben. So spricht sie von „Überheblichkeit“ der Bürgerlichen gegenüber den so genannten Unterschichten. „In Teilen dieses Milieus gehört eine unterschwellige Verachtung der ‚Unterschicht‘ inzwischen zum guten Ton“, sagt sie in einem Interview mit Jakob Augstein im „Freitag“. Weite Teile der Linken, so Wagenknecht, pflegten „ihr gutes Gefühl in einer Willkommenskultur, um dann die realen Verteilungskämpfe in ein Milieu zu verbannen, das sich weit weg vom eigenen Leben befindet.“

Sicher hat sie da teilweise Recht. Es gibt solche Grünen- und Linken-Wähler in den Villenvierteln, die unbegrenzten Flüchtlings-Zuzug herbeireden – wohl wissend, dass sie in ihrer Straße nur selten konkret mit dem Anblick von Zuwanderern konfrontiert sein werden. Aber ist es fair, den Wunsch Notleidenden zu helfen, allein darauf zurückzuführen, dass der Helfer „sich gut fühlen“ möchte? Der Vorwurf, die Willkommenskultur sei „moralbesoffen“, ist ein typisch neurechtes Diffamierungsmuster.

Ich selbst lebe in einem Gebiet mit hohem Ausländeranteil, und ich komme gut zurecht. Eher amüsiert nehme ich immer wieder mal zur Kenntnis, dass Rechtslastige mir vorwerfen, ich hätte von „der Realität“ keine Ahnung. Ein Bekannter, Hartz-IV-Empfänger, erzählte mir, er habe Geld für Notleidende in Griechenland gespendet und versicherte, ihn störe der Flüchtlingszuzug kein bisschen. Das seien noch ärmere Schweine als er es ist, sagte er, und er gönne ihnen jede Hilfe. Ein anderer Hartz-IV-Betroffener aus meinem Bekanntenkreis hat Flüchtlingen ehrenamtlich Unterricht gegeben, und eine Frau in prekären Verhältnissen hat mit Zuwanderern einen Gemüsegarten angelegt.

Warum ich das alles erzähle?

Ich leugne entschieden, dass eine rechte, fremdenfeindliche Weltanschauung die unvermeidliche Folge der Zugehörigkeit zu einem bestimmten „Milieu“ ist. Es stimmt nicht, dass man Fremde ablehnen muss, weil es einem selbst schlecht geht.

Die Verantwortung für ihr fragwürdiges Reden und Handeln können die Betreffenden nicht auf eine wie immer geartete Naturgesetzlichkeit abwälzen. Wagenknecht schürt mit ihren wiederholten, sehr verkürzenden Darstellungen Ressentiments gegen bürgerlich-weltoffene Menschen, um dann zu behaupten, sie müsse mit ihrer Politik einer antiliberalen Stimmung Rechnung tragen.

Angst vor der Zerstörung des Vertrauten

Der treue Wagenknecht-Anhänger Albrecht Müller hat ein für mich anrührendes Plädoyer veröffentlicht, für die „Abgehängten“, die die Linken-Fraktionschefin mit ihrem Kurs wohl ansprechen möchte. „Akzeptieren wir, dass es Menschen unter uns gibt, die ihre – aus mancher Sicht kleine, begrenzte – Welt erhalten wollen“, schreibt Müller in den Nachdenkseiten.

„Es ist aus der Sicht der Weltbürger, aus der Sicht der Menschen aus dem urbanen bunten Milieu eine provinzielle Welt. Wenn wir aber deren Lebensgefühl und ihre Vorstellung von ihrem Umfeld nicht als möglich betrachten und stattdessen als fremdenfeindlich, intolerant, verschlossen, eben Ausdruck des Gegenteils einer offenen Gesellschaft bezeichnen und brandmarken, dann diffamieren wir diese Menschen.“

Ich selbst kann mit der Geschwindigkeit der Veränderung in unserer Welt oft seelisch nicht Schritt halten und sehne mich dann nach der Bewahrung der mir vertrauten Welt. Der rasante Wandel unseres Lebensumfelds vollzieht sich jedoch auf verschiedenen Feldern. Der Zuzug von Menschen, die nicht dem „christlichen Abendland“ entstammen, ist nur eines davon. Ein anderes ist der beschleunigte technische Fortschritt, der uns binnen kurzem als Fremde und Inkompetente inmitten eines uns überrollenden Digitalisierungswahns dastehen lässt. Weitere Themenfelder sind die fortschreitende Naturzerstörung, die „Liberalisierung“ der Arbeitsmärkte, ist die Prekarisierung immer breiterer Schichten, sind Sozial- und Bürgerrechtsabbau und vieles mehr. Wer als „Konservativer“ zu all diesen Themen schweigt und immer nur dann aufschreit, wenn es um „Ausländer“ oder „den Islam“ geht, der muss es sich schon gefallen lassen, der Fremdenfeindlichkeit verdächtigt zu werden.

Müller und Wagenknecht haben einen Teil der Wahrheit erkannt, ich möchte das gar nicht leugnen. Sie entlassen die zuwanderungsskeptischen „Milieus“ aber zu leichtfertig aus ihrer humanen Verantwortung. Ja, sie sprechen ihnen indirekt sogar die Möglichkeit ab, durch Nachdenken und Empathie über xenophobe Reflexe hinauszuwachsen. Wenn Müller etwa in der Überschrift seines Artikels schreibt: „‘Unteilbar‘ treibt im Konflikt mit ‚aufstehen‘ den Rechten die Lämmer in den Stall“, dann erscheinen die AfD-Sympathisanten nur noch als passiv Getriebene, nicht mehr als aktiv Handelnde.

Minderheitenschutz und Sozialpolitik gehören zusammen

Die Fairness gebietet es, anzuerkennen, dass Wagenknecht mit #Aufstehen vieles treffend analysiert hat und mitnichten pauschal als Rechte beschimpft werden darf. So macht sie im Interview mit Jakob Augstein klar, dass die Nation für sie kein mythisch überhöhter Fetisch ist, sondern schlicht dasjenige organisatorische Gebilde, von dem aus man sich gegen negative Globalisierungsfolgen am ehesten zur Wehr setzen kann:

„Es geht nicht um die Nation. Es geht darum, dass es außer- oder oberhalb der Staaten keine institutionellen Voraussetzungen für Demokratie und soziale Sicherheitssysteme gibt. Nur die Staaten können, wenn sie denn wollen, den Kapitalismus wieder bändigen.“

Nachvollziehbar ist auch ihre Beobachtung:

„Wer für Antidiskriminierung, Antirassismus und Feminismus kämpft, kann die soziale Frage nicht ausklammern. Oder der ganze Kampf wird hohl und diskreditiert sich in den Augen der Ärmeren (…) Darum müssen auf die Globalisierungsverlierer zugehen, die Ärmeren, die Frustrierten, die sich aus gutem Grund im Stich gelassen fühlen.“

Diese Sozialblindheit der grünliberalen, „fremdenfreundlichen“ Milieus gibt es ohne Frage. Der derzeit grassierende Grünenhype fördert ihn wieder einmal zutage.

Als Sozialistin sollte Wagenknecht jedoch der Wert unteilbarer internationaler Solidarität ein Begriff sein. Sie müsste die „nationale Frage“, diese unselige Spaltung zwischen „uns hier drinnen“ und „denen da draußen“ wieder radikal zurückführen auf die Klassenfrage. Sie müsste klarstellen, dass es falsch ist, Arme gegen andere Minderheiten auszuspielen und auch nur einer der fraglichen Gruppierungen unsere Solidarität zu verweigern.

Niemand hat etwas gegen frustrierte, aufbegehrende „Verlierer“. Meine Kritik setzt nur da an, wenn sich bei Menschen das Gefühl, verloren zu haben, in giftiges Ressentiment gegen jene verwandelt, denen es noch schlechter geht. Wenn die soziale Spaltung in eine falsche ethnische Spaltung umgewidmet wird. Wenn aus Leidensgenossen anderer Kulturen und Hautfarben Hassobjekte werden. Dieses mentale „Manöver“ ist ohne jeden Sinn und Verstand. Es spielt jenen in die Hände, die unsere Gesellschaft in „arm/einheimisch“ und „arm/fremd“ spalten wollen, damit sich beide Lager im Kampf gegeneinander aufreiben, anstatt sich gegen ihre gemeinsamen Unterdrücker zu erheben.

Ein solcher hellsichtiger, solidarischer Internationalismus stünde einer klugen linken Politikerin gut an. Das würde auch bedeuten, den anvisierten „Milieus“ ihre Xenophobie mit guten Argumenten auszureden, anstatt sie zu hätscheln und auch noch gegen die Weltoffeneren unter ihren Brüdern und Schwestern aufzuhetzen. Natürlich dürfen ärmere und bildungsferne „Schichten“ nicht verachtet und – wie es Sigmar Gabriel leider getan hat – als „Pack“ beleidigt werden. Sie müssen geduldig zurückgewonnen werden. Aber man kann vernünftige und menschliche Politikansätze nur anbieten und zu erklären versuchen. Wenn jemand partout nicht verstehen kann oder will, führt es zu nichts Gutem, die eigene richtige Weltsicht seiner falschen anzugleichen. Es ist schön, wenn es gelingt, Einsicht zu verbreiten; notfalls müssen Uneinsichtige jedoch überstimmt und zurückgedrängt werden.

Die strategischen Fehler von #Aufstehen

Es ist sicher nachvollziehbar, dass das prominenteste Ehepaar der Linkspartei der AfD Wähler abluchsen will. Die Alternative, sie bei der AfD zu belassen, wäre riskant. Die Rechtstendenzen, die bei Wagenknecht und Lafontaine festzustellen sind, haben dennoch gravierende Nachteile.

– Ein Teil derer, die aus dem öffentlichen Wirken der beiden bisher politische Hoffnung geschöpft haben, ist jetzt quasi politisch heimatlos geworden. Wagenknecht war nicht irgendeine Linke, sie war eine der besten – nicht nur rhetorisch, sondern auch politisch, weil sie sich der Kriegspolitik und dem Neoliberalismus unbeugsamer widersetzt hat als etwa der „Kipping-Flügel“. Wer Wagenknechts Kotau vor dem rechten Zeitgeist nicht mitvollziehen will, landet jetzt vielleicht im politischen Nirgendwo, reagiert mit Verbitterung und Entpolitisierung. Für ihn existiert keine konsequent pazifistische, soziale und weltoffene Linke mehr.

– Die Zerrissenheit, die die Linke als Ganzes in der Flüchtlingspolitik zeigt, lässt einen Ladenhüter der deutschen Parteiengeschichte wieder attraktiv erscheinen: die Grünen. Das ist eine politische Katastrophe, weil die jetzigen Grünen bezüglich Kriegs- und Sozialpolitik nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems sind. Wackelt jedoch ein maßgeblicher Teil der Linken im Kampf gegen den Rechtsruck, könnte Menschen, denen eine humane Flüchtlingspolitik wichtig ist, die Grünen als das kleinere Übel erscheinen.

– Wagenknecht kann nach ihrer Absage der „Unteilbar“-Demonstration nicht mehr für sich beanspruchen, öffentlich für die gesamte Linke zu sprechen. Dies bestätigte unter anderem die Vize-Fraktionsvorsitzende der Linken, Caren Lav:

„Es ist völlig unglaubwürdig, wenn ‚Aufstehen‘ vorgibt, den Rechtsruck zu bekämpfen, sich aber an der großen antirassistischen Demo nicht beteiligen will. Die Linke und die Linksfraktion unterstützen #unteilbar mit aller Kraft“.

Der Linken-Außenpolitiker Stefan Liebich meint, mit ihren Aussagen zu #unteilbar habe Wagenknecht „eine Grenze überschritten“. Und weiter: „Auf Dauer wird die Fraktion nicht akzeptieren, dass die Fraktionsvorsitzende eine andere Politik in einem wichtigen Punkt vertritt.“ Ganz unabhängig davon, welche Seite „Recht hat“, könnte folgendes passieren: Wagenknecht, eine politisch Hochbegabte, würde fast völlig von der öffentlichen Bühne verschwinden. Sie würde ihr Amt als Fraktionsvorsitzende verlieren und in der politischen Landschaft nur noch als Ex-Prominente herumgeistern wie derzeit Frauke Petry. Eine gewaltige Verschwendung von politischem Talent. Wagenknecht hätte sich quasi heldinnenhaft für die falsche Sache geopfert.

– Manche Äußerungen Wagenknechts in letzter Zeit erscheinen so befremdlich, dass man sich fragt: Kann sie das ernst meinen? Was bedeutet es aber, wenn sie es nicht ernst meint? Sahra Wagenknecht sagt ja deutlich, dass ihre Annäherung an die AfD-Wählerschaft strategischer Natur ist. Das Ziel der Strategie mag gut sein, die Mittel nehmen jedoch manche als unsauber wahr. Manchen könnte die „ehrlich“ rechte Avantgarde dann lieber sein als deren halbherzige linke Nachhut. Von einer solchen könnten sich Rechte manipuliert und Linke verraten fühlen.

– Es ist ohnehin schwer genug, auf einen Regierungswechsel zusammen mit zutiefst systemangepassten Sozialdemokraten und Grünen hinzuarbeiten. Denn im „Ernstfall“ wird es Wagenknecht dann nicht mehr mit Ludger Volmer und Simone Lange zu tun haben, sondern mit Menschen, die das neoliberale Spiel viel zu lange mitgespielt hatten. Umso problematischer finde ich, in dieses schwierige Meinungskonglomerat auch noch Elemente der AfD-Mentalität zu integrieren. Wie Wagenknecht einen Machtwechsel mit Hilfe der Grünen vollziehen will, ohne dabei die AfD-„Milieus“ abzuschrecken, muss sie erst einmal erklären.

Wagenknecht muss sich besinnen

Dabei ist es noch nicht zu spät für eine Umkehr. Die Rechtstendenzen bei #Aufstehen sind überwiegend eine Marotte von Wagenknecht und Lafontaine. Die meisten anderen Mitglieder der Bewegung, auch jene die von den Grünen und der SPD dazugekommen sind, scheinen darauf keinen großen Wert zu legen. Etliche sind auf die „Unteilbar“-Demonstration gegangen, etwa Ludger Volmer, der sogar angab, die meisten #Aufstehen-Mitglieder stünden der Demo positiv gegenüber.

Wagenknecht könnte ihren Flirt mit Rechts erstens stillschweigend sterben lassen, indem sie ihm keine weitere Nahrung mehr gibt. Sie könnte den Brand ohne Wasser löschen, indem sie schlicht keine rhetorischen Scheite mehr nachlegt. Ehrlicher und klarer wäre aber, wenn sie zweitens zugäbe, dass sie einen Fehler gemacht hat. Schließlich könnte sie drittens bei ihrer bisherigen Meinung bleiben, jedoch nicht mehr als die zentrale und in der öffentlichen Wahrnehmung fast alleinige Führungspersönlichkeit „ihrer“ Bewegung auftreten.

Ohnehin wird an der Basis von #Aufstehen vielfach ein autoritärer und undemokratischer Arbeitsstil beklagt. Ein internes Arbeitspapier thematisiert sehr unterschiedliche Meinungen innerhalb der Bewegung. „Welche Kampagnen am besten sind, sollen wir besser nicht im geschlossenen Hinterzimmer festlegen, sondern gemeinsam mit allen Unterstützern“, schrieb der Autor des Papiers.

„Wir brauchen dringend eine andere Kultur als die Parteien. Schon jetzt leider rutschen Aufstehen-Veranstaltungen in das gewöhnte Muster von Rednerlisten, Redebeiträgen, Debatten usw. (…) Dies verschreckt genau die Menschen, die wir unbedingt gewinnen müssen.“

Wagenknecht sollte also entweder zurückrudern oder sich stärker zurückziehen und ihrem und Oskars gemeinsamen „Kind“ gestatten, frühzeitig erwachsen zu werden. Sie würde damit auch den Wohlmeinenden unter ihren Anhängern einen großen Gefallen tun.

Rechte bekämpfen, indem man selbst rechts wird?

Ernst Florian Kirner etwa outete sich im Rubikon als aktives Mitglied von #Aufstehen. Er übte hier und da sehr differenziert Kritik und vermisste vor allem zwei Dinge: zu wenig „Bewegung“ in der Bewegung und das Fehlen eines gut ausgearbeiteten ökologischen Programms. Beides stimmt. Diesen zwei Punkten auf der Agenda müsste aber dringend ein dritter hinzugefügt werden: ein Abrücken von übertriebener AfD-Versteherei. Der Abschied von solchen Anfängerfehlern der Bewegung muss von all jenen gefordert und vorangetrieben werden, die nicht wegen, sondern trotz dieser Rechtstendenzen beigetreten sind.

Sahra Wagenknecht ist dabei, in eine Falle zu laufen. Sie möchte AfD-Wähler für sich gewinnen; teilweise sieht es aber so aus, als hätte die AfD sie gewonnen. Deshalb konnte sie die Unteilbar-Demonstration auch nicht spontan und mit ganzem Herzen bejahen. Ich sage das gewiss nicht gern, wenn ich wiederhole: Wagenknecht war – und ist teilweise noch – eine der besten Berufspolitikerinnen, Debattenrednerinnen und Talkshow-Matadorinnen, die Deutschland hat. Wenn sie verloren geht, geht nichts Geringes verloren.

Sahra Wagenknecht ist keine Rassistin, kein Nazi, noch nicht einmal eine Nationalistin. Wagenknecht ist keine zentrale Figur des Rechtsrucks, aber sie hat Anteil an ihm. Sie verbohrt sich mit nur partieller Hellsichtigkeit in Halbwahrheiten und wird so Teil eines posthumanistischen Zeitgeists, der sich leider derzeit global ausbreitet und dem man gerade wegen seiner momentanen Stärke keinen Fußbreit Boden überlassen sollte. Ein gutes Beispiel für brillant vorgetragene Halbwahrheit ist ihr Interview mit der Welt.

Darin sagt sie unter anderem

„Auch die Aggressivität, mit der progressive liberale Werte heute wieder in Teilen der Gesellschaft abgelehnt werden, dürfte ihren wichtigsten Grund darin haben, dass die Betroffenen diese Werte schlicht als Teil eines politischen Pakets empfinden, dessen wirtschaftsliberale Komponente ihren Lebensstandard bedroht. Für sie sind Minderheitenrechte und Antidiskriminierungspolitik heuchlerische Facetten eines politischen Programms, das sich als edel, hilfreich, solidarisch und gut inszeniert, obschon seine Protagonisten ihrem Wunsch nach einem Leben in bescheidenem, halbwegs gesichertem Wohlstand seit jeher mit völliger Gleichgültigkeit, ja Verachtung begegnen.“

Nicht das Kind mit dem Bade ausschütten!

Die Analyse ist zum großen Teil richtig, die Schlussfolgerungen Wagenknechts sind es jedoch nicht. Gewiss gibt es ein sozial blindes Besserverdiener-Milieu, das sich in besonderer Weise für „Ausländer“-Integration und Minderheitenrechte einsetzt und die Probleme der einheimischen Mehrheit nicht sehen will. Warum aber das Kind mit dem Bade ausschütten? Warum den konstruktiven, humanen Liberalismus zusammen mit seiner destruktiven Verfallsform, dem Neoliberalismus verwerfen? Warum Flüchtlingen die Hilfe verweigern, weil man manche der Helfer für unglaubwürdig hält? Warum sich als Opfer der neoliberalen Globalisierung der zutiefst kapitalismusfreundlichen AfD in die Arme werfen?

Eine verantwortungsbewusste linke Politik müsste versuchen, diese Zusammenhänge aufzudecken und den nach rechts Tendierenden ihre falschen Ideen auszureden.

Der Respekt vor Frauen, Homosexuellen, Behinderten und Zugewanderten ist nicht deshalb falsch, weil solche liberalen Einstellungen teilweise auch von Menschen vertreten werden, die eine kapitalistische Wirtschaftsweise präferieren. Den Kampf gegen Diskriminierung, egal welcher Art, müssen wir unter Einsatz all unserer Kraft und Menschlichkeit weiterführen.

Wer selbst als Wenigverdiener oder Hartz-IV-Betroffener Opfer von Diskriminierung geworden ist, sollte das am besten wissen.

Schließlich geht es bei dieser notwendigen Entscheidung auch um die Zukunft von #Aufstehen selbst. Wenn mich nicht alles täuscht, ist der anfängliche Schwung schon abgeebbt, sind die Protagonisten teilweise uneins, spielt die Bewegung in der öffentlichen Wahrnehmung angesichts des Theaters, das die Medien derzeit um Union, SPD und Grüne veranstalten, keine so große Rolle mehr wie anfangs. Ein Scheitern des Projekts wäre jammerschade, eine große verpasste Gelegenheit.

Nötig wäre jetzt – speziell von Sahra Wagenknecht – eine Richtigstellung zum partiellen Rechtsruck, ein klares Bekenntnis zu unteilbarer Humanität, die den Vorwurf der Naivität nicht scheut und eher auf den Applaus der Verhärteten verzichtet als auf die Liebe derjenigen, die ihre Hoffnung auf eine menschlichere Zukunft noch nicht auf dem Altar der „Realpolitik“ geopfert haben.

Wer dem rechten Zeitgeist widersteht, kann verlieren; wer nicht einmal versucht, ihm zu widerstehen, hat schon jetzt das Kostbarste verloren.

Wer das Liberale für das Soziale opfert, wird beides verlieren.

Anzeige von 76 kommentaren
  • Norbert
    Antworten
    Übelste Demagogie !!!! Bei Rubikon eine unter vielen gegenteiligen Stimmen. Bei HdS ist es die Linie des Chefredakteurs. Nach Holdger Platta der nächste Anlauf, Sarah Wagenknecht in die rechte Ecke zu stellen.

    Sie berufen sich auf Florian Ernst Kirner als „Zeugen“ für berechtigte Kritik an #aufstehen. Nach der Pressekonferenz am 04.09. schrieb der bei Rubikon: „Ja, Hergott, wir haben es doch alle begriffen, dass der Dreh darin besteht, die Sammlungsbewegung nach rechts zu schreiben … „.

    Konstantin Wecker soll den Aufruf von #aufstehen nicht unterschrieben haben, weil er als Künstler unabhängig bleiben wolle !? So oft, wie er sich politisch eindeutig positioniert hat ? Mit Kirner hat er den „Aufruf zu Revolte“ veröffentlicht !

    Das grosse Lob für Sarah Wagenknecht am Ende des Artikels verstehe ich so, dass Sarah Wagenknecht (und Oskar) nur auf den „richtigen linken Weg“ zurückkehren müssen, dann dürfen sie wieder/weiter mitspielen.

     

     

  • Andre Deutsch
    Antworten
    Nichts ist linker als die Verhinderung von Ausbeutung von Zuwanderern und die Solidarität mit ihren Heimatländern.

    Ich finde es schade, dass so ein langer Artikel dies nicht thematisiert, sondern nur bei moralischen Argument bleibt, dass das rechts sei und nicht gehe.

    Wir dürfen unsere Denkerlaubnisse nicht länger an der AfD ausrichten.

    Die Abkehr von wirtschaftlicher Ausbeutung und kriegerischer Zerstörung  der ärmeren Länder kann doch nicht Menschenhass sein.

    http://norberthaering.de/de/27-german/news/1049-migrationsabkommen-sargnagel

     

    https://youtu.be/qcoJueeQA6k

     

     

     

     

     

  • Imago
    Antworten
    Soweit ich das Alles mitbekommen habe, hat sich Sarah Wagenknecht immer auf differenzierte und meines Erachtens glaubwürdige Weise von rechten Positionen distanziert und ich denke daher, daß sie sich nicht „ins Bockshorn jagen lassen sollte“, wenn nun immer wieder versucht wird, ihr Rechtslastigkeit oder andere „gravierende Verfehlungen“ nachzusagen. – Mit Spaltungsversuchen aller Art ist immer wieder zu rechnen (und leider auch, daß sie mitunter/teilweise eben auch erfolgreich sind). Beim (fortwährenden) Versuch es immer wieder möglichst vielen Leuten recht zu machen, kann man allzu leicht in ein immer prekäreres Gleichgewicht bzw. eine augenblickliche Schieflage geraten, aus der man sich dann womöglich nur noch unter großen Schwierigkeiten befreien kann, und insbesondere dies scheint meines Erachtens auch der Grund zu sein, warum sie sich nun manchmal auch etwas „verzettelt“. Der Spießrutenlauf, den sie dabei – auch in ihrer eigenen Partei (!!!) immer wieder durchzustehen hat, kostet allerdings gewiß auch immer wieder viel Nerven und es ist mit Sicherheit kein Vergnügen immer wieder zu erleben, wenn sogar auch „Parteifreunde“ immer wieder nur auf Fehler lauern und ich sehe die entscheidenden Fehler bzw. die Fehlerursachen daher – vorwiegend in deren Reihen! Dass Wagenknecht nun aufgrund weniger (und vergleichsweise geringer) Schwachstellen* immer wieder diffamiert wird, liegt wohl daran, dass sie im Augenblick die wohl einzigste Person mit wirklich gutem Sachverstand und sozusagen „Strahlkraft“ ist, die wir öffentlich zu Gesicht bekommen (vielleicht gibt es in ihrer Partei ja auch noch mehr gute, aber leider noch unbekannte Leute), und so muß sie in der Augen ihrer Gegner offenbar „mit allen Mitteln entschärft werden“. – Ich wünsche dieser couragierten und klugen Frau (und damit auch uns) weiterhin viel Kraft, Mut und Durchhaltevermögen!

    * ich habe immer wieder den Eindruck, dass insbesondere dem Publikum hier in Deutschland oft schon kleine Schwachstellen genügen, um ganze Argumentationsketten oder aber deren Befürworter auch gleich schon (möglichst völlig) ins Abseits zu stellen! – Wer aber von uns ist schon so perfekt, dass er alle Hürden völlig fehlerfrei meistern kann?

  • Imago
    Antworten
    Nachtrag zu meinem Kommentar oben: Der oben als Negativbeispiel ihrer Aussagen zitierte Satz „Auch die Aggressivität, mit der progressive liberale Werte heute wieder in Teilen der Gesellschaft abgelehnt werden …“ ist in meinen Augen so „geschraubt“ formuliert, daß ich ihm ehrlich gesagt kaum folgen wollte, und wohl eher von der Tatsache verursacht, daß sie sich ihrer Aufgabe gemäß leider wohl zumeist in einem sehr kontroversen und verkopften Umfeld bewegt (bewegen muß), was (siehe mein Kommentar oben) ganz sicher auch viel Nerven kostet und daher auch mal zu unglücklichen Aussagen führen kann.
  • heike
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    Das Problem, dass einige Linke mit Sahra Wagenknecht haben ist, dass sie nicht sofort den ganzen Kapitalismus abschaffen will, sondern die Bewahrung von Demokratie und s o z i a l e r  Marktwirtschaft als ihr vorangiges (und vernünftiges) Ziel ansieht. Um dieses zu erreichen, ist die Umsetzung der von John Maynard Keynes (Keynesianismus) formulierten Voraussetzungen nötig:

    Es ist wichtig, dass der Beherrschung von  Märkten und Staaten durch große Firmen (ich nehme an BlackRock gehört dazu) die Basis entzogen werden muss. Um diese De-Globalisierung der Wirtschaft und vor allem der Finanzmärkte zu erreichen, ist eine Stärkung lokaler Wirtschaftskreisläufe, die Entflechtung großer Konzerne, scharfe Kartellgesetze und strikte staatliche Regelungen zur Bändigung der Renditejagd notwendig. Das heißt: Ideen, Kunst, Wissen, Gastfreundschaft und Reisen sollten international sein. Waren sollten lokal erzeugt werden und die Finanzen sollten weitgehend im nationalen Kontext verbleiben.

    Ist das rechter Nationalismus?!

     

     

  • Imago
    Antworten
    Nachtrag Nr.2: Habe mir den Artikel (den ich zuvor wegen Zeitmangel ein wenig schnell gelesen habe) nun nochmal genau angeschaut, dabei vor allem die beiden ersten Zitate noch einmal genau „unter die Lupe“ genommen“ und will nun doch noch Folgendes sagen:

    Zu: „Die politisch sinnvolle Grenze verläuft nicht zwischen den Ressentiments der AfD und der allgemeinen Moral einer grenzenlosen Willkommenskultur. Eine realistische linke Politik lehnt beide Maximalforderungen ab.“ – Dieser ziemlich verklausuliert klingende Satz (für mich abermals ziemlich mühsam zu lesen) soll vor allem wohl eine Art Entgegenkommen signalisieren (bzw. wohl ihre Bereitschaft, AUCH die Interessen vieler bereits Einheimischer die z. B. als prekär Beschäftigte, Hartz4-Empfänger, dringend Wohnungssuchende usw. bereits ihre liebe Not mit den gegenwärtigen Verhältnissen haben vertreten zu wollen. – Da ich die Sorgen vieler bereits in Not geratener Mitmenschen gut verstehen kann und es für richtig halte auch darauf Rücksicht zu nehmen, halte ich diesen Satz – nicht etwa für rechtsgerichtet, sondern vielmehr – für human! Wagenknecht betritt damit aber allerdings ein Minenfeld und setzt sich damit auch gleich schon der Verdächtigung aus, dem rechtsgerichteten Populismus (der ja immer wieder vorgibt, das gleiche Feld beackern zu wollen) das Wort zu reden. (Ich halte es seit langem für einen Fehler des linken Lagers, sich z. B. zwar immer wieder gerne (und durchaus zurecht) der Emanzipation von bedrohten Minderheiten oder z. B. auch okölogischen Fragen zu widmen, andererseits aber große Teile der [puh, nun kommt ein schlimmes Wort, aber ich weiß gerade kein besseres] „eher ungebildeten Unterschicht“ mit ihren Problemen – immer wieder weitgehend alleine zu lassen. Dass Wagenknecht diese Lücke registriert und diese – bisher AUCH von vielen Linken oft sehr arrogant behandelten „Stiefkinder“ auch mitberücksichtigen will, finde ich daher ausgesprochen demokratisch, auch taktisch klug (aber zugleich auch grenzwertig), und – nicht zuletzt auch seiner humanen Zielsetzung wegen – insgesamt dann am Ende sogar recht lobenswert.

    Zu: „Und zugleich lässt sie [die realistische linke Politik] sich nicht von kriminellen Schlepperbanden vorschreiben, welche Menschen auf illegalen Wegen nach Europa gelangen.“ – Dieser Satz bereitet mir nun aber doch solche Schwierigkeiten, dass auch ich in diesem Fall um eine Erklärung bitten würde, was eigentlich genau damit gemeint ist.

    Zum Rest: Was Sara Wagenknecht nun weiter gesagt bzw. gemeint hat, möchte ich nun aber ehrlich gesagt nicht weiter untersuchen, denn insgesamt steckt mir nun doch einfach zuviel „Geschraubtes“ und damit schwer Verständliches in all diesen Aussagen, da verbringe ich meine Zeit z. B. lieber – mit meinen eigenen Gedanken.

    (Ist es womöglich der falsche Weg, immer wieder und immer genauer zu untersuchen, was Andere zu diesem oder jenem Thema gesagt haben und es dann „auf die Goldwaage zu legen“? – Ich kehre in solchen Fällen dann lieber auf meinen eigenen, für mich weitaus besser überschaubaren und damit auch längst nicht so sehr anstrengenden Weg zurück.)

  • Ralph Schöpke (Regimekririker_Dracula)
    Antworten
    Ein kunstvolleres Missverstehen von Sahra Wagenknecht habe ich von linker Seite noch nicht vernommen. Übrigens, #Aufstehen wird von den Aufstehern gemacht und die Verfasser des Gründungsaufrufes haben dafür nur den Rahmen gesetzt. Das Auseinandersetzen mit Ängsten und z.T. nichtakzeptierbaren Meinungen unserer Bevölkerung baut doch keine Querfront auf. Dabei wird man doch nicht gleich selbst zum Nazi. Gegen die rechten Rattenfänger brauchen  wir auch die Unterstützung der scharfen Zungen hinter-den-Schlagzeilen.

    Gemeinsam Aufklären heißt es jetzt, statt mit der linken Krankheit Ausschließeritis dem Neoliberalismus mit seinem faschistischen Wurmfortsatz die Welt zu überlassen. Nachsitzen sollten wir alle!

    • Imago
      Antworten
      @ Ralph Schöpke: Ihrer (bzw. Deiner) Aussage oben („Das Auseinandersetzen mit Ängsten und z.T. nichtakzeptierbaren Meinungen unserer Bevölkerung baut doch keine Querfront auf. Dabei wird man doch nicht gleich selbst zum Nazi.“) stimme ich zu 100% zu und das, was Sie (bzw. was Du) weiter unten als linke Krankheit namens „Ausschließeritis“ bezeichnest, habe ich LEIDER AUCH SCHON schon (und zwar immer wieder!) beobachtet. Für mich war und ist Letzteres (leider immer wieder ausgesprochen dogmatisch und kurzsichtig betrieben) vor allem auch der Grund, weshalb ich schon lange keiner politischen Gruppierung mehr angehöre, aber dennoch zum gemeinsamen Schulterschluß mit solchen durchaus bereit bin, sofern mir ihre jeweils verfolgten Ziele zusagen (was innerhalb des linken Spektrums für mich durchaus häufig der Fall ist, gleichzeitig aber auch bedeutet, daß – auch ich eben manches [damit aber eben nicht auch schon Manche!] mitunter leider – ausschließen muß).

      Der Kern des Problems ist für mich dabei Folgender: Was ich (übrigens bei allen politischen Gruppierungen) mit Skepsis sehe, ist der meiner Ansicht nach irrige Glaube, immer mehr Macht erringen zu müssen, um schließlich „den Sieg“ davonzutragen. Macht auszuüben bedeutet meiner Definition nach jedoch immer, Andere auch durch mehr oder weniger Druck (und das bedeutet eigentlich nichts Anderes als unterschwellig ausgeübte Gewalt) dazu zu veranlassen, „irgend etwas“ zu machen (Macht ist für mich somit eigentlich ein mit einem Ausrufezeichen versehenes „Tun-Wort“ und bedeutet – Andere machen machen).

      Ich gehe aber davon aus, daß – eigentlich ALLE ANDEREN EBENSO WIE ICH im Grunde genommen (bzw. ursprünglich) AUS FREIEM ENTSCHLUSS handeln wollen und meine daher, daß der Weg das Ziel auch schon beinhalten sollte, wenn‘ s auch wirklich von A bis Z glaubwürdig sein soll, denn – um das Recht auf größtmögliche Freiheit auch wirklich glaubwürdig proklamieren zu können, sollte man doch wohl stets auch ganz bewußt dazu bereit sein, diese größtmögliche Freiheit – tatsächlich auch zu gewähren!

      Aus diesem Grund nehme ich ganz bewußt – weder an irgendwelchen Machtkämpfen (noch an den – leider auch in vielen linken Kreisen noch immer recht beliebten Macht-„Spielchen“) teil.

  • Andreas Schlüter
    Antworten

    Hier ist wohl Einiges durcheinandergegangen. Immer wieder hat Sahra betont, dass es um den Kampf gegen die Fluchtursachen (die Ausplünderung der südlichen Hemisphäre, die vom Westen geführte Kriegspolitik usw.) geht und keineswegs um einen „Kampf gegen Ausländer“. Das es aber in der derzeitigen historischen Phase der Menschheit nicht ohne Staaten (mit ihren Grenzen) gehen wird, auch als Rahmen für die Demokratie sollte eigentlich einsichtig sein. Hier hat irgendwie ein Oberlehrer gesprochen. Ich empfehle diesen Artikel:

    Aufstehen, die neue Sammlungsbewegung in der Podiumsdiskussion: Sahra Wagenknecht bringt es auf den Punkt!”: https://wipokuli.wordpress.com/2018/09/10/aufstehen-die-neue-sammlungsbewegung-in-der-podiumsdiskussion-sahra-wagenknecht-bringt-es-auf-den-punkt/

     

  • Struppi
    Antworten
    Warum Flüchtlingen die Hilfe verweigern, weil man manche der Helfer für unglaubwürdig hält? Warum sich als Opfer der neoliberalen Globalisierung der zutiefst kapitalismusfreundlichen AfD in die Arme werfen?

    Wie kommt man auf solche Aussagen im zusammnehang mit #aufstehen oder Wagenknecht?
    Niemals hat sie aufgefordert jemand die hilfe zu verweigern.

    Ich halte das Thema Flucht auch nicht für sonderlich relevant wenn es um die hiesigen Lebensverhältnise geht und wie diese aus linker Perspektive verändert werden müssen.

    Das sich die Öffentlichkeit so darauf fixiert, ist ein genialer Trick der Herrschenden. Deutlich wird das durch solche Diskurse. Da braucht sich der Kapitalist keine Gedanken mehr zu machen. Billige Arbeiter sind ihm gewiß und das der Sozialstaat hinter dem „grossen Problem“ Flüchtlinge zurückstecken muss, wird ja jeder verstehen.

    Wirklich genial wird das ganze noch dadurch, dass der Staat die Afd und das umfeld als Extremistisch und Verfolgungswürdig darstellt und der großteil der Bevölkerung dies genauso sieht und in der Folge dann erhebliche Einschnitte in bürgerliche Freiheitsrechte durchgeführt werden können. Zusätzlich werden noch viele Millionen für „Aufklärungskampagnen“ und Stiftungen ausgegeben um dieses zu orchestrieren.

    Ich weiß nicht, warum Linke darauf reinfallen. Der Universialismus des Kapital sollte jedem doch klar geworden sein, seit unter dem Begriff „Globalisierung“ Arbeits- und Umweltschutzrechte aus Europa verlagert wurden, um sie dann in Asien zu missachten. wir kennen alle die Bilder der in Fabriken eingesperrten Textilarbeiterinnen, aus denen Gifte direkt in die Flüsse geleitet wird. Das ist das Kapital in Europa und Nordamerika, die den Schutz der Arbeit und Umwelt nicht mnehr bezahlen wollten.

    Das Volk wurde mit billiger Waren gelockt und die Mittelschicht verdient durch Handel und dem technischen Equipment das Vorstadthäuschen.

    Nun wird es Zeit dem Volk klar zu machen, das ein Sozialstatt keine Zukunft mehr hat. Der Druck auf diese, durch hundertausende Menschen die Hilfe brauchen und der immer wieder Wiederholte Phrase der Unwirtschaftlichkeit, führt zu einem Abbau der Versorgung und einer Steigerung der Gewinne für Aktionäre unmittelbar aus den Sozialsystemen.

    Auch auf die Bildung wird dieser Druck wachsen. Schon heute haben manche Fächer ohne Drittmittel keine Chance mehr. Die „Grundbildung“ ist momentan in einem Zustand des totalen Chaos, da ihnen immer mehr Aufgaben aufgebürt werden ohne dafür Personal und Mittel zu Verfügung zu stellen.

    Diese Zerstörung des Sozialstaates wird in den letzten immer stärker und spürbarer voran getrieben, auch wenn dies einige Schichten nicht spüren. Die Neubausiedlungen in den Innenstadtbereichen, wo Wohnungen für viele hundertausend Euro entstehen bei Mieten kaum unter 20 Euro der qm², zeigen das es durchaus viele Menschen, gibt die davon profitieren.

    Aber die, die es nicht tun haben aktuell keine wirkliche Stimme in der Politik und werden durch solche Kämpfe, wie hier, immer weiter marginalisiert und dem Kapital ausgeliefert. Ohne Solidarität profitieren nur die Wenigen, die in den vergangenen 20 Jahren ihr Luxusleben ausbauen konnten.

    Für mich ist #aufstehen der erste echte Versuch dieser Entwicklung etwas entgegen zu setzen und es läßt mich verzweifeln, wie aus den eigenen Reihen dieser Versuch torpediert wird. Sei es mit der chimäre des „rechtssein“ oder wie zuletzt im „prager Frühling Magazin“ durch Theorieartikel, die im Prinzip jede politische Arbeit „im falschen“ als Verrat bezeichnen.

  • Erich Paul's Remark
    Antworten
    „Migrationsfreundlich“ und „migrationskritisch“ ist nicht gleichbedeutend mit „links“ und „rechts“. So hat der linke Publizist Hannes Hofbauer gerade ein Buch „Kritik der Migration“ veröffentlicht und der wirtschaftspolitischer Sprecher der NRW CDU Henning Rehbaum erklärt, dass es einen „Fachkräftemangel in prekären Berufen“ gebe, der nicht mit bessern Arbeitsbedingungen, sondern nur mit Migration gelöst werden könne (WZ vom 1.9.2018). Damit macht er verblüffend offen deutlich, wer ein besonderes Interesse an Migration und offenen Grenzen hat.

    Es ist wichtig, die Auswirkungen von Migration sowohl für die Herkunfts-, als auch für die Zielländer zu thematisieren. Das schon als „Flirt mit der AFD“ zu bezeichnen ist der Versuch, eine politische Diskussion von vorneherein zu unterbinden. Das würde aber nach meiner Einschätzung den Rechtsruck nicht bekämpfen, sondern ihn im Gegenteil befördern.

  • Feuchte GRÜNE Träume
    Antworten
    Wagenknecht muss nicht nachsitzen, nur weil sie GRÜNE-feuchte-Träume nicht verwirklicht! Sie ist nicht zuständig und GRÜNE sind Bürgerliche, nicht Soziale!

    Die Treiber in Richtung RECHTS sind alle Etablierten, auch GRÜNE, offensichtlich!

    Wie krank diese Gesellschaft schon ist, gemacht worden ist! durch unsere gewählten „Demokraten“, wird für jeden mittelmäßig intelligenten Beobachter von Politik erkennbar. Berechtigte Kritik und Fragen dazu sind heute nur noch ein Grund für schnelle und zielführende Denunzierungen, Diskriminierungen aus allen Richtungen. Noch mal zur Erinnerung, Diskriminierung und üble Nachrede waren mal bis 2005 Straftaten, heute sind das Mittel zum Zweck um sich wirtschaftlich zu bereichern, nicht mehr nur SPD-GRÜNE-Agenda-Mittel. Unsere Künstler werden Wege finden dies mit Poesie und schönen Texten zu begleiten bei ihrer Weiterentwicklung, mehr nicht.

    Wahlerfolge? Na ich weis nicht, eher der letzte Versuch der freien Welt noch einen freien, Grünen Anstich zu verpassen, bevor sie ganz den Bach runter geht. GRÜNE haben sich doch schon für die Gewalt gegen Arme der Agenda 2010 entschieden?! Klar und deutlich, auch die Jahre danach wurde sich an der HETZE beteiligt!

    Wagenknecht muss nicht nachsitzen!

    Wagenknecht muss auch keine feuchten Träume der GRÜNEn erfüllen!

     

  • Imago
    Antworten
    Ich kann zwar keinen „Blankoscheck“ für jede einzelne hier gemachte Aussage ausstellen, freue mich aber sehr, hier gerade immer wieder sehr differenzierte und zutreffende Kommentare zum obigen Thema zu lesen (die Aussagen oben „Migrationsfreundlich“ und „migrationskritisch“ ist nicht gleichbedeutend mit „links“ und „rechts“ bis hin zu „Es ist wichtig, die Auswirkungen von Migration sowohl für die Herkunfts-, als auch für die Zielländer zu thematisieren. Das schon als „Flirt mit der AFD“ zu bezeichnen ist der Versuch, eine politische Diskussion von vorneherein zu unterbinden. Das würde aber nach meiner Einschätzung den Rechtsruck nicht bekämpfen, sondern ihn im Gegenteil befördern“ kann ich z. B. alle zu 100% unterschreiben, und auch was „Struppi“ weiter oben sagt, ist aus meiner Sicht ebenfalls vollkommen zutreffend.
  • rr
    rr
    Antworten

    Es ist ja auffällig, dass sich zu Sahra Wagenknecht hier viele äußern, die sonst nie auf HdS zu finden sind.  Es bestehen offenbar Absprachen innerhalb der Bewegung #Aufstehen, dass in der Öffentlichkeit überall dort, wo es jemand wagt, Sahra zu kritisieren, „Meinung gemacht“ und der Autor gejagt wird – wohl wissend, dass die Gegenseite, etwa Unterstützer der Demo #Unteilbar, keine Gegenkampagne organisieren werden. Es es entsteht so der Eindruck, dass „alle“ für Sahra sind, ja, dass man sinnvollerweise gar nicht gegen sie sein KANN.

    Auf facebook, wo man nicht befürchten muss, nicht freigeschaltet zu werden, fallen die Reaktionen dann schon mal rubuster aus, wie hier die Zuschrift von einem Jörg Tölle: „Ich habe selten einen noch größeren Unsinn gelesen…. Einfach nur wiederlich, faktenverdrehend… Wir sind *Aufstehen* … wir sind nicht „links“, wir sind nicht „rechts“, wir sind sozial… Wir stehen für Solidarität und eine friedliche Welt….“

    Ich verstehe im übrigen aber recht gut, wenn jemand länger an Sahra Wagenknecht festhalten möchte und nicht so recht glauben kann, dass sie jetzt plötzlich „schlimm“ sein soll. Man ist doch sehr gewöhnt daran, sie in wirklich brillanten Talkshow-Auftritten als positive Figur wahrzunehmen. Ich habe sie auch lange in Schutz genommen. Immer noch sehe ich an ihr bzw. an #Aufstehen auch viel Gutes. Aber Kritik in einigen Punkten ist doch fällig, und auch #Aufstehen-Mitglieder sollten in der Lage sein, die dunklen Seiten zu sehen und klar zu benennen. Man kann sich ja darüber streiten, ab wann die Bezeichnung „rechts“ angebracht ist. Wichtiger ist aber festzustellen, dass manche Äußerungen von Sahra wirklich übel gewesen sind, z.B. diese:

    „Weltoffenheit, Antirassismus und Minderheitenschutz sind das Wohlfühl-Label, um rüde Umverteilung von unten nach oben zu kaschieren und ihren Nutznießern ein gutes Gewissen zu bereiten“ Quelle: https://www.queer.de/detail.php?article_id=32282

    • Regimekritiker_Dracula
      Antworten
      Ich fühle mich angesprochen, auch wenn ich erst über den RUBIKON dazu gekommen bin. Sahra braucht keine Verteidiger. Das kann sie selbst am besten. Zu dumm nur für ihre Feinde (warum auch immer, mir unverständlich), dass die Argumente der #Aufstehen-Bewegung vernünftig sind. Wer es als ihr Kritiker ehrlich mit einer dringend besseren Welt meint, kann sie ja als Person einfach ignorieren. Was geht mich Euer interner ZOFF an. Die Welt steht vor dem Abgrund und das zählt! Darf es noch einen Schritt weiter sein?
    • Marla
      Antworten
      @rr

      An alle SalonLinken, LinksRechten (li li blinken, re fahren), LivestyleLinken, SPDler (auch mal Linke) Grüne (auch mal Linke), Gewerkschaftler (auch mal Linke)

      mal hier drüber nachdenken:

      https://www.taz.de/Archiv-Suche/!5516398&s=Kosmopoliten/ 
      „Als Kosmopoliten bezeichne ich die akademisch gebildete, zumeist in urbanen Zentren ansässige Mittelschicht, die sich an Werten wie Toleranz und Weltoffenheit orientiert, politisch interessiert und zivilgesellschaftlich engagiert ist. Angepasst sind sie insofern, als dass sie durch Selbstoptimierung und unternehmerisches Handeln das Projekt des Neo­liberalismus verinnerlicht haben, auch wenn sie diesem eigentlich kritisch gegenüberstehen und sich ­gegen eskalierende Ungleichheiten aussprechen. Doch verhalten sich linksliberale Werte zum neuen Kapitalismus wie ein Schlüssel zum Schloss.()

      Die linksliberalen Werte sind der Motor der Globalisierung. So haben sich einst alternative Lebensformen in ihren Strukturen überall in der Wirtschaft etabliert.()

      Linke Werte sind ein Teil des herrschenden Apparats geworden. Viele Linke sind ja selbst Gate­keeper in den staatlichen oder öffentlichen Institutionen. Sie arbeiten als Pädagoginnen, Sozialarbeiter, Journalistinnen, Sozialwissenschaftler, Lehrerinnen und so weiter. Sie beherrschen die öffentliche Meinung und sind genau das, was heute die Rechtspopulisten spöttisch als pädagogisches Establishment bezeichnen. Hinzu kommt: Die Kosmopoliten stehen als Kreative, Wissenschaftler, Ingenieurinnen oder Juristen an der Spitze der kapitalistischen Wertschöpfungskette und erzielen hohe symbolische wie auch ökonomische Profite aus einem Kapitalismus, der auf Ideen und Innovationen basiert.()

      Sie bewohnen die attraktiven Kieze und Innenstadtquartiere, die inzwischen so hohe Mieten und Immobilienpreise aufweisen, dass sich soziale Exklusivität wie von selbst einstellt. Zu den wirkungsvollsten kosmopolitischen Grenzanlagen gehört die kapitalistische Ausrichtung des Lebensstils. Kulturelle Offenheit wird somit kompensiert durch ein hochgradig effektives Grenzregime, das über Immobilienpreise und Mieten, über ein sozial und ethnisch hoch selektives Bildungswesen sowie über den Zugang zu exklusiven Freizeiteinrichtungen und Clubs gesteuert wird.

      Die Abgrenzung erfolgt nicht nach außen, denn hoch qualifizierte MigrantInnen sind hier selbstverständlich willkommen, sondern nach unten.“ (!!!)

       

  • eulenfeder
    Antworten
    Man kann das pro und kontra radikal abkürzen und des Pudels Kern in radikaler Kurzform anzeigen ( gleichwohl den eigentlich nicht vorhandenen Kern, auf den es aber ankommen sollte ) :
    AUFSTEHEN ! – MUSS sprichwörtlich ‚anders daherkommen ! ‚ –
    wenn es also ein AUFSTAND sein soll und angesichts der durch die wirtschaftsfeudalistisch arschgefickte Politikerbande vorsätzlich herbeigeführten Zwangsverelendung, Ungerechtigkeit und Totalüberwachung, nebst Faschisierung, Polizeiallmacht und Enthumanisierung allgemein auch sein MUSS.
    AUFSTEHEN ! – muss also ein politisch-ideologisch grenzüberschreitender tatsächlicher Aufstand sein – Revolution nennt man das.
    Sarah hat das politische Handwerk gelernt und politisch-pragmatisch fischt sie um Wählerstimmen oder Anhänger ihrer Bewegung, bedient also damit das altbekannte ‚Schlachtfeld‘ der politischen Gunstbuhlerei – und auch ihr geht es um Macht.
    Das ist eben der Weg der NICHT zu wirklichen Veränderungen führt, es ist der altbekannte Weg einer Systemdienlichkeit, denn damit wird man dieses Unrechtssystem nicht verändern, abschaffen gar.
    Links, Rechts, Mitte, sonstwie oder was… ein Richtungsgezänk schnatternder Politgänse – die Fädenzieher in der Geld- und Wirtschaftsmacht im entscheidenden Hintergrund sehen es gelassen und amüsant, vollziehen derweil endgültig die Wirtschaftsdiktatur.
    AUFSTEHEN ! – JA ! – aber doch nicht für die Beibehaltung des Herrschaftssystems, abgeschafft muss es werden.
    Oder haben wir, egal wie sich dieses bestehende System politisch zusammensetzte, folgendes :
    Freiheit, Gerechtigkeit, Demokratie, Sozialwesen ?
    Geradezu ‚himmlische‘ Werte, weil nicht vorhanden, also sage ich:
    Machtblöcke zertrümmern ! – in Ruinen kann man den Himmel sehen –
    und Neues aufbauen.
  • Imago
    Antworten
    @ rr: Ich bin (siehe mein Kommentar oben) ganz bewußt kein Mitglied auch nur irgendeiner politischen Gruppierung (und auch keiner sonstigen Sekte), meine aber doch, daß der z. B. oben erwähnte Satz „Weltoffenheit, Antirassismus und Minderheitenschutz sind das Wohlfühl-Label, um rüde Umverteilung von unten nach oben zu kaschieren und ihren Nutznießern ein gutes Gewissen zu bereiten“ NICHT NEGATIV ZU BEWERTEN ist, denn so wie ich ihn verstehe zielt er z. B. auf die bei den (inzwischen oft sehr gut situierten) Grünen meinen Beobachtungen nach recht weit verbreitete Tendenz, mit Vorliebe auf die Rechte von in ihren Kreisen durchaus zurecht unterstützten Minderheiten zu achten, die ebenso vorhandene Rechte anderer ebenfalls benachteiligte Bevölkerungsteile (wie z. B. Hartz4-Empfänger) jedoch weitgehend auszublenden, ja diese inzwischen vielfach sehr benachteiligten Leute (ich beobachte das z. B. immer wieder auf dem Wochenmarkt) geradezu naserümpfend geringzuschätzen! – Ich kann Wagenknechts (sicher sehr scharf klingende) Äußerung daher durchaus verstehn (und kann daher zusätzlich auch noch verstehen, wie es von Seiten der unterdrückten Gesellschaftsschicht her zu dem zweifelsohne stark diffamierenden Ausdruck „Gutmenschen“ gekommen ist).

    (Das TEILWEISE GEWISS ZURECHT GUTE GEWISSEN mancher Grüner z. B., sollte von ihnen eben nicht (wie bislang leider oft) auch schon ALS ANGENEHMES RUHEKISSEN verwendet werden.)

  • Marla
    Antworten
    Ich habe mich vom Rubikon hierhin verirrt! 

    Der obige Artikel, Art und Stil machen mich fassungslos!

    (Konnte Artikel deswegen auch nicht in einem Rutsch ertragen!)

    a) es wird wortgewaltig auf die Reaktion der AfD hingewiesen, um dann zu schreiben: ups, muss ja nicht was dran sein???!!!

    b) es werden „ich und mein Johannes“ Stile benutzt: besonders Männer zitieren andere, insbesondere andere Männer… damit sie stärker im Auftreten sind? Hier werden anonyme Quellen verwendet! Der nogoHammer!

    c) merkwürdig war das Aufkommen von #unteilbar im Rahmen von #aufstehen…. Und was machen die Reaktionslinken daraus? Vergleichen, SW beschimpfen! Besser kann Manipulation nicht gehen, oder?

    Unteilbar war eine bis zur Spitze geförderte, geplante heiteitei Veranstaltung! Die Frage hätte man stellen müssen: warum kriegen die trotz massiver Werbung nur 250 000 nach Berlin? Umsonst und beworben bis zum Anschlag und dann kriegt Dt. nur nen Viertel hin? (Knapp 1 Mio für die Unabhängigkeit in Katalonien)

    Unteilbar ist nur ein Aufhüpfer und daher ist es “sitten-widrig“ dieses mit #aufstehen zu vergleichen!

    d)offene Gesellschaft (…ich kanns nicht mehr hören!) diese Idee wurde wieder erweckt als es um Migration und Flüchtlinge ging… offene Gesellschaft ist also in einem Atemzug mit offene Grenzen (für Banken, Wirtschaft, Arbeitssklaven, Ausbeutung, Steuergelder und Mafiasysteme zu sehen!)

    e) offene Gesellschaft 2: diese bes von Welzer ausgelöste Kampagne wird gesponsert von #Bertelsmann #scholtz&friends und dient in erster Linie als vorweihnachtl.Gatkeeper für die internationalen Interessen!

    f) SW hat nicht „abgesagt“, sondern nur gesagt, sie ginge nicht hin! Seit wann ist linkes Denken eine MußDemonstrantenTeilnahme?

    g) dieses leidige Sammelbewegung von unten/oben! Ehrlich vll sollten viele erst mal uberlegen wo sie zu verorten sind! M.E. stehen a la obigen Taz Artikel sehr viel Linke ‚oben‘ sind voll im Establishmnet angekommen und tun nun so als seien sie noch unten… #unteilbar ist also von unten, welch ein Schmarrn!

    h)was mich richtig ärgert und damit die Linke komplett mit Vorsicht behandeln lässt: dieses „alles was nicht für mich ist, als rechte, nazis, bildungsfern, blöd“ zu diffamieren und sich dann darube aufregen, dass da braune Sprenkel sind! (Gerade Liebig zählt zu denen die schon Nazi gesehen haben, als ich noch analysieren wollte wer das heute ist!)

    i) hier fängt etwas vollkomenn undemokratisch an: Beweisumkehrlast: jmd muss etwas beweisen, was kaum beweisbar ist, da der Ausrufer höchst Scharlatanerisch war! (Diese Art ist nicht links sondern von der Natur her rechts! Kontaktschuld, Wörter auf Goldwagen legen, aus Zusammenhängen zitieren, Gesinnungsterrorismus!)

    Ich könnte hier noch stundenlang….

    Zusammenfassend kann ich nur sagen: wenn man solche „Freunde“ hat braucht man keine Feinde mehr!

    Die Linke sollte endlich merken: sie wird so rachsüchtig, so kleingeistig, so biedermeierisch Erbsenzählend, so beleidigte Leberwurst, so etepetet, so “wenig am Puls der Zeit“, so verkniffen „unerotisch“ niemals weiter als bis 7% kommen!

  • Marla
    Antworten
    Ich sehe mehrere Fehler SWs: sie hätte die Parteiler der Linken in die Wüste schicken sollen und sich ganz auf aufstehen konzentrieren sollen!

    (Muss sich eine Person dermaßen zerstückeln lassen … von den eigenen Leuten… nur weil da eine gut aussehende Frau(!!), eloquent, sicher im medialen Auftritt und (schlimm!) auch noch kompetent (und noch schlimmer) wirtschaftskompetent ins Zeug legt?

    von oben nach unten: genau hier war sie zu linken- feige! Basisdemokratisch ist gut und schön, nur wenn man komplett anders will, komplett verkrustete Strukturen aufbrechen will sollte man von oben (oder in einer ‚geschlossenen Gruppe‘) verqueres vorgeben!

    Die Tendenz zur Mitte, zum Mittelmaß und zum Kompromiss ist eine tolle Sache der Schwärme…. ist nur doof wenn ‚anderst‘ auf dem Programm stehen soll!

     

    Ich bin dieser USA Forschungseinrichtung gegenüber mehr als skeptisch…. Nee, #aufstehen geht heute nicht mehr über Netz (bes. da fratzebook, correktiv, twitter und wie sie alle heißen „korrekturen“ betreiben!) und dieses permanente panashieren und kumilieren ist im jetzigen Zustand nicht Demokratie-fördernd!

    Was richtig und wichtig ist: die dezentralen Ortsgruppen, die sich bilden oder gebildet haben…. (Von einem zu berichten und alles auf 100% zu erhöhen ist schlechter Stil! Alle Männer sind Schweine! Wette ich kanns beweisen? 😉

    Eine Sammlungsbewegung ist wie ein Pflänzchen: es braucht Zeit, Nahrung, Luft und Licht…. vor allen Dingen Zeit!

    Echt diese neoliberale Wachstumsideologien: Pflanzen und morgen ernten…. Leute dat geht nicht!

    Weder mit Menschen, noch mit Natur noch mit Umwelt!

     

    Und verdammt: das Linke ist dermaßen träge und angepasst und Machtbesessen geworden, das es kaum noch zu erkennen ist! Wo bitte schön ist das Linke denn noch?

    Und jetzt bildet sich eine Gruppe, die linkes Denken, linkes Fordern, linkes Handeln stärken will und wohlstandsverwöhnte Linke ärgert das?

    Und erschreckend auch hier: ein linker Establishment Kreis ist total ignorant gegenüber den vielen Fussvolksuchenden!

    SW hat doch Recht: viele die AfD wählen sind vorher bei Linken, SPD, Gewerkschaftsn, Grünen gewesen….. sollen die da weiterhin gefrustet bleiben?

  • Holdger Platta
    Antworten
    Also, ich finde, Roland hat einen ausgesprochen nachdenklichen, differenzierten und argumentativen Artikel geschrieben zu der von Sahra Wagenknecht ins Leben gerufenen Sammlungsbewegung „aufstehen“. Ich kann also jenen Kommentatoren nicht folgen, die behauptet haben, es fänden sich in Rolands Beitrag „diffamierende“ Äußerungen undsoweiter. Es ist wie immer: wer mit solchen Bewertungen aufwartet, der sollte dann auch angeben, welche Äußerungen er glaubte, derart scharf abqualifizieren zu müssen. Und begründen, wieso er zu diesen Verurteilungen gekommen ist.

    Ich finde, zweitens, daß Roland keinesfalls einen „Totalverriß“ zu dieser Bewegung geschrieben hat. Auch in dieser Hinsicht, so mein Eindruck, machen es sich viele Kritiker seines Beitrages viel zu leicht.

    Schließlich: wer „spaltet“ eine Bewegung eigentlich (wie hier an einigen Stellen Roland und anderen vorgeworfen wird)? Derjenige, der einen partiell fragwürdigen – heißt ja wohl auch: befragungswürdigen! – Aufruf veröffentlicht hat, ohne vorherige Rücksprache mit den vielen eigenen MitstreiterInnen, oder derjenige, der dann differenziert-argumentativ einige dieser Fragwürdigkeiten aufgreift? Nebenbei: ohne Totschlagworte, ohne Haudraufsätze, ohne Unterstellungen undundund!?

    Könnten wir uns nicht darauf einigen, daß einiges an diesem Aufruf der Sammlungsbewegungen durchaus noch präziser – als mißverständnisfreier – formuliert werden könnte? Und:

    Gibt es nicht – leider, sage ich! – Sätze von erheblicher Fragwürdigkeit, Sätze, die bis dato kaum einen anderen Schluß zulassen als den, daß Sahra Wagenknecht es mit den Menschenrechten der Flüchtlinge nicht mehr so hält – und dieses fesststellen zu müssen, ist wahrlich keine Nebensache oder Kleinigkeit! – und daß sie eine merkwürdige Alternative herbeizukonstruieren versucht, nämlich die, daß man sich zu entscheiden habe zwischen „Fluchtursachenthema“ (ihr Thema – nebenbei: auch unseres!) oder „Soforthilfe für Flüchtlinge in der Not jetzt“ (und dieser scheint sie in üerflüssigerweise schillernden Formulierungen – ich sage: scheint! – eine deutliche Absage erteilen zu wollen!). Ich bleibe dabei: beides ist erforderlich, wenn es sich um eine linke und humane Positionierung handeln soll!

    Ich selber habe diesen Punkt – wahrlich keine Kleinigkeit, keine ‚Nebensache‘ – in meinem Artikel zur Sammlungsbewegung „aufstehen“ sehr deutlich zu analysieren versucht, nämlich hier auf HdS vor einigen Wochen unter dem Titel „Aufstehen? – Ja, aber mit dem richtigen Fuß“ 

    Weder Roland noch ich haben bisher auf die bei ihm wie bei mir gestellten Fragen eine klare Antwort bekommen. Und schon gar nicht uns mit einer argumentativen Auseinandersetzung mit unseren Sorgen beschäftigen müssen.

    Totschweigen – wie durchaus anderswo feststellbar! – oder bloßes Abwerten und Etikettieren („spalterisch“, „diffamierend“…) reichen da wahrlich nicht aus! Und stellen zudem das genaue Gegenteil einer solidarischen Debatte dar.

    Ich würde mich freuen – gerade auch bei den kommentierenden ‚Neulingen‘ bei uns! -, wenn die Debatte sachlich und sachorientiert bei uns weiterginge, argumentativ und differenziert, genauso,  wie Roland es vorgemacht hat und worum ich mich vor einigen Wochen dito bemüht habe – mir scheint, sehr deutlich eigentlich, zumindest aber sehr deutlich erkennbar.

    Differenzen tauchen dort auf, wo die Differenzierungen verlorengehen!

    Mein Vorschlag mithin: kehren wir zu den Differenzierungen zurück!

    • Imago
      Antworten
      Ich sehe es auch so, daß Roland KEINESWEGS einen Totalverriß von „Aufstehen“ geschrieben hat, mir scheint aber, daß es unter uns Kommentatoren hier vor allem auch sprachliche Differenzen zu geben scheint, weil offenbar viele der verwandten Begriffe noch immer unterschiedlich verstanden werden (und obendrein auch Sahra Wagenknechts Ausdrucksweise oft nicht gerade einfach zu verstehen ist). Andererseits aber glaube ich jetzt schon zu erkennen, daß wir inhaltlich alle eigentlich gar nicht so sehr auseinanderliegen, und wenn wir die sprachlich-begrifflichen Hürden erst einmal gemeistert haben auch recht gut zueinander finden können und ich denke daher, es wäre auch durchaus der Mühe wert!
    • Marla
      Antworten
      @Platta….als 9/11 losbrach, stellten nahezu alle Medien direkt oder indirekt immer den Zusammenhang „Islamisten“ her… 15 Jahre später sind sie erstaunt, dass Islam negativ gesehen wird?

      und ähnlich hier: permanent wurde und wird Wagenknecht mit AfD oder rechts in Verbindung gebracht…. Und dann ist man „not amused“ wenn Leute Gegenwind fabizieren?

      Was also sollen die einleitenden AfD Meinungen?

      Oder auch das m.E. unwissenschaftl. “ich kenn da jemanden der hat auch gesagt…. Soll ich jetzt meine Familie zitieren, damit meine Argumente Gewicht bekommen?

      Der Hinweis auf den Leumund „freitag“ ist übrigens spannend: die Kommentare durchweg lesenswert! (Auch hier wird deutlich, sie hat aus dem “Bauch heraus geschossen“!)

      Bitte also erst mit Differenzierungen beginnen und dann bei Gegenwind -zu Recht- auch Differenzierungen einfordern!

      #aufstehen mit #unteilbar vermengen ist ’sitten-widrig‘!  Äpfel mit Steinchen zu vergleichen hinkt auch!

      Im Gegenteil: eine kritische Linke hätte sich sehr wohl mit diesem Konglomerat der Kuschelrevolution auseinandersetzen müssen! #unteilbar mit Bertelsmann und scholz&friends&sorros? #unteilbar mit Tafeln? #unteilbar mit den Kriegsparteien?

       

      Offene Gesellschaft…. So zu tun als sei dieser Begriff nicht neu beinhaltet worden, geframt, ist unlauter! Offene Gesellschaft, Vielfalt, Menschenrechte werden mittlerweile ausschließlich nur noch im Zusammenhang mit AuslandsAusländern und AuslandsMigration gebracht! Gibt das nicht zu denken?

      Der Orkan der da wegen #unteilbar losgetreten wurde (Liebig und Taz vorneweg) war unglaublich! Gerade die Linke, die ja so schnell anderen alles Mögliche an den Kopf wirft, diese an den Pranger stellt (diese lebenslangen Internet als Nazi darstellt) scheint dann ‚plötzlich‘ Toleranz zu fordern? 

      In Stuttgart beobachtete ich: da wird komplett tolerant mit Grünlingen, mit SPDlern, mit Gewerkschaftlern, mit Kirchen gekungelt…. Und dann einen riesen Veriss geschaltet, weil Querfront (nachdenkseiten=KenFM=Elsässer), weil AfD nahe (war auf einer Lucke/Henkel-Afd Veranstaltung zum Thema Privatisierung)….. 

       

      Ich bin übrigens erst ‚beigetreten‘ als der von LivestyleLinken ausgekippte Schmodder zu groß wurde! Da dachte ich JETZT muss ich Haltung  einnehmen! Denn da wird blind kaputt gemacht was Hoffnung haben könnte!

      (Beim Lesen eines Gysi Artikels, Forum Magazin, kam der Gedanke auf: wahrscheinlich sind da einige einfach tierisch beleidigt ’nicht als VIP gefragt‘ worden zu sein! 

      Bin ich deswegen wie rr kolportiert ein blinder Mitläufer?

      Oder bin ich nur nicht grün genug und richte sofort mein Fähnchen nach dem Wind! Solidarisch gilt für mich auch für Inländer!

       

      Wer soll eigentlich Linke wählen, wenn die so Sch… drauf sind?

  • heike
    Antworten
    Das Zitat Sahra Wagenknechts:

    „Auch die Aggressivität, mit der progressive liberale Werte heute wieder in Teilen der Gesellschaft abgelehnt werden, dürfte ihren wichtigsten Grund darin haben, dass die Betroffenen diese Werte schlicht als Teil eines politischen Pakets empfinden, dessen wirtschaftsliberale Komponente ihren Lebensstandard bedroht. Für sie sind Minderheitenrechte und Antidiskriminierungspolitik heuchlerische Facetten eines politischen Programms, das sich als edel, hilfreich, solidarisch und gut inszeniert, obschon seine Protagonisten ihrem Wunsch nach einem Leben in bescheidenem, halbwegs gesichertem Wohlstand seit jeher mit völliger Gleichgültigkeit, ja Verachtung begegnen.“

    Die Deutung Roland Rottenfußers:

    Nicht das Kind mit dem Bade ausschütten!

    Die Analyse ist zum großen Teil richtig, die Schlussfolgerungen Wagenknechts sind es jedoch nicht. Gewiss gibt es ein sozial blindes Besserverdiener-Milieu, das sich in besonderer Weise für „Ausländer“-Integration und Minderheitenrechte einsetzt und die Probleme der einheimischen Mehrheit nicht sehen will. Warum aber das Kind mit dem Bade ausschütten? Warum den konstruktiven, humanen Liberalismus zusammen mit seiner destruktiven Verfallsform, dem Neoliberalismus verwerfen? Warum Flüchtlingen die Hilfe verweigern, weil man manche der Helfer für unglaubwürdig hält? Warum sich als Opfer der neoliberalen Globalisierung der zutiefst kapitalismusfreundlichen AfD in die Arme werfen?

    Eine verantwortungsbewusste linke Politik müsste versuchen, diese Zusammenhänge aufzudecken und den nach rechts Tendierenden ihre falschen Ideen auszureden.

    Meine Anmerkungen dazu:

    Sahra Wagenknecht hat in diesem Zitat dargestellt, warum sich Teile der Bevölkerung „aggressiv“ gegen „progressive liberale Werte“ wie „Minderheitenrechte“ und „Antidiskriminierungspolitik“ stellen: weil sie sie als verlogen empfinden, weil ihre eigenen Rechte nicht beachtet werden, sprich immer größere Teile der Bevölkerung Deutschlands in die Verarmung getrieben werden.

    Sie hat überhaupt keine falschen Schlussfolgerungen gezogen, Roland, und verwirft auch einen konstruktiven, humanen Liberalismus nicht. Im Gegenteil.

    Deine Aussagen zu diesem Zitat könnte man auch als Verleumdung ansehen.

  • eulenfeder
    Antworten
    …und nicht nur nebenbei bemerkt – dear Sarah

    “ Feine Sahne Fischfilet “ ist AUFSTEHEN morelike, wenn schon politisches Positionieren gefragt ist.

    Die eindeutige antifaschistische und antinazi-Radikalität ( antisystem freilich gleich mit eingebunden ) hat mehr das Zeug für einen Aufstand.

    Punk ist Rebellion !

     

  • Tommi T
    Antworten
    Sehr geehrter Herr Rottenfußer,

    ihre Form der Kritik an Frau Wagenknecht finde ich gelinde gesagt einfach nur Grotten schlecht. Es ist auch nicht das erste Mal, dass sie sich so dermaßen an Wagenknecht schriftlich abarbeiten.

    Ein Abarbeiten so, für was denn inhaltlich?

    Sich hochziehen an Aussagen von Ihr, die man so und manchmal auch anders verstehen kann, wenn man Ihr nicht gerade positiv als Person gesonnen ist und vielleicht politisch vollkommen anders denkt, als man selber vorgibt, vielleicht sogar nur meint; wenn man aber Frau Wagenknecht schon immer zugehört hatte weiß man, dass was sie kritisieren und herausstellen, nicht zutreffend ist?!

    Zudem, #Aufstehen hat noch einige Gründungsmitglieder mehr als nur Frau Wagenknecht, auch wenn sie die Galionsfigur ist. Aus meiner Sicht sogar berechtigt.

    Wie Sie jetzt aber mit den Kommentaren zu ihrem Artikel umgehen, nur weil diese pro Wagenknecht, aber grundlegend pro #Aufstehen sind, dass stimmt mich nun mehr noch machdenklicher.

    „Es ist ja auffällig, dass sich zu Sahra Wagenknecht hier viele äußern, die sonst nie auf HdS zu finden sind.  Es bestehen offenbar Absprachen innerhalb der Bewegung #Aufstehen, dass in der Öffentlichkeit überall dort, wo es jemand wagt, Sahra zu kritisieren, „Meinung gemacht“ und der Autor gejagt wird – wohl wissend, dass die Gegenseite, etwa Unterstützer der Demo #Unteilbar, keine Gegenkampagne organisieren werden. Es es entsteht so der Eindruck, dass „alle“ für Sahra sind, ja, dass man sinnvollerweise gar nicht gegen sie sein KANN“

    Ich hätte gerne auch weiterhin mein Schweigen bewahrt und hätte auch weiterhin hier in „Hinter den Schlagzeilen“ einfach nur gelesen, wenn nicht Gerade Sie jetzt zu den Kommentatoren solchen Pseudo Linken Unsinn von sich gegeben hätten.

    Diesen Blog hier lese ich schon seit den Anfängen des „Spiegelfechter“ heute „Neulandrebellen“! Mich muss niemand schicken, damit ich woanders kommentiere. Ich bin schon groß und das schaffe ich schon alleine.

    Kommentiert und geschrieben habe ich wie schon erwähnt nie und hiernach wird es wohl auch so wieder sein.

    Sie nehmen also die Kommentare als Offenbarung für eine Absprache innerhalb der Bewegung #Aufstehen dafür, weil jemand Ihre Kritik an Wagenknecht nicht teilt?

    Sie gehen noch weiter und stellen es nun so dar, man würde gegen Sie Meinung machen und den Autor, nämlich Sie, jagen?

    Ich konnte des Gleichen nicht wirklich in einem der vorhergehenden Kommentare finden. 

    Das alles nur, weil hier Menschen kommentieren und Sie dagegen ziemlich flach argumentieren, weil sich hier nicht unterstützend der Ihrigen Meinung zugewendet wird und Applaus ausbleibt? 

    Da fragen Sie sich doch mal bitte, warum?

    Vielleicht ist Ihre Meinung nicht so ganz die Richtige. Immerhin hat Meinung ja keinen Anspruch auf Richtigkeit.

    Sie geben sich mit Ihrem Zitat oben schon mehr der Lächerlichkeit preis.

    Sie führen Diffamierung gegen sich ins Felde und diffamieren den „Kommentator“ selbst.

    Den Verschwörungstheoretischen Anstrich in Ihrem Zitat, den bemerken Sie hoffentlich selber.

    Vielleicht ereilt Sie ja das Glück, und es folgen auch noch Kommentare, die mehr Ihre Sichtweise teilen. Es sollte mich zumindest nicht wundern.

    Ich jedenfalls teile Ihre Meinung in dem Artikel nicht.

    In einem Punkt muss ich Ihnen aber doch zustimmen.

    Wenn doch nur Zustimmungen hier zu Frau Wagenknecht und #Aufstehen erfolgten, dann entsteht NICHT NUR so der Eindruck, dass „alle“ für Sahra sind, dann wird es auch mehr so sein.  Jaaaa, dass man sinnvollerweise gar nicht gegen sie sein KANN! 

    Sie haben recht! Nun erwehren Sie sich nicht all zu stark Ihrem Eindruck 😀

    Warum sind Sie so sehr persönlich gegen diese Frau?

    In diesem Sinne wünsche ich auch weithin gutes Gelingen beim Schreiben, auch inhaltlich,

     

    mit freundlichen Grüßen,

     

    Tommi T.

    • eulenfeder
      Antworten
      Kritik muss erlaubt sein, erst recht wenn in sachlich-argumentierender Weise vorgebracht – wie hier von Roland mittels Aufsatz.

      Und übrigens: Sarah Wagenknecht selbst wäre in keiner Weise wegen dieser Kritik eine ‚beleidigte Leberwurst‘ oder würde sich gebären wie eine aufgebrachte Wespennestkönigin. Sie selbst würde Rolands Kritik annehmen und weiterdiskutieren, in gleicher sachlich-argumentierender Weise, davon bin ich überzeugt, auch als Nicht-Sarah-Fan.

      Sogar meiner radikalen Position, ihr gegenüber, weil mir der Machtmensch Wagenknecht nicht gefällt – würde sie sachlich begegnen.

      so what ? – ich habe nun den Eindruck, Rolands Kritik ( die erlaubt sein muss ) hat in ein Sarah-Fan-Wespennest gestochen… jedenfalls gebärt man sich so.

       

       

    • Palantir
      Antworten
      Wie schon an anderer Stelle gesagt: wenn du, B., keine Argumente hast, fängst du an zu beleidigen.

      Du musst dein Niveau nicht immer so zur Schau stellen.

  • rr
    rr
    Antworten

    @ Tommi: Vielleicht haben Sie teilweise Recht. Mein verschwörungstheoretische Aussage ist fragwürdig, d.h. man kann sich fragen: Ist sie wahr, ist sie falsch, ist sie nur Satire? Ich glaube durchaus, dass alle Wagenknecht-Befürworter aus eigenem Antrieb, ohne Absprache handeln könnten. Es könnte aber auch sein, dass bei #Aufstehen eine Art Korpsgeist herrscht. D.h. sobald jemand öffentlich gegen Sahra auftritt, wird er verbal „abgeschossen“ – natürlich von jedem einzelnen aus eigenem Antrieb.  Es ist ja auffällig, dass man von Horst Seehofer über Jens Spahn bis zu Gauland und Nahles jeden Politiker hier deutlichst kritisieren kann, ohne Kloppe zu beziehen. Aber wehe, man rührt an Sahra!

    Es kann durchaus sein, dass „wirklich“ mal mehr als 50 Prozent oder mehr als 70 Prozent gegen mich sind. Das hier ist kein Beliebtheitswettbewerb. Aber so lange Sie wie auch den meisten Ihrer Mitstreiter argumentativ im Vagen bleiben und lieber schlechte Stimmung verbreiten („grottenschlecht“), kann ich damit leben.

  • Imago
    Antworten

    Ein Vermittlungsversuch:

    Darf ich einmal versuchen, der Diskussion hier ihre unnötige Schärfe zu nehmen, indem ich daran erinnere, dass – jeder von uns das gerade Erlebte – zumeist AUCH durch die Brille seiner eigenen bisherigen Sozialisierung wahrnimmt und dass es bei jedem von uns demzufolge auch zu mehr oder weniger starken Eintrübungen in Sachen Wahrnehmung der Wirklichkeit kommen kann? – Der Begriff, den der Eine durchaus positiv besetzt sieht, kann beim Anderen schon negative Schattierungen ausweisen und wenn man das nicht berücksichtigt und auch darauf eingeht, können auch schnell schon leichte bis schwere Differenzen entstehen (die sich durch geduldig entgegenkommende Begriffserklärung [und das Vermeiden allzu schneller Vorwürfe und Unterstellungen] jedoch durchaus vermeiden lassen!). Bei Diskussionen die hartnäckig allein auf diese Weise geführt werden, bleiben am Ende nur zwei nach wie vor zerstrittene Parteien zurück und zwischen ihnen ein ganzer Berg von (wie ich bereits oft genug erlebt habe) unnötiger, weil oft gegenseitig mißverstandener Vorwürfe!

    Hitzköpfigkeit, Ungeduld und vorschnelles Urteilen führen leider nur sehr selten – ja fast nie zu echtem, dabei aber oft durchaus möglichem Erfolg! – Außerdem möchte ich auch daran erinnern, dass wohl keiner von uns in Anspruch nehmen kann, ständig fehlerfrei zu handeln und dass es demzufolge ziemlich dumm ist, dem Anderen dessen zuvor vielleicht begangene Irrtümer hartnäckig vorzuwerfen und ihn so womöglich mehr und mehr in der Enge zu treiben, denn solche Handeln könnte auch zum Bumerang werden! – Schließlich aber auch noch die Frage: Geht es bei dem Thema oben nicht eigentlich um Solidarität, oder habe ich da womöglich etwas – völlig falsch verstanden?

  • Fishing
    Antworten
    „Konstantin Wecker etwa unterschrieb den Gründungsaufruf von #Aufsehen bewusst nicht. Der Grund: er wolle als Künstler unabhängig bleiben und sich weiter für eine grenzenlose Welt einsetzen.“

    .

    Wäre mir keine Überraschung, bekäme nun auch Konstantin eine Einladung von der „Adolf Für Deutschland„.

    Akademikersprache schwere Sprache! Da verzweifeln selbst so manche Akademiker.
    Pssst…unter uns, ich bin kein Akademiker! Aber das kann man sicherlich aus meinen Texten herauslesen.

    .

    Was tut man nicht alles der „Adolf Für Deutschland“, aber auch der NEOLIBERALEN ELITE zuliebe?!

    Und da wundert man sich über den RECHTSruck auf diese
    Welt.

    Eine Welt die über KRIEGEN allzu viele Lieder singen kann.

    .

    Das BÖSE erkennt sich selbst immer wieder als das GUTE, das GUTE macht sich immer wieder selbst zum BÖSEN.

    .

    Wenn selbst die kleinste Chance für eine Umkehr, weg von der SCHWARZ-BRAUEN-NEOLIBERALEN Politik schon im Keim erstickt wird, dann hat schon die kleinste Saat des Bösen Erntezeit.

    .

    Die einen blinken LINKS und fahren RECHTS,

    die anderen blinken LINKS und verteilen RECHTS.

    Und dann sind da noch die, die LINKS blinken aber soweit LINKS abbiegen, so das es wieder in eine Kehrtwende führt.

    .

    Da wird zum einen erkannt, dass viele Flüchtlinge ihre Heimat gar nicht erst verlassen würden, wäre da nicht die Armut, der Tod und das Verderben, an dem der glorREICHE Westen mit seine sogenannten WERTE mehr als große Schuld trägt, und zugleich der Kampf gegen diese Missstände den RECHTEN in die Hände
    spielend kritisiert, indem man diese Entwicklung mit zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit der von den RECHTEN angeheizten Stimmung kaum zu realisierenden Forderungen.
    Solange Konzerne und ihre von ihnen gekauften Parteien die Macht nicht nur über EUROPA, sondern den Globus Erde haben, solang ist eine Welt ohne Grenzen
    ein noch weiteres öffnen der Türen für diese NEOLIBERALE GLOBALISIERUNG.
    Wie ich das sehe, haben gerade jetzt die“Adolf Für Deutschland“-SCHERGEN und ihrem „André Poggenburg“ mit ihrer provozierende Einladung an Sahra Wagenknecht einen weiteren Sieg errungen.

    .

    Schon vor Jahrzehnten hat man die Gelegenheit für ein friedliches grenzenloses Europa verpasst. Spätestens mit dem heiligen KOHL hatte der RECHTSruck in
    DEUTSCHLAND wieder an Fahrt aufgenommen.

    .

    (T)TIP(P): Ex-Kanzler Kohl mit Thatcher 1982

    .

    Eine grenzenlose Welt unter NEOLIBERALER ZWANGSJACKE kann nur Unheilvoll ausgehen.

    .

    DER GEMEINE IST REICH AN KRIEGE, DIE HERRSCHENDEN WERDEN REICH AN BEIDEN.

  • heike
    Antworten
    Die AfD weiß, dass sie mit ihrem Lob an Sahra Wagenknecht deren Ablehnung in Teilen ihrer eigenen Reihen befeuert. Auch deshalb tun sie das.

    Konstantin Wecker selbst hat mehrmals gesagt, dass sein Lied „Ich will eine grenzenlose Welt“ eine Utopie ist, von der er als Künstler nicht ablassen will. Ich selbst will davon im Sinne eines offenen Empfangens anderer hilfsbedürftiger Menschen auch nicht ablassen. Konstantin sagte auch, dass in der realen Politik das Machbare gemacht werden muss. Und genau das tut Sahra Wagenknecht zusammen mit #Aufstehen.

    Das manche Linke alles reflexhaft zerreißen müssen, was von der AfD gelobt wird, wurde von dieser schon nach kurzem als ein für sie arbeitender Mechanismus erkannt.

    Aber hier geht es nicht nur um links oder rechts. Hier geht es um die Zukunft dieses Landes, darum, welche Rolle es in der Welt spielen wird. Sahra Wagenknecht umd ihe Bewegung hat ganz klar der Ausweitung des Neoliberalismus DEN KAMPF ANGESAGT. Das, und eine ökologische Wirtschaft mit dezentralen Strukturen und staatlichen Vorgaben (Gesetzen) zum Schutz sozial Bedürftiger sind die Ziele, für die #Aufstehen steht.

  • heike
    Antworten
    Und Roland, „den Autor jagen“ ist doch etwas reichlich übertrieben – aber das verstehst Du erst, wenn Du mal wirklich gejagt wurden bist.

     

  • heike
    Antworten
    „Zwischen den Menschen ist eine Insel. Auf diese Insel möchte ich gehen.“ Ein koreanisches Gedicht.

    Damit sich Menschen auf diese Weise treffen können, ist ein Staat, eine Demokratie nötig, die den Menschen diese Freiräume gewährt.

  • heike
    Antworten

    aufstehen

    Die Pressekonferenz zur Vorstellung unserer Sammlungsbewegung „Aufstehen“ heute hat noch nicht wirklich euphorisch gemacht. Ich denke, es muss schleunigst „Butter bei die Fische!“

    Hier meine Gedanken als Mitglied der Bewegung dazu, was wir unabdingbar als Grundlagen formulieren und wofür wir kämpfen müssen:

    Wir müssen klarmachen (und wir haben auch einen aufklärerischen Auftrag):

    Soziale Gerechtigkeit, Frieden und eine lebenswerte Umwelt bilden eine untrennbare Einheit! Lange hat der Kapitalismus die technische Entwicklung, die der Menschheit insgesamt viele Möglichkeiten beschert, vorangetrieben. Nun ist ein Punkt erreicht, wo seine Grundlage, nämlich das Profitstreben, durch seine strukturelle Entwicklung die Existenz der Menschheit zunehmend gefährdet!

    Die von Marx genial beschriebene Konzentration wirtschaftlicher Macht in immer weniger Händen zerreißt nun endgültig die Fassade der etablierten bürgerlichen Demokratie, in unterschiedlichen Ländern unterschiedlich dramatisch, aber die Tendenz ist eindeutig. Teils hat sich die Politik in vorauseilendem Gehorsam selbst zugunsten der Profitwirtschaft entmachtet, teils ist sie durch Lobbyismus, Bestechung und Erpressung entmachtet worden. Auch selbst-erklärte „linke“ Parteien sind in den Sog des Opportunismus geraten und haben zurecht enorm an Glaubwürdigkeit verloren. Wirklich am Gemeinwohl, an Mehrheitsinteressen wie am Minderheitenschutz (der Schwächsten, nicht der „1%“) orientierte Kräfte müssen sich neu formieren und sich zur Wirksamkeit bringen, sich der dem System angepassten alten Führungen entledigen. Unnachsichtig müssen die Kräfte benannt werden, die Leben und Gesundheit der Menschen gefährden, die immer mehr Menschen in Not, Elend und Verzweiflung treiben und ganze Gesellschaften zerstören, sowie sogar durch entfesselte Militarisierung mit der Apokalypse spielen.

    Dem neoliberalen, globalisierten und entfesselten Kapital muss Stück für Stück

    die Macht über die Gesellschaft entrissen werden!

    Es ist dies zwar ein Menschheitsproblem und der Internationalismus mit der Forderung nach einem gerechten Miteinander auch der Staaten und Nationen muss dabei auch eine wichtige Rolle spielen, aber die Bewegung agiert zuerst einmal im Rahmen Deutschlands, was berücksichtigt werden muss, wenn man Ziele feststeckt.

    Ein wichtiges Ziel muss sein, die Bereiche der allgemeinen Daseinsvorsorge aus der Privatisierung zurückzuholen und unter gesellschaftliche Kontrolle zu bringen.

    Gesundheit, Bildung, Energie- und Wasserversorgung, Telekommunikation und Rente wie Versicherungswesen gehören ausschließlich in staatliche Hand, ebenso muss es einen erheblichen Teil der Wohnungswirtschaft in staatlicher bzw. gesellschaftlicher Hand geben. Auf lange Sicht trifft dies auch für die Pharma-Industrie zu.

    Das HARTZ-Regime muss beendet werden. Der Niedriglohn-Sektor muss verschwinden. Ein realistischer Mindestlohn muss mit erkämpft werden. Es braucht eine repressionsfreie Grundsicherung. Die 35-Stunden-Woche ist ein wichtiges Ziel.

    Viele dieser Dinge sind nur mit einer gerechten Steuer-Politik machbar. Dieser steht die völlige Befreiung des Kapital-Verkehrs entgegen. Die Regeln des Kapital-Verkehrs gehören auf den Prüfstand! Dies bedarf dann sicher auch einer Prüfung der EU-Vorgaben und sonstiger internationaler Vereinbarungen. Es muss klar sein, ein völlig freier Kapital-Verkehr bedeutet die Fesselung der Arbeitnehmer, letztlich der gesamten Gesellschaft. Eine Gesellschaft muss entscheiden können, wie mit den Früchten des in ihr Erarbeiteten zu verfahren ist!

    Letzteres sind natürlich langfristige Ziele, die eine umfängliche Mobilisierung der Bevölkerung zur Grundlage haben müssen. Letztlich entspräche die Durchsetzung dieser Ziele einer politischen Revolution (deren Inhalte aber vom Grundgesetz gedeckt sind: „alle Macht geht vom Volke aus“!).

    Friedenspolitik

    Von herausragender akuter Bedeutung ist auch die Friedenspolitik. Dabei ist der Kampf gegen das „2% Ziel“ für die Rüstungsaufgaben eine wichtige Klammer zwischen Sozialpolitik und Friedenspolitik. Diese schließt auch ein Ende des Sanktionswahns ein. NATO-Aufrüstung und Sanktions-Regime gründen wesentlich auf dreisten Lügen und der umfänglichen Desinformation-Politik. Sie werden insbesondere von der US-Machtelite orchestriert, die in hohem Maße der Schutzpatron des entfesselten Neoliberalismus´ ist. Sie ist es, die vom Albtraum einer „Eurasischen Kooperation“ geschüttelt wird. Sie ist nicht nur Schutzpatron des Neoliberalismus´ und der zerstörerischen Ausplünderung der Südlichen Hemisphäre (was seit Langem für erhebliche Migrationsströme sorgt), sie dirigiert die aktuelle Kriegspolitik, die einen Feuerring um Europa von Libyen quer durch Afrika, den Nahen und Mittleren Osten bis in die Ukraine legt. Besonders der östliche Teil dieses Feuerrings soll als Sperrriegel gegen die Eurasische Kooperation dienen. Teils durch vermeintliche Vorteile, teils durch Erpressung, beteiligen sich europäische Regierungen immer wieder an diesem Wahn.

    Wir haben die Bevölkerung darüber aufzuklären, dass es nicht einfach „Wanderlust“ ist, die Millionen von Menschen nach Europa treibt, sondern eben diese von „uns“ mitgetragene Kriegspolitik – sowie der Mangel an materieller Unterstützung der Menschen in den Nachbarregionen des Kriegsgeschehens. Wir müssen allgemein klarmachen, dass, wenn wir dies weiter zulassen, anstatt dagegen zu rebellieren und die Teilnahme an dieser Politik durch Europa zu verhindern, es zu Flüchtlingsströmen kommen wird, gegen die keine Mauer hoch genug sein wird. Da das Mitgefühl vieler Menschen in unserer Gesellschaft nicht besonders ausgeprägt ist, muss dies das gewichtigste Argument gegen den Krieg um Europa herum werden! Diejenigen, bei denen die jetzt ihre Aggression gegen die Opfer dieser Politik richten, sollten sie lieber gegen die US-Militäreinrichtungen in Deutschland richten!

    Und es ist klar: unter den Bedingungen des Neoliberalen Kapitalismus´ werden die Opfer von anti-sozialer Politik und Kriegs-Politik gegeneinander ausgespielt.

    Die Folgen dieses Geschehens werden aber verharmlost und teils mit einer verlogenen „Willkommenskultur“, die eben nicht bereit ist, gegen die wirklichen Verursacher des Elends vorzugehen, übertüncht. Es gibt keine ausreichende gesellschaftliche Diskussion über die Tiefe der gesellschaftlichen Probleme massenweiser Immigration. Dies ist dann Wasser auf die Mühlen von Alt- und Neu-Rechten, und es zeigen sich – wie jetzt in Chemnitz – deutliche Ansätze faschistischer Formationen. Diese dienen dann auch dazu, ein wirkliches Asylrecht auszuhöhlen, und das Leben von Menschen aus anderen Weltregionen hier schier unerträglich zu machen (was die Faschisten wollen).

    Also: raus aus den NATO-Strukturen, US-Basen (mit der Drohnenmord-Relaisstation Ramstein und US-AFRICOM in Stuttgart) raus aus Deutschland! Und eine Hilfe-Politik für die Opfer des Wahns vor Ort muss erreicht werden, die diesen Namen verdient!

    Kampf dem US-gesteuerten „Tiefen Staat“ in Deutschlands

    Zur Kontrolle der gesellschaftlichen Entwicklung in Deutschland (wie in anderen europäischen Ländern) dienen dem US-Imperium die Geheimdienste und die „getreuen Vasallen“ in den Doppelungen der deutschen „Dienste“. Dies ist eine direkte Fortsetzung der „Gladio-Strukturen“. Immer wieder tauchen Geschehnisse als „Spitze des Eisbergs“ dieser Strukturen auf. Raus mit den US-Geheimdiensten und Entfernung ihrer Handlanger aus den deutschen Sicherheits-Strukturen.

    Auch viele kommerzielle Internet-Strukturen sind eng mit den US-Diensten verknüpft. Diese müssen intensiv unter die Lupe genommen werden!

    Fraglos wird auch Manches an rechten und fremdenfeindlichen Bewegungen von US-Seite gesponsert und logistisch wie ideenmäßig „versorgt“. Diesen Kräften ging es schon gleich nach der Wiedervereinigung darum, mit der Organisation rechter Zirkel ein wie auch immer geartetes „Echo des Sozialismus´“ in einem vereinten Deutschland zu verhindern! Es ist bezeichnend, dass der ehemalige Trump-Berater Steve Bannon nun durch Europa tourt, um rechte Bewegungen „voranzubringen“!

    Viele Menschen sind für die Gefahren, die von der US-Politik ausgehen, inzwischen durchaus zugänglich, nicht zuletzt, weil mit einem Präsidenten Trump (der mittlerweile fast völlig unter der Kontrolle der eigentlich US-Machtelite steht) der brutale Machtanspruch der US-Politik auf die Weltherrschaft unmaskiert dasteht. Diese Situation sollte genutzt werden. Die Bevölkerung muss über die absolut fern jeder Moral stehenden Praktiken der US-Politik aufgeklärt werden, dies über die bekannten Lügen (wie zu den angeblichen „Massenvernichtungswaffen“ seinerzeit im Irak) hinaus. Es gibt genug zugängliches Material, um die US-Politik in ihrer Menschenverachtung klar darzustellen. Dabei darf man sich nicht von albernen Vorwürfen des „Anti-Amerikanismus´“ einschüchtern lassen!

    Wirklicher Schutz der Umwelt geht nicht auf der Grundlage des Profitstrebens!

    Selbst, wenn ein Teil der Klimaerwärmung nicht menschengemacht wäre, ist jede Steigerung zu vermeiden. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass weitere Erwärmung gestoppt werden muss, wenn es nicht zu einer ökologischen Katastrophe kommen soll, sind eindeutig. Atomenergie hat sich als Lösung disqualifiziert. Ein wirkliches Umsteuern bedeutet großen gesellschaftlichen Aufwand, der nicht privatwirtschaftlich zu stemmen ist.

    Aber, dies ist nicht das einzige Problem, das das menschliche (wie tierische) Leben bedroht. Die heutige kapitalistische Wirtschaft produziert eine Fülle von umweltschädlichen Stoffen, die sowohl Kurzzeit- wie Langzeitfolgen von erschreckendem Ausmaß haben. Ein gewichtiges Beispiel stellt hier die wahrhafte Verseuchung mit Plastikmüll dar, sehr von dem ausufernden Verpackungs-Wahn getrieben. Es gibt dazu viele weitere Umweltgifte, die aus kurzfristigen Profitinteressen erzeugt werden.

    Es muss uns klar sein, langfristig sind diese Probleme mit den Mittel der Privatwirtschaft nicht zu lösen, nicht zuletzt deshalb, weil ganze Wirtschaftszweige stillgelegt werden müssten, was umfängliche gesellschaftliche Maßnahmen erfordert. Dies zeigt sich übrigens auch bezogen auf die Eindämmung der Rüstungsindustrie. Im Westen war der in der DDR kursierende Slogan „Schwerter zu Pflugscharen“ gern gesehen, ärgerlich, wenn die Rüstungsindustrie hier und heute damit konfrontiert wird!

    Was tun?

    Wollen wir wirklich mit dieser Bewegung eine machtvolle Veränderung der Gesellschaft zu gerechterem, friedlicherem und gesünderem Leben erreichen, also zu einem Sozialismus, der diesen Namen wirklich verdient, wird das Sammeln nicht ausreichen. Wir brauchen bei aller allgemeinen Diskussion programmatische Klarheit. Ein „Pluralismus-Fetisch“ hat durch die Zeit geholfen, viele linke Parteien zu erodieren und in den Opportunismus zu führen.

    Wir brauchen eine breite mediale Präsenz, also eigene Medien, die wohl aus Bestehendem, aber bisher sehr Randständigem zusammengefasst werden könnten. Wir brauchen letztlich auch einen wirklich radikalen linken „Think Tank“, denn es geht um Strategien und taktische Fragen von erheblicher Bedeutung. Und vergessen wir nicht: unsere Gegner und ihre Interessen sind mächtig, sie werden nicht kampflos aufgeben!

    Diese Bewegung mag aber auf lange Sicht die letzte Chance sein, in diesem Lande und von ihm ausstrahlend die Dinge zum Besseren zu bewegen. Es darf nicht scheitern!

    Andreas Schlüter

  • rr
    rr
    Antworten

    Typisch für „Aufstehen“ ist, dass sich nach einer ganzen Reihe von großartigen Beobachtungen eine Ausdruck wie „verlogene Willkommenskultur“ findet. Das beleidigt die vielen ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer, die seit 2015 wirklich wunderbare Arbeit machen –  die diese Arbeit im Stillen immer noch machen, jedoch von der krawallverliebten Presse ignoriert werden, während sich die rechten Schreihälse öffentlich spreizen dürfen.

    • Marla
      Antworten
      Echt jetzt? Wenn ich das System Tafeln grottenfalsch und noch schlimmer finde… beleidige ich auch alle Ehrenamtlichen?

       

  • Regimekritiker_Dracula
    Antworten
    Leute, denkt bitte daran: Wir kämpfen nicht gegen Etiketten, die wir vorher verteilt haben, sondern gegen dahinter stehende, statistisch verteilte gefährliche Meinungen (u.a. politische Religionen wie Neoliberalismus). Und schon gar nicht kämpfen wir gegen die Menschen, denen wir vorher unser Etikett aufgeklebt haben.

    Und nun zurück zu den Sachfragen, aber bitte sachlich … .

    • Imago
      Antworten
      @ Regimekritiker _Dracula: Vollkommen zutreffender und auch erstklassig formulierter Einwurf von Ihrer (bzw. Deiner Seite); – hat alles meine volle Zustimmung!
  • Imago
    Antworten

    Ein Gedicht darüber, WELCHES GESELLSCHAFTLICHE KONSTRUKT (aber nicht etwa WELCHE MENSCHEN) es nun in Wirklichkeit zu bekämpfen gilt:

    (Friedrich Merz und seine „tollen Geschäftsverbindungen“ scheinen für mich gerade wohl ein „ziemlich rotes Tuch“ zu bilden, denn – dank ihm und dem ganzen Konstrukt um ihn herum, ist nun heute früh auch noch folgendes Gedicht daraus geworden:)

     

    Über die „Herrenmenschen“

     

    Sie verstehen sich als „die wahren Herren der Welt“

    und sind umgeben von einer großen Zahl von Speichelleckern,

    die einander das reichliche Futter – zumeist doch auch bald schon – neiden,

    leben allesamt vom Nimbus der Unantastbarkeit,

    saßen einst gern – hoch zu Roß

    und thronten so „äußerst beeindruckend“ über dem „gemeinen Volk“,

    sitzen heute aber in ihren schwarzen Panzerlimousinen,

    lenken und ordnen ihr Imperium aber auch gern

    von ihren inzwischen ozeandampfergroßen Jachten aus;

    halten längst schon Firmenanteile in aller Welt

    und verknüpfen ihre kunstvoll verschachtelten Imperien

    „wenn es denn sein muß“ auch miteinander.

    Durchaus wohlhabende, ja reiche Mittelständler

    sehen – wie Zwerge – neben ihnen aus,

    eifern ihnen aber doch – vielfach, aber nicht immer – nach,

    wohingegen Du und ich als – „Kreti und Pleti“

    Kretin und Plebejer oder schlichtweg einfaches Fußvolk

    diese „Herrenmenschen“ für gewöhnlich

    nicht einmal zum einem geringschätzigen Lächeln

    oder zum Abwinken veranlassen können.

    Auch „eindrucksvolle Männer“ wie Friedrich Merz,

    der sich auch so gerne zu den „Herrenmenschen“ zählen würde,

    sind nichts anderes als Lakaien für sie,

    deren sie sich (freilich gern) immer wieder bedienen,

    (und ihnen dann auch – „etwas Achtung erweisen“)

    um sich von ihnen ihre „großartigen“ Geschäfte besorgen zu lassen

    und damit auch gesetzlich jene Wege freizuschalten,

    die ihnen bislang immer wieder

    ihre nun längst auch weltweit „so tollen Geschäfte“ ermöglichen.

    Unantastbar und unnahbar geben sie sich zumeist,

    manchmal aber HÖRT UND RIECHT man sie

    (frei nach Konstantin Weckers derben, aber

    völlig wahren Worten in einem seiner früheren Lieder)

    auf einem Airportscheißhaus sitzend,

    geradezu erbärmlich und unüberriechbar stöhnen sie dann,

    genauso wie einer der vielen „erbärmlichen Neger“

    die sie dann so gerne – zum Arschabwischen kommandieren wollen“.

    Wann endlich kommt der Tag,

    an dem sich die Menschheit nicht länger

    von all diesen „Herrschaften“

    und ihren vielen letztlich doch nur kurzsichtig-dummen Lakaien

    an der Nase herumführen, ausbeuten, schikanieren

    und dann auch noch immer wieder

    in alle möglichen verheerenden Kriege schicken läßt;

    steht er nun womöglich – endlich, endlich doch sogar – kurz bevor?

  • eulenfeder
    Antworten
    …es könnte da auch noch eine Fehleinschätzung geben, die zu einem Wespennest-Syndrom führen könnte :

    nämlich, dass Kritiker ( hier ) an Wagenknechts “ Aufstehen “ zum Lager der ‚regular lefties‘, der angestammten Linken gehörten, man den ‚Grabenkampf‘ zwischen regular und neuformiert hier weiterführte –

    Nein !  ich z.B. bin Anarchist, von anderen hier weiss ich zumindest, dass sie partei- und politkonfessionslos sind, eher oder vornehmlich geht es ums Menschenrecht.

    Umsomehr wäre ja sachliche Kritik von ‚ausserhalb‘ zu erlauben.

    Ist ja sehr oft so, dass der Standpunkt ausserhalb ein klarerer, übersichtigerer ist, weil nicht befangen.

     

     

  • Imago
    Antworten
    Kleine, aber „gelinde gesagt – keineswegs unwichtige Nachricht“ hier am Rande, die – auch wenn sie nicht direkt zum Thema oben gehört – sogar von großer Wichtigkeit ist:

    Anfang 2019 soll der verhängnisvolle Artikel 13 der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung ratifiziert werden. Auf YouTube wären dann nur noch Video-Contents verifizierter Unternehmen zu sehen. Von „Broadcast yourself“ und vor allem auch von vielen wertvollen kritischen Beiträgen wie z. B. Videointerviews, Kabarettaufzeichnungen gäbe es dann – keine Spur mehr! – Konkret gemeint ist aktuell damit das Abstimmverhalten jener EU-Abgeordneten, die vergangenen September für die Reform des EU-Urheberrechts stimmten, welche eine weitläufige Zensur des Internets vorsieht. – Näheres dazu unter dem folgenden, heute auf „Rubikon“ erschienen Artikel:

    https://www.rubikon.news/artikel/die-meta-zensur

    (Ich habe schon vor geraumer Zeit befürchtet, dass unser mehr und mehr Druck geratendes „Elitensystem“ versuchen wird, auch zu solchen Mitteln zu greifen. Wir können diesen einschneidenden Schnitt jedoch durchaus verhindern, wenn wir uns GEMEINSAM (ungeachtet unserer mitunter noch immer bestehenden ideologischen Differenzen) dazu entschließen, uns das nicht gefallen zu lassen!)

  • Georg Schober
    Antworten
    Sehr geehrter Herr Rottenfußer,
    Sehr geehrter Herr Platta,

    sowohl Sie Herr Rottenfußer (als auch Herr Platta) gehen mit dem Vorurteil, das Sie zu Beginn Ihres Artikels, mit über 500 Wörtern, ausgebreitet haben, an das Thema heran, mit einer Anklage, die da lautet: Frau Wagenknecht ist selbst ein Teil des Rechtsrucks, sie flirtet mit Rechts.
    Diese Anklage wird im Folgenden mehrfach in Varianten wiederholt, gleichwohl fehlen in dem Artikel klare Belege dafür, dass dem tatsächlich so ist. Es bleibt bei einer überlangen Auflistung von vermeintlichen Indizien, die zum Teil mit hochtrabenden, oft nicht nachvollziehbaren Interpretationen passend gedeutet werden, passend zu dem vorangestellten Vorurteil.

    Es spricht offensichtlich auch eine große Enttäuschung aus dem Text, das war gewiss, sowohl für Sie Herr Rottenfußer als auch bei Herrn Platta, eine miserable Voraussetzung dieses Thema zu behandeln. Der Auslöser scheint die Haltung von Frau Wagenknecht zu #unteilbar gewesen zu sein.
    Auf mich wirkt das Ganze (ich meine Ihren Artikel) wie eine Kurzschlusshandlung, es musste ein Sündenbock her. In den Medien wurde und wird Stimmung gemacht, und da es bei der deutschen Linken nur eine markante Person gibt (ganz ähnlich zu Corbyn in UK), steht Frau Wagenknecht fast allein von allen Seiten im Kreuzfeuer. Das reicht mittlerweile von Querfront, über Flüchtlingsfeindlichkeit bis eben nun zu Flirt mit Rechts. In den Stürmen dieser Angriffswellen verlieren offenbar nicht wenige Linke die Übersicht und ihren Kompass, sie machen sich Teile der Anwürfe zu eigen, wenn nicht gar, wie hier bei den HdS geschehen, den vernichtenden Hauptvorwurf des Rechtsrucks.

     

    Es folgen meine Anmerkungen zu zweien der angeführten Argumente

    Die politisch sinnvolle Grenze verläuft nicht zwischen den Ressentiments der AfD und der allgemeinen Moral einer grenzenlosen Willkommenskultur. Eine realistische linke Politik lehnt beide Maximalforderungen ab.“
    Damit nimmt sie eine falsche Äquidistanz zwischen den Positionen der fremdenfeindlichen Rechtspopulisten und den Exponenten einer humanen Willkommenskultur ein.

    Das mit der Äquidistanz scheint mir ein Missverständnis zu sein. Bei Frau Wagenknecht ist mit „grenzenlose Willkommenskultur“ eine von den so genannten vier EU-Grundfreiheiten (AEU-Vertrag), der freie Verkehr von Personen (d.h. Arbeitskräfte, Humankapital) gemeint, während Herr Platta von „humaner Willkommenskultur“ spricht, was für den tatsächlichen Umgang der deutschen Zivilgesellschaft (Ausnahme Rassisten und Rechtsradikale) mit den Flüchtlingen in D seit 2014 steht. Auch Frau Wagenknecht spricht in obigem Statement von dieser „humanen Willkommenskultur“, wenn sie sagt „der allgemeinen Moral der grenzenlosen Willkommenkultur“, nur enthält diese Ausdrucksweise eine nicht unerhebliche Differenzierung. Die individuellen humanen Moralvorstellungen (angewandte Menschenrechte) sind nämlich hier zu einem populistischen Deckmantel für fremde Interessen (freier Verkehr von Personen im Sinne der EU) geraten.
    Der Begriff „Willkommenskultur“ ist vergiftet. Er wurde lange vor 2014 von den Arbeitgeberverbänden für eine Kampagne benutzt, die die Zuwanderung von Arbeitskräften befördern will. In den Medien wurde dann ab ca. 2015 beides (Kampagne der Arbeitgeber, grenzenlose Willkommenskultur, und zivilgesellschaftliches Engagement in der Flüchtlingshilfe, moralisches Handeln) kräftig vermengt. Das heiß, wer sich heute einfach so für Willkommenskultur einsetzt, befördert immer zugleich auch die Interessen der Unternehmerschaft nach immer billigeren Arbeitskräften. Da aber in D vernünftige gesetzlichen Regeln und soziale Standards für die Zuwanderung von Arbeitskräften fehlen, ist eine Verelendung zwangsläufig, ähnlich wie im frühen 19. Jh.. Die aktuelle Politik läßt das im Interesse der Wirtschaft bedenkenlos geschehen, Menschenrechte zählen nicht, weder für Zuwanderer/Flüchtlinge noch für die Arbeitslosen und prekär Beschäftigten. Das ist seit Jahrzehnten so, das bleibt auch so, die Positionierung gegen Rechts kann daran nichts ändern, nur eine Regierung, die ein echtes Gegengewicht zu den Unternehmensinteressen darstellte, könnte wirksam werden, aber die ist nicht in Sicht.

    Also, es wird hier von Frau Wagenknecht keine wie auch immer äquidistante Position eingenommen, sondern der Ort der politischen Konfrontation woanders lokalisiert, nämlich zwischen Kapitalinteressen und Humanismus und nicht zwischen Rechtspopulismus/Rassismus und Humanismus.

     

    Und dann noch ihr erschreckend biederer und uneinsichtiger Satz:
    „Und zugleich lässt sie [die realistische linke Politik] sich nicht von kriminellen Schlepperbanden vorschreiben, welche Menschen auf illegalen Wegen nach Europa gelangen.“
    Dies wirft mindestens zwei Fragen auf: 1. Welche legalen Wege nach Europa gibt es überhaupt noch? Und 2. Wollen wir illegal zu uns Gekommene wirklich verhungern oder ertrinken lassen beziehungsweise sie in Länder zurückschicken, in denen ihnen Hunger, Krieg und Folter drohen?

     

    Frage 1 ist korrekt, die Antwort ist auch klar: nur extrem beschwerliche, es wird massive Abschreckung betrieben. Frage 2 enthält dagegen eine böswillige Unterstellung, da mit „wir“ offensichtlich die Linken gemeint sind, die sich natürlich gegen diese gerade herrschenden Zustände wenden. Aber genau das tut Frau Wagenknecht zweifellos auch; wieso wird dass hier von Herrn Platta implizit in Abrede gestellt?
    Was ist also zu tun? – legale Wege zu bereiten, Integrationsmaßnahmen/Flüchtlingshilfe zu organisieren/finanzieren und Fluchtursachen zu verringern. Sowohl Die Linke als auch Frau Wagenknecht arbeiten daran, ausrichten können sie derzeit so gut wie nichts, sie stellen nicht die Regierung.

    Nun, Herr Platta, Ihre Fragen waren nur rhetorischer Art, worum geht es Ihnen wirklich?, ich rate mal: offene Grenzen seien für eine linke Weltoffenheit zentral! Ist es das? Dann dazu folgendes:
    Weltoffenheit ist eine Haltung, die mit den Menschenrechten in allen Aspekten konform geht, Weltoffenheit hat sich noch nie von Landesgrenzen beeindrucken lassen (die grenzenlose Welt, von der Konstantin Wecker singt, ist 1. eine Metapher und 2. bedeutet sie weit mehr als Landesgrenzen zu beseitigen). Dass für Weltoffenheit eine „grenzenlose Welt“ (ohne politische Landesgrenzen) nötig wäre, scheint mir widersinnig. Es dürfte dann in der bestehenden Welt keine Weltoffenheit geben. Ein nicht geringer Bevölkerungsanteil ist aber sehr weltoffen, und das sind nicht nur Linke, wie kann das sein?
    Diese Verknüpfung, offene Grenzen für alle Menschen (gibt es wohl nur innerhalb der Binnen-EU seit Schengen, 1995) mit Weltoffenheit (einer Geisteshaltung) ist ein wirre Konstruktion. Gerade die Bildung und Ausweitung des Schengenraumes mit den „offenen Grenzen für Personen (usw.)“ in Mitteleuropa geht mit einer schleichenden Verelendung in selbiger Region einher (Obdachlose, Tafeln, Tagelöhner, Altersarmut usw.).
    Träumen von einer grenzenlosen Welt? ja, natürlich – als politische Forderung? derzeit einfach nur sinnlos, und zwar solange die exorbitanten Vermögens- und Einkommensunterschiede nicht eingeebnet worden sind.

    Der „uneinsichtige Satz“ auf den Sie, Herr Platta, sich beziehen, enthält nicht die geringsten Hinweise darauf, dass Frau Wagenknecht, sollte sie je an die Regierung kommen, mit Flüchtlingen so umgehen würde wie das jetzt seitens EU und aller europäischen Regierungen die Regel ist. Sie spekulieren wild drauflos, um Ihr Vorurteil zu untermauern. Das ist mehr als unredlich. Angesichts dieser Ihrer Argumentationsweise ist Ihr Beitrag hier in den Kommentaren der blanke Hohn, Sie stellen darin Forderungen an die Kommentierenden auf, die Sie selbst und auch Herr Rottenfußer im Beitrag nicht eingehalten haben. Sie beide haben lediglich die geforderte Form gewahrt, der Inhalt aber ist völlig daneben, weil Sie beide alles der Unterstützung des einleitenden Vorurteils unterordnen und zurechtbiegen.

    Meine Bemerkungen zu #aufstehen

    Ob aus #aufstehen eine wirksame Bewegung werden wird steht aus meiner Sicht noch in den Sternen. So wie es angelegt scheint, mehr à la Corbyn als Mélenchon, macht es mir Hoffnung. Das Ganze braucht Zeit, viele scheinen mir zu hohe und zu kurzfristige, auch falsche Erwartungen zu haben (auch rr und Herr Platta), diese Zeit muss man diesem Versuch geben. Bis aus den Basis-Aktionsgruppen, die sich gerade erst finden, etwas Sichtbares auftaucht, das dürfte noch dauern. Sich ersatzweise an die persönlichen Meinungsäußerungen von Frau Wagenknecht zu halten und diese als Vorgaben für #aufstehen zu verstehen, scheint mir eine mutwillige Falschinterpretation der „Organisationsform“ von #aufstehen zu sein. Wenn ich jetzt die Reaktionen hier sehe, ist vielleicht doch schon mehr im Gange als ich vermutet habe.

    Schlußbemerkung

    Mir tut es etwas leid, mit diesem Beitrag so hart ins Gericht zu gehen. Das was ich hier bei HdS bisher immer gelesen habe, hat mich meist gefreut. Außerdem ist die Griechenlandhilfe eine ausgezeichnete, tolle Arbeit. Dieser Beitrag aber erschreckt mich, er ist nicht als Provokation gemeint, die Autoren glauben an Ihre vorgebrachten Anwürfe, mich konnten sie nicht überzeugen, also lasse ich das nicht unwidersprochen.

     

    Mit freundlichen Grüßen
    Georg Schober

     

    Kurz zu meiner Person: Ich gehöre hier bei den HdS nur zu den Lesern, es gibt bisher höchstens drei Kommentare von mir, daran wird sich auch wenig ändern. Ich lese sehr gerne hier mit, bin zwar Akademiker, sehe mich selbst aber nicht als Intellektuellen sondern lediglich als selbständig denkenden Menschen.

    • eulenfeder
      Antworten
      …mindestens die Fähigkeiten eines Sherlock Holmes benötigt man heutzutage, um die nahezu mikroskopisch-kleinen, politik-taktisch versteckten und unterlassenen Nuancen zu entdecken – welche sich aber dann, wenn diese Unterlassungen, eben auch weil sie raffiniert versteckt werden, zu politischer Macht führen – gefährlich auswirken, in der dann ‚real‘ durchgeführten Politik. ( wer diesen leicht verkryptisierten Schachtelsatz durchschaut hat, darf weiterlesen , smile )

      Und genau dieses Aufdecken vorsätzlich eingebauter  kaum sichtbarer Unterlassungen oder Verschleierungen – werter Herr Schober – hat Sherlock Platta in seinem Artikel „Aufstehen, ja – aber mit dem richtigen Fuß “ grandios durchgeführt und aufgezeigt.

      Um diese politischen Spitzfindigkeiten, die man tunlichst finden muss wenn man nicht übertölpelt werden will, geht es mehr und mehr – nichts ist wie es auf den ersten Blick erscheint. Solche anzuwenden ist sich auch eine Sarah Wagenknecht nicht zu schade, leider, aber auch nicht verwunderlich, denn sie ist Machtpolitikerin.

      Ich selbst wittere instinktiv wo und bei wen was faul ist – wenn ich das mal sagen darf, ohne mich damit brüsten zu wollen – und deshalb die Sarah schon sehr lange abgelehnt.

      Seien wir also froh, dass wir einen Sherlock Holmes hier haben, als Holdger Platta getarnt zwar…

       

       

       

       

       

       

      • Georg Schober
        Antworten
        lieber eulenfelder,

        bei der Machtpolitikerin Wagenknecht bin ich sehr geneigt Ihnen zuzustimmen, trotzdem würde ich ihr eine Chance geben. Sollte es dann nicht in Richtung Basisdemokratie gehen, kann’s nicht schlimmer werden als mit Schröder oder Merkel.

        Den Artikel von Herrn Platta habe ich gelesen. Beim ersten Lesen, schon vor Wochen, habe ich nach drei, vier Absätzen abgebrochen, das war mir zu „spinnert“, ich wollte es ignorieren. Ich hab‘ es dann gestern erst ganz gelesen und wurde dabei an eine Episode aus meiner Schulzeit erinnert:

        Im Englischunterricht am Gymnasium stört ein aufmüpfiger Schüler,
        der Lehrer sagt zu ihm: „Wenn du weiterhin stört, denn nehm ich dich dran und frage dich Dinge, die du nicht weist, und du bekommst eine 6!“

        Etwa so wie dieser Englischlehrer hat sich Herr Platta gegenüber Herrn Lafontaine bzw. #aufstehen verhalten. Ob das von einer Art „Sherlock Holmes“-Dünkel herkommen könnte oder doch eher vom Sitzen in einer Art Elfenbeinturm, werden Sie besser beurteilen können.

        Mit freundlichen Grüßen
        Georg Schober

        • Dr. Watson
          Antworten
          Dear Mister Schober, Sir !

          Nun – wenn ich da meinen Chef und Freund Mr. Holmes zitieren darf:

          „Trauen Sie niemals allgemeinen Eindrücken, mein Junge, sondern konzentrieren Sie sich auf Einzelheiten.“

          und gleichwohl:

          „Nichts ist trügerischer als eine offenkundige Tatsache.“

          und letztlich:

          „Wenn man alle logischen Lösungen eines Problems eliminiert, ist die unlogische obwohl unmöglich unweigerlich richtig.“

          Und bescheidener Weise von mir hier noch angefügt:

          “ Traue nie einem Grundsatzpapier welches du nicht selbst gefälscht hast… “

          Sincerely yours

          Dr. Watson

  • rr
    rr
    Antworten

    Ich habe hier von einem „Flirt mit Rechts“ gesprochen und davon, dass Sahra selbe „Teil des Rechtsrucks“ geworden sein. Die Aufregung hier in ihrem Anhängerkreis ist aber so groß, als hätte ich sie als eine durch und durch rechtsradikale Person dargestellt. Für Menschen, die selbst schon Mitglied bei #Aufstehen geworden sind oder der Bewegung sehr nah stehen, wird das vielleicht als Kränkung wahrgenommen. Sie beziehen das auf sich, „Teil des Rechtsrucks“ zu sein. Das löst starke Abwehr aus. „Rechts“ deutet jedoch nur eine Richtung oder Tendenz an. Sie kann innerhalb desselben Menschen mit einer überwiegend linken Prägung koexisierten. Auch schätzt ich #Aufstehen als Ganzes derzeit etwas positiver ein als Wagenknecht als Person. Es gibt dort Menschen, die etwas anders drauf sind.

    Ich bin auch nicht so blind, dass mir entgangen wäre Sahra Wagenknecht insgesamt eher als eine Linke bezeichnet werden kann. „Rechts“ ist ein mehrdeutiger Begriff, wer sich die Zeit nehmen will, kann den Artikel „Links und rechts – was heißt das?“ lesen.

    https://hinter-den-schlagzeilen.de/?s=links+und+rechts

    Rechts meint autoritär, hierarchisch, es kann Militarismus und eine Präferenz für einen Polizeistaat und das „Führerprinzip“ meinen. Es meint eine Überbetonung des Nationalen und oft auch das Bedürfnis nach Abgrenzung von „Fremdem“, nach einer eher homogenen, unvermischten Bevölkerung. Das meiste davon kann man Sahra überhaupt nicht vorwerfen – abgesehen davon, dass sie „mehr Polizisten“ gefordert hat und von manchen Mitstreitern als autoritär beschrieben wird.

    Was ich in meinem Artikel allein meine, ist die direkte oder indirekte Forderung nach einem harten Kurs in der Flüchtlingsfrage (keine „offenen Grenzen“) und bestimmte Äußerungen, die geeignet sind, im AfD-Milieu „gute Stimmung“ zu machen. Nicht alle AfD-Sympathisanten seien Nazis (das stimmt, ist aber eine Selbstverständlichkeit, mit der sie in bestimmten Milieus punkten will); es gebe Grenzen bei der Aufnahmekapazität der Bevölkerung; kriminelle Ausländer missbrauchten das Gastrecht; Minderheitenschutz seien ein „Wohlfühllabel“; ein Land dürfe sich von kriminellen Schleppern nicht vorschreiben lassen, wer ins Land komme; durch die Grenzöffnung trage Merkel eine Mitverantwortung für die Anschläge von Berlin, offene Grenzen seien „völlig irreal“ usw.

    Über alle diese Thesen kann man diskutieren, sie sind aber in der öffentlichen Diskussion normalerweise eher rechts verortet und präferieren tendenziell eine geringere Ausländerdichte und eine harte Haltung in der Flüchtlingsfrage. Wenn ein Journalist das „rechts“ nennt, brauchen Anhänger nicht überrascht oder beleidigt sein. Wer genau liest, bemerkt, dass ich ich Wagenknecht in einigen Bereichen gelobt habe. Aber wer unabhängig ist – was Mitglieder einer Bewegung ja nur noch bedingt sind -, kann auf die Idee, hier den Begriff „rechts“ zu verwenden, schon kommen.

    Sahra ist aber nicht meine „Hauptgegnerin, viele andere Politikerinnen und Politiker musste schon „daran glauben“. Deren Anhänger haben sich nur nicht auf dieser Seite versammelt, um gegen mich und andere Autoren zu schießen. Es entsteht so der Eindruck, es sei etwas ganz Fürchterliches geschehen, wenn jemand die #Aufstehen-Protagonistin „basht“.

    Zusammengefasst: Wagenknecht ist keine Rechte, aber jemand, der rechtes Gedankengut in einen linken Kontext integriert, Rechte in besonderer Weise zu verstehen und für sich zu gewinnen versucht und in manchen Fragen – vor politisch anderem Hintergrund – teilweise ähnliche Thesen vertritt.

    Und die Äußerungen Wagenknechts analysiere ich natürlich im Umfeld eines generellen gesellschaftlichen Rechtsrucks wie etwa in diesem Artikel:

    https://hinter-den-schlagzeilen.de/in-maassen-antifaschistisch

    Meine Sorge ist, dass es zwar immer noch relativ wenige echte Nazis gibt, dass sich aber kaum noch jemand traut, nicht wenigstens ein bisschen rechts zu sein. Mit „ein bisschen rechts“ ziele ich durchaus neben Wagenknecht auch auf entsprechende Tendenzen in anderen Parteien, ich nenne hier nur Lindner, Seehofer, Buschkowski, Spahn. Der Zeitgeist scheint so mächtig, die verloren gegangene Wählerschaft der AfD ein so köstlicher „Kuchen“, dass jeder und jede (außer derzeit den Grünen) ein Stück davon abhaben will. Das muss nicht unbedingt böse gemeint sein, aber es ist zeitgeistopportunistisch und auch gefährlich, wenn sich diese Tendenz verstärkt. Ohnehin geht es in der derzeit mächtigsten Partei, der Union, nur noch darum WIE WEIT sie künftig nach rechts rücken könnte.

    Eine linke Bewegung sollte sich dessen enthalten. Wenn Sahra wichtige (Halb)wahrheiten verkündet, etwa dass die NATO-Partner andauernd Fluchtursachen schaffen, anstatt diese zu bekämpfen, muss immer klargestellt werden, dass die Vorwürfe sich gegen das „Establishment“, nicht gegen die Flüchtenden selbst richten. Und wenn (zutreffenderweise) darauf hingewiesen wird, dass Zuwanderung Druck auf den Arbeitsmarkt ausübt, der vor allem die „kleinen Leute“ trifft, dann sollten nicht deutsche Wenigverdiener gegen ausländische ausgespielt werden, sondern „Unten“ gegen „Oben“. Auf keinen Fall sollte Stimmung gegen Solidarität mit Not Leidenden und gegen Willkommenskultur gemacht werden. Der Wunsch, anständig zu handeln sollte generell nicht so dargestellt werden, als sei es nur lächerlicher Moralismus von Naivlingen, Wohlfühl-Gutmenschentum oder ähnliches. Solche Sprüche verstärken den kalten Wind, der ohnehin schon lange durch unser Land bläst.

    Sahras Sprüche sind oft so vieldeutig, dass sie sich gegen Vorwürfe noch durch Dementieren („So habe ich es doch nicht gemeint“) wehren kann, dass sie aber eben durch diese Vieldeutigkeit auch Wähler aus dem AfD-nahen Milieu anlockt. Ich finde, man soll Andersdenkende zwar zu „verstehen“ und zu überzeugen versuchen, man soll sich dem, was man notfalls verstehen kann, jedoch nicht selbst zu ähnlich machen.

    Globalstrategische Analysen und mittelfristige wirksame Fluchtursachenbekämpfung sind lobenswert, nützen aber den Flüchtlingen, die JETZT in Deutschland oder am Mittelmeer eintreffen, nichts. Es braucht beides: konkrete Hilfe und Strukturreformen. Sahras Diskurse sind mir da oft zu allgemein („Aufnahmekapazitäten“, „Offene Grenzen“) und zu wenig am konkreten und einzelnen Menschen orientiert. Ihre Aussagen zum Thema strahlen keine Wärme aus. Weit über 50 Prozent ihrer öffentlichen Äußerungen kann ich jedoch befürworten. Ich wünsche mir keine Scheitern von #Aufstehen, jedoch Korrekturen in einige „kleinen“, jedoch wesentlichen Punkten.

  • Marla
    Antworten
    Warum kann man(n) nicht einfach sagen: o.k. Text war doof, falsche Eingangstatements, total missverständlich! Danke für die vielen Kritiker, die Zeit, Mühe und Aufwand nicht gescheut haben, um Rückmeldung und Hinweise zu geben! (Hätte man können, kann man in Deutschland offensichtlich nicht!)

    Warum ist in Deutschland immer Kunde, Leser, Bürger, Wähler etc Schuld?

    Jetzt wird hier von einem Germanisten psychologisiert, freudianisch analysiert und “psychiatrisiert!

    „als Kränkung wahrgenommen“   „das löst starke Abwehr aus“   „Anhänger“   „nicht überrascht oder beleidigt sein“  „aber wer unabhängig ist – was Mitglieder einer Bewegung ja nur noch bedingt sind …“

    Puh! Wer solche Freunde hat braucht keine Feinde mehr!

    Oder um im Bild zu bleiben: sechs! setzen! Nachsitzen!

     

    https://www.neues-deutschland.de/artikel/1104651.medienkritik-linkssein-bedeutet-mehr-als-sich-nach-rechts-abzugrenzen.html

     

    Ps: morgen, 10.11, 12 Uhr gibt es einen #aufstehen Stand in der Königstrasse in Stuttgart…. Ich werde mal hingehen! Jetzt erst recht! (Also haben die Liebichs, Lederer, die Tazens und Rottenfußer sehr viel erreicht!)

     

  • eulenfeder
    Antworten
    Warum sind solche Versuche wie „Aufstehen“ ala Sarah und Oskar lediglich Rohrkrepierer und von Anfang an zum Scheitern verurteilt ? – weil es kein Aufstand ist und nicht einmal als solcher beabsichtigt – höchstens will man eine Gegenposition einnehmen und auch diese ist nicht wirklich eine.

    Man setzt sich in diesem maroden Systemkarussell auf ein anderes Pferdchen und dreht sich im alten Trott weiterhin im Kreis herum – nicht einmal die Richtung wird verändert.

    AUSTEHEN ! – klingt nach Revolution irgendwie – beabsichtigt aber keine, ‚endlich ein frischer Wind‘, denken viele und folgen hoffnungsvoll einem Aufruf alter Polithasen, die sich selbst schon längst von wirklich revolutionären Ideen verabschiedet haben, sich selbst längst schon gut eingerichtet haben im Unrechtssystem. Da fehlt schon ‚von haus aus‘ die Haftung zu jenem Boden der alltäglichen schrecklichen Tatsachen, aus elitärer und etablierter Position heraus und mit wohlhabender Absicherung lässt sich kein glaubhafter Schrei nach einem Aufstand machen – die Stimme der malträtierten, abgehängten und weitgehend rechtlosen Schicht wäre eine andere, ein Schrei der Verzweiflung.

    Ein halbherziger fake, wenn das der glaubhafte Aufruf zum AUFSTEHEN sein sollte – ein Blender, thats all – damit lässt sich allenfalls eine kleine mittelschichtige Laufkundschaft ‚mobilisieren‘, 16 % Zwangsverarmte werden auch da übergangen und bleiben wiederum auf der Strecke.

    Die wirklichen Probleme und deren Ursachen eindeutig und radikal angehen ! – dafür bräuchte es inzwischen eine tatsächlich durchgeführte Revolution und nicht eines lediglich bischen nach Revolution klingenden faden Grundsatzpapiers, das wie schon angedeutet nicht einmal wirklich verändern will.

    Ein leiser Pfurz der Empörung und nicht mal die Empörung ist wirklich vorhanden.

    Die Kräfte für revolutionäre Veränderung sammeln, straight-foreward und abgelöst von der systemdienlich-politischen Zwangsjacke der Nichtmachbarkeit von Veränderungen, eine solche Sammlungsbewegung würde ich nicht nur unterschreiben.

     

     

     

     

     

     

     

    • Imago
      Antworten
      Ein ganz gewiß bedenkenswerter Kommentar von Eulenfeder oben, der meines Erachtens völlig zurecht anmahnt (Zitat): „Da fehlt schon ‚von haus aus‘ die Haftung zu jenem Boden der alltäglichen schrecklichen Tatsachen, aus elitärer und etablierter Position heraus und mit wohlhabender Absicherung lässt sich kein glaubhafter Schrei nach einem Aufstand machen – die Stimme der malträtierten, abgehängten und weitgehend rechtlosen Schicht wäre eine andere, ein Schrei der Verzweiflung.“

      (Ich selbst würde in diesem Satz allerdings gleich zu dessen Beginn noch das Wort „oftmals“ einsetzen und an dessen Ende auch noch die Worte – „bzw. ein auch wirklich glaubwürdiges Bekennen echter Anteilnahme“, denn ansonsten klingt mir dieser Satz dann doch – etwas zu negativ und vor allem auch – zu pauschal!

      Im Großen und Ganzen schließe ich mich Eulenfeders Aussage jedoch an, denn auch ich beobachte leider immer wieder, wie sich viele Linke (und zwar nicht nur die Wohlhabenden darunter) letztlich ziemlich distanziert in recht blutleeren und damit auch recht nichtssagenden Abstraktionen [und auch in unzähligen Diskussionen hierüber] verlieren und somit echte Anteilnahme [sprich‘ wirkliches Herzblut] dabei nur allzu oft vermissen lassen.

      Ich möche „AUFSTEHEN“ gegenüber allerdings keine so ungünstige Prognose aufstellen, wie Eulenfeder es oben tut, sondern meine, daß es für die Menschen innerhalb dieser Bewegung noch immer genug Gelegenheit und Zeit gibt, sich (siehe hier oben von mir bereits Gesagtes) auch mehr und mehr auf eine auch wirklich echte innere Teilnahme am Gesellschaftsprozeß zu besinnen, anstatt nur immer wieder auf‘ s Neue zu theoretisieren.

      P.S.: Die „großartige Empörung“ die auf so manchen linken Veranstaltungen zu beobachten ist, kann ich (bislang leider nur allzu oft) als eher nur „rethorische Glanzleistung“ und zumeist auch recht bald vorübergehende Stimmungsmache bezeichnen; – echte Anteilnahme und Betroffenheit sieht für mich anders, nämlich weitaus wahrhaftiger und überzeugender aus und ist – vor allem auch im „ganz banalen“ Lebensalltag immer wieder zu spüren!

      Das neue „AUFSTEHEN“ löst bei mir daher letztlich leider insgesamt noch immer – „ziemlich gemischte Gefühle“ aus.

      • eulenfeder
        Antworten
        freilich – Imago

        war dieser Satz, den du da hervorgehoben hast – dankenswerter Weise, genauestens adressiert: an Sarah Wagenknecht und Oskar Lafontaine.

        Die vielen Menschen, die ungeachtet eins ‚Standes‘ tatsächliche Hilfe leisten ‚in many ways ‚, sich engagieren fürs Menschenrecht ‚ in any way ‚ –

        sind hier nicht angegriffen – warum auch, wenn doch gerade diese Menschen umsetzen, zu was die Politk ja verpflichtet wäre.

        Und überhaupt sollte man endlich dazu übergehen, die Bürger unter sich, ohne politisch-ideologische Verlenkung und Verblendung das Heft selbst in die Hand zu nehmen – die Revolution schreiben und einfach beschreiten, in die Tat umsetzen.

        Wer sollte sie aufhalten können ?

        Jedoch benötigen die immer einen ‚Führer‘, egal welcher Prägung, aus gerade jener Herrscherklasse, die ja keinerlei Interesse an ihnen hat – das soll man mal verstehen und daran verzweifle gerade ich als Anarchist seit meiner Geburt.

        Die 68-er Jahre und jene Hippiezeit, da hatte man den wunderbaren Geschmack einer freiheitlichen Selbstbestimmung UND resoluten, furchtlosen Widerspenstigkeit alltäglich im Munde – wie berauschend das war und wie erfüllend, wie hoffnungsvoll für die Zukunft.

        Heute lebe ich in einem Totenhaus – so kommt es mir vor, kalt und unbeweglich, widerstandslos –

        und bevor ich wieder Gefahr laufe zu pauschalisieren:

        Es gibt Widerstand ! – wird aber von den eigenen Bürgerbrüdern und Schwestern zurückgepfiffen und abgelehnt, blockiert, erstickt.

        und wieder kann ich es nicht verstehen !

        Die Revolution wäre jener Ruck, der durch alle Stände dann geht – gemeinsam AUFSTEHEN im eigenen Interesse, jedoch nicht im fadenscheinigen Interesse alter Polithasen, die wie schon angeführt, sich längst selbst von den Bürgern entfernt haben, lediglich Machtineressen inerhalb des gegebenen Systems gut versteckt aufs Blatt schreiben.

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

  • Volker
    Antworten
    Ja, @ Euli, Zwangsverarmte stehen so schnell nicht wieder auf, wenn überhaupt, werden gnadenlos am Boden gehalten, stecken Prügel ein.
    Mir reicht es jedenfalls, und wenn meine neue Wohnung nicht amtlich! genehmigt wird, müsste ich einen weiteren Schlag in die Fresse hinnehmen. Mit einer Entscheidung rechne ich im Laufe der nächsten Woche, kämpfe momentan gegen weitere, neue Überlebensängste an und leide solange unter staatlich-verordneter Folter. Daumen hoch oder runter, mal sehen, ob der Sachbearbeiter menschenwürdig entscheidet.
    Ein paar Euros für einen Strick bringe ich noch auf –
  • eulenfeder
    Antworten
    Daumen hoch ! – natürlich, runter nur bei der Politikverbrecherbande.

    Naja – nun lass den Strick mal weg und kauf dir für die letzten Kröten einen guten Schnaps – hast du mehr davon. Einen Schädelspalter brauche ich auch regelmässig mal, reinigt die inneren vom System zugefügten Wunden ganz wunderbar ( temporarily leider nur )

    Ich drücke dir ja alle Daumen – kann diese Phase der Hoffnung sehr gut nachvollziehen, besser aber ist nicht zu sehr zu hoffen, denn dann ist der Niederschlag umso wuchtiger, wenn sie sich nicht erfüllt. In Nichterfüllung sind wir geübt, ’nur die Harten kommen in den Garten ‚, oder die Oberpfälzer, smile…

    Ja – auch wenns mal klappt, kommen die Niederschläge trotzdem regelmässig, in Form von Strom und Heizungsabrechnungen e.t.c – da sind wir Genossen.

    whatever – may the better times begin for ya !

     

    Herzlicher Gruß

    da Euli

     

     

     

     

    • Volker
      Antworten

      Ich drücke dir ja alle Daumen – kann diese Phase der Hoffnung sehr gut nachvollziehen, besser aber ist nicht zu sehr zu hoffen, denn dann ist der Niederschlag umso wuchtiger, wenn sie sich nicht erfüllt.

      @Eulenfeder, es geht mir nicht um Hoffnung, die sich nicht erfüllen könnte. Es geht mir um weitaus Schlimmeres: um Menschenverachtung, das Absprechen freier Lebensentscheidungen, um Entmündigung, um die Abhängigkeit in allen Lebensbereichen, und nicht zuletzt – um den zermürbenden Kampf, Individualität und Würde bewahren zu können.
      Es geht mir darum, dass ein Sachbearbeiter – als Vollstrecker der Agenda 2010-Gesetzgebung – über mein ganz persönliches Leben, über meine weitere Zukunft entscheidet, mein Recht auf freie Selbstbestimmung somit aus der Seele gerissen wird.
      Es geht mir darum, dass menschenverachtendes Handeln bei millionen Mitbetroffenen Leid und Hoffnungslosigkeit erzeugt, Menschen, die klein gehalten- und als bedeutungslos erklärt werden.

      Es geht mir darum, meine Existenzberechtigung ständig einfordern zu müssen, als Bittsteller mit Aktenzeichen, mit einer Fallnummer tätowiert, alternativlos eingebrannt.

      • eulenfeder
        Antworten
        Ja, Volker –

        das weiss ich, sehr genau sogar, denn jedes mehr als berechtigt als Kritik vorgebrachte Wort von dir kann ich voll und ganz nachvollziehen und bestätigen – erst recht seit dieser Zwangsräumung ( und auch schon davor, in diesem zermürbenden, vergeblichen Kampf um den Erhalt der Wohnung ).

        Ich kenne also das gesamte Ausmass dieses Politkverbrechens Hartz4.

        Aber Hoffnung haben wir ja trotzdem und das sollen wir auch. Ich habe mir nur ‚angewöhnt‘ trotzdem mir nicht allzu viel zu erhoffen, weil um so wuchtiger dann die Enttäuschung, wenn sie sich nicht erfüllt.

        Es war also mehr Sorge um dein Seelenheil als unzutreffender Rat vielleicht.

        Die 3 vergeblichen Klagen am Sozialgericht damals, vor der Zwangsräumung, gegen das ‚Jobcenter‘ hatten mich eindrucksvoll gelehrt, mir nichts mehr zu erhoffen, erst recht nicht nach einer Aussage einer Richterin: “ Es tut uns ja leid Herr ….., aber das ‚Sozialgesetzbuch‘ ist halt mal so ausgelegt „. Hätte mein Sohn, der ja auch bei mir noch wohnte, nicht unglaubliches Glück gehabt, in letzter Sekunde zufällig eine Studentenbude bekommen, er wäre ja auch auf der Strasse gesessen.

        Das ist diese Wucht von der ich spreche, ich hatte gehofft, ein SOZIALGERICHT würde sozial richten.

        Das ganze Ausmass an Unrecht, wie du es hier beschreibst, völlig berechtigter Weise, kenne ich und hat auch dazu geführt, dass ich nicht mehr zuviel hoffe.

        Vielmehr hat es zu meinem Entschluss geführt, meine Freiheit nicht mehr beschneiden zu lassen, nicht mehr von den Vollstreckern dieses Unrechtssystems, diese Demütigungen hinzunehmen, dieses Behandeltwerden wie ein Stück Dreck auf Ämtern, den Strafmassnahmenkatalog dieser Arschlöcher und all das was du hier ja richtig anführst.

        Nein, meine Würde nimmt mir niemand mehr – und wenn es dann letztlich wieder eine Zwangsräumung ist, vielleicht schon, wenn man Jahresabrechnungen nicht bezahlen kann, dieser Dominoeffekt dann dazu führt.

        Ich kenne eine Frau, die namentlich hier sicher nicht genannt werden wollte, die hat letztendlich auf diese Abgrundsicherung verzichtet, weil sie dieses Unrecht und die Demütigungen nicht mehr hingenommen hat – so viel entschlossene Kraft hat nicht jeder, Respekt !! – und lebt in bitterster Armut deswegen.

        Aber freilich wünsche ich dir von Herzen das Gelingen, die neue ‚Wohnung‘, keine Frage.

        Du bist ja selbst in diesem Unrecht so erfahren, dass du auch weisst: die Versklavung und Unterdrückung in allen Belangen wird nicht aufhören, die Bittgänge nicht und die verachtende Behandlung, die Menschenunwürdigkeit.

        Besser diesen Klartext reden als ‚falsche Hoffnungen‘ machen.

        Würde, Stolz – nein ! – das nehmt ihr Politikverbrecher mir nicht ! auch meinen Humor nicht !

        Aber pass mal auf – Volker – ich spiele in minimalem Ausmass keno, auch wenn es eigentlich nicht geht – und wenns mal klappt, dann komme ich vorbei ! Dann scheissen wir ein großen Haufen vor den Eingang zum Jobcenter ! – und stecken die Geldstrafe dafür gleich mit rein – hahaaa…

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

         

  • Roland Indefrey
    Antworten
    Trotz ihrer ansonsten sehr geschätzten Intellektualität und immer wieder hilfreichen gesellschaftspolitischen Analysen schaffen es Herr Rottenfußer und Herr Platta nicht, Persönliches von gesellschaftspolitisch Inhaltlichem zu trennen. Warum sonst die despektierliche Formulierung vom „Stehaufmännchen“ Oskar Lafontaine? Warum sonst der Hinweis darauf, dass Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht sehr häufig in Talkshows sitzen? Neid, Eifersucht? Ärger darüber, dass man selbst dort nicht vorkommt? Herr Rottenfußer charakterisiert Albrecht Müller als „treuen Anhänger“ Sahra Wagenknechts. Albrecht Müller ist mit Sicherheit nichts weniger als das. Ihm geht es ausschließlich um die gesellschaftspolitischen Inhalte die Frau Wagenknecht vertritt,  und die bestehen zu großen Teilen aus ehemals sozialdemokratischer Programmatik. Diese vertritt Albrecht Müller konsequent und unbestechlich, und wenn sie von Frau Wagenknecht oder Oskar Lafontaine artikuliert werden stimmt er ihnen zu, nicht mehr und nicht weniger. Dass die real existierende SPD seit Gerhard Schröder sich davon komplett verabschiedet hat ist doch der eigentliche Skandal. Die daraus folgende Traumatisierung weiter Teile der Linken ist nach meiner Meinung auch ein Grund für die derzeit geführten hitzigen und von Gefühlen bestimmten Debatten. Wenn der Versuch einen rationalen Diskurs zu führen von Gefühlen und den Kategorien von Sympathie und Antipathie überlagert wird, ist er nicht viel wert. Mag sein, das andere Sahra Wagenknecht eine Falle stellen wollen. Im vorliegenden Fall ist offensichtlich,  dass Herr Rottenfußer und Herr Platta sich in einer selbst gestellten Falle  des Ressentiments befinden. Schade!
    • Volker
      Antworten
      @Roland Indefrey, Sie befinden sich gerade in dieser unsäglichen Falle, die allgemein als Spaltung innerhalb der Linken bezeichnet wird. Andere Meinungen sowie Vorbehalte und kritische Überlegungen empfinden sie als störend – warum wohl?

      Rottenfußers sowie Plattas Bedenken sollten nicht mit einer weiteren Spaltung beantwortet werden, es wäre ein Trauerspiel, wenn Linkssein sich uniformieren sollte, gleichgeschaltet auf linker(?) Linie.

      Sollten Sie zu meinem obigen Kommentar ein paar tröstliche Worte finden, ich warte gerne darauf.

  • Imago
    Antworten
    Auch ich habe immer wieder (wenn auch zum Glück mit vergleichsweise geringen) Schikanen seitens des Jobcenters zu tun, das zum Beispiel meine Anträge auf notwendige Fahrtkostenzuschüsse (zu den für mich als „Hartzer“ immer wieder kostspieligen Fahrten zu meinem Sohn und zu meinem Enkel sowie zu Fachärzten) und obendrein auch einen Zuschuß zur Brillenreparatur (aufgrund sich nachweislich verschlechternder Sehkraft) inzwischen offenbar grundsätzlich erst einmal abzulehnen angewiesen ist. Immer wieder heißt es dann, auch all diese Kosten seien im monatlichen Hartz4-Bezug berücksichtigt, und so etwas (oder Ähnliches) bedeutet gewiß auch für viele andere „Hartzer“ (sowie auch für die vielen sogenannten „Aufstocker“) nichts Anderes, als permanent in einer viel zu engen Zwangsjacke zu stecken, die für die meisten davon Betroffenen auch kaum je abzustreifen ist. – Gedeckt wird dies bislang immer wieder durch ein Bundessozialgericht und durch ein Verfassungsgericht, das die tatsächlichen Inhalte unserer Verfassung offenbar bis heute noch nicht in vollem Umfang zur Kenntnis nimmt und somit – bis heute – noch keine konsequent-souveräne Rechtssprechung betreibt!

    Da aber längst auch schon viele „normal Arbeitende“ durch unzählige, schon lange immer wieder auf‘ s Neue in der Gesetzgebung platzierte Schikanen seitens unserer Regierung (durch die allgemein umschrieben kontinuierliche Absenkung aller möglicher Sozialstandards bei gleichzeitig kontinuierlich zunehmender Begünstigung des reichen Klientels im In- und Ausland) regelrecht ausgepresst werden, kann ich insgesamt wohl durchaus zurecht von einer einzigen riesigen Ungeheuerlichkeit sprechen, die von allen bisherigen Parteien (auch der „Linken“) bislang mehr oder weniger „in Kauf genommen“, wenn nicht sogar (mit ständig wiederholtem Hinweis auf den „zwangsläufig eben immer härter werdenden internationalen Wettbewerb“) immer weiter vorangetrieben wird. Ein immer größer werdender Teil der gesamten Bevölkerung gerät somit auf vielfache Weise in eine für immer mehr Menschen längst schon immer enger werdende Zwangsjacke, mit der Folge, dass sich nun in erster Linie wieder einmal von rechter Seite (aber auch von links) her immer mehr Extremismus ausbreitet, worüber sich eigentlich nur die wirklichen Profiteure bei der ganzen Geschichte freuen können.

    Was aber tun die linke Kräfte in unserem Land? Sie schüren bei all dem vorwiegend immer wieder – ihr eigenes Feuerchen und bringen bei all dem nur die in ihren Reihen favoritisierten Themen (Minderheitenschutz für Randgruppen) ins „Spiel“, statt den gesamten Problemkomplex ins Visier zu nehmen, – und auch die Bewegung „Aufstehen“ sowie jene, die ihr „alternativ widersprechen“ (wobei doch eigentlich alle ihrem eigenen Selbstverständnis nach den sozialen Kräften zuzurechnen sind) scheinen sich zumindest bislang gerade auch nicht viel klüger und umsichtiger zu verhalten, denn – statt das gesamte „Schlachtfeld“ kontinuierlich im Auge zu behalten, lassen sich viel zu viele davon immer wieder in einzelne kräftezehrende Scharmützel verwickeln bzw. zetteln die Gefechte auf solchen Nebenkriegsschauplätzen mitunter auch sogar selbst immer wieder an (durchaus zurecht geäußerte Bedenken an der einen oder anderen Stoßrichtung werden dabei dann immer wieder dramatisiert und am Ende bis hin zu einer „absolut notwendigen äußersten Abgrenzung“ aufgebauscht).

    Ich meine, wenn sich all die vielen Beteiligten nicht endlich bald einmal wirklich „am Riemen reißen“ und sich auf jene gemeinsamen Interessen besinnen die eigentlich alle Menschen vereinen kann, dann geht in nicht allzu langer Zeit wieder einmal sozusagen „alles den Bach runter“ und die tatsächlichen Nutznießer an dem gesamten Spektakel (das inzwischen längst international „arbeitende“ Investment, dessen inzwischen unzählige Helfer in Politik und Wirtschaft und vor allem die schwer- und schwerstreichen Hauptprofiteure der gesamten Chose) können sich dann auch diesmal am Ende wieder einmal ausgesprochen hämisch „ins Fäustchen lachen“.

    Ich bin kein ausgesprochener Linker, sondern eher wohl ein aufgrund der gegenwärtigen Verhältnisse zwangsläufig ziemlich links gerichteter, vor allem aber ein ganz bewusst stets human und umweltfreundlich orientierter Mensch und sage daher:

    Es gilt für alle von diesem längst schon immer menschenverachtender funktionierendem System unterdrückten Menschen, sich endlich einmal einsam und auch gem-einsam (!!!) ganz bewusst und klar entschieden auf friedlichem Weg gegen das in unserer Geschichte schon viel zu lang geltende Fausrecht zu wehren! – Freundlich ausgebreitete und somit willkommen heißende Hände, also Freundschaftlichkeit (auch im Alltag!!!) und nicht etwa zunehmender Streit und Krieg ist meiner Meinung Überzeugung nach dabei das Gebot der Stunde!

     

    (Für meine mitunter recht langen Sätze bitte ich um Entschuldigung, aber Kurzbotschaften im Twitterstil sind einfach nicht „mein Ding“, denn ich kann offenbar nicht anders, als die für mich im Leben so vielfach zusammenhängenden Dinge eben auch – in etwas langen zusammenhängenden Sätzen zu beschreiben.)

    • Holdger Platta
      Antworten
      Sehr geehrter Herr Indefrey,

      können Sie mir die Stelle aus meinem Artikel zitieren, wo ich Sahra Wagenknecht persönlich angegriffen hätte?

      Mit Gruß

      Holdger Platta

    • Holdger Platta
      Antworten
      Lieber „Imago“,

      Brillenreparaturen sind einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) zufolge von den sogenannten „Leistungsträgern“ zu übernehmen! Also: Antrag stellen und gegen Negativbescheid Widerspruch einlegen, am besten gleich mit Angabe des Aktenzeichens, unter dem das BSG so entschieden hat!

      Vermutlich finden Sie das Urteil im Internet schnell, wenn sie „Bundessozialgericht“ und „Brillenreparatur“ eingeben.

      Falls nicht, bitte hier nochmal kurz melden. Ich suche Ihnen dann das entsprechende Urteil raus (komme aber leider erst morgen dazu)!

      Mit herzlichen Grüßen

      Holdger

      • Imago
        Antworten
        Herzliches Dankeschön  für diese Auskunft! – Raussuchen wird nicht aber nötig sein, denn ich habe bei meinen Widerspruch gegen die Ablehnung bereits ein dementsprechendes Urteil beim Jobcenter vorlegt (was dann jedoch sogar abermals abgelehnt wurde). Habe daraufhin Klage beim Sozialgericht Ulm eingelegt, was dort jedoch akzeptiert wurde und werde daher im kommenden Dezember an der hierfür „anberaumten“ Gerichtsverhandlung teilnehmen. – Was für ein idiotischer Kleinkrieg wegen ein paar Euro (die für mich zwar recht viel, für den Staat aber nicht einmal „Peanuts“ bedeuten, wobei dann allerdings auch noch meine mir dann zustehende Fahrtkostenerstattung hinzukommt)!

         

        (Es steckt aber wohl eine ausgesprochen perfide Methode dahinter, denn alle mögliche Unterstützung von vorne herein bereits abzuweisen, schreckt sicher viele „Hartzer“ ab, spricht sich herum (bzw. macht immer mehr Leute müde und schließlich resigniert). – Ich bezeichne Hartz4 und auch vieles Andere, mit der neuen Sozialgesetzgebung Verbundene daher als „neue, inzwischen perfektioniert-verklausulierte bürokratische Selektionsrampe von Auschwitz“. Es gibt somit längst wieder eine neue Reihe von „Herrenmenschen“, die längst nicht so harmlos sind, wie sich in der Öffentlichkeit gerne geben (sie sind aber nur deshalb so erfolgreich, weil viele ihrer „Untergebenen“ a) noch immer so ahnungslos sind und b) ebenfalls mit zunehmendem Druck „beider Stange gehalten werden“.

        • Holdger Platta
          Antworten
          Lieber „Imago“,

          prima! – Nach meinem Eindruck haben Sie dann alles richtig gemacht! Im übrigen: volle Zustimmung zu Ihren sonstigen Ausführungen zum Thema Hartz-IV! Was ich von dieser Entmenschlichungspolitik halte, können Sie ja auch ganz unten auf dieser Portalseite nachlesen (unterhalb der „Zierleiste“).

          Toitoitoi, was Ihren Prozeß betrifft!

          Mit herzlichen Grüßen

          Ihr Holdger Platta

    • eulenfeder
      Antworten
      „Gedeckt wird dies bislang immer wieder durch ein Bundessozialgericht und durch ein Verfassungsgericht, das die tatsächlichen Inhalte unserer Verfassung offenbar bis heute noch nicht in vollem Umfang zur Kenntnis nimmt und somit – bis heute – noch keine konsequent-souveräne Rechtssprechung betreibt!“ –

      Ach was bin ich froh, dass ich nicht immer der einzige bin, der das erkennt !

      Bei uns müssen Richter nicht ausgetauscht werden ( wie in Polen oder Ungarn ) um noch mehr in Sinne der Herrscherklasse zu „richten“ –

      bei uns sind die schwarzen und roten Roben schon immer weisungsgebunden – waren nie unabhängig !

       

       

  • nix Rechtschutz für Arme
    Antworten
    Gedeckt wird dies bislang immer wieder durch ein Bundessozialgericht und durch ein Verfassungsgericht, das die tatsächlichen Inhalte unserer Verfassung offenbar bis heute noch nicht in vollem Umfang zur Kenntnis nimmt und somit – bis heute – noch keine konsequent-souveräne Rechtssprechung betreibt!

    Zum wievielten Male noch?

    Das rot-grüne Projekt, die Agenda 2010 mit HARTZ-Gesetzgebung, hat RECHTSCHUTZ für Arme, für die Unterschicht abgeschafft, auch per Weisung, schriftlich nachzulesen für Menschen die das UNGLAUBLICHE nicht glauben können!!! Oder nicht glauben wollen, weil es persönliche Rendite abwirft. Gerichte sind nie unabhängig, nicht mal bei uns, das Fazit.

    Die Sondergerichte SG/LSG/BSG erfüllen die Anforderungen der Wirtschaftlichkeit, wie die anderen sogenannten Institutionen auch.

  • Roland Indefrey
    Antworten
    @Volker

    Lieber Volker, ob meine Antwort Ihnen zum Trost gereicht- ich hoffe es. Offensichtlich beklage ich genau wie Sie die verschiedenen zu beobachtenden Spaltungen innerhalb der Linken. EINE Ursache liegt in der Art, wie wir sprachlich miteinander umgehen. Ich wollte die hier Beteiligten in diesem Sinne sensibilisieren, dh. den bestehenden Spaltungen oder einer weiteren Spaltung gerade entgegenwirken. Uns alle eint doch der Wunsch nach mehr Humanität, Gerechtigkeit, Solidarität, gemeinwohlorientierter Politik- und das natürlich überall auf der Welt! Dabei sollte man aber auch strategische Überlegungen, wie das in dieser Situation, in der der menschenverachtende Neoliberalismus triumphiert, umgesetzt werden kann, nicht außer Acht lassen. Cui bono? Wem nützt der Streit unter den Linken? Die Drahtzieher des Neoliberalismus reiben sich doch die Hände darüber, wie die gesamte öffentliche Gesellschaft einschließlich der Medien mit dem Zankapfel „Flüchtlinge hereinlassen oder Flüchtlinge draußen halten“ umgeht. Um auf Frau Wagenknecht und Herrn Lafontaine zurückzukommen, ich habe persönlich mit beiden nichts am Hut, aber angesichts der katastrophalen Entwicklungen in Deutschland und Europa nach dem Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus in den letzten 30 Jahren halte ich die beiden für wichtige und unverzichtbare Kräfte im Kampf für die oben erwähnten Prinzipien. Niemand ist vollkommen, angesichts der „Gefechtslage“ ist es aber äußerst kontraproduktiv, wenn gerade hier auf diesen Seiten an den Positionen, die die beiden vertreten, herum kritisiert wird. Ich erinnere mich nur zu gut an die vielen Jahre, als die noch sehr junge Frau Wagenknecht mit Mut, Disziplin und Souveränität, quasi als Einzelkämpferin, der neoliberal ausgerichteten und Kond Eva arroganten Männerwelt aus Politik, Wirtschaft und Medien mit überzeugenden Argumenten Paroli geboten hat. Ist eigentlich niemand darüber irritiert, dass ein heutiger Kritiker von Wagenknecht und Lafontaine im selben Boot (natürlich nur in dieser Hinsicht) sitzt wie Lindner, Friedrich Merz und Konsorten? Zum Schluss komme ich noch einmal auf die Wichtigkeit von Sprache und den verwendeten Begriffen zurück. In der „Dialektik der Aufklärung“ heißt es sinngemäß bei Adorno und Horkheimer: „Es gehört zum heillosen Zustand, das auch der ehrlichste Reformer, der in der abgegriffenen Sprache der Herrschenden seine Reformen empfiehlt, durch Übernahme des eingeschliffenem Kategorien Apparates und der darin verborgenen schlechten Philosophie die Macht der hHerrschenden verstärkt, die er doch eigentlich brechen möchte“. Kleines konkretes Beispiel dazu: das an sich harmlose Wort „Grenze“ ist zurzeit derart ideologisch und emotional aufgeladen, dass man es kaum noch verwenden kann, ohne einen semantischen Diskurs im jeweiligen Fall vorher zu führen. Der von mir hochgeschätzte und verehrte Konstantin Wecker ( ich bin etwa gleich alt und habe fast alle Platten von ihm) sollte vielleicht darüber nachdenken, ob das auf diesen Seiten zu lesende Zitat von ihm unter seinem Bild hinsichtlich der oben geschilderten Gemengelage hilfreich ist.( Es ist eine grenzenlose Welt, in der ich leben möchte). In so einer Welt lebt doch bereits heute schon jeder abgefeimte Spekulant, jeder Glücks- und Spesenritter innerhalb des Finanzkapitalismus: grenzenlose Gewinne, grenzenlose Dividende, grenzenloses Wachstum, grenzenloser Konsum, grenzenlose Ausbeutung von Mensch und Natur… natürlich weiß ich wie Konstantin ist meint, und so verstehe ich ihn selbstverständlich auch. Von DIESER Freiheit hat ja auch schon Reinhard Mey gesungen. Aber warum sagt man nicht einfach: Es ist eine FRIEDLICHE Welt in der ich leben möchte! Mit freundlichen Grüßen insbesondere an Volker, aber auch an alle anderen, die an dem gemeinsamen Projekt, eine friedliche und bessere Welt ohne Krieg zu schaffen, mitwirken wollen. Venceremos! No pasaran!

  • Roland Indefrey
    Antworten
    Sehr geehrter Herr Platta,

    ich habe Ihnen in meinem Leserbrief keine expressis verbis persönlichen Angriffe bezüglich Frau Wagenknecht vorgeworfen. Ich habe ihre Formulierung „Stehaufmännchen“ über Herrn Lafontaine als despektierlich bezeichnet, und Ihre Erwähnung der Tatsache, dass beide- Wagenknecht und Lafontaine-häufig  in Talkshows sitzen, als eine auf die Personen bezogene mokante Äußerung empfunden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Roland Indefrey

    • Holdger Platta
      Antworten
      Sehr geehrter Herr Indefrey,

      nochmal: beide Aussagen, die Sie mir in den Mund legen, stammen nicht von mir!

      Mit Gruß

      Holdger Platta

    • Piranha
      Antworten
      Oskar selbst, der schon mein Bürgermeister, dann Oberbürgermeister und später mein Ministerpräsident war, würde über den Begriff „Stehaufmännchen“ amüsiert lächeln.

      Der Begriff ist für einen Saarländer weniger despektierlich, als vielmehr bezeichnend für jemanden, der auch durch Mißerfolge nicht mutlos wird.

      Wie häufig er und Frau Wagenknecht in Talkshows zu sehen sind, kann ich nur wenig beurteilen; zu oft erlebte ich schon mehr oder weniger undisziplinierte Quasseleien von Leuten, die kaum in der Lage sind sich gegenseitig zuzuhören und nur darauf bedacht, „win-lose“-Situationen zu erzeugen.

      Und mir scheinen die Moderat-oren oft genug zu wenig gemäßigt und adäquat in ihren Rollen zu sein. Kein Wunder, erhalten sie doch (wie ich hörte) redaktionelle Anweisungen via „Knopf im Ohr“, wie sie Gesprächs-Situationen lenken und eskalieren können.

      Durch Zufall geriet ich vor einiger Zeit bei youtube auf einen Ausschnitt „Wagenknecht bei Lanz“.

      Da hab ich mich dann schon gefragt, weshalb man sich sowas antut. Ausgerechnet Lanz: wen der nicht mag, lässt er keinen Satz, keinen Gedanken zu Ende ausführen, stellt Fragen, die nicht zum Thema passen und der Rüpelhaftigkeiten  mehr. (Das ZDF mutiert so immer mehr zu RTL)

      Und bitte: konträre Meinungen und Ansichten sollen diskutiert werden. Aber ein Jorges mit seinem unterirdischen Niveau gegen alles Linke und am liebsten gegen Wagenknecht, der er nur wenig gehaltvolles entgegensetzen kann, und obendrauf ein dümmlich grinsender Moritz Bleibtreu, der von Politik soviel Ahnung hat wie ich vom Autoschrauben… Hätte er doch besser mal wenigstens den Realschulabschluss geschafft… (Klingt arrogant? Macht nichts.)

       

       

       

       

  • Roland Indefrey
    Antworten
    Korrektur zu meinem Leserbrief

    PS:   Sorry, kleiner Übermittlungsfehler beim mündlichen Diktieren: „kond Eva“  soll heißen: „konservativen“

    Roland Indefrey

  • rr
    rr
    Antworten

    Eines möchte ich noch sagen zum Vorwurf der „Spaltung“, weil der öfter erhoben wurde. In der Flüchtlingsfrage haben sich die Mentalitäten der Menschen, die wie Sahra Wagenknecht denken, und derer, die wie Konstantin Wecker denken, in den letzten Jahren etwas auseinanderentwickelt. Genauso wie Sahra „Spaltung“ vorgeworfen wurde, weil sie die Demo #Unteilbar nicht unterstützte, wurde der Demo Spaltung vorgeworfen, weil sie es gewagt hatte, überhaupt stattzufinden. Und unserem Magazin wird nun Spaltung vorgeworfen, weil wir Sahra kritisieren. Das macht m.E. keine Sinn. Jeder/hat seiner Meinung Ausdruck gegeben, ein Kritikverbot innerhalb des „linken Lagers“ aus strategischen Gründen sehe ich nicht. Eher noch wäre es in einer politischen Partei ratsam, sich nicht zu stark öffentlich anzugreifen; unabhängige Journalisten versuchen jedoch den politischen Prozess lagerübergreifend kritisch zu begleiten.

    Es stimmt, dass Linke dazu neigen, sich gegenseitig zu „zerfleischen“ und damit dem Gegner zu dienen; aber ein Idol aufzubauen, das man selbst dann nicht anzutasten wagt, wenn seine Fehler ziemlich offen zutage treten – das halte ich für falsch. Wer mehrere Artikel von mir gelesen hat, weiß auch, dass ich keineswegs immer „negativ“ bin. Wagenknecht gehört aber nur noch partiell zu meinem „Lager“ – in mancher Hinsicht ja, in mancher Hinsicht nein. Man kann in bestimmten Bereichen an einem Strang ziehen, in anderen ist Auseinandersetzung angesagt, und es hängt viel davon ab, wie sich #Aufstehen weiter entwickeln wird.

    • Regimekritiker_Dracula
      Antworten
      Mein untenstehender Kommentar bezieht sich auf dieses Statement.
  • Roland Indefrey
    Antworten
    Sehr geehrter Herr Platta,

    Sollte ich sie falsch zitiert haben bitte ich sehr herzlich um Entschuldigung. Meine Einwände bezogen sich auf einen Beitrag vom 14. November dieses Jahres hier auf „Hinter den Schlagzeilen“. Dort steht ihr Name in Klammern hinter den erwähnten Passagen. Anbei eine Kopie Der erwähnten Seite.

    «Aufstehen»? – Ja, aber mit dem richtigen Fuß!

    rr
     – 14. August 2018
     In FEATUREDHoldger PlattaPolitik

     31
     32

    Das sind Links und Rechts kräftig durcheinander gekommen…

    Zur Sammlungsbewegung von Sahra Wagenknecht, Oskar Lafontaine und Bernd Stegemann. Sie haben angefangen zu sammeln: Oskar Lafontaine, das Stehaufmännchen der deutschen Linken, und seine Frau Sahra Wagenknecht – allgegenwärtig in deutschen Talkshows. Aber wen oder was sammeln sie da ein? Neben höchst unterstützenswerten Aussagen zu einem sozialeren, menschlicheren Deutschland gibt es auch solche, die rechts zu blinken scheinen. Klar, man möchte sozial schlecht gestellte besorgte Bürger mitnehmen. Aber manche von denen haben so fragwürdige Standpunkte, dass man schon ganz weit nach rechts gehen muss, um sie dort abzuholen. Wollen wir das? (Holdger Platta)

    • Holdger Platta
      Antworten
      Sehr geehrter Herr Indefrey,

      der von Ihnen oben zitierte Text stammt nicht von mir, sondern von unserem stellvertretendem Chefredakteur und Anministrator der Website Roland Rottenfußer, der sämtliche Beiträge hier – seit Jahren schon – mit eigenen kurzen Anmoderationstexten versieht.

      Mit Gruß

      Holdger Platta

  • Regimekritiker_Dracula
    Antworten
    Danke für dieses Statement, das in positiven Kontrast zum „Beitrag des Anstoßes“ steht. Wir sollten wieder anerkennen, dass wir die gleichen Ziele verfolgen. Unsere kleinen Differenzen müssen wir wieder respektvoll untereinander ausdiskutieren und nicht Etiketten aufkleben (AfD-Nähe, …) und dann die Menschen dahinter bekämpfen. Auf gute Zusammenarbeit.
  • Regimekritiker_Dracula
    Antworten
    Mein letzter Kommentar bezieht sich auf rr: „Eines möchte ich noch sagen …„. Der obige hat sich während der Moderation dazwischengeschoben. Mein nächtlicher Hinweis unter „Antworten“ kam nicht durch (???). -sorry-

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