HdS: keine Hindernisse mehr. Um so mehr Hilfsbedarf

 in DER BESONDERE HINWEIS

Nach schmerzlichen personellen Verlusten bieten sich für unser Magazin Chancen, aber auch Risiken. Wie sich gezeigt hat, sind nicht alle unsere Leserinnen und Leser mit einer Webseite mitgegangen, die Monate lang zum beherrschenden Thema dieser Zeit – Corona – nichts mehr publizieren durfte. Folge war, dass uns während dieser Zeit fast zwei Drittel aller HdS-LeserInnen verlassen hatten. Wir sind entschlossen, künftig wieder das „volle“ Programm zu bieten, jedoch differenziert, nachdenklich, integrierend in viele Richtungen. Leider erscheint es in dieser Phase der Entwicklung und umtost von den Stürmen einer aufgeregten Zeit nicht sicher, ob Hinter den Schlagzeilen auch morgen noch kraftvoll zubeißen kann. Es gibt schlicht zu viele Eventualitäten menschlicher, politischer und finanzieller Natur, um eine Bestandsgarantie abzugeben. Deshalb bittet HdS-Chefredakteur Roland Rottenfußer alle Leserinnen und Leser, die am Fortbestand und an der Verbesserung unserer Seite interessiert sind, um ihre Mithilfe.

Ich will ehrlich sein: Noch vor wenigen Wochen schien es nicht klar, ob und wie es mit unserer Seite „Hinter den Schlagzeilen“ weitergehen würde. Und auch jetzt sind wir noch beileibe nicht trockenen Tüchern. Angefangen hatten die Turbulenzen – wie so vieles in diesem „Schwellenjahr“ 2020 – mit Corona, dem Virus, der sich als Pilz erwiesen hat: als Spaltpilz. Jeder, der in den letzten sechs Monaten nicht blind und taub durch Deutschland gegangen ist, der sich zum Thema informiert und sich die eine oder auch die andere Meinung dazu gebildet hat, wird sich unversehens in Konflikte verwickelt gesehen haben.

Sollte man dem Lebensschutz den Vorrang geben und somit die Corona-„Eindämmungsmaßnahmen“ der Regierung wohl oder übel mittragen? Oder droht ein „Gesundheitstotalitarismus“, der unsere Demokratie, unsere Freiheit so grundlegend in Frage stellt, dass jetzt unmissverständlicher Widerstand angezeigt ist? Wie ist überhaupt die Gefährlichkeit dieses Virus einzuschätzen? Handelt es sich wirklich nur um eine durchschnittliche, jedoch von den Medien unmäßig zum Event aufgeblasene Grippe, oder haben wir es hier mit der schlimmsten Gefahr für die Gesundheit seit der mittelalterlichen Pest und der Spanischen Grippe (1918-1920) zu tun? Und wie ist überhaupt die neue Demonstrationsbewegung einzuschätzen, in der manche ein ehrbares Eintreten für die arg gebeutelte Freiheit und die sturmreif geschossenen Grundrechte, andere nur eine Ansammlung gefährlicher „Nazis, Verschwörungstheoretiker und Esoteriker“ zu erkennen meinen?

Corona ist ein extrem forderndes Thema, manchmal sogar – so vermute ich – ein überforderndes.

Alte weltanschauliche Sicherheiten und Parteilichkeiten scheinen sich teilweise aufzulösen. Nicht selten wirkt zu einer Position auch die Gegenposition plausibel. Toleranz scheint als Kulturideal ausgedient zu haben, denn bei den Diskussionen darüber verhielten sich manche so, als ginge es für sie nur noch um eines: um Sieg oder Niederlage. Manchmal erinnert mich dieses Szenario an das vorletzte Kapitel aus Thomas Manns Roman „Der Zauberberg“, das die kollektive Stimmung am Vorabend des Ersten Weltkriegs beschreibt: „Die große Gereiztheit“. Menschen, die – wie die Endlos-Diskutanten Naphta und Settembrini – über Jahre in durchaus gepflegter Form ihre Meinungsverschiedenheiten ausgetragen haben, meinen auf einmal, sich mit Pistolen duellieren zu müssen.

Mag nun die eine oder die andere weltanschauliche „Richtung“ mehr Weisheit für sich gepachtet haben – allein diese Verschärfung des Tonfalls, das Hineinreichen der Sachdiskussion weit in den persönlichen Bereich, die allseits spürbare Toleranz-Erosion ist ein äußerst bedenkliches Symptom. Das kann durchaus auch für uns gegolten haben, für Holdger Platta und mich, obwohl von unserer Seite aus niemals Ultimaten ausgesprochen worden sind, Drohungen sogar, und von unserer Seite aus stets uneingeschränkte Gesprächsbereitschaft bestand.

Um so entschiedener noch werden wir uns im HdS-Team um Toleranz bemühen – mit jenen Grenzen natürlich, die Holdger Platta in seinem Brief an Euch, zum Teil jedenfalls, aufgezeigt hat. Also, es bleibt auch weiterhin blanke Selbstverständlichkeit für uns: keine faschistischen Äußerungen (oder Plädoyers für Zusammenarbeit mit Rechtsextremisten – Stichwort „Querfront“), keine militaristischen Äußerungen, keine antisozialen Äußerungen, keine antidemokratischen Äußerungen und und und. Ein Konsens, der zwischen Holdger Platta und mir immer gegeben war – und übrigens auch, ebenfalls blanke Selbstverständlichkeit, zwischen Konstantin Wecker sowie Alexander Kinsky und uns. Die kommenden Artikel und Debatten werden genügend Anregung für eigenes Nachdenken geben. Und sie werden auch Raum für unterschiedliche Auffassungen bieten, die, wie immer bei Menschen, die einander respektieren, koexistieren dürfen – idealerweise nach dem Motto „Zusammen sind wir vielleicht schlauer“.

Wir lernen den Wert der Toleranz, jenes scheinbar überholten Relikts aus der gemütlichen Zeit der „alten Bundesrepublik“, vielleicht erst wieder schätzen, wenn er verloren zu gehen droht.

Und auch hierzu hat Thomas Mann eine verblüffend einfache „Anleitung“ gegeben. In seinem Roman „Doktor Faustus“ sagt die gutherzige bayerische Zimmerwirtin Frau Schweigestill: „A menschlich’s Verständnis, glaub’s es mir, des langt für all’s.“ Es ist nämlich unmöglich, halbwegs friedlich zusammenzuleben, ohne die Bedürfnisse und Ängste seiner Partner zu kennen und grundsätzlich für legitim zu erachten.

Leider, als Ergebnis interner Meinungsverschiedenheiten wird diese Seite „Hinter den Schlagzeilen“ ab jetzt nur noch vom Verein „Initiative für eine Humane Welt“ (IHW) und von mir, Roland Rottenfußer, als Chefredakteur getragen werden – und von den vielen MitarbeiterInnen, die wir immer schon hatten. Wir sind dennoch sicher, mit Hilfe unserer Autorinnen und Autoren sowie der Quellmagazine und Videos, die wir verlinken, weiter das abwechslungsreiche Programm und auch Meinungsspektrum bieten zu können, mit dem Ihr seit langem vertraut seid. Die Anzahl der geposteten Beiträge werden wir nicht verringern müssen. Ebenso wenig übrigens die Qualität. Eher im Gegenteil. Ich komme später noch darauf zu sprechen.

Wie Holdger und ich in der Einleitung unseres Artikels „HdS fordert Wiederherstellung der Menschenrechte“ schrieben, hat unser Magazin Hinter den Schlagzeilen länger nicht mehr über Corona berichtet – was wir beide stets zutiefst bedauert haben und, wie wir wissen, Ihr LeserInnen von HdS ebenfalls. Das ändert sich jetzt. Wir werden uns dem Thema kritisch und bestimmt nicht grundsätzlich regierungstreu widmen. Wir werden dennoch versuchen, Fehler und Übertreibungen im kritischen Corona-Diskurs zu vermeiden, die Suggestion etwa, das Virus sei mit absoluter Sicherheit ungefährlich. Oder verfehlte Äußerungen wie die des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer („Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären“). Mitmenschlichkeit bleibt auch weiterhin nicht nur theoretisches Konzept oder bloße Proklamation bei uns, sondern wird auch zukünftig aufs verläßlichste unser journalistisches Handeln bestimmen. Gerne könnt Ihr uns daraufhin wieder und wieder überprüfen!

Dies schließt aber die Fürsorge für unsere ohnehin alles andere als perfekte Demokratie, für unsere Freiheitsrechte und für die Opfer der diversen „Kollateralschäden“ der Corona-Maßnahmen der Regierung ausdrücklich mit ein. Weit entfernt davon, etwa ein Vorsichts- oder Hygiene-Verbot im Umgang mit Infektionen zu fordern, wäre mir eine Gesellschaft lieber, die unter Wahrung der Grundrechte auf der Basis freiwilliger Rücksichtnahme „funktioniert“.

Dabei sind gerade die Fragen rund um Corona so komplex, dass es enorm schwierig ist, sich fehlerfrei durch alle Probleme hindurch- oder an ihnen vorbei zu lavieren. Ich bezweifele auch, dass dies die Aufgabe von engagiertem Journalismus sein sollte. Dietrich Bonhoeffer, lutherischer Theologe, Mitglied der Bekennende Kirche und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, sagte:

„Wir müssen es auch riskieren, anfechtbare Dinge zu sagen, wenn dadurch nur lebenswichtige Fragen aufgerührt werden.“

Und lebenswichtig sind die anstehenden Fragen ohne Zweifel. Und zwar sowohl für das Leben und die Gesundheit vieler Menschen als auch für Freiheit und Demokratie. Ich füge hinzu: ein Eintreten für die Gesundheit, das nicht ausschließlich von denen für sich beansprucht werden kann, die besonders harte „Corona-Maßnahmen“ fordern. Im Gegenteil: gerade auch jenen Menschen, die seit Monaten einzutreten versuchen für die Freiheit der Bürger, liegt das Wohlergehen ihrer MitbürgerInnen am Herzen. Denkt an dieser Stelle bitte einmal über die De-facto-Inhaftierung von alten und kranken Menschen in Krankenhäusern, in Pflege- und Altenheimen nach, aber auch über die Wegnahme von sozialen und seelischen Entfaltungsmöglichkeiten für die Kinder, die – egal, welchen Alters – oft über viele Wochen hinweg keinerlei Möglichkeit mehr hatten, mit ihren Spielkameraden zusammenkommen zu können.

Die Umstände legen es also nahe, sorgfältig abzuwägen und gegenüber Andersdenkenden respektvoll zu bleiben. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sich unser Magazin „Hinter den Schlagzeilen“ in allen Fragen neutral verhalten wird.

Wo Haltung und Parteinahme im Interesse der Menschlichkeit dringend geboten sind, ist Vorsicht manchmal zu riskant.

Denn eines ist klar: wenn sich nicht zumindest im geistigen Leben des Landes so etwas wie Opposition formiert, regiert die faktische Allparteienregierung im Bundestag mit ihrem durchaus anfechtbaren Corona-Konzept rücksichtslos durch. Es geht also zunächst nicht um das Maximalziel einer siegreich triumphierenden Opposition, sondern darum, dass eine solche in Deutschland überhaupt weiter existieren und ungestört von unfairer Diffamierung und grundgesetzwidrigen Verboten für ihre Ziele werben kann. Dass dies heutzutage nicht mehr als selbstverständlich betrachtet werden kann, ist ein Alarmsignal ersten Ranges.

Die Notwendigkeit für ein unabhängiges, kritisches Webmagazin wie „Hinter den Schlagzeilen“ ist also in diesem Jahr eher noch gewachsen. Und es macht mir Hoffnung, dass jetzt wieder ziemlich viele Menschen, die nicht dem rechten Lager oder anderen inhumanen Ideologien anhängen, die Freiheit und die Grundrechte für sich entdeckt haben. Mit unserem u.a. durch den Abwehrkampf gegen den zwischen 2015 und 2019 grassierenden Rechtsruck (Pegida und AfD, Reichsbürgerbewegung und Flüchtlingsfeindlichkeit) geschulten Geist sind wir gut darauf vorbereitet, aus den im Zusammenhang mit Corona aufgetauchten Meinungsangebote jene auszusortieren, die menschenverachtend, autoritär, rassistisch oder im negativen Sinn irrational daherkommen.

Wir versuchen, die Grundlinien einer nicht-rechten, einer sogar explizit links, sozial und humanistisch begründete Corona-Skepsis zu skizzieren, weil eine solche im aktuellen öffentlichen Diskurs dringend gebraucht wird.

Weder die parlamentarische oder extreme Linke noch die etablierte und kapitalismustreue „Mitte“ des politischen Spektrums vermag dies heute zufriedenstellend zu leisten.

Es ist uns als Magazin jedoch wichtig, nicht ganz hinter Corona zu verschwinden. Es gab „Hinter den Schlagezeilen“ schon vor Auftreten dieses Virus, und es wird uns, wie ich sehr hoffe, auch „hinterher“ noch geben – also wenn dieses Thema die Schlagzeilen nicht mehr beherrscht, wenn zumindest die „kapitalistisch halbierte Demokratie“ (Holdger Platta), die wir vorher hatten, wieder hergestellt sein und wenn die Zahl neuer Krankheitsfälle hoffentlich verschwindend gering sein wird. Kampf gegen Armut, Rassismus und Kriegspolitik, Schutz unserer Mitwelt und die Verbindung von politischem Aktivismus mit emotionaler und vernunftorientierter Selbstreflektion, die unser Magazin über viele Jahre geprägt haben, das alles werden wir auch weiterhin pflegen. Weil wir finden, dass all das zusammengehört.

Unser „Magazin für Kultur und Rebellion“ will dazu beitragen, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“, wie Karl Marx sehr treffend sagte.

Das kann bedeuten, einem durch Hartz IV-Sanktionen kaputtsanktionierten Menschen im eigenen Land beizustehen; einer Griechin, der das Gesundheitssystem dort nicht einmal die lebensrettenden Operation bezahlen will; einem Menschen „of Color“, der in seinem Alltag durch unachtsame, diskriminierende Bemerkungen wie mit Nadelstichen gequält wird; der Flüchtlingsfamilie, die EU-Strategen im Mittelmehr ertrinken lassen wollen, um eine „Sogwirkung“ auf andere Menschen in Afrika zu vermeiden.

Oder eben Menschen, die infolge rigider „Corona-Maßnahmen“ ihre alten oder sterbenden Eltern nicht besuchen konnten; Kinder die wegen Infektionsverdachts isoliert und traumatisiert werden; die Künstlerin oder Therapeutin, die ihre berufliche Existenz verliert; den harmlosen Bürger, der von der Polizei wegen einer Bagatelle drangsaliert wird; den misshandelten Demonstranten; den zu Unrecht für sein humanes Engagement als „Antisemit“ oder „Querfrontler“ verdächtigten Aktivisten. Sie alle sind unsere Zielgruppe. Um uns journalistisch wie menschlich nicht selbst untreu zu werden, müssen wir uns um sie alle „kümmern“. Und wir werden uns um sie kümmern.

Auch Philosophie, esoterikfreie Spiritualität und Psychologie werden weiterhin ihren Platz in diesem Magazin haben, insgesamt das menschliche „Innenleben“, das in der politischen Auseinandersetzung um Gesellschaftsstrukturen und Regierungshandeln allzu leicht aus dem Blick gerät. Denn aufgerieben von der Aktion bleibt oft der Aktivist als Mensch unterbelichtet, bleibt er, seiner selbst unbewusst, verstrickt in Feindbildpflege, vernachlässigt er, allzu puritanisch, sein eigenes Wohlergehen, physisch wie in seelischer Hinsicht – ich spitze zu: auch sein eigenes „Streben nach Glück“ –, so als sei dieses erst nach vollzogener erfolgreicher Weltrevolution am Sankt-Nimmerleinstag legitim.

Selbstverständlich bleiben wir auch in Zukunft ein auf Kunst und Kultur fokussiertes Magazin und pflegen unsere beliebte Rubrik mit anspruchsvollen Musikvideos. Wir schreiben nicht nur über Kultur, wir bedienen uns auch verstärkt der künstlerischen Formen, um einengende Sprachmuster aufzubrechen, die sich auch in „linken“ Agitationstexten einschleichen können. Um nicht zuletzt auch das Herz anzusprechen, das in „Sachauseinandersetzungen“ oft außen vor zu bleiben pflegt. Da wir uns also auch in unserer Verschiedenheit und Autonomie treu bleiben wollen, mit Wertschätzung und Respekt für den anderen, und auf ein erweitertes Reservoir geeigneter Artikel zurückgreifen können, sind alle Weichen auf ein gutes, ja ein besseres HdS gestellt.

Leider hat sich die vorübergehende Corona-Abstinenz auf „Hinter den Schlagzeilen“ aber auch finanziell für uns äußerst negativ ausgewirkt. Man kann nicht gleichsam ungestraft über das hinwegsehen, was die Menschen in ihrem Alltag, in ihrem politischen Denken und Fühlen am dringlichsten beschäftigt. Das Corona-Virus – alles was an Alltagseinschränkungen, an Propaganda und oft schmerzlich kontroversen Debatten damit verbunden ist – hat diese Gesellschaft auch im siebten Monat seiner „Regentschaft“ nicht freigelassen. Und obwohl wir gewiss nicht die einzigen sind, die in dieser Hinsicht manchmal die eigenen Belastungsgrenzen zu spüren begannen und starke Sehnsucht empfanden nach „alter Normalität“, müssen wir uns damit auseinandersetzen, um Schlimmeres zu verhindern und zu einer vollen Wiederherstellung der Grundrechte beizutragen. Wir dürfen und werden nicht länger schweigen. Und was die finanziellen Einbrüche betraf:

Es war für uns eine Selbstverständlichkeit gewesen – und ist es immer noch! –, dass wir Konstantin von seiner Selbstverpflichtung befreiten, unser Magazin HdS auch weiterhin kontinuierlich mit Geldern zu unterstützen. Das geboten Anstand und Mitgefühl angesichts der Tatsache, dass er unfreiwillig und urplötzlich sein gesamtes Konzertprogramm für dieses Jahr hatte aufgeben müssen. Was natürlich starke Verluste mit sich brachte, primär für Konstantin Wecker, sekundär aber auch für uns.

Und die andere, sehr spürbare, Tatsache war: auch die Spenden von Eurer Seite aus gingen aufs deutlichste zurück (ganz bestimmt mit verursacht von dem bereits erwähnten – ganz dramatischen – Leserschwund aufgrund der Tatsache, dass wir nicht mehr über das Hauptthema dieser Monate und Wochen, über Corona und die Maßnahmen dagegen, berichten durften. Ja, es stimmt: Wenn sich daran nichts ändern sollte während der nächsten Zeit, wenn also ein Leserzuwachs ausbleiben sollte – der sich allerdings schon wieder abzuzeichnen beginnt!) und auch ein Spendenzuwachs, dann steht tatsächlich die Existenz von „Hinter den Schlagzeilen“ auf dem Spiel. Keinem von uns ist es möglich, unser Magazin ausschließlich ehrenamtlich zu betreuen, auch wir Aktiven sind auf Lebensunterhalt angewiesen, den wir dann irgendwo anderswo absichern müssten. Seit langem stammt jeder Cent aus Spendengeldern. Großsponsoren haben wir nicht – wir bezweifeln auch, ob das wünschenswert wäre! –, und keinem von uns winkt auch von irgendwoher eine Millionenerbschaft. Natürlich: wir sind bereit, gerne sogar, um der Sache willen mehr zu tun, als durch unser prekäres Gehalt abgedeckt ist. Aber auch dieses stößt auf Grenzen, auf die wir keinen Einfluss haben.

Es kommt hinzu, dass technische Verbesserung „im Innern von HdS“ erforderlich geworden waren – bei den Zähl- und Archivierungsfunktionen zum Beispiel. Schließlich wollen wir auch weiterhin festhalten an unserem Beschluss, stets über ein Budget für Not leidende Autorinnen und Autoren verfügen zu können – was bislang uneingeschränkt der Fall war. Gerne erwähne ich dabei, dass wir mit Tizian Bauer einen sehr guten neuen Web-Administrator gefunden haben.

Unsere dringende Bitte also: helft uns mit Spenden, dieses Magazin „Hinter den Schlagzeilen“ weiter erhalten und sogar ausbauen zu können. Wir sind bereits dabei, künftig ein (noch) besseres Programm bieten zu können als in den letzten Monaten. Und wir haben dafür auch umsetzbare Strategien entwickelt. Wenn Ihr dieses Magazin also auch weiterhin schätzt, erzählt bitte auch anderen, dass es sich lohnt, auf die Seite www.hinter-den-schlagzeilen.de zu klicken.

Und damit – leider ja unvermeidlich in diesem Zusammenhang – die Angaben zum Hilfskonto, auf das Ihr Eure Spenden für HdS überweisen könnt. Eure Spenden sind steuerabzugsfähig, da es sich bei HdS um ein humanitäres Projekt unseres Trägervereins handelt, der „Initiative für eine humane Welt (IHW) e.V.“

Unsere Spendenkontonummer:

Inhaber: IHW
IBAN DE 09 2605 0001 0056 0608 74
BIC: NOLADE 21GOE
Stichwort: HdS
Sparkasse Göttingen

Mit herzlichen Grüßen von mir – aber auch von Holdger Platta, der selbstverständlich ebenfalls, und ohne jede Einschränkung, hinter meinen Aussagen steht,

Euer Roland Rottenfußer

 

(Auf den Fotos: Roland Rottenfußer und Holdger Platta)

 

 

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    Freiherr von Anarch
    Antworten
    …so weit so gut …

    ’schau ma mal‘, ob die nun unabhängigen Macher den schmalen Grat zwischen Meinungsfreiheit und Zensur meistern können –

    die Herausforderung der Anarchie bewältigen können –

    den Mut zur Revolution in offensiver Weise aufbringen –

    die Notwendigkeit der Streitkultur begreifen, auch wenn eine solche von einer ausgleichenden Mediation abweichen muss –

    ob man WIRKLICH Veränderungern will und sich nicht mit Resten zufrieden gibt, was RADIKALES Fordern beinhalten muss –

    es also insgesamt ein Magazin dann ist, welches eindeutig die Rebellion voranzutreiben mithilft.

    Keinesfalls aber eins sein sollte das sich dem Repressionssystem beugt, unerschrocken sich mit diesem anlegt.

    Und sowieso muss eine ‚Wirtschaftlichkeit‘ dabei hinten anstehn.

    Ein Kampfblatt für Gerechtigkeit ( soziale Gerechtigkeit beinhaltend ) und Freiheit als ECHTE Alternative zu so vielen eher noch systemkonformen Magazinen.

    Und gerade darin läge ein riesiges Leserpotential.

     

     

     

     

     

     

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    Ulrike Spurgat
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    Eine bemerkenswerte ehrliche, differenzierte und wichtige Analyse der Geschehnisse mit dem Blick auf das was uns bevorsteht. – Es wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht ist wusste meine Mutter die vom Leben „gebeutelt“ gewesen ist wenn es schwierig wurde. – Keiner kommt ohne Narben durchs Leben der lebt. Und niemand weiß was uns der Morgen bringen wird. – Ohne die Lebendigkeit und die Lebensfreude, ohne Humor, Witz und die eine oder andere Spitzfindigkeit gibt das nix aus meiner Sicht. Und da fällt mir der „Sauertopf“ die ewig leidende Frau Merkel ein. Ihrem Gesicht sieht man an, dass sie einfach nur noch „durchhält,“ weil sie meint, dass sie das tun muss. Sie trägt nicht das „Leid der ganzen Welt“ auf ihren Schultern, selbst dann nicht, wenn das suggeriert wird. – Es ist gut, dass die Möglichkeit besteht sich hier zu „treffen“, zum Lesen um zu plaudern und auszutauschen. Das ist so wichtig in Zeiten der gewollten Vereinzelung, der Individualisierung und der daraus entstehenden Selbstbezogenheit des Menschen auf sich selber, die bei einigen so weit geht weil ihnen ein Gegenüber fehlt und ihnen nur der Ausweg die Kreiselei um sich selber bleibt. Ich wünsche euch von Herzen weiterhin Zuversicht und Mut und ein sonniges Gemüt bei all dem was einem genau das verhageln kann. Und natürlich werde ich HdS wärmstens weiter empfehlen. Und bedanken möchte ich mich noch einmal, dass ihr mich unvoreingenommen an- und aufgenommen habt: der Freiherr, die liebenswürdige Piranha, Holdger und Roland, Volker und überhaupt. Danke ! In der heutigen Zeit alles andere als selbstverständlich. In Zeiten wo munter an alten und neuen Feindbildern gebastelt und gebaut wird. Und wo der Horizont sich mehr und mehr auf das „Haben“ verengt…..ist es umso wichtiger bei aller unterschiedlicher Erkenntnis, Einschätzung und auch Bewertung der heutigen gesellschaftlichen Verhältnisse im Land und in der globalisierten kapitalistischen Welt nicht unbedingt einen Konsens anzustreben, aber interessiert zu bleiben was andere zu sagen haben. Was war das völlig normal vor einer langen Zeit, dass sich Menschen menschlich begegnet sind mit ihrer Geschichte und ihren Überzeugungen und daraus sind teils langjährige und zuverlässige Freundschaften geworden, die bis heute halten, auch ohne das sie Kommunisten sind. Es wird immer wieder diskutiert und debattiert.Gut so, denn lebendig muss es bleiben.

    Emma Goldmann (Anarchistin): „Wenn ich nicht tanzen kann ist es nicht meine Revolution!“ Will sagen, dass Emma eine faszinierende Frau gewesen ist von der ich immer wieder lese und lerne. Und auch sie sollte nicht vergessen werden. Ganz egal dabei ist, dass wir sicherlich an einigen Stellen aber so richtig auseinander liegen. Ja und ?

    Wenn ihr Hilfe und Unterstützung benötigt die über das Genannte hinaus geht dann solltet ihr das kundtun.

    Weiter so und immer die Nase in den Wind heißt es im Norden der Republik, Ulrike

     

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    Ulrike Spurgat
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    Julian Assange in Not !!! 

    Julian braucht unser aller Solidarität, dass man ihn nicht an die USA ausliefert. Er ist krank. Ihm muss man ganz dringend helfen !!! Bitte veröffentlichen. Isolationshaft ist ein Verstoß gegen die Charta der Menschenrechte…und die Bundesregierung schweigt ! 

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    Volker
    Antworten

    (…) aufgrund der Tatsache, dass wir nicht mehr über das Hauptthema dieser Monate und Wochen, über Corona und die Maßnahmen dagegen, berichten durften.

    Was nichts anderes bedeutet, dass es ein ausgesprochenes/verordnetes Verbot gab. Kaum zu glauben, was sich hinter den Kulissen zusammenbraute, ohne dass ich/wir es realisierten..

    🙁

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    Rüdiger Schaller
    Antworten
    Sehr schön geschrieben, lieber Roland. Ich bleibe als Spender treu.

    Euch wünsche ich in dieser Phase viel Durchhaltevermögen. Bleibt dran. Mir kommt Euere Situation vor als wärt ihr bei einem 100km-Lauf bei 80km. Doch da sind von der Kraft her gefühlt erst 50% der Strecke bewältigt. Zielgerichteter Wille und kleine Schritte führen dann zum Erfolg.

    Nichmals dran bleiben

    Herzlichst

    Rüdiger

     

     

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    Daniel
    Antworten
    Wie eng ist eigentlich Martin Lejeune mit Querdenken verbunden ?
    https://www.youtube.com/watch?v=7lu-R7i9_gI&t=12m56s
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      Piranha
      Antworten
      @Daniel

      Muss man den kennen? Falls du ihn selbst kennst, wen fragst du dann?

      War der gar einer von jenen, die sich am Reichstag völlig unbehelligt von der Polizei getummelt hat?

      Wenn ja, worauf genau zielt dann deine Frage?

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    Judith Endler
    Antworten
    Nitschewo ne ponimaju-ich verstehe nicht

    Mein Kommentar zu den KINDERmasken kam nicht (wegen einem Kraftwort?)

    -wir durften nicht berichten-

    ich zitierte Hermmann van Veen-„HERZ“

    vielleicht weil ein „rechter Mitläufer“um die Ecke schielte? What does it mean?

    Was ist eine Querfront? WER erfand diesen „Begriff“-Steht er schon im Duden?

    Noch mal van Feen:“Hörst Du denn nicht den Trommler,der beharrlich in Dir schlägt,und Dich bei aller Gegenwehr auch zum Feindeslager trägt,hör auf ihn,er sagt Dir was,wenn er sich nicht nicht mehr regt,ist das ein Zeichen dafür,das sich gar nichts mehr bewegt“

    Da es derzeit um lebensverachtende (betrifft Menschen gleichermaßen wie die gesamte Mitwelt) Großangriffe geht,ist das auseinanderdividieren verschiedener,aber das Leben verteidigenden,durchaus mutigen Menschen nicht hilfreich,sonst können wir „einpacken“,um eine Frau (M.)zu zitieren.

     

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    Bernd Strohe
    Antworten
    Wieso durfte zum Thema „Corona“ nichts mehr veröffentlicht werden? Könnte man das mal konkret erläutern?
  • Avatar
    Anja
    Antworten
    Mit dem Satz „Wie sich gezeigt hat, sind nicht alle unsere Leserinnen und Leser mit einer Webseite mitgegangen, die Monate lang zum beherrschenden Thema dieser Zeit – Corona – nichts mehr publizieren durfte.“ bleibt ein großes Fragezeichen in mir zurück.

    Wie kam es, daß „nichts mehr publiziert werden durfte“? Geht da noch ein bisschen mehr Transparenz? Sonst kann sich diese Aussage ja nur in reichlich interpretativen und spekulativen Ver(w)irrtheiten verlieren…

    Da ich nicht alles und jeden Artikel lese(n kann), bin ich für einen Hinweis zu einem vorhandenen Text, der diese Transparenz beinhaltet dankbar.

    Danke sehr für all das andere Geschriebene und damit Offenbarte!

    • Avatar
      Holdger Platta
      Antworten
      Liebe Anja,

      ich finde Deine Frage sehr berechtigt und meine, daß eigentlich alle HdS-LeserInnen Anspruch auf Beantwortung Deiner Frage hätten.

      Aber dürfen wir – die Herausgeber und Redakteure von HdS – diese Beantwortung Deiner Frage noch aufschieben?

      Ich hoffe nämlich immer noch, daß es zu einer zwar späten, aber immerhin doch noch erfolgenden Klärung dessen kommt, was zu diesen Unstimmigkeiten während der letzten Monate im Gesamtteam von HdS geführt hat. Auch die von vielen unter Euch angesprochene persönliche – friedliche, respektvolle und lösungsorientierte – Aussprache mit den Konfliktpartnern liegt von unserer Seite aus seit längerem auf dem Tisch.

      Wir haben die menschenfreundliche Hoffnung also noch nicht aufgegeben, daß es doch noch zu einer guten Klärung der aufgetretenen Probleme kommt – und so lange diese unsere Hoffnung noch besteht, wollen wir nicht durch Namensnennungen und weitere Tatsachenmitteilungen von unserer Seite aus diese Möglichkeit zerstören.

      Ich weiß, eine unbefriedigende ‚Antwort‘ für Dich (und sicherlich für viele andere HdS-LeserInnen auch). Aber bis auf weiteres – so hoffen wir jedenfalls –  die richtige Entscheidung.

      Mit herzlichen Grüßen

      Holdger

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